In dieser Arbeit soll die entworfene Unterrichtskonzeption zur Lektüre "Der Junge im gestreiften Pyjama" von John Boyne innerhalb des Seminars "Didaktik der Erinnerung – Holocaust als Unterrichtsthema in der Sekundarstufe l und ll" zusammengefasst und reflektiert werden. Demzufolge wird in Kapitel 2 die Unterrichtkonzeption in seinen Einzelheiten vorgestellt. An dieser Stelle erfolgt die Analyse der Methoden und Sozialformen sowie die Einordnung des Unterrichtsgegenstands anhand des Hessischen Kerncurriculums. Auch die Ziele und Leitfragen der Unterrichtskonzeption werden hier erläutert.
Weiter werden in Kapitel 3 die Herausforderungen und Schwierigkeiten, die sich im Unterrichtsgeschehen für Lehrkräfte und SchülerInnen bezüglich des Unterrichtsgegenstands ergeben, erarbeitet. Dort wird auch auf die Rolle des Holocausts im Deutschunterricht eingegangen. Abschließend wird die Unterrichtskonzeption im Fazit kritisch betrachtet. Dementsprechend wird hier auch auf die Frage eingegangen, ob sich die Lektüre "Der Junge im gestreiften Pyjama" als Unterrichtsgegenstand eignet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Unterrichtskonzeption
3 Herausforderungen und Schwierigkeiten
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit reflektiert eine Unterrichtskonzeption zum Jugendroman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ für die Sekundarstufe I, mit dem Ziel, Möglichkeiten und Grenzen der Vermittlung des Holocaust im Deutschunterricht aufzuzeigen und kritisch zu diskutieren.
- Didaktik der Erinnerung im Deutschunterricht
- Einsatz von Lesetagebüchern zur Förderung literarischer Kompetenzen
- Methoden zur Vermittlung komplexer historischer Themen
- Kritische Analyse der Lektüre hinsichtlich Enthistorisierung
- Berücksichtigung des Beutelsbacher Konsenses
Auszug aus dem Buch
2 Unterrichtskonzeption
Bei der Unterrichtskonzeption handelt es sich um die Ausarbeitung einer Unterrichtseinheit zu der Lektüre „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Der Kinder- und Jugendroman wurde von John Boyne verfasst und im Jahr 2006 veröffentlicht.
Im Mittelpunkt des Romans steht der neunjährige Junge Bruno, welcher mit seiner Familie aus Berlin wegzieht, weil sein Vater eine militärische Führungsposition im Konzentrationslager Auschwitz übernehmen soll. Bruno wird als ein intelligenter und doch sehr naiver Junge dargestellt, welcher von dem Holocaust und der Bedeutung des Konzentrationslagers Auschwitz nichts versteht. Unbewusst freundet er sich mit dem jüdischen Jungen Schmuel an, welcher Insasse des Lagers ist. Während seine Eltern nichts von der freundschaftlichen Beziehung mitbekommen, gelingt es Bruno, das Konzentrationslager zu betreten und seinem Freund Schmuel bei der Suche nach seinem Vater zu helfen. Tragischerweise kommt er dabei zum Tode.
Die Geschichte wird aus der Perspektive des Jungen Bruno geschildert. Es handelt sich dabei um einen personalen Erzähler, sodass sich die gegebenen Informationen auf Brunos Sichtweise begrenzen. Demnach ist der Roman durch eine kindliche Sprache gekennzeichnet, weshalb sich Schüler/innen gut in die Hauptfigur hineinversetzen können. Die Lektüre lässt sich demzufolge als Unterrichtsgegenstand einer achten/neunten Klasse eines Gymnasiums zuordnen. Bei dem Einsatz ist auf die Reife und Mentalität der Jugendlichen Rücksicht zu nehmen. Diesbezüglich kann die Lektüre in Abhängigkeit vom Lernstand der Schüler/innen bereits früher oder aber auch erst später in der Oberstufe seine Anwendung finden. Das Ziel der Unterrichtskonzeption besteht darin, durch die Lektürearbeit ein umfassendes literarisches Verständnis zum Holocaust zu erhalten und die Gegebenheiten zurzeit des Nationalsozialismus zu vermitteln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Ziel der Arbeit vor, die Unterrichtskonzeption zu reflektieren, die Methoden zu analysieren und die didaktische Eignung der Lektüre kritisch zu prüfen.
2 Unterrichtskonzeption: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der Unterrichtseinheit, den Einsatz von Lesetagebüchern sowie die Einbettung in die Kompetenzbereiche des Hessischen Kerncurriculums.
3 Herausforderungen und Schwierigkeiten: Es werden die didaktischen Hürden beleuchtet, die durch die Thematisierung des Holocausts und die spezifische, teils verharmlosende Darstellung in der Lektüre entstehen.
4 Fazit: Das Fazit bewertet die Eignung des Romans kritisch und betont die Verantwortung der Lehrkraft, durch ergänzende Materialien historische Authentizität zu sichern.
Schlüsselwörter
Holocaust, Unterrichtskonzeption, Der Junge im gestreiften Pyjama, Deutschunterricht, Lesetagebuch, Nationalsozialismus, Literaturdidaktik, Spinner, Erinnerungskultur, Sekundarstufe I, Lehrerrolle, Fiktionalität, historische Bildung, Kompetenzförderung, Adorno.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert eine entworfene Unterrichtskonzeption zur Behandlung des Romans „Der Junge im gestreiften Pyjama“ im Rahmen des Deutschunterrichts in der Sekundarstufe I.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die didaktische Aufbereitung des Holocausts, die Förderung literarischer Kompetenzen durch Lesetagebücher sowie die kritische Reflexion des historischen Gehalts der gewählten Lektüre.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtskonzeption?
Das Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern durch die Lektürearbeit ein umfassendes literarisches Verständnis zum Holocaust zu vermitteln und ein Bewusstsein für die Gegebenheiten zur Zeit des Nationalsozialismus zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer didaktischen Analyse, orientiert an den „Elf Aspekten Literarischen Lernens“ nach Kaspar H. David Spinner sowie unter Berücksichtigung des Hessischen Kerncurriculums.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Unterrichtseinheit inklusive Methodenwahl und in eine fundierte Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, die bei der Behandlung des Holocausts in der Schule auftreten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Neben dem Titel der Lektüre und dem Begriff Holocaust sind „Lesetagebuch“, „Didaktik der Erinnerung“ und „Kompetenzförderung“ entscheidende Schlagworte.
Warum wird die Lektüre als „märchenhaft“ bezeichnet?
Der Autor argumentiert, dass der Roman die historische Realität, etwa die Unmöglichkeit für Unbefugte, ein Konzentrationslager zu betreten, ausblendet und somit eine unrealistische Grundsituation schafft, die eine ergänzende Einordnung durch die Lehrkraft zwingend erforderlich macht.
Welche Rolle spielt der Beutelsbacher Konsens in der Arbeit?
Er dient als ethischer Leitfaden, um Schülern eine eigene Urteilsbildung zu ermöglichen, ohne ihnen Meinungen aufzudrängen, während gleichzeitig die Grenzen der Verharmlosung des Nationalsozialismus klar gezogen werden müssen.
- Arbeit zitieren
- Charly Waletzki (Autor:in), 2021, Reflexion zur Unterrichtskonzeption der Lektüre "Der Junge im gestreiften Pyjama" (Deutsch, Sekundarstufe 1 und 2, Gymnasium), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990790