In dieser Arbeit werden die Begriffe Altersdiskriminierung und Ageism erläutert.
Ältere Menschen berichten oft über herablassende Kommentare, finanzielle Benachteiligung oder auch, dass sie, wenn sie bestimmte Tätigkeiten erledigen wollen, nur auf ihr Alter beschränkt werden. Es gibt also eindeutige Fallbeispiele, die die Ungleichheit zwischen Alter thematisieren, trotzdem ist „Altersdiskriminierung“ heutzutage kein großes Thema.
In der Medienwelt spielten zuletzt Diskriminierungen gegenüber Frauen, Homosexuellen oder Ausländern eine wichtige Rolle, aber über Altersdiskriminierung wird kaum etwas berichtet. Begriffe, wie „Racism“ oder auch „Sexism“ sind weit verbreitet und werden auch immer wieder thematisiert, doch der Begriff „Ageism“ ist vor allem in Deutschland und Nachbarländern kaum bekannt und unzureichend diskutiert. Gesellschaftliche Altersgrenzen gehören leider immer noch zum Alltag dazu und prägen das Leben sowie die Lebenszufriedenheit des älteren Individuums.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung:
2.Begrifflichkeiten:
2.1. Diskriminierung
2.2 Altersdiskriminierung und Ageism
2.3 Sonstige Abgrenzungen
3.Altersdiskriminierung im Arbeitsleben
3.1 Personalrekrutierung und -selektion
3.2 Personalentwicklung
4.Folgen
4.1 Folgen für ältere Menschen
4.2 Bewältigung von Altersdiskriminierungen und Stereotypisierungen
4.3 für diskriminierende Akteure und für durch Diskriminierung Privilegierte
5.Interventionsmöglichkeiten:
5.1 Maßnahmen für altersdiskriminierende Personen
5.2 Maßnahmen für betroffene Ältere
5.3 Maßnahmen in Organisationen und Institutionen
5.4 Strukturelle Maßnahmen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene
6.Fazit:
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht das Phänomen des „Ageism“ und der Altersdiskriminierung, insbesondere mit Blick auf deren Ausprägungen, Folgen und Interventionsmöglichkeiten im Arbeitsleben. Ziel ist es, das gesellschaftliche Bewusstsein für diese bisher unzureichend diskutierte Form der Benachteiligung zu schärfen und die Mechanismen aufzuzeigen, die zu einer Exklusion älterer Menschen führen.
- Begriffsbestimmung von Diskriminierung und Ageism im Kontext des Alters.
- Analyse der Altersdiskriminierung im beruflichen Umfeld (Rekrutierung und Entwicklung).
- Darstellung der individuellen und institutionellen Folgen für Betroffene und diskriminierende Akteure.
- Diskussion von Interventionsstrategien auf persönlicher, organisatorischer und gesellschaftlicher Ebene.
Auszug aus dem Buch
2.2 Altersdiskriminierung und Ageism
Altersdiskriminierung bedeutet, dass jemand aufgrund seines Alters diskriminiert wird. Dies kann grundsätzlich Junge und Alte betreffen, aber ich werde im folgenden ausschließlich auf die Diskriminierung älterer Menschen eingehen. Altersdiskriminierung bedeutet also die Verletzung von Rechten oder die soziale beziehungsweise ökonomische Benachteiligung einer älteren Person. Diese schränken die Möglichkeit der persönlichen Teilhabe von Älteren ein und verkürzen ihre Ressourcen und Lebenschancen.
Die verschiedenen Ebenen von Altersdiskriminierung sind erstens die personale oder individuelle Diskriminierung, wie zum Beispiel Herablassung oder Verspottung aufgrund des Alters, zweitens die strukturelle Altersdiskriminierung, das heißt wenn ein Nachteil, bezüglich den gesamtgesellschaftlichen Lebensbedingungen, die Älteren von den Jüngeren unterscheidet und drittens die institutionelle Diskriminierung durch Regelungen institutioneller Art, wie zum Beispiel Politik, Rechtssystem und Forschung.
Der amerikanische Gerontologe Robert Butler brachte den Begriff Ageism Ende der 1960er Jahre erstmals auf. Folglich wurde dieser jedoch sehr uneinheitlich definiert. Butler beschrieb Ageism, im Gegensatz zur Altersdiskriminierung, als ein gesellschaftliches Phänomen, verknüpft mit drei Hauptannahmen: Erstens müssen Vorurteile gegenüber älteren Menschen, dem Alter und Alternsprozess vorhanden sein. Zweitens muss es sich um eine soziale Diskriminierung älterer Menschen im alltäglichen Leben handeln und drittens müssen institutionelle und politische Praktiken diese Altersstereotype immer wieder bestätigen und somit aufrechterhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Altersdiskriminierung ein, stellt die mangelnde gesellschaftliche Diskussion um den Begriff "Ageism" fest und erläutert die Relevanz des Themas im heutigen Alltag.
2.Begrifflichkeiten: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem Diskriminierung und Ageism definiert und von anderen Phänomenen abgegrenzt werden.
3.Altersdiskriminierung im Arbeitsleben: Hier wird analysiert, wie sich Altersdiskriminierung spezifisch in den Bereichen Personalauswahl und innerbetrieblicher Personalentwicklung niederschlägt.
4.Folgen: Dieses Kapitel beleuchtet die individuellen, psychologischen und physischen Auswirkungen von Altersdiskriminierung auf Betroffene sowie die Konsequenzen für diskriminierende Akteure.
5.Interventionsmöglichkeiten: Das Kapitel diskutiert Strategien zur Prävention und zum Abbau von Altersdiskriminierung auf persönlicher, organisationaler und staatlicher Ebene.
6.Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz von Ageism als gesellschaftliches Problem zusammen und plädiert für eine stärkere wissenschaftliche und politische Auseinandersetzung mit dem Thema.
Schlüsselwörter
Ageism, Altersdiskriminierung, Diskriminierung, Altersbilder, Altersstereotype, Arbeitswelt, Personalrekrutierung, Personalentwicklung, soziale Ungleichheit, Altersintegration, Teilhabe, Vorurteile, Interventionsmöglichkeiten, Arbeitsmarkt, Demografischer Wandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Ageism und der Altersdiskriminierung, insbesondere mit deren Bedeutung und Auswirkungen in unserer Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Diskriminierungsformen, die Ausgrenzung im Berufsleben, psychologische Folgen für ältere Menschen sowie politische und organisatorische Gegenmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, auf das oft unterschätzte Problem des Ageism hinzuweisen und zu analysieren, wie strukturelle und individuelle Barrieren für Ältere abgebaut werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf gerontologischen Theorien und empirischen Befunden aus der Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine Untersuchung der Altersdiskriminierung im Arbeitskontext sowie eine Darstellung der Folgen und möglicher Lösungsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Ageism, Altersdiskriminierung, Personalentwicklung, Altersstereotype und soziale Ungleichheit.
Welche vier Typen des Ageism unterscheidet Kai Brauer im Arbeitsleben?
Brauer unterscheidet den traditionalistischen, den ökonomischen, den naturalistischen sowie den Mode- und Jugendtrend-Ageism, die jeweils unterschiedliche Ausgrenzungsmechanismen bedienen.
Was versteht man unter dem Konzept der Altersintegration nach Matilda W. Riley?
Riley schlägt ein Modell vor, in dem die klassische Dreiteilung des Lebens in Bildung, Arbeit und Freizeit aufgehoben wird, um Ältere in alle Lebensbereiche zu integrieren.
Warum wird im Text die männliche Form verwendet?
Die ausschließliche Verwendung der männlichen Form dient lediglich der besseren Lesbarkeit und ist explizit als geschlechtsunabhängig zu verstehen.
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- Anonym (Author), 2015, Altersdiskriminierung im Arbeitsleben. Benachteiligung der älteren Bevölkerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991690