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Institutionell-ökonomische Reform des Ratingmarktes. Eine kritische Analyse der Theorie und Struktur des Ratingsystems

Título: Institutionell-ökonomische Reform des Ratingmarktes. Eine kritische Analyse der Theorie und Struktur des Ratingsystems

Tesis (Bachelor) , 2020 , 65 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: N. Bogner (Autor)

Economía - Microeconomía, en general
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Den Ausgangspunkt der Forschungsarbeit bildet die terminologische Klärung zentraler Begrifflichkeiten. In vorliegender Untersuchung bilden das Ratingsystem und die institutionelle Reform die wesentlichen Forschungsobjekte. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es nun, das Ratingsystem hinsichtlich theoretischer und struktureller Aspekte kritisch zu evaluieren um ein konzeptionelles Umdenken zu einer institutionell-ökonomischen Reform des Systems zu begründen. Im Zuge dessen wird eine primär makroökonomische Perspektive eingenommen. Die Ergebnisse werden auf Basis theoretischer aber auch empirischer Anhaltspunkte entwickelt.

Zur Erreichung dieses Forschungsziels wird in drei Schritten vorgegangen. Das erste Kapitel beleuchtet die Entwicklung des Ratingmarktes hin zu dessen gegenwärtiger Verfassung. Zu Beginn werden die zentralen geschichtlichen Ereignisse des Ratingsystems in Form einer Chronik skizziert. Darauf aufbauend wird der Verlauf der Finanzkrise 2007/2009 als die Kehrseite des Aufstieges rekonstruiert, um die Verantwortlichkeit der Agenturen kritisch zu hinterfragen. Der letzte Abschnitt des Kapitels widmet sich hingegen den aktuellen Marktdynamiken innerhalb des Ratingwesens, welche eine erste Notwendigkeit der Umstrukturierung zugrunde legen. Im zweiten Schritt wird sich, in eine vermehrt produktorientierte Betrachtung begeben, um die Kreditwürdigkeitsprüfung als eigenes System zu umreißen. Im Zuge dessen ist die theoretische Grundlage der Ratingintermediation zu erörtern und deren Funktionalität anhand einer ausgewählten Studie empirisch zu untersuchen. Der darauffolgende Abschnitt befasst sich mit den verschiedenen Ausprägungen und Komponenten der Bonitätsbeurteilung. Kapitel zwei und drei entwickelt somit die theoretische und empirische Bestandsaufnahme des Erkenntnisobjektes der Forschungsarbeit.

Auf Basis dessen gilt es die Politikoptionen kritisch zu hinterfragen und zur Diskussion zu stellen. In diesem Zusammenhang schließt die Arbeit bei den US- und EU-Ratingreformen, in Folge der im Vorfeld dargelegten Finanzkrise an. Die Analyse empirischer Daten dient dabei folgend als Grundlage, für eine kritische Würdigung des Status quo der Regulierungspolitik des Ratingsystems. Abschließend wird ein theoretisches Konstrukt in Form eines Gedankenexperimentes präsentiert, welches in der institutionell-ökonomischen Reform des Ratingsystems gipfelt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Rating als zentrales Instrument des Finanzmarktes

2.1 Historische Entwicklung des Ratingsystems

2.2 Komplikationen, Krisen, Konsequenzen – Exemplarische Darstellung der globalen Finanzkrise 2007-2009 als Ratingkrise

2.3 Moderner Ratingmarkt und das Oligopol der Big Three

3. Theoretische Grundlage & ökonomische Funktion des Ratings

3.1 Theorie der Rating-Intermediation

3.1.1 Ökonomische Funktion des Ratings

3.1.2 Empirische Fundierung des Intermediationseffektes

3.2 Rating-Dekomposition

3.2.1 Formen

3.2.2 Kriterien

3.2.3 Skalen

3.2.4 Aussagekraft

3.2.5 Risikoprämien unter Betrachtung des europäischen Anleihenmarkts

3.3 Systemische Interessensproblematik

3.3.1 Interessenkollision als Folge eines verzerrten Anreizsystems

3.3.2 Reputationsmechanismus als Ansatz der Selbstregulation

3.4 Relevanz des Ratings – Ein Zwischenfazit

4. Reformperspektiven des Ratingsystems

4.1 Rating-Reformen in Folge der Weltfinanzkrise

4.1.1 Grundzüge der Regulierungstheorie

4.1.2 Reformmaßnahmen der USA

4.1.3 Reformmaßnahmen der EU

4.1.4 Maßnahmen auf supranationaler Ebene – Ein Blick auf Basel III

4.2 Kritische Würdigung des Konkurrenz-Ansatzes

4.3 Institutionell-ökonomische Reform – Ein theoretisches Konstrukt

4.3.1 Deprivatisierung

4.3.2 Supranationale Monopolisierung

5. Fazit & Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert kritisch die Theorie und Struktur des Ratingsystems, um ein konzeptionelles Umdenken hin zu einer institutionell-ökonomischen Reform zu begründen. Ausgehend von der Rolle der Ratingagenturen in der globalen Finanzkrise wird untersucht, wie Machtkonzentration und Interessenskonflikte durch eine stärkere Regulierung und alternative Organisationsmodelle adressiert werden können.

  • Historische und theoretische Analyse der Rolle von Ratingagenturen im Finanzmarkt.
  • Untersuchung der strukturellen Mängel des „Issuer-Pays“-Modells und des Oligopols der Big Three.
  • Kritische Evaluation bestehender Reformansätze in den USA und der EU sowie des Konkurrenz-Ansatzes.
  • Entwurf eines theoretischen Konstrukts für eine institutionell-ökonomische Reform durch Deprivatisierung und supranationale Monopolisierung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Historische Entwicklung des Ratingsystems

Im Jahre 1841 gründet der Amerikaner Lewis Tappan die Mercantile Agency als sog. Credit Reporting Agency (z. Dt. Kreditauskunftei) in New York City. Ziel dieser Unternehmung ist die Reportage, d.h. Berichtserstattung, über die wirtschaftliche Situation amerikanischer Unternehmen, zur Schaffung einer Entscheidungsgrundlage für Waren- bzw. Handelskredite. Bis zu diesem Zeitpunkt treffen sich potenzielle Vertragspartner in aufwendig organisierten Regionalverbänden zusammen und tauschen unternehmensrelevante Daten untereinander aus. Die durch Kreditauskunfteien erfolgende Akkumulation und geschäftsmäßige Verbreitung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, überwindet diese zeitlichen und lokalen Differenzen und schafft eine effizientere Möglichkeit der adäquaten Informationszuteilung. Es etabliert sich eine frühe deskriptive Form der Rating-Intermediation. Die Arbeit der Credit Reporting Agencies folgt unterdessen in keinem einheitlichen Modell, sie trägt jedoch bereits in einem erheblichen Umfang zur zielgerichteten Bestimmung und Standardisierung der Bonitätskriterien bei.

Als die treibenden Faktoren in der Entstehungsgeschichte des Ratingsystems, gelten der Aufbau und die territoriale Expansion des US-amerikanischen Eisenbahnnetzwerkes in Mitte des 18. Jahrhunderts, deren Realisierung durch eine hohe Kapitalbindung gekennzeichnet ist. Im Zuge einer erforderlichen Kapitalakquisition emittieren die Eisenbahngesellschaften sog. Unternehmensanleihen als festverzinsliche Wertpapiere. Der Prozess von Angebot und Nachfrage nach langfristig bereitgestellten Krediten formt den US-Corporate Bond Market, als den bis heute international dominierenden Anleihenmarkt. Die steigende Nachfrage nach sog. Eisenbahnanleihen, veranlasst John Moody im Jahre 1909 zur Erstellung des ersten strukturierten Ratings von Eisenbahnanleihen nach heutigen Kriterien. Aus den anfänglichen Kreditauskunfteien entwickeln sich unter Verwendung spezifischer Methoden und einheitlicher Bonitätskriterien, fortan systematisch arbeitende Agenturen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Einleitung in die Thematik der Ratingagenturen und deren Machtstellung im modernen Finanzkapitalismus unter Einbeziehung der historischen Krisendynamiken.

2. Rating als zentrales Instrument des Finanzmarktes: Untersuchung der historischen Entwicklung und der oligopolistischen Marktstruktur der Ratingagenturen sowie deren Rolle in der Finanzkrise 2007-2009.

3. Theoretische Grundlage & ökonomische Funktion des Ratings: Analyse der theoretischen Fundierung der Rating-Intermediation, der Kriterien und Skalen sowie der systemischen Interessensproblematik durch Anreizverzerrungen.

4. Reformperspektiven des Ratingsystems: Diskussion der bisherigen regulatorischen Maßnahmen in den USA und der EU sowie Entwurf eines alternativen Modells für eine institutionell-ökonomische Reform.

5. Fazit & Schlussfolgerung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für ein konzeptionelles Umdenken zur Stärkung der Finanzmarktstabilität.

Schlüsselwörter

Ratingagenturen, Finanzmarkt, Finanzkrise, Rating-Intermediation, Big Three, NRSRO, Interessenskonflikt, Issuer-Pays-Modell, Regulierung, institutionelle Reform, Bonitätsprüfung, Marktoligopol, Finanzstabilität, Risikoprämie, Deprivatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen, die Marktstruktur und die ökonomische Rolle von Ratingagenturen sowie die Notwendigkeit und Möglichkeiten einer grundlegenden institutionellen Reform des Ratingsystems.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung des Ratings, das Oligopol der "Big Three"-Agenturen, die ökonomischen Funktionen des Ratings bei Informationsasymmetrien sowie verschiedene Regulierungs- und Reformansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das aktuelle Ratingsystem kritisch zu evaluieren, um ein konzeptionelles Umdenken für eine institutionell-ökonomische Reform zu begründen, die über bisherige, oft ineffektive Regulierungsversuche hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine theoretische Analyse auf Basis der neoinstitutionalistischen Finanzierungstheorie sowie eine empirische Bestandsaufnahme unter Verwendung von Marktdaten und Studien zur Regulierungsökonomik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Marktstruktur, eine theoretische Analyse der Ratingfunktion und eine kritische Würdigung der US-amerikanischen und europäischen Reformen inklusive des Entwurfs eines neuen theoretischen Modells.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ratingagenturen, Finanzmarkt, Oligopol, Issuer-Pays-Modell, Finanzkrise, Regulierung, institutionelle Reform und Marktversagen.

Welche Rolle spielen die "Big Three" in diesem Dokument?

Die "Big Three" (Standard & Poor's, Moody's und Fitch) werden als dominierende Marktakteure identifiziert, die trotz regulatorischer Eingriffe ihre marktbeherrschende Stellung beibehalten konnten.

Was wird mit der "institutionell-ökonomischen Reform" konkret vorgeschlagen?

Die Arbeit schlägt ein zweiteiliges Modell vor: eine Deprivatisierung des Ratingwesens, bei der die Erstellung von Ratings in öffentliche Hand übergeht, kombiniert mit einer supranationalen Monopolisierung, um Machtkonzentrationen in privaten Händen und Anreizprobleme wie das Rating-Shopping zu beenden.

Final del extracto de 65 páginas  - subir

Detalles

Título
Institutionell-ökonomische Reform des Ratingmarktes. Eine kritische Analyse der Theorie und Struktur des Ratingsystems
Universidad
University of Wuppertal  (Europäisches Institut für Internationale Wirtschaftsbeziehungen)
Calificación
1,7
Autor
N. Bogner (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
65
No. de catálogo
V990557
ISBN (Ebook)
9783346369062
ISBN (Libro)
9783346369079
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ratingsystem Ratingmarkt ökonomische Reform Reformpolitik Big Three Moody's Fitch Standard & Poor's Reform Institution Institutionell-ökonomische Reform Struktur und Theorie des Ratingsystems Rating Ratingklasse Ratingnote
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
N. Bogner (Autor), 2020, Institutionell-ökonomische Reform des Ratingmarktes. Eine kritische Analyse der Theorie und Struktur des Ratingsystems, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990557
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Extracto de  65  Páginas
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