Diese Hausarbeit fasst das Thema der Gemeinwesenarbeit auf, die neben der sozialen Einzelfallhilfe und der sozialen Gruppenarbeit eine der drei klassischen Arbeitsmethoden der Sozialen Arbeit ist.
Gemeinwesenarbeit wird als ein Konzept zur Förderung der Eigeninitiative von Menschen mit gleichen Problemlagen verstanden. Die Gemeinwesenarbeit setzt den Fokus nicht auf das Individuum (Einzelfallhilfe) und auch nicht auf die Kleingruppe (Gruppenarbeit), sondern auf die sozialen Netzwerke. Das bedeutet die Wahrnehmung sozialer Probleme geschieht aus der gesellschaftlichen Perspektive.
Sie ist dabei aber auch methodenintegrativ, d. h. gleichzeitig bedient sich die Gemeinwesenarbeit der Einzelfallhilfe, bzw. der Gruppenarbeit, wenn die Situation es erfordert. Der Fokus bleibt aber stets auf dem Gemeinwesen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung und Entwicklung
2.1 Settlement-Bewegung
2.2 Dritte Methode der Sozialarbeit
3. Gemeinwesenarbeit
3.1 Begriffsklärung
3.2 Anwendungsprinzipien
3.3 Ziele
3.4 Handlungskonzepte
3.5 Voraussetzungen damit Gemeinwesenarbeit erfolgreich ist
4. Formen der Gemeinwesenarbeit
4.1 Wohlfahrtsstaatliche Gemeinwesenarbeit
4.2 Integrative Gemeinwesenarbeit
4.3 Katalytisch-aktivierende Gemeinwesenarbeit
4.4 Integrative, lebensweltliche Gemeinwesenarbeit als Netzwerk
4.5 Methoden in der GWA
4.5.1 Stadtteilbegehung mit Kindern und Jugendlichen
4.5.2 Nadelmethode
5. Gemeinwesenarbeit in Bezug gestellt
5.1 Quartiersmanagement Definition
5.1.1 Bezug zur GWA
5.2 Casemanagement Definition
5.2.1 Bezug zur GWA
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Gemeinwesenarbeit als einer der drei klassischen Arbeitsmethoden der Sozialen Arbeit auseinander. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen, methodischen Konzepte sowie die Abgrenzung und Verknüpfung zu angrenzenden Feldern wie dem Quartiersmanagement und dem Casemanagement darzulegen.
- Historische Entwicklung der Gemeinwesenarbeit
- Kernbegriffe, Anwendungsprinzipien und Ziele der GWA
- Formen der Gemeinwesenarbeit und deren methodische Umsetzung
- Methoden der lebensweltorientierten Stadterkundung
- Vergleich und Abgrenzung von Gemeinwesenarbeit und Casemanagement
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsklärung
„Gemeinwesenarbeit ist eine Methode, die einen Komplex von Initiativen auslöst, durch die die Bevölkerung einer räumlichen Einheit gemeinsame Probleme erkennt, alte Ohnmachtserfahrungen überwindet und eigene Kräfte entwickelt, um sich zu solidarisieren und Betroffenheit konstruktiv anzugehen. Menschen lernen dabei, persönliche Defizite aufzuarbeiten und individuelle Stabilität zu entwickeln und arbeiten gleichzeitig an der Beseitigung akuter Notstände und an der Beseitigung von Ursachen von Benachteiligung und Unterdrückung.“ (Hinte, 1989)
Gemeinwesenarbeit wird als ein Konzept zur Förderung der Eigeninitiative von Menschen mit gleichen Problemlagen verstanden (vgl. Hinte, 1989). Die Gemeinwesenarbeit setzt den Fokus nicht auf das Individuum (Einzelfallhilfe) und auch nicht auf die Kleingruppe (Gruppenarbeit), sondern auf die sozialen Netzwerke. Das Bedeutet die Wahrnehmung sozialer Probleme geschieht aus der gesellschaftlichen Perspektive. Sie ist dabei aber auch methodenintegrativ, d. h. gleichzeitig bedient sich die Gemeinwesenarbeit der Einzelfallhilfe, bzw. der Gruppenarbeit, wenn die Situation es erfordert. Der Fokus bleibt aber stets auf dem Gemeinwesen (vgl. Galuske, 1998).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Aufbau der Hausarbeit und ordnet die Gemeinwesenarbeit als eine der drei klassischen Methoden der Sozialen Arbeit ein.
2. Entstehung und Entwicklung: Dieses Kapitel thematisiert die Anfänge der Gemeinwesenarbeit, insbesondere die Bedeutung der Settlement-Bewegung als Ursprung.
3. Gemeinwesenarbeit: Es werden zentrale Begrifflichkeiten, Prinzipien, Ziele sowie verschiedene Handlungskonzepte der Gemeinwesenarbeit definiert und strukturiert.
4. Formen der Gemeinwesenarbeit: Das Kapitel differenziert verschiedene Ausprägungen der GWA und stellt spezifische Methoden wie die Stadtteilbegehung oder die Nadelmethode vor.
5. Gemeinwesenarbeit in Bezug gestellt: Abschließend erfolgt eine Gegenüberstellung der Gemeinwesenarbeit mit dem Quartiersmanagement und dem Casemanagement, um Unterschiede und Schnittmengen zu verdeutlichen.
Schlüsselwörter
Gemeinwesenarbeit, GWA, Sozialraum, Quartiersmanagement, Casemanagement, Soziale Arbeit, Settlement-Bewegung, Stadtteil, Partizipation, Aktivierung, Sozialraumorientierung, Methoden, Vernetzung, Eigeninitiative.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Gemeinwesenarbeit als methodisches Konzept der Sozialen Arbeit, ihre historischen Wurzeln und ihre praktische Anwendung im Sozialraum.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Grundlegung der GWA, verschiedene Arbeitsformen und die Verbindung zu Quartiersmanagement und Casemanagement.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist eine fundierte Darstellung der Gemeinwesenarbeit als Methode zur Verbesserung von Lebensräumen durch Partizipation und Ressourcenbündelung.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Literaturanalyse fachwissenschaftlicher Quellen zur Gemeinwesenarbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehungsgeschichte, die Systematisierung von Handlungskonzepten sowie eine Analyse spezifischer Methoden und deren Abgrenzung zu anderen sozialen Interventionsansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Gemeinwesenarbeit, Sozialraumorientierung, Quartiersmanagement und Methoden der Sozialen Arbeit geprägt.
Inwiefern unterscheidet sich die GWA vom Casemanagement?
Während Casemanagement als fallbezogene Methode auf die Unterstützung einzelner Klienten abzielt, ist Gemeinwesenarbeit eine fallunspezifische Strategie zur ganzheitlichen Verbesserung der Lebensbedingungen im Stadtteil.
Was ist das Ziel der Nadelmethode?
Die Nadelmethode dient der Visualisierung von Orten im Sozialraum durch Kinder und Jugendliche, um subjektive Wahrnehmungen, wie Lieblingsplätze oder Angsträume, auf einer Stadtteilkarte sichtbar zu machen.
Welche Rolle spielt die Politik bei der GWA?
Die Arbeit verdeutlicht, dass GWA zur politischen Partizipation beitragen kann, jedoch bei gesamtgesellschaftlichen Problemen wie Massenarbeitslosigkeit an ihre Grenzen stößt und primär auf diese Missstände aufmerksam machen kann.
- Arbeit zitieren
- Jacqueline Bode (Autor:in), 2020, Gemeinwesenarbeit als Bereich der Sozialen Arbeit. Entstehung, Formen und Methoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993179