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Aufführungsanalyse des Stückes "Corpus Delicti" von Juli Zeh. Mögliche Einbettung in den Unterricht

Titel: Aufführungsanalyse des Stückes "Corpus Delicti" von Juli Zeh. Mögliche Einbettung in den Unterricht

Ausarbeitung , 2020 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Luisa Sofia Garrido Bernardi (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Arbeit wird eine Aufführungsanalyse von dem Klassenzimmerstück Corpus Delicti von Juli Zeh dargestellt und anschließend die Form der Aufführungsanalysen auf ihre Anwendung im Unterricht je nach Klassenstufe geprüft.

Obwohl in dem Roman Corpus Deliciti von Juli Zeh mehr als zwei Romanfiguren vorkommen, reduziert das Klassenzimmerstück den Grundkonflikt auf zwei Figuren: die Protagonistin Mia Holl und den Antagonisten Heinrich Kramer. Dadurch dass man sie unmittelbar miteinander vergleichen kann, kommen entgegengesetzte Positionen deutlicher hervor, weswegen es in der Aufführungsanalyse besonders um die Machtverhältnisse zwischen Mia und Kramer gehen soll. Diese lassen sich sowohl von der äußeren Erscheinung der Schauspieler, durch Kleidung, Gestik und Verhaltensweisen, als auch durch ihre verwendeten Requisiten, ihren Redeanteil, die Stimmen und ihre Positionierung im Seminarraum ableiten. Aber auch der Konflikt zwischen der Freiheit des Individuums und der METHODE scheinen interessant, weil sich daran eine Hygiene- oder Gesundheitsdiktatur erkennen lässt, die auch in Verbindung zu Mia und Kramers Verhalten und Beziehung zueinander steht und mit den Machtverhältnissen zusammenhängt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufführungsanalyse

3. Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine theaterpädagogische Aufführungsanalyse des Klassenzimmerstücks "Corpus Delicti" (nach Juli Zeh) durchzuführen und anschließend zu reflektieren, wie sich entsprechende theaterdidaktische Konzepte gewinnbringend in den schulischen Deutschunterricht integrieren lassen.

  • Analyse der Machtverhältnisse zwischen den Protagonisten Mia Holl und Heinrich Kramer
  • Untersuchung der inszenatorischen Mittel wie Requisiten, Kleidung und räumliche Anordnung
  • Thematisierung des Konflikts zwischen individueller Freiheit und staatlicher Hygienediktatur
  • Reflexion über das Konzept des Erinnerungsprotokolls als Werkzeug der Aufführungsanalyse
  • Diskussion zur Umsetzbarkeit theaterdidaktischer Ansätze im Rahmen des schulischen Lehrplans

Auszug aus dem Buch

Aufführungsanalyse

Das Stück beginnt für das Publikum unmittelbar mit dem Betreten des Seminarraumes. Während Mia wippend auf einem weißen Hocker sitzt und Sprachnachrichten auf ihrem Handy vom bereits verstorbenen Moritz Holl, ihrem Bruder, abspielt, geht das Publikum der Reihe nach an Kramer vorbei, der allen die Hände mit Desinfektionsmittel besprüht. Die ZuschauerInnen finden sich dann auf ihren Plätzen ein, auf denen jeweils ein Bonbon liegt. Auch während der Aufführung laufen Mia und Kramer gelegentlich durch die Reihen und Kramer spricht einzelne ZuschauerInnen auch direkt an und wirft ein Zitronenbonbon in das Publikum. In zweierlei Hinsicht wird bei den ZuschauerInnen dadurch eine Irritation hervorgerufen. Auf der einen Seite werden sie schon beim Eintritt in den Seminarraum, ohne etwas dagegen tun zu können, Teil der Hygienediktatur. Totalitäre Regime sind in der Regel davon geprägt, dass eine einzige Ideologie alle Lebensbereiche des Menschen beansprucht.

Bei Corpus Deliciti gründet die Ideologie darauf, dass die METHODE durch die Überwindung von Krankheit legitimiert wird und die Gesundheit des Menschen an oberster Stelle steht. Auch eine große Masse an MitläuferInnen ist wichtig, damit eine Diktatur funktionieren kann. Man kann hier auch vom Bandwagon-Effekt sprechen, der beschreibt, dass Menschen ihr Verhalten an das ihres Umfelds anpassen. Der Vorgänger oder die Vorgängerin desinfiziert sich jeweils die Hände, weshalb man ihnen gleichtut, ohne bewusst darüber nachzudenken, und sich ebenfalls von Kramer die Hände desinfizieren lässt. Damit wird das Publikum zum Mitläufer und Teil des Stückes. Auf der anderen Seite sind die ZuschauerInnen dadurch irritiert, dass, obwohl sie Teil der Hygienediktatur sind, ein Haribo Gummibärchen auf ihrem Platz liegen haben, das in Plastik verpackt ist. Etwas in Plastik Verpacktes, ebenso wie Süßigkeiten, stehen eher für etwas Unnatürliches, wenn nicht sogar Ungesundes. Da ein Gummibärchen nicht natürlich angebaut, dazu künstlich hergestellt und mit Zusatz-, Geschmacks- und Farbstoffen verarbeitet wurde, stellt sich die Frage, wie die Hygienedikatur das Essen solcher Nahrungsmittel rechtfertigt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Inszenierung des Klassenzimmerstücks "Corpus Delicti" ein und erläutert die methodische Grundlage sowie die zentrale Problemstellung der Machtverhältnisse im Stück.

Aufführungsanalyse: Dieses Kapitel untersucht detailliert die visuelle Gestaltung, die Symbolik von Farben und Requisiten sowie die asymmetrische Dynamik zwischen den Hauptfiguren Mia und Kramer im Kontext der im Stück dargestellten Diktatur.

Reflexion: Die Reflexion setzt sich theoretisch mit dem Konzept der Aufführungsanalyse und des Erinnerungsprotokolls auseinander und bewertet kritisch deren Nutzbarkeit und Implementierungsmöglichkeiten im schulischen Deutschunterricht.

Schlüsselwörter

Corpus Delicti, Aufführungsanalyse, Hygienediktatur, Theaterdidaktik, Erinnerungsprotokoll, Machtverhältnisse, Mia Holl, Heinrich Kramer, Mitläufereffekt, Drama, schulischer Unterricht, Inszenierung, Freiheit, Individuum, Zeichenanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt eine theaterpädagogische Analyse des Stücks "Corpus Delicti" und reflektiert gleichzeitig, wie theaterdidaktische Methoden in den Schulalltag integriert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Machtstrukturen in einer Gesundheitsdiktatur, die Wirkung inszenatorischer Zeichen sowie die Rolle des Publikums als Teil des Stückes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Aufführung anhand subjektiver Erinnerungsprotokolle zu analysieren und die didaktische Eignung von Aufführungsanalysen für den Deutschunterricht zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode der theaterpädagogischen Aufführungsanalyse angewandt, ergänzt durch eine theoretische Reflexion anhand fachdidaktischer Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Aufführungssymbolik (z.B. Kleidung, Raum, Requisiten) und eine theoretische Reflexion über die Anwendbarkeit des Konzepts im Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Aufführungsanalyse, Hygienediktatur, Theaterdidaktik und Drama definieren.

Welche Rolle spielt die Farbe Weiß im Stück laut der Autorin?

Die Farbe Weiß steht für die Ambivalenz der Hygienediktatur: Einerseits symbolisiert sie Reinheit, Hygiene und den medizinischen Anspruch des Systems, andererseits fungiert sie als Zeichen für Unschuld oder klinische Distanz.

Warum wird der Besuch Kramers in Mias Wohnung als Machtinstrument gedeutet?

Kramer betritt Mias Wohnung unangemeldet und erzwingt Interaktionen, was ihr jede Privatsphäre raubt und seine Rolle als Repräsentant des übergriffigen Systems "METHODE" verdeutlicht.

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Details

Titel
Aufführungsanalyse des Stückes "Corpus Delicti" von Juli Zeh. Mögliche Einbettung in den Unterricht
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Autor
Luisa Sofia Garrido Bernardi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
12
Katalognummer
V993048
ISBN (eBook)
9783346366351
ISBN (Buch)
9783346366368
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufführungsanalyse stückes corpus delicti juli mögliche einbettung unterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luisa Sofia Garrido Bernardi (Autor:in), 2020, Aufführungsanalyse des Stückes "Corpus Delicti" von Juli Zeh. Mögliche Einbettung in den Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993048
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Leseprobe aus  12  Seiten
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