Kollaboratives Schreiben mit dem Programm edupad (Deutsch Klasse 4)


Studienarbeit, 2018

20 Seiten

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

TEIL 1 BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN
Definitionen
Kollaboratives Schreiben
Beurteilung

TEIL 2 FORSCHUNGSERKENNTNISSE UND HINTERGRÜNDE
Einsatz digitaler Medien im Unterricht
Kollaborative Schreibanlässe mit digitalen Medien

TEIL 3 SCHREIBDIDAKTISCHE PRAXISEINHEIT
Fachliche Perspektive eines kollaborativen Schreibanlasses
Kollaborativer Schreibanlass mit Story cubes- Unterrichtssequenz

Voraussetzungen Primarschule

Teil 4 AUSWERTUNG
Auswertung Unterrichtssequenz und Handlungsansätze

Fazit

Quellenangaben

Abstract

Aus der vorliegenden Arbeit der schriftlichen und digitalen Konzeption eines kollaborativen Schreibanlasses anhand einer konkreten Unterrichtsplanung und -auswertung wird für mich als Lehrperson die Erkenntnis für meinen Unterricht resümiert.

In meiner langjährigen Unterrichtstätigkeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass Schüler*innen bei Schreibanlässen oft Grammatik-und damit Produktorientiert arbeiten. Die starke Fokussierung auf die Vermeidung von Rechtschreibefehlern und einer damit verbundenen Benotung hält vor allem rechtschreibeschwache Schüler*innen davon ab, inhaltlich kreative und gut aufgebaute Texte zu schreiben, da die Freude am Schreiben gemindert wird, wenn der Text durch viele rot markierte Rechtschreibefehler glänzt.

Anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels mit edupad (www.edupad.ch) werde ich vergleichen, ob Schüler*innen mit digitalen Medien kreativer und inhaltlich besser schreiben, wenn sie sich auf den kollaborativen Schreibprozess fokussieren können.

Im ersten Teil meiner Arbeit werden die Definitionen des kollaborativen Schreibens erklärt und genauer ausgeführt. Im zweiten Teil wird der aktuelle Stand der Forschung und die Hintergründe zu dieser Thematik aufgezeigt. Die möglichen Einflüsse auf die Leistungsergebnisse von Schüler*innen werden damit erklärt. In Teil drei werde ich praxiserprobt aufzeigen, dass dieser Problematik mit digitalen Schreibanlässen ein Stück weit entgegengewirkt werden kann. Insbesondere möchte ich dabei das kollaborative Schreiben als konkretes Praxismodell heranziehen. Um die Auswertung und Handlungsansätze für meinen eigenen Unterricht geht es in Kapitel vier. Dieses Kapitel wird gefolgt von einem Fazit, welches die Arbeit nochmals zusammenfasst und die Erkenntnisse für mich als Lehrperson resümiert.

TEIL 1 BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN

Definitionen

Gemäss der Schweizerische Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) meint Schreiben Folgendes (ebd. 2011: 7):

«Schreiben meint die Fähigkeit, sprachlich angemessene, bestimmten formalen Kriterien folgende, an Kontext, Leserinnen und Lesern orientiert, d.h. textsortenspezifische Texte (Science-Fiction, Erzählungen, Tatsachenberichte, Anleitungen, Leserbriefe usw.) verfassen zu können, Texte unter ästhetischen und kulturellen Kriterien zu gestalten und übers Schreiben und über eigene Texte nachdenken und reden zu können.»

Kollaborativ umschreibt der Duden der deutschen Rechtschreibung (2017) mit den Synonymen gemeinsam, zusammenarbeitend, entwickelnd. Online findet man an erster Stelle der Tendenzliste den Begriff des kollaborativen Lernens. Was zeigt, welch hohen Stellenwert diese Form der Zusammenarbeit (auch in der Schule) eingenommen hat.

„Beim kollaborativen (auch kooperativen) Schreiben arbeiten Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen, um sich beim Aufbau von Kenntnissen und beim Erwerb von Fertigkeiten gegenseitig zu unterstützen. Das kooperative Lernen ist ein aktives, selbständiges und soziales Lernen. Die kooperativen Lehrformen sind Lerner-zentriert, denn während des Lernprozesses tritt die Lehrperson im Allgemeinen in den Hintergrund. Mindestens zwei, meist aber drei bis fünf Lernende konstituieren eine Lerngruppe […].»

Kollaboratives Schreiben

Die Schreibförderung nimmt in der Volksschule einen hohen Stellenwert ein. Kollaborative Schreibaufgaben fördern die individuellen Schreibfähigkeiten und Schreibstrategien der Schüler*innen. Dies liegt daran, dass das gemeinsame Arbeiten verlangt, Vorstellungen, Schreibgewohnheiten und Schreibstrategien gemeinsam zu besprechen und damit in der Interaktion allen zugänglich zu machen. Zudem sollen in einem sozialen Diskurs alle Gruppenmitglieder den eigenen Standpunkt einbringen und vertreten. Es müssen andere Meinungen akzeptiert und Kompromisse eingegangen werden. Diese Diskussionen erfordern und fördern soziale und kommunikative Kompetenzen (Uni Bamberg: Online Seminar Germanistik).

Laut Afra Sturm (Sturm: 2008: 1) bezeichnet die Schreibforschung jede Form des Schreibens immer als gemeinsame Leistung. Durchlaufen mehrere Schreiber*innen gemeinsam den gesamten Prozess der Textproduktion, und verantworten zusammen das dabei entstandene Ergebnis, handelt es sich um kollaboratives Schreiben im engeren Sinne.

Kollaboratives Schreiben fördert die unterschiedlichen Kompetenzen der einzelnen Gruppenmitglieder, und kann zu einem besseren Endprodukt beitragen. Zudem kann die Qualität und Anwendbarkeit bereits erworbenen Wissens verbessert werden (Hasselhorn & Gold 2013: 208).

Um kollaborativ, also gemeinsam zu schreiben, bedarf es mehrerer Teilaspekte. Diese Phasen werden bezeichnet durch:

1.) Teambildung
2.) Teamplanung
3.) Textproduktion
4.) Abschluss (Lowry et al 2014: 66-99).

Bei der Teambildung stehen das Zusammensetzen der Gruppe und die Auseinandersetzung mit den Gruppenmitgliedern im Fokus.

In der Teamplanung wird die Schreibaufgabe besprochen und das Ziel anhand einer Gruppenstrategie und den einzelnen Rollenzuweisungen fokussiert. Hier wird unterschieden zwischen der gemeinsamen Formulierung des Textes oder einer Aufteilung der einzelnen Textanteile in gegenseitiger Absprache.

Erste Ideen anhand von Arbeitshilfen wie zum Beispiel Story Cubes werden bei der Textproduktion erstellt. Während dieser Textproduktion stehen den Gruppenmitgliedern verschiedene Strategien zur Auswahl. Wenn die Schreibaufgabe nach gemeinsamer Absprache von einem Gruppenmitglied bearbeitet wird, nennt sich dies «Einer für alle». «Sequenzielles Schreiben» beschreibt die nacheinander folgende Arbeit an einem Text. Wenn alle Gruppenmitglieder ihren Teilbeitrag autonom zur Schreibaufgabe bearbeiten nennt sich dies «Paralleles» Schreiben».

Das «Reagierende Schreiben» wird bei Echtzeitbeiträgen angewandt, da alle Gruppenmitglieder jederzeit auf die Textteile der anderen reagieren können. An dieser Stelle hat die Wahl des Mediums einen wichtigen Stellenwert. Kollaborative Texte können herkömmlich auf Papier gebracht, oder auf einer Plattform digital verfasst werden.

Die Abschlussphase kennzeichnet die gemeinsame Fertigstellung und die Zustimmung zur finalen Endversion durch alle Gruppenmitglieder. Hier ist es möglich, letzte Änderungen am Text vorzunehmen und den Inhalt nochmals kritisch zu beurteilen. Dies kann mit eigens gesetzten Kriterien, Rechtschreibehilfen oder nach klaren Vorgaben geschehen (Krelle 2013: 53-61).

Beurteilung

Soll der Fokus nicht auf das Textprodukt, sondern vor allem auf das Vorgehen und die Zusammenarbeit während der Schreibarbeit gelegt werden, kann das Lernziel am Prozess orientiert sein, was bei kollaborativen Schreibaufträgen Sinn macht. Somit kann kollaboratives Schreiben auch ein eigenes Lernziel darstellen.

Als prozessorientiertes Beurteilungsverfahren bietet sich förderndes Beurteilen an. Dabei kann die Lehrperson während des ganzen Schreibprozesses einzelnen Mitgliedern oder der Gruppe als Anlaufstelle für Hilfestellung dienen. Gerade schreibschwächeren Schüler*innen wird somit vermittelt, dass sie ernst genommen werden und ihre Mitarbeit an der Textproduktion in jeder Form wichtig ist.

Schlussendlich soll beim fördernden Beurteilen nicht eine Note im Zentrum stehen, sondern die Frage, wie man den Verfasser*innen der Texte helfen kann, ihre Entwürfe besser zu machen. Wie bei jeder Beurteilung ist auch hier ein angemessenes Verhältnis von Kritik und Lob wichtig, um die Schreiber*innen angemessen zu unterstützen.

TEIL 2 FORSCHUNGSERKENNTNISSE UND HINTERGRÜNDE

Einsatz digitaler Medien im Unterricht

Längst haben Computer, IPad und Co. in der Schule Einzug gehalten und sind aus dem Unterricht nicht mehr wegzudenken. Nicht nur im Informatikunterricht, sondern fächerübergreifend werden digitale Medien gerne und sinnvoll eingesetzt.

Eigenschaften und Ziele digitaler Medien

Laut Bildungsauftrag soll in der Medienkompetenz und –erziehung (engl. digital literacy) der Weg zu einer selbstbestimmten und sozial-handelnden Umsetzung führen. Dabei stehen die Vermittlung und Festigung von Wissen und der Aufbau von Strategien zur Problemlösung im Vordergrund.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3

Die Forschung zeigt, dass multimediale Anwendungsmöglichkeiten aufgrund der flexiblen Anpassung des Lernangebots viele verschiedene Lerntypen ansprechen, da die Kombination von Text und Bild (Multicodalität) zu einer verbesserten Lehr und -Lernleistung durch die Veranschaulichung von Lerninhalten führt. Ein weiteres Innovationspotenzial von digitalen Medien zeigt sich in deren grossen Möglichkeit der Interaktivität (engl. interactivity), welche unter anderem die Steuerung des Ablaufs, die synchrone sowie asynchrone Kommunikation und die Kooperation mit anderen Personen umfasst.

Lernsoftware als Übungsprogramme

Übungsprogramme eignen sich in erster Linie um bereits erworbenes Wissen zu wiederholen und zu üben, jedoch nicht um neues Wissen aufzubauen. Solche «drill & practice»-Software ist in der Regel linear aufgebaut, so dass man erst zur nächsten Aufgabe kommt, wenn die vorangegangene korrekt gelöst wurde. Sehr beliebt ist dieses Programm beim Lernen von Vokabeln. Interaktion, Kommunikation und individuelle Adaptiertheit kommen bei solchen Programmen zu kurz, jedoch eignen sie sich für das Üben und Wiederholen im individuellen Tempo der einzelnen Schüler*innen.

Computer als kognitives Werkzeug in der didaktischen Einbettung

Lernen ist ein dynamischer und aktiver Prozess. Eine Lehrperson kann und soll daher nicht durch ein Lernprogramm mit einem Medium ersetzt werden. Digitale Medien sind als Werkzeug zu sehen, welche zwar keine vordefinierten Lerninhalte bieten, jedoch zur Vermittlungsunterstützung verwendet werden können.

Daher gilt es, digitale Medien sinnvoll und differenziert im Unterricht einzusetzen, und nicht dem Selbstzweck zu überlassen. Eine fächerübergreifende Verknüpfung mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen anstatt reines Rezipieren bietet sich an. Kollaborative Schreiblernarrangements mit anschliessender Präsentation eignen sich sehr gut zu diesem Zweck, da die Kombination von Text und diversen Grafiken Potential bietet, Zusammenhänge besser und schneller darzustellen, was die Motivation bei Schüler*innen erheblich steigert und den Unterricht interessant und abwechslungsreich macht (Nattland & Kerres 2006: 7).

Kollaborative Schreibanlässe mit digitalen Medien

Empirische Erkenntnisse der elektronischen Textverarbeitung im Vergleich zur konventionellen Methode von Hand.

Heike Schaumburg (peDOCS: 2006) hat für das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung einen vierjährigen Modellversuch der Leistungen beim herkömmlichen Schreiben im Vergleich zur digitalen Textverarbeitung bei rund 300 Schüler*innen zusammengefasst, und dabei spannende Erkenntnisse gewonnen. Die Aspekte Inhalt, Aufbau und Ausdruck wurden dabei bewertet.

Schüler*innen, welche ihre Texte digital verfasst hatten, erzielten in allen drei Teilbereichen wesentlich bessere Ergebnisse als Schüler*innen, welche ihre Texte von Hand geschrieben hatten. Auch zeigen explizite Aussagen von Schüler*innen, dass ihnen das Schreiben von Texten in digitaler Form wesentlich mehr Spass und Freude bereitet als von Hand.

Die Hauptanalyse der Studie belegt, dass am Computer die Texte etwa um ein Viertel länger und qualitativ besser geschrieben waren als diejenigen von Hand. Allerdings zeigt sich diese Leistung nur, wenn Schüler*innen den Computer zum Schreiben nutzen dürfen. Die Übertragung dieser Schreibprozesse auf die konventionelle Methode zu Papier gelingt dabei nicht, und eine allgemeine erhöhte Schreibmotivation war nicht festzustellen. In diesem Fall zeigt sich klar, dass der Schreibprozess eng an das Medium gekoppelt ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Kollaboratives Schreiben mit dem Programm edupad (Deutsch Klasse 4)
Hochschule
Fachhochschule Nordwestschweiz Abteilung Liestal  (Pädagogische Hochschule)
Jahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V991927
ISBN (eBook)
9783346356406
ISBN (Buch)
9783346356413
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kollaboratives Schreiben, Prozessorientiert, Digital
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Kollaboratives Schreiben mit dem Programm edupad (Deutsch Klasse 4), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991927

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