Eignungs- und Orientierungspraktikum an einer Gesamtschule. Eine strukturierte Reflexion bestimmter Schlüsselerlebnisse


Praktikumsbericht (Schule), 2018

16 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Vorüberlegungen zum Praktikum
1.1 Erfolgs- und Entwicklungsseite vor dem Praktikum
1.2 Rahmeninformationen zum Praktikum

2 Dokumentation und Reflexion des Kompetenzerwerbs
2.1 Entwicklungsfeld „Handlung“
2.1.1 Beschreibung
2.1.2 Interpretation und Analyse
2.1.3 Bewertung und Beurteilung
2.1.4 Persönliche Weiterentwicklung
2.2 Entwicklungsfeld „Erkundung“
2.2.1 Beschreibung
2.2.2 Interpretation und Analyse
2.2.3 Bewertung und Beurteilung
2.2.4 Persönliche Weiterentwicklung

3 Abschlussreflexion
3.1 Erfolgs- und Entwicklungsseite nach dem Praktikum
3.2 Persönliche Bewertung des Praktikums

4 Literaturverzeichnis

1 Vorüberlegungen zum Praktikum

1.1 Erfolgs- und Entwicklungsseite vor dem Praktikum

Die Tätigkeiten eines/ einer Lehrers/Lehrerin (LuL) sind vielseitig. Gute LuL müssen nicht nur Fachkenntnisse besitzen und effektiv und verständlich vermitteln können, sie müssen auch pädagogische Arbeiten leisten und die dafür nötigen Kompetenzen mitbringen. Die Tätigkeiten und Kompetenzen eines/ einer Lehrers/ Lehrerin sollen im Folgenden kurz benannt werden. Anschließend werden die persönlichen Stärken und Schwächen reflektiert. Außerdem wird gezeigt welche persönlichen Entwicklungschancen vorhanden sind. Zum Schluss wird kurz dargestellt wie die persönlichen Stärken und Schwächen im Praktikum eingebracht werden.

Neben der Fachkompetenz die LuL mitbringen müssen, müssen auch Planungs- und Organisationskompetenzen vorhanden sein. Außerdem müssen LuL in der Klasse für Ruhe sorgen und eine gewisse Autorität ausstrahlen, um guten Unterricht geben zu können. Aber neben den offensichtlichen Unterrichtskompetenzen brauchen LuL auch pädagogische Kompetenzen, welche außerhalb des Unterrichts benötigt werden. So müssen LuL zum Beispiel auch einen Streit zwischen Schülern schlichten können und Schülerinnen und Schüler (SuS) auf falsche Verhaltensweisen hinweisen und die richtigen Verhaltensweisen beibringen.

Meine persönliche Stärke liegt im Bereich des Fachwissens. Aber auch Neugier und die Bereitschaft mich weiterzuentwickeln gehören zu meinen Stärken. Außerdem bin ich offen und fair gegenüber jedem SuS. Eine meiner Schwächen sind die mangelhaften Kenntnisse im Bereich der Pädagogik und Didaktik. Außerdem besitze ich kaum Kenntnisse im Bereich der Unterrichtsplanung und -durchführung. Mein Wissen um bestimmte Methodiken im Unterricht ist ebenfalls gering. Offenes Sprechen vor größeren Gruppen ist auch eine meiner Schwächen.

Meine Entwicklungschancen sind zunächst die Verbesserung meiner Unterrichtskompetenz, das Erweitern meines Wissens um Methodiken, die Verbesserung meiner pädagogischen Kompetenzen und das Üben des offenen Sprechens vor SuS. Allgemein möchte ich mehr über den Beruf des Lehrers in Erfahrung bringen.

Meine Stärken werde ich konkret einsetzen, indem ich mein Fachwissen bei Hilfestellungen und Kontrollgängen durch den Klassenraum vermitteln werde. Meine praktische Erfahrung welche ich beim Training einer Jugendmannschaft im Handballverein sammeln konnte werde ich ebenfalls im Praktikum anwenden, zum Beispiel bei Pausenaufsichten oder allgenmein im außerunterrichtlichen Umgang mit den SuS.

1.2 Rahmeninformationen zum Praktikum

Mein Praktikum werde ich an einer Gesamtschule absolvieren. Da diese Schule erst vor wenigen Jahren aus der Zusammenlegung einer Real- und einer Hauptschule entstanden ist, befindet sie sich noch im Aufbau, was mir eine gute Gelegenheit gibt in schulinterne Abläufe zuschauen. Unter anderem wird gerade erst mit dem Aufbau einer Oberstufe begonnen. Diese Gesamtschule ist eine integrative Schule, was für mich einen bisher unbekannten Zweig der Entwicklung an Schulen darstellt, den ich ebenfalls gerne näher erkunden würde.

2 Dokumentation und Reflexion des Kompetenzerwerbs

2.1 Entwicklungsfeld „Handlung“

Eine gute Strukturierung einer Unterrichtsstunde ist schwierig zu planen und umzusetzen. Dabei müssen viele Punkte bedacht werden. So muss zum Beispiel die Aufgabenstellung klar formuliert sein und die einzelnen Schritte im Unterricht verständlich und transparent markiert sein, sodass sowohl für den Lehrer bzw. die Lehrerin und die SuS ein klarer roter Faden erkennbar ist. So sind zum Beispiel die Unterrichtsphasen Problemformulierung, Problembearbeitung und Problemdiskussion eine Möglichkeit eine Unterrichtsstunde zu strukturieren. Ein nach solchen Punkten strukturierter Unterricht hat nicht nur einen Einfluss auf die Planung der LuL und das Unterrichtsklima, sondern auch auf die SuS.

Daher lautet die Fragestellung, die zu dem Entwicklungsfeld „Handlung“ bearbeitet werden soll, inwiefern eine Naturwissenschaftsstunde in der Unterstufe einer inklusiven Gesamtschule konkret strukturiert werden kann, sodass die SuS möglichst motiviert an der Stunde teilnehmen.

Zunächst soll die Schlüsselsituation beschrieben werden. Dann wird diese Situation interpretiert und analysiert. Anschließend wird das Schlüsselerlebnis bewertet und beurteilt. Aufgrund der daraus gewonnenen Erkenntnisse werde ich Überlegungen anstellen, wie ich mich in Bezug auf die Schlüsselsituation in Zukunft weiterentwickeln kann.

2.1.1 Beschreibung

Die Schlüsselsituation fand am 01.10.2018 in der 8. Stunde statt. Diese Stunde, die ich selbst unterrichtet habe, hielt ich in einer Inklusionsklasse der Stufe sechs einer Gesamtschule. Die Stunde war eine Projektstunde Naturwissenschaften (NaWi). An der Gesamtschule, an der ich war, gab es sogenannte Schwerpunktklassen, die verschiedene Schwerpunkte hatten. So zum Beispiel die Klasse in der ich war. Diese Klasse hatte den Schwerpunkt Naturwissenschaften. Das bedeutet, dass diese Klasse mehr NaWi-Stunden hat als die anderen Klassen derselben Stufe und sich auch umfangreicher und intensiver mit den Naturwissenschaften auseinandersetzt. Das Thema der Projektstunde, die ich unterrichtete war „Chemische Gewässeruntersuchung“.

Als Vorbereitung der Stunde habe ich mithilfe verschiedener Quellen Arbeitsblätter für die Schüler erstellt, welche einfach und kindgerecht gehalten werden mussten. Diese Stunde sollte als Vorbereitung auf eine praktische Stunde am Untersuchungsobjekt „Bach“ dienen, in der die SuS selber Messungen durchführen sollten.

Ich habe für die SuS vier Arbeitsblätter erstellt, welche einen kurzen und leicht zu verstehenden Infotext beinhalteten, sowie unterstützende Bilder und Graphiken zeigten (siehe Anhang). Dazu habe ich drei leichte Aufgaben gestellt, welch das Verständnis des Textes unterstützen und vertiefen sollten. Ich habe die Themen pH-Wert, Nitratwert, Sauerstoffgehalt und Farbe, Geruch, Temperatur auf die vier Arbeitsblätter verteilt und die Klasse schon vorher in vier Gruppen eingeteilt, welche je eins der vier Arbeitsblätter bearbeiten sollten.

Die Struktur der Stunde habe ich so geplant, dass ich zunächst einen kurzen thematischen Einstieg mit Rückgriff auf eine vorangegangene Stunde anbringen wollte. Anschließend sollten die SuS den jeweiligen Infotext auf ihrem Arbeitsblatt lesen und dann mit ihrem Sitznachbarn kurz besprechen. Danach sollten sie die 3 Aufgaben zunächst allein und dann in Partnerarbeit bearbeiten. In den nächsten Stunden sollten die Gruppen sich gegenseitig ihre Erkenntnisse und Ergebnisse vorstellen, sodass jeder SuS auf das gesamte Wissen für die spätere Untersuchung zurückgreifen kann.

Die Einführung habe ich begonnen mit der Frage, ob die SuS sich an die Stunde erinnern können, in der wir das Thema „Gewässeruntersuchung“ begonnen hatten und hab den Hinweis auf die Mind-Map hinzugefügt. Darauf hin konnten sich einige SuS erinnern und haben sogar die Mind-Map aufgeschlagen. Anschließend erklärte ich den SuS, dass wir die biologische Untersuchung schon abgeschlossen hatten und dass wir uns nun der chemischen Untersuchung widmen wollten. Dies führte mich zu meiner nächsten Frage, was wir denn chemisch untersuchen könnten. Die SuS antworteten mit Hilfe der Mind-Map schnell auf diese Frage. Somit hatten wir viele chemische Parameter gesammelt, die wir untersuchen konnten. Nun stellte ich den SuS die Arbeitsblätter vor und somit auch die vier oben schon erwähnten Untersuchungskriterien, die wir vorbereiten wollten. Ich erklärte den SuS wie der Plan für diese Stunde aussehen sollte. Am Anfang der Stunde waren die SuS etwas unruhig und waren verwundert mich vorne als Lehrperson stehen zu sehen. Sonst gab es während der Einführung nur wenige Störungen, auf die ich nicht weiter eingehen musste.

Als keine Fragen zum Ablauf der Stunde oder zu den Aufgaben kamen, teilte ich den vier Gruppen die Blätter aus und die SuS sollten in der Arbeitsphase beginnen alleine den Text zu lesen und sich Notizen bzw. Markierungen zu machen. Dies schafften die SuS auch schnell und konzentriert. Doch als manche der SuS schon fertig waren, wurde es unruhig und laut, was die SuS ablenkte die den Text noch nicht gelesen hatten. Bei Fragen, die während des Lesens aufkamen habe ich versucht die Schüler auf die richtige Antwort hinzuweisen.

Nachdem viele SuS den Text schon fertig gelesen hatten, fragten mich diese, was sie als nächstes machen sollten. Darauf antwortete ich, dass sie schon mit der Bearbeitung der Aufgaben anfangen könnten. Auch dabei habe ich Hilfestellung gegeben, falls diese benötigt wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde es sehr unruhig, da die SuS alle unterschiedlich weit fortgeschritten waren in der Bearbeitung der Aufgaben. Ich habe deswegen versucht Ruhe in den Klassenraum zu bekommen, sodass die restlichen SuS, welche noch nicht fertig waren, mit dem Lesen oder mit der Bearbeitung der Aufgaben, dies zu Ende führen konnten. Dies gelang mir allerdings nicht.

Am Schluss der Stunde hat mir der Lehrer geholfen Ruhe in die Klasse zu bringen, sodass ich den Schülern erklären konnte, dass sie sich ihre Ergebnisse in den nächsten Stunden gegenseitig vorstellen sollen. Außerdem habe ich mir am Ende der Stunde ein kurzes Feedback der SuS eingeholt und sie gefragt, wie sie die Stunde fanden. Darauf werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch eingehen. Zum Schluss habe ich die SuS gebeten die Klasse aufzuräumen und habe den Unterricht beendet.

2.1.2 Interpretation und Analyse

Insgesamt war diese selbst gehaltene Stunde sehr unruhig und die SuS wurden an einem bestimmten Punkt unkonzentriert, laut und demotiviert. Die allgemeine Unruhe in der Klasse kann als Indikator für die geringe Motivation der SuS genutzt werden. Im Folgenden werde ich die Ursachen dafür analysieren und interpretieren.

Ein Grund für die allgemeine Unruhe der SuS im Verlauf der Stunde war, dass ich in dieser Klasse vorher noch nie als Lehrperson aufgetreten bin und mir somit bei ein paar wenigen SuS die Anerkennung als Lehrperson fehlte. Somit ergab sich ein gewisser Mangel an Respekt mir als Lehrer gegenüber. Hieraus folgte ein wenig Unruhe, welche ich mit dem entsprechenden Auftreten und mit Hilfe von Ermahnungen auflösen konnte. Ein der unruhigen Situation entsprechendes, allerdings notwendiges, autoritäres Auftreten gegenüber den SuS kann deren Motivation senken.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Eignungs- und Orientierungspraktikum an einer Gesamtschule. Eine strukturierte Reflexion bestimmter Schlüsselerlebnisse
Hochschule
Universität Paderborn
Note
bestanden
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V992439
ISBN (eBook)
9783346390271
ISBN (Buch)
9783346390288
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eignungs-, orientierungspraktikum, gesamtschule, eine, reflexion, schlüsselerlebnisse
Arbeit zitieren
Florian Baumann (Autor:in), 2018, Eignungs- und Orientierungspraktikum an einer Gesamtschule. Eine strukturierte Reflexion bestimmter Schlüsselerlebnisse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992439

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