Rechtsextremismus in Ostdeutschland vor der Wende


Hausarbeit, 1998

15 Seiten, Note: 2,7


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Inhaltsverzeichnis

I. Entwicklung des Rechtsextremismusphänomens in der DDR
Das Selbstverständnis der DDR
Die antifaschistische Erziehung
Aufkommen rechtsextremistischer Gruppierungen
Entstehen der Skinheads als organisierte Gruppierung

II. Jugendforschung in der DDR
Untersuchungen zum Skinhead-Phänomen
Untersuchungen zum historisch-politischen Bewußtsein
Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland
Einstellung zu Ausländern in Ostdeutschland

III. Erklärungen für rechtsextremistische Tendenzen vor der Wende
Das Herrschaftssystem des real existierenden Sozialismus
Konservierung von Mentalitätsbeständen aus der Zeit des Nationalsozialismus
Mangelnde Auseinandersetzung mit der Vergangenheit
Krise und Verfall des sozialistischen Systems

IV. Schlußbemerkung

V. Anhang
Statistik

VI. Literaturverzeichnis

I. Entwicklung des Rechtsextremismusphänomens in der DDR

In den letzten Jahrzehnten hat der Anteil von Gewalttaten mit vermutetem rechtsextremistischem Hintergrund sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern drastisch zugenommen. Dabei liegt besonders in den neuen Bundesländern bezogen auf die Einwohnerzahlen ein Schwerpunkt. Im Durchschnitt wurden dort 2,7 Gewalttaten je 100.000 Einwohner registriert, in den alten Ländern dagegen 0,7. Über die genaue Verteilung der Gewalttaten auf die Bundesländer soll eine Statistik im Anhang Aufschluß geben (Quelle: Verfassungsschutzbericht 1997). Dabei liegen den Entwicklungen in Ost- und Westdeutschland jeweils andere Ursachen zugrunde. Im folgenden soll versucht werden, anhand der Darstellung der gesellschaftlichen Umstände in der ehemaligen DDR vor der Wende, Gründe dafür zu finden, warum es im Osten Deutschlands eine erhöhte Bereitschaft zu rechtsextremistischem Handeln gibt.

Das Selbstverständnis der DDR

Der Rechtsextremismus stellte in der DDR sowohl in politischer als auch in wissenschaftlicher Hinsicht kein Thema dar. Der Hauptgrund dafür lag offensichtlich in dem staatlichen Selbstverständnis der DDR begraben. Die DDR sah sich als „ersten antifaschistischen Staat auf deutschem Boden“ und versuchte als solcher eine rasche Vergangenheitsbewältigung zu praktizieren. Es war oberstes Gebot, die Gesellschaft von nationalsozialistischem Gedankengut bzw. dessen Trägern zu befreien und so begann man bald nach Kriegsende, personelle Säuberungen in Staat, Wissenschaft und Wirtschaft vorzunehmen. Wenngleich die Aufarbeitung der Vergangenheit eine rasche Erledigung erfuhr, so galt sie bereits 1950 als abgeschlossen und wurde unter Einleitung des „Aufbaus des Sozialismus“ offiziell beendet. Die Bundesrepublik verfuhr in der Aufarbeitung des Erlebten in anderer Weise und die öffentliche Beschäftigung mit den Verbrechern der Kriegszeit fand erst in den 60er Jahren ihren Anfang. Im Gegensatz zur DDR wurde sie aber im Laufe der Jahre zunehmend intensiviert und dauert bis heute noch an.

Die antifaschistische Erziehung

Der Antifaschismus war für die DDR ein konstituierendes Element und diente dazu, das politische System zu legitimieren. Die wichtige Aufgabe, das sozialistische Gedankengut zu verbreiten, kam dem Bildungswesen zu. Die antifaschistische Erziehung in der Volks- und Schulbildung nahm eine dominierende Stellung ein.

Dabei wies aber die Art der Darbietung im Unterricht deutliche Mängel auf. Anhand trockener Pflichtübungen nach dem Lehrplan sollte den Schülerinnen und Schülern ein umfassendes Geschichtswissen vermittelt werden. Doch die alleinige Beschäftigung mit dem Widerstandskampf der KPD - was der Parteiideologie der SED entsprach – konnte dies nicht bewirken. So verkam diese Art der Erziehung zum Ritual und wurde nachhaltig in ihrer Intention entwertet. Die antifaschistische Erziehung degenerierte zum Instrument einer totalitären Indoktrination von seiten des Staates.

Aufkommen rechtsextremistischer Gruppierungen

Über die Auswirkungen dieses Umgangs mit der Vergangenheit geben Studien zur Wirksamkeit von Besuchen von Mahn- und Gedenkstätten in den 80er Jahren Aufschluß. Die befragten Jugendlichen zeigten in ihren Äußerungen einen tiefgreifenden Mentalitätswandel und einen Vertrauensverlust in das System.

Das öffentliche Auftreten von Skinheads in den ersten Jahren des letzten Jahrzehnts der DDR wurde vielfach als „Vorbote der Systemkrise“ angesehen.

Das genaue Datum über das erste Erscheinen rechtsextremistischer Ausschreitungen läßt sich durch die offizielle Tabuisierung von seiten der SED nicht bestimmen.

Dennoch wurden solche Ereignisse schon relativ früh bekannt, z. B. 1956 die Beschmierung eines sowjetischen Friedhofs in Radeberg mit „Sieg Heil“-Parolen oder die Schändungen jüdischer Friedhöfe in den siebziger Jahren.

Eine öffentliche Auseinandersetzung mit jugendlichen Rechtsextremisten fand aber erst ab Mitte der 80er Jahre statt.

Entstehen der Skinheads als organisierte Gruppierung

Da die Entstehung einer rechten Szene in der DDR eng mit der Entwicklung der Skinheads einhergeht, sollte man sich mit ihr näher beschäftigen. Die Skinheads formierten sich Ende der siebziger Jahre als eine rechte Jugendkultur, deren Entwicklung sich grob in zwei Phasen beschreiben läßt:

1.Phase:

Die Skinheads entstanden innerhalb eines relativ breiten Spektrums jugendlicher Kulturen als rechte Jugendkultur. Den Kern bildeten vor allem ältere Schüler und männliche Lehrlinge. Diese waren zum Teil vorher Punks oder Fußballfans. Die Mehrzahl derer sah den Einstieg in eine Jugendkultur ebenso wie bei anderen Jugendkulturen als Ausdruck für das Anders-Sein-Wollen an. Die dominierende Motivation, sich einer derartigen Gruppe anzuschließen, lag wahrscheinlich in einem Rückzugs- und Protestverhalten begründet.

2.Phase:

1986 bildeten sich stabile Gruppen mit festem Mitgliedstamm heran, die sich nach einem bestimmten Regelsystem trafen. Es entstanden Gruppen, die den Kern einer politisch motivierten, rechtsextremistischen Bewegung bildeten.

Die Anzahl der in rechtsextremen Gruppen organisierten jungen Leuten wurde Anfang 1988 auf ungefähr 1000 Personen geschätzt.

Die Skinhead-Bewegung kam ursprünglich aus Großbritannien, wo sie Anfang der 60er Jahre entstanden war. Durch westliche Medien oder durch persönliche Kontakte ins Ausland wurde der Stil der Skinheads in der DDR bekannt und von einigen Jugendlichen übernommen. Das Personenpotential der Bewegung setzt sich wie folgt zusammen: überwiegend männliche Personen (Anteil weiblicher Personen liegt unter 5 %), 70 % sind unter 21 Jahre alt, Gesamtzahl der Skinheads in Deutschland: 6500, davon 3000 in Ostdeutschland.

Ein Zusammenhang zwischen Schicht oder Gruppe der Gesellschaft ließ sich nicht ausmachen. Ein deutlicher Schwerpunkt hinsichtlich des Sozialstatus der analysierten Beschuldigten liegt indes auf der beruflichen Qualifikation „Facharbeiter“.

Im Gegensatz zu den Skinheads im Westen kann man von einer stärkeren Politisierung sprechen. Die Skinheads im Osten haben sich bereits zu DDR Zeiten als nationalsozialistische Opposition gegen den kommunistischen Apparat gesehen. Im Westen hingegen entstand die Bewegung aus einer unpolitischen Subkultur heraus, die erst im Laufe der Zeit eine allmähliche Politisierung erfuhr.

Der Staat wußte mit dieser Art der Entwicklung nicht umzugehen und versuchte, die Skinheads wenigstens aus allen gesellschaftlichen Bereichen zurückzudrängen. Nach der Wende tauchten sie umso militanter, politisch radikalisiert und erfahrener durch die Konfrontation mit der Staatsmacht aus dem Untergrund wieder auf.

II. Jugendforschung in der DDR

Das Zentralinstitut für Jugendforschung in Leipzig wurde 1966 gegründet. Es sollte von Anfang an dem sozialistischen Auftrag entsprechen und die politischen Ziele verwirklichen helfen. Dabei gehörte das Phänomen des Rechtsextremismus nicht zu den Untersuchungsgegenständen. Ein derartiges Unternehmen bedurfte der Zustimmung auf politischer Leitungsebene und unterlag nach der Fertigstellung bestimmten Geheimhaltungsgraden. Bis Ende der achtziger Jahre waren solche Arbeiten überhaupt nicht möglich.

Untersuchungen zum Skinhead-Phänomen

Erst 1988 nahm Brück zwei Studien zur Untersuchung des Skinhead-Phänomens vor. Die im März entstandene Studie griff vor allem auf Dokumente und Gespräche mit Experten zurück, während die im November angesetzte zweite das Meinungsbild mittels eines Zusatzbogens abfragte; letztere erfaßte rund 3000 Jugendliche.

Im folgenden sollen einige der Ergebnisse beschrieben werden:

Man fand heraus – entgegen der gängigen Meinung – daß die soziale Herkunft für das Verhalten der Jugendlichen weder homogen noch die Ursache dafür ist.

Auf die Frage, warum sich ein Jugendlicher zur Gruppe der Skinheads bekennt, antworteten bis zu 41 % als Grund „dieGegnerschaft zur DDR“.

Dagegen wurde nur von 20 % der Befragten als Grund „Ausdruck eines Modeverhaltens“, „Betonung einer persönlichen Eigenheit“, „Ausdruck von Unzufriedenheit und Protest“genannt.

Untersuchungen zum historisch-politischen Bewußtsein

Inwieweit die antifaschistische Erziehung das historisch-politische Bewußtsein der Schülerinnen und Schüler beeinflußte, zeigt eine Untersuchung, die 1988 zum Geschichtsbewußtsein Jugendlicher durchgeführt wurde. Es wurden ca. 2000 Jugendliche, darunter 325 Schüler und Schülerinnen sowie 444 Lehrlinge befragt. Das von der SED propagierte Geschichtsbild von einer „geschichtsbewußten Jugend“ erwies sich als Fiktion. Die Jugendlichen zeigten abnehmendes Interesse an der Geschichte der DDR und richteten ihr Augenmerk stärker auf die Geschichte der BRD. Das Desinteresse lag vor allem in der bereits erwähnten Art der Präsentation im Unterricht begründet. Andererseits gab es 1988 Tendenzen unter einem beträchtlichen Teil Jugendlicher, die Zeit des Nationalsozialismus zu verharmlosen: 12 % der Schüler und 15 % der Lehrlinge reagierten auf die Aussage „DerFaschismus hatte auch seine guten Seiten“eher zustimmend.„Die Deutschen waren schon immer die Größten in der Geschichte“fand bei 12 % der Schüler und bei 15 % der Lehrlinge Zustimmung; 11 % der Lehrlinge nahmen die Aussage „Hitlerwollte nur das beste für das deutsche Volk“eher zustimmend auf.

Unter Schülern der achten Klasse aus verschiedenen Städten zeigte sich bereits zu DDR-Zeiten ein deutliches Potential, das sich gegen Ausländer richtete.

Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland

Einen Vergleich zwischen ostdeutscher und westdeutscher Forschung in Bezug auf zu unternehmen, ist aus mehren Gründen nicht einfach. Da es in der DDR zunächst keine Studien zu dem Phänomen gab, sind die Untersuchungen in den achtziger Jahren ein Pilotprojekt und deshalb in ihrer Wissenschaftlichkeit und Repräsentativität noch nicht ganz ausgreift. Auch die methodischen Vorgehensweisen differieren erheblich voneinander und die zu gegenüberstellenden Daten stammen nur ungefähr aus der gleichen Zeit. Außerdem ist der Rechtsextremismus in der DDR vor einem anderen gesellschaftlichen Hintergrund als der in der BRD entstanden und weist deshalb wahrscheinlich auch andere Werte, Ideologien und Ausprägungen auf.

Trotzdem weisen der Rechtsextremismus Ost und West einige Gemeinsamkeiten auf, die es zu betrachten lohnt.

So stammen die Täter in Ost und West im wesentlichen aus der gleichen Schicht; es sind überwiegend Facharbeiter (dazu gezählt wurden Fachschüler und Abiturienten), einfache Angestellte oder Schüler bzw. Auszubildende/Lehrlinge, die sich in der Ausbildungsphase befinden. Die Personen, die rechtsextremistische Gewalttaten begehen, sind sowohl im Osten als auch im Westen überwiegend ganz junge Leute. Erst bei Agitations- bzw. Kommunikationsdelikten steigt das Alter der Täter.

Im Osten waren 38,2 % aller Probanden der Problemgruppe Anfang der 80er Jahre vorbestraft während dies im Westen 30,1 % Ende der 80er Jahre und 1994 39,8 % waren. In der eher negativen Einstellung zu Ausländern gab es ebenfalls Gemeinsamkeiten; im Westen stimmten 51,2 % der Parole „Deutschland den Deutschen“zu, 44,2 %„Ausländer raus“; im Osten fühlten sich 32 % durch die vielen„Ausländer in unserem Land gestört“.

Einstellung zu Ausländern in Ostdeutschland

Nach der Wende nahm unter Jugendlichen die Verbreitung ausländerfeindlicher und den Faschismus relativierender Ansichten zu. Auch stieß die Befürchtung, Ausländer könnten in zunehmendem Maße einwandern, auf ein immer größer werdendes Publikum.

Die Zunahme fremdenfeindlicher Einstellungen ist aber in doppelter Hinsicht widersprüchlich. Die Einstellungen wurden zu einem Zeitpunkt abgefragt, als das Ausmaß der ökonomischen und gesellschaftlichen Krise sich bereits ankündigte. Außerdem lag der Anteil der Ausländer in der Gesamtbevölkerung in der DDR bei 1,1 %. Die 191.190 Ausländer in der DDR kamen fast ausschließlich aus sozialistischen Ländern, vor allem aus Vietnam, Polen, Moçambique, der Sowjetunion, Ungarn und Kuba. Sie wurden isoliert von der deutschen Bevölkerung in kollektiven Wohnungen untergebracht. Ein direkter Kontakt war also fast ausgeschlossen. Im Zuge der Wende verschlechterte sich die Situation der Ausländer weiter; sie wurden von der Regierung aufgefordert, Arbeitsplätze frei zu machen und die DDR zu verlassen. Viele verließen daraufhin die DDR noch vor der Wende. Der Anteil der Ausländer sank deshalb bis zum Herbst 1990 auf knapp unter 1 % der Gesamtbevölkerung und hat sich bis jetzt (1994) nicht nennenswert erhöht.

III. Erklärungen für rechtsextremistische Tendenzen vor der Wende

Die folgenden Erklärungsversuche beziehen sich ausschließlich auf die gesellschaftliche Ebene, d. h. Extremismus wird als Phänomen betrachtet, das sich auf einer Orientierungs- und Perspektivlosigkeit der gesellschaftlichen und der individuellen Entwicklung von Jugendlichen in Krisensituationen gründet. Dabei sollen individuelle oder entwicklungsbedingte Faktoren – ebenfalls wichtige Erklärungsmuster - hier nicht im Vordergrund stehen.

Das Herrschaftssystem des real existierenden Sozialismus

Von den Jugendlichen wurde weniger die Fähigkeit einer kritischen Reflexion des ihnen Vorgesetzten erwartet, sondern vielmehr Bekräftigen und Wiederholen der parteilich vorgegebenen und ideologisch abgeleiteten Dogmen. Dies aber führte bei den Jugendlichen zu einer erhöhten Bereitschaft, sich konformistisch und autoritätsgläubig zu verhalten und die bereitgestellten Freund-Feind-Bilder bereitwillig zu übernehmen.

Der unzureichend problematisierte Umgang mit Gewalt, der bereits im Kindesalter in der militärischen Ausbildung seinen Platz fand, führte dazu, daß für rechtsextreme Jugendliche auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen Gewalt in der Auseinandersetzung mit „Feinden“ nach innen und außen normal und legitim war.

Konservierung von Mentalitätsbeständen aus der Zeit des Nationalsozialismus

Der anerzogene Autoritarismus steht als Ursache für rechtsextremistische Entwicklungen in engem Zusammenhang mit den Erklärungen, die in der Kontinuität von Werten und in der Konservierung von Mentalitätsbeständen aus der Zeit des Nationalsozialismus einen Grund sehen. Danach sind Autoritarismus, Nationalismus und Kollektivismus Erbe des sozialistischen Herrschaftssystems. Dieses wiederum ist Erbe eines totalitären Regimes, des Nationalsozialismus. Die Kontinuität von undemokratischen und totalitären Traditionslinien war in Denk- und Handlungsmustern nachweisbar. Der antifaschistisch-demokratische Staat funktionierte lediglich in Ansätzen, denn eine wirklich demokratische Kontrolle der Mächtigen gab es nicht.

Mangelnde Auseinandersetzung mit der Vergangenheit

Die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus in der Volks- und Schulbildung war, wie bereits eingangs erwähnt, mehr als unzureichend. Vermittelt wurde lediglich das Bild eines Volkes, in dem es nur Faschisten und Antifaschisten gegeben hatte, wobei letztere als Gründer des neuen Staates angesehen wurden.

Krise und Verfall des sozialistischen Systems

Die Anzeichen für ein nicht mehr funktionierendes sozialistisches System ließen sich auch in der Entstehung einer rechten Szene deutlich erkennen. Rechtsextremistische Strömungen entwickelten sich synchron zum politischen und wirtschaftlichen Verfall der sozialistischen Gesellschaft.

IV. Schlußbemerkung

1997 stellen die Skinheads in Ostdeutschland über die Hälfte des Potentials der gesamten deutschen Skinhead-Szene und haben damit einen überproportional hohen Anteil. Der Rechtsextremismus dort ist aber kein Phänomen, das erst nach der Wende entstanden ist, sondern hat sich aus einem unachtsamen, problemverleugnenden System heraus entwickelt, dessen alleinige Aufmerksamkeit der unbedingten Durchsetzung des konstituierenden Antifaschismus galt. Die Orientierungslosigkeit, die dies bei Jugendlichen hervorrief, wurde von der Partei nicht wahrgenommen.

Selbst als sich erste rechtsextreme Gruppen bildeten, es zu ersten Ausschreitungen kam, verschloß man die Augen und versuchte lediglich das Problem „von der Straße“ zu schaffen.

Heute hat das vereinte Deutschland deshalb mit einer politisch-radikalisierten Form des Extremismus zu kämpfen, die tief in den Gemütern der ostdeutschen Jugendlichen verwurzelt ist. Welche Schwierigkeiten damit verbunden sind, kann man in der Tagespresse lesen.

Die unterschiedlichen Ursachen von Rechtsextremismus in Ost- und Westdeutschland erschweren den Umgang damit und machen die wirksame Bekämpfung des Phänomens zunehmend zu einem Problem.

V. Anhang

Statistik

Gewalttaten mit erwiesenem oder zu vermutendem rechtsextremistischem Hintergrund

- je 100.000 Einwohner in den Ländern -

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

VI. Literaturverzeichnis

Neubacher, Frank:„Jugend und Rechtsextremismus in Ostdeutschland vor und nach der Wende“. Bonn: Forum-Verlag Godesberg, 1994.

Schubarth, Wilfried u. Melzer, Wolfgang (Hrsg.):„Das Rechtsextremismus- syndrom bei Schülerinnen und Schülern in Ost- und Westdeutschland“ in „ Schule, Gewalt und Rechtsextremismus“. Opladen: Leske u. Budrich, 1993.

Internet-Adresse:www.bundesregierung.de/02/0201/innen/vsber97/ rechtsextremismus/uebersicht_in_zahlen.html

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Rechtsextremismus in Ostdeutschland vor der Wende
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Veranstaltung
Oberseminar
Note
2,7
Autor
Jahr
1998
Seiten
15
Katalognummer
V99299
ISBN (eBook)
9783638977432
Dateigröße
355 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtsextremismus, Ostdeutschland, Wende, Oberseminar
Arbeit zitieren
Daniela Groß (Autor:in), 1998, Rechtsextremismus in Ostdeutschland vor der Wende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99299

Kommentare

  • Gast am 20.4.2004

    Konservierung von Mentalitätsbeständen aus der Zeit des Nationalsozialismus?.

    Insgesamt finde ich das ganze ein wenig eindimensional betrachtet. Woher nimmst du das wissen mit dem nationalsozialismus hätte man sich im schulunterricht nicht tiefgreifend befaßt? natürlich wurde sich damit befaßt, das dies zum teil auch eindimensional geschah, mit besonderer betonung auf den antifaschistischen widerstand erwähnst du auch. auch hätte man in diesem zusammenhang vielleciht auch mal betonen sollen, dass in beiden deutschen staaten dieses thema ideologisch besetzt war und auch in der brd keine objektive darstellung dieses themas erfolgte.
    weiterhin zu deinem thema Konservierung von Mentalitätsbeständen aus der Zeit des Nationalsozialismus. dieser these möchte ich eindeutig widersprechen. dies würde nämlich bedeuten dass gerade personen, die länger diesem system ausgesetzt waren mehr rechtsextremistische ansichten haben, als leute die diesem system kürzer ausgesetzt waren. dies ist aber nicht der fall. in der ehemaligen ddr sind es prozentual eher jüngere leute, die sich rechtsextremistischen ideen hingezogen fühlen. dies ist gut nachzulesen in einem artikel in: aus politik und zeitgeschichte, extremismus b46/2001

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