Aus der vorliegenden Arbeit, der schriftlichen und digitalen Konzeption eines kollaborativen Schreibanlasses anhand einer konkreten Unterrichtsplanung und -auswertung, wird für eine Lehrperson die Erkenntnis für den Unterricht resümiert.
In meiner langjährigen Unterrichtstätigkeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass Schüler*innen bei Schreibanlässen oft Grammatik- und damit Produktorientiert arbeiten. Die starke Fokussierung auf die Vermeidung von Rechtschreibefehlern und einer damit verbundenen Benotung hält vor allem rechtschreibeschwache Schüler*innen davon ab, inhaltlich kreative und gut aufgebaute Texte zu schreiben, da die Freude am Schreiben gemindert wird, wenn der Text durch viele rot markierte Rechtschreibefehler glänzt. Anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels mit edupad (www.edupad.ch) werde ich vergleichen, ob Schüler*innen mit digitalen Medien kreativer und inhaltlich besser schreiben, wenn sie sich auf den kollaborativen Schreibprozess fokussieren können.
Im ersten Teil meiner Arbeit werden die Definitionen des kollaborativen Schreibens erklärt und genauer ausgeführt. Im zweiten Teil wird der aktuelle Stand der Forschung und die Hintergründe zu dieser Thematik aufgezeigt. Die möglichen Einflüsse auf die Leistungsergebnisse von Schüler*innen werden damit erklärt. In Teil drei werde ich praxiserprobt aufzeigen, dass dieser Problematik mit digitalen Schreibanlässen ein Stück weit entgegengewirkt werden kann. Insbesondere möchte ich dabei das kollaborative Schreiben als konkretes Praxismodell heranziehen. Um die Auswertung und Handlungsansätze für meinen eigenen Unterricht geht es in Kapitel vier. Dieses Kapitel wird gefolgt von einem Fazit, welches die Arbeit nochmals zusammenfasst und die Erkenntnisse für mich als Lehrperson resümiert.
Inhaltsverzeichnis
Abstract
TEIL 1 BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN
Definitionen
Kollaboratives Schreiben
Beurteilung
TEIL 2 FORSCHUNGSERKENNTNISSE UND HINTERGRÜNDE
Einsatz digitaler Medien im Unterricht
Kollaborative Schreibanlässe mit digitalen Medien
TEIL 3 SCHREIBDIDAKTISCHE PRAXISEINHEIT
Fachliche Perspektive eines kollaborativen Schreibanlasses
Kollaborativer Schreibanlass mit Story cubes- Unterrichtssequenz
Voraussetzungen Primarschule
Teil 4 AUSWERTUNG
Auswertung Unterrichtssequenz und Handlungsansätze
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Schülerinnen und Schüler einer 4. Klasse durch den Fokus auf kollaborative Schreibprozesse unter Einsatz digitaler Medien kreativer und inhaltlich qualitativer schreiben. Dabei wird der Vergleich zwischen konventioneller Handschrift und der Nutzung digitaler Schreibumgebungen gezogen, um die Auswirkungen auf Motivation und Schreibqualität zu evaluieren.
- Prozessorientiertes Schreiben in der Primarschule
- Einsatz digitaler Medien (edupad) als kognitives Werkzeug
- Kollaborative Strategien wie "Reagierendes Schreiben"
- Didaktische Konzepte zur Schreibförderung und Beurteilung
Auszug aus dem Buch
Kollaborative Schreibanlässe mit digitalen Medien
Heike Schaumburg (peDOCS: 2006) hat für das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung einen vierjährigen Modellversuch der Leistungen beim herkömmlichen Schreiben im Vergleich zur digitalen Textverarbeitung bei rund 300 Schüler*innen zusammengefasst, und dabei spannende Erkenntnisse gewonnen. Die Aspekte Inhalt, Aufbau und Ausdruck wurden dabei bewertet.
Schüler*innen, welche ihre Texte digital verfasst hatten, erzielten in allen drei Teilbereichen wesentlich bessere Ergebnisse als Schüler*innen, welche ihre Texte von Hand geschrieben hatten. Auch zeigen explizite Aussagen von Schüler*innen, dass ihnen das Schreiben von Texten in digitaler Form wesentlich mehr Spass und Freude bereitet als von Hand.
Die Hauptanalyse der Studie belegt, dass am Computer die Texte etwa um ein Viertel länger und qualitativ besser geschrieben waren als diejenigen von Hand. Allerdings zeigt sich diese Leistung nur, wenn Schüler*innen den Computer zum Schreiben nutzen dürfen. Die Übertragung dieser Schreibprozesse auf die konventionelle Methode zu Papier gelingt dabei nicht, und eine allgemeine erhöhte Schreibmotivation war nicht festzustellen. In diesem Fall zeigt sich klar, dass der Schreibprozess eng an das Medium gekoppelt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
TEIL 1 BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN: Dieser Teil definiert die zentralen Begriffe des kollaborativen Schreibens, ordnet sie in den schulischen Kontext ein und erläutert prozessorientierte Beurteilungsverfahren.
TEIL 2 FORSCHUNGSERKENNTNISSE UND HINTERGRÜNDE: Hier werden der Einsatz digitaler Medien als kognitive Werkzeuge analysiert und empirische Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit digitaler Textverarbeitung im Vergleich zum handschriftlichen Schreiben gegenübergestellt.
TEIL 3 SCHREIBDIDAKTISCHE PRAXISEINHEIT: In diesem Kapitel wird eine konkrete Unterrichtssequenz mit "Story Cubes" für eine 4. Klasse beschrieben, die kollaborative Schreibprozesse sowohl analog als auch digital mit "edupad" praxiserprobt.
Teil 4 AUSWERTUNG: Dieser Abschnitt wertet die gewonnenen Erfahrungen aus, diskutiert Handlungsansätze für die Lehrkraft und reflektiert die Herausforderungen bei der Differenzierung und Beurteilung in heterogenen Klassen.
Schlüsselwörter
Kollaboratives Schreiben, Digitale Medien, Primarschule, Schreibdidaktik, Prozessorientierung, edupad, Story Cubes, Schreibmotivation, Textproduktion, Kooperatives Lernen, Medienkompetenz, Feedback, Unterrichtsplanung, Schreibanlass, Schreibkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie kollaborative Schreibprozesse unter Einbezug digitaler Medien die Schreibqualität und Motivation bei Schülerinnen und Schülern einer 4. Klasse beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schreibdidaktik, dem Einsatz digitaler Werkzeuge im Deutschunterricht, der kollaborativen Sozialform und der prozessorientierten Beurteilung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Schreiben Schüler*innen einer 4. Klasse mit digitalen Medien erfolgreicher, wenn sie sich verstärkt auf den kollaborativen Schreibprozess konzentrieren können?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein fachdidaktischer Praxistest in Form einer Unterrichtssequenz durchgeführt, wobei zwei Gruppen verglichen wurden (eine Gruppe schrieb von Hand, die andere digital).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe und Forschungserkenntnisse sowie eine praktische Umsetzung inklusive Planung und Auswertung einer Unterrichtsreihe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere kollaboratives Schreiben, digitale Medien, Schreibdidaktik und prozessorientiertes Lernen.
Warum spielt die Wahl des Schreibmediums eine so große Rolle?
Digitale Medien entkoppeln den Schreibprozess von graphomotorischen Hürden, was laut der Arbeit zu längeren und qualitativ besseren Texten führt, erfordert aber zugleich medienkompetente Schüler.
Welche Rolle spielt die Lehrperson bei diesem Modell?
Die Lehrperson nimmt eine prozessbegleitende Rolle ein, indem sie förderndes Feedback gibt und bei heterogenen Lernvoraussetzungen durch spezifische Aufgabenstellungen differenziert.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2018, Kollaboratives Schreiben mit dem Programm edupad (Deutsch Klasse 4), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/991927