Das Labyrinth oder die entmythifizierte Geschichte


Seminararbeit, 1998

20 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Labyrinth oder die entmythifizierte Geschichte
1. Gabriel García Márquez in seinem Labyrinth der Motive
1.1 Der Traum von Unabhängigkeit und Einheit
1.1.1 Die Entstehung des Traums
1.1.2 Desengaño und Festhalten am Traum
1.2 Das Labyrinth der soledad
1.2.1 Der Identitätskonflikt in Lateinamerika
1.2.2 Die Einsamkeit des Generals
2. Der Roman als Labyrinth
2.1 Der Protagonist
2.1.1 Held ohne Gesicht
2.1.2 Held ohne Handlung
2.2 Die labyrinthische Erzählstruktur
3. Die entmythifizierte Geschichte
3.1 Geschichte und Gegenwart
3.1.1 Die Ehre des Helden
3.1.2 Kritik an der Gegenwart
3.2 Geschichte als Roman
3.2.1 Elemente des historischen Romans
3.2.2 Nueva novela hist ó rica

III. Zusammenfassung

IV. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

„Das Labyrinth ist ein Bau, welcher aus einer großen Zahl von Gängen besteht, die sich in ihrem Aussehen nicht oder kaum voneinander unterscheiden. Jeder Gang ist an Anfang und Ende mit mindestens einem weiteren verbunden, jedoch so, daß der Wechsel vom einen in den nächsten immer auch einen Richtungswechsel impliziert, woraus wiederum folgt, daß man beim Beschreiten keine ‘große Richtung’ zu verfolgen vermag, die Orientierung verliert, sich im Kreise bewegt.“1

So lautet eine Definition des Begriffs Labyrinth.

„¡Cómo voy a salir de este laberinto!“2, fragt sich Simón Bolívar in García Márquez Roman, doch daß es sich hier nicht um eine architektonische Anlage wie oben beschrieben handelt, liegt auf der Hand. Was aber meint García Márquez mit dem Labyrinth des Generals? Und vor allem: Wie stellt er dieses Labyrinth dar? Das sind zwei der Leitfragen, die im ersten und zweiten Teil dieser Arbeit beantwortet werden sollen.

Bei dieser Untersuchung darf nicht außer Acht gelassen werden, daß es sich bei García Márquez’ General, anders als in seinen vorhergehenden Werken, um Simón Bolívar handelt, eine besonders im lateinamerikanischen Gedächtnis immer noch lebendige Persönlichkeit. Die Betrachtung der Darstellung des Generals und seiner letzten Reise führt zum dritten Teil der Arbeit, in dem versucht wird zu klären, was García Márquez mit seinem Roman beabsichtigt, wie er die reale Geschichte im fiktionalen Roman verarbeitet.

Als Textgrundlage dient natürlich El general en su laberinto von Gabriel García Márquez. Die Zitate und Seitenangaben ohne nähere Hinweise beziehen sich immer auf die in Barcelona herausgegebene Taschenbuchausgabe.3 Eine weitere, besonders für den dritten Teil der Arbeit wichtige Grundlage, ist der Aufsatz Re-Historisierung, De Historisierung von Joachim Küpper.

II. Das Labyrinth oder die entmythifizierte Geschichte

1. Gabriel García Márquez in seinem Labyrinth der Motive

Auch wenn Gabriel García Márquez mit diesem Buch einen Protagonisten präsentiert, der wirklich existiert hat und immer noch im Bewußtsein der Lateinamerikaner ist, handelt es sich hier auch um eine Erfindung des Autors und steht somit im Zusammenhang mit seinen anderen Romanen. Nicht umsonst hat er die Fahrt des Generals auf dem Fluß Magdalena in seinem Buch verarbeitet, handelt es sich doch hierbei um die am schlechtesten dokumentierte Zeit seines Lebens.4 Auf diese Weise konnte sich García Márquez einige künstlerische Freiheiten leisten, die ihm erlaubten, die Vita Bolívars zur Vita einer Márquez-Figur zu machen. Damit beweist er einmal mehr seine Aussage, ein Schriftsteller schreibe nur ein Buch, auch wenn dieses in vielen unterschiedlichen Titeln erscheine.5 Eine Verbindung zu früheren Werken stellt beispielsweise die Umgebung dar, in welcher der Roman spielt; die kolumbianischen Tropen und die Atlantikküste, wo der Autor selbst aufgewachsen ist, sind uns bereits aus den Romanen Cien años de soledad, El otoño del patriarca und El amor en los tiempos del c ó lera bekannt.6 Der General befindet sich also im Labyrinth der Motive García Márquez, im Labyrinth, das den Autor selbst gefangen hält.

Das große Labyrinth des sueño und der soledad wird in den folgenden Kapiteln näher beschrieben.

1.1 Der Traum von Unabhängigkeit und Einheit

„[...] el sueño fantástico de crear la nación más grande del mundo“7.

1.1.1 Der Beginn des Traums

Das große Ziel, das Simón Bolívar verfolgte, war die Unabhängigkeit Südamerikas von den spanischen Kolonialherren und die Schaffung eines panamerikanischen Zentralstaats. In einem Rückblick führt uns Gabriel García Márquez an den Anfang dieses Traums, den sein General bis in seine letzten Tage nicht aus den Augen verlieren sollte:

„ ‘Lo que hay que hacer con esos chapetones de porra es sacarlos a patadas de Venezuela’, dijo. ‘Y le juro que lo voy a hacer.’ “8

So der Schwur auf dem Monte Sacro, den Bolívar als 20-jähriger vor seinem Lehrer Simón Rodríguez äußerte.

García Márquez verschweigt auch nicht die Umstände, die den jungen Bolívar in seinem Vorhaben beeinflußt haben. Auf seiner Reise durch Europa hatte er die Kaiserkrönung Napoleons miterlebt und sich mit Werken Rousseaus vertraut gemacht.9 An einer anderen Stelle erwähnt García Márquez die Identifikation des Generals mit Napoleon10 und seine Idee von der Schaffung des größten und mächtigsten Staates, den es bis dahin auf Erden gegeben hat11, die wiederum an Bonaparte erinnert.

Wie Bolívar im Roman selbst sagt, hatte Humboldt ihm bei einem Treffen in Paris die Augen geöffnet, als er die zeitlich überfällige Unabhängigkeit Amerikas von Spanien erwähnte.12

Der Autor hebt auch die Lektüre von romantischen Werken hervor, die Bolívar bis zum Ende seines Lebens beeinflußten und in denen er sein eigenes idealistisches und exaltiertes Wesen wiederfand.13 Soweit die Voraussetzungen, die Gabriel García Márquez als bestimmend für das Leben des Mannes andeutet, der sich als der Libertador anschickte, seinen Traum zu erfüllen.

1.1.2 Desengaño und Festhalten am Traum

Die gegenwärtige Situation im Roman stellt sich nun anders dar, als die dort vom General rückblickend evozierten Pläne. Die Befreiung Südamerikas von der spanischen Kolonialmacht war ihm gelungen, doch die so gewonnene Unabhängigkeit führte nicht zu Bolívars erwünschtem Zentralstaat. Sucre, der Freund und Mitstreiter des Generals sieht den Grund dafür in einer Schicksalsposse:

„ ’Tal parece como si hubieramos sembrado tan hondo el ideal de la independencia, que estos pueblos están tratando ahora de independizarse los unos de los otros.’ “14

Das Scheitern des Traums ist also in gewisser Weise die Folge seines eigenen Handelns, doch wie der General selbst erkennt, steckt mehr dahinter:

„ ‘Las oligarquías de cada país, que en la Nueva Granada estaban representadas por los santanderistas, y por el mismo Santander, habían declarado la guerra a muerte contra la idea de la integridad, porque era contraria a los privilegios locales de las grandes familias.’“15

Trotzdem entwickelt er noch einmal, am Ende seiner Kräfte, doch mit der Autorität und Genauigkeit seiner vergangenen Tage als general en jefe, einen Plan zur Schaffung des größten Staatenbundes der Welt.16

Gleichzeitig gesteht er offen seine ausweglose Situation und seine Enttäuschung ein:

„‘Yo estoy viejo, enfermo, cansado, desengañado, hostigado, calumniado y mal pagado.’ “17

Wie in einem Zustand kurzzeitiger Hellsicht faßt er seine desengaños, quasi als letzte Proklamation in Worte:

„ la América es ingobernable, el que sirve una revolución ara en el mar [...].“18

So reiht sich Bolívar in die raza de buscadores de lo imposible, die García Márquez’ Werk bevölkern19 und erkennt dabei selbst, sich in einen Traum verloren zu haben, auf der Suche nach etwas nicht Existierendem20.

1.2 Das Labyrinth der soledad

„ ‘Vaya y cuéntele al mundo cómo me vio morir, cagado de gallinas en esta playa inhóspita.’ “21

1.2.1 Der Identitätskonflikt in Lateinamerika

Das Labyrinth und besonders das Labyrinth der soledad ist ein häufig behandeltes Thema bei Gabriel García Márquez und in der lateinamerikanischen Literatur allgemein. Am Beispiel der Mexikaner verdeutlicht Octavio Paz in seinem Aufsatz El laberinto de la soledad, worin die Gründe für diese Einsamkeit liegen. Es wird deutlich, daß es sich hier um einen historisch bedingten und auf ganz Lateinamerika übertragbaren Zustand handelt, resultierend aus dem dort bestehenden Identitätskonflikt, den die Conquista und die folgenden Befreiungskämpfe Venezuela y empezar otra vez desde allí la restauración de la alianza de naciones más grande del mundo.“ (S. 210) hervorriefen. Simón Bolívar spielt bei der Suche nach der lateinamerikanischen Identität eine tragende Rolle. Versteht sich die Geschichte Lateinamerikas in politischer, ökonomischer, kultureller und literarischer Hinsicht als Projekt der Einigung und Befreiung und schließlich als die Geschichte des Übertreffens der Mutterzivilisation, so dient der Bolívar-Kult dort der Schaffung einer Identität des Subkontinents.22

1.2.2 Die Einsamkeit des Generals

Wie bei Octavio Paz das mexikanische Volk, ist in García Márquez’ Roman Bolívar im Labyrinth der soledad gefangen. Das verdeutlicht er gleich mit der ersten Äußerung des Generals:

„ ‘Vámonos’, dijo. ‘Volando, que aquí no nos quiere nadie.’ “23

Er habe keine Freunde, sagt er24, die Unabhängigkeit habe ihn zum Waisen gemacht25. Darin zeigt sich eine direkte Parallele zu Octavio Paz, der die soledad mit orfandad gleichsetzt26.

Die Szene bei García Márquez, in der Bolívar eine Sklavin freikauft und sie vor die Wahl stellt mit ihm zu gehen oder bei ihrem ehemaligen Besitzer zu bleiben, verbildlicht das Schicksal des zur Einsamkeit verurteilten Generals: Die Sklavin zieht es vor zu bleiben, statt mit ihrem Befreier zu gehen. Dazu bemerkt General José Antonio Páez treffend:

„ ‘Eso nos pasa por meternos a libertadores.’ “27

Wieder zeichnet sich hier eine charakteristische Eigenschaft ab, die schon für Figuren aus früheren Werken García Márquez’, beispielsweise für den Patriarchen aus El otoño del patriarca oder Aureliano Buendía aus Cien años de soledad bezeichnend war: Die Unfähigkeit des Mächtigen zur Liebe, die mit der ausweglosen Einsamkeit in Verbindung steht.28 Wie bei O. Paz in El laberinto de la soledad, steht seine Einsamkeit in Zusammenhang mit einem Identitätskonflikt:

„[...] ‘ya no tengo patria por la cual sacrificarme.“29, meint Bolívar am Ende des ersten Kapitels und macht sich auf die letzte Reise, die mit seinem Tod als einsamer, armer Mann endet, wie er ihn mit melancholischer Gewißheit für sich bestimmt wußte30.

2. Der Roman als Labyrinth

Der erste Teil der Arbeit hat nun zwei motivische Labyrinthe erläutert, die Gabriel García Márquez in seinem Roman verarbeitet hat. Was den Text besonders auszeichnet, ist die greifbare Darstellung des Labyrinths. Auf die Mittel, die García Márquez anwendet, um seinen Lesern seinen im Labyrinth gefangenen Simón Bolívar auf seine ganz spezifische Art näher zu bringen, wird im Folgenden näher eingegangen.

2.1 Der Protagonist

„’Yo no existo.’ “31

2.1.1 Held ohne Gesicht

Wie bereits erwähnt, hat sich Gabriel García Márquez für diesen Roman eine Persönlichkeit aus der Geschichte Lateinamerikas zum Protagonisten gewählt. Noch dazu, auch das wurde bereits angedeutet, handelt es sich um eine Figur, die eine identitätsstiftende Funktion inne hat und als solche zum Mythos hochstilisiert wurde. Doch wie zeigt uns García Márquez diesen Helden lateinamerikanischer Geschichte?

Bereits auf der ersten Seite wird der Leser mit einem abgezehrten Körper konfrontiert, der aus seinem medizinischen Bad steigt.32 Wem dieser Körper gehört, erfährt man erst am Ende des ersten Kapitels explizit, wo der volle Name des Generals zum ersten und einzigen Mal im ganzen Roman erscheint: Simón José Antonio de la Santísima Trinidad Bolívar y Palacios. An dieser Stelle macht der Autor auch klar, daß es sich bei seinem General um den Helden nach den großen Kriegen und am Ende seiner Macht handelt.33

„ ‘El pobre general es un caso acabado’ “, stellt Oberst Wilson fest34 und García Márquez läßt uns dies den ganzen Roman über spüren. Er zeigt uns einen von Krankheit gebeutelten Mann, dessen Körper genauso geschrumpft ist, wie seine Macht.35

Im Gegensatz zur Krankheit, die García Márquez immer wieder beschreibt, gibt der Autor dem Leser nur ein vages Bild vom Aussehen seines Protagonisten. Ihm ist klar, daß das offizielle Bild, das von Simón Bolívar in den zeitgenössischen Darstellungen gemacht wurde, ein idealisierendes, mythifizierendes ist, in dem seine afrikanischen Züge einem romanischen Profil wichen.36 Möglicherweise verzichtet er gerade deshalb auf eine genaue Darstellung seines Aussehens, um nicht in Versuchung zu geraten, Elemente dieses idealisierten Mythos zu übernehmen.

Ebenso wie in die Tatsache, daß García Márquez nur einmal den Namen des Helden erwähnt, sieht José Miguel Oviedo in der ungenauen Beschreibung des Aussehens ein Indiz dafür, daß der Held nicht nur die Person Simón Bolívar, sondern auch viele andere verkörpert.37 Die Beschreibung eines entmythifizierten, vermenschlichten Simón Bolívar, der an Krankheiten leidet, ergraut ist, ständig flucht und Stimmungsschwankungen unterlegen ist, ermöglicht es, sich selbst als Leser mit diesem Helden zu identifizieren und folglich wie dieser in seinem Labyrinth gefangen zu sein.

2.1.2 Held ohne Handlung

Unter rein äußerlichen Gesichtspunkten gesehen bietet García Márquez seinen Lesern also keinen idealen Helden im Sinne von heroisch. Er führt uns vielmehr einen General vor Augen, dessen Ideal von einem vereinten Amerika gescheitert ist und der schließlich selbst daran zugrunde geht. Er entheroisiert ihn aber nicht nur äußerlich, sondern auch durch sein Verhalten. Der General ist eine bewegungslose Figur, deren Handeln auf die Vergangenheit beschränkt bleibt. Nur in Rückblicken erfährt der Leser von seinen Taten, in der Gegenwart bleibt er als statisches Wesen, um das herum gehandelt wird, das aber selbst kein finales Handeln mehr bestimmt. Was man über seine Vergangenheit erfährt, wird von einem auktorialen Erzähler berichtet und zwar immer im Zusammenhang mit den Wechselnden Personen, die den General umgeben.38 Die Großtaten39 des Generals werden also nur in Form von Erinnerungen, in der praeterito abgefaßt präsentiert und bieten so einen Kontrast zu seiner gegenwärtigen Lage.40 Der General handelt nicht mehr, sondern reflektiert. Durch dieses Wiedererleben vergangener Ereignisse in Gedanken und Träumen ist der Protagonist in einem Labyrinth der Zeit gefangen. Immer wieder muß er beispielsweise den Alptraum der Erschießung Manuel Piars erleben, die er selbst angeordnet hatte.41 Und auch das, was auf seiner letzten Reise geschieht ist die Abfolge immergleicher Ereignisse, bestehend aus Empfängen, Übernachten in einer schäbigen Unterkunft, Festbankett und Weiterreise.42

García Márquez orientiert sich „an dem von Flaubert kreiertem Muster des ‘livre sur rien’, wobei die endlose Kette von Nicht-Ereignissen die Belang- und Sinnlosigkeit der Existenz der jeweiligen Helden symbolisiert, die auf diese Weise eben keine Helden mehr sind.“43

2.2 Die labyrinthische Erzählstruktur

„[...] la temeridad de contar una vida con una documentación tiránica, sin renunciar a los fueros desaforados de la novela.“44

Was sich im letzten Kapitel bereits angedeutet hat, soll an dieser Stelle noch einmal kurz angesprochen werden: Die labyrinthische Verkettung narrativer Segmente, die beim Leser ein Gefühl der Desorientierung hervorruft.

Die acht unnummerierten, in etwa gleich langen Kapitel, enthalten in chronologischer Reihenfolge die Stationen der letzten Reise des Generals. Bis zum fünften Kapitel weist jedes voranstehende Kapitelende auf die im folgenden Abschnitt beschriebene Ankunft am nächsten Ort:

1. Kapitel: Aufenthalt in Santa Fe de Bogotá, Verweis auf die Abreise;

2. Kapitel: Beginn der Reise, am Ende Blick auf Honda;

3. Kapitel: Ankunft in Honda, Aufenthalt in Puerto Real und Weiterreise;

4. Kapitel: Ankunft in Mompox und Reise nach Turbaco;

5. Kapitel: Ankunft in Turbaco;

6. Kapitel: Fahrt nach Cartagena; Verweilen des Generals in Cartagena, während sich die Mitreisenden in verschiedene Richtungen zerstreuen;

7. Kapitel: Aufenthalt in Soledad;

8. Kapitel: letzte Stationen in Barranca de San Nicolás, Santa Marta und schließlich San Pedro Alejandrino, wo Simón Bolívar am 17. Dezember 1830 stirbt.

Diese Linearität der Kapitel, beziehungsweise der Reise, die dem Lauf des Flusses Magdalena folgt, wird in den einzelnen Kapiteln durch die Rückblicke gebrochen, die immer um die Ereignisse der politischen Mission Bolívars und deren Scheitern kreisen. Die kurzen Segmente des Diskurses sind handlungslogisch oder assoziativ miteinander verknüpft, ohne sich dabei auf ein Ziel, sprich einen Höhepunkt zuzubewegen.45

3. Die entmythifizierte Geschichte

Nun stellt sich die Frage, was García Márquez dazu bewogen hat, seinen Lesern dieses Labyrinth so eindringlich zu schildern und den Libertador Simón Bolívar so anders darzustellen, als beispielsweise seine Schriftstellerkollegen José Asunción Silva und Pablo Neruda, die sich befleißigten, den Befreiungskämpfer mit ihren Werken in den Himmel zu heben46 und aus Bolívar einen heroischen Übermenschen zu machen. Was will García Márquez mit seinem General aussagen, der, umgeben von wenigen treuen Anhängern, gegen den Verfall seines Körpers und nicht mehr, inmitten tausender Kämpfer, gegen die spanischen Kolonialherren ankämpft? Zerstört er mit seinem Roman nicht auch den Beginn der für eine Identitätsschaffung der lateinamerikanischen Völker so nötigen eigenständigen Geschichte? In diesem letzten Teil der Arbeit wird nun versucht, diese Fragen zu klären.

3.1 Geschichte und Gegenwart

„’Estoy condenado

a un destino de teatro.’ “47

3.1.1 Die Ehre des Helden

Die Art und Weise, auf die García Márquez den südamerikanischen Nationalhelden darstellt, hat großes Aufsehen erregt, besonders natürlich in den Ländern Südamerikas selbst, wo Simón Bolívar als Mythos im Gedächtnis der Menschen weiterlebt. Dabei wird eines oft verkannt: García Márquez hebt zwar den Helden von seinem Sockel und macht ihn zum normalsterblichen Menschen, noch dazu zum Gescheiterten, doch läßt er ihm etwas, das ihn als Held auszeichnet:

„Una muerte más gloriosa, por su injusto martirio, que todas sus victorias y todos sus honores.“48

García Márquez hat mit El general en su laberinto ein Buch über den Tod geschrieben; der Tod nimmt dem Protagonisten das Mythische und macht ihn zu einem Teil der Geschichte. Geschichte, das macht uns der Autor mit dem letzten Satz des Romans besonders eindringlich klar, wird, im Gegensatz zum Mythos, durch zeitliche Einmaligkeit konstituiert.49

3.1.2 Kritik im Roman

Obwohl García Márquez die Ära Bolívar als Abgeschlossenes wiedergibt, lassen sich im Roman gewisse Verbindungen zur Gegenwart erkennen. Der Autor konfrontiert Santander, den Gegenspieler Bolívars, mit diesem und den Folgen seines Handelns für die Gegenwart.

„A través de Bolívar, la novela expresa una honda convicción política sobre América: la gran oportunidad perdida es la de de una América unida y fuerte, tal como la soñó el venezolano.“50

Dabei tauchen gewisse ideologische Überzeugungen des Autors auf, wie zum Beispiel die Kritik an den Auslandsschulden51 oder die Einmischung Nordamerikas in südamerikanische Angelegenheiten52.

García Márquez sagt mit seinem Roman nicht, was zur Verwirklichung des Traums zu tun gewesen wäre oder was heute dafür zu tun wäre53, sondern gibt den Lesern das Gefühl, daß der Tod Bolívars eine Notwendigkeit war und daß mit ihm die Idee eines Kontinents aufgehört hat zu existieren. Die Einsicht, die aus dieser Darstellung von Geschichte für zukünftiges Handeln in Lateinamerika folgt, ist,

„daß in Zukunft ein anderes zu wagen allein dadurch gerechtfertigt ist, daß die Dinge kaum schlechter kommen können, als man es dort in diesen zweihundert Jahren hat erleben müssen.“54

3.2 Geschichte als Roman

„Denn Geschichtsschreibung ist Literatur.“55

3.1.1 Elemente des historischen Romans

García Márquez schrieb also einen Roman mit geschichtlichem Thema, und da er, anders als etwa in El otoño del patriarca von einer konkreten historischen Persönlichkeit handelt, liegt es nahe, daß er sich der Gattung des historischen Romans bediente. In der Tat finden sich einige Aspekte, die seinen Roman zu dieser Gattung rechnen lassen.

Schon bei der Versicherung seines Bemühens um Authenzität im Nachwort des Romans56, könnte es sich um einen literarischen Topos handeln, auf den der Autor zurückgreift. Es finden sich jedoch konkretere Elemente, die nach Hugo Aust einen historischen Roman ausmachen. Ein Erkennungszeichen sind die Geschichtssignale, die der Roman aussendet.57 Der Bolívar-Roman läßt sich vor allem durch Namen von Persönlichkeiten aus der Vergangenheit zeitlich situieren doch auch genaue Daten, wie der 25. September 1828, der Tag des mißglückten Attentats auf Simón Bolívar, tauchen immer wieder im Roman auf.58

Auch die karibische, derbe Ausdrucksweise des Generals59 kann als Hinweis auf den historischen Roman gesehen werden, denn der Dialekt

„steht im Dienst der pittoresken Verlebendigung und der Aktivierung vaterländisch-regionaler Identität.“60

Auch die Wahl des, wie bereits im ersten Kapitel erwähnt, am schlechtesten dokumentierten Lebensabschnitt des Generals als Thema für den Roman, deutet auf einen historischen Roman hin, denn so kann der Autor die Leerstellen der Historiographie mit eigenen Informationen füllen und die Geschichte nach seinem Willen deuten. García Márquez aber nutzt diese Freiräume nicht, um ein romaneskes Tableau im Sinne des historischen Romans des 19. Jahrhunderts zu entwerfen. Was er statt dessen darbietet, wird im letzten Kapitel beschrieben.

3.2.2 Nueva novela hist ó rica

Die ereignislose Erzählweise ist ein Zeichen postmoderner Erzählgattung. Genauer gesagt verfaßte García Márquez eine Nueva novela hist ó rica. Anders als in der novela hist ó rica bedienen sich die Autoren dieser Gattung historischer Persönlichkeiten mit äußerst hohem Bekanntheitsgrad, um so ein intertextuelles Netz aus Vorkenntnissen flicken zu können.61

„[...] jeder Geschichtsroman zeugt vom Interesse seines Autors, die eigene Zeitgeschichte in der Art eines analytischen Dramas aus ihrer Vorgeschichte zu entwickeln.“62

García Márquez verleiht durch seine Darbietungsweise der provokativen Reinterpretation des überkommenen Bolívar-Bilds besondere Eindringlichkeit.63 Zu dieser typisch postmodernen Darbietung der Historie gehört auch die Vermenschlichung des Helden. Durch sie wird die Absage an Geschichte und historische Erzählformen postuliert, die die nueva novela hist ó rica ausmachen.64

III. Zusammenfassung

Gabriel García Márquez macht in seinem Roman El general en su laberinto den Befreiungskämpfer Simón Bolívar zu einem seiner typischen Protagonisten. Es finden sich viele Motive seiner vorhergehenden Romane wieder, zum Beispiel die soledad und damit verbunden die Macht, oder die Landschaft um den Fluß Magdalena, nur sind sie dieses Mal historisch untermauert. Er zeigt den General gefangen im Labyrinth der soledad und des unverwirklichten Traums von einem vereinten panamerikanischen Zentralstaat. Dieses Labyrinth wird verstärkt durch die labyrinthische Erzählstruktur und die Darbietung eines passiven Helden, fern von heroischem Aussehen und heldenhaftem Handeln. García Márquez vermenschlicht den Libertador und macht ihn so zu einem unwiederholbaren Teil von Geschichte. Gewisse Überzeugungen des Autors mit Bezug zur Gegenwart tauchen dennoch auf. Zur Darstellung dieser Geschichte bedient er sich der Gattung Nueva novela histórica und ermöglicht so die Reinterpretation des überkommenen Bolívar-Bilds.

Was García Márquez mit diesem Roman wieder einmal klar macht, soll mit den abschließenden Worten von Ludmila Kapschutschenko zusammengefaßt werden:

„Los escritores representativos de la narrativa contemporánea son voceros de sí mismo y de todos los que viven en el laberinto propio y universal.“65

IV. Literaturverzeichnis

Primärtext:

García Márquez, Gabriel: El general en su laberinto. Barcelona: Plaza & Janés, 31997.

Sekundärtexte:

Aust, Hugo: Der historische Roman. Stuttgart, Weimar: Metzler, 1994 (= Sammlung Metzler, Bd. 278).

Georgescu, Paul Alexandru: Gabriel García Márquez y la tentación proteica. In: ...para que mis amigos me quieran m á s... Homenaje a Gabriel Garc í a M á rquez. Hg. von Juan Gustavo Cobo Borda. Santafé de Bogotá, D.C.: Siglo del Hombre, 1992. S. 15-18.

Kapschutschenko, Ludmilla: El laberinto en la narrativa hispanoamericana contempor á nea. London: Tamesis Books Limited, 1981.

Küpper, Joachim: Re-Historisierung, De-Historisierung. García Márquez Bolívar-Roman als Musealisierung eines geschichtsphilosophischen Mythos (El general en su laberinto). In: Projekte des Romans nach der Moderne. Hg. Von Ulrich Schulz-Buschhaus u. Karlheinz Stierle. München: Fink, 1997 (= Romanistisches Kolloquium, Bd. 8). S. 195-236.

Lara, Patricia: Gabo y el poder. In: ...para que mis amigos me quieran m á s... Homenaje a Gabriel Garc í a M á rquez. Hg. von Juan Gustavo Cobo Borda.Santafé de Bogotá, D.C.: Siglo del Hombre, 1992. S. 390-402.

Larios, Marco Aurelio: Espejo de dos rostros. Modernidad y postmodernidad en el tratamiento de la historia. In: La invenci ó n del pasado. La novela hist ó rica en el marco de la posmodernidad. Hg. von Karl Kohut. Frankfurt am Main: Vervuert; Madrid: Iberoamericana 1997 (= Americana Eystettensia: Ser. A, Actas; 16)

Oviedo, José Miguel: García Márquez en el laberinto de la soledad. In:

...para que mis amigos me quieran m á s... Homenaje a Gabriel Garc í a M á rquez. Hg. von Juan Gustavo Cobo Borda. Santafé de Bogotá, D.C.: Siglo del Hombre, 1992. S. 390-402.

Paz, Octavio: El laberinto de la soledad. Madrid: Fondo de cultura económica, 151993.

Stackelberg, Jürgen v.: “ El que sirve una revoluci ó n ara en el mar. “ Sim ó n Bol í var bei Á lvaro Mutis und Gabriel Garc í a M á rquez. In: Iberoromania 36 (1992).

Vierhaus, Rudolf: Wie erzählt man Geschichte? Die Perspektive des Historiographen. In: Historisches Erzählen. Formen und Funktionen. Hg. von Sigfried Quandt u. Hans Süssmuth. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1982. S. 49-56.

[...]


1 J. Küpper: Re-Historisierung, De-Historisierung (1997), S. 217.

2 G. García Márquez: El general en su laberinto (1997), S.271.

3 Vgl. Literaturverzeichnis

4 Vgl. S. 273.

5 „[...] ‘ un escritor no escribe sino un solo libro aunque ese libro aparezca en muchos títulos diversos’.“ Zitiert nach P. Lara: Gabo y el poder (1992), S. 15.

6 Vgl. J. M. Oviedo: García Márquez en el laberinto de la soledad (1992), S. 399.

7 S. 53.

8 S. 137.

9 „[...] estaba deslumbrado por la coronación de Napoleon Bonaparte [...] recitaba de memoria en voz alta sus páginas favoritas de Emilio y La Nueva Elo í sa, de Rousseau [...].“ (S. 137).

10 Miranda Lyndsay: „’ He feels he ’ s Bonaparte. ’ “ (S. 83).

11 „[...] la liga de naciones más vasta, o más extraordinaria, o más fuerte que ha aparecido hasta el día sobre la tierra.“ (S. 80).

12 Simón Bolívar: „‘Humboldt me abrió los ojos.’ “, in Bezug auf die Aussage von Humboldt: „[...] que las colonias españolas de América estaban maduras para la independencia.“ (beides S. 103).

13 „En su juventud leyó a los románticos [...] y siguió devorándolos como si leyera a sí mismo con su temperamento idealista y exaltado.“ (S. 99).

14 S. 24.

15 S. 209.

16 „[...] lo que hacía en realidad era planear, pieza por pieza, con autoridad y mando de general en jefe, la minuciosa máquina militar con que se proponía recuperar a

17 S. 210.

18 S. 262.

19 Vgl. Oviedo, J. M.: García Márquez en el laberinto de la soledad (1992), S. 398.

20 „[...] yo me he perdido en un sueño buscando algo que no existe.“ (S. 227)

21 S. 22.

22 Vgl. Küpper, J.: Re-Historisierung, De-Historisierung (1997), S.207f.

23 S. 9.

24 „ ‘No tengo amigos’ [...]“ (S. 13)

25 „ ‘Somos los huérfanos, los lisiados, los parias de la independencia.’ “ (S. 104) und „le amargaba, en efecto, que el general dejara su obra al garete sin preocuparse de la orfandad en que quedaban todos.“ (S. 171)

26 Vgl. Paz, O.: El laberinto de la soledad (1993), S.76.

27 S. 56.

28 Vgl. Lara, P.: Gabo y el poder (1992), S.17. G. Márquez nennt im Roman auch die Beziehung des Generals zu Manuela Saenz „[...] un amor de fugas perpetuas.“ (S. 157)

29 S. 43.

30 „[...] la certidumbre melancólica de que había de morir en su cama, pobre y desnudo, y sin el consuelo de la gratitud pública.“ (S. 14)

31 S. 148.

32 „El general [...] surgió de entre las aguas medicinales con un ímpetu de delfín que no era de esperar en un cuerpo tan desmedrado.“ (S. 9)

33 „Había arrebatado al dominio español un imperio cinco veces más vasto que las Europas, había dirigido veinte años de guerras para mantenerlo libre y unido, y lo había gobernado con pulso firme hasta la semana anterior, pero a la hora de irse no se llevaba ni siquiera el consuelo de que se lo creyeran.“ (S. 43)

34 S. 131.

35 „Pesaba ochenta y ocho libras, y había de tener diez menos la víspera de la muerte. [...] las botas de siempre [...] le quedaban grandes desde enero.“ (S. 145f.)

36 „[...] los pintores iban idealizándolo, lavándole la sangre, mitificándolo, hasta que lo implantaron en la memoria oficial con el perfil romano de sus estatuas.“ (S. 186)

37 Vgl. Oviedo, J. M.: García Márquez en el laberinto de la soledad (1992), S. 396.

38 Vgl. ebenda,S. 396.

39 „ [...] los años de sus glorias legendarias y sus derrotas homéricas.“ (S. 32)

40 Vgl. Küpper, J.: Re-Historisierung, De-Historisierung (1997), S. 210.

41 Vgl. S. 233-235.

42 Vgl. Küpper, J.: Re-Historisierung, De-Historisierung (1997), S. 214.

43 Küpper, J.: Re-Historisierung, De-Historisierung (1997), S. 215.

44 S. 274.

45 Vgl. dazu die ausführlichere Darstellung in Küpper, J.: Re-Historisierung, DeHistorisierung (1997), S. 219f.

46 Vgl. J. v.Stackelberg: “El que sirve una revolución ara en el mar.“ (1992), S. 40.

47 S. 88.

48 P. A. Georgescu: Gabriel García Márquez y la tentación proteica (1992), S.100.

49 „ [...] vio por la ventana el diamante de Venus en el cielo que se iba para siempre [...], los últimos fulgores de la vida que nunca más, por los siglos de los siglos, volvería a repetirse.“ (S. 272).Vgl. dazu J. Küpper: Re-Historisierung, De-Historisierung (1997), S. 221.

50 J. M. Oviedo: García Márquez en el laberinto de la soledad (1992), S. 397.

51 „’Por eso le advertí a Santander que lo bueno que hiciéramos por la nación no serviría de nada si aceptábamos la deuda, porque seguiríamo pagando réditos por los siglos de los siglos. Ahora lo vemos claro: la deuda terminará derrotándonos.’ “ (S. 226).

52 „’Ni tampoco se vaya con su familia para los Estados Unidos, que son omnipotentes y terribles, y con el cuento de la libertad terminarán por plagarnos a todos de miserias.’ “ (S. 229).

53 Vgl. J. Küpper: Re-Historisierung, De-Historisierung (1997), S. 232.

54 J. Küpper: Re-Historisierung, De-Historisierung (1997), S. 226.

55 R. Vierhaus: Wie erzählt man Geschichte? (1982), S. 49.

56 Vgl. S. 273ff.

57 Vgl. H. Aust: Der historische Roman (1994), S. 22.

58 Vgl. u.a. S. 21.

59 Vgl. u.a. „’Mosquera es un pendejo y Caycedo es un pastelero [...].’ “ (S. 146f.)

60 H. Aust: Der historische Roman (1994), S. 24.

61 Vgl. M. A. Larios: Espejo de dos rostros (1997), S. 133.

62 H. Aust: Der historische Roman (1994), S. 26.

63 Vgl. J. Küpper: Re-Historisierung, De-Historisierung (1997), S. 219.

64 Vgl. M. A. Larios: Espejo de dos rostros (1997), S. 134f.

65 L. Kapschutschenko: El laberinto en la narrativa contemporánea (1981), S. 109.

19 von 20 Seiten

Details

Titel
Das Labyrinth oder die entmythifizierte Geschichte
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veranstaltung
PS Spanische Literaturwissenschaft - Gabriel García Márquez
Note
1,3
Autor
Jahr
1998
Seiten
20
Katalognummer
V99099
Dateigröße
375 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Labyrinth, Geschichte, Spanische, Literaturwissenschaft, Gabriel, García, Márquez
Arbeit zitieren
Kerstin Rettke (Autor), 1998, Das Labyrinth oder die entmythifizierte Geschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99099

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