Konzentrationslager Auschwitz


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

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Konzentrationslager Auschwitz

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DAS KONZENTRATIONSLAGER AUSCHWITZ

Das ehemalige KZ Auschwitz, ca. 60 Kilometer von Krakau entfernt, liegt in einer

Sumpflandschaft. Wegen der günstigen Verkehrslage wählte die SS eine ehemalige k.u.k. Kaserne als Standort für das Lager aus.

Der Komplex umfaßte ein Gebiet von 40 Quadratkilometer und beinhaltete auch ein weitläufiges Sperrgebiet. Unter dem ersten Lagerkommandanten, Rudolf Höss, begann im Mai 1940 der Aufbau des Lagers, später als Auschwitz I oder Stammlager bezeichnet. Die erste Ausbaustufe war für 7.000 Häftlinge geplant und bestand aus 28 zweistöckigen Backsteinbauten sowie hölzernen Nebengebäuden. Die durchschnittliche Belegstärke betrug 18.000 Gefangene. Das gesamte Areal war von einem doppelten starkstromgeladenen Stacheldrahtzaun umgeben. Über dem Eingangstor zum Lager stand als Hohn die Parole "ARBEIT MACHT FREI".

- Auf Anweisung von Heinrich Himmler wurde im Oktober 1941 mit dem Bau des Lagers Auschwitz II - Birkenau begonnen. Dieses - wesentlich größer als das Stammlager - umfaßte 250 Holz- und Steinbaracken. Die Höchstbelegung von Birkenau betrug 1943 ca. 100.000 Häftlinge. Im Gegensatz zum Stammlager war Birkenau von Beginn an als Vernichtungslager geplant.

In Birkenau standen die Krematorien II bis V (vom 22. März bis 25. Juni 1943 fertiggestellt), die jeweils mit einer Gaskammer ausgerüstet waren und nach Angaben der SS täglich 4.756 Leichen verbrennen konnten. Während eines Aufstandes am 7. Oktober 1944 sprengten Häftlinge die Gaskammer des Kremmatoriums IV. Im November 1944 demontierte die SS die Vernichtungsanlagen und sprengte die Krematorien. In der Nähe des KZ Auschwitz waren Industriebetriebe angesiedelt, die von der SS Häftlinge als Arbeitskräfte anmieteten. Das IG-Farben-Werk im Vorort Monowitz stellte beispielsweise synthetischen Gummi (Buna) her. Für die dort arbeitenden Häftlinge errichtete die SS am 31. Mai 1942 das Außenlager Auschwitz-Monowitz, ab Dezember 1943 Zentrale des KZ Auschwitz III. Die SS betrieb daneben auch eigene Wirtschaftsbetriebe und Bergwerke.

Insgesamt gab es 50 solcher Außenkommandos.

Das KZ Auschwitz wurde vom 17. bis 19. Januar 1945 von der SS evakuiert. Bis dahin wurden 405.000 Häftlingsnummern vergeben, davon ca. 132.000 an Frauen. (Diejenigen, die sofort ins Gas geschickt wurden, bekamen keine Nummer. Ihre Zahl liegt bei schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen.) Durch das Heranrücken der sowjetischen Front begann die SS das Lager zu evakuieren und schickte alle gehfähigen Häftlinge auf "Todesmärsche" in andere KZ. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Lager und etwa 5.000 zurückgelassene Kranke und Sterbende.

FRAUEN IN AUSCHWITZ

Im März 1942 wurde im Stammlager Auschwitz I die erste Frauenabteilung eingerichtet, indem das bisherige Männerlager durch eine zwei Meter hohe Ziegelmauer abgeteilt wurde. Die ersten Frauen waren 999 Häftlinge aus Ravensbrück.

Am 16. August 1942 erfolgte die Auflösung des Frauenlagers in Auschwitz I und die Übersiedlung nach Birkenau. Zu diesem Zeitpunkt fand die erste Massenvernichtung von weiblichen Häftlingen statt. Von den 12.000 Lagerinsassinnen der Frauenabteilung wurden 4.000 noch in Auschwitz I vergast. Alle übrigen wurden nach Birkenau gebracht. Das erste Frauenlager in Birkenau war bald so überfüllt, dass durch einen weiteren Teil des bisherigen Männerlagers ergänzt werden musste.1944 wurden nochmals weitere Lagerteile dem Frauenlager eingegliedert.

Da in Birkenau nur wenige weibliche deutsche politische Häftlinge inhaftiert waren, war ihr Anteil an Lagerfunktionärinnen sehr gering. Die Mehrzahl an Lagerfunktionärinnen stellten deutsche Prostituierte. Es gab allerdings auch eine dünne Schicht jüdischer Lagerprominenz (z.B. einige slowakische Jüdinnen), die jedoch die Ausnahme bildete, weil Juden neben Zigeunern und Slawen in der sozialen Struktur von der SS als "Untermenschen" eingestuft wurden. Das heißt sie wurden nicht der menschlichen Gesellschaft zugerechnet.

Die Frauen litten noch stärker als die männlichen Häftlinge unter der Überfüllung der Baracken, den völlig unzureichenden sanitären Einrichtungen, den endlosen Appellen und den Misshandlungen durch das SS-Wachpersonal.

Viele der SS-Aufseherinnen waren ihren männlichen Kollegen an Grausamkeit und Härte ebenbürtig. Es gab sogar eine Art Konkurrenz in der Brutalität der Behandlung der Häftlinge.

Besonders gefürchtet war die Oberaufseherin des Frauenlagers, Maria Mandel, die auch an Selektionen teilnahm.

Die Frauen verfielen körperlich und seelisch schneller als die Männer und erreichten daher auch schneller den Zustand eines "Muselmannes". Die durchschnittliche Überlebenszeit für Frauen im Lager war im Schnitt um die Hälfte kürzer als der der männlichen Häftlinge.

Die Lebenserwartung war nur bei Frauen in "guten Arbeitskommandos" (z.B. Küche, Nähstube, Bedienung der Familie des Kommandanten, Schreiberinnen in der politischen Abteilung usw.) etwas höher. Alle anderen weiblichen Häftlinge mussten wie die Männer schwerste Arbeiten verrichten.

Für deutsche Prostituierte gab es die Möglichkeit im Lagerbordell zu arbeiten, das im ersten Stock des Blocks 24 in Auschwitz I eingerichtet war und als Belohnung für "verdienstvolle", hauptsächlich arische Lagerfunktionäre diente. Manche SS-Angehörige setzten sich über alle Verbote und Rassengesetze hinweg und nahmen intime Beziehungen zu weiblichen Gefangenen auf. Solche Beziehungen zu SS-Männern konnten den Frauen vorübergehend Vorteile bringen. Wurde das Verhältnis für die SS-Männer aber zur Gefahr, zögerten die meisten nicht, ihre Geliebte zu töten.

Frauen wurden auch zu pseudomedizinischen Versuchen herangezogen. Durch besondere Grausamkeit hervorgetan haben sich vor allem Dr.Schumann (Sterilisation durch Röntgenstrahlen, Dr. Clauberg (Sterilisierung durch chemische Präparate, künstliche Befruchtung von Frauen, Kastrierung von Männern) und DDr. Mengel (Zwillingsforschung, Rassenforschung an Zigeunern und zwergwüchsigen Menschen).

GASKAMMERN

Die effizienteste Methode der Vernichtung von Menschen war die Vergasung. Dafür verwendete die SS das Blausäurepräparat Zyklon B, welches bei Körpertemperatur in einem hermetisch verriegelten Raum verdampfte und innerhalb kürzester Zeit zum Erstickungstod führte.

Die ersten Vergasungsversuche fanden im September 1941 in den Arrestzellen des Blocks 11 im Stammlager von Auschwitz statt. Dann wurde die Leichenhalle beim Krematorium I als Gaskammer genutzt. Aufgrund der mangelhaften Geheimhaltung und begrenzten

Leistungsfähigkeit des Krematoriums I wich die SS 1942 nach Birkenau aus und baute zwei Bauernhäuser in einem Waldstück zu Gaskammern um. Die Leichen wurden über Schmalspurgleise zu den einige hundert Meter entfernten Gruben gefahren, wo sie zunächst verscharrt, im Herbst 1942 jedoch wieder ausgegraben und verbrannt wurden.

Da auch diese provisorischen Anlagen nicht ausreichten, begann man im Juli 1942 mit dem Bau der vier großen Todesfabriken, die zwischen März und Juni 1943 in Betrieb genommen wurden. Diese Vernichtungsstätten mussten von den Häftlingen selbst gebaut werden.

Hier waren alle Stationen des Vernichtungsprozesses räumlich zentralisiert und technisiert. Jede Einheit hatte Entkleidungsräume, Gaskammern sowie Retortenöfen zur Einäscherung der Toten.

DIE OPFER

Die Einlieferung in ein Konzentrationslager erfolgte ohne irgendwelche gesetzlichen Grundlagen. Durch die Notverordnung "Zum Schutz von Volk und Reich" vom 4. Januar 1934 konnten Polizeibehörden im Deutschen Reich ohne Gerichtsverfahren und zeitliche Begrenzung "zur Bekämpfung staatsfeindlicher Bestrebungen" über Personen die Schutzhaft verhängen. In der Regel sollte ein schriftlicher Schutzhaftbefehl der Berliner Zentrale der Gestapo und des RSHA der SS ausgestellt werden, doch traf dies nur für Personen aus dem Deutschen Reich zu.

Die Verfolgungsstruktur des Nationalsozialismus bezweckte die Ausschaltung von Feindgruppen, neben politischen Gegnern und potentiellen Volksfeinden waren es vor allem die Juden. Nach 1936 wurde die Verfolgung von politischen Gegnern auf Asoziale, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Zigeuner und Juden ausgedehnt.

Ab 1942 stellten die Juden die mit Abstand größte Häftlingsgruppe.

Durch das ständige Anwachsen der Aufgaben war die Lagerführung auf die Mitwirkung der Häftlinge angewiesen. Das System der kontrollierten Häftlingsselbstverwaltung war nach dem "Führerprinzip" aufgebaut - Lagerälterster, Blockältester, Capos der Arbeitskommandos. Dadurch entwickelte sich unter den Häftlingen eine Hierarchie, die der Struktur der SS ähnlich war. Die SS versuchte, die kriminellen Häftlinge als Funktionshäftlinge heranzuziehen, wodurch es zu ständigen Konflikten mit den politischen Häftlingen kam. In Auschwitz vermochten die politischen Häftlinge die kriminellen aus ihren Funktionen zu verdrängen. Durch die offizielle Zuteilung von Funktionen und Sonderstellungen durch die SS entstand eine Klasseneinteilung der Häftlinge:

- Die Häftlingsoberschicht oder "Lagerprominenz", ca. 1 - 2 % der Gefangenen

(Lagerälteste, Blockälteste, Häftlingsärzte etc.), waren vorwiegend deutsche Häftlinge mit nahezu unbeschränkten Vollmachten gegenüber den unterstellten Häftlingen. o Die Mittelschicht oder der "Mittelstand" (kleinere Funktionshäftlinge, wie Stubenälteste, Krankenpfleger, etc.) wiesen bessere Lebensbedingungen als die Masse der Normalhäftlinge auf, etwa 8 - 9 % der Häftlinge.

- Normalhäftlinge und ,,Muselmännern" stellten die große Masse unter meist

katastrophalen Lebensbedingungen. Infolge harter Arbeit, mangelnder Ernährung und harter Lagerbedingungen war für ein Überleben ein rascher Aufstieg in den Mittelstand oder in die "Prominenz" wichtig.

Der Großteil der Opfer, die in Auschwitz ermordet wurden, waren Juden, gefolgt von russischen Kriegsgefangenen und Zigeunern, die nach dem Auschwitzerlaß vom 29. Januar 1943 verschleppt wurden.

7 von 7 Seiten

Details

Titel
Konzentrationslager Auschwitz
Autor
Jahr
2000
Seiten
7
Katalognummer
V99088
ISBN (eBook)
9783638975377
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzentrationslager, Auschwitz
Arbeit zitieren
Pascal (Autor:in), 2000, Konzentrationslager Auschwitz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99088

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