In dieser Arbeit soll die inhaltliche Auseinandersetzung ausschließlich mit CS:GO erfolgen, denn die spielerischen und sprachlichen Unterschiede zwischen den einzelnen eSport-Varianten sind zu groß und zu tiefgreifend, um sie sinnvoll vergleichen zu können (Siehe dazu die Liste/Glossar im Anhang). Im ersten Teil der Arbeit soll das Spiel etwas näher gebracht werden, um die gesamte Kommunikation und die Bedeutung einzelner sprachlicher Zeichen verstehen zu können. Im Anschluss soll das Organon-Modell, ein Kommunikationskonzept von Karl Bühler, vorgestellt und erläutert werden. Darauf folgt eine Übertragung des Modells auf den eSport und damit die Grundlage der Analyse. Ergänzt wird dieser Ausgangspunkt durch die Beleuchtung und Prüfung der Datengrundlage und der theoretischen Basis für den Bezug zum eSport, die im nächsten Kapitel Anwendung finden sollen.
Die bereits geschaffene Basis soll dann für die Analyse sprachlicher Zeichen des eSports genutzt werden. Hierfür werden diese Begriffe in Hinblick auf ihre Funktionen und Besonderheiten zergliedert und unter anderem mit Organon-Modell analysiert.
Zuletzt sollen die Ergebnisse betrachtet und eingeordnet werden, um einerseits ein fundiertes Fazit zu ziehen und andererseits einen Ausblick in die Bedeutung der sprachlichen Zeichen und Kommunikation im eSport, aber auch gesellschaftlich, geben zu können.
CS:GO ist ein Akronym für das Computerspiel Counter-Strike: Global Offensive von Valve. Damit ist auch der Name des Spiels ein typisches sprachliches Zeichen der Spielergemeinschaft. Bezeichnend ist dabei sowohl die deutliche Verkürzung, als auch die englische Sprache und Aussprache des Zeichens. Während dieser Begriff für einen Großteil der Gesellschaft noch wie ein Fremdwort klingt, kann jede/r ZockerIn diese abstrakte Zuordnung zwischen Zeichen und Spiel sofort herstellen. Doch Counter-Strike ist längst nicht mehr nur ein Spiel von vielen oder überhaupt "nur" ein Spiel. Aus dem Mod für Half-Life ist ein hochkomplexes Game, aus kleinen Lan-Partys riesige eSport-Turniere und aus wenigen Spielern eine riesige Fanbase geworden. Dabei kann man eSport wohl immer noch als relativ neues Phänomen beschreiben. Gerade im Vergleich mit den meisten anderen Sportarten fällt auf, wie jung die gesamte Szene ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kommunikation im eSport
2.1 Counter-Strike: Global Offensive
2.2 Kommunikation bei Counter-Strike: Global Offensive
3. Das Organon-Modell von Bühler
4. Das Organon-Modell in Zeiten des eSports
4.1 Grundlage der Analyse
4.2 Voice Comms und Caster Reactions
4.3 Anwendung des Organon-Modells
5. Analyse der sprachliche Zeichen bei Counter-Strike
5.1 Funktion und Bedeutung verwendeter Bezeichnungen
5.2 Strategische Funktion (Strats)
5.3 Geographische Funktion (Callouts)
5.4 Ökonomische Funktion (Economy)
5.5 Universalbegriffe im eSport
6. Schlussbetrachtung
6.1 Kritische Stellungnahme
6.2 Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verwendung spezifischer sprachlicher Zeichen in der Kommunikation professioneller Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO) Teams. Dabei wird analysiert, wie diese Begriffe innerhalb der hochfrequenten Spielumgebung funktionieren und wie sie mithilfe des Organon-Modells von Karl Bühler klassifiziert und verstanden werden können.
- Die Bedeutung von Fachsprache und Kommunikationsprotokollen im E-Sport.
- Anwendung des Organon-Modells auf moderne Spielsituationen.
- Die Rolle der Kommunikation für den Erfolg professioneller Teams (z.B. Astralis).
- Unterscheidung zwischen strategischen, geographischen und ökonomischen Sprachfunktionen.
- Einfluss der Profi-Kommunikation auf den Freizeitbereich und die allgemeine Gesellschaft.
Auszug aus dem Buch
5.2 Strategische Funktion (Strats)
Um einmal eine Vorstellung von den zahlreichen taktischen Begriffen zu vermitteln, sollen hier exemplarisch einige wichtige genannt werden: rush, split28, stack29, map-control30, Utility-Usage/damage31, refrag, rotation32, Fake(s)33, lurk, pop-flash34, Boost35, cross-fire36, map-pick, bait37 und viele weitere sind sprachliche Zeichen die strategische Funktionen erfüllen.
Um das Modell möglichst realitätsnah anwenden zu können, werden die Voice Comms des Teams Astralis auf entsprechende sprachliche Zeichen untersucht. In der Regel steht die Appel und Signalfunktion im Vordergrund, findet hier doch der größte Teil des Informationsaustauschs zwischen den SpielerInnen statt. Damit Sender und Empfänger im Laufe der Analyse zugeordnet werden können, sollen zur besseren Verständnis alle „damals“ aktiven Mitglieder vorgestellt werden.
Hierzu gehören Lukas „gla1ve“ Rossander (IGL), Nicolai „dev1ce“ Reedtz (AWPer), Peter „dupreeh“ Rasmussen (Entry-Fragger), Emil „Magisk“ Reif (Lurker), Andreas „Xyp9x“ Højsleth (Support) und Danny „zonic“ Sørensen (Coach).
Das erste Beispiel ist aus einem Spiel gegen Ence und verdeutlicht die abgesprochene Verwendung jeder einzelnen Flashbang. Früh in einer Runde auf train möchten die Spieler Magisk und dupreeh eine Flash „bekommen“ um sicher aus A-Main (Siehe Abbildung 1) zu pushen. Hierfür formulieren sie nur das sprachliche Zeichen: flash. (Astralis, 2020 A, 02:16).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Führt in das Thema der sprachlichen Zeichen im E-Sport ein und umreißt die Professionalisierung von CS:GO.
2. Kommunikation im eSport: Beschreibt die Kanäle der E-Sport-Kommunikation sowie die Grundlagen und das Spielprinzip von Counter-Strike.
3. Das Organon-Modell von Bühler: Erläutert das theoretische Framework für die anschließende Analyse der Sprachfunktionen.
4. Das Organon-Modell in Zeiten des eSports: Reflektiert die Übertragbarkeit des Modells auf die spezifischen Bedingungen der digitalen Spielkommunikation.
5. Analyse der sprachliche Zeichen bei Counter-Strike: Untersucht anhand von konkreten Beispielen die verschiedenen funktionalen Ebenen der Spielersprache.
6. Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert aktuelle Glossar-Praktiken und gibt einen Ausblick auf die gesellschaftliche Verbreitung der Begriffe.
Schlüsselwörter
CS:GO, E-Sport, Kommunikation, Organon-Modell, Callouts, Strategie, Gaming, Voice Comms, Fachsprache, Sprachtheorie, Counter-Strike, Professionalisierung, Astralis, Spielersprache, Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die spezifische Sprache und Kommunikation, die von professionellen Spielern im Computerspiel Counter-Strike: Global Offensive verwendet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die E-Sport-Kommunikation, die Anwendung linguistischer Modelle auf digitale Spielkontexte sowie die strategische, geographische und ökonomische Funktion von Fachbegriffen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Komplexität und Struktur der E-Sport-Sprache durch das Organon-Modell von Karl Bühler zu erfassen und zu systematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine qualitative Analyse von Sprachaufnahmen (Voice Comms) professioneller Teams und gleicht diese mit theoretischen Modellen der Linguistik ab.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Funktionen sprachlicher Zeichen (Strats, Callouts, Economy) und wendet das Organon-Modell auf reale Spielsituationen des Teams Astralis an.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie CS:GO, E-Sport-Kommunikation, Organon-Modell und Sprachanalyse beschreiben.
Warum ist die Kommunikation in CS:GO so stark verkürzt?
Die Verkürzungen sind notwendig, da in hektischen Spielsituationen nur ein Bruchteil einer Sekunde bleibt, um Informationen auszutauschen, während die Spieler gleichzeitig auf akustische Umgebungsgeräusche angewiesen sind.
Welchen Einfluss haben Caster auf die Sprache im E-Sport?
Caster fungieren als Brücke zwischen Profi- und Freizeitbereich und verbreiten durch ihre Kommentierung der Spiele die Fachbegriffe in die breite Masse der Spieler.
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- Jona Wilke (Author), 2020, Die Verwendung sprachlicher Zeichen im eSport. Eine explorative Studie zur Kommunikation bei CS:GO, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992456