Die narzisstische Persönlichkeitsstörung


Hausarbeit, 2019

27 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärung
2.1 Narzissmus
2.2 Persönlichkeitsstörung

3 Narzisstische Persönlichkeitsstörung
3.1 Prävalenz und Inzidenz
3.2 Klassifikationssysteme
3.2.1 Klassifikation nach ICD-10
3.2.2 Klassifikation nach DSM-5
3.3 Komorbiditäten
3.4 Differentialdiagnosen
3.5 Ursachen
3.5.1 Theorie nach Kernberg
3.5.2 Theorie nach Kohut
3.5.3 Theorie nach Altmeyer
3.6 Zusammenfassung
3.7 Therapie und spezifische Behandlungsprobleme

4 Diskussion

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das Wort „Narzissmus" ist im alltäglichen Sprachgebrauch ein verbreiteter Begriff. Oft wird Narzissmus mit Egoismus, Überheblichkeit und Eitelkeit gleichgesetzt. Diese Eigenschaften sind in dem aktuellen gesellschaftlichen Kontext überwiegend negativ konnotiert. Zwischen dem „gesunden" Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft und dem pathologischen Narzissmus wird selten differenziert. Daraus resultiert eine inflationäre Verwendung des Begriffs als stigmatisiertes Böses. Im Internet findet man eine nicht unbeachtliche Anzahl an Ratgeberbüchern, die einem versuchen zu offenbaren, wie man Narzissten erkennt und wie man sich vor diesen schützen kann. Das Konstrukt des Narzissmus wurde vor allem in den 1970ern in diversen Fachkreisen intensiv behandelt, bis die Borderline-Persönlichkeitsstörung in den Vordergrund gerückt wurde. Mittlerweile erlebt die Auseinandersetzung mit dem Narzissmus-Konstrukt eine Renaissance innerhalb der Fachkreise und der Gesellschaft. Durch die Beschäftigung mit den sozialen Medien und dem damit oft verbundenen Begriff des medialen Exhibitionismus, ist das Interesse an dem Thema Narzissmus neu entfacht (Dammann, Sammet & Grimmer, 2012, S. 17-19). Fernab von Stigmatisierungen versucht die folgende Hausarbeit sich auf psychiatrischer Ebene, mit Narzissmus auseinanderzusetzen. Dabei wird der Fokus auf dem pathologischen Narzissmus bzw. der narzisstischen Persönlichkeitsstörung liegen. Aus dem Narzissmuskonzept ergeben sich einige Fragen: wie und wieso entwickelt sich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung? Welche Kriterien müssen für eine Diagnose erfüllt sein? Wie lässt sich der destruktive bzw. pathologische Narzissmus behandeln? Die vorliegende Hausarbeit soll diesen Fragen nachgehen. In dem folgenden Kapitel wird der Begriff Narzissmus erklärt. Danach wird die Klassifikation der narzisstischen Persönlichkeitsstörung erläutert. Folglich wird auf die Theorien eingegangen, die die Entstehung der Störung zu erklären versuchen. Schließlich wird auf die Behandlung und den verbundenen Komplikationen eingegangen und die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst, um sie im Diskussionsteil zu hinterfragen. Die Hausarbeit wird mit einem Fazit abgeschlossen, das einen kurzen Ausblick in die Zukunft geben soll.

2 Begriffserklärungen

2.1 Narzissmus

Das Wort Narzissmus, welches sich von dem Namen Narziss (griechisch: Nar- kissos) ableitet, basiert auf einer Geschichte aus der griechischen Mythologie. Narkissos war der Sohn des Flussgottes Kephissos und der Nymphe Leiriope. Nachdem Leiriope geschwängert wurde, brachte sie ihren Sohn Narkissos zur Welt. Der Sohn wuchs zu einem kaltherzigen und liebensunfähigen Mann heran, in den sich die Nymphe Echo verliebte. Narkissos erwiderte die Liebe Echos jedoch nicht, woraufhin sie aus Liebeskummer stirbt. Daraufhin beschlossen die Götter, ihn für seine Kaltherzigkeit zu bestrafen. Sie sorgten dafür, dass Narkissos sich in sein Spiegelbild verliebt, das er beim Trinken in einer Wasserquelle erblickt. Er erkennt erst nach langer Zeit, dass es sich um keine andere Person handelt, sondern um sein eigenes Spiegelbild. Das macht Narkissos traurig, sodass er zu weinen beginnt. Die Tränentropfen zerstörten sein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche. Er verschmachtete vor seinem Spiegelbild bis er starb. Nach der Verbrennung seiner Leiche wuchs, laut der Überlieferung, eine Narzisse aus der Asche. Der antike Narkissos war dazu verdammt, nur sich selbst lieben zu können, was letztlich zu seinem Tod führte. Die alleinige Selbstliebe reicht zum Glück nicht aus, was sich metaphorisch in der temporären Spiegelung des Selbst im Wasser ausdrückt; die kleinste Irritation bzw. Störung der Wasseroberfläche, durch die herabfallenden Tränen, zerstören das geliebte Selbstbild (Sprenger & Joraschky, 2015, S. 4).

2.2 Persönlichkeitsstörung

Unter dem Begriff Persönlichkeitsstörungen werden stabile Verhaltensmuster verstanden, die durch starre Reaktionen auf unterschiedliche Lebensbedingungen charakterisiert sind. Infolgedessen zeigen sich Auffälligkeiten in der Wahrnehmung, im Denken, im Fühlen und in der Beziehungsgestaltung. Dadurch entsteht ein subjektiver Leidensdruck und/oder ein Leiden im Umfeld des Betroffenen (Schmeck & Schlüter-Müller, 2009, S. 16). Das Störungsbild der narzisstischen Persönlichkeitsstörung wird folgend näher erläutert.

3 Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Personen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung neigen dazu ihre eigene Wichtigkeit zu überschätzen. Sie streben nach Bewunderung und zeigen häufiger einen Mangel an Empathie gegenüber ihren Mitmenschen. In der Praxis ist die übertriebene Überschätzung der Großartigkeit, das am häufigsten angewandte Kriterium für eine Diagnose der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Diese Großartigkeit zeichnet sich durch eine Tendenz zur Übertreibung der eigenen Fähigkeiten und Talente aus, während die Talente und Leistungen anderer Mitmenschen abgewertet werden. Personen mit dem Störungsbild konfrontieren ihre Mitmenschen mit einem übertriebenen Anspruchsdenken, da sie denken, dass sie die Vollmacht besitzen überzogene Forderungen zu stellen. Dadurch kommt es oft zu Konfrontationen und Verwunderung in ihrem sozialen Zusammenleben. Sie verweisen oft auf sich selbst und neigen zu Prahlerei, um Anerkennung zu bekommen. Da die Betroffenen sich selbst als „Übermenschen" sehen, die einen höheren Status als andere genießen, denken sie, dass sie nur von Menschen verstanden werden, die einen ähnlich hohen Status haben. Dies kann dazu führen, dass sie im Zuge ihrer arroganten Haltung, sich nur mit Menschen abgeben wollen, die ihnen ebenbürtig sind. Des Weiteren neigen sie dazu, Fehler in ihrem Umfeld nicht zu tolerieren und geraten dadurch oft in Wut und Rage. Die meisten Forscher, die sich mit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung auseinandersetzen gehen davon aus, dass unter dem Gefühl von Überlegenheit, eine schwache Selbstwertschätzung liegt. Daraus resultiert, dass sich die Betroffenen, im übertriebenen Maße mit der Meinung von anderen auseinandersetzen und über ihre besonderen Fähigkeiten fantasieren. Das starke Bedürfnis nach Anerkennung und Bewunderung könnte die Funktion haben, die mangelnde Selbstwertschätzung zu schützen. Ein weiteres Merkmal, das die Störung charakterisiert, ist der Mangel an Empathie. Die Betroffenen weigern sich gegen eine Perspektivübernahme, die die Chance bietet zu ergründen, wie sich die Mitmenschen fühlen. Darüber hinaus können Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, bei mangelnder Unterstützung oder Wertschätzung rachsüchtig und zerstörerisch reagieren (Butcher, Mineka & Hooley, 2009, S. 463-464).

3.1 Prävalenz und Inzidenz

Die Häufigkeitsverteilung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist schwer festzustellen, da die meisten von sich aus keine Behandlung beginnen. Wenn überhaupt kommen Betroffene wegen anderer Krankheiten, wie Depressionen zu einem Psychotherapeuten. In der Fachliteratur findet man unterschiedliche Angaben zur Epidemiologie. Demnach sind circa 0,5% bis 2,5% der Gesamtbevölkerung von der narzisstischen Persönlichkeitsstörung betroffen. Narzisstische Persönlichkeitszüge sind jedoch weitaus verbreiteter (Janssen, Joraschky & Tress, 2009, S. 426). Unter psychisch Kranken ist der Anteil mit etwa 5% wesentlich höher, gegenüber der Gesamtbevölkerung. In den westlichen Gesellschaften findet man eher die egozentrisch-überheblichen Formen der Störung und im Fernen Osten eher die versteckten bzw. schüchternen Narzissten. Männer sind im Verhältnis von 2:1 stärker betroffen als Frauen, wobei sich allmählich eine Angleichung der beiden Geschlechter beobachten lässt. Außerdem sind jüngere Menschen eher betroffen als ältere Menschen (Haller, 2013, S. 9798).

3.2 Klassifikationssysteme

Um die Objektivität der Diagnose zu gewährleisten, bedienen sich Psychologen und Mediziner verschiedener Klassifikationssysteme. Diese Klassifikationssysteme halten die Diagnosekriterien fest, um die Einheitlichkeit zu bewahren. Die Systeme sichern die gemeinsame Sprache zwischen Psychologen, Medizinern, Wissenschaftlern und Krankenkassen. Die zwei am häufigsten verwendeten Klassifikationssysteme sind die ICD und das DSM. Die ICD wurde von der Weltgesundheitsorganisation herausgegeben und das DSM von der American Psychiatric Association. Die ICD deckt nicht nur psychische Störungen ab, sondern das gesamte medizinische Spektrum. Wohingegen sich das DSM auf psychische Störungen beschränkt, dadurch ist die Operationalisierung jedoch präziser. In Deutschland sind Mediziner verpflichtet nach der ICD abzurechnen, somit ist das System in Deutschland populärer. Die beiden Klassifikationssysteme ergänzen sich gegenseitig, sodass man von der Synergie und den verschiedenen Schwerpunkten profitieren kann (Hogrefe, 2016).

3.2.1 Klassifikation nach ICD-10

Im ICD führt die narzisstische Persönlichkeitsstörung nur eine Randexistenz. Das bedeutet, dass die Störung lediglich in dem Kapitel F 60.8 angegeben wird, das nur „Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen“ beinhaltet. Dies hat zur Folge, dass die narzisstische Persönlichkeitsstörung im ICD nicht näher charakterisiert wird. Fachleute und Wissenschaftler bemängeln, dass das Konstrukt nicht zu definieren ist, da die Merkmale eine geringe Homogenität aufweisen. Der Arbeitskreis zur „Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik“ hat dennoch einen Klassifikationsvorschlag für die narzisstische Persönlichkeitsstörung entwickelt, der unter dem Diagnoseschlüssel F 60.81 zu finden ist. Die Kriterien sind mit denen des DSM-5 identisch, sodass im folgenden Verlauf die Diagnosekriterien dem DSM-5 entnommen werden (Fiedler, 1998, S. 282).

3.2.2 Klassifikation nach DSM-5

Persönlichkeitsstörungen sind stabile Verhaltensmuster mit starren Reaktionen auf verschiedenste soziale und persönliche Lebensbedingungen. Es zeigen sich Auffälligkeiten in der Wahrnehmung, im Denken, im Fühlen und in der Beziehungsgestaltung. Der Betroffene selbst verspürt einen Leidensdruck und/ oder sein Umfeld. Persönlichkeitsstörungen dürfen keine hirnorganischen Störungen als Grundlage haben. Die Störung kann sich bereits im Laufe der Kindheit oder Adoleszenz abzeichnen und hat eine Persistenz bis in das Erwachsenenalter. Ob man Persönlichkeitsstörungen bereits im Kinder- bzw. Jugendalter diagnostizieren sollte, bleibt umstritten. In der Definition von Persönlichkeitsstörungen wird verlangt, dass sich die Symptomatik schon im Kindesalter bzw. Jugendalter zeigt, da sich dadurch ein stetiger Entwicklungsverlauf zeigt, jedoch entwickelt sich eine Persönlichkeit stetig. Deswegen ist es ratsam, die Diagnose erst im Erwachsenenalter oder frühestens ab dem 16. Lebensjahr zu stellen. Persönlichkeitsstörungen zeichnen sich durch auffällige Persönlichkeitsstrukturen aus, die im DSM-5 zu verschiedenen Diagnosen konzeptualisiert sind (Schmeck & Schlüter-Müller, 2009, S. 16). Im DSM-5 werden die verschiedenen Persönlichkeitsstörungen nach Ähnlichkeit in drei Cluster geordnet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ebenen der Persönlichkeitspathologie nach DSM-5 (Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmeck & Schlüter-Müller, 2009, S. 16)

Die Cluster B-Störungen (Borderline-, antisoziale-, histrionische- und narzisstische Persönlichkeitsstörung), sind geprägt durch eine übermäßig starke Verhaltensaktivierung. Es kommt gehäuft zu dramatisch wirkenden Situationen. Die Personen weisen extrovertierte Lebensstrategien aus, die dramatische, launische und emotionale Verhaltensweisen beinhalten. Sie haben eine beeinträchtigte Impulskontrolle und eine affektive Labilität mit rasch fluktuierender Stimmungslage. Des Weiteren weisen Betroffene eine heftige emotionale Rigidität auf, die sich durch Wut- oder Weinanfälle äußern kann. Durch die vielen extro- vertierten Merkmale, sind die Cluster B-Störungen einfacher zu identifizieren, als Störungen der anderen Cluster (Rothenhäusler & Täschner, 2013, S. 393).

Der narzisstischen Persönlichkeitsstörung liegt das Bedürfnis nach Bewunderung und ein Mangel an Empathie zugrunde. Des Weiteren können sich Muster von Großartigkeit in Verhalten oder Fantasie abzeichnen (Wittchen & Hoyer, 2011, S. 1103). Laut den Diagnosekriterien des DSM-5 müssen fünf der folgenden Kriterien vorliegen:

1. Übermäßiges Gefühl eigener Grandiosität bzw. der eigenen Wichtigkeit (übertreibt die eigenen Leistungen und Talente und erwartet, als überlegen anerkannt zu werden)
2. Verlangen nach übermäßiger Bewunderung
3. Fantasievorstellungen von grenzenloser Macht, Erfolg, Schönheit oder idealisierter Liebe
4. Betroffene/r ist davon überzeugt, besonders und einzigartig zu sein und nur von anderen besonderen Personen anerkannt bzw. verstanden zu werden
5. Übermäßiger Anspruch an andere Menschen. Der Betroffene erwartet automatisch, dass das Umfeld auf die eigenen Erwartungen eingeht
6. Zieht Nutzen aus zwischenmenschlichen Beziehungen bzw. beutet andere aus
7. Zeigt einen Mangel an Empathie und wehrt sich dagegen, Gefühle anderer anzuerkennen bzw. sich mit ihnen identifizieren
8. Ist neidisch auf andere oder glaubt, dass andere neidisch auf ihn/sie sind
9. Zeigt arrogante und/oder überhebliche Handlungen und Verhaltensweisen (Schmeck & Schlüter-Müller, 2009, S. 25).

Zusammengefasst äußert sich die narzisstische Persönlichkeitsstörung vor allem durch Eitelkeit, Anspruchsdenken, Manipulationsneigung, Angeberei und Autoritätsanspruch. Jedoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass dabei meist ein überhöhter und gleichzeitig labiler Selbstwert besteht. Rein äußerlich wirkt der Betroffene souverän und charmant. Innerlich strebt der Betroffene nach andauernder Bewunderung von anderen Menschen, um so in der eigenen Grandiosität bestätigt zu werden. Auf Zurückweisung reagieren die Betroffenen äußerst feindselig und konfrontativ. Durch die hoch ausgeprägte Egozentrik besteht wenig Interesse für die Belange anderer bzw. allenfalls als Konkurrenz oder wenn sie für die eigenen Zwecke dienlich sind (Externbrink & Keil, 2018, S. 8).

3.3 Komorbiditäten

Betroffene begeben sich häufig nicht wegen der vorhandenen Persönlichkeitsstörung in Behandlung, sondern wegen komorbider Symptome. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung geht oft mit einer Major Depression einher. Diese zeichnet sich vor allem durch die drei Hauptsymptome Interessenlosigkeit, Niedergeschlagenheit und Antriebsmangel aus. Außerdem weisen 64,5% der Betroffenen, Symptome von affektiven Störungen, wie der bipolaren Störung auf. 35,5% der Patienten neigen zu Substanzmissbrauch, insbesondere von Kokain (Ritter, 2010). Die narzisstische Persönlichkeitsstörung weist auch verschiedene Gemeinsamkeiten mit anderen komorbiden Persönlichkeitsstörungen auf. Gemeinsamkeiten zeigen sich insbesondere mit der dissozialen Persönlichkeitsstörung, mit der histrionischen Persönlichkeitsstörung und der Borderline- Personlichkeitsstörung. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung tritt mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung in 25% bis 36% der Fälle gemeinsam auf. Die beiden Störungen können leicht miteinander verwechselt werden. Sie haben gemeinsam, dass die Betroffenen Probleme mit ihrer Emotionsverarbeitung haben. Wenn das Selbstwertgefühl bedroht ist, reagieren beide mit starkem Ärger und Wut. Jedoch neigen Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung nicht zu selbstverletzendem Verhalten und weisen eine stärkere Konstanz bei identitätsdeterminierenden Merkmalen, wie Zielen, Interessen und Wünschen auf. Bei der histrionischen und der narzisstischen Störung liegt das eigene Selbstbild stark im Fokus. Vor allem die Abhängigkeit des eigenen Selbstwerts von externen Quellen zeichnet die beiden Störungen aus. Die dissoziale und die narzisstische Persönlichkeitsstörung gehen fallweise miteinander einher, da beide durch einen Mangel an Empathie geprägt sind. Jedoch schließt die narzisstische Störung Aggressivität, Betrügen und Impulsivität nicht unbedingt ein (Vater, Roepke, Ritter & Lammers, 2013, S. 605). Darüber hinaus kann es in Folge von Krisen zu Suizidversuchen kommen. Die Suizid-Mortalität der narzisstischen Persönlichkeitsstörung liegt bei 8% und ist somit nur wenig geringer als bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung (Tress, Wöller, Hartkamp, Langenbach & Ott, 2002, S. 221).

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Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung
Hochschule
SRH Fernhochschule
Veranstaltung
Theorie-Praxis-Transfer
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V991194
ISBN (eBook)
9783346353559
ISBN (Buch)
9783346353566
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Narzissmus, Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Pathologischer Narzissmus, Kohut, Kernberg, Diagnostik, Therapie, Psychotherapie
Arbeit zitieren
Caroline Müller (Autor), 2019, Die narzisstische Persönlichkeitsstörung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991194

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