Die revolutionäre Haltung in der Literatur des 18. Jahrhunderts am Beispiel von Schillers Frühdramen "Die Räuber" und "Kabale und Liebe"


Masterarbeit, 2015

99 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Forschungsüberblick

2. Literatur des 18. Jahrhunderts
2.1 Die Aufklärung, ein Tabubruch
2.2 Der Sturm und Drang, eine literarische Revolution

3. Zur Bedeutung des Begriffs „Revolutionär“ zu Schillers Zeiten

4. Die revolutionären Charaktere in Schillers „Die Räuber“ und „Kabale und Liebe“
4.1 Karl Moor, eine konstruktive Revolution
4.2 Franz von Moor, eine destruktive Revolution
4.3 Ferdinand, eine Rebellion gegen Ständeordnung

5. Analyse der revolutionären Haltungen deutscher Literatur im 18. Jahrhundert anhand der Beispiele „Die Räuber“ und „Kabale und Liebe“
5.1 Revolutionäre politische Haltungen
5.2 Revolutionäre soziale Haltungen
5.3 Revolutionäre religiöse Haltungen

6. Die revolutionäre Gestaltung in Bezug auf Sprache und Form
6.1 Sprache der Rebellion
6.2 Eine rebellische Form

7. Zusammenfassung und Schlusswort

8. Literaturverzeichnis

1. Forschungsüberblick

Im ersten Moment könnte man denken, dass es angesichts der vielen wissenschaftlichen Arbeiten über Schillers Schaffen risikoreich sein könnte, eine neue Studie über einen solch herausragenden deutschen Dichter und Denker in Angriff zu nehmen. Dennoch scheint mir gerade die heutige Zeit geprägt von Revolten, Kriegen und dem Schrei nach Gerechtigkeit und Freiheit wie keine andere dazu geeignet zu sein, mich mit der folgenden Arbeit einer Reihe von Fragen den sich ähnelnden Themen der damaligen Zeit zu nähern: Inwiefern war die Literatur des 18. Jahrhunderts revolutionär und was sind die für den Leser bezeichnenden Züge dieser Literatur? Alles Revolutionärpolitische dieser Epoche, alle angestrebten sozialen Reformen und auch revolutionären Gedanken über Religion sollen nun anhand von Schillers Jugenddramen "Die Räuber" und "Kabale und Liebe" hierzu analysiert werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei in der Auseinandersetzung mit dem Gedankengut der nach Freiheit und Gerechtigkeit strebenden Schriftsteller sowie mit der Idee der Rebellion und Revolution und den revolutionären Werken und deren revolutionären Protagonisten. Die aus der literarischen Epoche Sturm und Drang stammenden Werke spiegeln die revolutionäre Haltung eines revolutionären Dichters wider. In den beiden Dramen fasst der junge Schriftsteller den reformerischen Geist und das Denken eines ganzen Jahrhunderts sowie das Leben der ehemaligen Gesellschaft mit all ihren Problemen und Sorgen zusammen. Am 23. Februar 1793 schreibt Schiller einen Brief an seinen Freund Körner, in welchem er seine Wut zum Ausdruck1 bringt: „Was sprichst Du zu den französischen Sachen? Ich habe wirklich eine Schrift für den König schon angefangen gehabt, aber es wurde mir nicht wohl darüber, und da ligt sie mir nun noch da. Ich kann seit 14 Tagen keine Französische Zeitungen mehr lesen, so ekeln diese elenden Schindersknechte mich an.“2 Hier weist Schiller auf die am 21. Januar 1873 vollstreckte Hinrichtung des französischen Königs hin. Dieses Datum „bezieht sich auf ein weltgeschichtliches Ereignis von weitreichendem Ausmaß, das man in Europa mit Erschrecken aufgenommen hatte. Die Revolution war mit diesem Ereignis in eine Phase radikalen Denkens und Handelns eingetreten.“3 Maximilien Robespierre4 und auch andere Abgeordnete vertreten die Ansicht, „daß [!] die einzige mögliche Beziehung zwischen einem Volk und einem Tyrannen der Widerstand ist“.5 Nach Robespierres Auffassung ist die Hinrichtung des französischen Königs „der Vollzug einer Todesstrafe, kein Tyrannenmord.“6 Schiller – so wie zahlreiche Autoren seiner Zeit – waren entsetzt über diesen Tötungsakt. In einem anderen Brief an Körner schreibt Schiller:

Kaum kann ich der Versuchung widerstehen, mich in die Streitsache wegen des Königs einzumischen und ein Memoire darüber zu schreiben. Mir scheint diese Unternehmung wichtig genug, um die Feder eines Vernünftigen zu beschäftigen; und ein deutscher Schriftsteller, der sich mit Freiheit und Beredsamkeit über diese Streitfrage erklärt, dürfte wahrscheinlich auf diese richtungslosen Köpfe einigen Eindruck machen.7

„Schiller steht unter dem Eindruck des revolutionären Terrors. Wie vielen anderen gilt auch ihm die Enthauptung des Königs als das entscheidende Ereignis, das den Umschlag von Vernunft und Freiheit in blutige Gewalt besiegelt und die Ideen der Revolution unter sich begraben hat.“8 Die Zeit um 1780 ist geprägt vom großen geistigen und politischen Wandel, an dem sowohl in Frankreich als auch in England mehrere Staatsdenker und Philosophen wie Montesquieu, Rousseau, Hume und Locke teilnehmen, und „daß [!] der letztere mit seiner Staatslehre sehr stark auf die amerikanische Unabhängigkeitserklärung eingewirkt hat, ist bekannt.“9 In den "Briefen über Don Karlos" hat Friedrich Schiller diesen Zeitraum beschrieben. In einem seiner Briefe heißt es10: „Der Zeitpunkt, wo er sich bildet, ist allgemeine Gärung der Köpfe, Kampf der Vorurteile mit der Vernunft, Anarchie der Meinung, Morgendämmerung der Wahrheit – von jeher die Geburtsstunde außerordentlicher Menschen.“11 Auch die sich weiterhin verschlechternde politische, wirtschaftliche und soziale Lage, Unterdrückung und Ungerechtigkeit, Trägheit und Feigheit der Untertanen begeistern den jungen Schiller dafür, gegen Tyrannei und Unrecht zu kämpfen und seinen revolutionären Haltungen und Gedanken Worte zu verleihen, in der Hoffnung, dass eine Verbesserung geschehen möge und das Leid des Volks gemindert sein. Literatur und Philosophie erleben im 18. Jahrhundert eine Blütezeit, was im zweiten Kapitel detailliert dargestellt wird. In diesem Zeitalter sind nun besonders zwei literarische Strömungen zu beobachten, die Aufklärung und der Sturm und Drang. Im dritten Kapitel befasse ich mich mit der Bedeutung des Wortes Revolutionär zu Schillers Zeiten. Hier wird die Frage beantwortet, welche reformerischen Ideen und Gedanken zu dieser Zeit als revolutionär anzusehen sind und wer als Revolutionär zu dieser Zeit zu bezeichnen ist. Die Figuren, welche die revolutionären Haltungen der Schriftsteller und Denker des 18. Jahrhunderts verkörpern, werden im vierten Kapitel aufgeführt. Anhand von Schillers Dramen werden seine revolutionären politischen, sozialen und religiösen Haltungen im fünften Kapitel dargestellt. Das sechste Kapitel setzt sich mit der Sprache und der Form in Schillers Werken auseinander, welche auch die Idee der Revolution, die Idee der Rebellion und der Freiheit widerspiegeln.

2. Literatur des 18. Jahrhunderts

Geprägt war das18. Jahrhundert von der Aufklärung, die ein neues Bewusstsein in einem von Unwissenheit, Aberglauben, Vorurteile, Furcht und Despotismus bestimmten Zeitalter12 mit sich brachte. Die Philosophie und Literatur der Aufklärung sagten der Kirche mit „revolutionären Aufrufen, Monumentalwerken, Flugschriften, Gedichten und Bühnenwerken, verfaßt [!] in der Sprache der Ungelehrten, in der Sprache des Bürgertums“13 den Kampf an und rüttelte an deren Fundamenten. Von den Ketten der Kirche, Staatsordnungen und den „alten Lehrmeinungen“14 befreiten sich die Vertreter der Aufklärung15, das rationale Denken diente als einzige Erkenntnisquelle16, „Religion, Naturanschauung, Gesellschaft, Staatsordnung, alles sollte sein Dasein vor dem Richterstuhl der Vernunft rechtfertigen oder aufs Dasein verzichten“17. Kennzeichnend für die Epoche der Aufklärung waren die schonungslose, scharfe Kritik an der sich weiterhin verschlechternden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage18 und das Hinterfragen aller religiösen, scholastischen und dogmatischen Weltbilder.19 Alles, was bis zu dieser Zeit als Wahrheit betrachtet wurde, wurde in Zweifel gezogen. „Die Aufklärung war gleichsam die Inthronisation des Menschen auf Gottes Richterstuhl“.20 Von nun an galt es, gegen Unrecht, Unterdrückung, Sklaverei etc. anzukämpfen durch Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und unveräußerliche natürliche Rechte des Menschen.21 Eine zunächst in England auftauchende Gruppe von akademisch ausgebildeten, aus dem Bürgertum stammenden Menschen, die revolutionäre politische, religiöse und soziale Ideen vertraten, setzte sich zu dieser Zeit für das Bild des tugendhaften, tätigen, gesellschaftlich wirksamen Menschen ein.22 Dadurch, dass das Selbstbewusstsein des Einzelnen gefestigt und die Fesseln der religiösen Bevormundung abgestreift wurden, konnte man auf revolutionäre Weise in allen europäischen Ländern gegen soziale Ungerechtigkeit, Herrschaftsformen und alles Alte Sturm laufen, was die Entstehung des Bewusstseins des Plebses23 und des Jakobiners24, das Erstürmen der Bastille und damit den Ausbruch der Französischen Revolution zur Folge hatte25, deren Ideale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit waren.

Die nach Friedrich Maximilian Klingers (1752-1831) Drama "Sturm und Drang" benannte literarische Epoche trug die Fackel ihres Befreiungskampfes, ihres Kampfes gegen Unmündigkeit und Ungleichheit weiter. Von Gottfried August Bürger (1747-1794), Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Friedrich von Schiller (1759-1805), Johann Gottfried von Herder (1744-1803) und Friedrich Maximilian Klinger (1752-1831) vertretend, protestierte der Sturm und Drang gegen die absolutistische Herrschaft, „höfische Welt des Adels“26, miserables Arbeitsleben des Bürgertums und ging radikal gegen altüberlieferte Tradition in der Literatur vor.27 Nicht der Dichter, der äußerst gebildet ist und Werke in allen literarischen Formen schreiben kann, sondern „das Genie“28, welches sich selbst seine Regel zum Schaffen literarischer Werke erstellt, wurde von den Stürmern und Drängern zum Ideal erhoben.29 In der Epoche des Sturm und Drang war die Natur der „Inbegriff des Ursprünglichen, Elementaren, Göttlichen und war nicht mehr das vernünftig Geordnete wie in der Aufklärung.“30 „Eine junge literarische Generation“31 begehrte sich gegen alle Hindernisse auf, die ihr im Wege standen und „sich ihren Lebensansprüchen entgegenstellten“32. In ihren Werken kam ein „ungeduldiger Wille“33 zum Ausdruck, „verschlossene Pforten“34 aufzusprengen, alles Alte, alles Vergangene zu zerstören und Neues zu schaffen. Revolutionäre Haltungen prägten das 18. Jahrhundert. Alle sprachlichen und stilistischen Fesseln, alle thematischen und formalen Fesseln wurden im 18. Jahrhundert gesprengt.

2.1 Die Aufklärung, ein Tabubruch

In England trat die Aufklärung zutage, wo die bürgerliche Revolution in der Mitte des 17. Jahrhunderts einen wesentlichen Anstoß zur Entwicklung der Ideologie des Bürgertums gab.35 Neue, revolutionäre Gedankenrichtungen und Methoden wurden sowohl in der Philosophie als auch in den Naturwissenschaften zur Entfaltung gebracht, die einen machtvollen Impuls dazu gaben, Religion und Offenbarung heftig anzugreifen.36 Der 1561 in London geborene37 und als „Stammvater des englischen Materialismus und aller modernen experimentierenden Wissenschaften“38 bezeichnete englische Philosoph und Staatsmann Francis Bacon (1561-1626) trat der scholastischen Philosophie entgegen und war bestrebt, die Wissenschaft aus dem Joch der Religion zu befreien. Bacon vertrat die Ansicht, man könne nur durch Experimente und Erfahrungen Erkenntnisse erwerben.39 Durch die von ihm in dessen Werk "Novum Organum scientiarum" entwickelte Methode erhoffte er sich, die Wissenschaft zu reformieren.40 Die auf ihn zurückgehende Idolenlehre besagt, dass die in unserem Verstand verankerten falschen Vorurteile uns daran hindern, zur Erkenntnis zu gelangen.41

Bacons revolutionäre Philosophie42 ist „eine Loslösung von allen philosophischen Traditionen, auf die seine Zeit zurückblickte.“43 Die Verehrung des griechisch-römischen Altertums und dessen Errungenschaften war seines Erachtens ein großes Hemmnis dafür, in den Wissenschaften Fortschritte zu erzielen.44 Im Laufe der englischen Revolution entwickelte der englische Staatstheoretiker und Philosoph Thomas Hobbes die Theorie von Bacon weiter, er aber „verwarf Bacons Unterscheidung zwischen einer sterblichen fühlenden und einer unsterblichen rationalen Seele, die ihren Ursprung Gott verdankt, und fordert die vollständige Verbannung der Theologie aus der Philosophie“.45 Die Philosophie solle nur auf einen körperlich existierenden, wirklich begreifbaren Gegenstand angewendet werden, welcher sich mit physikalischen Grundregeln erklären lasse.46 Hobbes’ Werke, "The elements of law, natural and politic" (Die Anfangsgründe des Natur- und Staatsrechts, 1640), "De cive" (Vom Bürger, 1642) und "Leviathan" (Ungeheuer, 1651), brachten eine neue Phase zur Entwicklung der Naturrechtstheorie in Gang. Hobbes' Staatstheorie hat zum Inhalt, dass der „Selbsterhaltungstrieb“47 jedes Menschen „den Krieg aller gegen alle“ verursacht. Die friedliche Koexistenz der Menschen könne nur in die Tat umgesetzt werden, falls eine Gesellschaftsordnung vorliegt, in der der Staat das kollektive Wollen vertritt und über die Individuen Macht ausübt.48

Mit der in seinem Werk "Philosophiae naturalis principia mathematica" formulierten Gravitationstheorie erklärte Isaac Newton (1642-1727) der Metaphysik und der Scholastik den Krieg.49 In gegen Ende der Glorious Revolution erschienenem50 "An essay concerning human understanding" (Über den menschlichen Verstand) brachte John Locke (1632-1704) Argumente für den englischen Empirismus vor und kritisierte die von Descartes aufgestellte Lehre der angeborenen Ideen51. Lockes’ „sensualistische Erkenntnistheorie wurde zu einem Grundpfeiler der Aufklärungsphilosophie“.52 In dem von John Locke 1689 anonym veröffentlichten und sein revolutionäres Gedankengut enthaltenden Werk „Two Treatises of Gouvernement“ (Zwei Abhandlungen über die Regierung) entwickelte er „die Naturrechtstheorie im Sinne der Bestrebungen der liberalen englischen Bourgeoisie“.53

Im Folgenden werden die von John Locke aufgestellten, bedeutsamen Konzeptionen vorgestellt. Der in seinem Werk konzipierte Naturzustand des Menschen ist voller Freiheit und Gleichheit, das heißt jeder Einzelne befindet sich im Naturzustand in Freiheit und kann über sich selbst und sein Eigentum entscheiden. Der im Naturzustand lebende Mensch soll das Naturgesetz einhalten, indem er die Freiheit und das Leben anderer nicht stört und den Besitz anderer nicht beeinträchtigt. Das Naturgesetz wird dann gebrochen, wenn dies aus Eigennutz getan wird. Im Gegensatz zu Hobbes sah Locke, dass der Mensch von Natur aus gut ist. Der Staat wird nach Locke nur deswegen aufgebaut, „um die Naturrechte des Naturzustandes, zu denen für ihn vor allem das Recht auf Eigentum gehört, zu sichern“. Gegen die Moral der monotheistischen Religionen, insbesondere die christliche, wandte sich die englische Ethik, welche von Bernard de Mandeville (1670-1733) und vom Grafen von Shaftesbury (1671-1713) vertreten wird.54 In "The Fable of the bees: or Private Vices, Public Benefits" (Die Bienenfabel, oder Private Laster als öffentliche Vorteile, 1714) erbrachte Mandeville den Nachweis dafür, dass reiche Leute, Geistliche und Politiker „Egoisten sind, die nur heuchlerisch ihren Egoismus unter dem Mantel der Tugend verbergen“.55 Mandeville zog den Schluss, dass die christliche Moral den Egoismus fördert.56 Die Idee der Volkssouveränität57, auf der die neu entstandenen Formen von Staatsstruktur beruhen, entwickelte sich im Rahmen der bürgerlichen Revolution.58 In dem von Johannes Althusius (1557-1638) verfassten Werk "Bücher über Politik", aus dem die revolutionärste Äußerung seiner Zeit zitiert wird: „Lieber einem gottlosen König ins Gesicht spucken, als seinen Befehlen gehorchen“59, kommt das Prinzip der Volkssouveränität besonders zum Ausdruck.60 Nur das Volk kann nach Johannes Althusius über „die oberen Rechte“61 verfügen.62 Mit dem Wort „Volk“ meinte er, nach vielen holländischen Politiktheoretikern, jedoch wohlhabende Klassenvertreter.63

Althusius bedauerte die unterdrückte und vom politischen Leben ausgeschlossene Bauernschaft.64 Dies lässt sich als eine implizierte Kritik an der politischen und sozialen Ungleichheit in der damaligen Gesellschaft ansehen. Der 1632 in Amsterdam geborene niederländische Philosoph Benedikt Spinoza (1632-1677) spielte eine ausschlaggebende Rolle dabei, dass sich die Philosophie seines traditionellen Mantels entkleidete. Die von Spinoza entwickelte Philosophie richtete sich gegen die feudalistische scholastische Philosophie.65 In seinem Hauptwerk "Die Ethik" setzte sich Spinoza, wie die meisten Denker seiner Zeit, mit Gesellschaft und Staat auseinander. Das Vorhandensein vom Staat ist, nach Spinozas Auffassung, „nicht auf Grund sozialökonomischer Prozesse, sondern geht aus dem Gesellschaftsvertrag hervor, da es notwendig eine Gewalt und Gesetzesnormen geben muß[!]“66, die das heftige und stürmische Verhalten der Menschen und deren Begehren zügeln.67 Spinoza vertrat eine monistische68 Weltanschauung. Seiner Meinung nach ist nur eine Substanz in der Welt zu finden, und zwar die Natur.69 Von diesem Standpunkt bezeichnete Spinoza die Natur als Gott, da sie aus sich selbst heraus geschaffen sei. Spinoza kritisierte die Religion sehr scharf, indem er Fragen nach deren Ursprung und deren Rolle in der Gesellschaft aufwarf. Die Art und Weise, wie die Theologen den Beweis dafür zu liefern versuchten, dass Religion wahr sei, betrachtet er als verwerflich.70

Wegen seiner revolutionären, gegen Religion gerichteten Kritik nahmen die Kirchenanhänger die Verfolgungen des niederländischen Philosophen auf, besonders, als er die Heilige Schrift als nicht von Gott offenbart bezeichnete.71 Die kämpferische Auseinandersetzung des erstarkenden und selbstbewussteren Bürgertums mit der feudalabsolutistischen Monarchie im 18. Jahrhundert verlieh der Aufklärung in Frankreich zusätzliche Impulse. Der französische Philosoph und Schriftsteller Pierre Bayle (1647-1706), der das Werk "Dictionnaire historique et critique" (Historisch-kritisches Wörterbuch) verfasste, das als eines der wichtigsten Werke der Zeit der Aufklärung gilt, gab zu bedenken, dass ein Atheist ehrenhaft sein kann, dass er sich so benehmen kann, wie es Moral und Sitte verlangt72 und dass „sich der Mensch nicht durch den Atheismus, sondern durch den Aberglauben und den Götzendienst herabwürdigt“73. François-Marie Arouet de Voltaire (1694-1778) war „nicht nur Philosoph und Dichter, er war zugleich ein unermüdlicher Agitator und Kämpfer“74. Voltaire setzte sich für den Kampf um „die Befreiung der Menschheit von feudaler Knechtschaft und Standesprivilegien, von administrativer Willkür und einem unmenschlichen Gerichtswesen, von Zensur und Verfolgung, von kirchlicher Intoleranz und Aberglauben“75 ein. In De l ’ esprit de lois (Vom Geist der Gesetze 1755) kam Charles de Secondat de Montesquieu (1689-1755) darauf zu sprechen, dass „das Bündnis zwischen der Magistratur (der Richterschaft) und der Krone, das mit dem Aufstieg der Monarchie zur Absolutistischen Staatsmacht zerbrochen war“76, restauriert werden musste. Der französische, adlige Philosoph setzte sich gegen die Zentralismusbestrebungen des „monarchischen Despotismus“77 zur Wehr. „Alles wäre verloren, wenn ein und derselbe Mann oder dieselbe Körperschaft der Fürsten, des Adels oder des Volkes diese drei Gewalten ausübte: Gesetze zu erlassen, sie in die Tat umzusetzen und über Verbrechen und private Streitigkeiten zu richten“78, schrieb er in dessen Hauptwerk über die Lehre der Gewaltenteilung zwischen den drei Gewalten, nämlich der Legislative, der Exekutive und der Judikative. Dadurch sollte verhindert werden, dass die Macht durch die Herrschenden missbraucht wird, und sie somit auch niemanden der Freiheit berauben können.

„Montesquieu unterteilt in diesem Modell nicht nur die Gewalten in die drei bekannten Teile[···] , sondern die Gesellschaft in die sozialen Kräfte des gemeinen Volkes, Adels und Monarchen“79. Der deutsche Philosoph und Wissenschaftler Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) wurde durch mehrere Veröffentlichungen bekannt und prägte die moderne Philosophie. Entscheidend beeinflusste er die deutsche Philosophie, die Anfang des 18. Jahrhunderts „den französischen Rationalismus und den englischen Empirismus zu verbinden strebte“80. Leibniz kämpfte gegen Hexenwahn und Folter und um die Toleranz gegenüber anderen Konfessionen.81 In dem 1784 von ihm geschriebenen Essay "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung" gab der deutsche Philosoph Emmanuel Kant (1724-1804) eine Antwort auf die vom Pfarrer Johann Friedrich Zöllner gestellte Frage82 „Was ist Aufklärung?“ mit der folgenden Äußerung83: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“84 Unmündigkeit bedeutet hierbei „das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen“85. Die Aufklärung ist in Kants Augen das Mittel, um dem Menschen einen Weg zur Mündigkeit zu ermöglichen. Sie ist die „Mündigkeitserklärung der bürgerlichen Vernunft“86. „Die Aufklärer versuchten also, Licht ins Dunkel des unmündigen menschlichen Verstandes zu bringen.“87 Aufgrund des von ihm geschriebenen und seine revolutionäre Haltung gegen den Teufelsglauben enthaltenden Werkes "Die bezauberte Welt" (1691) wurde der deutsch-niederländische Philosoph Balthazar Bekker (1634-1698) aus seinem Amt als Geistlicher entlassen und von der Orthodoxie geächtet.88 In seinem Buch erklärte Bekker die Macht des Teufels für nicht zutreffend89 und verlangte lautstark „dem Teufel seine Macht zu rauben und ihn von der Erde in die Hölle zu verbannen“90. In seinem Werk "Über den Zustand des Deutschen Reiches" brachte Samuel Pufendorf den Mut auf, die soziale, politische und wirtschaftliche Situation zu kritisieren.91 „Er fordert z. B. die Aufhebung der geistlichen Fürstentümer und des Jesuitenordens“.92 Dem Gottesgnadentum der Monarchen setzte er „die Lehre des Staates aus dem Naturrecht und dem Gesellschaftsvertrag“93 entgegen. Der deutsche Jurist und Philosoph Christian Thomasius (1655-1728) lehnte die Lehre vom Gottesgnadentum der absolutistischen Monarchen ab und hob hervor, dass das Volk den Monarchen ihre Macht gibt94. „Aberglauben und Unvernunft erschienen ihm weit gefährlicher als Atheismus“95. Die Philosophie der Aufklärung widersprach der Behauptung, die Offenbarung sei die einzige Erkenntnisquelle.96 Die im 17. Jahrhundert innerhalb der protestantischen Kirche entstandene Reformbewegung, der Pietismus97, stellte die Fundamente der evangelischen Orthodoxie infrage. Dadurch schwächte er deren Stellung und bereitete das Feld für die Aufklärung.98 Der Deismus trat in der Zeit der Aufklärung in Erscheinung.

Die Deisten waren der Auffassung, dass Gott zwar die Welt geschaffen habe, jedoch keinen weiteren Einfluss mehr auf sie ausübe. Mit seinen Ansichten löste der Deismus das Denken vom mittelalterlichen religiösen Denksystem los.99 Die Wurzeln der französischen Aufklärung sind auf René Descartes’ Aussage „Cogito, ergo sum“ (Ich denke, also bin ich.) zurückzuführen, die „die Erprobung des rein analytischen Denkens“100 einleitete.101 Den allergrößten Wert legte Descartes (1596-1650) auf die Vernunft. Die pädagogischen Bestrebungen der neu entstandenen geistigen Strömung lassen sich in den damals erscheinenden großen Enzyklopädien erkennen, die darauf bedacht waren, das Wissen dieser Zeit zu sammeln und auszubreiten. In Frankreich wurde von Diderof und d’Alembert die auf Französisch geschriebene Enzyklopädie "Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers" veröffentlicht, in England erschien die "Encyclopaedia Britannica" und in Deutschland das "Große vollständige Universal-Lexikon Aller Wissenschaften und Künste".102 Durch Kunst und Literatur versuchte das aufstrebende und „sich als Klasse formierende“103 Bürgertum die ökonomisch, sozial und politisch schwierige Wirklichkeit in Deutschland zu besiegen und sagte sich von der höfischen Dichtung des Mittelalters los. Die neugeschaffene Literatur zielte auf die bürgerliche Gesellschaft und die unteren, ausgebeuteten Stände. Themen und Sujets aus dem durch Not, Elend, Arbeitslosigkeit und Geldsorgen besti mmten alltäglichen Leben des einfachen Volkes behandelten die aufklärerischen Werke, indem sie die Lage des Landes genau und kritisch analysierten und moralische Idealnormen propagierten. Die Satire 104 , welche sich zu dieser Zeit großer Beliebtheit erfreute, herrschte fast in allen literarischen Gattungen vor. 105 Der deutsche Schriftsteller und Dramatiker Christian Weise (1642-1708) berührte in seinen Dramen viele interessante Probleme aus dem bürgerlich tristen Alltag u nd trug mit seiner Lyrik, in der er heikle und beim Volk beliebte Themen ansprach, mit seinen Schuldramen und satirischen Schriften zum Schaffen eines bürgerlichen Theaters bei.106 Auch Christian Reuter (1665-1712), welcher sich „seinen Stoff aus der Erlebnissphäre des Leipziger Kleinbürgertums und dem Skandalchronik des Dresdner Hofes“ auswählte, stellte mit seinen satirischen Lustspielen "Schlampampe" und "Graf Ehrenfried" und seinem Schelmenroman "Schelmuffsky" „die bürgerliche Großmannssucht“107 und „die aristotelische Borniertheit“108 an den Pranger und erweiterte mit seiner Gesellschaftskritik die Literatur dieser Zeit wesentlich. Eine Satire auf den Kampf zwischen der Geistlichkeit, der Bürgerschaft und dem Senat, "Das verwirrte Haus" 1704, schrieb Barthold Feind (1678-1721).109 In seiner vom Konventionellen abweichenden Lyrik stand Johann Christian Günther (1695-1723) der Existenz Gottes und der Offenbarungsreligion mit großer Skepsis gegenüber und befürwortete ein „bürgerlich-selbstbewusstes irdisches Leben“110. Von den Hofdichtern, wie Friedrich Rudolf Ludwig von Canitz (1654-1699), Johann von Besser (1654-1729), und den Bettelpoeten nahmen die Dichter des 18. Jahrhunderts Abstand.111 Der Erzfeind der damaligen Literatur waren die feudalabsolutistischen und klerikalen Zensurbehörden, die eine scharfe Zensur gegen literarische Veröffentlichungen ausübten, weshalb viele Bücher anonym und ohne Verlagsangaben veröffentlicht wurden. Eine große Anzahl von moralischen Wochenschriften wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ins Leben gerufen. Die von Johann Mattheson (168-1764) gegründete Zeitschrift "Der Vernünftler" war die erste Moralische Wochenschrift in Deutschland. 112 Die Moralischen Wochenschriften Hamburgs, "Der Vernünftler" und "Der Patriot", beeinflussten die später gegründeten Zeitschriften "vernünftige Tadlerinnen" und "Biedermann".113 Durch die von Christoph Friedrich Nicolai (1733-1811) herausgegebene Zeitschrift "Briefe, die Neuste Literatur betreffend" wurde die Literatur verbreitet, untersucht und kritisiert.114 Die Zeit von 1720 bis 1750 wird als Gottsched-Phase der deutschen Aufklärungsbewegung bezeichnet. Dabei versuchte Johann Christoph Gottsched (1700-1766), das Theater mit seinen Moralischen Wochenschriften, seinem theoretischen Werk "Versuch einer critischen Dichtkunst" und seinen dramatischen Mustern als auch mit seiner Bemühung, Literatur und Schauspielkunst zu vereinen, zu reformieren. In "Versuch einer critischen Dichtkunst" stellte Gottsched Regeln zur Anfertigung lyrischer, epischer und dramatischer Werke auf.115 Die Handlung eines Gedichtes muss nach Gottscheds Ansicht die Natur, die Wirklichkeit möglichst getreu darstellen (Mimesis) und darf „mit seiner Darstellung das Wahrscheinliche nicht überschreiten.“116 Die im Laufe der Geschehnisse erscheinenden Götter findet er nicht glaubwürdig und sollen aus dem Drama gestrichen werden. Die Ständeklausel und die aristotelischen drei Einheiten (Ort-Zeit-Handlung) erhielt Gottsched aufrecht.117 „Das Menschen- und Gesellschaftsbild dieser Phase beschränkte sich wegen einer begrenzten Geschichts- und Gesellschaftskonzeption der Schriftsteller weitgehend auf Analyse und Entwurf nach ethischen Prinzipien.“118 Die verstärkte Tendenz zur Säkularisation in der Literatur bereitete den klaren Bruch mit der theoretischen Gegenüberstellung von Tugend und Laster und „die offene, aus Erfahrung gewonnene und errungene Absage an feudalabsolutistische Verhältnisse und an Erscheinungen des religiösen Lebens“119. In den Jahren von 1750-1770 (Lessingphase) erreichte die Aufklärung ihren Höhepunkt. Zum ersten Mal wurde die Literatur als Mittel im sozialen und geistigen Befreiungskampf eingesetzt.120 Die Hauptvertreter dieser Phase waren Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) und Christoph Martin Wieland (1733-1813). Die bürgerliche Leserschaft begann zu existieren und das Bibliothekswesen nahm an Bedeutung zu. Lessing kritisierte Gottscheds Ständeklausel und hielt sie für „ein verhängnisvolles Zugeständnis an die feudalabsolutistische Ordnung“. Kritik wird nicht nur durch die gnadenlose Entschleierung der negativen, lasterhaften Seite von Menschen geübt, sondern wohl auch durch positive Ausmalung der Tugenden, was Lessing durch sein in fünf Aufzügen verfasstes und am 13. März 1772 uraufgeführtes bürgerliches Trauerspiel „Emilia Galotti“ bewies.121 Die jüngere Literaturgeneration überwand die dogmatische Regel- und Normpoetik, dies machte es möglich, dass sich der Schriftsteller für „literaturgesellschaftlich Wirksame und bewährte literarische und publizistische Formen“ entschied. Das Wiederaufgreifen literarischer traditioneller Motive lässt sich auf „die Suche nach gesellschaftlich relevanten und deutbaren Gestaltungsweisen“122 zurückführen. Lessing übernahm beispielsweise in seinem bürgerlichen Trauerspiel "Emilia Galotti" (1772) die vom römischen Historiker Titus Livius überlieferte Legende der Römerin Virginia, die von ihrem Vater umgebracht wird, um sie vor der Gewalttat des Decemvirn Appius Claudius zu schützen.123 In seinem politischen Stück stellte Lessing den Konflikt zwischen dem Bürgertum und dem Adel dar und kritisierte die Willkür und die Unterdrückung durch die damaligen Monarchen. Lessing bemängelte am Beispiel von Emilia „die Unmündigkeit des Bürgertums“124: Emilia ist nicht fähig, sich für oder gegen etwas zu entscheiden, deswegen ist sie dem Prinzen und seinen Eltern zu Willen. 1755 erschien das erste deutschsprachige, von Lessing geschriebene bürgerliche Trauerspiel "Miß Sara Sampson". Das zentrale Motiv in Lessings Trauerspiel ist die Bindung zwischen Familiengliedern, welche sich trotz „moralischer Verfehlungen“125 nicht abreißen lässt. Lessing hatte die Absicht, „beim Publikum Mitleid mit den handelnden tugendhaften Personen zu erregen und dadurch eine Besserung des Charakters“ 126 zu bewirken. Die von Horaz formulierte Ständeklausel verlor im Drama des 18. Jahrhunderts nach und nach an Bedeutung.127 Lessing hatte in seinem Werk "Hamburgische Dramaturgie" „das Problem der Katharsis“128 zum Gegenstand. Nach Aristoteles sollte durch Schrecken und das Miterleben von melancholischem Schicksal und Leid des Helden Furcht und Mitleid erregt und damit der Mensch von „Leidenschaften“ gereinigt werden. „Lessing sah in der Katharsis eine Umwandlung von Mitleid und Furcht in tugendhafte Fertigkeiten, d. h. das Drama sollte die Möglichkeit zu moralisch verantwortlichem Handeln zeigen.“129 Als eines der wichtigsten Werke in der Zeit der Aufklärung gilt das in Balkanversen verfasste Drama "Nathan der Weise" (1779). Die handelnden Protagonisten vertreten die drei monotheistische Religionen, nämlich den Islam, das Judentum und das Christentum. Mit der berühmten Geschichte der Ringparabel beantwortete Nathan Saladins Frage nach der besten Religion. In "Nathan der Weise" thematisierte Lessing wichtigste Leitideen der Aufklärung: den Humanismus und den Toleranzgedanken.130 Im Zeitalter der Aufklärung gewann neben dem Drama der Roman eine besondere Bedeutung. Mit dem von Christoph Martin Wieland (1692-1752) geschriebenen Roman "Geschichte des Agathon" begann die Tradition des Bildungsromans in Deutschland.131 Im Vordergrund des 1766 erscheinenden Romans steht die Einzelperson, Agathon, dessen Charakter sich im Laufe der Geschichte so entwickelt, dass „ein harmonisches Verhältnis von Charakter und Willen“132 hervorgerufen wird. Dargestellt wird das Individuum im Kampf ums Dasein, ums Überleben. In dem Roman erfährt Agathon „alle Stufen der menschlichen Existenz“133 am eigenen Leib. Das Motto des Romans lautet: „quid virtus et quid sapientia possi“134. Ins Deutsche übersetzt, bedeutet dies „was die Tugend und was die Weisheit vermag“135. Kleine literarische Formen beteiligten sich auch am Kampf gegen Unmündigkeit. Die von Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769) angefertigte Fabel umfasst die unschätzbaren Vorteile der Fabel136:

Du fragst, was nützt die Poesie?

Sie lehrt und unterrichtet nie.

Allein, wie kannst du doch so Fragen?

Du siehst an dir, wozu sie nützt:

Dem, der nicht viel Verstand besitzt, Die Wahrheit, durch ein Bild, zu sagen.137

Der Aphorismus hatte in der Zeit der Aufklärung eine sehr bedeutende pädagogische Rolle. Der 1742 in Ober-Ramstadt geborene Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) schuf die Grundlage für die Entwicklung des deutschsprachigen Aphorismus. In der Zeit der Aufklärung wurde dem Dichter die Stellung eines „unfehlbaren Sittenlehrers“138 gegeben.

Die Romantiker sahen, dass die Gesellschaft im 18. Jahrhundert „vom Gewinnstreben und vom bloßen Nützlichkeitsdenken des beginnenden industriellen Zeitalters“ bestimmt war.139 Der deutsche Schriftsteller Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776-1822) kritisierte in der 1816 veröffentlichten Erzählung "Der Sandmann" die Aufklärung. Durch den in der Erzählung handelnden Automaten-Menschen Olimpia zeigte er, welche Folgen es haben kann, wenn man „nur seinen Verstand folgt und dabei das Ethische“140 vernachlässigt.141 In Anbetracht dessen, dass der Faschismus fast in allen Europäischen Ländern einen deutlichen Sieg errang und seine politische Macht festigte, übten die Philosophen Theodor W. Adorno (1903-1969) und Max Horkheimer (1895-1973) heftig Kritik an der Philosophie der Aufklärung und deren Hauptterminus Vernunft.142 In "Dialektik der Aufklärung" stellten sie die These auf, dass mit dem Sichbehaupten des Individuums in seiner Umwelt und der „Bewältigung der Lebensnot des Menschen“143 eine „Instrumentelle Vernunft“144 sich durchsetzen könne, die die absolute Kontrolle über die „innere und äußere Natur“145 ausübe.146 „Aufgrund dieses "Herrschaftscharakters" der Vernunft sei die Aufklärung in Mythologie zurückgeschlagen“147. Der „Instrumentellen Vernunft“148 und dem „blinden Fortschrittsglauben“149 traten Adorno und Horkheimer entgegen. Die Autoren äußerten Kritik an der „rätselhaften Bereitschaft der technologisch erzogenen Massen, in den Bann eines jeglichen Despotismus zu geraten“150 und sich antidemokratischen und totalitären Regimen und Ideologien zu stellen.151 Die Aufklärung habe nach Adornos und Horkheimers Auffassungen es zur Folge, dass „die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt“152. „Der Fortschrittwird destruktiv; statt Befreiung von den Zwängen der überwältigenden Natur wird Anpassung an die Technik und das Marktgeschehen gefordert, an die Stelle der befreienden Aufklärung aus der Unmündigkeit tritt das wirtschaftliche und politische Interesse, das Bewusstsein der Menschen zu manipulieren. Aufklärung wird zum Massenbetrug.“153 Die Aufklärung führte die Menschheit zu grausamen Weltkriegen, welche die Welt völlig verwüsteten. Dabei wurde viel Blut vergossen, sehr viele Soldaten fielen und unzählige Zivilisten kamen ums Leben.154 Vernunft wird zu stark betont. Die schwachen und unvernünftigen Menschen wurden an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die Pluralität in der Gesellschaft wird nicht beachtet155.

2.2 Der Sturm und Drang, eine literarische Revolution

Als eine „ästhetisch-literarische Revolution“156 gilt der Sturm und Drang, der sich trotz der kurzen Dauer als äußerst wichtig für die weitere Entwicklung der deutschen Dichtung herausstellt.157 Die auch als „Geniezeit“158 bezeichnete literarische Strömung war Bestandteil der Auseinandersetzung zwischen „dem kleinfürstlichen Feudalismus, der verengten deutschen Form des europäischen nationalstaatlichen Absolutismus, und dem Bürgertum“159, das seine Angst überwand und aus den Ideen der Aufklärung sehr viel Mut zog.160 In Sturm-und-Drang-Dramen stammen viele Helden aus dem Adel, denken aber „bürgerlich“161, verhalten sich wie Bürger und fühlen sich dem Bürgertum und der Plebs zugehörig.162 „Diese Adelsutopie beruhte einmal auf der Tatsache, daß es, wenn auch nur relativ wenige, solche Adlige gab, zum anderen auf der Hoffnung, daß es sie geben möge.“163 Das besonders beachtliche Identifizieren mit der Unterschicht führte zu „einer in der bürgerlichen Literatur einmaligen Volksverbundenheit“164.165 Dies ermöglichte es den Schriftstellern Goethe und später Schiller, „den physischen Untergang ihrer Helden unter dem Aspekt eines triumphierenden Zukunftssieges, einer strahlenden Perspektive“ zu gestalten166, was durch die Wahl von Helden einen Weg eröffnete, den feudalabsolutistischen Gegner zu bekämpfen.167 Der in den meisten Dramen mächtig dargestellte Gegner verurteilt den Helden, welcher „weder ein Verbrecher noch ein Heiliger sein darf“168, zum Tode. Das qualvolle Sterben des Helden wird „zu einem Fanal gesellschaftlich-moralischer Überlegenheit und zukünftigen Sieges“169. Der „Selbsthelfer“170 ist ein wichtiger Typus in der Literatur des Sturm und Drang, er ist einer, der gegen Gefahren mutig kämpft, mit aller Kraft seine Rechte verteidigt, „bei dem Denken und Handeln eine Einheit bilden, der Herr über seine geistigen, seelischen und körperlichen Kräfte ist, der sich selbst treu bleibt und sich nicht scheut, gegen eine ganze Welt anzutreten“171. Die Eigenschaften eines Selbsthelfers weist zum Beispiel Goethes Dramenfigur Götz von Berlichingen auf.172 „Dieser Selbsthelfer wird nun in Goethes Aufnahme zu einem Tribunen zeitgenössischer Forderungen, weil der Kampf gegen die Fürsten, der im 16. Jahrhundert von den Rittern nicht mehr mit progressiven Akzenten geführt werden konnte, jetzt im 18. Jahrhundert das Hauptmoment im Kampf um die Herausbildung der bürgerlichen Nation darstellt“173. Mit seiner Rede „zurück zur Natur“174, welche verschiedene Wirkungen hervorrief, protestierte der schweizerisch-französische Philosoph Jean Jacques Rousseau (1712-1778) gegen als negativ wahrgenommene technisch-zivilisatorische Fortschritte und drückte den von ihm empfundenen Abscheu gegenüber der etablierten Gesellschaftsordnung aus175, der „bis zur radikalen Verneinung aller damaligen Einrichtungen des Staates und der Gesellschaft führt“176. Laut Rousseau hat der Staat kein Recht, über die Menschen zu bestimmen, sondern „die freien Menschen schaffen sich in einer gemeinsamen vertraglichen Abmachung den Staat als den Ausdruck ihres Gemeinwillens zum Schutz und zur Förderung aller gemeinsamen Interessen“177. Rousseaus seit 1750 veröffentlichte Schriften fanden auch in Deutschland großen Widerhall. Sie rüttelten an den Grundfesten der Fürstenherrschaft und stärkten das Selbstbewusstsein des Bürgertums.178 Rousseaus Losung „Zurück zur Natur!“ wurde vom deutschen Bürgertum als ein Aufruf verstanden, „eine natürliche und das heißt zugleich eine vernünftige gesellschaftliche Ordnung zu finden, die frei von höfischen Konventionen“ sein muss179.180 Dementsprechend wurde in der Zeit des Sturm und Drang großer Wert auf die Natur gelegt181 und deren Wichtigkeit sehr stark betont. Herders (1744-1803) Forderung, ein Bündnis zwischen Philosophen und dem Volk einzugehen und seine Hinweise auf die engen Verbindung zwischen den Künstlern und dem Volk wurden zu einem „Programm bürgerlich-plebejischer Dichtung“182.183 Die an der Bewegung Teilnehmenden waren von dem Gedanken erfüllt, dass nur eine Wirklichkeit gedichtet werden muss, in der die unteren Schichten in den Vordergrund rückten.184 Der damalige Bürger wollte „nicht mehr ein namenloser, in die kleinstaatliche Enge eingezwängter Untertan sein, sondern ein frei atmender Mensch, der ganze volle Mensch, der sich unbeschränkt entwickeln kann“185. Zur Zeit des Sturm und Drang wurde auf den Begriff des „Genies“ besondere Betonung gelegt, und unter „Genie“ verstanden die Stürmer und Dränger nichts anderes als „die sich von allen Einengungen befreiende, gegen allen Zwang rebellierende Individualität“186. Die „Genie-Persönlichkeit“187 weist in der Selbstgestaltung ein höher Entwicklungsstadium des Menschentums auf, sieht sich enthusiastisch in der Welt suchend um, empfindet ehrliches Mitleid mit den Notleidenden. Die „Genie-Persönlichkeit“188 ist es, die das Hohelied der Treue, der Freundschaft und der Liebe singt und „für die Rechte der Nation ficht“189.190 Die Vorstellung, die man zur Zeit des Sturm und Drang von einem Genie hatte, wird in dem Kompositum Originalgenie am klarsten. Der über eine außergewöhnlich große künstlerische Begabung verfügende Mensch zeichnet sich durch seine „Erkenntniskraft“191, seine Eigenständigkeit, seine Ursprünglichkeit, seine direkte und kühne Art und seinen Mut aus. „Das Genie ist der höchste Ausdruck der bürgerlichen Rebellion gegen die feudalen Schranken“192, ist der Mensch, der sich gegen „die Unnatur des fürstlichen Regimes, der kirchlichen Bevormundung, des preußischen Zwangs, der höfischen Mode, des leichtfertigen Rokoko“193 zu Felde zieht. Das Genie ist „in der Kunst das, was Gott in der Natur ist“194. Anthony Shaftesburys Ansicht nach ist der Künstler ein zweiter Schöpfer.195 Über das Genie schrieb Herder: „Jeder Mensch von edeln lebendigen Kräften ist Genie auf seiner Stelle, in seinem Werk, zu seiner Bestimmung, und wahrlich, die besten Genies sind außer der Bücherstube“196. Natur, Genie, Kraft, Leidenschaft und Gefühle waren also die Kennzeichen des Sturm-und-Drang-Dichters.197 Da er sich als Teil des einfachen Volkes, der plebejeschen Schichten fühlt, schreibt er Werke, die für das Volk, für den ungebildeten Teil damaliger Gesellschaft verständlich sind und in dessen Interesse liegen.198 Der Geniekult und die damit assoziierte übertriebene Verehrung des englischen Lyrikers und Schriftstellers William Shakespeare (1564-1616) prägten das Selbstverständnis der jungen Generation. Dadurch, dass das Gesamtwerk Shakespeares übersetzt und zahlreiche Reden gehalten wurden, huldigten die Stürmer und Dränger dem Genie. „Shakespeare hatte historische Gestalten einmalig neu geschaffen und individuell geformt und werde damit für den Sturm und Drang eine fast göttliche Gestalt (messianischer Charakter)“.199 Der Orientierung an französischen Vorbildern, wie etwa Jean Baptiste Racine (1639-1699), Pierre Corneille (1606-1684) usw., setzten die Vertreter des Sturm und Drang ein Ende. Der Sturm-und-Drang-Protest war gegen den despotischen Staat, die Arbeitsteilung, „die höfische Welt“200 und die ästhetischen Schranken. Ein besonderer Akzent wurde im Sturm und Drang auf „die emotionalen Kräfte“201 gelegt, aber ohne die Vernunft einfach auszuschalten, „denn das Vernünftige und das Natürliche sind eins“202.203 Durch den Widerstand gegen „alle unnatürlichen Beschränkungen des Lebens“204, lassen sich die beschränkten politischen Verhältnisse des deutschen Absolutismus abstellen. In weiten Kreisen des deutschen Bürgertums breitet sich die Idee der modernen, zivilisierten Nation aus. Die ablehnende Haltung gegenüber dem Absolutismus löst eine Veränderung der Bedeutung vom Begriff Patriotismus aus. Während der deutsche aufgeklärte Patriotismus in keiner Verbindung zur Heimatliebe oder zu einem staatlichen Zugehörigkeitsgefühl steht, geht es dabei in der Zeit des Sturm und Drang um die Forderung der deutschen Nation nach „bevorzugter Geltung“205 und um den Willen, eine gerechte demokratische Lebensordnung zu etablieren.206 „Der junge Schiller“207 äußerte sich polemisch gegen die „engherzigen“208 und engstirnigen Patrioten. Auch der Anspruch auf Deutschheit war ein Teil des gegen die Fürsten und kleinstaatliche Zersplitterung gerichteten Protestes.209 In ihrem Kampf gegen Feudalismus verlangte die junge Generation, welche „die Sache der Nation als ihr eigenes Anliegen“210 betrachtete, dass die Rechte der Nation nicht angetastet werden dürfen. Ihrer Ansicht nach besteht die Nation aus einfachen Menschen, also Bauern und Bürgern.211 Da dies wichtig für die genaue Wiedergabe der Vorgänge ist, hatte das Hässliche auch einen Platz in der Kunst des Sturm und Drang. Darüber sagte der deutsche Schriftsteller und „Kunstkenner“212 Wilhelm Heinse (1746-1803) Folgendes: „Es ist ein Genie also erlaubt [...] die schönsten und häßlichsten [!] Handlungen und Gedanken der Menschen in den ausdrückendsten Worten zu erzählen und zu malen“.213 Darüber hinaus sind die Derbheit, Wucht und das „Kolossalische“214 höchst charakteristisch für die Kunst des Sturm und Drang. Junge Dramatiker, Dichter und Schriftsteller brachten „ungescheut“215 Hässliches auf die Bühne, fassten es in Reime und schrieben darüber Romane. Eine realistische volksnahe Kunst wurde in der Sturm-und-Drang-Zeit gefordert, in der der Künstler „keiner Wirklichkeit aus dem Wege gehen“216 darf. Die Stürmer und Dränger drückten ihre Begeisterung für alte Volksdichtung aus, welche viel Fantasie und Sinnlichkeit in sich trug.217 Die Idyllen genossen damals große Popularität, da sie dem einfachen, schönen und harmonischen Leben auf dem Land nahekamen und das Natürliche, das Volkstümliche und das Ländliche möglichst wirklichkeitsnah und authentisch schilderten. Im Sturm und Drang zeigten die jungen Autoren die Bereitschaft, sich von ihren Mäzenen218 zu befreien. Christoph Martin Wieland (1733-1813) unternahm zum Beispiel 1772 den Versuch, die neue Ausgabe seines Romans "Geschichte des Agathons" „auf seine eigene Rechnung zu veranstalten“219, mit dem Ziel, sich „eine Existenz als unabhängiger Schriftsteller“220 aufzubauen.221 Es gelang auch dem 1802 in den Adelsstand erhobenen Dichter Herder und den jüngeren Schriftstellern wie Goethe und Schiller, von dem öffentlichen Verkauf ihrer Werke zu leben. „Das Gefühl für Würde und Eigenständigkeit des Dichterberufs“222, welcher nicht mehr als ein für die dichterische Vergöttlichung der Fürsten bestimmtes Hofamt verstanden wurde, wurde stärker. Anknüpfend an die Apokalypse und das von ihr abgeleitete geschichtliche Erbe begannen sie „in leidenschaftlichen Worten und Bildern“, der höfischen Welt das schreckliche Ende zu „prophezeien“223.224 Bei der Wahl von Stoffen und Helden griff man auf religiöse und biblische Gestalten zurück, die sich im Namen des beleidigten Gottes gegen „eine verrottete Obrigkeit“225 gewehrt hatten. Auf diese Art und Weise wurde die griechisch-römische Helden- und Götterwelt zum Thema der Literatur des Bürgertums. Die erste Art der „Selbsthelfer-Sujets“226 stellte sehr merkwürdige und offensichtliche Fälle der Unterjochung und Knechtschaft durch den „Duodezabsolutismus“227 dar. In der zweiten Gruppe machten sich „die Vorwürfe aus revolutionären und unmittelbar vorrevolutionären Perioden der Geschichte Mitteleuropas und der angrenzenden Länder“228 am meisten bemerkbar. Der siegreiche bürgerliche Befreiungskampf in den Niederlanden, die sich durch das Wiederaufgreifen literarischer, wissenschaftlicher und philosophischer Werte und Formen der Antike kennzeichnende italienische Renaissance und das von Krieg und Missachtung geprägte Mittelalter erregten die Aufmerksamkeit der Stürmer und Dränger. Besonders deutlich wird das vor allem bei Goethes Drama "Götz von Berlichingen" (1773).„Dieses Sujet bot dem Dichter eine ausgezeichnete Handhabe zur literarischen Widerspieglung des Kampfes um die Liquidierung des Feudalismus und die Überwindung der territorialen Zersplitterung Deutschland“229.Die Autoren brachten durch die Handlungen der Figuren ihre Ideale und Anschauungen zum Ausdruck. Auf diese Art würden Protagonisten wie Karl Moor, Ferdinand, Götz, Werther und Egmont zu Trägern der Sturm-und-Drang-Ideologie. Die aus bäuerlichem und kleinbürgerlichem Milieu stammenden Helden können, wenn sie realistisch dargestellt werden, die fortschrittlichsten Ansichten ihrer Zeit nicht vertreten, da die theoretischen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind und „die Lebensbedingungen keine Möglichkeiten zu einer vollen Entwicklung der Persönlichkeiten“230 bieten. Die Bauernbursche in Goethes "Die Leiden des jungen Werther", Miller in Schillers "Kabale und Liebe" auch Läuffer und der Schulmeister Wenzeslaus in Lenzes "Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung", welche einer bürgerlichen und bäuerlichen Umgebung entstammen, stehen zwar stellvertretend für die revolutionären Bestrebungen der Stürmer und Dränger, aber doch „nicht in gleichem Umfang und auf gleicher Höhe wie diese“231. Folglich ist ihr Handeln von Spontanität geprägt, sie sind taktlos, verharren in Passivität und können sich zu nichts aufraffen.232 Die Sprache wurde zum Ausdruck für seelische Regungen und Empfindungen, sie ist imstande, „eine große emotionale Wirkung hervorrufen, da sie als sinnlich-akustisches Stilmittel durch den Klang des gesprochenen Wortes, durch die besondere Wortfolge, den Akzent, Rhythmus und das Tempo ganz bestimmte aktivierende Funktion erfüllt“.233 Mit rebellischen sprachlichen und künstlerischen Mitteln bewaffnete sich „die junge bürgerliche Intelligenz“234 in ihrem Kampf gegen Feudalismus. Dies zeigt sich in einer leidenschaftlichen Ablehnung aller überlieferten grammatischen Fesseln. „Da werden Sätze angefangen und nicht vollendet, um erst später weiter geführt zu werden. Formwörter wie der Artikel werden unterdrückt oder in verstümmelter Form gebraucht wie in der Mundart oder in leidenschaftlicher Erregung. Ausrufe und Flüche unterbrechen, oft gehäuft, die herausgestoßenen Satzfetzen“235. In Sturm-und-Drang-Gedichten und -Dramen herrschen affektstarke Wörter. Auffallend bei Dramen des Sturm und Drang ist die Häufung von kräftigen und heftigen Ausrufen, die ein deutliches Zeichen für „gewaltige innere Leidenschaften“236 sind. „Sie verleihen den Anschein unwiderstehlicher Wucht, mit der der Bürger an seinen Ketten rüttelt“237. Da diese Form der „Kampfdramatik“238 eine Folge begeisternder Leidenschaft war, ist es nur begreiflich, dass „zugleich an die Stelle der gelassenen oder empfindsamen Kunstform des aufklärerischen Dramas mit all ihren Ausweichungen und Ausgleichungen, mit ihrer gerundeten Komposition, die zum glücklichen Ende oder zum Entgleiten in eine leise Tragik letzter Versöhnlichkeiten hinführte, eine neue, fast störrisch zu nennende dramatische Kunstform treten mußte [!] “239. Die geglättete Sprache des in der Zeit der Aufklärung verfassten Dramas wurde durch eine realistische, volksnahe Alltagsprosa, „die auch vor dem Schlimmsten nicht die Flucht ergriff“240, ersetzt. Dem ungebildeten einfachen Menschen zollen die Sturm-und-Drang-Dichter großen Respekt, von ihnen wurde er in der Gestalt des Landwirtes, Hirten, Handwerkers usw. dargestellt. Goethe löste „mit seiner lyrischen Offensive sprengwirkender freier Rhythmen einerseits und volkstümlich-schlichter, empfindungstiefer Liedformen andererseits die Starre Füllung des Alexandriners der Barockzeit und das Einleiten in Länge und Kürze“241. Goethe griff die volksmäßigen, vergessenen Formen auf und setzte sie in seiner Dichtkunst um. Neben freien Rhythmen brachte er „den volkstümlichen gereimten Viertakter mit freier Füllung“242 zur Anwendung. Die Sprache und der Inhalt in Goethes Gedichten wurden durch ergänzende musikalische Elemente verstärkt. „Dieses äußerliche Musizieren mit der Sprache um des Klanges Willen wird von Goethe durch ein unauffälligeres und künstlerisch bedeutend höherstehendes Stilmittel ersetzt“.243 Die sprachliche Wiedergabe der Wirklichkeit allein genügt nicht mehr, da die seit Goethes dichterischem Schaffen für wichtig gehaltene „innere Melodie“ vorhanden sein soll. Das Interesse für Volk und Volkskunst war so hoch wie nie. „In Kunst und Sprache des Volkes war das ursprünglich nationale Wesen noch lebendig“.244 In den „Volksliedern“ strebte Herder danach, die ursprüngliche, unverfälschte Seele zu finden. Für Johann Georg Hamann (1730-1788) ist Poesie „als Muttersprache des menschlichen Geschlechts“245 der Ursprung. Das Drama fand im Sturm und Drang besonders großen Anklang, da mit dessen Hilfe sich der Gesamtcharakter der literarischen Bewegung am besten erklären ließ. „Goethes Shakespeare-Rede, der kritischere Shakespeare-Aufsatz Herders und J.M.R. Lenz’ Anmerkungen übers Theater (1774) haben das neue Drama entscheidend beeinflusst“246. Die 1768 von Heinrich Wilhelm von Gerstenberg (1737-1823)247 geschriebene Tragödie legte den Grundstein des Sturm-und-Drang-Dramas. An Shakespeares Beispiel entwickelten Gerstenberg, Herder, Goethe und Lenz Theorien über das Schaffen von Sturm-und-Drang-Dramen. Aristoteles’, Lessings und Französische Dramentheorien lehnten sie ab. „Personen und Charaktere standen im Mittelpunkt. Wie im Leben existierten neben den starken und vorbildlichen Menschen auch die schwachen und haltlosen. Tragische und komische Elemente wurden miteinander verbunden (vermischte Empfindungen), Leidenschaften erregt“.248 Die aristotelischen drei Einheiten wurden im Sturm und Drang aufgelöst. In dem von Goethe geschaffenen Werk "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand" (1773) fand man alle dramatischen Theorien der Zeit. Goethe stellte sich mit seinem Schauspiel gegen „die bisherigen Theater-Konzeptionen“249, die klassischen Einheiten von Handlung, Zeit und Ort wurden nicht beachtet. Die Handlungen in Goethes Drama sind nicht auf einem Tag beschränkt und spielen an mannigfaltigen Orten. Der selbstsichere Ritter Götz, welcher im Kampf seine rechte Hand verlor, „kann sein natürliches Recht auf Freiheit im Handeln und Denken nicht in die neue Zeit hinüberretten“250. Götz stirb unter den von seiner Schwester Maria ausgesprochenen Worten: „Wehe dem Jahrhundert, das dich von sich stieß“251.252 Aus allen sozialen Schichten stammen die auftretenden Figuren, was sich durch ihre eigene Sprache und ihre eigene Ausdrucksweise bemerkbar machte.253 Das von Friedrich Maximilian Klinger verfasste historische Drama "Die Zwillinge" (1776) gilt neben Goethes "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand" und "Der Hofmeister" von Jakob Michael Reinhold Lenz als eines der wichtigsten Theaterstücke des Sturm und Drang. Charakteristisch für Literatur des Sturm und Drang waren Klingers Stil und Themen, so etwa „Familienkonflikt durch Bruderzwist, Generationsproblem Freundschafts- und Eifersuchtsmotive, wie auch der affektgeladene, bildhaft-dynamische Stil“254. Lenz griff in seinem Werk "Der Hofmeister oder Vortheile der Privaterziehung" (1774) „die Arroganz der Adelsgesellschaft255256 an, die den aus dem Bürgertum kommenden Lehrer in erniedrigender Weise kränkte. Darin zeigt Lenz die Nachteile der Privaterziehung auf. Das Sujet des verführten, dem Adel angehörenden Mädchens wurde tragisch und komisch dargestellt. In seinem 1773 erschienenen sozialkritischen Drama zeichnet Lenz die Gestalten möglichst lebensgetreu. „Voll Ironie und tragisch-komisch wird ihre problematische Stellung in der Gesellschaft beleuchtet.“257 Komödie ist nach Lenz „Gemälde der menschlichen Gesellschaft, und wenn die ernsthaft wird, kann das Gemälde nicht lachend werden.“258 Tragisch hingegen ist „das Schicksal der einzelnen Personen, da sie nicht verantwortlich sind für die sittlichen und gesellschaftlichen Umstände, denen sie ausgeliefert sind“259. Aufgehoben wurden die auf Aristoteles zurückgehenden drei Einheiten. Die Schauplätze wechseln von Szene zu Szene, das Psychologisieren der Personen gewann an Bedeutung. Nur durch den Bruch mit den gesellschaftlichen Konventionen ist es möglich, den durch das Aufeinanderprallen widerstreitender Ansichten und Interessen entstandenen Konflikt zu lösen.260 „Doch Lenz beschränkt sich auf die Darstellung der Zustände. Er verspottet alle Schichten, ruft aber nicht direkt zu Reform oder Revolution auf.“261 In seinem Trauerspiel "Die Kindermörderin" (1776) thematisiert der 1747 in Straßburg geborene Schriftsteller Heinrich Leopold Wagner (1747-1779) die unstandesgemäße Liebe und deren Folgen. Die wirklichkeitsgetreuen Schilderungen des sich aus verschiedenen Schichten zusammensetzenden Milieus sind neu hinzugefügte Elemente des bürgerlichen Dramas.262 „Obwohl manchmal unrealistisch, werden die kraftvolle Sprache und die betonte Lehrhaftigkeit des Sturm und Drang deutlich.“263 Die Konventionen der damaligen Gesellschaft und ihr starres Denken zeigt das tragische und verhängnisvolle Schicksal des Helden.264 Das von Friedrich Schiller 1781 erschienene und 1782 uraufgeführte Drama "Die Räuber" gilt als eines der berühmtesten und beeindruckendsten Werke des Sturm und Drang. „In energischer, affektgeladener Sprache werden typische Sturm und Drang-Motive (die Rivalität der ungleichen, feindlichen Brüder und der Vater-Sohn-Konflikt) komponiert. Bereits die Bühnenanweisungen und die pathetische Gebärdensprache der Figuren drücken Vitalität und Leidenschaft aus.“265 Ihren Höhepunkt erreichte die Literatur des Sturm und Drang mit Goethes Autobiographischem Roman "Die Leiden des jungen Werther" (1749-1832). Darin feierten die Stürmer und Dränger „die stürmischen Gefühlsausbrüche Werthers, seine grenzenlose Sehnsucht nach Identität mit der Natur“266. Werther verübt Selbstmord und damit ging sein Anrecht auf Eigengesetzgebung in Erfüllung. In Goethes Hauptfigur Werther und dessen Handeln erkannte sich die junge Generation. „Überschwängliche Leserreaktionen und Phänomene wie die Werthertracht, Pilgerreisen zum Werthergrab bis hin zur Imitation des Selbstmords des Protagonisten ließen bereits die Zeitgenossen von einem Wertherfieber 267 sprechen.“268 Der sehr sensible Protagonist wurde durch sein freies und selbständiges Handeln zum Ideal und Helden der ganzen Bewegung.269 Die Darstellung von Gefühlen und Erlebnissen des Individuums, welches mit den Traditionen und Normen bricht, stand im Vordergrund.270 Besonders deutlich wird eine pantheistische Einstellung im Brief vom 10. Mai: „Eine wunderbare Heiterkeit hat meine Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine.“271 In seinem psychologischen Roman "Anton Reiser" schrieb Karl Philipp Moritz über die Auseinandersetzung des Individuums mit den gesellschaftlichen Normen und Konventionen. Das Leben des einer Familie aus den unteren Schichten angehörenden Protagonisten Anton Reiser ist voller Zwiespälte, „aus denen er in seinen Selbstreflexionen nicht herausfindet“272. Tiefe gesellschaftliche Kränkungen und Herabwürdigungen machen Anton Reiser zum rastlosen Wanderer und Außenseiter. Vergeblich suchte er im Schauspielerberuf und in seinen keine Grenze kennenden Einbildungen Selbstbestätigung. Rousseaus Autobiographie "Les Confessions" (1782-1789) und Goethes "Wilhelm Meisters theatralische Sendung" (1776) hatten eine große Wirkung auf Karl Philipp Moritz (1756-1793).273 Die Volksballade wurde im Sturm und Drang immer populärer. In Sturm-und-Drang-Balladen wurden neue Themen, wie soziale und religiöse Konflikte, behandelt. „Herrschende Normen wurden in Frage gestellt“274. „Stilmittel und Motive von Volksballade, Volkssage und Aberglauben“275 wurden mit Bänkelsangelementen gemischt. Typisch für die Sturm und Drang-Literatur ist auch Goethes frühe Lyrik, welche „unter dem Einfluss Herders entstand“276. Mit seinen Gedichten "Mailied" (1771) und "Willkommen und Abschied" (1771/1789) verlieh Goethe in Sesenheim277 (Sesenheimer Lieder) seinen Empfindungen und Liebe zu Friederike Brion Ausdruck.278 Einen hymnischen Charakter weisen "Wandrers Sturmlied" (1772) und "An Schwager Kronos" (1774) auf. Die von Goethe verfassten Gedichte „parallelisieren in pantheistischer Weise den Sturm in der Natur und den Sturm in der Gefühle.“279 Die irrationalistische Weltanschauung Johann Georg Hamanns (1730-1788) darf nicht „als Ausdruck einer unpolitischen Einstellung“ verstanden werden. Der höfischen Aufklärung stellte Hamann eine volkstümliche Literatur gegenüber.280 „Den schematischen Vernunftdemonstrationen der Rationalisten“281 stellte er die lebendige Gefühlswelt des einfachen Volkes entgegen. Hamann interessierte sich sehr für Shakespeares und Homers Dichtung, für die Psalmen282 und Volksdichtung.283 In den "Sokratischen Denkwürdigkeiten" (1759), in den "Wolken" (1761) und einem „Nachspiel der Sokratischen Denkwürdigkeiten“ fanden Hamanns Hass gegen „die denkende Wissenschaft“284 ihren Niederschlag. In den "Wolken" schrieb er: „Das Salz der Gelehrsamkeit ist ein gut Ding; wo aber der Salz dumm wird, womit wird man würzen? Die Vernunft ist heilig, recht und gut; durch sie kommt aber nichts als Erkenntnis der überaus sündigen Unwissenheit.“285 In den „Biblischen Betrachtungen eines Christen“ setzte er seinen Gedanken in Sprache um: „Gott hat sich geoffenbart dem Menschen in der Natur und in seinem Wort. Beide Offenbarungen erklären, unterstützen sich einander und können sich nicht widersprechen, so sehr es auch die Auslegungen tun mögen, die unsere Vernunft darüber macht.“286 Nach Hamanns Auffassung darf die Wissenschaft kein anderes Ziel verfolgen, als in der Natur und in der Heiligen Schrift. In seiner Abhandlung "Aethetica in nuce, eine Rhapsodie in kabbalistischer Prosa" (1761) behauptete er: „Poesie ist die Muttersprache des menschlichen Geschlechts; wie der Gartenbau älter als Deklamation, Gleichnisse älter als Schlüsse, Tausch älter als Handeln.“287 In dem 1768 von Heinrich Wilhelm von Gerstenberg (1737-1823) verfassten Drama "Ugolino" machte sich etwas von „der gärenden In-tyrannos-Stimmung“288 (Lat.: gegen die Selbstherrscher) der Sturm-und-Drang-Bewegung erstmals bemerkbar.289 Die explosive Wirkung der Sprache bei dem der Sturm-und-Drang-Epoche zugeordneten Drama ist auffällig: „Ha! Wie er wütet, der Gedanke! wie er sich in mir umkehrt! Ich kann ihn nicht ausdenken! ich mag nicht! Oh Pfui! Brandmal für die Menschlichkeit! ewiges Brandmal! Ich kann mich deiner nicht erwehren; du Wohnhaus des Schreckens! ... Gruft meiner Auferstehung! aber erst meiner Verwesung! ach! nicht nur meiner! Fürchterlich hier hinsinken! Hier mit dem Tode ringen! einsam! von keiner freundschaftlichen Hand unterstützt! ganz einsam!“290 Die Häufung von heftigsten Ausrufen ist bei Gerstenbergs Trauerspiel offensichtlich, die Ausrufezeichen spiegeln die innere gewaltige Leidenschaft der jungen Generation wider. „Gepflegte Formen der Überlieferung und grammatikalische Zwänge werden verneint. Damit entspricht Gerstenberg den Forderungen Herders nach einer von Zwängen befreiten, natürlichen, starken Dichtersprache.“291 Die aus Dantes "Göttlicher Komödie" genommene Szene, die bestialische Rache, welche der Erzbischof Ruggieri an dem Grafen Ugolino Gherardesca nahm, indem er ihn mit seinen unschuldigen Söhnen verhungern ließ, bildet das Thema der 1768 anonym veröffentlichten Tragödie.292 Das Drama ist „ein die Nerven und das moralische Bewusstsein erschütterndes Gemälde menschlicher Qual und Standhaftigkeit, das zugleich eine riesenhafte Anklage gegen den Antihumanismus der herrschenden Klasse darstellt.“293 Hinsichtlich des dramatischen Baues ist „Ugolino“ einzigartig in der Zeit des Sturm und Drang. Das Bühnenbild wird nicht gewechselt, die Szene ist ein Zimmer in einem Turm, die Handlung spielt sich in einer sehr windigen Nacht ab. Da sich das Stück fast allein an das Ohr des Publikums wendet, wird es für das erste deutschsprachige Hörspiel gehalten. Das Verzichten auf alle Theaterrequisiten könnte als ein Protest gegen das feudalabsolutistische Theater und ein Bekenntnis zur Einfachheit und Aufrichtigkeit des Bürgers verstanden werden.294 "Der Hofmeister " (1774), "Die Soldaten" (1776) und "Der neue Menoza" (1774) sind durch die darin behandelte soziale Thematik die herausragendsten lenzschen Werke. Lenz’ Theaterstücke sind „Gemälde der menschlichen Gesellschaft“295. Im Unterschied zu Lessings "Emilia Galotti" (1772) richtet sich die Kritik in Lenz’ Tragödie nicht nur gegen den Adel, sondern auch gegen das Bürgertum. Obwohl Lenz seine Tragikomödie in fünf Akte aufgliedert, ist diese Aufteilung nur äußerlich, Lenz’ Drama "Der Hofmeister" ist „kein Aktdrama mit aufsteigender und abrollender Handlung, in dem jedem Akt eine bestimmte Funktion im Gesamtbau des Werks zukommt, sondern eine Auftrittsfolge, deren Szenen nur lose um das Kernmotiv (Verführung des adligen Mädchens durch den bürgerlichen Hofmeister) gelagert sind“296. Heinrich Leopold Wagner (1747-1779) verarbeitete in seinen Werken Sujets, die für die damaligen deutschen Bürger von großem Interesse und Aktualität waren. „Die literarische Behandlung einer Missheirat oder Verführung eines Mädchens aus dem Volk ermöglichte, Ereignisse der Gegenwart darzustellen, in denen das Aufeinanderprallen der bürgerlichen und der feudalen Klasse deutlich sichtbar wurde.“297 Der 1825 geborene deutsche Maler und Dichter Friedrich Müller schrieb Idyllen, Dramen und Gedichte. Seine Heimatliebe, sein volkstümlicher Humor, die Freuden und Leiden, Gedanken und Empfindungen des Volkes schlugen sich in den vom ihm verfassten Idyllen nieder.298 Müllers Idylle "Der Satyr Mopsus " (1775) erzählt mit sehr viel Humor die Liebesgeschichte von einem tölpelhaften Satyr299 zu einer Nymphe. Im "Christabend" und im "Nußkernen" (1776) wird „die Unterdrückung durch den betrüblichen Amtmann“300 scharf angegriffen. Im "Nußkernen" Werk kritisiert Müller die Regierung und den Landesherrn. Müller verlangt energisch „die Freiheit des Gefühls in allen Entscheidungen der Liebe und der Ehre“301. Damit protestiert er gegen „feudalistische Lebenspraktiken ebenso wie gegen doktrinäre elterliche Bevormundung und philiströse, kleinbürgerliche Moral“302. In seinen Idyllen stellt Müller nicht das elende Leben auf dem Dorf, das Leben der Knechte und der ausgebeuteten Tagelöhner dar, sondern „die Handlung dieser Idyllen wird von den Dorfhonoratioren, wohlhabenden Bauern, dem Schulmeister und dem Dorfschulzen getragen“303. In der von ihm verfassten Familientragödie „Julius von Tarent“ (1774) griff Johann Anton Leisewitz (1752-1806) das Motiv der feindlichen Brüder auf, welches „unter der Behandlung des Dichters zum feindlichen Gegensatz zweier Moralauffassungen“304 vertieft wurde, zum Gegensatz zwischen einer feudalistischen Moral der Fürsten und der bürgerlichen Moral der nicht eingeschränkten Selbstentfaltung und Freiheit des Menschen. Der Streit der Brüder Julius und Guido von Tarent um das schöne bürgerliche Mädchen Blanka führt zu ihrem Untergang.305 Leisewitz’ Ruf nach Freiheit fungiert zunächst einmal als „Sprengmittel“306 gegen das feudalistische System in Deutschland und richtet sich gegen „die landesherrliche Vaterländerei der Duodezfürstentümer“307 und gegen Unterdrückung und Versklavung im Deutschland jener Zeit. Faust war, genauso wie Prometheus, der ideale Protagonist für die Stürmer und Dränger. Faust, der gegen „die göttliche Macht“308 rebelliert, der „es wagt, die dem Menschen von oben her bestimmten Schranken niederzureißen, der von unbegrenztem Streben nach Erkenntnis erfüllt ist und leidenschaftlich nach dem Sinn des Lebens sucht“, verkörpert in seiner Gestalt die Probleme, Wünsche und Bestrebungen der jungen bürgerlichen Generation.309 Unter den Faustdichtungen nimmt der von Friedrich Maximilian von Klinger nach Goethes Dichtung geschriebene Roman "Fausts Leben, Thaten [!] und Höllenfahrt" (1771) die bedeutendste Stellung ein. Während Goethes Hauptfigur Faust in einer „optimistischen Zukunftsvision freier schöpferischer Arbeit“310 endet, endet Klingers Hauptprotagonist Faust in Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Resignation.311 Während Goethes „Faust“ (1808) Licht aufs Leben des Menschen wirft, befasst sich Klinger mit einer wesentlichen Frage, eine Frage, um die es in seinem Roman geht:

Ich will des Menschen Bestimmung erfahren, die Ursache des moralischen Übels in der Welt. Ich will wissen, warum der Gerechte leidet und der Lasterhafte glücklich ist. Ich will wissen, warum wir einen augenblicklichen Genuss durch Jahre voll Schmerzen und Leiden erkaufen müssen. Du sollst mir den Grund der Dinge, die geheime Sprungfedern der Erscheinungen der physischen und moralischen Welt eröffnen.312

[...]


1 Müller-Seidel, Walter: Friedrich Schiller und die Politik. Nicht das Größe nur das Menschliche geschehe. 1. Aufl. München 2009. S. 9. Künftig zitiert: Müller-Seidel.

2 Müller-Seidel: S. 9.

3 Müller-Seidel: S. 9.

4 Maximilien Marie Isidore de Robespierre, geboren am 6. Mai 1758 in Arras, war ein Politiker und Anwalt. Er war ein Mitglied des während der Französischen Revolution entstandenen politischen Klubs (Jokobiner). Die Mitverantwortung trug er für den Terreur von 1793-1794. (Wikipedia)

5 Müller-Seidel: S. 9.

6 Müller-Seidel: S. 9.

7 ebenda: S. 9.

8 ebenda: S. 9.

9 ebenda: S.68.

10 ebenda: S.68.

11 ebenda: S.68.

12 Aufklärung (1720-1785), URL: http://www.pohlw.de/literatur/epochen/aufklaer.htm (Stand: 05.04.2013).

13 Böttcher, Kurt u. a.: Aufklärung. Erläuterung zur deutschen Literatur. 6., unveränderte Nachdruck der 5. durchgesehene, Aufl. Berlin 1977. S 19. Künftig zitiert: Böttcher.

14 Mohr, Sabine, Henry Seifert und Martin Junghans: Die Epoche der Aufklärung in Europa, http://www.judentum-projekt.de/lessingweb/Aufklaerung.htm (Stand: 05.04.2013).

15 Mohr, Sabine, Henry Seifert und Martin Junghans: Die Epoche der Aufklärung in Europa, http://www.judentum-projekt.de/lessingweb/Aufklaerung.htm (Stand: 05.04.2013).

16 Böttcher 1977: 20.

17 Böttcher 1977: 20.

18 Bestimmt war das Leben im 18 Jahrhundert durch Not und Elend. Die Lebensmittel wurden immer knapper, die Armut breitete sich wie eine Seuche aus. Eine große europäische Pestepidemie brach von 1709-1711 aus. Die absolutistischen Monarchen unterdrückten die Untertanen. Heimgesucht wurde Europa von mehr als einem Krieg, meistens Erbfolgekriege, die ganz Europa in Schutt und Asche legten. Die Gesellschaft war in den meisten europäischen Ländern entweder Stände- oder Feudalgesellschaft.

19 Böttcher 1977: 18.

20 Böttcher 1977: 20.

21 ebenda 1977: 20.

22 ebenda 1977: 20.

23 Plebs ist die Masse von ungebildeten Menschen. (thefreedictionary.com)

24 Die Jakobiner waren Mitglieder des wichtigsten politischen radikalsten Klubs während der Französischen Revolution. Sie strebten danach, die Konstitutionelle Monarchie durch eine republikanische Staatsform zu ersetzen. (Gero von Wilpert, Sachwörterbuch der Literatur, S. 384)

25 Böttcher: 19-20.

26 Sturm und Drang (1767-1785), URL: http://www.pohlw.de/literatur/epochen/stdrang.htm (Stand: 21.05.2013).

27 Sturm und Drang (1767-1785), URL: http://www.pohlw.de/literatur/epochen/stdrang.htm, (Stand : 21.05.2013).

28 Sturm und Drang (1767-1785), URL: http://www.pohlw.de/literatur/epochen/stdrang.htm, (Stand : 21.05.2013).

29 Sturm und Drang (1767-1785), URL: http://www.pohlw.de/literatur/epochen/stdrang.htm, (Stand : 21.05.2013).

30 Sturm und Drang (1767-1785), URL: http://www.pohlw.de/literatur/epochen/stdrang.htm, (Stand : 21.05.2013).

31 Böttcher, Kurt u. a.: Sturm und Drang. Erläuterung zur deutschen Literatur. 5. Aufl. Berlin 1978. S. 19. Künftig zitiert: Böttcher 1978.

32 Böttcher 1978: 19.

33 Böttcher 1978: 19.

34 Böttcher 1978: 19.

35 Böttcher: 21.

36 Religionskritik, URL: http://www.dober.de/religionskritik/aufklaerung1.html (Stand: 04.07.2013 ).

37 Francis Bacon, http://www.schreiben10.com/referate/Philosophie/1/Francis-Bacon-reon.php. (Stand: 04.07.2013).

38 Böttcher 1977: 22.

39 Krohn, Wolfgang: Francis Bacon. 1. Aufl. München 1987. S.116. Künftig zitiert: Krohn.

40 Krohn: 7.

41 Novum Organum, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Novum_Organum (Stand: 11.04.2013).

42 Krohn: 7.

43 Krohn: 7.

44 Krohn:76.

45 Böttcher 1977: 23.

46 ebenda 1977: 23.

47 ebenda 1977: 23.

48 ebenda 1977: 23.

49 ebenda 1977: 24.

50 Versuch über den menschlichen Verstand, URL: http://www.zeit.de/1984/32/versuch-ueber-den-menschlichen-verstand (Stand: 10.04.2013).

51 Böttcher: 24.

52 Böttcher 1977: 24.

53 Böttcher 1977: 24.

54 Böttcher 1977: 25

55 Böttcher 1977: 25.

56 Böttcher 1977: 25.

57 Volkssouveränität wird als den Gegenbegriff zum monarchischen absolutistischen Prinzip angesehen. Beim Volk liegt die höchste Staatsgewalt und nicht beim König.

58 Böttcher 1977: 25.

59 Böttcher 1977: 25.

60 Böttcher 1977: 30.

61 Böttcher 1977: 31.

62 Böttcher 1977: 31.

63 ebenda: 1977: 31.

64 ebenda: 1977: 31.

65 ebenda: 1977:. 31.

66 ebenda:1977:32.

67 ebenda: 1977:32.

68 Im Gegensatz zum Dualismus und Pluralismus besagt die monistische Lehre, dass alle Erscheinungen und Phänomene in der Welt auf ein einziges grundlegendes Prinzip zurückführen. (thefreedictionary)

69 Böttcher 1977:33.

70 Böttcher 1977:33.

71 Böttcher 1977:34.

72 Böttcher 1977: 35.

73 Böttcher 1977: 35.

74 Böttcher 1977: 36.

75 Böttcher 1977: 36.

76 ebenda: 37.

77 ebenda: 37.

78 Montesquieu, Charles Louis de Secondat: Vom Geist der Gesetze. Stuttgart 1980, zitiert nach: Zihang, Hendryk: Montesquieu: Quelle der Federalists- Gewalenteilung und Kontrolle. 1. Aufl. Norderstedt 2007. S.5. künftig zitiert: Zihang.

79 Zihang: S. 5.

80 Leibniz und die Aufklärungsphilosophie in Deutschland. 17. und 18. Jahrhundert, URL: http://www.ssg-philosophie.ub.uni-erlangen.de/XIV_Aufklaerung/XVI.html, (Stand: 20.04.2013)

81 Böttcher: 53.

82 Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Beantwortung_der_Frage:_ Was_ist_Aufkl%C3%A4rung%3F (Stand: 11.04.2013).

83 Böttcher 1977: 50.

84 Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Beantwortung_der_Frage:_ Was_ist_Aufkl%C3%A4rung%3F (Stand: 11.04.2013).

85 Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Beantwortung_der_Frage:_ Was_ist_Aufkl%C3%A4rung%3F (Stand: 11.04.2013).

86 Böttcher 1978: 19.

87 Eigendorf, Marc: Kabale und Liebe. München 2008. S.35. Künftig zitiert: Eigendorf.

88 Böttcher: 50.

89 Nooijen, Annemarie: „Unserm grossen Bekker ein Denkmal?“. Balthasar Bekkers Betoverde Weereld in den deutschen Landen zwischen Orthodoxie und Aufklärung. Münster 2009. S. 16. Künftig zitiert: Nooijen.

90 Böttcher 1977: 50.

91 Böttcher 1977: 51.

92 Böttcher 1977: 51.

93 Böttcher 1977: 51.

94 Böttcher 1977: 56.

95 Böttcher 1977: 56.

96 Böttcher 1977: 60.

97 Der Pietismus ist eine Bewegung innerhalb des deutschen Protestantismus zwischen 1670 und 1740. Der Pietismus stand in Opposition gegen den im Institutionalismus und Dogmatismus erstarrten Protestanten. Begründer des Pietismus ist Philipp Jakob Spener (1635-1705). (Gero von Wilpert, Sachwörterbuch der Literatur, S. 611)

98 Böttcher 1977: 60.

99 Baumann, Barbara und Brigitta Oberle: Deutsche Literatur in Epochen. 2. überarbeitete Aufl. Ismaning 1996. S. 72. Künftig zitiert: Baumann.

100 Baumann:75.

101 Baumann:75.

102 Baumann :76.

103 Böttcher 1977: 91.

104 Die Satire ist eine literarische Kunstgattung, mit der eine scharfe Kritik geübt wird, indem die Fehler einer Person in einer spottenden Weise dargestellt werden.

105 Böttcher 1977: 92.

106 Böttcher 1977: 92.

107 Böttcher 1977: 92 .

108 Böttcher 1977: 92.

109 ebenda: 95.

110 ebenda: 92.

111 ebenda: 92.

112 Baumann :76-77.

113 Böttcher 1977: 93.

114 Baumann 1977:77.

115 Böttcher 1977: 95.

116 Böttcher 1977: 95.

117 Johann Christoph Gottsched: Versuch einer critischen Dichtkunst vor die Deutschen (1730), URL: http://www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/dramatik/gottscheddichtk.htm (Stand 20.04.2013).

118 Böttcher 1977: 95.

119 Böttcher 1977: 99.

120 Böttcher 1977: 101-102.

121 Böttcher 1977: 105.

122 Böttcher 1977: 107.

123 Böttcher 1977: 107.

124 Emilia Galotti, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Emilia_Galotti#Themen (Stand: 10.05.2013).

125 Baumann: 80.

126 Baumann: 85.

127 Baumann: 80.

128 Baumann : 81.

129 Baumann : 81.

130 „Literatur der Aufklärung“, http://blog.zeit.de/schueler/2012/04/27/thema-literatur-der-aufklarung/, Zugriff am 20.04.2013.

131 Baumann : 85.

132 Baumann : 85.

133 Baumann: 85.

134 Baumann: 85.

135 Baumann: 85.

136 ebenda: 86.

137 Baumann: 86.

138 Böttcher 1977: 94.

139 Romantik (1798-1835), URL: http://www.pohlw.de/literatur/epochen/romantik.htm (Stand: 11.05.2013).

140 Psychologie und der Sandmann, www.rarevision.org/blog/erg-1.htm (Stand:19.05.2013).

141 Psychologie und der Sandmann, http://www.rarevision.org/blog/erg-1.htm#inh (Stand: 12.05.2013).

142 Dialektik der Aufklärung, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Aufkl%C3%A4rung (Stand: 01.05.2013).

143 Lehmann, Dirk: Die Verdinglichung der Natur, URL: phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=730&print= (Stand: 19.05.2013).

144 Dialektik der Aufklärung, URL: de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Aufklärung (Stand: 01.05.2013).

145 Dialektik der Aufklärung, URL: de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Aufklärung (Stand: 01.05.2013).

146 Dialektik der Aufklärung, URL: de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Aufklärung (Stand: 01.05.2013).

147 Dialektik der Aufklärung, URL: de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Aufklärung (Stand: 01.05.2013).

148 Dialektik der Aufklärung, URL: de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Aufklärung (Stand: 01.05.2013).

149 Möller, Peter: Theodor W. Adorno, URL: www.philolex.de/adorno.htm (Stand: 16.05.2013).

150 „Band 3: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente“, http://audio.uni-lueneburg.de/seminarwebseiten/musikphilosophie/material/adogeswerk/Dialektik_der_Aufklaerung_Vorrede_BegriffderAuflaerung_Odysseus.html, Zugriff am 20.05.2013

151 „Dialektik der Aufklärung“, de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Aufklärung, Stand 01. 05. 2013

152 Zitiert nach http://www.udo-leuschner.de/tocqueville/usa04.htm

153 „Dialektik der Aufklärung“ ,de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Aufklärung, Stand 20.05.2013

154 Hierbei richtet sich meine Kritik insbesondere gegen diejenigen, die die Ansicht vertreten, dass es keine negative Seite der Aufklärung gibt und dass der Aufklärung dem Krieg durch die von ihr propagierten Ideen der Toleranz und der friedlichen Koexistenz zwischen Mitmenschen ein Ende setzt.

155 „Philosophie der Aufklärung“, http://stv-philosophie.at/files/2011/07/Zur-Philosophie-derAufkl%C3%A4run g.pdf, Zugriff am 17.05.2013.

156 Böttcher 1978: 19.

157 Böttcher 1978: 19.

158 Böttcher 1978: 27.

159 Böttcher 1978: 19.

160 Böttcher 1978: 19.

161 Böttcher 1978: 21.

162 Böttcher 1978: 21.

163 Böttcher 1978: 21.

164 Böttcher 1978: 21.

165 Böttcher 1978: 21.

166 ebenda 1978: 21.

167 ebenda1978: 21.

168 Theorie der Tragödie (I) Aristoteles, URL: http://www.idf.uniheidelberg.de/mitarbeiter/roesch/04_Lehre/WS_06_ 07/TR-VL-WS0607/Tr01-hd-einltxt1.pdf (Stand: 25.05.2013).

169 Böttcher 1978: 21.

170 Böttcher 1978: 21.

171 „Sturm und Drang (1767-1785)“, http://www.pohlw.de/literatur/epochen/stdrang.htm, Zugriff am 21.05.2013.

172 Böttcher 1978: 21.

173 Böttcher 1978: 22.

174 Zitiert nach: Böttcher 1978: 26.

175 Böttcher 1978: 26.

176 Böttcher 1978: 26.

177 Böttcher 1978: 26.

178 Böttcher 1978: 26.

179 Böttcher 1978: 26-27.

180 Böttcher 1978: 27.

181 Böttcher 1978: 27.

182 Böttcher 1978: 27.

183 Böttcher 1978: 27.

184 Böttcher 1978: 27.

185 Böttcher 1978: 27.

186 Böttcher 1978: 27.

187 Böttcher 1978: 27.

188 Böttcher 1978: 27.

189 Böttcher 1978: 27.

190 Böttcher 1978: 27.

191 Böttcher 1978: 28.

192 Böttcher 1978: 28.

193 Böttcher 1978: 28.

194 Böttcher 1978: 28.

195 Baumann :91.

196 Baumann :91.

197 Baumann :91.

198 Böttcher 1978: 28.

199 Baumann :91.

200 Böttcher 1978: 28.

201 Böttcher 1978: 28.

202 Böttcher 1978: 28.

203 Böttcher 1978: 28.

204 Böttcher 1978: 31.

205 Krauss, Werner: Aufklärung III. Deutschland und Spanien. Berlin 1996. S. 26. Künftig zitiert: Krauss 26.

206 Krauss: S. 26.

207 Böttcher 1978: 31.

208 Böttcher 1978: 31.

209 Böttcher 1978: 33.

210 Böttcher 1978: 33.

211 Böttcher 1978: 33.

212 Böttcher 1978: 34.

213 Böttcher 1978: S. 34.

214 Böttcher 1978: 35.

215 Böttcher 1978: 35.

216 Böttcher 1978: 34.

217 Böttcher 1978: 34.

218 Ein Mäzen, auch Mäzenat genannt, ist meistens eine reiche Person, die einen oder mehrere Künstler finanziell unterstützt. (duden)

219 Böttcher 1978: 38.

220 Böttcher 1978: 38.

221 Böttcher 1978: 38.

222 Böttcher 1978: 38.

223 Böttcher 1978: 41.

224 Böttcher 1978: 41.

225 Böttcher 1978: 42.

226 Böttcher 1978: 43.

227 Böttcher 1978: 42.

228 Böttcher 1978: 43.

229 Böttcher 1978: 43.

230 Böttcher 1978: 43.

231 Böttcher 1978: 43.

232 Böttcher 1978: 43.

233 Böttcher 1978: 44.

234 Böttcher 1978: 44.

235 Böttcher 1978: 45.

236 Böttcher 1978: 45.

237 Böttcher 1978: 45.

238 Böttcher 1978: 45.

239 Böttcher 1978: 45-46.

240 Böttcher 1978: 45-46.

241 Böttcher 1978: 49.

242 Böttcher 1978: 49.

243 Böttcher 1978: 49.

244 Baumann :90.

245 Baumann :90.

246 Baumann :91.

247 Heinrich Wilhelm von Gutenberg, Anmerkung.

248 Baumann :92.

249 „Götz von Berlichingen (Goethe)“ , http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_von_Berlichingen_(Goethe), Stand 1-04-2013

250 Baumann :92.

251 Zitiert nach Baumann:92.

252 Baumann :92.

253 Baumann :92.

254 Baumann :92.

255 Anmerkung, Adelsgesellschaft

256 Baumann :93.

257 Baumann :93.

258 Baumann :93.

259 Baumann :93.

260 Baumann :93.

261 Baumann :93.

262 Baumann :94.

263 Baumann :94.

264 Baumann :94.

265 Baumann :94.

266 Baumann :95.

267 Anmerkung Wertherfieber

268 Sauerland, Karol, „Wertherfieber“, http://www.ieg- go.eu/en/th reads/model s-a nd-stereo types/g ermanophil ia-and-germanop hobia/karol-sa uerland-wertherfieber, Zugriff am 23. 06. 2013.

269 Baumann :96.

270 Baumann :96.

271 Zitiert nach: Baumann :96.

272 Baumann :96.

273 Baumann :96.

274 Baumann :97.

275 Baumann :97.

276 Baumann :97.

277 Sessenheim ist eine Gemeinde im Elsass, der Name des Ortes wird sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch „Sessenheim“ geschrieben. Diese Schreibweise „Sesenheim“ wurde durch Goethe verbreitet.

278 Baumann :98.

279 Baumann :98.

280 Böttcher 1978: 59.

281 Böttcher 1978: 60.

282 Psalmen sind religiöse Lieder des jüdischen Volkes, welche im Alten Testament gesammelt wurde.

283 Böttcher 1978: 60.

284 Böttcher 1978: 60.

285 Böttcher 1978: 60.

286 Böttcher 1978: 60.

287 Böttcher 1978: 72.

288 Böttcher 1978: 137.

289 Böttcher 1978: 137.

290 http://m.schuelerlexikon.de/deu_abi2011/Sturm_und_Drang_Dramatik.htm, Zugriff am 02-07-2013

291 „Sturm-und-Drang-Dramatik“, http://m.schuelerlexikon.de/deu_abi2011/Sturm_und_Drang_Dramatik.htm, Zugriff am 02-07-2013.

292 Böttcher 1978: 137.

293 Böttcher 1978: 137.

294 Böttcher 1978: 138.

295 Böttcher 1978: 153.

296 Böttcher 1978: 159.

297 Böttcher 1978: 194.

298 Böttcher 1978: 206.

299 Der Satyr ist in der griechischen Mythologie ein Waldgeist, welcher das Aussehen eines Bockes hat. (thefreedictionary)

300 Böttcher 1978: 207.

301 Böttcher 1978: 207.

302 Böttcher 1978: 207.

303 Böttcher 1978: 207.

304 Böttcher 1978: 214.

305 Böttcher 1978: 214.

306 Böttcher 1978: 216.

307 Böttcher 1978: 216.

308 Böttcher 1978: 410.

309 Böttcher 1978: 410.

310 Böttcher 1978: 410.

311 Böttcher 1978: 410.

312 Böttcher 1978: 411.

Ende der Leseprobe aus 99 Seiten

Details

Titel
Die revolutionäre Haltung in der Literatur des 18. Jahrhunderts am Beispiel von Schillers Frühdramen "Die Räuber" und "Kabale und Liebe"
Hochschule
Faculté des Lettres, des Arts et des Humanités de la Manouba  (Germanistik)
Note
1,5
Autor
Jahr
2015
Seiten
99
Katalognummer
V990426
ISBN (eBook)
9783346352835
ISBN (Buch)
9783346352842
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schiller, Goethe, Sturm und Drang, Ästhetik des Sturm und Drang, revolutionäre Literatur
Arbeit zitieren
Salem Fares Massaoudi (Autor), 2015, Die revolutionäre Haltung in der Literatur des 18. Jahrhunderts am Beispiel von Schillers Frühdramen "Die Räuber" und "Kabale und Liebe", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990426

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