Ziel der Arbeit ist es, jene Elemente der deutschen Okkupationspolitik gegenüber Frankreich aufzuzeigen, welche die Bezeichnung „Politik der Ausplünderung“ rechtfertigen können. Damit dies möglich ist, sollen zuerst die festgelegten Einzelbestimmungen im deutsch-französischen Waffenstillstandsvertrag von 1940 beleuchtet werden, die eine wirtschaftliche Ausplünderung des Landes fördern sowie weitergehende Forderungen, die nicht explizit im Vertrag niedergeschrieben sind, allerdings einen erzwungenen Beitrag Frankreichs zur deutschen Kriegsfinanzierung darstellen.
Im zweiten Abschnitt soll die materielle Ausbeutung anhand der Vereinnahmung wichtiger kriegswirtschaftlicher Grund- und Rohstoffressourcen, der Ausnutzung des Schwarzmarkts, der Ausplünderung landwirtschaftlicher Produkte und der sogenannten Auftragsverlagerung erhellt werden. Anschließend soll die personelle Ausbeutung im Zentrum der Betrachtung gestellt werden, besonders in Hinblick auf die Massendeportationen der französischen Zwangsarbeiter zum Einsatz in der deutschen Rüstungsindustrie.
Nach etwa sechswöchigen Kampfhandlungen wurde die Hauptstadt Paris von der deutschen Wehrmacht überraschend fast völlig widerstandslos am 14. Juni 1940 okkupiert. Darauf wurde die französische militärische Niederlage durch den Waffenstillstandsvertrag von Compiègne am 22. Juni 1940 rechtlich besiegelt. Nun geriet die Großmacht Frankreich in Hitlers Gewalt und die deutsche Besatzung erstreckte sich über mehr als vier Jahre. Der besondere Stellenwert Frankreichs für die deutsche Kriegswirtschaft wird dementsprechend zum Gegenstand dieser vorliegenden Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Aufbau, Inhalt und Ziel dieser Arbeit
- Forschungsstand
- Waffenstillstandsvertrag von 1940
- Bestimmungen zur deutschen Kriegsfinanzierung
- Präambel
- Einzelartikeln
- Willkürlich erzwungene Kontributionen
- Die materielle Ausbeutung
- Ausbeutung der Roh- und Grundstoffressourcen
- Landwirtschaftliche Ausplünderung
- Ausnutzung des Schwarzmarkts
- Auftragsverlagerung
- Die personelle Ausbeutung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der deutschen Okkupationspolitik in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs. Sie untersucht, inwiefern die deutsche Politik gegenüber Frankreich als „Politik der Ausplünderung“ bezeichnet werden kann, indem sie die wirtschaftlichen und personellen Maßnahmen der Besatzungsmacht analysiert.
- Analyse der Bestimmungen des Waffenstillstandsvertrags von 1940 und ihrer Auswirkungen auf die französische Wirtschaft
- Beurteilung der materiellen Ausbeutung Frankreichs durch die deutsche Kriegswirtschaft
- Untersuchung der personellen Ausbeutung durch die Deportation französischer Zwangsarbeiter
- Bewertung der deutschen Okkupationspolitik im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die französische Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt den historischen Kontext der deutschen Okkupation Frankreichs dar und erläutert die Ziele und den Aufbau der Arbeit. Sie beleuchtet auch den Forschungsstand zum Thema.
- Waffenstillstandsvertrag von 1940: Dieses Kapitel analysiert die im Waffenstillstandsvertrag von 1940 festgelegten Bedingungen, die eine wirtschaftliche Ausplünderung Frankreichs ermöglichen sollten. Der Fokus liegt auf den Bestimmungen zur deutschen Kriegsfinanzierung und den erzwungenen Kontributionen, die Frankreich leisten musste.
- Die materielle Ausbeutung: Dieses Kapitel untersucht die verschiedenen Maßnahmen der deutschen Besatzungsmacht, die zur Ausbeutung der materiellen Ressourcen Frankreichs führten. Dazu gehören die Einziehung von Rohstoffen und Grundstoffen, die Ausplünderung der Landwirtschaft und die Nutzung des Schwarzmarktes.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt wichtige Themen wie die deutsche Okkupationspolitik, die Ausplünderung Frankreichs, der Waffenstillstandsvertrag von 1940, die Kriegswirtschaft, die materiellen Ressourcen, die Landwirtschaft, der Schwarzmarkt, die personelle Ausbeutung, die Zwangsarbeit und die Folgen der deutschen Besatzung für die französische Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was war die "Politik der Ausplünderung"?
Es bezeichnet die systematische wirtschaftliche und personelle Ausbeutung Frankreichs durch das Deutsche Reich während der Besatzungszeit von 1940 bis 1944.
Welche Rolle spielte der Waffenstillstandsvertrag von 1940?
Der Vertrag von Compiègne legte die rechtliche Basis für enorme Besatzungskosten und Kontributionen fest, die Frankreich zur Finanzierung der deutschen Kriegsführung leisten musste.
Wie wurden materielle Ressourcen ausgebeutet?
Deutschland beschlagnahmte Rohstoffe, landwirtschaftliche Produkte und nutzte den französischen Schwarzmarkt sowie Auftragsverlagerungen für seine Zwecke.
Was versteht man unter "personeller Ausbeutung"?
Damit ist vor allem die Massendeportation französischer Zwangsarbeiter gemeint, die in der deutschen Rüstungsindustrie arbeiten mussten.
Wann wurde Paris besetzt?
Die deutsche Wehrmacht besetzte Paris am 14. Juni 1940, fast völlig widerstandslos nach nur sechswöchigen Kampfhandlungen.
War Frankreich wichtig für die deutsche Kriegswirtschaft?
Ja, Frankreich hatte einen extrem hohen Stellenwert, da es als Großmacht über bedeutende Ressourcen verfügte, die Hitler zur Fortführung des Krieges benötigte.
- Arbeit zitieren
- Rosanna Meier (Autor:in), 2013, Die "Politik der Ausplünderung". Frankreich unter deutscher Okkupation (1940 bis 1944), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992513