Hypertextuelle Bezüge in der kanadischen Kinder- und Jugendliteratur. Die Graphic Novel "Jane, le renard et moi" von Fanny Britt und Isabelle Arsenault und "Jane Eyre" von Charlotte Brontë


Hausarbeit, 2021

21 Seiten

Etienne Légat (Autor:in)


Leseprobe

Inhalt

0. Inhalt

1. Einführung

2. Einordnung der Werke und Kurzzusammenfassung
2.1. Fanny Britts und Isabelle Arsenaults Jane, le renard & moi
2.2. Charlotte Brontës Jane Eyre

3. Gattungen, Textsorten, Genres und ihre Verflechtung
3.1. Kinder- und Jugendliteratur
3.2. Graphic Novel
3.3. Hypotext und Hypertext: Die Transposition

4. Vergleichende Analyse der beiden Werke
4.1. Gesamttext: Struktur
4.2. Figuren und Personenkonstellationen
4.3. Erzähltechnik
4.3.1. Erzählvorgang und -konzept
4.3.2. Illustration der Graphic Novel
4.4. Lebenswelten und Identitätsprozesse

5. Zur Motivation der Transposition

6. Fazit

7. Literatur und Quellenverzeichnis

1. Einführung

In unserer hochentwickelten Gesellschaft ist auch die Literatur für Kinder und Jugendliche zu einem komplexen, auf den ersten Blick kaum entwirrbaren kulturellen Handlungs- und Symbolsystem fort­geschritten. Die Abgrenzung des Gesamtkorpus der Kinder- und Jugendliteratur zu anderen Textsorten fällt spätestens seit Harry Potter 1 oder Die Tribute von Panem 2 immer schwerer. Handelt es sich um Romane für Erwachsene oder ausschließlich für eine jüngere Leserschaft? Sprechen wir von Fantasy, Mystery oder Science-Fiction? - Drama, Thriller oder Krimi? Die meisten Werke der modernen Kinder- und Jugendliteratur vereinen eine Vielzahl dieser verschiedenen Stilelemente. So bilden mittlerweile auch Comic-Adaptionen oder Graphic Novels etablierter Texte im Kinderbuchangebot der letzten Jahre eine feste Größe3. Auch intertextuelle Referenzen zu bekannten Klassikern der Weltliteratur finden sich heute immer öfter in Kinder- und Jugendbüchern wieder.

Ein zeitnahes Beispiel hierfür ist die Graphic Novel Jane, le renard & moi der beiden Kanadierinnen Fanny Britt und Isabelle Arsenault, die in ihrem farbig illustrierten Kinder- und Jugendbuch eine Hommage an einen der meistgelesenen Romane der Weltliteratur geschaffen haben4: Jane Eyre von Charlotte Brontë. Der berühmte viktorianische Gouvernanten-Roman zählt bis heute zu den populärsten Romanen überhaupt und erfreut sich nach wie vor einem regen Interesse. Anders, als bei vielen vergleichbaren Werken aus dieser Zeit, scheint die Anzahl der Veröffentlichungen von Jane Eyre eher noch zu- als abzunehmen5. Daher überrascht es nicht, dass das literarische Erbe der ältesten der drei Brontë Schwestern nun in Form einer durchaus auffallenden Graphic Novel auch einer jüngeren Leserschaft zugänglich gemacht wird.

Kann eine solche Präsenz von renommierten Bestsellern in der Kinder- und Jugendliteratur ihre Zielgruppe auch zum Lesen von Erwachsenenliteratur motivieren? Inwiefern greift die Graphic Novel die Textliteratur auf? Worin unterscheiden sich die beiden Textsorten und an welcher Stelle muss die Vorlage für die Kinder- und Jugendliteratur evtl. angepasst oder umgedacht werden? Um diese Fragen genau klären zu können, soll in dieser Arbeit differenziert aufgezeigt werden, wo und wie die mediale Transformierung in Jane, le renard & moi sich auf die viktorianische Literaturvorlage Charlotte Brontës bezieht und sich im medienspezifischen Zusammenspiel von Bild und Text prägnante ästhetische Ausdrucksformen und Erzählweisen finden. Hierfür sollen zunächst eine kurze Einordnung und eine Zusammenfassung der beiden Werke gegeben werden, um diese anschließend entsprechend ihrer jeweiligen Textsorte und in ihrem literaturspezifischen Kontext besser miteinander vergleichen zu können. Der Fokus liegt hierbei primär auf dem eher unbekannten Kinder- und Jugendbuch Jane, le renard & moi, da die Handlung des Weltbestsellers Jane Eyre grundsätzlich geläufiger ist. Trotzdem bietet eine Zusammenfassung an dieser Stelle Gelegenheit, den berühmten Kultroman aus anderer Perspektive zu beleuchten, aus dem Blickwinkel der jüngeren Leserinnen und Leser sowie ausgehend von der Protagonistin der Graphic Novel. Hierbei können bereits einige Parallelen und Unterschiede zwischen den beiden Werken ausgemacht werden, die später detailliert analysiert werden sollen.

Zuvor muss jedoch eine kurze Begriffsklärung angestellt werden, um die komplexe Verflechtung der verschiedenen hier zum Tragen kommenden Textsorten aufzuzeigen und deren Korrelation genauer zu erläutern. Der Primärtext Jane, le renard & moi soll dabei exemplarisch in die Kontexte der jeweiligen Textsorten eingeordnet werden. Warum handelt es sich bei dem Titel um Kinder- und Jugendliteratur? Warum ist es eine Graphic Novel und kein Bilderbuch oder Comic? Warum handelt es sich um eine Transposition und was genau meint dieser Begriff in diesem Zusammenhang? Der Fokus soll an dieser Stelle besonders auf den beiden letzten Fragen liegen, um im Folgenden klären zu können, wie der Hypotext den Hypertext maßgeblich bedingt. Dies wird im anschließenden textanalytischen Teil gezeigt.

In einer vergleichenden Analyse soll genauer auf die beiden Gesamttexte in ihrer Struktur eingegangen werden, die Figurenkonstellationen sollen aufgezeigt und die Erzähltechniken genauer unter die Lupe genommen werden. Hierbei kann herausgestellt werden, inwiefern Jane Eyre als literarisches Vorbild für die Graphic Novel Jane, le renard & moi diente und wie sich das Kinder- und Jugendbuch auf den Klassiker bezieht. Dabei kann auch auf die zu Beginn gestellten Fragen näher eingegangen werden, d.h. welche Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Anpassungen und dergleichen sich ergeben. Anschließend wird untersucht, was die Autorin und die Illustratorin zu solch einer Transposition motiviert haben mag. Daneben ist auch eine kurze Beleuchtung pädagogischer Aspekte und Komponenten denkbar.

Abschließend sollen die Ergebnisse mit ihren wichtigsten Punkten und Erkenntnissen zusammengefasst werden und es wird ein kurzes Fazit angestellt. Insgesamt wird der Schwerpunkt dieser Arbeit auf dem Vergleich der beiden Primärtexte liegen sowie auf der damit einhergehenden Kombination der verschiedenen Literatursorten Graphic Novel, Kinder- und Jugendbuch und Hypertext bzw. Transposition.

2. Einordnung der Werke und Kurzzusammenfassung

2.1. Fanny Britts und Isabelle Arsenaults Jane, le renard & moi

Die 2012 erschienene Graphic Novel Jane, le Renard & moi ist die erste Zusammenarbeit von Fanny Britt als Autorin und Isabelle Arsenault als Illustratorin6. Das Comic-Debüt der beiden Kanadierinnen wurde in diversen Kategorien ausgezeichnet und erhielt unter anderem den Prix littéraires du Gouverneur général sowie den Grand Prix Lux 20137. Der Bildroman für Kinder und Jugendliche wurde bereits in 12 Sprachen übersetzt und erschien 2014 auch in Deutschland8. Ein derartiger Erfolg blieb hierzulande jedoch aus, wenn auch die Resonanz durchaus positiv war9. Auffallen konnte das Werk insbesondere durch seinen für Graphic Novels eher ungewöhnlichen Zeichenstil und einen besonders persönlichen Charakter. Fanny Britt verarbeitete in ihrer Geschichte zum Teil eigene Erlebnisse und verlieh der Protagonistin Hélène dadurch autobiographische Züge10.

Hélène ist eine junge Schülerin im Montréal der 80er Jahre, die von ihren ehemaligen Freundinnen gemobbt wird. Sie irrt einsam umher, in der Schule sowie außerhalb. Sie versucht allem aus dem Weg zu gehen, was sie auch nur ansatzweise in Gefahr bringt erneut schikaniert zu werden. Den Hauptgrund für die ständigen Hänseleien ihrer ehemaligen Freundinnen und Klassenkameradinnen sieht sie in ihrem vermeintlichen Übergewicht, dabei scheint es eher ihre verträumte Introvertiertheit zu sein, die sie von ihren pubertierenden Mitschülerinnen unterscheidet. In der Schule findet Hélène jedoch immer wieder Graffitis an den Wänden des Mädchenklos, in denen ihr Gewicht thematisiert wird und auch die vermeintlichen Verfasser der Schmierereien tuscheln und lachen über sie. In ihrer Einsamkeit fühlt sie sich nur mit der ebenfalls gebeutelten Romanfigur Jane Eyre verbunden. Wenn sie nach der Schule allein im Bus sitzt, schafft Hélène bis zu 13 Seiten in ihrem Lieblingsbuch. Beim Lesen des Debütromans von Charlotte Brontë scheint Hélène sich sicher zu fühlen und flüchtet sich darum immer wieder in die fiktive Welt ihrer Romanheldin. Weder in der Schule noch außerhalb spricht Hélène über ihre Strapazen. Auch nicht mit ihrer alleinerziehenden Mutter oder ihren beiden jüngeren Brüdern. Allein Jane Eyre scheint ihre einzige Vertraute und Freundin zu sein.

Eines Tages wird verkündet, dass Hélènes Jahrgang über ein Wochenende in ein englischsprachiges Ferienlager fährt. Damit erfüllt sich Hélènes schlimmster Albtraum: Sie muss ein ganzes Wochenende mit ihren Klassenkameraden ausharren und das Mobbing über sich ergehen lassen. Sie malt sich bereits die schlimmsten Szenarien aus und braucht zu allem Überfluss für das Ferienlager am See auch noch einen neuen Badeanzug. Der gemeinsame Shopping-Ausflug mit ihrer Mutter in der Innenstadt stellt sich als große Demütigung heraus. Obwohl die beiden anprobierten Badeanzüge ihr ideal passen, fühlt Hélène sich nicht wohl in ihrer Haut und gibt vor, sie seien ihr zu klein. Beim Blick in den Spiegel der Umkleidekabine bezeichnet sie sich als „Würstchen“ und findet sich nach all den Beleidigungen in der Schule nur noch hässlich und minderwertig.

Während der ersten Zeit im Ferienlager versucht Hélène immer besonderes beschäftigt zu wirken, um nicht als Außenseiterin dazustehen. Vor allem aber, will sie nicht von den Scherzen und Sprüchen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler gestört werden. Darum liest sie weiter akribisch in Jane Eyre, die, wie Hélène beim Lesen allmählich herausfindet, auch ihre ganz eigenen Probleme zu lösen hat. Gemeinsam mit ein paar anderen Einzelgängerinnen teilt sie sich ein Zelt, das sie als „tente des esseulées“ (dt. „Zelt der allein gelassenen“) bezeichnet. Als Hélène eines Abends nach dem Essen erneut bloßgesellt wird, sieht sie zum ersten Mal eine fremde Mitschülerin. Tatsächlich findet Hélène in der ihr bis dahin unbekannten Schulkollegin eine neue Freundin: Géraldine. Die beiden verbringen die restliche Zeit des Ferienlagers zusammen und Géraldine schläft nun in dem Zelt, in dem auch Hélène untergebracht ist. Die neuen Freundinnen erzählen sich viel und bleiben auch nach dem Ferienlager befreundet.

Einige Tage später konsultiert Hélène gemeinsam mit ihrer Mutter den Hausarzt der Familie, der sie bei einer Routineuntersuchung wiegt und vermisst. Entgegen ihrer Erwartungen, teilt der Arzt Hélène mit, dass sie gewachsen und nicht zu dick sei, sich ihrem Alter entsprechend normal entwickeln würde und sich keinerlei Gedanken zu machen bräuchte. Widerwillig behauptet Hélène, dass sie trotzdem etwas zu dick sei, was der Arzt mehrfach verneint. Daraufhin legt Hélène die Vorurteile ihrer ehemaligen Freundinnen über sie allmählich ab und erzählt ihrer Mutter zum ersten Mal von Géraldine, ihrer nun besten Freundin. Sie will Géraldine ihr Lieblingsbuch Jane Eyre ausleihen, deren Geschichte, so stellt Hélène schließlich fest, am Ende doch gut ausgeht.

2.2. Charlotte Brontës Jane Eyre

Der 1847 unter dem Pseudonym Currer Bell erschienene Debütroman Jane Eyre von Charlotte Brontë erwies sich als durchschlagender Erfolg und ist das populärste Werk der Autorin geblieben, vielfach übersetzt, dramatisiert und verfilmt11. Da der Roman unbestreitbar ein Klassiker ist, ist die Handlung, insbesondere in den Literaturwissenschaften, zumindest in groben Zügen bekannt. Trotzdem soll der Vollständigkeit halber nachfolgend eine kurze Handlungsübersicht gegeben werden, nicht zuletzt um im späteren Verlauf dieser Arbeit die Parallelen und Unterschiede zwischen der Vorlage und der daran anknüpfenden Hommage Jane, le renard & moi besser darlegen zu können. Auf verschiedene Handlungsstränge, die nicht in direktem Bezug mit dem Kinder- und Jugendbuch von Fanny Britt und Isabelle Arsenault stehen, wird an dieser Stelle aus Gründen der Relevanz für diese Arbeit verzichtet. Vielmehr soll die folgende Zusammenfassung eine Art Überblick über das Leseerlebnis der Protagonistin Hélène geben (vgl. 2.1.) und die Handlung von Jane Eyre konkret in den Kontext von Jane, le renard & moi einbetten. Darüber hinaus bietet eine kurze Zusammenfassung Gelegenheit, den berühmten Roman aus der Perspektive einer jüngeren Leserschaft zu reflektieren.

Jane Eyre, die Erzählerin und namengebende Hauptfigur des Romans, verliert als Kind ihre Eltern und wächst bei einer Tante und deren Familie auf. Dort erlebt sie keinerlei Geborgenheit, wird vom Sohn der Tante gequält und immer wieder zu Unrecht bestraft. Als die Tante sich nicht mehr zu helfen weiß, weil sie blind für die Untaten ihres Sohnes ist, schickt sie Jane in das Internat Lowood, wo sie anfangs unter der Kälte und ständigem Hunger leidet. Sie freundet sich mit der stillen Helen Burns an, die jedoch bald an Typhus stirbt. Jane entwickelt sich in der Enge des Internats zu einer nach Freiheit strebenden, eigenständigen, jungen Frau. Sie wird Lehrerin und bewirbt sich um eine Stellung außerhalb Lowoods. In Thornfield findet sie eine feste Anstellung: Sie soll die kleine Adèle unterrichten, was sie mit viel Engagement tut. In der Hausdame Mrs. Fairfax findet sie zudem eine Vertraute und Mutterfigur.

Als der Besitzer von Thornfield Hall, Edward Rochester, von einer Reise zurückkehrt, verändert sich die Stimmung schlagartig: Geschäftiges Treiben herrscht bei seiner Ankunft, aber auch eine knisternde Spannung. Rochester ist streng und sogleich melancholisch. Er sucht immer wieder das Gespräch zu der neuen Gouvernante Jane Eyre, was in der damaligen Zeit der Standesunterschiede ungewöhnlich ist. Während des Besuchs von Aristokraten aus der Nachbarschaft, unter ihnen die unverheiratete Schönheit aus reichem Hause, Miss Blanche Ingram, veranstaltet Mr. Rochester ein umfangreiches Verwirrspiel mit Jane, in dem er vorgibt, um die Hand von Miss Ingram zu werben. Daraufhin gesteht Jane ihm, dass sie es nicht würde ertragen können von Thornfield und von ihm fortzugehen. Mr. Rochester, der auf dieses Liebesgeständnis gewartet hatte, leugnet nun, dass er je Interesse an Miss Ingram gehegt habe und gesteht Jane ebenfalls seine Liebe. Die beiden beschließen zu heiraten, doch Mr. Rochester verbirgt vor Jane ein dunkles Geheimnis. Er ist bereits verheiratet und hält seine gewalttätige und verrückte Ehefrau Bertha Mason auf dem Speicher in Thornfield Hall versteckt. Als diese Umstände gelüftet werden, verändert sich Janes Leben erneut, die in dem Anwesen endlich eine Heimat gefunden hatte. Sie verlässt Thornfield und gibt ihre Stellung dort als Gouvernante auf, ehe sie für einige Jahre ein neues und unabhängiges Leben fern von Mr. Rochester aufbaut.

Trotzdem kehrt sie eines Tages nach Thornfield zurück, da sie ihre Liebe zu Mr. Rochester nie völlig vergessen konnte und will ihm eine zweite Chance geben. Sie erfährt jedoch, dass er bei einem Feuer schwer verwundet wurde und sein Augenlicht verloren hat, als er seine Frau Bertha aus seinem brennenden Anwesen retten wollte. Diese stürzte jedoch vom Dach und starb. Jane findet Mr. Rochester verstümmelt, aber reumütig, auf einem kleinen Jagdsitz im Umkreis vor. Jane beschließt ihm zu verzeihen und die beiden heiraten. Rochester erhält nach Jahren sogar einen Teil seiner Sehkraft zurück und kann schließlich seinen Sohn sehen, den Jane ihm zuvor gebar.

3. Gattungen, Textsorten, Genres und ihre Verflechtung

Das Buch Jane, le renard & moi vereint in sich gleich drei Textsorten, die eng miteinander verwoben sind. Es handelt sich sowohl um ein Werk aus der Kinder- und Jugendliteratur als auch um eine Graphic Novel und mit seinen vielen Verweisen und Anspielungen auf Jane Eyre zugleich um eine Transposition. Die Verflechtung dieser drei Textsorten spielt bei einer vergleichenden Gegenüberstellung der beiden Werke eine essenzielle Rolle und bedarf daher einer Definition. Im Folgenden sollen diese drei Literaturtypen daher kurz erläutert werden, um das Werk Jane, le renard & moi anschließend eben diesen Textsorten begründet zuzuordnen, bevor es im nächsten Schritt auf dieser Grundlage analysiert und seinem Vorbildtext gegenübergestellt werden soll.

3.1. Kinder- und Jugendliteratur

Der Begriff Kinder- und Jugendliteratur, fasst in erster Linie diejenige Literatur zusammen, die primär an junge Menschen vom ersten Vor-Lesealter bis zur Adoleszenz gerichtet ist. Das Gesamtkorpus der Kinder- und Jugendliteratur umfasst dabei sowohl fiktionale Literatur, d.h. Belletristik, als auch Sachliteratur, darunter Druckerzeugnisse und elektronische Texte ebenso wie Hörbücher12. Der deutsche Germanist und Kinder- und Jugendliteraturforscher Hans-Heino Ewers unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen acht verschiedenen Korpora, die jeweils von unterschiedlichen Perspektiven zur Eingrenzung des Gesamtfeldes der Kinder- und Jugendliteratur ausgehen13. Das Buch Jane, le renard & moi fällt dabei in den Bereich mehrerer Textkorpora, je nachdem aus welchem Blickwinkel das Werk betrachtet wird.

Zunächst kann gesagt werden, dass es sich bei dem Gemeinschaftsprojekt von Fanny Britt und Isabelle Arsenault in jedem Fall um eine originäre Kinder- und Jugendlektüre handelt, welche eigens für Kinder und Jugendliche hervorgebracht wurde. Voraussetzung hierfür ist laut Ewers die Tatsache, dass die Texte seitens ihrer Verfasserinnen bzw. Verfasser von vornherein als potenzielle Kinder- und Jugendlektüre gedacht waren14. Dies ist allein dadurch gegeben, dass die beiden Kanadierinnen sich selbst als Autorin bzw. Illustratorin von Kinder- und Jugendliteratur verstehen und sich Jane, le renard & moi als weiterer Teil in eine lange Serie von Kinder- und Jugendbüchern einreiht15. Somit lässt sich der Titel nach Ewers problemlos seinem achten Korpus „Originäre Kinder- und Jugendliteratur“ zuordnen16. Genauso fällt er in den Bereich der sechsten Korpora, den er als „(Positiv) sanktionierte Kinder- und Jugendlektüre“ bezeichnet17. Dieser umfasst all die Werke, die von den gesellschaftlich dazu autorisierten Instanzen zur geeigneten Kinder- und Jugendlektüre erklärt worden sind und eine entsprechende Auszeichnung erfahren haben. Jane, le renard & moi wurde mehrfach in diversen Kategorien ausgezeichnet (vgl. 2.1.) und zählte u.a. zu den zehn bestillustrierten Kinderbüchern der New York Times18. Demnach handelt es sich auch um eine „intendierte Kinder- und Jugendlektüre“19, die von der Gesellschaft als geeignete potenzielle Kinder- und Jugendliteratur angesehen wird. Die Rede ist hier also von teils zur Lektüre empfohlener, teils für Kinder- und Jugendliche eigens publizierter Literatur.

Schwerer hingegen fällt die Abgrenzung zum ersten, dritten und vierten Korpus nach Ewers, die sich auf die Leserschaft selbst fokussieren. Es kann nur schwer gesagt werden, ob der Titel auch faktisch tatsächlich von Kinder- und Jugendlichen gelesen wird bzw. trotz Empfehlungen nicht von ihnen konsumiert wird. Dies lässt sich nicht ohne Weiteres überprüfen bzw. wurde bisher statistisch noch nicht erfasst. Einzig der fünfte Korpus zur „unbeabsichtigten bzw. nicht intendierten Kinder- und Jugendlektüre“20 schließt sich durch die bereits zutreffenden Kriterien aus. Es handelt sich bei dem Titel nicht um ein Buch, das eigentlich für Erwachsene geschrieben und konzipiert wurde und erst nachträglich in die Sparte der Kinder- und Jugendliteratur gerutscht ist. Jane, le renard & moi fällt seit seiner Veröffentlichung in dieses Genre und wird seither als solches angeboten und vermarktet.

3.2. Graphic Novel

Trotzdem stellen viele Buchbesprechungen und Rezensionen bei diesem Titel auch immer wieder sein besonderes Auftreten als Graphic Novel in den Vordergrund. Neben der Einordnung in die Kinder- und Jugendliteratur zeichnet sich der Titel eben auch durch seine für eine jüngere Leserschaft eher ungewöhnliche Illustration aus. Dabei ist allgemein bekannt, dass ein Großteil der Kinder- und Jugendbücher meist in irgendeiner Form illustriert oder bebildert sind. Im Fall von Jane, le renard & moi muss jedoch eine Abgrenzung zwischen Graphic Novel und dem klassischen Bilderbuch vorgenommen werden. Die Frage dabei ist jedoch, wo das Bilderbuch aufhört und wo die Graphic Novel anfängt?

Als Bilderbuch, so schreiben Horst Künnemann und Helmut Müller im Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur, bezeichne man „ein für Kinder von etwa 2 - 8 Jahren entworfenes Buch mit zahlreichen Illustrationen und wenig oder gar keinem Text“21. Weiter haben Bilderbücher „nur wenige Blätter, sind oft aus zerreißfestem Papier oder Folie hergestellt und weisen sehr unterschiedliche Formate auf, von ganz kleinen ,Lilliput‘-Ausgaben bis hin zu übergroßen Formaten“22. In dieser Definition lassen sich nur wenige bis keine Übereinstimmungen mit dem kanadischen Kinder- und Jugendbuch finden, weder was das Kriterium des Adressatenalters betrifft noch in Bezug auf das Text-Bild-Verhältnis oder seinen Umfang. Zwar finden sich zahlreiche Illustrationen darin wieder, diese werden jedoch durch ausführliche und z.T. seitenfüllende Texte ergänzt. Das für ein Kinderbuch zwar qualitativ recht hochwertige Papier ist dabei jedoch weder reißfest noch foliert. Das einzig zutreffende Kriterium ist das große Format des Titels. Was spricht also mehr für eine Graphic Novel?

Der deutsche Lektor und Dozent für Medienwissenschaft Jakob F. Dittmar definiert diese wie folgt: „Graphic Novel kann als Roman in Comic-Form übersetzt werden. [...] [Sie] versteht sich selbst als Roman, der allerdings nicht mit Worten, sondern mit Bildern, Sprechblasen und Überschriften erzählt.“23 Weiter sind die meisten Graphic Novel im Unterschied zu umfassenderen und anspruchsvolleren Comics häufig „durch die Papierqualität begründet“24, die bei Jane, le renard & moi wie bereits erwähnt sehr hochwertig ist. Diese Eigenschaften der Graphic Novel treffen folglich viel eher auf das Kinder- und Jugendbuch zu und lassen sich eindeutig vom Bilderbuch abgrenzen. Hinzu kommt laut Dittmar ein gewisser Anspruch, den die Graphic Novel mit sich bringt. „Wenn zum Vergleich mit Kriterien von Romanen gearbeitet wird, dann sind auch die Anzahl der auftretenden Charaktere und die Komplexität der Handlung mögliche Indizes für die Zuordnung der jeweiligen Bildergeschichte“25.

Es bleibt also festzuhalten, dass der Terminus Graphic Novel zunächst einmal einen Qualitätsanspruch markiert und daher eher merkantilen Beweggründen zu folgen scheint26. Mit diesem Anspruch einhergehend wird oftmals auch die Ansicht vertreten, bei Graphic Novels handele es sich per se um Literatur-Comics, wobei hier Adaptionen literarischer Texte in einem Comic-Format gemeint sind. Das dies bei Jane, le renard & moi nur zu einem geringen Teil der Fall ist, soll nun im nächsten Punkt geklärt werden.

3.3. Hypotext und Hypertext: Die Transposition

In der Sekundärliteratur finden sich unterschiedliche Begriffe für die Comic-Umsetzung eines literarischen Textes, die in ihrer Gesamtheit nicht gerade für Klarheit sorgen. „Comic-Adaption“27 etwa kann zum einen die Adaption in einen Comic meinen, aber auch die Adaption eines Comics in ein anderes Format. Für die Bezeichnung „Transfer“28 gilt das Gleiche. „Comics nach Textliteratur“ scheint eindeutig zu sein, jedoch ist dies ein recht umständlicher Begriff. In jüngeren Publikationen wird versucht, den Begriff „Literatur-Comics“29 zu etablieren. Dieser ist bewusst sehr breit gefasst, um sämtliche Beziehungen zwischen Comics und Literatur abdecken zu können. Alle diese Begriffe vereint jedoch ihre rhetorische Funktion, ähnlich wie die der Graphic Novel: die Aufwertung des Comics durch seine Ausweisung als (Hoch-)Literatur30. Doch keine dieser Begrifflichkeiten scheint die genaue Schnittstelle zwischen Graphic Novel und Literatur zu erfassen, die in Jane, le renard & moi zum Tragen kommt.

Dieser Titel lehnt sich nämlich lediglich motivisch an einen Vorlagetext an, anstatt diesen in seiner Gänze adaptieren zu wollen. Diese Vielfalt der Umsetzungsmöglichkeiten fasst die deutsche Komparatistin und Literaturwissenschaftlerin Monika Schmitz-Emans formelhaft zusammen: „Der Ausgangstext kann in seiner Comic-Paraphrase ganz, teilweise oder gar nicht enthalten sein; er kann wörtlich zitiert oder durch einen Ersatztext wiedergegeben werden; er kann im Mittelpunkt stehen oder von den Bildern an den Rand gedrängt werden.“31

Wie ist also die kanadische Graphic Novel-Adaption, die in Ermangelung eines geeigneteren Begriffs zunächst als solche bezeichnet werden muss, zu betrachten? Sie enthält den Ausgangstext nur teilweise und wird lediglich durch einen Ersatztext wiedergegeben, wobei dieser durch die großformatigen Illustrationen eher an den Rand gedrängt wird. Durch die von dem französischen Literaturwissenschaftler Gérard Genette sowie die beiden Anglisten Ulrich Broich und Manfred Pfister geprägte Intertextualitätstheorie32, lässt sich das hier zum Tragen kommende Phänomen besser eingrenzen. Um der vergleichenden Analyse von Jane Eyre und Jane, le renard & moi das nötige Begriffsinventarium zu verschaffen, sei an dieser Stelle darum eine kurze Zusammenfassung von Genettes Typologie vorausgeschickt.

Die Erscheinungsformen von „Transtextualität“33 - so der Oberbegriff des französischen Erzähltheoretikers - differenzieren sich in inter-, para-, meta-, archi-, und hypertextuelle Bezüge. Diese fünf Typen der Transtextualität sind oft eng miteinander verbunden34, dabei erscheint vor allem Genettes letzter Typus, die „Hypertextualität“35, das kanadische Kinder- und Jugendbuch am besten zu beschreiben. Dabei handelt es sich um eine Form von Wechselverhältnis zwischen zwei Texten, die nicht der des Kommentars entspricht. Genette selbst bezeichnet als Hypertext „[...] jeden Text, der von einem früheren Text durch eine einfache Transformation [...] oder durch eine indirekte Transformation (durch Nachahmung) abgeleitet wurde36 “. Die Geschichte um Hélène und ihr Lieblingsbuch hätte als zeitlich später veröffentlichter Text ohne den vorhergehenden Roman Jane Eyre nicht entstehen können. Für diese Art von „Comic-Adaption“ existiert bislang kein festgesetzter Terminus. Der deutsche Professor für Kunstdidaktik Dietrich Grünewald schlägt daher den Term „Transformation“37 vor, blieben wir jedoch in der Genettes Terminologie, so käme der Begriff „Transposition“38 noch eher infrage.

[...]


1 Siehe hierzu Rowling, Joanne K.: Harry Potter und der Stein der Weisen. Aus dem Engl. von Klaus Fritz. Hamburg: Carlsen 1998.

2 Siehe hierzu Collins, Suzanne: Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele. Aus dem Engl. von Sylke Hachmeister und Peter Klöss. Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2020.

3 Vgl. Giesa, Felix: „...die Wunder werden nur vollbracht, von dem, der sich nicht wundert!“ - Graphic Novel-Adaptionen von erfolgreichen und kanonisierten Kinderbüchern. In: Weinkauff, Gina / Dettmar, Ute / Möbius, Thomas / Tomko- wiak, Ingrid (Hrsg.): Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien, Band 89, Frankfurt am Main: Peter Lang Edition 2014, S. 59

4 Vgl. Hohn, Stefanie: Charlotte Brontes Janye Eyre in deutscher Übersetzung - Geschichte eines kulturellen Transfers. In: Glaap, Albert-Reiner / Keller, Rudi / Nies, Fritz (Hrsg.): T ransfer - Düsseldorfer Materialien zur Literaturüberset­zung, Band 13, Tübingen: Gunter Narr Verlag 1998. S. 13 f.

5 Vgl. ebd.: S. 14

6 Vgl. https://www.lapresse.ca/arts/livres/bd-et-livres-jeunesse/201211/02/01-4589663-jane-le-renard-et-moi-la-me chancete-en-tons-de-gris.php

7 Vgl. Britt, Fanny / Arsenault, Isabelle: Jane, le renard & moi. Montréal: Les Éditions de la Pastèque 2012. S. 6

8 Vgl. https://www.isabellearsenault.com/publications/jane

9 Vgl. https://readindie.wordpress.com/2015/01/09/fanny-britt-und-isabelle-arsenault-jane-der-fuchs-ich/

10 Vgl. https://www.sikjm.ch/rezensionen/datenbank/?id=2109&c=1&author=Isabelle%20Arsenault%20(Illustration)

11 Vgl. Rublack, Jörg: Charlotte Brontë »Jane Eyre«. Paderborn: Wilhelm Fink Verlags-KG 1985. S. 106

12 Vgl. https://www.rossipotti.de/inhalt/literaturlexikon/sachbegriffe/kinder und jugendliteratur.html

13 Vgl. Ewers, Hans-Heino: Literatur für Kinder und Jugendliche. Eine Einführung. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag 2012. S. 14 ff.

14 Vgl. ebd.: S. 19

15 Vgl. hierzu z.B. https://www.isabellearsenault.com/publications

16 Vgl. Ewers, Hans-Heino: S. 19

17 Vgl. ebd.: S. 17

18 Vgl. Britt, Fanny / Arsenault, Isabelle: S. 6

19 Vgl. Ewers, Hans-Heino: S. 15

20 Vgl. Ewers, Hans-Heino: S. 17

21 Künnemann, Horst / Müller, Helmut: Bilderbuch. In: Doderer, Klaus (Hrsg.): Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur. Personen-, Länder- und Sachartikel zu Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendliteratur. Weinheim: Beltz 1984, S. 159

22 Ebd.

23 Dittmar, Jakob F.: Comic-Analyse. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 2011. S. 24

24 Dittmar, Jakob F.: S. 24

25 Ebd.: S. 25

26 Vgl. Giesa, Felix: S. 60

27 Vgl. ebd.

28 Vgl. Grünewald, Dietrich: Transfer. Comics nach Textliteratur. In: Josting, Petra / Maiwald, Klaus (Hrsg.): Comics und Animationsfilme. München: Kopaed 2010, S. 50

29 Vgl. Giesa, Felix: S. 60

30 Vgl. ebd.

31 Schmitz-Emans, Monika: Literatur-Comics zwischen Adaption und kreativer Transformation. In: Ditschke, Stefan / Kroucheva, Katerina / Stein, Daniel (Hrsg.): Comics. Zur Geschichte und Theorie eines populärkulturellen Mediums, Bielefeld: Transcript 2009, S. 281-308

32 Vgl. Ueckmann, Natascha: Wiedergänger, Phantom und künstlicher Mensch. Der Kastrat im intertextuellen Netz. In: Richter, Elke / Struve, Karen / Ueckmann, Natascha (Hrsg.): Balzacs „Sarrasine“ und die Literaturtheorie, Stuttgart: Reclam 2011, S. 102

33 Vgl. Genette, Gérard: Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag 1993. S. 9

34 Vgl. Ueckmann, Natascha: S. 102

35 Vgl. Genette, Gérard: S. 14 f.

36 Ebd.: S. 18

37 Vgl. Grünewald, Dietrich: S. 59

38 Vgl. Genette, Gérard: S. 46

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Details

Titel
Hypertextuelle Bezüge in der kanadischen Kinder- und Jugendliteratur. Die Graphic Novel "Jane, le renard et moi" von Fanny Britt und Isabelle Arsenault und "Jane Eyre" von Charlotte Brontë
Hochschule
Universität Bremen
Autor
Jahr
2021
Seiten
21
Katalognummer
V990209
ISBN (eBook)
9783346429933
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinderbuch, Kinderliteratur, Jugendbuch, Jugendliteratur, Kinder- und Jugendliteratur, Kinder- und Jugendbuch, Graphic Novel, Comic, Bilderbuch, Intertextualität, Hypertextualität, Gérard Genette, Genette, hypertextuelle Bezüge, Transposition, Jane Eyre, Eyre, Charlotte Brontë, Brontë, Kanada, Québec, vergleichende Analyse, Hypotext, Hypertext, Erzähltechnik, Illustration, Identitätsprozesse, Romananalyse, Bilderbuchanalyse, Jane le renard & moi, Jane der Fuchs und ich, Fanny Britt, Britt, Isabelle Arsenault, Arsenault
Arbeit zitieren
Etienne Légat (Autor:in), 2021, Hypertextuelle Bezüge in der kanadischen Kinder- und Jugendliteratur. Die Graphic Novel "Jane, le renard et moi" von Fanny Britt und Isabelle Arsenault und "Jane Eyre" von Charlotte Brontë, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990209

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