Eichmann, Adolf bis 1942


Ausarbeitung, 2001
26 Seiten
Anonym

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Eichmann, Adolf - bis 1942

„ Was geschah ist, eine Warnung. Sie zu vergessen, ist Schuld. Man sollte ständig an sie erinnern. Es war möglich, daß dies geschah, und es bleibt jederzeit möglich. Nur im Wissen kann es verhindert werden.“1

1.) Einleitung

Nicht zuletzt durch die Zunahme des Rechtsradikalismus ist es von äusserster Wichtigkeit, dass die Untaten des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten. Hierzu liefert die enorm gesteigerte Anzahl der Publikationen zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust einen bedeutenden Beitrag.. Zahlreiche Medien nehmen sich des Themas an, beispielsweise die im Herbst 2000 erschienene Sendereihe „Holokaust“ von Guido Knopp. Die Aufklärung und Aufarbeitung des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen ist unerlässlich. Es ist wichtig, dass Holocaustleugnern oder „Holocaustbeschönigern“ wie beispielsweise David Irving der Nährboden genommen wird. Der Prozess, in dem Irving kürzlich verwickelt war, wurdevon der Jerusalem Post als „meistbeachteter Holocaust- Prozess seit Adolf Eichmann“2 betitelt. Irvings Verleumdnungsklage wurde abgewiesen.3 4 Der Holocaust und der Nationalsozialismus beschäftigten dieöffentlichkeit in den letzten Jahren sehr. Man denke nur an die Goldhagen-Debatte, die Diskussion um das Holocaust Mahnmal oder die Wehrmachtsausstellung. Auch die Diskusssion um das Parteiverbot der NPD spielt hierbei keine unwesentliche Rolle.

Wie konnte es zum Holocaust kommen? Ohne Hitler kein Holocaust!? War Hitler der alleinige Verantwortliche für den Holocaust?

Hitler hatte viele Helfer, die an diesen unmenschlichen Verbrechen beteiligt.waren und die ihrem „Führer“ nicht nur in blindem Gehorsam, sondern auch in vorauseilendem Gehorsam ergeben waren und „ dem Führer entgegenarbeiteten“5. Der nationalsozialistischen Parole „Führer befiehl! Wir folgen!“ wurde von vielen willenlos bis in den totalen Untergang Folge geleistet. Der Glaube an den einst populärsten Politiker Europas, der aussenpolitische, wirtschaftliche und soziale Erfolge in seinen Anfangsjahren vorweisen konnte, blieb konstant erhalten. Nur wenige realisierten, dass es sich lediglich um „Scheinerfolge“6 handelte, die in den Ruin führten. Hitler wurde extatisch verehrt nahezu wie ein Halbgott. Ängste und Hoffnungen wurden auf ihn projeziert. Kaum jemand war sich des „Vabanque-Risikos“ Hitlers bewusst. Die „charismatische Herrschaft“7 und die angebliche „Erlösungspolitik“ des einstigen „Bierhausagitators“8 überwogen die rationalen Tendenzen eines Staates, der zu den modernsten Staaten Europas zählte. Friedländer spricht sogar von „Erlösungsantisemitismus“ als „Zusammenkommen einer religiösen, eben einer „Erlösungs“weltanschauung und einem rassistischen Antisemitismus...“9 Selbst als die Niederlage 1943 bereits abzusehen war, kompensierte der pseudo-religiöse Glaube an eine institutionalisierte Religion das schwere Alltagsleben im Krieg.. Der Legalitätsglaube an den „Führer“ und dem was er tat, blieb bestehen. Viele hofften auf ein weiteres „Wunder“, wie die Bewältigung der Winterkrise 1941. Einer der willigsten Paladine Hitlers war Adolf Eichmann. Die Person Eichmanns im „3. Reich“ war nur sehr wenigen bekannt. Lediglich die „Führungschicht“ wusste, wer Eichmann war und wofür er verantwortlich war. Als „Schattenangeklagter“10 im Nürnberger Hauptkriegsverbrecher Prozess wurde er der Allgemeinheit bekannt. Sein späterer Prozess in Jerusalem wurde weltweit übertragen. Erst in dem Prozess wurde das Ausmaß der Verbrechen Eichmanns bekannt.

Wie der gesamte Nationalsozialismus hat auch Eichmann einen Aktualitätsbezug. Zum Thema „Eichmann“ erschienen in den letzten Jahren einige Publikationen, z.B. der Film „Ein Spezialist“ (1998), „Eichmann, der Vernichter“ aus der Fernsehreihe „Hitlers Helfer“, das Buch „Hitlers Bürokraten“ von Yaacov Lozowick, welches im April 2000 erschien und grösstenteils Eichmann behandelt. Auch sind die von Eichmann in Haft angefertigten Aufzeichnungen „Götzen“ nach langer Diskussion11 veröffentlicht worden und können im Internet heruntergeladen werden. Die Kontroverse um Hannah Arendts These von der „ Banalität des Bösen “ entfacht selbst ca. 40 Jahre nach dem Prozess noch immer heftige Auseinandersetzugen. Für 2001 ist eine weitere Publikation geplant mit dem Titel „Wissen Sie, wer Adolf Eichmann war?“. Auch eine Neuauflage des „Eichmann- Protokolls“ ist für das Frühjahr 2001 in einer Paperback Version vorgesehen. Ein Buch von Irmtrud Wojak mit dem Titel „Die Rechtfertigungen des Adolf Eichmann“ soll ebenfalls 2001 erscheinen.

„Der Aufstieg Adolf Eichmanns vom unbedeutenden kleinen Angestellten...zum „Manager“ der „Endlösung“ zeigt, wie eigene Initiative und Bereitschaft zur Ausnutzung sich bietender Gelegenheiten nicht nur dem einzelnen Beteiligten Beförderung und Macht einbrachten, sondern auch den Radikalisierungsprozeß gerade in den mit Hitlers ideologischen Fixierungen am engsten verbundenen Bereichen vorantrieben.“12

Yehuda Bauer sagte, Hitler war „...ein Radikalisierungsfaktor von oben, Eichmann ein Radikalisierungsfaktor von unten“.13

2.) Eichmanns Herkunft und Kindheit

Adolf Otto Eichmann wurde am 19.3.1906 in Solingen geboren. Er war der erste Sohn von fünf Kinder. Bezüglich des Vornamens von Eichmanns Vater gehen die Quellen auseinander, Eichmann selber behauptet, sein Vater hätte mit Vornamen Wolf geheissen und seine Mutter Maria..14. Gegenüber Avner Less sagte Eichmann: „ Mein Vater hieß Adolf Karl Eichmann. Meine Mutter Maria Eichmann war eine geborene Schefferling.“15 Peter Malkin, einer der späteren Entführer Eichmanns schreibt, dass Eichmanns Vater mit Vornamen Karl geheissen hätte.16 Es handelt sich daher wahrscheinlich um einen Transkriptionsfehler bei „Wolf“, denn warum sollte Eichmann nicht den richtigen Namen seines Vaters nennen.

Im Jahre 1914 zog die Familie nach Linz/Österreich, wo Eichmanns Vater eine Anstellung als Buchhalter in einem Elektrizitätswerk annahm bevor er ein Elektrowarenunternehmen gründete und sich selbstständig machte. Eichmanns Mutter verstarb 1916, und sein Vater heiratete wieder bald darauf erneut.17 (Seltsamerweise erwähnt Eichmann in „Götzen“ den Tod seiner Mutter nicht.)

„Nach eigenem Eingeständnis war der junge Adolf Eichmann „nicht gerade der fleißigste Schüler“. Er scheiterte in der Kaiser-Franz-Oberrealschule in Linz - dieselbeBildungsanstalt hatte 15 Jahre zuvor auch Adolf Hitler besucht, ebenfalls mit nur mäßigem Erfolg.“18 Eichmann nennt in „Goetzen“ nicht den Namen der Schule und auch nicht, dass Hitler die gleiche besucht einige Jahre hatte, womit er sich jedoch wahrscheinlich im „3.Reich“ gebrüstet hatte.19 Auch erwähnt Eichmann nicht, dass er und Hitler bei dem gleichen nationalistisch gesonnenen Geschichtslehrer Dr. Leopold Poetsch gehabt hatten, der in beiden den Nationalismus angestachelt hätte.20 Es erscheint bizarr, dass Eichmann in seiner Jugend häufig selber als „Jude“ bezeichnet wurde aufgrund seines äusseren Erscheinugsbildes. Eichmanns engster Jugendfreund namens Harry Sebba soll Jude gewesen sein.21

Eichmann schloss die Realschule nicht ab, ebensowenig wie die begonnene Mechanikerausbildung an einer „höheren technischen Lehranstalt“22, die er zwei Jahre lang absoviert hatte. „ Vater Eichmann hatte sich unterdessen selbständig gemacht und ein kleines Bergwerksunternehmen gegründet, in dem er seinen mißratenen Sprößling als einfachen Kumpel beschäftigte, bis er für ihn eine Stelle als Verkäufer bei der oberösterreichischen Elektrobau AG fand. Adolf Eichmann blieb dort zweieinhalb Jahre, ehe er 1928 als Reisevertreter bei einerölfirma unterkam, die „Vacuum Oil Company“, für die er imösterreichischen Mühlviertelöl verkaufte und Benzinpumpen aufstellte. Sein Vater verlor derweil sein Vermögen..., aber dennoch lebte Eichmann in dieser Zeit wirtschaftlich sorgenfrei. Während in der einsetzenden Wirtschaftskrise die Arbeitslosigkeit um sich griff, bezog er ein gutes Einkommen, bis auch ihn im Frühjahr 1933 die Kündigung ereilte.“23 Im gleichen Frühjahr wurde die Nazipartei inösterreich verboten.

3.) Beginn politischer Aktivität

Bereits 1927 trat Eichmann dem deutsch-österreichischen Frontkämpferbund bei24. Nomen est omen. Der Name dieser politischen Vereinigung enthält das Wort « Kampf », was offenbart, dass es sich keineswegs um eine friedliche Vereinigung handelte. Viele Menschen empfanden den Versailler Vertrag als Schmach für Deutschland undösterreich und er wurde von vielen abgelehnt, insbesondere von Hitler.

Eichmann selbst schrieb zu diesem Lebensabschnitt, als er noch nicht arbeitslos war, „Nichts hätte diese heiter-frohe und unbeschwerte Lebenslust zu stören vermocht, wären die „Götter“ nicht auch bis nach Oberösterreich gekommen. Bei mir klopften sie bereits seit 1931 an, und ab und an schon früher; sie vereinnahmten mich dann genau am 1.April 1932 “wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er auf’s Eis , um zu tanzen.“... Ich war durch die Schule und Gesellschaft...- zur nationalistischen Richtung hin gelenkt worden Und welchem Nationalisten brannte nicht das Wort „Versailles“ Und man erzähle einem jungen Menschen in dieser Richtung tendierend, von nationaler Schmach, von Verrat, vom Dolchstoß, welcher der deutschen Armee zuteil ward, von nationaler Not und Elend; Herrgott, da packt es einen halt, da gerät das Blut in Wallung. Und dann hört man durch die Propaganda, daß da eine Partei ist, welche die Schmachbeseitigung auf ihr Banner geschrieben hat. Die Beendigung der nationalen Nöte versprach, den Dolch aus der Wunde zu ziehen sich anschickte... und die Arbeitslosigkeit in die unterste Hölle verdammte.“25

Am 1. April trat Eichmann der NSDAP, Abteilungösterreich bei. Mitgliedsnummer 889 895.26 Mulisch behauptet hingegen, dass Eichmann der Vacuum Oil Company kündigte27, was im Gegensatz zu der anderen bereits angeführten Quelle steht, nach der Eichmann gekündigt wurde. Eichmann selber äussert sich in „Goetzen“ nicht konkret dazu, ob er entlassen wurde, oder ob er selber kündigte.

„Ja, teilweise diesen Göttern zuliebe verließ ich das „Landel an der Ems“, mein geliebtes Oberösterreich Aber Dienst an den Göttern, meinem Vaterland zuliebe schien mir gleichwichtig zu sein, denn sonst wäre ich ja geblieben Ich diente ihnen mit dem ganzem Glauben, den ich aufzubringen vermochte, kein Opfer schien mir zu gering.“28 Malkin schreibt, dass Eichmann „... seine Stelle als Reisevertreter für eineölgesellschaft verlor,...“29. Auch gegenüber Less sagte Eichmann aus, dass er gekündigt worden wäre.30 Gegenüber Avner Less sagte Eichmann aus, dass ihm gekündigt worden wäre.31 Wie viele, die zu dieser Zeit ohne Arbeit waren, so sah auch Eichmann ein neues Betätigungsfeld für sich im Rahmen der NSDAP. So machte auch Eichmann den Schritt „Vom Arbeitslosen zum „Herrenmenschen““32 Zeitgleich war Eichmann auch der SS beigetreten, „...eher zufällig als aus ideologischer Überzeugung“. Auf einer Parteiveranstaltung hatte ihn Ernst Kaltenbrunner - der spätere Chef des Reichssicherheitshauptamts-, Sohn eines Geschäftsfreunds seines Vaters, angesprochen und kategorisch aufgefordert:“Du kommst zu uns!“.“33 Eichmann erwähnt Kaltenbrunner in diesem Zusammenhang nicht in „Götzen“.

Durch Eichmanns nationalistische Voreingenommenheit erscheint das in der Quelle geschriebene „...eher zufällig...“34 sehr kritisch zu sein, da er ja bereits 1927 dem „österreichisch-nationalistischen „Jungfrontkämpferverband““ beigetreten war, „...aus dessen Reihen die SS bevorzugt neue Mitglieder zu rekrutieren versuchte.“35

4.) Rückkehr nach Deutschland

Nachdem die NSDAP wie bereits erwähnt am 19. April 193336 als Folge von Hitlers Ernennung zum Reichskanzler inösterreich verboten worden war, beschloß Eichmann nach Deutschland zu gehen, umder SS hauptamtlich dienen zu können, „... zunächst im Lager Lechfeld, dann bei Dachau Nach dem Abschluß seiner Ausbildung meldete sich Eichmann freiwillig zum SD, dem Sicherheitsdiesnt der SS, in den er im relativ bescheidenen Rang eines Scharführers aufgenommen wurde, dem der eines Feldwebels entspricht.“37

„ Im Jahre 1934...kam ich von dem ersten Bataillon des Regimentes SS 1 nach Berlin, zum SD-Hauptamt hatte ich mich freiwillig zum Sicherheitsdienst des Reichsführers SS, gemeldet. Sicherheitsbegleitpersonal für die Götter Das Begleitpersonal für die Götter hieß Reichssicherheitsdienst.“38 Deschner schreibt, Eichmann wäre aus Versehen in den SD getappt.39 Im Oktober 1934 wurde Eichmann als Hilfskraft in die Abteilung „Freimaurerei“ im SD, dem Nachrichtendienst der SS, zugewiesen.40

1935 wurden die „Nürnberger Gesetze“ erlassen, die eine entscheidende Stufe im Antisemitismus des Nationalsozialismus darstellen. Obwohl Gesetze laut Verfassung nur vom Reichstag erlassen werden konnten, der für gewöhnlich in Berlin tagte, wurden sie auf dem Parteitag der NSDAP in Nürnberg erlassen. Bereits hier erkennt man das Prinzip des „Ein-Parteien-Staates“. Die „Nürnberger Gesetze“ wurden im Seminar diskutiert.

Anfang 1935 wurden Mitarbeiter für die neu gebildeten Abteilung „Juden“ im SD gesucht, zu der dann Eichmann stieß.

Der SD war 1931 von Himmler als Geheimorganisation der SS gegründet worden. Mit der Leitung des SD wurde 1932der damals siebenundzwanzigjährige Reinhard Heydrich betraut.4142 1935 fasste der SD ca. 1000 Mitarbeiter, 1937 ca. 3000.43 Die Aufgabe von Eichmanns neuer Abteilung war es, Daten über den Besitz deutscher Juden zu sammeln. Eichmann identifizierte sich sofort rückhaltlos mit dieser Aufgabe.44

Zur Schulung des SD und der SS sollte Eichmann Theodor Herzls „Judenstaat“ , den Klassiker des Zionismus, studieren und zu Schulungen aufarbeiten.45 Von da an beschäftigte sich Eichmann ausschließlich mit dem Judentum. „Gestützt auf sein autodidaktisch erworbenes Halbwissen und die Lektüre einer Handvoll Bücher, erwarb sich Eichmann gleichwohl innerhalb des SD den Ruf eines Fachmanns, dem seine Vorgesetzten “eine umfassende Kenntnis der Organisationsformen und der Weltanschaung des Gegners „Judentum““ bescheinigten.“46

Am 17. Juni 1936 wurde Himmler zm Chef der gesamten deutschen Polizei ernannt. Dies hatte zwei Bedeutungen:

1. Sämtliche Polizeieinheiten ganz Deutschlands wurden in einer zentralen Polizeimacht vereint.
2. Die Polizei wurde mit der SS verbunden.

Der Chef der Polizei war auch Befehlshaber der SS, der direkt Hitler unterstand.47 Göring wurde im gleichen Jahr zum Chef der Vierjahresplanbehörde, die den Krieg vorbereitete. Dies waren wichtige machtpolitische Entwicklungen, die zur Radikalisierung der antijüdischen Maßnahmen beitrugen.48

Ebenfalls 1936 heiratete Eichmann Vera Liebl.

Um sein „Fachwissen“ zu erweitern, reichte Eichmann 1937 ein Gesuch ein, Hebräisch von einem Rabbi zu erlernen, was jedoch von Heydrich abgelehnt wurde, denn was hätte ein Jude einem Nationalsozialisten schon beibringen können.49 Zum Zwecke der „Weiterbildung“ und zur Erkundung nach einem eventuellen Auswanderungsland für die Juden wurde Eichmann 1937 mit seinem Vorgesetzten Herbert Hagen auf „Dienstreise“ nach Palästina geschickt.. Eichmann und Hagen sollten Verbindungen mit V-Leuten und arabischen Politikern aufnehmen. Die als Journalisten getarnten SS-Männer wurden jedoch enttarnt und aus des damaligen britischen Mandatsgebiet verwiesen.50 Malkin schreibt hierzu ergänzend, zu wem die SS-Männer Kontakt aufnehmen sollten: dem „Großmufti von Jerusalem, Haj Amin el Husseini, einem fanatischen Antisemiten.“51

Heinz Höhne schreibt bezüglich der Palästina-Reise: „ Was quellenfremde Phantasie alles vermag, demonstrierten drei Autoren, die den Abstecher des Nahost- Reisenden Adolf Eichmann nach Haifa im Jahr 1937 beschreiben. Der Amerikaner Quentin Reynolds („Minister des Todes“) läßt Eichmann einen jüdischen Kibbuz bei Haifa besichtigen, mit einem deutschen Agenten in Palästina zusammenkommen und den judenfeindlichen Großmufti von Jerusalem besuchen. Eichmann-Biograph Corner Clarke hat den Lesern mehr zu bieten: Er rüstet seinen Helden mit 50.000 Dollar „Nazigold“ aus, katapultiert ihn in Haifas Hotel “Majestic“, wo Eichmann auf den Anruf „eines geheimnisvollen Mannes namens Ghadar“ wartet. Eichmann liefert das Gold den arabischen Nationalisten aus, kurz darauf schieben ihn vier britische Militärpolizisten über die Grenze ab. Derösterreicher Simon Wiesenthal („Großmufti-Großagent der Achse“) berichtet, der ehemalige Theologiestudent Eichmann sei von der deutschen „Gegenabwehr“ nach Palästina geschickt worden, habe nahe der Stadt Sarona ein Agentennetz aufgezogen und „zusammen mit der deutschen Großagentin für den Nahen Osten, Ilse Koch“, die Verbindung mit dem Großmufti aufgenommen. So viele Worte, so viele Unrichtigkeiten. Korrekt ist nur, daß Eichmann als Tourist 48 Stunden lang Haifa besichtigt hat.“52

Trotz des Fehlschlags dieser Reise wurde Eichmann für seinen Eifer zum Untersturmführer befördert.53 Safrian schreibt zu dieser Reise: „ Die Reise war ein Fehlschlag. Hagen ( als Student getarnt)54, und Eichmann( als Schriftleiter des Berliner Tagesblattes getarnt)55 gelang es nicht, in Kairo Visa für ihren geplanten Besuch in Palästina zu bekommen; sie konnten weder Verhandlungen mit „arabischen Fürstlichkeiten“ noch Gespräche mit neuen V-Leuten führen.“56

Safrian führt weiter aus: „ Die Kooperation des SD mit der Gestapo wurde ausgebaut, von II-112 lud man Funktionäre jüdischer Organisationen auf das Gestapa vor, um „die gesamte Judenpolitik so auszurichten, daß die Auswanderung besonders unbemittelter Juden laufend gefördert“ würde.“57 Safrian verweist hierbei auf einen Bericht Hagens. Wie man den „unbemittelten Juden helfen“ würde, sollte sich am Beispiel Wiens erweisen: Man „entmittelte“ die Juden vor ihrer Auswanderung durch eine „Zentralisierung „der Bearbeitung der Judenfrage..“...einzig bestimmende Stelle..., miteinbeziehen wollte man auch die „Bearbeitung der Finanzfragen und der Transferangelegenheiten über die jüdischen Treuhandgesellschaften wie Altreu, Paltreu, Haavara“. Diese von Hagen vorgeschlagene Ausdehnung des Einflusses...sollte erst über den Umwegösterreichs Wirklichkeit werden.“58

Zuvor jedoch hielt Eichmann am 1. November 193759 vor einem Gremium des SD eine Rede unter dem Titel „„Das Weltjudentum: politische Aktivität und Auswirkung seiner Tätigkeit auf die in Deutschland ansässigen Juden“... Es war ihm völlig selbstverständlich, daß es eine weltweite jüdische Verschwörung gab, und je mehr er über das Judentum erfuhr, um so mehr war er davon überzeugt.“60

Bereits 1937 zählte Eichmann zu den „Experten“61 für jüdische Angelegenheiten.

5.) Das „Wiener Modell“

Im Jahr 1938 erlebte Eichmanns antisemitisches Wirken seinen ersten Höhepunkt.

Im gleichem Jahr erreichte auch der „... anschwellende antisemitische Terror in der berüchtigten „Reichskristallnacht“- dem schrecklichen Pogrom vom 9. auf den 10.

November 1938.“62 eine Klimax. „Hitler brauchte wiederrum nur sein stillschweigendes Einverständnis zu signalisieren, und schon entfesselte Goebbels, als eigentlicher Rädelsführer, den aufgestauten Haß der Partei- und SA-Aktivisten zu einem Rausch der Gewalt.“63 (Der Auslöser für die Reichskristallnacht war das Attentat auf den deutschen Legationssekretär Ernst von Rath am 7.November 1938 in Paris gewesen, das der junge Jude Herschell Grynszpan begannen hatte.64 )

Auch Saul Friedländer hält 1938 für wichtig, jedoch noch nicht für den „entscheidenden Wendepunkt“.Die Konferenz in Görings Reichsluftfahrtministeriums am 12. November 1938, also nur zwei Tage nach der „Reichskristallnacht“, sei ein deutliches Signal gewesen. Göring hatte gesagt, er möchte kein Jude in Deutschland sein.65 Der „Anschluß“österreichs am 13.März 1938 beinhaltete die Übernahme des deutschen Rechtssystems. Demnach kamen auch alle seit den Nürnberger Gesetzen erlassenen antisemitischen Maßnahmen sofort zur Anwendung.“66 Eichmann kam am 16.März 1938 nachösterreich und baute binnen zweier Monate die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ auf, die die notwendigen Papiere zu Emigrationen vergab.67

Als Leiter des SD-Referats II-112 inösterreich ließ Eichmann unmittelbar nach Hitlers Einzug in Wien zahlreiche jüdische Funktionäre verhaften nach bereits in Berlin erstellten Listen.68 Zielstrebig institutionalisierte er seine Kontrolle über jüdische Organisationen. „Zum ersten Mal hatte er Macht über Menschen.“69 „Eichmann hatte in Wien nun exekutive Befugnisse, auf seine Weisun konnten Menschen ins Gefängnis gesperrt oder in ein Konzentrationslage gebracht werden.“70

Eine neue Phase hatte begonnen im „...grössten und gewaltigsten Totentanz aller Zeiten.“71 Eichmann schuf in der Wiener „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“, „... eine Organisation, die denösterreichischen Juden mit großer Effizienz ihr Geld abnahm,...“72 ein bürokratisches Fließband-System zur beschleunigten Abfertigung der „Ausreisewilligen“.73 Eichmann selbst kommentierte den Betrieb folgendermaßen: „ Wenn ich Ihnen sage, daß wir ja eine ganze Reihe von Wochen jeden Tag 1.000 Juden fix und fertig zur Ausreise gemacht haben, so heißt das, daß mindestens 2.000 Juden täglich anmarschieren mußten. Die einen nämlich, um den Antrag zu stellen und den paß zu erreichen, die anderen, um den Reisepaß zu unterschreiben, abzuholen. Also war ein frisch-fröhliches Kommen und Gehen.“74 Der letzte Satz dieser Aussage Eichmanns ist ein reiner Euphemismus, da seine „Opfer“ dies sicherlich keineswegs als „...frisch-fröhliches Kommen und Gehen.“ empfanden. Dies ist eine subjektive Empfindung Eichmanns, die einen Einblick in sein Inneres gewährt. Er empfand es als „...frisch und fröhlich...“, was für tausende Menschen jedoch das panikartige Verlassen ihrer Heimat bedeutete. Auch belegt diese Aussage Eichmanns seine Gewissenlosigkeit und Skrupellosigkeit. Was war er bloß für ein „Mensch“, der sich an dieser Arbeit zu ergötzen vermochte. Eichmann hatte ein Verfahren zur Zwangsauswanderung entwickelt, das sich aus drei Schritten zusammensetzte:

1. Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Juden
2. Terrorisierung der Juden
3. Kontrolle der Institutionen der jüdischen Gemeinden, deren Leiter zur Zusammenarbeit gezwungen wurden ( wie später auch die „Judenräte“).

Aly spricht von „Weichenstellungen- zum Völkermord“: Enteignen, Ghettoriesieren und Deportieren.75

Safrian beschreibt dieses Vorgehen folgendermaßen: „... Ausschaltung vom Wirtschaftsleben, ... Entblößung von allen finanziellen Quellen, um sie ( die Juden) zu zwingen, entweder zu verhungern oder das Land mittellos zu verlassen...“76

Lozowick verweist darauf, dass Eichmann „...auf erhebliche Weise von der jüdischen Führung in Wien unterstützt“77 wurde. Nach Eichmanns eigenen Angaben verließen bis zum 21.Oktober 1938 50.000 Judenösterreich und wohingegen „nur“ 19.000 Juden Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt verlassen hätten.78 „Innerhalb von sechs Monaten nach dem Anschluß hatten eifrige SS-Offiziere, organisiert von Adolf Eichmann, ein Drittel der Wiener Juden vertrieben. Die Emigranten mußten ihr Vermögen zurücklassen. Die Nazis stahlen es einfach.“, beschreibt Laurence Rees das „Wiener Modell“.79 Einer der prominentesten Juden, dieösterreich verließen, war Sigmund Freud, der kurz nach dem „Anschluss“ nach London emigriete.80

Eichmann veranlaßte Razzien bei jüdischen Organisationen und wichtigen Privatpersonen. Die sichergestellten Dokument wurden nach Berlin geschickt, wo im Sommer 1938 beim Referat II-112 ein eigenes „Österreich-Auswertungskommando“ installiert wurde, um diese Akten zu bearbeiten.81 Nach der Razzia in der Israelitischen Kultusgemeinde am 18.3.1938, an der Eichmann persönlich teilnahm, wurden die Leiter dieser Gemeinde, Dr. Desider Friedmann und Dr. Josef Löwenstein, inhaftiert. ( Bei dieser Razzia entstand eine der seltenen Fotoaufnahmen Eichmanns, der insbesondere ab 1943 sehr darauf bedacht war, dass es keine Fotos von ihm geben solle, um eine mögliche Verfolgung seiner Person zu erschweren.) Eichmann schwebte nach wie vor die Auswanderung der Juden nach Palästina vor Augen, die er noch bis Mitte 1940 nährte.82 Eichmann beabsichtigte sogar eigens dazu, die Herausgabe einer jüdischen Zeitung namens „Zionistische Rundschau“, deren Inhalt jedoch er bestimmen wollte.83 Diese „Hilfsbereitschaft“ Eichmanns erscheint jedoch paradox zu dem, was er noch 1936 bezüglich Palästinas geschrieben hatte: „Die Arbeit der “Zionistischen Weltorganisation“... birgt eine sich verstärkende Gefahr: ein starkes jüdisches Palästina. Das Weltjudentum wird für alle Zeiten... für Deutschland als Gegner bestehen; ein starkes jüdisches Palästina könnte ein wesentlicher Faktor seines Kampfes sein... Es ist selbstverständlich, daß Deutschland die Bildung eines solchen Staatsmonstrums nicht billigen kann...“84 Dieses Zitat sagt mehr aus über „...seine grotesk-dienstbeflissene Art...“85. So spricht ein überzeugter Antisemit.

In Wien hingegen schien es tatsächlich, als ob Eichmann wirklich nach Mitteln suchte, um „...den Exodus zu beschleunigen.“86 Jedoch darf man nicht annehmen, dass Eichmann es den Juden leicht gemacht hätte auszuwandern. Bürokratische Hürden erschwerten die Ausreise. Auch die Korruption unter den Sachbearbeitern hatte sich ausgebreitet. Aus der jüdischen Auswanderung wurde ein übles Geschäft gemacht.87 Die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Gallop nahm hierbei eine herausragende Stellung ein, indem sie für wohlhabende jüdische familien diese „Ausreiseformalitäten“ gegen entsprechende Bezahlung erledigten. Ihre Klienten übertrugen der Kanzlei ihr gesamtes inländisches Vermögen für neue Reisepässe und gesicherte Ausreise.88

Ein Fond für Fremdwährungen sollte eingerichtet werden, in den Ein Fond für Fremdwährungen sollte eingerichtet werden, in den ausländische Juden einzahlen sollten, um die Emigration minderbemittelter Juden zu finanzieren,89 denn um die Auswanderungsquoten zu steigern, brauchte Eichmann in erster Linie Geld.90 Eichmann setzte die eingeschüchterten Funktionäre der Jüdischen Kultusgemeinde unter Druck, er befahl, und sie mussten gehorchen. „Es stand in der Macht des zweiunddreißigjährigen Eichmann, der es in seinem Beruf zu nichts gebracht hatte, Menschen herumzukommandieren, die noch vor kurzer Zeit anerkannte und geachtete Mitglieder derösterreichischen Gesellschaft gewesen und ihm an Ausbildung und Erfahrung bei weitem überlegen waren; Eichmann konnte sie- wie er es mit deutlichem Stolz ausdrückte- „auf den Trab bringen““91, resümiert Safrian Eichmanns Handlungen treffend.

Im September 1939 wurde Eichmann, dem „ große Fähigkeiten in der selbständigen Verwaltung seines Sachgebietes“ und „ insbesonders organisatorische und verhandlungstechnische Aufgaben selbstständig und sehr gut (lösen zu können)“ bescheinigt wurden, zum SS Obersturmführer befördert. Im Januar 1939 wurde er zum SS Hauptsturmführer befördert. Bereits Im Oktober 1938 wurden ihm zwei Referenten mit SS Offiziersrängen zugeteilt, die Brüder Rolf und Hans Günther.92

„Bereits kurz nach ihrer Gründung war Eichmanns “Zentralstelle“ auf dem besten Weg, ein Beispiel für zukünftige Einrichtungen und Verfahrensweisen im „Altreich“ abzugeben.“93 Und so war es auch wenig verwunderlich, „...daß die zentrale Kontrolle über die „Lösung“ der „Judenfrage“ in die Hände der SS (später) überging und Eichmann - der nun die Früchte seiner inösterreich erzielten „Erfolge“ erntete - beauftragt wurde, für das gesamte Reich die Auswanderung der Juden zu organisieren.“.94 Eichmann hatte sich skrupellos der jüdischen Organisationen zum Aufbau und zur Finanzierung seines Vertreibungsapparates bedient. Die Wiener Kultusgemeinde stellte Personal, Sach- und Geldmittel und jüdische Fonds im Ausland brachten die Devisen für Emigranten auf. Die „Kollaboration“ einiger Juden mit Eichmann und dem NS im allgemeinem bildet nach wie vor einen „schwarzen Fleck“ auf der Weste der „Opfer“ und wurde auch beim späteren Eichmann-Prozess in Jerusalem verhandelt. Jedoch scheint es leicht, aus der Distanz von einem „schwarzen Fleck“ zu sprechen. Wie hätte man selber als Betroffener gehandelt? Kollaboration oder eigene Deportation- insbesondere gilt dies für die Zeit ab 1939-? Diese Frage muss ein jeder mit seinem eigenem Gewissen ausmachen. Resümierend zum „Wiener Modell“schreibt Rees treffend: „ Die Brutalität, mit der die SS 1938 inösterreich hauste, war nur ein Vorgeschmack, wie die Nazis ihr Großreich regieren würden.“95 „ Die Tätigkeit Eichmanns in Wien bestand seit Anfang Mai hauptsächlich in der diktatorischen Überwachung der von im reorganisierten Kultusgemeinde und anderer jüdischer Organisationen... Eine andere Aufgabe Eichmanns war es, inhaftierte Persönlichkeiten jüdischer Organisationen zu verhören.“96 Diese These Safrians steht im Widerspruch zu Arendt Behauptung, dass Eichmann die Vertreter der Kultusgemeinde „aus Gefängnissen und Konzentrationslagern herausholen mußte.“97 Safrian gibt an, dass die Idee von der Einrichtung der „Zentalstelle“ von Funktionären der Kultusgemeinde zur Vereinfachung der Auswanderungsmodalitäten an Eichmann herangetragen worden sei und von diesem aufgegriffen wurde, da die notwendigen Papiere für eine Auswanderung nun innerhalb von acht Tagen bearbeitet werden konnten.98 Bezüglich der Vorgehensweise in der Wiener Zentralstelle sagt ein Zeuge im Eichmann-Prozess aus: „Schrecklich. Ich sagte sofort, das schaut aus so nach eine automatischen Fabrik, so z.B. vielleicht eine Mühle, auf der einen Seite komme ein Jude herein, der noch Besitztümer hat, der noch Laden hat oder ein Bankkonto. Er geht durch das ganze Gebäude ( Die „Zentralstelle“ befand sich in der Villa Rothschild) durch, von Schalter zu Schalter , auf der anderen Seite kommt er heraus, seiner ganzen Rechte beraubt, seines Geldes, Kapitals beraubt, nur mit einem Paß, auf dem steht:“ Sie haben binnen 14 Tagen das Land zu verlassen, sonst kommen Sie in ein Konzentrationslager.“99 Für weitere vertiefende Informationen zum „Wiener Modell“ sei u.a. auf Hans Safrian und Yaacov Lozowick verwiesen, die sich noch eingehender mit diesem Abschnitt beschäftigen. Neue Erkenntnisse über die „Wiener Zeit“ erhofft man sich von NS-Unterlagen aus StasiArchiven.100

6.) Neue Aufgaben für Eichmann

6.1.) Die Tschechoslowakei

Der „Anschluß“österreichs hatte die Westmächte nicht sonderlich verärgert, was jedoch nicht für die Tschechoslowakei gelten sollte. „ Die erhaltenen Quellen sprechen eindeutig dafür, daß Hitler im Herbst 1938 einen Krieg mit der Tschechoslowakei provozieren wollte. Der britische Premierminister Neville Chamberlain erfüllte jedoch bereitwillig so viele von Hitlers unverschämten Forderungen nach tschechischen Gebiete, in denen Volksdeutsche lebten, daß der Führer bei der Münchener Konferenz Ende September 1938 widerstrebend die Frucht der Appeasementpolitik akzeptieren mußte...Nach der Münchener Konferenz schwor Hitler, er werde sich nie wieder von irgendeinem „Schweinehund“ einen Vermittlungsvorschlag vorlegen lassen...“101 Er hielt diesen Schwur. „ Am Tag nach der Unterzeichnung des Münchener Abkommens sagte Hitler, er werde den Rest des Landes bei erster Gelegenheit annektieren.“102 Das Münchener Abkommen sollte ein Ausnahmefall in Hitlers sonstiger Kompromißlosigkeit sein. „ Nach von ihm (Hitler) angeregter Proklamation der Unabhängigkeit der Slowakei am 14.3.1939 nutzte er die „Selbstauflösung“ der(sic) Staates zur „Zerschlagung der Resttschechei“, auf deren Gebiet das Protektorat Böhmen undMähren als deutsches Nebenland gebildet wurde.“103 Deutsche Truppen marschierten ein. Und der tschecheslowakische Präsident Hacha unterzeichnete ein Abkommen, in dem er das „...tschechische Volk unter Hitlers „Schutz“ stellte.“.104

Im Januar 1939 „...wurde im Innenministerium unter der Leitung Heydrichs die „Reichszentrale für jüdische Auswanderung“105 ins Leben gerufen. Diese sollte als Koordinationsstelle aller an der Vertreibung beteiligten Instanzen fungieren und einheitlich für das gesamte Gebiet des „Dritten Reichs“ eine jüdische Zwangsvereinigung gründen und kontrollieren.“ Dies war ein weiterer “entscheidender Schritt im Übergang vom „Normen- zum Maßnahmenstaat““.106 Diese Maßnahme wurde auch durch Hitlers Rede am 30.Januar 1939 bestärkt, indem er erneut „prophezeite“: „ Wenn es dem internatinalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“107

Bereits in dem „ungelesenen Bestseller Mein Kampf “ hatte Hitler dieses als ein Hauptziel neben der Gewinnung von „Lebensraum im Osten“ angeführt. Er sprach u.a.von der „Reinigung des deutschen Volkskörpers“.108

Als Reaktion auf Hitlers Einmarsch in der Tschechoslowakei gaben Großbritannien und Frankreich am 31.3.1939 eine Garantieerklärung für die polnischen Grenzen ab.109 „ Bis zu meiner Kommandierung nach Prag war die Zahl der ausgewanderten Juden ausösterreich auf 150.000 gestiegen.“, gab Eichmann gegenüber Less an.110 „Etwa im April 1939 wurde ich nach Prag kommandiet... inzwischen führte der Hauptsturmbannführer Rolf Günther mit dem späteren Hauptsturmführer Alois Brunner111 die Zentralstelle in Wien weiter. Ich war nicht mehr zuständig dafür, sondern jetzt nur noch für Prag. Diese Zentralstelle war bedeutend kleiner als die Wiener Stelle, aber genau dasselbe System;... die Funktionäre der jüdischen Organisationen in Wien reisten nach Prag. So hatte ich mich überhaupt nicht einzuschalten, sondern es wurde in Prag einfach das Beispiel Wien kopiert.“112

Diese Aussage ist signifikant für Eichmanns Verhalten im Eichmann-Protokoll: er hätte nichts zu verantworten, er sei relativ unbedeutend gewesen. Treffender gibt diese Angelegenheit Safrian wieder: „ Mit einem Teil seines Mitarbeiterstabs aus Wien, Novak, Burger, Rahm und Stuschka, baute Eichmann die Prager „Zentralstelle“ als Kopie der Wiener Institution auf. Vertreter der Jüdischen Gemeinde in Prag wurden zu „Schulung“ nach Wien, Vertreter der Kultusgemeinde Wien zur Instruktion ihrer Leidensgenossen nach Prag geschickt.“113 Erneut läßt sich ein Euphemismus in Eichmanns Ausdrucksweise feststellen: „...reisen“, wo wahrscheinlich eher „wurden dazu genötigt, nach Prag zu fahren“ angebracht wäre. Auch in Prag „...wurde starker Druck auf die Juden ausgeübt, um sie zur Auswanderung auf legalem oder illegalem Wege zu bewegen. Nach Zahlung der Steuern ( Reichsfluchtsteuer und Judenabgabe) hatte der Auswanderer den vollen Wert der Habseligkeiten, die er mit sich nehmen durfte, zu erlegen , so daß er bis auf einige wenige Kilogramm persönlichen Gutes das Land besitzlos verließ...“114

Es wurden Überlegungen angestellt, die jüdische Bevölkerung nach Galizien zu deportieren.115, da „ Theresienstadt, wo nach dem Willen der Protektoratsführung die Juden aus Böhmen und Mähren konzentriert werden sollten, war schon dafür viel zu klein bemessen.“116 Weiter führte Eichmann aus: „ Gebt den juden ein autonomes Territorium, dann ist das Problem für alle gelöst.“117

Dies geschah unmittelbar nach dem Überfall auf Polen.

„Die Tschechoslowakei war 1938/39 schon zerschlagen worden, nun sollte Polen folgen. Nach dem Pakt mit Stalin war der Weg frei- der Weg in den Zweiten Weltkrieg.“118 Am 1. September 1939 marschierte die Wehrmacht in Polen ein. Hitler hatte sich diesmal jedoch „...wieder einmal Vabanque spielend“119 verkalkuliert: Großbritannien und Frankreich erklärten ihm am 3. September 1939 den Krieg.

6.2.) Polen

Im Oktober 1939 wurde Eichmann in das Amt IV des RSHA berufen und erhielt zunächst das Referat IV D 4 (Auswanderung und Räumung), wechselte dann zu IV B 4 (Judenangelegenheiten und Räumungsangelegenheiten).120 ( Organigramme sind im Anhang an die Hausarbeit )

„Im September 1939 war Polen dreigeteilt worden: Deutschland annektierte den westlichen Teil, die Sowjetunion denöstlichen, in der Mitte... wurde eine deutsch besetzte Zone geschaffen, das „Generalgouvernement“ unter Führung von Hans Frank.“121 „Die Eroberung Polens eröffnet(e) neue Möglichkeiten zur Lösung der „Judenfrage“. Im Rahmen einer gigantischen völkischen „Flurbereinigung“ soll(t)en die Juden aus den von Deutschland beherrschten Gebieten vertrieben werden- in ein „Reservat“ im Generalgouvernement. Mit der Druchführung der Deportationen beauftragt(e) SD-Chef Heydrich seinen „Spezialisten“ Eichmann.

Die von Heydrich angeordnete Gettoisierung der jüdischen Bevölkerung im besetzten Polen war von Anfang an als „Übergangsmaßnahme“ geplant. „Endziel“ war eine Konzentrierung der Judenöstlich der Weichsel im Raum Lublin. Am 18. Oktober 1939 begann Eichmann mit den Abschiebungen nach Ostpolen. Bei Nisko am San, unweit der russischen Demarkationslinie, hatte er ein Terrain ausgekundschaftet. Die beiden ersten Transporte mit 2.000 Männern gingen von Mährisch-Ostrau und Wien ab. Kaum angekommen, wurde die Mehrzahl der „Umsiedler“ nach Osten über die Demarkationslinie getrieben, mißhandelt oder getötet. Spätere Transporte erfuhren ein ähnliches Schicksal.“122 Eichmann sagte diesbezüglich aus: „ Nun ging der Polenfeldzug über alle Maßen schnell vorwärts... so schnell wie möglich ein möglichst großes Territorium zu einem autonomen Judenstaat erklären, zu einem Protektorat. (Denn) durch den Krieg waren die Auswanderungsmöglichkeiten schlechter geworden.“123 Bezüglich der Zahl von 2.000 Menschen macht Eichmann andere Angaben, er nennt „500, vielleicht 1000 jüdische Handwerker... mit einigen Güterzügen voll Material nach Nisko zu schicken, dort mal ein Barackenlager hinzustellen und von dort aus Juden anzusiedeln, in dem Maße, als ausgesiedelt wird.“124 Höhne schreibt bezüglich der ersten Deportationen: „Anfang Oktober begannen die ersten Transporte nach dem Eichmannschen Juden-Utopia Nisko 4000 Ansiedler, die Einheiten der Sicherheitspolizei unter tschechischen und Wiener Juden zusammengetrieben hatten.“125 Götz aly erwähnt für den 20. Oktober 1939 die Zahl von 912 deportierten Juden aus Wien, denen jedoch noch andere folgten.126 Hans Safrian schreibt bezüglich der ersten Deportation: „ Der erste Transport mit mehr als 900 Männern verließ Ostrava am 18.10.1939; zwei Tage später folgte...ein Zug aus Wien.“127 Die Quellenlage bezüglich der Anzahl der deportierten Menschen ist, wie sich anhand der aufgeführten Quellen nachvollziehen lässt, unschlüssig. Klar ist jedoch, was im Weiteren geschah.128

Höhne führt weiter aus: „Dann setzte die Sipo (Sicherheitspolizei) zu der haft - das konnte sehr wohl eine Lösungsmöglichkeit auf einige Zeit sein...“129 Die Realität sah anders aus: „ Nach der Ankunft in Nisko änderte sich die Behandlung schlagartig. Außer Handgepäck und Rucksäcken folgte man den Deportierten ihr Gepäck nicht aus, einigen wurde von SS-Männern Uhr und Kette abgenommen, andere wurden mit Ohrfeigen und Tritten mißhandelt ; den Großteil der Wiener Juden trieben SS-Männer, Wiener Polizisten und Militärangehörige weiter zum Fluß San in die Nähe der Grenze zur Sowjetunion... „...Die SS begann plötzlich zu schießen und zu brüllen: Schaut, daß ihr weiterkommt! Vorwärts! Wer innerhalb einer Stunde im Umkreis von 5 km angetroffen wird, wird erschossen, ebenso der, der es unternehmen sollte, nach Nisko zurückzugehen! Geht hinüber zu euren roten Brüdern!“ Auch bei anderen Transporten... wurde ähnlich vorgegangen. Nur ungefähr 200 der insgesamt etwa 1600 ... deportierten Männer wurden in das Barackenlager eingewiesen, die Mehrheit wurde... ihrem Schicksal überlassen.“130 In den folgenden Wochen und Monaten traten jedoch „Schwierigkeiten“ für Eichmann auf, die die Anzahl der Deportationen einschränkten. Exemplarisch soll hierfür ein Beispiel angeführt werden bezüglich einer Wiener Deportation nach Nisko: „„ daß wegen Verschiebung mehrerer Divisionen von Osten nach Westen (...) unmöglich ein Judentransport aus Wien eingeschoben werden kann““131 Aufgrund zahlreicher Militärtransporte, die gegenüber den Deportationszügen Priorität genossen, waren die „... weitgesteckten Ziele der beteiligten SS- und Zivilverwaltungsstellen, Zehntausende Menschen möglichst schnell nach Polen bzw. über die Grenze in die Sowjetunion zu verteiben,... erst einmal gescheitert.“132 Safrian widerspricht mit dieser These Höhne, der behauptet, dass die Einstellung der Deportationen auf Hans Frank, den „Generalgouverneur“ und selbernannten „König von Polen“, zurückzuführen sei, da sich dieser am 12. Februar 1940 bei Göring über die chaotische Art der Transporte beklagt hatte, woraufhin Göring die Einstellung der Transporte ohne Franks Genehmigung angeordnet hätte.133 ( Offenbar war auch Frank von der „Legalität“ seines Handels so überzeugt - oder einfach nur geblendet-, dass er noch kurz vor seiner Verhaftung sagte: „Aber ich werde meine Kriegstagebücher übergeben. Da ist jeder Tag festgehalten. Ich habe nichts zu befürchten.“134 Frank wurde als „Nummer 7“ im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozeß angeklagt und zum „Death by hanging“ verurteilt.). Eine andere Quelle nennt ebenfalls Franks Intervention als ausschlaggebend für die Einstellung der Transporte, da dieser aufgrund der Transporte die Ernährungssituation im Generalgouvernement gefährdet gesehen haben soll.135 Safrian schreibt bezüglich der Einstellung der Deportationen: „Frank wandte ein, die bisherige „Umsiedlungspraxis“ habe den Wiederaufbau einer geordneten Verwaltung unmöglich gemacht - selbst ein „reduzierter Umsiedlungsplan“ würde eine Lösung der Ernährungsfrage vorraussetzen.“136 Zu erwähnen ist, dass Frank ca. 3 Monate zuvor die Aufnahme der Zwangsvertriebenen als „lösbare Aufgabe „ betrachtete, mit der Begründung: „ 2 ½ - 3 Millionen Polen und Juden, sie sind nicht gewohnt, sauber und ordentlich zu leben... Der Winter wird ein harter Winter. Wenn es kein Brot gibt für Polen, soll man nicht mit Klagen kommen Je mehr sterben, umso besser...“137 Ein Kommentar zu dieser Aussage des Juristen Frank erübrigt sich.

Dies war im Jahre 1939.

Festzuhalten bleibt, dass die Einstellung der Nisko-Aktion sicherlich nicht monokausal gewesen sein wird, eventuell aus der Symbiose der vorgebrachten Quellen ableitbar ist. Als Fazit für die Nisko-Aktion lässt sich konstatieren: „ Eichmann hatte „angekurbelt“, er und sein Apparat waren im Rahmen der Vorgaben initiativ geworden. Sie hatten es geschafft, binnen kurzer Zeit Tausende Menschen ohne großes Aufsehen aus ihren gewohnten Zusammenhängen zu reißen, diese Menschen mit Lügengeschichten von „Umschulungslagern“ und „freier Aussiedlung“ erfolgreich zu täuschen und ein „Durchgangslager“ in Galizien bzw. über die deutsch-sowjetische Demarkationslinie zu treiben. Damit hatten Eichmann und seine Männer sich in den Augen ihrer SS- Vorgesetzten als Organisatoren profiliert und für weitere Aufgaben qualifiziert; die nächste Stufe auf der Karriereleiter konnte erklommen werden.“138 „Eichmanns Traum zerran, am 13. April 1940 wurde die jüdische Barackenstadt Nisko aufgelöst.“139 Die Idee eines „Judenreservats“ war jedoch trotz des Scheiterns von Nisko noch nicht ad acta gelegt. „Die Ingangsetzung der Vertreibungs- und (späteren) Massenmord- Maschinerie benötigte an Schlüsselstellen keine sturen Bürokraten, sondern Funktionäre, die als Pfadfinder agierten.“140 Bereits am Beispiel Nisko hatte er sogar seine Befugnisse überschritten, um seine Vertreibungsmaßnahmen noch effizienter gestalten zu können, wie Safrian es in seinem Buch belegt.141 Auch ist davonauszugehen, dass Eichmann von den Zuständen in Nisko wußte und dafür verantwortlich zu machen war. Die Schilderung des Nisko-Planes im Eichmann-Protokoll ist keineswegs objektiv, sondern erneut ein reiner Euphemismus und eine Lüge. Eichmann war sicherlich bestens über die Unterschiede zwischen der Theorie und der Praxis des Nisko-Planes informiert. Er duldete die Mißstände und unterstützte diese sogar, indem er weiterhin deportieren wollte. Deschner nennt die Zahl von 93.000 Juden, die von den Einsatzgruppen in den imaginären Judenstaat am San getrieben wurden.142

6.3.) Der Madagaskar-Plan

„ Der mögliche Ort eines „Judenreservats“ ... verschob sich 1940 von Polen nach Madagaskar; Dannecker (ein Mitarbeiter Eichmanns) und Eichmann waren an der Ausarbeitung der Pläne maßgeblich beteiligt.“143 Im Verlauf des 2. Weltkriegs „... gerieten mit der Eroberung immer neuer Länder immer mehr Juden unter deutsche Herrschaft... Nach dem Krieg gegen Frankreich waren es (Juden) in den von Deutschen besetzten Ländern Europas bereits vier Millionen, im Spätherbst 1940 notierte Eichmann unter dem Stichwort „Endlösung der Judenfrage“ 5,8 Millionen, die aus dem „Lebensraum des deutschen Volkes“ ausgesiedelt werden sollten.“144 Hilde Kammer und Elisabet Bartsch datieren den Ursprung des „Madagaskarplans“ bereits auf den Sommer 1938 und die Aufgabe des Madagaskarplans auf 1942.145 Diese zwei Daten erscheinen insofern zweifelhaft, da Deutschland 1938 noch nicht im Krieg war und daher Madagaskar eine reine Utopie gewesen sein dürfte ( eine weitere Utopie wie die „Weltherrschaft“), und da der Befehl der „physischen Vernichtung der Juden“ bereits im August 1941, kurz nach dem Überfall auf die Sowjetunion, erlassen wurde.146 147 Wozu hätte nach diesem Befehl noch Madagaskar dienen können? Eichmann datiert die Aufnahme des Madagaskarplans etwa zeitgleich mit dem Frankreichfeldzug: „ Die Auswanderung sank durch den Krieg praktisch auf den Nullpunkt Auch Theresienstadt war keine Lösung, und der Versuch Nisko am San war gescheitert. Jetzt war der Frankreichfeldzug am Rollen, und er gab mir neue Hoffnung auf eine mindestens vorläufige Lösung.“148: Madagaskar. Friedemann Bedürftig datiert den Madagaskarplan nach dem Ende des Frankreichfeldzuges, um die jüdischen Bewohner des deutschen Machtbereiches auf die französische Insel Madagaskar „auszusiedeln“. Aufgrund der weiteren britischen Seehoheit wäre die Deportation auf die afrikanische Ghettoinsel jedoch nicht realisierbar gewesen. Hinzu kam noch der fehlgeschlagene Russlandfeldzug, der diese Illusion zunichte machte.149 Ebenfalls auf 1940 ist der Madagaskarplan bei Snyder datiert.150

Aly datiert das „Projekt der insularen Lösung Madagaskar“ auf Ende Mai 1940, noch vor der Kapitulation Frankreichs. Einige der Mitarbeiter Eichmanns hätten sich bereits zu Tropenkursen gemeldet gehabt und gegen Malaria impfen lassen.151

Bezüglich der Einstellung des Madagaskarplans sagte Eichmann aus: „ Als dann endlich dieser Plan völlig klar schien und keine Zentralinstanz irgendwelche Wünsche mehr hatte, da war es zu spät. Die deutschen Truppen waren zwar längst in Paris, aber in Madagaskar hatten wir nichts zu suchen Der Traum war zu Ende. Das muß 1940 gewesen sein.“152 Eichmann sagte, dass rund 4 Millionen Juden nach Madagaskar „umgesiedelt“ werden sollten. Auf die Frage von Less hin, ob ihm ein Gutachten über Madagaskar anno 1937 bekannt gewesen sei, verneint Eichamnn heftigst die Frage. Dem Gutachten zufolge wäre Madagaskar lediglich für 15.000 europäische Familien „geeignet“ gewesen, keinesfalls also für 4 Millionen Menschen.153 Der von Eichmann weiterentwickelte Madagaskar-Plan (Eichmann hatte die Idee „nur“ aufgegriffen gehabt, die „Idee“ tauchte schon in den 20er Jahren auf154 ) kann somit ebenfalls als „ Vernichtungsplan“ betrachtet werden. Im Oktober 1940 veranlasste Eichmann die Deportation von ca. 6.500 Juden aus Baden und der Pfalz in das unbesetzte Südfrankreich. Es lässt sich die Vermutung anstellen, dass diese Deportation im Zusammenhang mit dem Madagaskar-Plan gestanden haben könnte. Hans Mommsen interpretierte Arendt bezüglich des Nisko- und des Madagaskarplans so, dass er schrieb: „ Sie (Arendt) folgerte daraus, daß die territorialen Zwischenlösungen... auf eine physische Vernichtung des Judentums hinausliefen...“155. „Zwar kennzeichnete das völkermörderische Prinzip der „natürlichen Dezimierung durch Umsiedlung“... den Madagaskarplan, doch war es dabei nicht um die vollständige Ausrottung der Deportierten gegangen.“, beschreibt Aly den Madagaskar-Plan, der an der Überlegenheit der britischen Mittelmeerflotte gescheitert sei.156

6.4.)Die Hascher Eichamnns

Mit Kriegsbeginn hatte sich157 Eichmanns Arbeitsalltag verändert. Er saß weitestgehend im RSHA in Berlin. Von Zeit zu Zeit ließ er die Sprecher der jüdischen Einwohner in sein Berliner Büro kommen, um ihnen seine Befehle zu erteilen, vor allem die Frage der Zwangsauswanderung betreffend. Er hatte ein Netz von „Mitarbeitern“ in nahezu allen von den Deutschen besetzten Gebieten und in den Satellitenstaaten, wo sie als „Berater“ der Regierungen die Aufgabe hatten, die Durchführung der antijüdischen Politik voranzutreiben. Die bekanntesten seiner Mitarbeiter waren: Alois Brunner, Theodor Dannecker, Dieter Wisliceny und Rolf Günther ( Eichmanns Stellvertreter). Eichmann saß an der Schlüsselstelle: er koordinierte die antijüdische Politik. „ Trotz seines niederen Ranges - bis Kriegsende brachte er es nur zum SS-Obersturmbannführer- übte Eichmann einen beträchtlichen Einfluss auf das RSHA aus.“158 Eichmann und seine Paladine „verstanden sich als Pioniere einer systematischen Segregation...“159. Eichmann und sein Stab waren die „Judenreferenten. „Die Judenreferenten des SD koordinierten, prüften, veränderten, milderten oder befürworteten Ideen zur Verschärfung antisemitischer Politik aus anderen Behörden, damit „baldmöglichst in die Behandlung der Judenfrage bei den einzelnen Ministerien eine einheitliche Linie kommt“. Sie berichteten dem besorgten Wirtschaftsminister, wie gerade die verstärkte Diskriminierung zum Nachlassen des ausländischen Boykotts führe, weil sie die deutschen Juden - die sie insoweit als „Faustpfand“ betrachteten- zwinge, sich aus existenziellen Gründen „bei den verantwortlichen Juden in Amerika für eine Änderung des Kurses einzusetzen.““160 Für weiterführende Informationen über die Häscher Eichmanns sei auf Lozowick und Safrian verwiesen.

7.) Der Überfall auf die Sowjetunion

Im März 1941 war die endgültige Struktur des „Judenreferats“ im RSHA festgelegt worden. Von diesem Zeitpunkt an trug es auch engültig die Bezeichnung “IV B 4“, mit dessen Leitung Eichmann betraut wurde. Im Hinblick auf die noch zuvorstehende „Endlösung der Judenfrage“ wertet Mulisch: „ Es war ein gerissener Zug Heydrichs, dieses gigantische Büro, das bald in ein eigenes Gebäude ziehen mußte, verwaltungsmäßig als unbedeutende Unterabteilung zu bezeichnen. Wer nahm an, daß eine solche Unterabteilung, IV B 4, die Vernichtung von Millionen leitete? Gleichzeitig schuf diese Verborgenheit für Eichmann die Möglichkeit, so gut wie anonym zu arbeiten. Es ist zum Beispiel möglich, daß nicht einmal Goebbels seinen Namen kannte. Sein Rang war aus demselben Grund nie höher als der eines Obersturmbannführers (Oberstleutnant), aber seine Macht war größer als die von Ministern, Reichskommisaren oder Wehrmachtsgenerälen.“161 Dies erscheint eine durchaus plausible Erklärung zu sein. Bezüglich der Göbbels-Tagebücher lässt sich sagen, dass Göbbels Eichmann nie erwähnte.162

„Mit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion im Sommer 1941 zählte Eichmann 11 Millionen Juden in ganz Europa, die er nunmehr für die „Endlösung“ in Betracht zog.“163 Im März 1941 waren die wiederaufgenommenen Deportationen in das „Generalgouvernement“ eingestellt worden164. Am 19. Juni hatte Hitler Frank zugesagt, „ die Juden in absehbarer Zeit aus dem Generalgouvernement ( zu entfernen)“.165, und dass das „Generalgouvernement“ dann nur noch als „Durchgangslager“166 dienen würde.

Am 22. Juni begann der Krieg gegen die Sowjetunion.

„Ende September 1941 genehmigte Hitler den Beginn der Judendeportationen aus dem deutschen Reichsgebiet. Organisiert werden sollten sie von Heydrichs „Judenexperten“ in Berlin, Adolf Eichmann, und den regionalen Diensstellen der Sicherheitspolizei in ganz Deutschland. Die einzigen Ausnahmen bildeten Wien und Prag, wo die Deportationen durch die - von Eichmann vor dem Krieg geschaffenen und mit handverlesenen eigenen Leuten besetzten- „Zentralstellen für jüdische Auswanderung“ abgewickelt werden sollten.“167 Bereits wenige Wochen nach Kriegsbeginn gegen die Sowjetunion wohnt Eichmann einer Massenexekution bei Minsk bei. Es kam aufgrund des sogennanten „Kommissarbefehls“ häufig zu Exekutionen.

Am 31. Juli 1941 beauftragte Göring Heydrich, „ eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa“ vorzubereiten.168 Zahlreiche Historiker datieren den Befehl zur „Endlösung“ für den Zeitraum kurz nach dem Überfall auf die Sowjetunion. Obwohl bis heute kein schriftlicher Beleg für den Mordbefehl Hitlers aufgefunden wurde169, besteht kein Zweifel für die Annahme, dass Hitler diesen Befehl erteilt hat- selbst wenn Irving dies verleugnet. Nur Hitler konnte diesen Befehl erteilen. Hitlerbiograph Ian Kershaw schreibt: „Art und Form des „Führerbefehls“ lassen sich allerdings nicht mehr feststellen. Ebensowenig läßt sich die Frage beantworten, ob es sich dabei um eigene Initiative Hitlers handelte oder ob der „Führer“ sich nur mit einem Vorschlag von Heydrich oder Hommler einverstanden erklärt hatte, der seinerseits wohl höchstwahrscheinlich auf einzelne Mordkommandoführer zurückging.“170 Im August 1941171 besuchte Eichmann das Konzentrationslager Auschwitz, um dessen Lagerkommandantem Höss Einzelheiten über die geplante „Endlösung“ mitzuteilen: Zyklon B, da die „Einsatzgruppen“ es als unmöglich betrachtet hätten, die „Judenfrage durch Massenexekutionen zu lösen“.172

Zwischen dem 2. und 5. September 1941 wurden in Auschwitz erste Versuche mit Zyklon B an sowjetischen Kriegsgefangenen durchgeführt.173

Im Oktober 1941 erließ Himmler ein Verbot zur Auswanderung der Juden. Nun begannen die Deportationen von Juden aus Deutschland in den Osten. Auschwitz war „für den bevorstehenden Massenmord gewappnet“. (Eine Quelle über das Auswanderungsverbot für Juden ist im Handout zum Referat enthalten.) Durch den Krieg gegen die Sowjetunion „... entstand eine Situation, die in der Sprache der Täter „einmalige Gelegenheit“ gennant wurde.“174

Im November 1941 wurde Eichmann letztmalig befördert. Er war von diesem Moment an SS-Obersturmbannführer. Eichmann nahm im gleichen Zeitraum an mehreren „Diskussionen“ bezüglich der „Endlösung“ teil. Heydrich beauftragte Eichmann, der für den Transport der europäischen Juden zu den Vernichtungslagern verantwortlich war, die „Wannseekonferenz“ vorzubereiten, bei der in Anwesenheit aller mit der „Endlösung“ befaßten Regierungsstellen die „Aktionen“ des Massenmordprogramms skizziert werden sollten. Eichmann verschickte die Einladungen, entwarf Heydrichs Rede und führte Protokoll. Die Tatsache, dass die „Endlösung“ kommen würde, schien jedoch schon im Mai 1941 festzustehen.175

[...]


1 Jaspers, Karl, Vom Ursprung und Ziel der Geschichte, München/Zürich 1949. in: Rees, Laurence, Die Nazis, München 1997, S. 11.

2 Taz, 16.3.2000

3 Taz, 12.4.2000

4 Menasse, Eva, Der Holocaust vor Gericht.Der Prozess um David Irving, 2000.

5 Kershaw, Ian, Hitler.1889-1936 Stuttgart 1998, S. 665-666.

6 Ian Kershaw in: Der große Diktator gehört der Welt, Der Tagesspiegel, 23.9.2000, S. 32.

7 Nach Max Weber, in. Kershaw, Ian, Hitler 1889-1936, Stuttgart 1998, S. 9.

8 Kershaw, Ian, ebenda, S. 178.

9 Saul Friedländer in einem Intervie mit Irmtrud Wojak, München 11.9.1998. Internet

10 Kempner, Robert, Eichmann und Komplizen, Zürich 1961, S.20.

11 Im Sommer 1999 veröffentlichte Die Welt zahlreiche Artikel zu dem Thema,die u.a. im Internet unter www.fpp.co.uk/Auschwitz/DieWelt0899/serial.html. veröffetnlicht sind

12 Kershaw, Ian, Hitler 1889-1939, Stuttgart 1998, S. 680-681.

13 Arning, Matthias, Nichts ist ungeheurer als der Mensch, in:Frankfurter Rundschau, 10.3.2000

14 Eichmann, Adolf, Götzen, Haifa 1961, S.5 in der ausgedruckten Version; Download möglich u.a. bei www.nizkor.org/ftp.cgi/people/e/eichmann

15 von Lang, Jochen, Das Eichmann-Protokoll, Berlin 1982, S. 10.

16 Malkin, Peter, Ich jagte Eichmann, Zürich 1994, S. 27.

17 Malkin, Peter, ebenda, S.27.

18 Multimedia CD, Hitlers Helfer-Täter und Vollstrecker: Eichmann Herkunft und Eintritt in die SS, München 1998, S.1

19 von Lang, Jochen, ebenda, Anmerkung des Chronisten, S. 15.

20 Malkin, Peter, ebenda, S. 28.

21 Mulisch, Harry, Strafsache 40/61, Berlin 1996, S. 23.

22 Eichmann, Adolf, Götzen, Haifa 1961, S. 5 in der ausgedruckten Version.

23 Multimedia CD, ebenda, S.1.

24 Multimedia CD, Eichmann, Adolf, S.1, München 1998.

25 Eichmann, Adolf, Götzen, Haifa 1961, S. 7.

26 Mulisch, Harry, ebenda, S.23, S.26.

27 Mulisch, Harry, ebenda, S. 26.

28 Eichmann, Adolf, ebenda, S. 8.

29 Malkin, Peter, ebenda, S.29.

30 von Lang, Jochen, ebenda, S. 15.

31 Von Lang, Jochen, ebenda, S. 15.

32 Safrian, Hans, Eichmann und seine Gehilfen, Frankfurt a.M. 1995, S. 49.

33 Multimedia CD, ebenda, Eichmanns Herkunft und Eintritt in die SS, München 1998, S.1.

34 Multimedia CD, ebenda, S.1.

35 Multimedia CD, ebenda, S.1.

36 der Chronist im Eichmann-Protokoll datiert das Parteiverbot auf den 19.6.1933, von Lang, Jochen, ebenda, S. 19.

37 Malkin, Peter, ebenda, S. 29.

38 Eichmann, Adolf, ebenda, S. 8.

39 Deschner, Günther, Reinhard Heydrich. Statthalter der totalen Macht, München 1980, S. 92.

40 Multimedia CD, Studium des Gegners-Eichmann im SD, München 1998, S. 1.

41 Mulisch, Harry, ebenda, S. 27.

42 Lozowick, Yaacov, Hitlers Bürokraten, Zürich 2000, S. 34.

43 Lozowick, Yaacov, ebenda, S. 35.

44 Malkin, Peter, ebenda, S. 29.

45 Multimedia CD, ebenda, S. 1

46 Multimedia CD, ebenda, S. 1.

47 Lozowick, Yaacov, Hitlers Bürokraten. Eichmann, seine willigen Vollstrecker und die Banalität des Bösen, Zürich 2000, S. 27.

48 Saul Friedländer in einem Interview mit Irmtrud Wojak, München, 11.9.1998. Internet

49 Mulisch, Harry, ebenda, S. 28.

50 Multimedia CD, Studium des Gegners-Eichmann im SD, München 1998, S.1.

51 Malkin, Peter, ebenda, S. 30.

52 Höhne, Heinz, Der Orden unter dem Totenkopf, Augsburg 1996, S.13-14.

53 Mulisch, Harry, ebenda, S. 30.

54 Höhne, Heinz, ebenda, S. 310.

55 Höhne, Heinz, ebenda, S. 310.

56 Safrian, Hans, ebenda, S. 28.

57 Safrian, hans, ebenda , S. 28.

58 Safrian, Hans, ebenda, S. 28.

59 Lozowick, Yaacov, ebenda, S. 45.

60 Lozowick, Yaacov, ebenda, S. 49.

61 Lozowick, Yaacov, ebenda, S. 53.

62 Kershaw, Ian, Hitlers Macht. Das Profil der NS-Herrschaft, Nördlingen 1992, S. 193.

63 Kershaw, Ian, ebenda, S. 19.

64 Breitman, Richard, Heinrich Himmler. Der Architekt der „Endlösung“, Zürich2000, S.72.

65 Friedländer, Saul in einem Interview mit Irmtrud Wojak,München 11.9.1998. Internet

66 MultimediaCD, ebenda, Verfolgungösterreichischer Juden beginnt, S. 1.

67 Lozowick, Yaacov, ebenda, S. 54.

68 Safrian, Hans, ebenda, S. 36.

69 MultimediaCd, ebenda, Das „Wiener Modell“ der Judenvertreibung, S. 1.

70 Safrian, Hans, ebenda, S. 40.

71 Eichmann, Adolf, ebenda, S. 4.

72 Rees, Laurence, Die Nazis, München/Zürich 1997, S. 202.

73 MultimediaCD, ebenda, Das „Wiener Modell“ der Judenvertreibung, S. 1.

74 Multimedia CD, ebenda, Eichmann über die Arbeit der „Zentralstelle“, S. 1., vermutlich dem Eichmann-Protokoll entnommen.

75 Aly, Götz, „Judenumsiedlung“, in: Herbert, Ulrich(Hrsg.), Nationalsozialistische Vernichtungspolitik 1939-1945, Frankfurt a.M. 1998, S. 68.

76 Safrian, Hans, ebenda, S. 38.

77 Lozowick, Yaacov, ebenda, S. 54.

78 Multimedia CD, ebenda, Das „Wiener Modell“ der Judenvertreibung, S. 1. auch Lozowick bestätigt die Zahl von 50.000 Juden ( S.54.)

79 Rees, Laurence, Die Nazis, München/Zürich 1997, S.132.

80 MultimediaCD, ebenda, Verfolgungösterreichischer Juden beginnt, S.1.

81 Safrian, Hans, ebenda, S. 37.

82 Kershaw, Ian, Der NS-Staat, Hamburg 1999, S.176.

83 Safrian, Hans, ebenda, S. 38.

84 Höhne, Heinz, ebenda, S. 308.

85 Höhne, Heinz, ebenda, S. 307

86 MultimediaCD, ebenda, Das „Wiener Modell“ der Judenvertreibung, S.1.

87 Safrian, Hans, ebenda, S. 34-35.

88 Safrian, Hans, ebenda, S. 35-36.

89 Lozowick, Yaacov, ebenda, S. 56.

90 Deschner, Günther, ebenda, S. 157.

91 Safrian, hans, ebenda, S. 40.

92 Safrian, Hans, ebenda, S. 41.

93 Safrian, Hans, ebenda, S. 43

94 Kershaw, Ian, Hitlers Macht, Nördlingen 1992, S. 194.

95 Rees, Laurence, ebenda, S. 132.

96 Safrian, Hans, ebenda, S. 39.

97 Nach: Safrian, Hans, ebenda, S.36

98 Safrian, Hans, ebenda, S. 41-42.

99 Hrsg. Less, Avner, Der Staat Israel gegen Adolf Eichmann, Frankfurt a.M.1987, S. 92.

100 http://archiv.berliner-morgenpost.de/bm/archiv2000/000404/blickpunkt/story48710.html

101 Breitman, Richard, ebenda, S. 75-76.

102 Breitman, Richard, ebenda, S. 76.

103 Bedürftig, Friedemann, Lexikon III. Reich, Hamburg 1994, S.390.

104 Rees, Laurence, ebenda, S. 137.

105 Safrian, Hans, ebenda, S. 47.

106 Safrian, Hans, ebenda, S, 47.

107 Kershaw, Ian, Hitlers Macht, ebenda, S.195

108 Wippermann, Wolfgang, Lesung: Hitlers „Mein Kampf“ und die Reaktionen seiner Zeitgenossen, 5.10.2000, Berlin, Urania.

109 Rees, Laurence, ebenda, S. 138.

110 Von Lang, Jochen, ebenda, S. 54.

111 Brunner, einer der Häscher Eichmanns lebt heute weitesgehend unbehelligt in Syrien.

112 Von Lang, Jochen, ebenda, S. 55,

113 Safrian, Hans, ebenda, S. 73.

114 Less, Avner, ebenda, S. 96.

115 Safrian, Hans, ebenda, S,73.

116 von Lang, ebenda, S. 56.

117 von Lang, ebenda, S. 56

118 Janßen, Karl-Heinz, „Vorwärts mit Gott für Deutschland!“, in: Zeit-Punkte, Gehorsam bis zum Mord?, Hamburg 1995, S. 7.

119 Hrsg. Reuth, Ralf, Joseph Goebbels Tagebücher, Band 3: 1935-1939, München 1999, S. 1323, Anmerkung zum 1.September 1939.---Goebbels erwähnt Eichmann kein einziges Mal!!

120 Höhne, Heinz, ebenda, S. 321-

121 Aly, Götz, „Judenumsiedlung“, in: Herbert, Ulrich (Hrsg.), Nationalsozialistische Vernichtungspolitik 1939- 1945, Frankfurt a.M. 1998, S. 77.

122 Multimedia CD, ebenda, Die ersten Deportationen, S.1.

123 von Lang, ebenda, S. 56.

124 von Lang, ebenda, S. 57.

125 Höhne, Heinz, ebenda, S. 322.

126 Aly, Götz, Vordenker der Vernichtung, Frankfurt a.M., 1993, S. 496.

127 Safrian, Hans, ebenda, S. 77.

128 Höhne, Heinz, ebenda, S. 322.

129 von Lang, ebenda, S. 57.

130 Safrian, Hans, ebenda, S. 78.

131 Safrian, Hans, ebenda, S. 79.

132 Safrian, Hans, ebenda, S. 80.

133 Höhne, Heinz, ebenda, S. 323.

134 Lebert, Stephan, Denn Du trägst meinen Namen. Das schwere Erbe der prominenten Nazi-Kinder, München 2000, S. 115.

135 Kammer, Hilde, Lexikon Nationalsozialismus, Hamburg 1999, S. 152.

136 Safrian, Hans, ebenda, S. 91.

137 Safrian, Hans, ebenda, S. 88.

138 Safrian, Hans, ebenda, S. 80.

139 Höhne, Heinz, ebenda, S. 323.

140 Safrian, Hans, Die Welt online, 23.8.99.

141 Safrian, Hans, Eichmann und seine Gehilfen, ebenda, S. 74-75: Müller hatte die Zusammenstellung eines „Judentransportes“ befohlen, Eichmann veranlasste zwei „Transporte“.

142 Deschner, Günther, ebenda, S. 169.

143 Safrian, Hans, ebenda, S. 81.

144 Aly, Götz, „Judenumsiedlung“, in: Herbert, Ulrich (Hrsg.), Nationalsozialistische Vernichtungspolitik 1939- 1945, Frankfurt a.M., 1998, S. 73.

145 Kammer, Hilde, ebenda, S. 152.

146 von Lang, ebenda, S. 69.

147 Rees, Laurence, ebenda, S. 15.

148 von Lang, Jochen, ebenda, S. 64.

149 Bedürftig, Friedemann, Lexikon III. Reich, Hamburg 1994, S. 249-250.

150 Snyder,Louis, Encyclopedia of the Third Reich, reprinted in Kent 1998, p. 219.

151 Aly, Götz, „Judenumsiedlung“, in: Herbert, Ulrich (Hrsg.), Nationalsozialistische Vernichtungspolitik 1939- 1945, Frankfurt a. M. 1998, S. 82.

152 von Lang, ebenda, S. 63-64.

153 von Lang, ebenda, S. 64.

154 Deschner, Günther, ebenda, S. 170.

155 Moomsen, Hans, Vorwort zu Arendt, Hannah, Eichmann in Jerusalem, München 1998, S. 13.

156 Aly, Götz,“Judenumsiedlung“ Überlegung zur politischen Vorgeschichte des Holocaust, S.92; in: Herbert, Ulrich (Hrsg.), Nationalsozialistische Vernichtungspolitik 1939-1945, Frankfurt am Main 1998.

157 Höhne, Heinz, ebenda, S. 18.

158 Williamson, Gordon, Die SS. Hitlers Instrument der Macht, Klagenfurt 1998, S. 227.

159 Götz, Aly, „Judenumsiedlung“, ebenda, S. 72.

160 Götz, Aly, ebenda, S. 72, das Zitat bezieht sich auf die Zeit vor dem Krieg.

161 Mulisch, Harry, Strafsache 40/61, München 1994, S. 66.

162 Reuth, Ralf Georg (Hrsg.), Joseph Goebbels Tagebücher 1924-1945, München 1999, im abschliessendem Namensregister ist der Name „Eichmann“ nicht aufgeführt.

163 Aly, Götz, ebenda, S.74.

164 Aly, Götz, ebenda, S. 503.

165 Aly, Götz, ebenda, S. 505.

166 Aly, Götz, ebenda, S. 505.

167 Browning, Christopher, Ganz normale Männer, Hamburg 1999, S. 47.

168 Götz, Aly, ebenda, S. 507.

169 Sotscheck, Ralf, taz 16.03.200

170 Kershaw, Ian, Der NS-Staat. Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick, Reinbek 1994, S. 186.

171 Götz, Aly, ebenda, S. 507

172 Götz, Aly, ebenda, S. 508.

173 Götz, Aly, ebenda, S. 508.

174 Götz, Aly, „Judenumsiedlung“, ebenda, S. 74.

175 Kershaw, Ian, Der NS-Staat, ebenda, S. 186. und Aly, Götz, ebenda, S. 505.

26 von 26 Seiten

Details

Titel
Eichmann, Adolf bis 1942
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
HS
Jahr
2001
Seiten
26
Katalognummer
V99265
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eichmann, Adolf
Arbeit zitieren
Anonym, 2001, Eichmann, Adolf bis 1942, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99265

Kommentare

  • Gast am 1.2.2003

    Organigramme.

    Kentucky, den 1.Februar 2003

    Sehr geehrter Herr N.!

    Sie haben geschrieben:
    Im Oktober 1939 wurde Eichmann in das Amt IV des RSHA berufen und erhielt zunächst das Referat IV D 4 (Auswanderung und Räumung), wechselte dann zu IV B 4 (Judenangelegenheiten und Räumungsangelegenheiten).120 (Organigramme sind im Anhang an die Hausarbeit)

    Ich kann die Organigramme nirgendwo finden. Können Sie mir helfen und zeigen mich genau, wo ich es finden kann? Danke schön.

    Ihr ergebener

    Gordon Staab
    416 Hickory Hill Lane
    Benton, Kentucky 42025
    USA

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Titel: Eichmann, Adolf  bis 1942


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