Wie sieht der optimale Onboardingprozess mit dem Fokus auf die soziale und werteorientierte Dimension aus, beziehungsweise kann man einen allgemeingültigen Standardprozess festlegen? Die in der Praxis auftretende Vernachlässigung der emotionalen Dimension führt zu einer Fokussierung der Arbeit auf den Einsatz von Integrationsmaßnahmen, die auf die sozialen Bedürfnisse des Mitarbeiters abzielen. Um das in der Problemstellung angedeutete Forschungsdesiderat zwischen dem Onboardingprozess und der Digitalisierung von HR-Prozessen zu bearbeiten, wird im Zuge dieser Arbeit weiterhin folgende Forschungsfrage (2) geklärt: Wie kann der Onboardingprozess digital gestützt werden? Um die Verbindung zwischen den genannten Forschungsfragen zu schaffen, ergibt sich für diese Arbeit folgende Zielstellung: Die prototypische Darstellung der digitalen Unterstützung des Onboardings
Der Aufbau dieser Arbeit orientiert sich an den Forschungsfragen und der Zielstellung. Zu Beginn werden in Kapitel 2 die theoretischen Grundlagen der Arbeit betrachtet. Ausgehend von den zwei Forschungsfragen teilt sich dieses Kapitel in zwei Abschnitte. Abschnitt 1 beginnt mit der Herleitung einer Definition für das Konzept Onboarding. Daran anknüpfend werden die zeitlichen Rahmenbedingungen diskutiert. Im Zuge der Betrachtung der inhaltlichen Dimensionen des Onboardings liegt besonderer Fokus auf den Ebenen der Integration von Brenner und Brenner (2001).
Anschließend wird exemplarisch der Onboardingprozess der HARTMANN Group vorgestellt, anhand dessen das Spektrum von Integrationsmaßnahmen aufgezeigt wird. Der zweite Abschnitt der theoretischen Grundlagen stellt den Status Quo der Digitalisierung im Onboarding dar. Zunächst wird die Entwicklung der Digitalisierung in der Personalarbeit thematisiert. Dabei werden die Wechselwirkungen der Einführung von digitalen Prozessen und dem Aufgabenbereich der Personaler betrachtet. Das Kapitel schließt mit der Betrachtung digitaler Tools in der Personalarbeit und ihrem Einsatz im Onboarding ab. In Kapitel 3 wird das Forschungsdesign der vorliegenden Arbeit präsentiert. Zum einen wird auf den Ablauf der durchgeführten Forschung eingegangen und zum anderen die Qualität der Forschung durch Anwendung von Gütekriterien betrachtet. In Kapitel 4 der Arbeit werden die empirischen Ergebnisse aus der durchgeführten qualitativen Forschung präsentiert. Die Zweiteilung aus Kapitel 2 wird übernommen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.2 Problemstellung
1.3 Forschungsfragen und Zielstellungen
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Onboarding
2.1.1 Definition Onboarding
2.1.2 Die Dimensionen der Integration
2.2 Der Onboardingprozess
2.2.1 Abgrenzung und zeitliche Einordnung des Onboardingprozesses
2.2.2 Die Phasen des Onboardingprozesses
2.2.3 Der Onboardingprozess der HARTMANN Group
2.3 Bausteine von Onboardingprogrammen
2.3.1 Integrationsmaßnahmen
2.3.2 Technologieeinsatz im Onboarding – Der Status Quo
3 Forschungsdesign
3.1 Forschungsablauf
3.2 Gütekriterien
4 Darstellung der empirischen Ergebnisse
4.1 Status Quo
4.1.1 Ergebnisdarstellung: Fluktuation
4.1.2 Ergebnisdarstellung: Onboardingprozess
4.1.3 Ergebnisdarstellung: Dimensionen der Integration
4.1.3 Ergebnisdarstellung: Instrumente in der Praxis
4.2 Einschätzungen für die Zukunft
4.2.1 Ergebnisdarstellung: Digitalisierungsgrad
4.2.2 Ergebnisdarstellung: Rolle der Personaler
4.2.3 Ergebnisdarstellung: Digitale Unterstützung in den Dimensionen
4.3.4 Ergebnisdarstellung: Prognosen für digitale Instrumente
5 Diskussion der Ergebnisse
5.1 Prototyp: Digital gestütztes Onboarding
5.1.1 Rahmenbedingungen des Prototypens
5.1.2 Die Modul-Sammlung
5.2 Handlungsempfehlung
6 Schlussbetrachtung
6.1 Fazit
6.2 Ausblick für weitere Forschungen
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die zeitlichen und inhaltlichen Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Onboarding zu erforschen und auf dieser Basis ein Konzept für eine digitale Unterstützung in Form eines Prototyps zu entwickeln, wobei ein besonderer Fokus auf den emotionalen (sozialen und werteorientierten) Bedürfnissen der Mitarbeiter liegt.
- Analyse der Onboarding-Prozesse in der Unternehmenspraxis
- Identifikation der Diskrepanz zwischen fachlicher und emotionaler Integration
- Entwicklung eines Prototyps für eine digitale Onboarding-Unterstützung
- Erstellung einer Modul-Sammlung für individuelle Onboarding-Programme
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition Onboarding
Onboarding ist ein Teilbereich des Talent Managements (Aygen, 2015; Vijaya Mani & M, 2017). Der Terminus Onboarding ist jedoch ein junger Begriff, was erklärt, warum derzeitigen Zeitpunkt bedingt Fachliteratur zu diesem Thema vorliegt und folglich nur wenige sowie nicht immer übereinstimmende Definitionen existieren (Moser et al., 2018). Die Literaturanalyse zeigt, dass eine Vielzahl an Begriffen synonym mit Onboarding verwendet wird. Moser et al. (2018) sehen die Erklärung für die Begriffsdiffusion darin, dass sich aus einer Vielzahl von Perspektiven der Personalarbeit mit der Integration von Mitarbeitern in ein Unternehmen bzw. eine Organisation befassen. Merkwitz und Peitz (2002) definieren Integration als die erfolgreiche Aufnahme bzw. Anpassung eines Mitarbeiters in die Strukturen und Konventionen einer Organisation. Die vorliegende Arbeit bezieht sich konkret auf die Integration bzw. das Onboarding von neuen Mitarbeitern sog. New Hires.
Die Definitionen der synonym verwendeten Begriffe für Onboarding beschreiben im Kern den Eintrittsprozess eines Mitarbeiters in ein Unternehmen. Diese Begriffe sind u.a. organisationale Sozialisation (Bauer & Erdogan, 2011; Moser et al., 2018), Integration (Habermann & Lohaus, 2016), Inplacement (Brenner & Brenner, 2001; Kolb, 2008; Ströker, 2007), Personaleinführung (Becker, 2004; Kolb, 2008), Orientation (Randy et al., 2002) oder Induktion (bzw. Induction) (Nandi, 2015; Stiefel, 1979). Bröckermann (2014) liefert sogar eine ganze Liste an Synonymen: Einarbeitung, Einbindung, Einführung, Eingliederung, Einweisung, Inplacement und Integration. Bei der Verwendung der Begrifflichkeiten scheint selbst in der Literatur keine eindeutige Abgrenzung gemacht zu werden, sodass innerhalb von Publikationen keine einheitliche Nennung desselben Begriffs stringent eingehalten wird (Nandi, 2015; Ströker, 2007). Es lässt sich somit feststellen, dass für Einführungsprozesse von Mitarbeitern in ihre betriebliche Umwelt eine Vielzahl an Begriffen existiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung des Fachkräftemangels und die Relevanz des Onboardings ein, definiert die Forschungsfragen und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe des Onboardings definiert, die Dimensionen der Integration (fachlich, sozial, werteorientiert) hergeleitet und der Stand der Digitalisierung in diesem Bereich dargestellt.
3 Forschungsdesign: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise der qualitativen Forschung, inklusive der Datenerhebung durch Experteninterviews und deren inhaltsanalytische Auswertung.
4 Darstellung der empirischen Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse der Experteninterviews bezüglich des Status Quo des Onboardings und der Digitalisierung sowie zukünftige Einschätzungen präsentiert.
5 Diskussion der Ergebnisse: Dieses Kapitel führt die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammen, um den Prototyp für eine digitale Onboarding-App und Handlungsempfehlungen für die Umsetzung zu entwickeln.
6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit zu den zentralen Ergebnissen und einem Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Onboarding, Talent Management, Digitale Unterstützung, Integration, Personalarbeit, Fachkräftemangel, Onboarding-Prozess, Qualitative Inhaltsanalyse, Mitarbeiterbindung, Prototyp, Digitalisierung, Soziale Integration, Werteorientierte Integration, Instrumente, Experteninterview.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung des Onboarding-Prozesses durch digitale Unterstützung, um den Herausforderungen des Fachkräftemangels zu begegnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Onboardings, die drei Dimensionen der Integration (fachlich, sozial, werteorientiert) und der Einsatz digitaler Tools zur Unterstützung dieser Prozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Erforschung der Rahmenbedingungen für ein gelungenes Onboarding, um darauf aufbauend eine prototypische digitale Lösung zu entwickeln, die insbesondere die emotionalen Mitarbeiterbedürfnisse adressiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf Experteninterviews mit Personalverantwortlichen basiert, die anschließend mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, ein Forschungsdesign zur Datengewinnung sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse zur Digitalisierung des Onboardings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Onboarding, Digitale Unterstützung, Integration, Talent Management und Mitarbeiterbindung beschreiben.
Warum spielt die emotionale Dimension eine so große Rolle in der Arbeit?
Die Analyse ergab, dass Unternehmen sich in der Praxis stark auf die fachliche Einarbeitung konzentrieren, während soziale und werteorientierte Aspekte vernachlässigt werden, was ein Hauptgrund für Frühfluktuation ist.
Wie kann eine App den Onboarding-Prozess unterstützen?
Eine App fungiert als modulares Baukastensystem, das Unternehmen ermöglicht, individuelle Integrationsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter strukturiert und zeitlich flexibel anzubieten.
- Arbeit zitieren
- Jana Chotjaturat (Autor:in), 2020, Digital gestütztes Onboarding. Eine prototypische Darstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992451