Van Gogh, Vincent


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

4 Seiten, Note: 2


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Biographie:

Van Gogh wurde am 30. März 1853 in Groot-Zundert als Sohn eines protestantischen Pastors geboren. Zwischen 1869 und 1876 war er in verschiedenen Filialen des Kunsthauses Goupil tätig (Den Haag, London, Paris), in denen auch sein Bruder Theo beschäftigt war. Ein Theologiestudium in Amsterdam brach er nach kurzer Zeit ab und ließ sich zum Laienprediger ausbilden. 1878 bis 1880 arbeitete van Gogh als Prediger und Krankenpfleger bei den Bergarbeitern der Borinage (Belgien). Aber auch diese Tätigkeit gab er bald enttäuscht auf und besuchte 1881 einige Monate die Brüsseler Kunstakademie. Die folgenden zwei Jahre verbrachte er in Paris und erlernte dort von seinem Vetter, dem Landschaftsmaler Anton Mauve, die Grundlagen der Aquarell- und Ölmalerei. Van Gogh bildete sich autodidaktisch vorrangig an den Werken von Frans Hals und Rembrandt sowie Jozef Israels weiter. 1886 und 1887 lebte van Gogh in Paris bei seinem Bruder Theo, der damals Direktor der Pariser Filiale von Goupil war und ihn finanziell unterstützte. Die entscheidende Wendung nahm van Goghs Laufbahn im Februar 1888, als er nach Arles in Südfrankreich übersiedelte und in einer Arbeits- und Lebensgemeinschaft mit Paul Gauguin persönliche und künstlerische Erfüllung fand. Im Dezember 1888 schnitt er sich nach einer Auseinandersetzung mit Gauguin einen Teil des linken Ohres ab. Im Mai 1889 wurde er in die Nervenheilanstalt Saint-Rémy-de-Provence gebracht, wo er indessen in ungebrochener Vitalität weitere, in ihrem vibrierenden Duktus ungemein ausdrucksstarke Werke schuf, wie ,,Sternennacht" (1889, Museum of Modern Art, New York). Außerdem kopierte er dort Gemälde alter Meister (,,Pietà" nach Delacroix, 1889, Rijksmuseum Vincent van Gogh). Im Mai 1890 begab sich van Gogh in Behandlung des Arztes und Kunstliebhabers Dr. Paul Gachet in Auvers-sur-Oise bei Paris . Gachet vermochte ihn jedoch nicht von den sich zusehends verstärkenden Depressionen befreien, Van Gogh brachte sich am 27. Juli 1890 eine Verletzung mit dem Revolver, genauer einen Schuss in den Brustkorb während eines Spazierganges, bei, an der er zwei Tage später starb. Die über 700 Briefe, die van Gogh an seinen Bruder Theo schrieb (herausgegeben 1911), fügen sich zu einem aufschlußreichen Lebensbericht des Künstlers und einer detailreichen Dokumentation seines ungewöhnlich produktiven Schaffens (circa 750 Gemälde und 1 600 Zeichnungen). Sie belegen darüber hinaus seine moralische Integrität und sind von beachtlichem literarischen Niveau. Van Goghs Werk, das an der Schwelle des späten Impressionismus zur Moderne steht, wirkte besonders nachhaltig auf die Malerei des Fauvismus und Expressionismus. Vor allem Chaïm Soutine, Oskar Kokoschka, Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde fanden in dem Niederländer eine reiche Quelle der Inspiration. 1973 wurde in Amsterdam das ,,Rijksmuseum Vincent van Gogh" eröffnet, dessen Sammlung einen Großteil des malerischen und zeichnerischen Werkes sowie Autographen umfasst.

Werke:

Das Frühwerk van Goghs wird dominiert von einer dunklen, erdigen Farbpalette. Thematisch stand neben Landschaften (,, Der Strand von Scheveningen", 1882, Rijksmuseum Vincent van Gogh, Amsterdam) die Lebenswelt der Arbeiter und Bauern im Mittelpunkt (,, Die Kartoffelesser", 1885, ebenda). Unter dem Einfluss des damals aufkommenden Impressionismus und der japanischen Farbholzschnitte (Hiroshige, Hokusai) gelangte er endgültig zu einem lichteren Kolorit, das bereits durch die Begegnung mit den Werken von Delacroix und Rubens in Antwerpen angeregt worden war. Bei den impressionistischen Zeitgenossen zogen ihn vor allem die leuchtenden Farben Camille Pissarros und der Pointillismus Georges Seurats an. Ein bedeutendes Werk dieser Phase ist das ,, Bildnis des P è re Tanguy" (1887, Privatsammlung).

Viele seiner bekanntesten Werke, vorrangig Landschaften und Interieurs in leuchtenden, pastos aufgetragenen Farben, entstammen dem fruchtbaren Schaffen des Jahres 1888 in Arles, wie ,, Caf é terrasse am Abend" (Rijksmuseum Kröller-Müller, Otterloo), ,, Die Br ü cke von Langlois" (ebenda), ,, Boote am Strand" (Rijksmuseum Vincent van Gogh), ,, Vincents Stuhl" (ebenda), ,, Die Br ü cke von Arles" (Wallraf-Richartz-Museum, Köln). Ein häufiges Motiv waren die für diese Gegend typischen Zypressen (,, Stra ß e mit Zypressen", 1890, Rijksmuseum Kröller-Müller, Otterloo; ,, Kornfeld mit Zypressen", 1890, Tate Gallery, London). Reine Farben und dynamische Pinselführung prägen auch die Stillleben, wie die mehrmals variierten ,, Sonnenblumen" (1888, Staatsgalerie Moderne Kunst, München), und seine Selbstporträts. Das ,, Selbstbildnis mit verbundenem Ohr" (1889, Art Institute, Chicago) zeugt bereits von den zunehmenden Depressionen des Künstlers, die auch in den Bildern der letzten Schaffensphase ihren Niederschlag fanden (,, Getreidefeld mit den Raben", Rijksmuseum Vincent van Gogh).

Gestaltungskonzeption:

In Jahr 1890 begab sich van Gogh in Behandlung des Arztes und Kunstliebhabers Dr. Paul Gachet in Auvers-sur-Oise bei Paris. Jedoch konnte Gachet ihn nicht von den sich zusehends verstärkenden Depressionen befreien. Folglich sind auch seine letzten Werke von seinem seelischen Zustand geprägt. Auch dieses Werk lässt den Stil und Hintergrund seiner letzten Schaffensphase erkennen. In Auvers entstand im Juli 1890 vielleicht Vincents ausdrucksstärkstes Bild, das ,,Getreidefeld mit Raben". Vincent wollte nach eigenen Angaben ,,Traurigkeit" und ,,äußerste Einsamkeit" ausdrücken. Das einen Meter breite Ölgemälde beginnt an seiner vordersten Front mit drei Feldwegen, die in verschiedene Richtungen verlaufen und sich am Ende irgendwo verlieren. Die gewohnte Perspektive ist umgedreht, die Fluchtlinien der Wege laufen vom Horizont her zum Vordergrund. Die Farbe des gelben Getreidefeldes und die bedrohlich wirkende, blaue Komplementärfarbe des Himmels sind so vorherrschend, dass man als Betrachter die Bedrohung unmittelbar verspürt. Der über das Bild fliegende Rabenschwarm verstärkt diese Gefühle noch zusätzlich und kann als Vorahnung auf den bevorstehenden Tod interpretiert werden. Trotz der kräftigen, leuchtenden Farben wirkt das Bild eher bedrohlich. Der schwarze, drohend wirkende Rabenschwarm steht im Kontrast zu der Farbkombination Gelb-Blau, die auch bei anderen Landschaftsbildern van Goghs auftrat und für ihn die Kraft und Totalität des Lebens versinnbildlichte.

Van Gogh kann als wichtiger Wegbereiter des späteren Expressionismus gesehen werden, bei dem nicht nur die äußere Gestalt eines möglichen Motivs eine Rolle spielte, sondern vor allem der innere ,,Seelenzustand" einer Erscheinung. Um was es ihm dabei genau ging, verdeutlicht dieses Zitat: ,,Ich möchte Männer und Frauen mit dem gewissen Ewigen malen, wofür früher der Heiligenschein das Symbol war und das wir durch das Leuchten, durch das bebende Schwingen unserer Farben auszudrücken versuchen... Die Liebe eines Paares ausdrücken durch die Vermählung von zwei Komplementärfarben, durch ihre Mischung und ihre Kontraste, durch das geheimnisvolle Vibrieren einander angenäherten Töne. Das geistige einer Stirn auszudrücken durch das Leuchten eines hellen Tones auf einem dunklen Untergrund. Die Hoffnung durch einen Stern ausdrücken. Die Leidenschaft eines Menschen durch einen leuchtenden Sonnenuntergang." (Zitat von Vincent, in: Walther 1886, S. 58). Die Kunst wurde für van Gogh im vollsten Sinne zu einer persönlichen Bestimmung, einmal als Erbteil einer Familie, dann als Mittel zu seiner seelischen Befreiung. Er hatte alle seine Trachten und Nöte in sein künstlerisches Schaffen umgesetzt, seine Werke sind somit Beispiel persönlicher Kunst, d.h. er wählte seine Motive und Darstellungsformen nach dem derzeitigen Gemütszustand und seinen momentanen Lebensumständen (wichtige Ereignisse, Kontakt zu anderen Personen, derzeitiger Wohn- bzw. Aufenthaltsort) aus. Die Analyse seiner Werke bestätigt dies, die Erscheinungsdaten und wiedergegebenen Inhalte weisen Parallelen zu Vincent Willem van Goghs Biographie auf. Sein künstlerischer Werdegang ist ein großes religiös-moralisches Drama und nicht nur die rasche Entwicklung eines Stiles oder neuer Kunstformen

Van Gogh nutzte die Farbe nicht als logisch ordnende Kraft, sondern als Mittel, seiner persönlichen Weltsicht Ausdruck zu verleihen. Seine ersten Zeichnungen von Arbeitern und Bauern sind in ihren dunklen Tönen Bekenntnisse zum Mitmenschen. Inspiriert durch Impressionisten schuf er Landschaften und Bilder mit leuchtenden Farben und nutzte die Ausdruckskraft des Lichtes. Weitere häufige Motive waren Stillleben und Selbstporträts mit reinen Farben und dynamischer Pinselführung. Viele seiner bekannten Werke entstanden im ,,fruchtbaren" Zeitraum des Jahres 1888 in Arles: ,,Ich habe Augenblicke, in denen die Begeisterung bis zum Wahnsinn oder der Prophetie gesteigert ist." Seine Arbeiten von Arles vertreten seine erste neue Kunst, denn was er vorher geschaffen hatte, kam aus Tradition. Sein Ziel war kraftvolle Wirkung, ein fest umrissenes, klares, auf uns zu kommendes und durch kühne Farbgebung gesteigertes Bild. Die Zeichnung ist männlicher und zielbewusster. Das Licht ist nicht mehr eine von außen kommende, die Gegenstände unterdrückende und auflösende Kraft, sondern strahlt von den flächig gewordenen, schattenlosen Dingen selbst aus, so dass die Dinge an sich genauso klar gekennzeichnet werden wie durch ihr äußeren Erscheinungsformen. In seiner Welt wird die Sonne zum Gegenstand, zum lebendigsten und strahlendsten von allen. In seiner letzten Schaffensphase zeugten die Bilder von seinen zunehmenden Depressionen und Ängsten (Einsamkeit, gesundheitlicher Zustand seines Bruders).

Die Leidenschaft des Ausdrucks prägte van Goghs sonnentrunkene Malerei. Er legte einen Weg ins 20. Jahrhundert frei und lenkte das künstlerische Weltbegreifen in neue Bahnen, ,,mit den Erregungsstößen, die aus dem Innern des Menschen kommen und in das All greifen."(Werner Hoffmann)

Quellen:

- Internet - www.young.de ; www.seilnacht.tuttlingen.com
- Microsoft Encarta 2000 plus
- Formen der Kunst 19. und 20. Jahrhundert; Verlag Martin Lurz GmbH - München

4 von 4 Seiten

Details

Titel
Van Gogh, Vincent
Note
2
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V99168
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gogh, Vincent
Arbeit zitieren
Frank Oberländer (Autor), 2000, Van Gogh, Vincent, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99168

Kommentare

  • Gast am 17.5.2001

    Echt super!.

    Echt super!
    Ich hab das selbe Thema beim selben Lehrer *g*

    Mabdul

  • Gast am 5.1.2002

    Klasse.

    Muss echt sagen ist dir gelungen, hab es gleich in mein eigenes Referat aufgenommen.

    Vielen Dank!!!!!!!!!!!!

  • Gast am 1.3.2002

    hat mir ne 2 glatt gebracht.

    jo danke für deine bio.. das referat hat mir doch ne glatte 2 gebracht und ich habs nur vorgelesen.

    dankje nochmal cya

    asikop

  • Gast am 20.4.2002

    Einige Fehler....

    Der Bericht ist ja ganz gut,aber dennoch sind einige Fehler drin.Nach meinen Informationen stimmen z.B. die Jahreszahlen fast alle nicht.Aber das ist das kleinere übel.Das Museum in Amsterdam heisst "Van Gogh Museum" und nicht "Rijksmuseum Vincent van Gogh". Das Rijksmuseum steht zwar direkt daneben,dennoch ist es kein Van Gogh Museum.Übrigens is das Museum sehr zu empfehlen. Ich war dieses Jahr dort.Die Originale von Vincent van Gogh sehen so genial aus. Dagegen sind diese Fotos nen Scheissdreck, wenn man das so sagen darf...
    Gruß Beatrice, 15 Jahre..

  • Gast am 4.6.2002

    geil.

    Coole Sache!
    Muss ein referat über den Typ halten und denke mal, dass das mir um einiges helfen wird. DANGE!

  • Gast am 1.3.2007

    Naja.

    Für meine Begriffe etwas minimalistisch

  • Gast am 15.11.2007

    Es ist nicht ganz genau!.

    Die Texte oben sollten viel genauer verfasst werden, ansonsten gut

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