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"Dionysus in 69" von Richard Schechners. Suche nach dem Tragischen durch Nitzsche und Lehmann

Titel: "Dionysus in 69" von Richard Schechners. Suche nach dem Tragischen durch Nitzsche und Lehmann

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Celina Schneider (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll anhand von theoretischen Auseinandersetzungen mit der Theaterform der Tragödie diskutiert werden, ob und inwiefern sich Tragik beziehungsweise tragische Elemente in der Performance "Dionysus in 69" vom Regisseur Richard Schechner finden lassen. Die dramatische Vorlage hierfür war nämlich "Die Bakchen", eine Tragödie in Textform aus dem antiken Griechenland von Euripides.

In der Performance selbst findet man aber, entgegen der Vorlage und den Ausarbeitungen des Aristoteles in seiner Poetik, kaum Beweise dafür, dass es sich hierbei ebenfalls um die Aufführung einer Tragödie handelt. Wie passt also eine antike Tragödie mit einer postdramatischen Performance zusammen? Welche tragischen Elemente kann man, entgegen der Argumentation des Aristoteles, in dieser Performance finden? Diese Fragen sollen im Fokus der Arbeit stehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Suche nach dem Tragischen in Dionysus in 69

2.1 Argumentationsversuch mit Nietzsche

2.2 Argumentationsversuch mit Lehmann

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich trotz des postdramatischen Charakters der Performance Dionysus in 69 von Richard Schechner tragische Elemente identifizieren lassen, indem sie die antike Vorlage Die Bakchen von Euripides mit den theoretischen Ansätzen von Aristoteles, Friedrich Nietzsche und Hans-Thies Lehmann vergleicht.

  • Analyse der Performance Dionysus in 69 als Environmental Theatre.
  • Gegenüberstellung von aristotelischen Kategorien der Tragödie und moderner Performance-Praxis.
  • Anwendung der dionysisch-apollinischen Tragödientheorie Nietzsches auf die Aufführung.
  • Untersuchung des Konzepts der "tragischen Erfahrung" im postdramatischen Theater nach Lehmann.
  • Bedeutung der Partizipation und des Ritualcharakters für das Verständnis von Tragik.

Auszug aus dem Buch

2. Die Suche nach dem Tragischen in Dionysus in 69

Definieren kann man die Art von Theater, die Schechner in Dionysus in 69 mit der Performance Group erarbeitet hat, als „Environmental Theatre“. Hierbei solle es also darum gehen, Theater als öffentliche Kunst zu zelebrieren und die Beziehungen zwischen Publikum und Akteuren auf der Bühne zu hinterfragen, so Dan Isaac.

Im Folgenden ist es wichtig, einige von Aristoteles definierte Bestandteile der Tragödie im Hinblick auf die Aufführung von Dionysus in 69 zu untersuchen, um einen Ausgangspunkt für die weitere Betrachtung zu erhalten. Aristoteles definiert die Tragödie wie folgt:

„Die Tragödie ist Nachahmung einer guten und in sich geschlossenen Handlung von bestimmter Größe, in anziehend geformter Sprache, wobei diese formenden Mittel in den einzelnen Abschnitten je verschieden angewandt werden – Nachahmung von Handelnden und nicht durch Bericht, die Jammer und Schaudern hervorruft und hierdurch eine Reinigung von derartigen Erregungszuständen bewirkt.“

Untersuchen wir also zuerst den Bestandteil der Handlung bei Aristoteles und vergleichen ihn dann mit Schechners Auffassungen. Nach Aristoteles muss die Handlung „geschlossen“ sein, das heißt, es muss einen Anfang, eine Mitte und ein Ende geben. „Demzufolge dürfen Handlungen, wenn sie gut zusammengefügt sein sollen, nicht an beliebiger Stelle einsetzen noch an beliebiger Stelle enden.“ Ausgangspunkt von Aristoteles war also eine sich entwickelnde Handlung, bei der die Bestandteile zu ihrer Fortschreitung beitragen mussten. Schechner hingegen verfolgt mit der Performance Dionysus in 69 ein anderes, neues Konzept: das „Ereignis-konzept“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie tragische Elemente in der postdramatischen Performance Dionysus in 69 trotz der Abkehr von klassischen aristotelischen Strukturen zu finden sind.

2. Die Suche nach dem Tragischen in Dionysus in 69: Dieses Kapitel vergleicht die Theorie der Handlung bei Aristoteles mit Schechners Ereigniskonzept und analysiert das Stück anhand von Nietzsches und Lehmanns Tragödientheorien.

2.1 Argumentationsversuch mit Nietzsche: Es wird untersucht, wie sich die dionysischen und apollinischen Kräfte in der Performance manifestieren und wie das Publikum in den rauschhaften Prozess involviert wird.

2.2 Argumentationsversuch mit Lehmann: Basierend auf dem postdramatischen Theaterbegriff wird dargelegt, dass tragische Erfahrung nicht an das Drama gebunden ist, sondern durch ritualhafte Inszenierung und Theophanie entsteht.

3. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass tragische Elemente in Dionysus in 69 durch die Neuinterpretation der Bakchen und die aktive Partizipation des Publikums erfolgreich als moderne Form der Tragödie erfahrbar gemacht werden.

Schlüsselwörter

Dionysus in 69, Richard Schechner, Tragödie, Aristoteles, Friedrich Nietzsche, Hans-Thies Lehmann, Postdramatik, Die Bakchen, Environmental Theatre, Theophanie, Ereigniskonzept, Partizipation, Euripides, Dionysisch, Apollinisch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie tragische Elemente in der postdramatischen Performance Dionysus in 69 von Richard Schechner nachweisbar sind, obwohl das Stück von klassischen tragischen Aufführungsmodellen abweicht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Tragödientheorie, die Differenz zwischen Drama und Performance, das Verhältnis von Theater und Ritual sowie die gesellschaftspolitischen Einflüsse der 1968er Jahre auf das Theater.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Anwendung theoretischer Ansätze (Nietzsche, Lehmann) aufzuzeigen, dass tragische Erfahrung auch in modernen, partizipativen Performance-Formen möglich ist und nicht zwangsläufig an die aristotelische Dramenform gebunden bleibt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretisch-analytische Methode, bei der sie klassische und moderne Tragödientheorien mit Theaterkritiken und den spezifischen Eigenschaften der Performance Dionysus in 69 abgleicht.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Rekonstruktion der Performance, die Analyse der Rollenverteilung, die Auseinandersetzung mit Aristoteles' Definition der Handlung und die theoretische Fundierung durch Nietzsche und Lehmann.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind das Dionysische, das Apollinische, das Environmental Theatre, die Theophanie sowie das Konzept der Wiederkehr des Verdrängten.

Wie unterscheidet sich Schechners Aufführung von klassischen Inszenierungen der Bakchen?

Schechner nutzt kein geschlossenes Handlungsmodell, sondern ein Ereigniskonzept, das auf Partizipation, Auflösung der Trennung von Bühne und Zuschauerraum und die Einbeziehung privater Erfahrungen der Performer setzt.

Welche Rolle spielt die Theophanie laut Hans-Thies Lehmann in diesem Kontext?

Lehmann beschreibt die Theophanie als eine durch Tanz und Rhythmus erzeugte "Gotteserscheinung" im Körper des Performers, die das Publikum in eine tragische Erfahrung jenseits der bloßen ästhetischen Betrachtung einbindet.

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Details

Titel
"Dionysus in 69" von Richard Schechners. Suche nach dem Tragischen durch Nitzsche und Lehmann
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Celina Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V990592
ISBN (eBook)
9783346366412
ISBN (Buch)
9783346366429
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dionysus richard schechners suche tragischen nitzsche lehmann
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Celina Schneider (Autor:in), 2019, "Dionysus in 69" von Richard Schechners. Suche nach dem Tragischen durch Nitzsche und Lehmann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990592
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Leseprobe aus  13  Seiten
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