Im Rahmen dieser Studienarbeit wird ein erlebnisorientiertes Trainingskonzept zur Konfliktlösung eines neu zusammengesetzten Marketingteams, konzipiert. Im ersten Theorieteil der Arbeit wird näher auf die Themen der Erlebnispädagogik und handlungsorientiertem Lernen eingegangen. Im zweiten theoriegeprägten Part, werden die Trainingsinhalte "Konfliktmanagement und Kommunikation" verstärkt behandelt. Im anwendungsorientierten Teil wird zunächst das Unternehmen vorgestellt, im Anschluss wird die Auftragsklärung/Bedarfsanalyse sowie die Analyse der Teilnehmer/Zielgruppe durchgeführt. Anschließend wird das Grobkonzept der Trainingsmaßnahme erläutert und eine Bewertung des Konzepts nach den Qualitätskriterien für ein erlebnis- und handlungsorientiertes Training vorgenommen.
Wo immer Menschen zusammenarbeiten und sich begegnen entstehen Konflikte. Konflikte stellen seit der Existenz der Menschheit, ein Phänomen dar. Sie sind quasi unvermeidbar. Tagtäglich treffen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnisse, Interessen, Erwartungen, Befindlichkeiten, Handlungsintentionen oder Zielvorstellungen aufeinander. Diese Tatsache
erklärt die Ursachen für das alltägliche Aufkommen von Konflikten in den unterschiedlichsten Lebensbereichen.
In der Arbeitswelt kann man feststellen, das gerade in den Bereichen, Teamarbeit sowie Arbeitsaufteilung, verschiedene Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Charakteren in komplexen und hierarchisch organisierten Strukturen
aufeinandertreffen und auch miteinander arbeiten müssen. Konflikte aller Art sind da praktisch schon vorhersehbar. Untersuchungen haben ergeben, dass Konflikte nahezu ein Drittel der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter verbrauchen. Konflikte kosten dem Unternehmen Geld und müssen daher mit dem Einsatz eines gezielten Konfliktmanagement gelöst werden. Mit einem effektiven Konfliktmanagement können direkte Kosten, wie Projektverzögerungen, wie auch indirekte Kosten, wie die sinkende Motivation der Mitarbeiter, eingespart werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorieteil I: Erlebnispädagogik und handlungsorientiertes Lernen
2.1 Definition der Erlebnispädagogik
2.2 Ablaufphasen eines erlebnispädagogischen Trainings
2.2.1 Das Ereignis
2.2.2 Das Erlebnis
2.2.3 Die Reflexion und die Reflexionsmodelle
2.2.4 Der Transfer und die Transfermodelle
2.3 Lernprozesse erlebnispädagogischer Arbeit
2.4 Definition handlungsorientiertes Lernen
3. Theorieteil II: Die Trainingsthemen Konfliktmanagement und Kommunikation
3.1 Konflikt
3.1.1 Begriffsdefinition
3.1.2 Konfliktformen
3.1.3 Stufen der Konfliktentwicklung
3.2 Konfliktmanagement
3.2.1 Begriffsdefinition
3.2.2 Ziele und Aufgaben
3.2.3 Instrumente des Konfliktmanagements
3.3 Kommunikation
3.3.1 Begriffsdefinition
3.3.2 Schulz von Thun „vier Seiten einer Nachricht“
3.3.3 Schulz von Thun „vier Ohren des Empfängers“
4. Kurzportrait des Unternehmens Nestlé
5. Auftragsklärung und Bedarfsanalyse
6. Analyse der Zielgruppe
7. Zentrale Lernziele und Beschreibung des Trainingsthemas
8. Grobkonzept und Didaktik
8.1 Einleitung
8.2 Hauptteil
8.3 Trainingsausstieg
9. Bewertung des Konzepts nach den Qualitätskriterien erlebnis- und handlungsorientiertenTrainings
10. Erkenntnisse und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, ein erlebnisorientiertes Trainingskonzept zu entwickeln, das ein neu zusammengesetztes Marketingteam bei der Konfliktlösung unterstützt und ihre Kommunikationsfähigkeit nachhaltig fördert. Die Forschungsarbeit erörtert, wie durch handlungsorientierte Methoden und gezielte Reflexion ein harmonisches Arbeitsumfeld geschaffen werden kann, um Reibungsverluste durch ungelöste Konflikte im beruflichen Alltag zu minimieren.
- Grundlagen der Erlebnispädagogik und handlungsorientiertes Lernen
- Theoretische Fundierung von Konfliktmanagement und Kommunikation
- Analyse von Konfliktstufen nach dem Glasl-Modell
- Anwendung des Kommunikationsquadrats von Schulz von Thun
- Entwicklung eines praxisorientierten Trainingsdesigns für Teams
Auszug aus dem Buch
3.1.3 Stufen der Konfliktentwicklung
Für eine erfolgreiche Bearbeitung von Konflikten, genügt es nicht, nur zu wissen, um welche Art von Konflikt es sich handelt. Es ist ebenfalls notwendig, das Stadium, in welches sich der Konflikt momentan befindet, zu identifizieren. Konflikte bauen sich häufig über einen gewissen Zeitraum hinweg auf und verlaufen in der Regel systematisch nach einer bestimmten Stufenabfolge. Sie kündigen sich oft schon sehr früh und ziemlich unauffällig an. Je eher man eingreift, desto schneller und leichter kann das Problem gelöst werden. Kommt es jedoch zu einer Eskalation, verhärten sich die bestehenden Fronten und eine Lösung ist meist nur noch schwer und in einem langwierigen Prozess zu erreichen. Deshalb sollten Konflikte so früh wie möglich erkannt und entsprechend ihrem bisherigen Verlauf gelöst werden.
In der Literatur werden die einzelnen Stufen eines Konfliktverlaufs auf verschiedene Arten dargestellt. Eine ausführliche sowie anschauliche Darstellungsform des Konfliktverlaufs bietet Friedrich Glasl, indem er neun absteigende Stufen der Konfliktentwicklung unterscheidet. Diese reichen von der Entstehung eines Konflikts bis hin zu seiner Eskalation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Unvermeidbarkeit von Konflikten in der Arbeitswelt und begründet die Notwendigkeit eines zielgerichteten Konfliktmanagements zur Kostensenkung und Motivationssteigerung.
2. Theorieteil I: Erlebnispädagogik und handlungsorientiertes Lernen: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Erlebnispädagogik, die Phasen des Trainings sowie die Bedeutung von Lernprozessen und handlungsorientiertem Lernen.
3. Theorieteil II: Die Trainingsthemen Konfliktmanagement und Kommunikation: Detailliert die Begriffe Konflikt, Konfliktmanagement und Kommunikation und stellt relevante Modelle wie die neun Stufen der Konfliktentwicklung von Glasl sowie das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun vor.
4. Kurzportrait des Unternehmens Nestlé: Bietet einen Überblick über die Unternehmensgeschichte, Größe und Struktur des Lebensmittelkonzerns als Kontext für das Praxiskonzept.
5. Auftragsklärung und Bedarfsanalyse: Analysiert den Coaching-Auftrag und die Rahmenbedingungen, die zur Entscheidung für ein zweitägiges, erlebnisorientiertes Indoor-Training führten.
6. Analyse der Zielgruppe: Charakterisiert das neu zusammengesetzte Marketingteam hinsichtlich Alter, Zusammensetzung, Teamdynamik und bestehender Hierarchieverhältnisse.
7. Zentrale Lernziele und Beschreibung des Trainingsthemas: Definiert sieben operationalisierte Lernziele, die als Grundlage für die Trainingskonzeption dienen.
8. Grobkonzept und Didaktik: Skizziert den zeitlichen Ablauf und die methodische Struktur des zweitägigen Trainings, von der Einleitung über den Hauptteil bis zum Trainingsausstieg.
9. Bewertung des Konzepts nach den Qualitätskriterien erlebnis- und handlungsorientiertenTrainings: Reflektiert das Trainingsdesign unter Berücksichtigung von Planungs-, Prozess- und Qualitätsstandards.
10. Erkenntnisse und Zusammenfassung: Resümiert die Projektergebnisse und betont die Bedeutung eines geeigneten Trainers und einer sorgfältigen Organisation für den Erfolg erlebnispädagogischer Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Erlebnispädagogik, handlungsorientiertes Lernen, Konfliktmanagement, Kommunikation, Konfliktentwicklung, Friedrich Glasl, Schulz von Thun, Teamdynamik, Coaching, Training, Transfer, Reflexion, Konfliktstufen, Marketingteam, Personalentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption eines erlebnispädagogischen Trainings, das darauf abzielt, ein neu zusammengesetztes Marketingteam bei der Konfliktbewältigung zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Erlebnispädagogik, professionelles Konfliktmanagement, Kommunikationstheorien sowie die methodische Gestaltung von Teamtrainings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines Trainingskonzepts, das durch handlungsorientierte Übungen die Kommunikationsfähigkeit und Konfliktlösungskompetenz der Mitarbeiter stärkt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Modelle der Erlebnispädagogik und Kommunikation, kombiniert mit einer praxisnahen Bedarfs- und Zielgruppenanalyse für einen konkreten Unternehmenseinsatz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Konfliktstufen, Kommunikationsmodelle) und ein konkretes Anwendungskonzept für das Team bei Nestlé, inklusive eines detaillierten Trainerleitfadens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Erlebnispädagogik, Konfliktmanagement, Teamentwicklung, Kommunikationsquadrat und Handlungsorientierung charakterisiert.
Warum wird für das Training ein Ort außerhalb des Unternehmens gewählt?
Die Distanz zur gewohnten Arbeitsumgebung soll dabei helfen, vorbelastete Emotionen zu reduzieren und den Fokus voll auf die neuen Impulse und das Training zu lenken.
Welche Rolle spielt das "Schattenpartner-Modell"?
Die Schattenpartnerübung wird zur Etablierung einer Feedbackkultur eingesetzt, indem sich die Teilnehmer gegenseitig bei ihrer Arbeit beobachten und später Rückmeldung geben.
- Quote paper
- Fereshta Hamidzada (Author), 2016, Entwicklung eines erlebnisorientierten Trainingskonzeptes zur Konfliktlösung. Ein Beispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/990870