Grundlagen der betrieblichen Wertschöpfung. Logistik, Materialwirtschaft, Global Sourcing und Leistungstypen der Produktion


Hausarbeit, 2019

28 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Materialwirtschaft und Logistik
1.1 Ziele der Materialwirtschaft und Logistik
1.2 Zielkonflikte durch Materialwirtschaft
1.3 Ansätze zur Lösung
1.4 Die ABC-Analyse
1.5 Bestellzeitpunktverfahren

2 Global Sourcing
2.1 Ziele von Global Sourcing
2.2 Umsetzung der Global SourcingStrategie 11
2.3 Vorgehensweise der Global SourcingStrategie in derAutomobilbranche

3 Leistungstypen der Produktion
3.1 Einzelfertigung
3.2 Massenfertigung
3.3 Serienfertigung
3.4 Sortenfertigung
3.5 Chargenfertigung

4 Toyota Produktionssystem
4.1 Just-in-Time
4.2 Jidoka
4.3 Kaizen
4.4 Die Bedeutung des TPS

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wertgrenzen bei der ABC-Analyse

Abbildung 2: Fragen zur Entwicklung einer Global Sourcing-Strategie

Abbildung 3: Normstrategien im Global Sourcing Portfolio

Abbildung 4: Das Toyota Produktionssystem

1. Materialwirtschaft und Logistik

Zunächst stellt sich die Frage was unter den Begriffen der Materialwirtschaft und der Logistik zu verstehen ist.

In vielen Unternehmen findet man die klassische Materialwirtschaft. Die Materialwirtschaft umfasst die Gesamtheit aller material- und informationsbezogenen Funktionen, ergänzt um die Aufgaben der Planung und Steuerung, die sich - beginnend mit den marktorientierten Aufgaben des Einkaufs - über die unterschiedlichen Fertigungsstufen bis zur Warenverteilung der Fertigwaren an die Kunden und deren Entsorgung erstrecken.1

Die Logistik hingegen umfasst alle planerischen, ausführenden, steuernden und regelnden Maßnahmen und Instrumente, um einen zieloptimalen Material-, Wert- und Informationsfluss im Rahmen der betrieblichen Leistungserstellung zu ermöglichen. Dieser Transformationsprozess erstreckt sich von der Beschaffung von Produktionsfaktoren über die Produktion und Verarbeitung bis hin zur Verteilung im Rahmen der Distribution. Damit ist die Logistik ein Teilsystem der integrierten Materialwirtschaft, die sich in den o. g. Funktionsbereichen als selbstständiger Aufgabenbereich innerhalb der Materialwirtschaft etabliert hat.2

1.1 Ziele der Materialwirtschaft und Logistik

Von Unternehmen zu Unternehmen können die Ziele der Marktwirtschaft und Logistik verschieden sein. Sie werden von den obersten Zielen der Unternehmensführung abgeleitet. Grundsätzlich kann man aber festhalten, dass meist die unten aufgeführten Ziele verfolgt werden.

Ein wichtiges Ziel in der Materialwirtschaft ist zunächst die Kostenminimierung und die Erhöhung des Gewinns.3

Dies möchte man durch möglichst günstige Einstandspreise und geringe Beschaffungskosten, deren Aushandlung auch ein Unterziel darstellt, sowie der Identifizierung von Kosten- oder Bestandssenkungspotenzialen erreichen.

Um möglichst keinen Leerlauf zu haben, ist die Optimierung der Kapazitätsauslastung ein wichtiges Ziel. Dazu gehört, dass das richtige Material in der richtigen Menge und der richtigen Qualität zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt werden kann.

Ein weiteres Ziel ist auch die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch die Vergabe der Fertigung an fremde Unternehmen im In- und Ausland. Eine solche verlängerte Werkbank und auch die Verringerung der Fertigungstiefe kann die Marktmacht eines Unternehmens deutlich stärken.

Auch Sicherheit ist den Unternehmen wichtig und ein gewichtiges Ziel in Form der Sicherung von Beschaffungsmärkten, die durch eine konstante Kontaktaufnahme, einen partnerschaftlichen Informationsaustausch von Lieferant und Abnehmer, sowie ein ausreichendes Auftragsvolumen versucht wird zu erreichen. Auch die Sicherung von Qualität und ein wichtiger Bestandteil.4

1.2Zielkonflikte durch Materialwirtschaft

Zahlreiche Zielkonflikte entstehen durch den breit gefächerten Aufgabenbereich der Materialwirtschaft und der daraus resultierenden großen Menge an Schnittstellen innerhalb des Unternehmens.5

Wenn ein Unternehmen z.B. denjährlichen Lagerbestand mit nur einer einzigen Lieferung decken möchte um zu sichern das die Produktion dauerhaft Teile zur Verfügung hat, so entstehen verschiedene Zielkonflikte.

Die Vorteile wären:

- Die Produktion wäre optimal versorgt
- Der Einkauf würde durch die einmalige Lieferung Kosten sparen und würde evtl. Mengenrabatte bekommen
- Der Vertrieb könnte eine hohe Lieferbereitschaft anbieten und aufgrund der Schonung von Ressourcen durch eine geringe Anzahl von Lieferungen mit Umweltbewusstsein werben

Die Nachteile wären:

- Die Menge an Materialien würden einen immensen Platz in Anspruch nehmen und so vielleicht eine Erweiterung des Lagers erfordern, oder den Platz für andere Materialien einschränken, deren fehlen dann wiederum für Konflikte sorgen könnte
- Da die Mengen an Materialien kommissioniert werden müssten, würde das Lager deutlich mehr Kosten tragen müssen
- Für die große Bestellmenge benötigt man auch eine große Menge gebundenes Kapital, dass dem Unternehmen in anderen Bereichen die Liquidität nehmen könnte.
- Eine mangelnde Auftragslage oder Absatzprobleme könnten bedeuten, dass die Materialien an Wert verlieren bzw. keinen Umsatz generieren6

1.3Ansätze zur Lösung

Die vorrausgegangenen Ausführungen verdeutlichen, die Menge an möglichen Konfliktstellen der Materialwirtschaft mit verschiedenen Bereichen im Unternehmen. Es gibt verschiedene Verfahren und Ansätze um diese Konflikte möglichst zu Vermeiden und möglichst alle Bereiche eines Unternehmens optimal zu bedienen.

1.4 Die ABC-Analyse

Die ABC-Analyse gilt als einfaches aber dennoch wichtiges Hilfsverfahren um komplizierte Sachverhalte und Problemstrukturen vereinfacht darzustellen und so zwischen wichtigen und weniger wichtigen Sachverhalten zu unterscheiden und somit die Aufmerksamkeit und die Aktivitäten auf die Bereiche mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung zu lenken. Die vorhandenen Probleme werden hier in eine A-, B- oder C-Klasse eingeteilt. Diese Analyse soll helfen Transparenz und Vergleichsmaßstäbe zu schaffen, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen, Ansatzpunkte für Verbesserungen zu identifizieren, Rationalisierungsschwerpunkte zu setzen, Materialwirtschaftliche Entscheidungen zu fundamentieren und die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Die ABC-Analyse ist am häufigsten bei der Beschaffung von Gütern und in der Lagerwirtschaft zu finden.6 7

Sie stellt einen Zusammenhang zwischen dem Wert und der Art des Materials her. Zur Einordnung in die Klassen werden den Kategorien Wert- und Artgrenzen zugeordnet. Diese sehen wir folgt aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wertgrenzen bei der ABC-Analyse8

In die A-Kategorie werden umsatzstarke und/oder hochwertige Materialien eingeordnet. Diese sind sehr wichtig für das Unternehmen. Sie sollen sorgfältig, bevorzugt und intensiv behandelt werden.

In die B-Kategorie werden mittelwertige Materialien mit mittelwertigem Umsatz eingeteilt. Mit diesen Materialien wir in der Disposition und im Einkauf bezüglich der Anfrageintensität oder der Höhe der Sicherheitsbestände vergleichsweise differenziert vorgegangen.

In die C-Kategorie werden unbedeutende oder umsatzschwache Materialien eingeordnet.

Zur Durchführung der ABC-Analyse werden zunächst alle verfügbaren Daten der Materialien ermittelt und sortiert.

Die einzelnen Werte die sich daraus ergeben werden ermittelt und anschließend absteigend sortiert. Es folgt die Einordnung in die oben vorgestellten Klassen und es wird eine Tabelle mit den Prozentanteilen A, B und C erstellt. Das Ergebnis kann anschließend in einer Lorenzkurve dargestellt werden.9

1.5 Bestellzeitpunktverfahren

Die Verwendung des Bestellzeitpunktverfahrens ist ein möglicher Ansatz. Es wird zunächst im Lager ein Mindestbestand festgelegt, der dauernd vorhanden sein muss, damit gewährleistet ist, dass der Betrieb auch im Falle einer verspäteten Lieferung oder unerwarteten Mehrverbrauchs störungsfrei produzieren kann.

Der Höchstbestand ist ein weiterer festzulegender Bestand. Es ist der Lagerbestand, der beim Eintreffen einer Lieferung erreicht wird und nicht überschritten werden sollte.

Als drittes wird der Meldebestand festgelegt. Der Meldebestand ist die Warenmenge, die die Bestellung auslöst, d.h. wenn ein bestimmter Lagerbestand erreicht wird, erhält der Einkauf ein Bedarfsmeldung: Nun muss bestellt werden!

Er ist abhängig von Lieferzeit und geplantem Umsatz und muss so bemessen sein, dass beim Eintreffen einer Lieferung der Mindestbestand gerade erreicht, aber noch nicht angegriffen worden ist. Dieser wird aus dem oben erwähnten Mindestbestand errechnet und mit dem Ergebnis aus der Multiplikation von Tagesabsatz und Lieferzeit zusammengezählt.

So ermöglicht das Bestellzeitpunktverfahren, dass die benötigten Waren zur Verfügung stehen, wenn sie gebraucht werden und immer dann geliefert werden wenn sie zu Ende gehen. Außerdem lassen sich die genannten Bestände kontinuierlich der aktuellen Situation des Unternehmens anpassen.8

Aufgabe A 2

2 Global Sourcing

Global Sourcing ist ein Begriff aus der Wirtschaft und beschreibt den weltweiten Bezug von Arbeit, Energie, Rohstoffen, Ausgangsmaterialien und Vorprodukten nach Gunst des Angebots. Hauptsächlich multinationale Unternehmen haben sich so strategisch auf internationale Beschaffungsmärkte ausgerichtet. Unter einer multinationalen Unternehmung (z. B. Siemens AG) versteht man Unternehmen, die direkt in mindestens einem fremden Land produzieren oder investieren. Von einem Unternehmen aus werden also transnational juristisch selbstständige Unternehmen beherrscht. In der Vergangenheit wurden multinationale Unternehmen häufig wegen ihrer wirtschaftlichen Macht und ihres politischen Einflusses kritisiert.9

2.1 Ziele von Global Sourcing

Nun stellt sich die Frage welche Gründe und Motive Unternehmen haben, bzw. welche Ziele sie mit der weltweiten Beschaffungsstrategie verfolgen.

Ein Ziel des Global Sourcing ist es, Beschaffungsquellen zu finden, die die bessere Qualität an Waren zu geringeren Kosten anbieten, als die Anbieter auf dem inländischen Markt.

Daraus folgen auch eine geringere Verhandlungsmacht der Lieferanten und somit aufgrund einer größeren Auswahl an Bezugsquellen, eine Verringerung derAbhängigkeit zu bestehenden Lieferanten.10

Flexibilität ist auch ein mögliches Ziel. So können Lieferausfälle in einem bestimmten Land durch die Auswahl verschiedener Lieferanten in verschiedenen Ländern vermieden werden.11

Ein weiteres Ziel ist die langfristige Sicherstellung der Verfügbarkeit der Beschaffungsgegenstände, die auf den nationalen Märkten ausgenutzt, und nur noch auf den weltweiten Märkten erworben werden können.

Eine mögliche Nebenwirkung bzw. eine gewollte Auswirkung des Global Sourcing ist eventuell die Erfüllung von Local Content-Forderungen bestimmter Kunden, die so hinzugewonnen werden können.12 13

2.2Umsetzung derGlobal Sourcing-Strategie

Um in einem Unternehmen eine Global Sourcing-Strategie umzusetzen, ist es laut Wildemann erst einmal nötig, sich die in der unten aufgeführten Abbildung dargestellten Fragen zu stellen. Diese Fragen liefern dann die Informationsbasis, aus der sich dann eine Strategie entwickeln kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Fragen zur Entwicklung einer Global Sourcing-Strategie

Anschließend empfiehlt Wildemann die Anfertigung eines Beschaffungsgüter-, bzw. Beschaffungsquellen-Portfolio.

Dies soll die Eignung der benötigten Beschaffungsobjekte, im Hinblick auf die durch Global Sourcing beeinflussbaren Beschaffungsobjektkosten, sowie auf das Versorgungsrisiko was man dadurch vielleicht in Kauf nehmen muss, bewerten.

Die zu untersuchenden Faktoren für die Beschaffungsobjektkosten, sind neben den zu zahlenden Lohnkosten auch bestehende Fertigungskosten, Energiekosten, Kosten für Rohstoffe, sowie Transport- und Verpackungskosten. Mögliche Faktoren für die Bewertung des Versorgungsrisikos, sind z.B. bestehende Schutzrechte, Zeiten zur Wiederbeschaffung oder die logistische Komplexität.16

Im Beschaffungsgüterportfolio werden die Objekte bzw. Materialien in vier Bereiche getrennt. Sie werden in Unattraktives Material, Risikomaterial, Standardmaterial und Hebelmaterial eingestuft. Das Hebelmaterial ist das am besten für Global Sourcing geeignete Material. Die anderen Materialklassen sind zwar auch geeignet, bringen aber verschiedene Hemmnisse oder Nachteile mit sich.

Im Beschaffungsquellenportfolio werden die Global Sourcing Potentiale und das Risiko der Beschaffungsquellen unter der Betrachtung verschiedener Beschaffungssituationen, wie z.B. Steuern und Zölle oder die Logistikkosten einer bestimmten Quelle gegenübergestellt.

Die bestehenden Risiken der Märkte werden ebenfalls mit diversen Faktoren analysiert.

Wie beim Beschaffungsgüterportfolio werden auch die Märkte in vier Bereiche eingeteilt: den Unattraktiven Markt, den Risikomarkt, den Standartmarkt und den Hebelmarkt. Die Hebelmärkte sind für eine Global Sourcing-Strategie besonders interessant. Die anderen Märkte weisen zwar durchaus Potential auf, aber auch bestimmte Hemmnisse und Nachteile die es begrenzen.

Um eine Aussage über die Eignung des Materials für Global Sourcing treffen zu können ist es wichtig, dass für jede Materialgruppe diese Portfolios angefertigt werden.

[...]


1 Vgl. R. Fieten, 1986, S. 36

2 Vgl. H. Hartmann, 1993, S. 23

3 Vgl. H. Hartmann, 1993, S. 23

4 Vgl. Prof. Dr. D. Kluck, 2014, S. 16

5 Vgl. Prof. Dr. D. Kluck, 2014, S. 18

6 Vgl. Dr. J. Fleig, 2016, 10.05.2019, www.business-wissen.de

7 Eigene Darstellung in Anlehnung an Studienbrief Materialwirtschaft, 2019, S. 36

8 Vgl. A. Wende, 2019, 18.04.2019, www.wenn.de

9 Vgl. Mirko Ellrich, 2014, 18.04.2019, www.klett.de

10 Vgl. Mirko Ellrich, 2014, 18.04.2019, www.klett.de

11 Vgl. Prof. Dr. D. Kluck, 2014, S. 30

12 Vgl. H. Wildemann, 2016, S. 253-268

13 Eigene Darstellung in Anlehnung an Wildemann, 2006, S. 253-268

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Grundlagen der betrieblichen Wertschöpfung. Logistik, Materialwirtschaft, Global Sourcing und Leistungstypen der Produktion
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,3
Jahr
2019
Seiten
28
Katalognummer
V992694
ISBN (eBook)
9783346370587
ISBN (Buch)
9783346370594
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlagen, wertschöpfung, logistik, materialwirtschaft, global, sourcing, leistungstypen, produktion
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Grundlagen der betrieblichen Wertschöpfung. Logistik, Materialwirtschaft, Global Sourcing und Leistungstypen der Produktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992694

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