In der vorliegenden Arbeit über die Entwicklung des Selbstkonzepts bei Kindern anhand eines konkreten Falls wird die Theorie mit einem Fallbeispiel verknüpft und daraus die Erkenntnis für eine Lehrperson resümiert. Das Ziel des nachfolgend beschriebenen Fallbeispiels von Kai ist es, einen Beitrag zur Erklärung des kindlichen Selbstkonzepts unter den Aspekten der schulischen und persönlichen Entwicklung zu erklären. Das Hauptmerkmal der Arbeit liegt in der Identifikation von individuellen Faktoren auf der Schüler-Ebene, sowie konstitutionellen und kontextuellen Faktoren der Jungengruppe in der Klasse um Kai.
Die folgende Arbeit soll zudem dazu dienen, einen Einblick und möglichen Zusammenhang zwischen Peer- Beziehungen bei Jungen im Grundschulalter und deren Einflüsse auf das Sozialverhalten aufzuzeigen. Die Entwicklungspsychologie verschafft mit ihrem Blick auf die Entwicklung individueller sozialer Kompetenzen die Möglichkeit einer Folgerung auf die Entwicklung sozialer Beziehungskompetenz und der individuellen Stellung in der Konstellation von Peer- Gruppen. Die Frage nach den Wirkungsverhältnissen bildet Ausgangspunkt und Leitmotiv der vorliegenden Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Historischer Hintergrund
1.2 Selbstkonzepte und Peers im Kindesalter
2. Theoretische Einbettung
2.1 Selbstkonzeptentwicklung
2.2 Peer- Groups
3. Erklärung Systemzusammenhänge /Identifikation Einflussfaktoren
4. Handlungsmassnahmen
5. Fazit
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Entwicklung des kindlichen Selbstkonzepts anhand eines konkreten Fallbeispiels zu beleuchten und mit entwicklungspsychologischen Theorien zu verknüpfen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Peer-Beziehungen und soziale Konstellationen innerhalb einer Grundschulklasse das Selbstwertgefühl und das Sozialverhalten von Jungen beeinflussen.
- Grundlagen der Selbstkonzeptforschung
- Die Bedeutung von Peer-Groups im mittleren Kindesalter
- Systemzusammenhänge und Einflussfaktoren im Fallbeispiel "Kai"
- Methoden zur Intervention bei sozialen Spannungen im Klassenverband
- Reflexion der Rolle der Lehrperson bei der Förderung eines positiven Klassenklimas
Auszug aus dem Buch
Erklärung Systemzusammenhänge /Identifikation Einflussfaktoren
Bei der Analyse und möglichen Erklärung von Kais Fall ist im grossen Feld der Selbstkonzeptgenese das Augenmerk gesondert auf zwei Punkte zu richten. Es bilden sich die zwei Schauplätze, die sich gegenseitig soweit bestärken, dass daraus eine sich wechselseitig stark beeinflussende Thematik wird.
Laut Wolter & Seidel (2017) ist die soziale Akzeptanz und Beliebtheit unter Gleichaltrigen, vor allem in der Grundschulzeit ein relevanter Faktor für die Zufriedenheit und den positiven Selbstwert eines Kindes. In Kais Fall ist diese Komponente für Kai selber vollends im Lot. Geniesst er doch bei seinen langjährigen Freunden Sam, Liam und Tom ein grosses Ansehen in der Jungengruppe, ist dort akzeptiert und beliebt. Dieser Status im Sinne einer hohen sozialen Akzeptanz wird zudem durch Kais Beliebtheit in der Klasse begünstigt, was sein Soziales Selbst laut William James als positive Wahrnehmung ergänzt und fördert. Die Klassenkameraden mögen Kai, finden ihn «cool», und seine lockeren Witze und Sprüche heitern den Unterricht für alle auf. Hinzu kommt, dass auch die Klassenlehrerinnen Frau Steiger und Frau Klein, die in gewissem Masse Personen mit Respekt- und Vorbildcharakter sind, Kai mögen und ihm dies sehr wohl bewusst ist. Diese Eingebundenheit und Beliebtheit von verschiedenen Seiten führt bei Kai zu einem positiven Selbstwert und wird bis dahin durch keinerlei bekannte Negativwahrnehmungen getrübt. Seine positiven Eigenschaften machen plausibel, dass die anderen Kinder den Kontakt mit Kai suchen. Die Akzeptanz im Klassenverband wird zudem durch seine überdurchschnittlich guten schulischen und sportlichen Leistungen positiv beurteilt, da diese mit schulischem Erfolg korrelieren (Kessels & Hannover 2015: 288). Damit geniesst er durch die Bezugsnormierung auch in diesem Bereich eine hohe Stellung in der Klasse, welche er bis anhin scheinbar mühelos hält. Alle diese Prozesse im Kontext der Schule stellen für Anton im kognitiven, sozialen und emotionalen Bereich einen positiven Einfluss auf sein Selbstkonzept dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung der Selbstkonzeptforschung ein und erläutert die Relevanz des sozialen Umfelds für Kinder im Grundschulalter.
1.1 Historischer Hintergrund: Es wird der Ursprung des Selbst-Begriffs bei Descartes bis hin zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung durch William James dargelegt.
1.2 Selbstkonzepte und Peers im Kindesalter: Das Kapitel beschreibt das multidimensionale Verständnis des Selbstkonzepts im mittleren Kindesalter und die Bedeutung geschlechtsspezifischer Peer-Beziehungen.
2. Theoretische Einbettung: Hier werden die theoretischen Grundlagen vertieft, insbesondere wie das soziale Selbst und Peer-Beziehungen das Selbstwertgefühl beeinflussen.
2.1 Selbstkonzeptentwicklung: Dieses Kapitel analysiert die individuelle Beurteilung sozialer Akzeptanz und Kompetenzen aus psychologischer Sicht.
2.2 Peer- Groups: Hier werden die Funktionen von Gleichaltrigengruppen für soziale Unterstützung und schulische Motivation erläutert.
3. Erklärung Systemzusammenhänge /Identifikation Einflussfaktoren: In diesem Kapitel wird der konkrete Fall von Kai analysiert, wobei die Störung des bestehenden sozialen Gefüges durch einen neuen Mitschüler im Zentrum steht.
4. Handlungsmassnahmen: Das Kapitel erarbeitet konkrete Interventionsmöglichkeiten für Lehrpersonen, um Spannungen in der Klasse professionell und konstruktiv zu begleiten.
5. Fazit: Hier werden die Erkenntnisse der Fallanalyse zusammengefasst und die Bedeutung der Rolle der Lehrperson reflektiert.
6. Literatur: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Selbstkonzept, Entwicklungspsychologie, Peer-Groups, Grundschulalter, Soziale Akzeptanz, Schulalltag, Klassenrat, Interventionsstrategien, Identität, Sozialverhalten, Selbstwertgefühl, Gruppendynamik, Soziale Kompetenz, Lehrperson, Systemzusammenhang
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung des Selbstkonzepts bei Kindern im Grundschulalter anhand eines konkreten Fallbeispiels eines Jungen namens Kai, dessen soziale Position in seiner Peer-Group durch einen neuen Mitschüler herausgefordert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die psychologische Entwicklung des Selbstkonzepts, die Rolle von Peer-Groups für die soziale und schulische Entwicklung sowie Möglichkeiten für Lehrpersonen, auf soziale Spannungen im Klassenverband zu reagieren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der persönlichen Stellung in der Peer-Group und der Entwicklung des Selbstkonzepts zu erklären sowie aufzuzeigen, wie Lehrpersonen durch gezielte Interventionen ein positives Klassenklima fördern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die 6-Schritt-Methode zur schriftlichen Fallanalyse, um das beobachtete Verhalten theoretisch zu fundieren und daraus praktische Handlungsempfehlungen für den Unterricht abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt zunächst die theoretische Einbettung, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Systemzusammenhänge im Fall Kai. Zudem werden konkrete Handlungsmassnahmen für Lehrpersonen diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Selbstkonzept, Peer-Groups, soziale Akzeptanz, Gruppendynamik, Intervention und die Rolle der Lehrperson im sozialen Gefüge der Schule.
Warum empfindet Kai Neid gegenüber Anton?
Kai empfindet Neid, weil Anton ähnliche Begabungen in Mathematik und Sport besitzt und es ihm schnell gelingt, in der Klassengemeinschaft und bei den Lehrpersonen beliebt zu werden, was Kais eigene bisher exklusive Führungsposition gefährdet.
Wie reagieren die Klassenlehrerinnen auf den Konflikt?
Die Lehrpersonen bemerken die Spannungen, die den Unterricht stören, und sind gefordert, eine professionelle Intervention zu planen, um den Streit der beiden Jungen nicht auf die gesamte Klasse übergreifen zu lassen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Schriftliche Fallanalyse eines Selbstkonzeptes mit der 6-Schritt-Methode. Erläuterung anhand eines Beispiels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991874