Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Königreich Pergamon. Ihr Zentrum, die gleichnamige Hauptstadt Pergamon, wurde mit ihren glanzvollen Bauten und Heiligtümer zu einer bedeutenden Metropolis im Hellenismus. Attalos III. Philometor Euergetes, war letzter regierender König in Pergamon. Nach dessen Tod 133 v. Chr. hinterließ er ein Testament, in dem er das Reich den Römern vererbte. Die pergamenische Erbschaft markierte einen wichtigen Wendepunkt in der römischen Geschichte, denn zum ersten Mal übernahmen die Römer testamentarisch Territorium in Kleinasien. Das Ziel ist es zu analysieren, was das als Geschenk zugefallene Königreich Pergamon und die damit einhergehend Einrichtung der römischen Provinz Asia, für die Römer bedeutete.
Aus dem Ziel leitet sich auch der Aufbau dieser Arbeit ab. Zuerst muss der wesentliche Inhalt des Testaments von Attalos III. dargestellt werden, um mögliche Absichten und Motive für die Schenkung zu interpretieren. Daran anknüpfend, um den Haupthintergrund für die Schenkung nachvollziehen zu können, wird die Beziehung zwischen Pergamon und Rom erläutert. Danach wird der außenpolitische Umgang direkt nach dem Tod Attalos III. anhand des Aristonikos-Aufstandes dargelegt. Welche innenpolitische Auswirkung das Testament in Rom hervorbrachte, soll mit den neu angefochtenen Spannungen zwischen dem Volkstribun Tiberius Gracchus und dem Senat verdeutlicht werden. Im nächsten Kapitel soll gezeigt werden, wie die Einrichtung der Provinz von statten ging. Darauf soll die besondere wirtschaftliche Rolle der Provinz Asia aufgezeigt werden.
In einem abschließenden Fazit sollen die bereits aufgeführten Ergebnisse in Bezug auf die einleitende Fragestellung, in wie fern sich Pergamon und die römischen Provinz Asia für Rom als ein Geschenk darstellen, zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aufbau, Inhalt und Ziel dieser Arbeit
1.2 Forschungstand und Quellenlage
2. Das Testament von Attalos III.
2.1 Der Inhalt des Testaments
2.2 Motive für die Schenkung
3. Die Beziehung zwischen Pergamon und Rom
4. Umgang direkt nach dem Tod Attalos‘ III.
4.1 Der Aristonikos-Aufstand
4.2 Die innenpolitische Reaktion
5. Die Provinz Asia
5.1 Die Einrichtung der Provinz
5.2 Die wirtschaftliche Rolle
5.2.1 Pergamenische Erzeugnisse
5.2.2 Ausbeutung der Provinzialen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die testamentarische Schenkung des Königreichs Pergamon an Rom durch Attalos III. und untersucht, welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen die daraus resultierende Einrichtung der Provinz Asia für das Römische Reich hatte.
- Bedeutung der testamentarischen Erbschaft als Wendepunkt der römischen Geschichte
- Diplomatische Beziehungen zwischen dem pergamenischen Reich und Rom
- Der Aristonikos-Aufstand und die römische militärische Reaktion
- Wirtschaftliche Ausbeutung und die Rolle der Provinz Asia für Rom
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Inhalt des Testaments
Der Vorgang der attalidische Erbschaft an Rom lässt sich in mehreren Quellen nachweisen. Die literarischen Quellen verweisen jedoch meist nur auf den Akt der Schenkung, denn der genaue Wortlaut des Testaments ist leider nicht überliefert. Die Echtheit des Testaments, die bereits in der Antike bezweifelt wurde, - Sallust äußerte nämlich im Mithridates-Brief, dass es bei dem Testament um eine römische Fälschung handele – wurde durch eine Inschrift, die einen pergamenischen Volksbeschluss enthält und ausdrücklich sich auf die letzten Verfügungen des Königs bezieht, eindeutig bestätigt. Es handelt sich um das Dekret OGIS 338 aus Pergamon, die über wesentliche Kernbestimmungen des Testaments Aufschluss gewährt.
„ [since] king Attalus (III) Philometer and Euergetes, having [departed] from among men, / left our [native city] free, having attached to it also the [civic] land (chora) which he designated, and (since) it is necessary for the will to be ratified by the Romans, and it is [essential] for the safety of all that the [unmentioned] classes (of men) should share in citizen rights because of the [complete] goodwill / which they have showed towards the people, with good [fortune, be it resolved] by the people, to grant citizen rights to the [unmentioned classes]: […]”
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Pergamon als hellenistische Metropole dar und definiert das Ziel der Arbeit, die Konsequenzen der römischen Übernahme des Königreichs zu untersuchen.
2. Das Testament von Attalos III.: Dieses Kapitel analysiert den überlieferten Inhalt des Testaments sowie die Beweggründe des Königs für diese folgenschwere Schenkung an Rom.
3. Die Beziehung zwischen Pergamon und Rom: Hier wird die historische Entwicklung der Allianz zwischen Pergamon und Rom aufgezeigt, die den Grundstein für die spätere testamentarische Erbschaft legte.
4. Umgang direkt nach dem Tod Attalos‘ III.: Dieser Abschnitt behandelt den Aristonikos-Aufstand als direkte Reaktion auf die Erbschaft sowie die damit verbundenen innenpolitischen Konflikte in Rom.
5. Die Provinz Asia: Dieses Kapitel erläutert die organisatorische Einrichtung der Provinz und die intensive wirtschaftliche Ausbeutung der Region durch das Römische Reich.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Schenkung einen entscheidenden Wendepunkt im römischen Imperialismus markierte, der Rom großen Reichtum brachte, die lokale Bevölkerung jedoch unter drastischer Ausbeutung leiden ließ.
Schlüsselwörter
Pergamon, Attalos III., Römische Provinz Asia, Testament, Aristonikos-Aufstand, Römischer Imperialismus, Tiberius Gracchus, Publicani, Hellenismus, Wirtschaftliche Ausbeutung, Antike Geschichte, Römisches Reich, Kleinasien, Agrarpolitik, Provinzialverwaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Zäsur, die durch das Testament des Königs Attalos III. von Pergamon ausgelöst wurde, und der daraus resultierenden Umwandlung seines Reiches in die römische Provinz Asia.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung beleuchtet?
Die zentralen Felder umfassen die diplomatischen Beziehungen zwischen Pergamon und Rom, die Hintergründe der Schenkung, den militärischen Widerstand des Aristonikos sowie die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der römischen Herrschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, was das testamentarisch zugefallene Erbe und die anschließende Provinzialisierung für das Römische Reich bedeuteten und wie sich diese Machtausweitung auf die Region auswirkte.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Quellenanalyse, insbesondere unter Einbeziehung antiker Geschichtsschreiber (wie Polybios, Strabon und Florus) sowie archäologischer Inschriften (OGIS 338, OGIS 435).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Testamentsinhalts, die Analyse der Beziehungen zu Rom, den Verlauf des Aristonikos-Krieges und die detaillierte Darstellung der wirtschaftlichen Ausbeutung durch römische Steuerpachtgesellschaften.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pergamon, Attalos III., römische Provinzialisierung, Ausbeutungspolitik, Testament und Aristonikos-Aufstand charakterisiert.
Warum war das Testament des Attalos III. so umstritten?
Das Testament löste in Rom innenpolitische Spannungen aus, insbesondere weil der Volkstribun Tiberius Gracchus versuchte, das Erbe und dessen Schätze ohne Zustimmung des Senats für seine eigenen agrarpolitischen Ziele zu instrumentalisieren.
Welche Rolle spielten die sogenannten "publicani" in der neuen Provinz?
Die publicani waren private Steuerpächter, die in der Provinz Asia rücksichtslos und effizient Steuern eintrieben, was zu einer massiven wirtschaftlichen Belastung und Ausbeutung der lokalen Bevölkerung führte.
Wie endete der Widerstand gegen die römische Übernahme?
Der Aufstand des Thronprätendenten Aristonikos wurde nach militärischen Anfangserfolgen der Römer niedergeschlagen, was zur endgültigen Festigung der römischen Hoheitsgewalt in Kleinasien führte.
- Arbeit zitieren
- Master of Arts Rosanna Meier (Autor:in), 2012, Ein Geschenk an Rom. Pergamon und die römische Provinz Asia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992509