Die Grundlagen des Terminhandels unter besonderer Berücksichtigung des Futures


Hausarbeit, 2001

11 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1. Die historische Entwicklung der Terminmärkte
1.1. Begriffsbestimmung
1.2. Entwicklung der Terminmärkte

2. Die Grundlagen des Terminhandels
2.1. Standardisierung eines Terminkontrakts
2.2. Motive im Terminhandel
2.3. Vorteile des Terminhandels

3. Die Grundlagen des Futures
3.1. Einordnung des Futures innerhalb der Finanzmärkte
3.2. Der Begriff des Futures-Kontrakts
3.3. Basisinstrumente
3.4. Long Futures und Short Futures

Literaturverzeichnis

1. Die historische Entwicklung der Terminmärkte

1.1. Begriffsbestimmung

Die vorliegende Arbeit soll die historische Entwicklung von Terminmärkten und das hervorgehende Produkt des „Futures“ erläutern.

Bedingt durch lange Lieferwege und Produktionsdauer entstanden bereits im Mittelalter Termingeschäfte, die man heute als Forward-Kontrakte bezeichnet. Dies sind Geschäfte, bei denen Zahlung und Lieferung in der Zukunft liegen. Um diese Termingeschäfte mit hohen Volumen an einem zentralen Ort (Terminbörse) durchführen zu können, mussten sie standardisiert werden. Diese standardisierten Termingeschäfte werden „Futures“ genannt ( auch das einzelne Geschäft heißt „Futures“).

Anmerkung: Im deutschen Sprachgebrauch wird der Handel mit Futures sowie Optionen auch als Terminmarkt bezeichnet. Für Futures wird oft der Ausdruck Terminkontrakte benutzt.

1.2. Entwicklung der Terminmärkte

Terminbörsen sind hauptsächlich aus den Agrarmärkten hervorgegangen. Voraussetzung für die Entwicklung des Terminhandels war das Vorhandensein einer größeren, gut organisierten Kassabörse für Agrarprodukte. Eine solche Börse entstand in Chicago in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts mit der Gründung der Chicago Board of Trade (CBOT). Die CBOT spiegelt die Geschichte der Terminmärkte wider wie keine andere Börse oder Institution auf der Welt. Von Farmen gegründet, ist sie heute ein Dreh- und Angelpunkt der internationalen Hochfinanz und wichtiger Beschaffungsort für die größten Industrieunternehmen der Welt.

Augrund der technischen Möglichkeiten, wie große Getreidespeicher, Rangierbahnhöfe, Lagerhäuser und der geografischen Lage direkt am Michigan See, war und ist Chicago Zentrum für den amerikanischen Getreidehandel. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Chicago zum wichtigsten Handels- und Umschlagplatz für Tausende von Farmern, die jährlich ihre Ernteerträge nach Chicago zum Verkauf brachten. Zu diesem Zeitpunkt gab es jedoch noch keinen Punktmarkt. Somit waren die Farmer gezwungen, von Händler zu Händler zu fahren, um den bestmöglichen Ertrag für ihre Ware zu erhalten.

Zu Erntezeiten existierte ein Überangebot, das die Preise für Getreide, den Gesetzen von Angebot und Nachfrage zufolge, ins Bodenlose stürzen ließen. Lastwagenweise wurde nicht verkauftes Getreide in den Michigan See gekippt. Sobald sich die Lager zu Beginn des neuen Jahres wieder leerten, zogen die Preise wieder an. Diese enormen Preisschwankungen verursachten heftige Streitigkeiten zwischen den Produzenten und den Händlern, die nicht selten einen geregelten Geschäftsablauf unmöglich machten.

So wurden die Terminbörsen gegründet um Preisrisiken absichern zu können. Hierzu ein Beispiel aus dem Agrarbereich, welches bis in die historischen Anfänge des Terminhandels zurückreicht und auch heute noch Gültigkeit besitzt:

Ein Weizenfarmer trägt aufgrund der heftigen jahreszeitlichen Schwankungen der Weizenpreise das Risiko, einen Verlust zu erleiden, wenn der Marktpreis des Weizens sich zu seinen Ungunsten verändert. Einem ähnlichen Risiko unterliegt auch der potentielle Käufer (z.B. eine Großbäckerei). Einigen sich die beiden Kontrahenten auf einem Liefer- und Abnahmepreis mittels eines Forward-Kontrakts, können beide Parteien im voraus kalkulieren und sich vor ungünstigen Preisentwicklungen weitgehend absichern.

Um den steigenden Bedarf an Absicherungsmöglichkeiten decken zu können und eine schnelle und einfache Übertragung von Verträgen auch an Dritte zu ermöglichen, wurden Terminbörsen gegründet und die Forward-Kontrakte standardisiert.

2. Die Grundlagen des Terminhandels

2.1. Standardisierung eines Terminkontrakts

Bei einem Standardkontrakt darf keine Einzelheit ungeklärt bleiben. Jede Terminbörse hat daher für jedes Produkt einen eigenen Standardvertrag entworfen.

Die Standardisierung bezieht sich auf folgende Merkmale:

- den jeweiligen Börsenplatz mit seinen festgelegten Handelszeiten.

- die Kontraktmenge, die für jede Ware an der betreffenden Börse definiert ist. Sie ist zugleich die kleinste handelbare Einheit, d. h., nur ein Vielfaches dieser Einheit kann gehandelt werden.

- die Qualität oder Kontraktnorm: Sie ist so standardisiert, dass sie den am meisten produzierten bzw. gehandelten Mengen entspricht. Abweichungen von der vorgeschriebenen Qualität sind nach einem genau definierten Maß gegen entsprechende Vergütung oder Abschlag möglich.

- der Preis wird pro Kontrakteinheit festgelegt und nicht für die gesamte Kontraktmenge.

- die kleinste Preisveränderung/Tick. ?? die Liefermonate

- den Lieferort.

2.2. Motive im Terminhandel

Will man die Bedeutung des Terminhandels im betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Sinne darstellen, so erscheint es sinnvoll. Dies aus der Sicht der verschiedenen Marktteilnehmer an den internationalen Terminmärkten an den internationalen Terminmärkten zu tun.

An den internationalen Börsen gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Teilnehmern mit unterschiedlichen Handelsmotiven.

Zu einem ist der Terminhandel ein Instrument, um Risiko fungibel zu machen. Ein Händler ist gewillt (oder gezwungen), Risiko „abzugeben“ das heißt, er versucht, sich gegen gewisse Tatsachen (Kursanstieg bzw.-verlust) zu versichern (Sicherungsmotiv). Ein anderer Markteilnehmer ist in der Lage, das Risiko zu übernehmen. Er hofft sich aus dem Risiko einen Profit (Spekulationsmotiv).

2.3. Vorteile des Terminhandels

Der Handel mit Terminkontrakten bietet folgende Vorteile:

- Preisabsicherung („Hedging“) für Nutzer von Terminkontrakten

- Verteilung des Verkaufs von Saisongütern über das ganze Jahre

- Haftungsübernahme im Termingeschäft durch das Clearinghaus

- Durch die Standardisierung der Termingeschäfte ist eine reibungslose Abwicklung bei Auslauf oder Weitergabe an Dritte gewährleistet ?? Erhöhung der Markt-Liquidität durch Schaffung von Alternativmärkten ?? Weiterhin erhöht sich die Markt-Liquidität dadurch, dass Risiko- und Spekulationskapital an einem Ort (Börse) zusammengeführt werden ?? Die öffentliche Preisfeststellung zentralisiert das Interesse und erleichtert somit die Verbreitung wichtiger Marktinformationen

- Die Übernahme der Finanzierung von Kassawarenbeständen ist vorzugsweise dann gewährleistet, wenn diese Bestände durch Terminkontrakte gesichert wird, somit wird eine Kreditfinanzierung durch den Terminkontrakt erleichtert und verbilligt.

3. Die Grundlagen des Futures

3.1. Einordnung des Futures innerhalb der Finanzmärkte

Am Kassamarkt1 wird jede Usance frei verhandelt. Das heißt Käufer und Verkäufer einigen sich in bezug auf Preis, Menge, Qualität und Lieferzeitpunkt etc. Am standardisierten Terminmarkt werden Verträge bzw. Kontrakte gehandelt. Eine Übersicht zu den Märkten und Produkten gibt Abbildung 3.1. Folgende Faktoren sind somit bereits im Voraus bekannt und genau definiert:

- Art der Ware

- Menge der Ware ?? Qualität der Ware

- Lieferzeitpunkt und Lieferort

Einzige Variable hierbei ist der Preis, der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgelegt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3-1 Finanzmärkte

3.2. Der Begriff des Futures-Kontrakts

Grundsätzlich kann man einen Futures-Kontrakt definieren als einen Kaufvertrag (ein Kontrakt) über eine bestimmte Menge, einer bestimmten Ware, mit einer bestimmten Qualität, zu einem bestimmten zukünftigen Liefertermin, zu einem vorher vereinbarten Preis.

Sämtliche Usancen wurden bereits vereinbart. Standardisiert sind grundsätzlich die Menge der Ware ( 100 Feinunzen, 125.000 DM ...), die Art der Ware (Weizen, Gold, Schweizer Franken), die Qualität der Ware (bei Rohstoffen) und der Liefertermin und Ort (März - frei an Board Chicago, 10. Januar - cif London, 10. Juli - Frankfurter Kassenverein).

Das Verpflichtungsgeschäft (Einigung) findet an der Börse zum Zeitpunkt t0 statt. Wesentlich ist, dass die rechtlichen Erfüllungsgeschäfte, also die Lieferung/Abnahme der Ware und die Zahlung des Kaufpreises in der Zukunft t1 liegen (Zukunftsvertrag). Siehe Abbildung 3.2.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3-2 Futures-Geschäft

Frei verhandelbar bei einem Future ist also lediglich der Preis des Geschäftsgegenstandes.

3.3. Basisinstrumente

Grundsätzlich unterscheidet man Commodity Futures und Financial Futures bzw. Warenterminkontrakte und Finanzterminkontrakte.

Als Commodity Futures bezeichnet alle Futures auf Waren und Rohstoffe. Der Warenterminkontrakt ist der Ursprung aller Futures Kontrakte. Er wird oft in landwirtschaftliche Produkte, Metalle und energiewirtschaftliche Produkte eingeteilt. Kauft man einen Warenterminkontrakt und hält diesen bis zum Erfüllungstag, so muss man die zugrundeliegende Ware abnehmen bzw. bezahlen. Der Verkäufer des Futures-Kontraktes muss die Ware zum bereits vorher vereinbarten Preis liefern. Die wichtigsten Vertreter aus den einzelnen Gruppen seien kurz genannt.

- Landwirtschaftliche Produkte

Weizen, Hafer, Mais, Sojabohnen, Sojamehl, Sojaöl, Kaffee, Zucker, Schweinbäuche, Rinderhälften, gefrorenes Orangensaftkonzentrat, Baumwolle, Bauholz.

- Energiewirtschaftliche Produkte:

Rohöl, Benzin, Heizöl, bleifreies Benzin.

- Metalle

Gold, Silber, Platin, Kupfer.

Der Financial Futures-Markt expandiert förmlich von Stunde zu Stunde. Fast täglich hört man von neuen Produkten im Futures- und Options-Geschehen. Diese Finanzinnovationen sind die Reaktion auf den ständig wachsenden Bedarf an Risikomanagementinstrumenten für die Finanzindustrie. Bei Financial Futures kann man eine Unterteilung vornehmen in Währungsfutures (Currency Futures), Zinsfutures (Interest Rate Futures) und Index Futures.

3.4. Long Futures und Short Futures

Die Begriffe long und short gehören zu den am häufigsten benutzten Begriffen. Long und Short hat jedoch nichts mit der Länge der Händlerhose zu tun, sondern bezeichnet eine Position am Markt.

So wie man eine Ware kaufen können, so kann man sie an der Börse auch verkaufen, obwohl man sie überhaupt noch nicht tatsächlich besitzt. Das ist möglich, da zwischen dem Zeitpunkt des Verkaufs (Einigung = rechtliches Verpflichtungsgeschäft) und der Lieferung und dem Erhalt des Kaufpreises (Übergabe = rechtliches Erfüllungsgeschäft) eine bestimmte Zeitspanne liegt.

Bis zum Andienungstag (Delivery Day=Erfüllungstag) kann man seinen Kontrakt wieder lösen. Das geschieht in dem man den vorher verkauften Kontrakt vor Ende der Kontraktlaufzeit wieder kauft. Der Gewinn liegt dann in der Differenz zwischen Verkauf und Ankauf.

Bsp.

Man verkauft Produkt XYZ zu einem Preis von 100 DM. Nach zwei Wochen kaufen Sie einen Kontrakt zurück zu 80 DM. Es ist also ein Gewinn von 20 DM entstanden. Man spekuliert also auf fallende Kurse.

Kauft man einen Kontrakt und verkauft diesen wieder vor Laufzeitende, da man nicht gewillt ist 10.000 Rinder oder 25.000.000 DM gegen Dollar zu kaufen, so profitiert man bei einer Kurssteigerung.

Bsp.

Man kauft im Februar den Juni-Kontrakt der Ware ZXY zu 100 DM. Im März ist der Kontrakt 120 DM wert. Man veräußert und realisiert einen Gewinn von DM 20.

Spekuliert man nun auf steigende Preise, d. h. man kauft, dann nimmt man eine LONG Position ein. Erwartet man einen Preisverfall, d. h. man verkauft, so nimmt man eine SHORT Position ein. Will man eine Future Position durch ein Gegengeschäft wieder „lösen“ so wird dies als Glaststellung bezeichnet.

Literaturverzeichnis

Dreesbach, S.: Die Welt der Futures und Options, 1. Aufl., Gabler, Wiesbaden 1994.

Wudy, G.: Geldanlage mit Optionen und Futures, 1. Aufl., Gabler, Wiesbaden 1993.

[...]


1 Markt für sofortige Lieferung.

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Details

Titel
Die Grundlagen des Terminhandels unter besonderer Berücksichtigung des Futures
Hochschule
Fachhochschule Kaiserslautern
Veranstaltung
Hausarbeit zum Wahlpflichtfach Interessante Geldanlagen
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V99134
Dateigröße
349 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundlagen, Terminhandels, Berücksichtigung, Futures, Hausarbeit, Wahlpflichtfach, Interessante, Geldanlagen
Arbeit zitieren
Philipp Heinz (Autor), 2001, Die Grundlagen des Terminhandels unter besonderer Berücksichtigung des Futures, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99134

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