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Ästhetik des Bösen in "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist

Die Figuren des Dorfrichters Adam und des Schreibers Licht

Titel: Ästhetik des Bösen in "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist

Akademische Arbeit , 2013 , 23 Seiten , Note: 2.1

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie wird die Ästhetik des Bösen in dem Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist und präsentiert anhand der Figuren des Dorfrichters Adam und des Schreibers Licht? Damit die Frage behandelt werden kann, soll sich auf Kleists Darstellungsstil des Bösen stützen. Weiterhin soll mit Unterstützung von Kants Klassifizierung des Bösen z. B. „die Gebrechlichkeit“ und „Unlauterkeit“ in den Figuren untersucht werden. Dieser Punkt findet im dritten Kapitel Berücksichtigung.

Damit der Unterschied zwischen den drei Varianten des Bösen bei Kant verdeutlicht werden kann, wurde im vierten Kapitel eine Andeutung zur dritten Kategorie des Bösen nämlich “Internalisierte Bösartigkeit“ gemacht. Im fünften Kapitel soll das Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ ins Auge gefasst werden. Das Thema ist im Rahmen von dem Buch „Ästhetik des Bösen“ behandelt worden. Die Figuren „Der Dorfrichter Adam“ und „Der Schreiber Licht“ rücken nach einer Einführung in das Lustspiel in den Vordergrund. Im sechsten Kapitel soll dann die Teufelsfigur in den Fokus rücken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ÄSTHETIK DES BÖSEN BEI ALT

2.1 VERLAGERUNG DES BÖSEN IN DIE PSYCHOLOGISIERUNG

2.2 DAS BÖSE TRANSFERIERT INS INNERE DES MENSCHEN

2.3 VERÄNDERUNG IM 20. JAHRHUNDERT

3 KLEISTS DARSTELLUNGSSTIL DES BÖSEN

4 INTERNALISIERTE BÖSARTIGKEIT IN « DER FINDLING »

5 DER ZERBROCHNE KRUG BIETET EINE ÄSTHETIK DES BÖSEN

5.1 ADAM AUS VERSCHIEDENEN DIMENSIONEN

5.2 LICHT WAR NICHT NUR LICHT

6 HINWEISE ZUR TEUFELS-FIGUR

7 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ eine Ästhetik des Bösen präsentiert, indem sie insbesondere die Charaktere des Dorfrichters Adam und des Schreibers Licht analysiert und in den Kontext literaturwissenschaftlicher Theorien zum Bösen stellt.

  • Die literarische Darstellung des Bösen von der Aufklärung bis zur Moderne.
  • Die psychologische Dimension des Bösen bei Kleist.
  • Analyse der Figur des Dorfrichters Adam als Personifizierung moralischer Verfehlungen.
  • Der Schreiber Licht als ambivalente Kontrastfigur zu Adam.
  • Die Rolle der Teufels-Metaphorik im Kontext des Stücks.

Auszug aus dem Buch

2.1 Verlagerung des Bösen in die Psychologisierung

Hier bemerkt man, dass eine wichtige Entwicklungsstufe angefangen hat, nämlich: Die moderne Geschichte des Bösen ist eine Geschichte seiner Umsiedlung oder Verlagerung in die Psychologie, mit deren Hilfe die alten Regeln, mythischen Figuren und Topoi neu belegt worden sind. Obwohl man die Vielgestaltigkeit des Bösen im frühzeitlichen Drama bei Marlowe, Shakespeare, Racine und Lohenstein spürt, bleibt festzustellen, dass der Prozess der Kunstautonomie erst am Ende des 18. Jahrhunderts systematisch beginnt. Als Folge der Kunstautonomie entsteht eine neue Koppelung des Schönen an das Böse, die durch die geheime Attraktivität des Abgründigen dargestellt wird.

Im kulturellen Rahmen der Moderne unterscheiden sich Strukturen und Typen der literarischen Ausgestaltung des Bösen. Es wird aus zweierlei Hinsicht deutlich. Die Lösung der Kategorie des Bösen aus ihrer traditionellen metaphysischen – christlichen – Bindung bringt aus historischer Sicht Differenzierungen gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit sich. In systematischer Dimension ist eine Zusammenwirkung von literarischer Konstruktion und kultureller Bedeutung des Bösen passiert.

Nicht allein durch ethische, religiöse und juristische Denkformen ist die Kategorie des Bösen geformt, sondern über poetische Erfindungen im Kontext erzählerischer Ordnungen und Strukturmodelle. Es ist nennenswert, dass die programmatische Ästhetik des Bösen aus Formen und Gegenständen der Literatur geschlossen werden kann. Dies hat aber geschichtliche und konzeptionelle Gründe. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts sind Methoden erforderlich, um das Böse ästhetisch darstellen zu können. Nach der aufklärerischen Kritik des Aberglaubens wird die Satansgestalt aus dem Boden der Kunst weggetrieben und „verliert seinen privilegierten Status als Personifizierung von Sünde, Laster und Regelverletzung.“

Konzeptionell wird die Darstellung des Bösen umgestellt und von physischen Attributen getrennt und im inneren Menschen lokalisiert. Dadurch entsteht ein Gewinn von ästhetischen Darstellungstechniken für den Begriff des Bösen. Damit kann die Literatur – als eine Gattung der Kunst das Böse – nach der Vertreibung der Teufelsmythologie – in ein ästhetisches Objekt überführen und spüren lassen. Was bedeutet, dass die Literatur für die Konfiguration einer Ästhetik des Bösen wichtiger war als die anderen Kunstformen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Ästhetik des Bösen und Skizzierung der Forschungsfrage anhand von Kleists Werk.

2 ÄSTHETIK DES BÖSEN BEI ALT: Theoretische Einordnung der literarischen Darstellung des Bösen unter Berücksichtigung von Peter-André Alt und der Psychologisierung.

3 KLEISTS DARSTELLUNGSSTIL DES BÖSEN: Untersuchung von Kleists Verständnis der Kategorie des Bösen im Rückbezug auf moralische Maximen nach Kant.

4 INTERNALISIERTE BÖSARTIGKEIT IN « DER FINDLING »: Analyse der internen Bösartigkeit anhand der Protagonisten der Erzählung „Der Findling“.

5 DER ZERBROCHNE KRUG BIETET EINE ÄSTHETIK DES BÖSEN: Hauptteil der Untersuchung, der die Figur des Dorfrichters Adam und den Schreiber Licht auf ihr moralisches Verhalten hin analysiert.

6 HINWEISE ZUR TEUFELS-FIGUR: Diskussion der symbolischen Verwendung von Teufelszuschreibungen im Lustspiel.

7 FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Darstellung des Bösen bei Adam und Licht.

Schlüsselwörter

Ästhetik des Bösen, Heinrich von Kleist, Der zerbrochne Krug, Dorfrichter Adam, Schreiber Licht, Psychologisierung, Literaturgeschichte, Aufklärung, Moral, Moralische Maximen, Teufelsfigur, Kunstautonomie, Literaturtheorie, Schuld, Selbsttäuschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung des Bösen in Heinrich von Kleists Komödie „Der zerbrochne Krug“ unter besonderer Berücksichtigung der Hauptfiguren.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Fokus stehen die literaturwissenschaftliche Entwicklung der Ästhetik des Bösen, die Verlagerung von Moral in die menschliche Psyche und die konkrete Ausgestaltung dieser Konzepte in Kleists Dramatik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Adam und Licht als Verkörperungen spezifischer Kategorien des Bösen fungieren und wie Kleist diese Charaktere ästhetisch inszeniert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die auf existierenden literaturhistorischen Theorien (insbesondere Peter-André Alt) und der philosophischen Basis Kants aufbaut.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Figuren Adam und Licht, ihrer jeweiligen Motivationen, ihrer moralischen Verfehlungen und ihrer Funktion als Repräsentanten einer modernen Ästhetik des Bösen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der Ästhetik des Bösen vor allem Psychologisierung, Kunstautonomie, moralische Ambivalenz und die spezifische Figurengestaltung bei Kleist.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Adam von der Rolle von Licht?

Während Adam als Dorfrichter das Böse durch Amtsmissbrauch, Lügen und Triebe offen verkörpert, agiert Licht als berechnender und ehrgeiziger Gegenspieler, der das Böse strategisch zur eigenen Karriereförderung einsetzt.

Welche Rolle spielt die „Teufels-Metaphorik“ für die Interpretation der Charaktere?

Die Teufels-Metaphorik dient im Stück als symbolisches Mittel, um die moralische Verderbtheit der Figuren auf eine traditionelle religiöse Ebene zu spiegeln, wobei diese Zuschreibungen zunehmend im menschlichen Charakter selbst verortet werden.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ästhetik des Bösen in "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist
Untertitel
Die Figuren des Dorfrichters Adam und des Schreibers Licht
Hochschule
Universität Bremen
Note
2.1
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V992881
ISBN (eBook)
9783346342010
ISBN (Buch)
9783346342027
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ästhetik bösen krug heinrich kleist figuren dorfrichters adam schreibers licht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2013, Ästhetik des Bösen in "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992881
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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