Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Candidate Experience in der Bundeswehr, um etwaige Verbesserungspotentiale zu erarbeiten. Bewerber nehmen eine immer relevanteren Rolle für die Reputation und das Branding des Unternehmens als Arbeitgeber ein. Die Candidate Experience hat sich hierbei zu einem wichtigen nachhaltigen Instrument dafür entwickelt, potenzielle, qualitativ wertvolle Talente und Fachkräfte für sich zu gewinnen.
Der Mensch als Humanressource wird für Unternehmen zunehmend bedeutender. Nicht nur als Inputfaktor für die Güter- und Dienstleistungserstellung, sondern auch weil der einzelne Mitarbeiter - und insbesondere Bewerber - eine immer relevantere Rolle für die Reputation und das Branding des Unternehmens als Arbeitgeber einnimmt. Die Candidate Experience hat sich hierbei zu einem wichtigen, nachhaltigen Instrument dafür entwickelt, potenzielle, qualitativ wertvolle Talente und Fachkräfte für sich zu gewinnen.
Ziel dieser Arbeit ist es, sowohl aus Interviews mit studierenden Offizieren und Offiziersanwärtern als auch aus der persönlichen Reflexion des Autors auf die Candidate Experience in der Bundeswehr zu schließen und etwaige Verbesserungspotentiale zu erarbeiten.
Diese Arbeit untergliedert sich in fünf Kapitel. Nach der Einleitung werden im zweiten Kapitel zunächst theoretische Grundlagen vermittelt. Anfangs wird der Begriff der Candidate Experience aus unterschiedlichen Perspektiven definiert und anschließend die thematische und personalwirtschaftliche Adaption aus der Customer Experience erklärt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Heranführung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Candidate Experience Management
2.1 Theoretische Grundlagen
2.1.1 Begriffserklärung
2.1.2 Personalwirtschaftliche Adaption
2.2 Candidate Experience Konzepte
2.2.1 Candidate Experience Wheel
2.2.2 Candidate Journey
2.2.3 AIDA-Modell
3 Praktische Relevanz
3.1 Aktuelle Trends
3.2 Handlungsempfehlungen
4 Candidate Experience in der Bundeswehr
4.1 Methodik
4.1.1 Interviewauswertung
4.1.2 Erfahrungen des Autors
4.2 Diskussion
5 Fazit
Anhang
Anhang A: Service Encounter in der Personalgewinnung
Anhang B: Werbeplakat der US Army mit Inhalten des AIDA-Modells
Anhang C: Interviewleitfaden und durchgeführte Interviews (CD)
Anhang D: Grafische Darstellung der Teilnehmerdaten
Anhang E: Werbeplakate der Bundeswehr mit emotionalerer Botschaft
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Candidate Experience innerhalb der Bundeswehr zu untersuchen. Anhand von Interviews mit studierenden Offizieren und Offiziersanwärtern sowie einer persönlichen Reflexion des Autors soll der Status quo erfasst und Verbesserungspotenziale identifiziert werden, um eine positive Wahrnehmung als Arbeitgeber zu fördern.
- Grundlagen des Candidate Experience Managements
- Analyse der theoretischen Konzepte wie Candidate Journey und AIDA-Modell
- Untersuchung aktueller Trends in der Personalgewinnung
- Empirische Untersuchung der Candidate Experience bei der Bundeswehr
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Optimierung des Bewerbungsprozesses
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Candidate Experience Wheel
Das folgende Candidate Experience Wheel nach Verhoeven (2012) stellt die sechs Phasen der Candidate Experience dar, welcher ein potentieller Bewerber idealerweise in seinem vollständigen Bewerbungsprozess durchläuft (s. Abb. 2).
Nach Verhoeven (2012) wird der Kandidat zunächst auf das Unternehmen aufmerksam. Diese Phase beschreibt die Art und Weise, wie der potentielle Arbeitgeber das Interesse des Bewerbers auf sich lenkt. Dies kann durch Eigeninitiative geschehen, aber auch mittels Werbekampagnen seitens des Unternehmens. Die zweite Phase ist die Informationsphase. Hier erkundigt sich der Kandidat via diverser Kommunikationskanäle über das Unternehmen, dessen Jobangebote und Karrierechancen. Hat sich der Bewerber informiert, bewirbt er sich bei dem Unternehmen und nimmt im Fall einer Einladung am Auswahlprozess teil. Wurden die Einstellungstests absolviert und kam es zu einer Zusage, erfolgt die vorletzte Phase, das Onboarding. Unter dem Onboarding versteht man die Zeit von der Zusage bis zum Tag der Einstellung sowie die ersten Arbeitstage. Hat sich der neue Mitarbeiter eingearbeitet und eine Alltagsroutine entwickelt, befindet er sich in der Bindungsphase. Hier obliegt es dem Unternehmen, auf welche Art und Weise es seinen Mitarbeiter weiter an sich bindet und weiterentwickelt (Verhoeven, 2012).
Auch wenn der Bewerber über alle Phasen hinweg Eindrücke sammelt, so findet die eigentliche Kandidatenbindung im Bewerbungs- und Auswahlprozess statt, da dort die häufigsten Kontaktpunkte vorzufinden sind. Gerade hier ist es wichtig, seitens des Unternehmens für eine positive Bewerbererfahrung zu sorgen, um im Falle einer Zu- oder Absage dennoch einen wertvollen Beitrag zum Employer Brand zu erhalten (Trost, 2012). Die folgende Abbildung 3 stellt diesen Prozess grafisch dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Candidate Experience für Arbeitgeber ein und definiert das Ziel, den Bewerbungsprozess bei der Bundeswehr kritisch zu untersuchen.
2 Candidate Experience Management: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen und stellt Konzepte wie das Candidate Experience Wheel, die Candidate Journey und das AIDA-Modell vor.
3 Praktische Relevanz: Hier werden aktuelle Trends in der Personalgewinnung wie der Fachkräftemangel und die Nutzung von Social Media analysiert sowie erste Handlungsempfehlungen gegeben.
4 Candidate Experience in der Bundeswehr: Dieser Kernteil präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten Interviews sowie die persönliche Reflexion des Autors und diskutiert die Erkenntnisse hinsichtlich Verbesserungspotenzialen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt abschließende Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Arbeitgebermarke der Bundeswehr durch eine verbesserte Candidate Experience.
Schlüsselwörter
Candidate Experience, Personalgewinnung, Bundeswehr, Employer Branding, Candidate Journey, AIDA-Modell, Recruiting, Personalmarketing, Bewerbungsprozess, Auswahlverfahren, Mitarbeiterbindung, Humanressource, Personalauswahl, Social Media, Service Encounter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Konzept der Candidate Experience und wendet dieses auf den Bewerbungsprozess der Bundeswehr an, um die Wahrnehmung als Arbeitgeber zu verstehen und zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören das Management von Bewerbererfahrungen, die theoretische Einbettung in Marketing-Modelle sowie die praktische Anwendung und Verbesserung von Rekrutierungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist eine aktuelle Bestandsaufnahme der Candidate Experience bei der Bundeswehr durch Interviews, um konkrete Verbesserungspotenziale zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Analyse in Form von zehn Experteninterviews mit Offiziersanwärtern, ergänzt durch die persönliche Reflexion des Autors.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Candidate Experience, die Darstellung aktueller Trends im Personalwesen und die konkrete Analyse der einzelnen Phasen im Bewerbungsprozess der Bundeswehr.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Candidate Experience, Employer Branding, Candidate Journey, Personalgewinnung, Mitarbeiterbindung und Recruiting.
Welche Rolle spielt das "Candidate Experience Wheel" für die Untersuchung?
Das Modell dient als strukturelles Analysewerkzeug, um den Prozess von der ersten Aufmerksamkeit bis zur Bindung des Mitarbeiters in Phasen zu unterteilen und negative Kontaktpunkte zu identifizieren.
Wie bewerten die befragten Teilnehmer den Bewerbungsprozess bei der Bundeswehr?
Die Ergebnisse zeigen ein durchwachsenes Bild: Während der Prozess als transparent empfunden wird, werden teils lange Wartezeiten, mangelnde Rückmeldungen und bürokratische Hürden kritisiert.
Welchen Einfluss hat das AIDA-Modell auf das Recruiting der Bundeswehr?
Es dient als Gestaltungsleitfaden für Werbekampagnen, um Aufmerksamkeit zu erregen und Interesse bei potenziellen Kandidaten zu wecken, wobei jedoch die emotionale Tiefe oft kritisch hinterfragt wird.
- Quote paper
- Fabio Nilgen (Author), 2016, Candidate Experience Management bei der Bundeswehr. Personalwirtschaftliche Adaptionen und Erfahrungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991720