Am 20. März 2019 ist die US-amerikanische Filmproduktionsgesellschaft Twentieth Century Fox Film Corporation Teil der Walt Disney Company geworden. Diese Firmenübernahme gilt als die kostspieligste in der Filmgeschichte. Die Frage, die bei der Betrachtung dieser Akquisition im Mittelpunkt stehen soll, ist die, inwiefern es Unterschiede in der Berichterstattung gab.
Hierbei wird vergleichend untersucht, wie die Konzerne selbst in ihren Pressemitteilungen Stellung dazu genommen haben und anhand von Berichten aus den Online-Archiven der Branchenblätter Hollywood-Reporter und Variety die Rezeptionsgeschichte der Akquisition von Fox durch Disney beschrieben.
Zunächst wird aber in einem ersten Schritt so kurz wie möglich die über 100 Jahre alte Geschichte von Twentieth Century Fox beschrieben, die bereits 1915 ihren Anfang fand, um einen Überblick darüber zu erhalten, welche technischen Errungenschaften der Konzern in die Filmlandschaft brachte, die dort oftmals zum Standard wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Twentieth Century Fox vor der Akquisition
3. Disneys Akquisition von Fox
3.1 Pressemitteilungen durch Fox und Disney
3.2 Berichterstattung durch Hollywood Reporter und Variety
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Berichterstattungsweisen zur Übernahme der Twentieth Century Fox Film Corporation durch die Walt Disney Company und analysiert dabei vergleichend offizielle Unternehmensmitteilungen gegenüber der Berichterstattung in den Branchenblättern Hollywood Reporter und Variety.
- Historische Entwicklung des Studios Twentieth Century Fox
- Analyse offizieller Pressemitteilungen beider Konzerne
- Kritische Rezeption des Deals in Fachmedien
- Auswirkungen der Übernahme auf den Wettbewerb
- Folgen für die Belegschaft und personelle Umstrukturierungen
Auszug aus dem Buch
3.2 Berichterstattung durch Hollywood Reporter und Variety
Im Folgenden soll die Berichterstattung durch die Branchenblätter Hollywood Reporter und Variety untersucht werden. Um einen Überblick über die gesamte Spannbreite dieser Berichterstattung zu erhalten, habe ich jeweils die Stichworte „Disney Fox Deal“ bei beiden Suchleisten der Branchenblätter eingegeben. Insgesamt umfasst dieses Thema allein bei Variety 8.194 Artikel aus den letzten zwölf Monaten. Aufgrund dieser unüberschaubaren Anzahl werde ich mich auf Artikel beziehen, die mit den vorhergehenden Betrachtungen vergleichbar sind.
Variety äußerte sich erstmalig am 12. Dezember 2017. Brent Lang, der sich zusammen mit Cynthia Littleton über die Jahre hinweg mit diesem Thema beschäftigte, schrieb neben den zu dieser Zeit bekannten Fakten:
„The pact is expected to dramatically reshape the entertainment business, eliminating one of the six major studios and giving Disney access to a vast library of shows and movies as it tries to launch a streaming competitor to Netflix. Under CEO Bob Iger, Disney has established a reputation for spending big to nab major entertainment companies, shelling out billions for the likes of Marvel, Pixar, and Lucasfilm.“
Man findet also skeptische Aussagen, die diesen geplanten Deal kritisch betrachten. Behauptungen dieser Art sind auf den offiziellen Seiten von Disney und Fox natürlich nicht zu finden. Ein weiteres Beispiel hierfür sind die bereits im Dezember 2017 aufkommenden Gerüchte, dass die Akquisition auch zur Folge haben kann, dass viele Arbeitsplätze eingestrichen werden müssen. An einigen Stellen wird Disney auch als ein Unternehmen dargestellt, das nach Umsatz und Macht mit allen Mitteln giert. Zum Beispiel berichtet Brent Lang:
„Disney had been notorious for driving hard bargains with theater owners and insisting that if they wanted access to the next Marvel or Star Wars movie they had to surrender more of the profits. If the Fox deal goes through, Disney will have increased its leverage and could be able to demand and receive an even richer deal from exhibitors.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Übernahme von Twentieth Century Fox durch Disney und Darlegung der methodischen Vorgehensweise sowie der historischen Einordnung.
2. Twentieth Century Fox vor der Akquisition: Rückblick auf die Unternehmensgeschichte von Fox seit 1915 unter besonderer Berücksichtigung bedeutender Führungspersönlichkeiten und technischer Innovationen.
3. Disneys Akquisition von Fox: Detaillierte Untersuchung der Kommunikation rund um den Deal, unterteilt in offizielle Firmensicht und die kritische mediale Rezeption durch Branchenblätter.
4. Schlussbetrachtung: Einordnung der Übernahme als horizontale Fusion und Fazit hinsichtlich der veränderten Wettbewerbslandschaft sowie des Einflusses der Berichterstattung.
Schlüsselwörter
Disney, Fox, Twentieth Century Fox, Akquisition, Medienbranche, Filmindustrie, Variety, Hollywood Reporter, Fusion, Streaming, Wettbewerb, Unternehmenskultur, Berichterstattung, Marktanteile, Unternehmensgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Übernahme von Twentieth Century Fox durch Disney und vergleicht dabei die offizielle Selbstdarstellung der beteiligten Konzerne mit der kritischen Berichterstattung durch spezialisierte Branchenmedien.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Unterschiede in der Informationspolitik und der Rezeptionsgeschichte dieses bedeutenden Wirtschaftsdeals aufzuzeigen und zu verstehen, wie unterschiedliche Quellen das Ereignis framing.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse, bei der offizielle Pressemitteilungen den Inhalten aus Fachmagazinen wie Variety und dem Hollywood Reporter gegenübergestellt werden.
Welche Aspekte der Unternehmenskultur werden beleuchtet?
Besonders die Ära unter William Fox und spätere Entwicklungen unter Darryl Zanuck und Rupert Murdoch dienen als historischer Rahmen, um die Bedeutung und Wandlungsfähigkeit des Studios zu verstehen.
Was ist das zentrale Ergebnis der Schlussbetrachtung?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es sich um eine horizontale Fusion handelt, die den Wettbewerb in Hollywood reduziert, aber gleichzeitig durch neue Dienste wie Disney+ neuen Wettbewerb im Streaming-Sektor erzeugt.
Welche Branchenmedien wurden für die Recherche herangezogen?
Hauptsächlich wurde mit den Online-Archiven von Variety und dem Hollywood Reporter gearbeitet, um eine kritische Perspektive jenseits der PR-Mitteilungen der Konzerne zu erhalten.
Warum spielt die Rolle von Netflix eine wichtige Rolle im Text?
Netflix fungiert als treibender Faktor für den Deal, da Disney durch die Übernahme von Fox-Inhalten die Schlagkraft für den Aufbau des eigenen Streaming-Dienstes Disney+ maßgeblich erhöhen wollte.
Welche Rolle spielen Mitarbeiter in der medialen Debatte?
Die Berichterstattung thematisiert kritisch die drohenden Entlassungen und die Unsicherheit der Belegschaft, ein Aspekt, der in den offiziellen Mitteilungen der Unternehmen meist ausgeklammert wird.
- Arbeit zitieren
- Celina Schneider (Autor:in), 2019, Der Disney-Fox-Deal. Eine Untersuchung der Berichterstattung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990599