Exchange Traded Funds (ETFs). Aktien für Faule?


Facharbeit (Schule), 2020

21 Seiten, Note: 15 Punkte

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Selbständigkeitserklärung

2. Einleitung

3. ETF's
3.1 Was sind ETF's?
3.2 Arten von ETF's
3.3 Vorteile von ETF's
3.4 Nachteile von ETF's

4. Investieren in ETF's
4.1 Wie investiere ich in ETF's?
4.2 Anlagestrategien
4.3 Sparplan

5. ETF's im Vergleich mit herkömmlichen Fonds
5.1 Herkömmliche Fonds
5.2 ETF's oder herkömmliche Fonds: Was ist besser?

6. Fazit und Ausblick

7. Glossar

8. Literaturverzeichnis

1. Selbständigkeitserklärung:

Ich versichere, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig verfasst, keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt und die Stellen der Facharbeit, die im Wortlaut oder im wesentlichen Inhalt aus anderen Werken entnommen wurden, mit genauer Quellenangabe kenntlich gemacht habe. Verwendete Informationen aus dem Internet können der Lehrkraft auf Verlangen zur Verfügung gestellt werden.

Ort, Datum

2. Einleitung

Die folgende Facharbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Exchange Traded Funds". Dieses Thema ist für mich von besonderem Interesse, da ich mich schon längere Zeit mit dem Wertpapiermark auseinandersetze und ich durch eine gründliche Betrachtung dieser Anlagemöglichkeit besser informiert sein möchte. Dadurch erhoffe ich mir für mein zukünftiges Einkommen alternative Möglichkeiten zur Geldanlage. Die aktuellen Sparmöglichkeiten, die die Banken anbieten, gelten insgesamt aufgrund der geringen Verzinsung als unattraktiv.

Die wesentlichen Ziele meiner Arbeit beinhalten zum einen eine kritische Auseinandersetzung mit ETF's. Durch den Vergleich mit herkömmlichen Fonds möchte ich untersuchen, ob ETF's wirklich Aktien für „Faule" sind oder ob dahinter ein kluges Investieren steckt.

Der Schwerpunkt der inhaltlichen Analyse ist die Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen der ETF's. Außerdem werde ich ausführlich auf das Thema „Investieren in ETF's" eingehen.

Als Materialgrundlage für meine Facharbeit nutze ich Fachzeitschriften, renommierte Fachbücher und von Experten anerkannte Internetquellen.

Mein methodisches Vorgehen beinhaltet eine ausführliche Sichtung der Fachliteratur, die Online-Recherche und den Entwurf eines Inhaltsverzeichnisses.

3. ETF's

3.1 Was sind ETF's?

Es gibt viele verschiedene Anlagemöglichkeiten für Privatanleger, zum Beispiel Tagesgeldkonten1, Bausparverträge2, Rentenpapiere3, Immobilien, Einzelaktien und auch Fonds. Dazu zählen auch ETF's. Die sogenannten Exchange Traded Funds, zu deutsch „börsennotierter Fonds", sind börsengehandelte Indexfonds. Ein Indexfonds bildet einen bestimmten Börsenindex möglichst exakt ab, wie zum Beispiel den Deutschen Aktienindex4 (Dax).

Bei einem ETF funktioniert das folgendermaßen: Das eingezahlte Geld aller Anleger wird zusammen als Vermögenswert bezeichnet. Dieser gesamte Vermögenswert wird in den Fonds investiert. Das besondere bei ETF's ist, dass der Vermögenswert im gleichen Verhältnis wie die im Index vertretenen Wertpapiere angelegt wird. (vgl. Winkler2019, S.13ff)

Anhand eines Beispiels ist dies zu verdeutlichen: Im Dax sind die Wertentwicklungen der 30 liquidesten und größten Unternehmen Deutschlands enthalten, wie zum Beispiel Daimler, Lufthansa, Infineon und SAP. Angenommen, das Unternehmen SAP macht 7%, Daimler 4% und Infineon 3% des Index aus, so wird auch 7% des zusammengesetzten Vermögens der Anleger in SAP, 4% in Daimler und 3% in Infineon investiert. Ein ETF repliziert demnach einen Index und entwickelt sich wie der Index. Das heißt, dass sich die Wertentwicklung des ETF am Vergleichsindex ablesen lässt. Steigt also der Index um 3%, so steigt auch der Wert des ETF um 3%.

Im Jahr 1924 wurden Investmentfonds in den USA erfunden. Etwa 70 Jahre später entstanden ETF's, eine Variante von Investmentfonds. Seit dem Jahr 2000 sind ETF's in Deutschland verbreitet und erhältlich, (vgl. Kommer 2018, S.16 und vgl. Stiftung Warentest 2018, S.7)

ETF's replizieren einen Vergleichsindex. Es gibt zwei Arten von ETF's: Zum einen die physischen ETF's. Diese werden physisch repliziert, dass heißt, der Index wird vollständig abgebildet mit allen Aktien, die im Index enthalten sind ohne Außnahmen. Ändert sich die Zusammensetzung des Index, so werden auch automatisch die Wertpapiere des Indexfonds umgestellt. Als Beispiel dient noch mal der Dax: Der Chemiekonzern Convestro fällt aus dem Dax heraus, da er nicht mehr im Prime Standard5 gelistet ist. Folglich wird die Aktie von Convestro verkauft.

Da solche Transaktionen Gebühren beanspruchen, treten durch viele Umstellungen Kosten auf. Bei einem Index wie dem DAX mit 30 Unternehmen sind diese Kosten sehr gering, da selten Umstellungen stattfinden. Doch es gibt auch Indizes, die weitaus mehr verschiedene Aktien von Unternehmen enthalten, wie zum Beispiel der S&P 5006 (Standard and Poors 500). Dieser Index beinhaltet etwa 500 Unternehmen. Um diesen Index abzubilden, müssen häufiger Aktien hinzugekauft und verkauft werden, sodass die Kosten sogar die Wertentwicklung des ETF's beeinflussen können, (vgl. Winkler2019, S.18f)

Zum anderen gibt es die ETF's, welche synthetisch repliziert werden. Hierbei wird der Index künstlich nachgebildet. Es wird nicht direkt in Wertpapiere des Index investiert. Dies wird durch einen Swap möglich. Bei einem Swap wird der Vermögenswert in andere Wertpapiere investiert. Für dieses Geschäft geht man einen Vertrag mit einer Bank ein, über die der Swap ausgeführt wird.

„Durch diesen Vertrag garantiert der Vertragspartner dem ETF jederzeit die Wertentwicklung des abzubildenden Index und erhält dafür die Wertentwicklung des Wertpapierkorbes, den derFonds tatsächlich besitzt(Winkler 2019, S.20) Diese Replikationsart ist entstanden, weil bei der physischen Replikation hohe Kosten anfallen können, wie oben beschrieben. Die Kosten treten durch den Swap nicht auf, da hierbei keine neuen Wertpapiere verkauft und hinzugekauft werden müssen. Trotzdem birgt auch diese Replikationsmöglichkeit Nachteile. Zum einen wird ein Vertragspartner (die Bank) mit einbezogen und die Gefahr besteht, dass dieser Vertragspartner zum Beispiel insolvent geht. Zusätzlich ist die synthetische Replikation sehr komplex und ist oftmals für neue Anleger schwer nachzuvollziehen.

3.2 Arten von ETF's

ETF's werden immer populärer und sind aktuell total im Trend. 2017 gab es 5300 ETF's auf dem Markt und jedes Jahr kommen etwa 500 neue dazu. (vgl. Hönisch 2019, S.221)

Die beiden wichtigsten Anlageklassen sind Anleihen-ETF's, auch Renten-ETF's genannt und Aktien-ETF's. Renten-ETF's sind ziemlich sicher, dafür lange nicht so renditestark wie langfristige Aktien-ETF's, welche aber risikoreicher sind, (vgl. Stiftung warentest 2018, S.47)

Bei ETF's ist zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETF's zu unterscheiden. Bei thesaurierenden Indizes werden Dividenden7 wieder reinvestiert. Dies hat den großen Vorteil, dass die Ausschüttungen im Fonds bleiben und dadurch der Zinseszinseffekt ausgenutzt werden kann, welcher für den Kursgewinn entscheidend ist. Wäre der Dax kein thesaurierender Index, so hätte er nur etwa die Hälfte der Punkte. Diese Indizes nennt man auch Perfomance-Indizes, da sie die komplette Performance8 des Index anzeigen, einschließlich der reinvestierten Ausschüttungen (Dividenden).

Die ausschüttenden Indizes behandeln die Dividenden wie Verluste. Sie werden Kurs-Indizes genannt, da sie nur die Veränderungen der einzelnen Aktienwerte anzeigen. Der Vorteil für den Anleger ist hierbei, dass er meistens jährliche oder quartalsweise Dividendenausschüttungen erhält. Beispiele für solche KursIndizes sind der S&P 500, der Dow Jones9 und der Euro Stoxx 5010. (vgl. Stiftung Warentest 2018, S.48ff)

Außerdem kann ein ETF nach Branche gewählt werden. Es gibt zum Beispiel ETF's für die Landwirtschaft, die Technologie, das Gesundheitswesen, sowie für die Ökologie und Ethik, aber auch ETF's, die sich auf Waffen, Pornos, Glücksspiel, Tabak und Alkohol spezialisieren, (vgl. Hönisch 2019, S.220f) Zusätzlich gibt es noch nachhaltige ETF's, welche für ein sozial verantwortliches Investieren geeignet sind. Ein Beispiel dafür ist der UBS MSCI Socially Responsible ETF. Dieser bezieht sich auf den MSCI World Socially Responsible-Index, in welchem sich Aktien von Unternehmen mit einem stark nachhaltigen Profil befinden, wie zum Beispiel Microsoft, das etwa 11 % des Index ausmacht, (vgl. MSCI Inc. 2020, abgerufen: 04.04.20 und vgl. Stiftung Warentest Dezember2018, S.35)

Die meisten ETF's setzen allerdings auf eine breite Streuung (Diversifikation). Damit ist gemeint, dass sich in einem Index Aktien von Unternehmen aus verschiedensten Branchen und Ländern befinden. Der Weltaktien-Index MSCI World setzt genau auf diese Streuung. Dieser Index enthält 1646 Aktien aus 23 Industrieländern. Der Dax dagegen enthält nur 30 Aktien aus Deutschland und die 10 größten Aktien nehmen sogar etwa 66 % des Index ein. Das sorgt für ein sehr hohes Klumpenrisiko11 und wird oftmals als Schwäche des so beliebten Dax angesehen, (vgl. Stiftung Warentest 2018, S.49,53)

Das gesamte Geldvolumen, welches in ETF's investiert ist, lässt sich kaum richtig bestimmen.

Im Fachbuch „Anlegen mit ETF" steht, dass ,,Anfang 2018 [...] der weltweite Markt für ETF und ETF-ähnliche Papiere ein Volumen von knapp 4,8 Billionen US-Dollar [umfasste]." (Stiftung Warentest 2018, S.17). Umgerechnet sind das etwa 4,3 Billionen Euro.

In Margarethe Honisch's „Easy Money" wird behauptet, dass 2017 das Volumen bei etwa 700 Milliarden Euro lag. (vgl. Hönisch 2019, S.221)

Auf der Internetseite der Börse München betrug das ETF-Anlagevolumen Ende 2017 nur 16,6 Milliarden Euro. Allerdings sind hier nur die Anlagevolumen der teilnehmenden Banken beinhaltet, da hier wahrscheinlich nur auf den Anstieg des in ETF's investierten Geldes hingewiesen werden soll. (vgl. Markus Jordan, abgerufen: 04.04.20)

Die Unterschiede des Anlagevolumens könnten meiner Ansicht nach darauf zurückzuführen sein, dass der Markt ständig in Bewegung ist und täglich schwankt. Zum anderen könnte es sein, dass sich die Autoren auf verschiedene Basisquellen bezogen haben. Außerdem wird nicht angegeben, was zu ETF- ähnlichen Papieren zählt.

3.3 Vorteile von ETF's

Warum sind ETF's so beliebt als Anlageform?

Die vorher angesprochene Diversifikation spielt hier eine entscheidende Rolle. Durch eine breite Streuung wird das Risiko stark reduziert. Das liegt daran, dass nicht nur in Aktien aus einer Branche investiert wird und deshalb zum Beispiel in schlechten Zeiten für Automobilhersteller der Index nicht total abstürzt, sondern von Unternehmen, die in anderen Branchen tätig sind, neutralisiert wird. Demnach liegt das Risiko nicht auf einem Unternehmen oder einer Branche, wie beim Kauf von Einzelaktien. Außerdem kann ein breit gestreuter ETF auch langfristig für mehr Ertrag sorgen, da mit nur einem Produkt (ETF) der komplette Aktien- und Anleihenmarkt nachgebildet wird. (vgl. Stiftung Warentest 2018, S.16)

Besonders für Anleger mit einem kleinen Budget bietet ein ETF einen großen Vorteil: Aufgrund der Risikostreuung kann schon mit wenig Geld ein gewinnbringendes Portfolio12 erstellt werden, (vgl. Winkler2019, S.44)

ETF's gelten als besonders attraktiv, da sie sehr geringe Kosten beanspruchen, besonders im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten. ETF's sind die günstigste Form, in den Wertpapiermarkt zu investieren, (vgl. Winkler 2019, S.42f) Dazu gehe ich in 4.1 näher ein.

Ein weiterer Vorteil von ETF's ist die Flexibilität. Es können jederzeit Käufe getätigt werden. Das für Trader13, aber auch für Privatanleger attraktiv, da sie, anders als bei Festgeldkonten oder Lebensversicherungen, auf ihr Geld zugreifen können, (vgl. Winkler 2019, S.45) Oftmals werden sie aber für langfristige Investitionen genutzt.

ETF's bilden einen Index nach. Sie zählen als sehr transparent und berechenbar, weil im Internet jederzeit der Indexverlauf und somit auch die Wertentwicklung des ETF's einsehbar ist. (vgl. Stiftung Warentest 2018, S.16) Die Zusammensetzung des Fonds ist klar geregelt. Außerdem sind ETF's meistens passiv gemanagte Fonds14 und müssen deshalb nicht so oft kontrolliert werden wie aktiv gemanagte Fonds15, (vgl. Stiftung Warentest November 2019, S.21)

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Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Exchange Traded Funds (ETFs). Aktien für Faule?
Note
15 Punkte
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V990386
ISBN (eBook)
9783346352552
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aktien, ETF, Wertpapiermarkt, Wertpapiere, Fonds, Broker, Investment, börsennotierte Fonds, Indexfonds, Aktienfonds
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Exchange Traded Funds (ETFs). Aktien für Faule?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990386

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