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Die Projektion. Der Begriff in den Subjekttheorien von Sigmund Freud und Melanie Klein

Title: Die Projektion. Der Begriff in den Subjekttheorien von Sigmund Freud und Melanie Klein

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Benjamin Dittrich (Author)

Psychology - Adjacent Fields and Auxiliary Sciences
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Nach Freud beschreibt die Projektion eine primäre, das heißt ontogenetisch und auch phylogenetisch frühe Form der Abwehr. In der Arbeit soll dem Begriff in seiner Funktionsweise und in der Bedeutung für die Subjektgenese nachgespürt werden. Sowohl im Werk Sigmund Freuds, wie auch bei seiner „illegitimen Erbin“ Melanie Klein. Ein Exkurs in die Philosophie Theodor Adornos soll dabei verdeutlichen, wie der Begriff auch über die Psychopathologie hinaus relevant ist, welcher Stellenwert ihm erkenntnislogisch zukommt und in welchem Rahmen sich sowohl Freuds, als auch Kleins Denken bewegt.

Die Projektion ist ein mitunter zentraler Begriff in der Psychoanalyse für einen psychischen Mechanismus des Ausstoßens intrapsychischer Qualitäten in die äußere Realität. Er spielt vor allem für die Psychopathogenese der Paranoia, aber auch in der Beschreibung anderer Pathologien sowie der Subjektgenese eine wichtige Rolle.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Metapsychologische Einordnung des Begriffs

3. Subjektgenese und Projektion bei Sigmund Freud

4. Anmerkung zur Normativität

5. Philosophischer Exkurs: Subjekt und Projektion in der Kritischen Theorie T. W. Adornos

5.1 Selbstbewusstsein und Projektion

5.2 Richtige und falsche Projektion

5.3 Projektion in der „Krankheit der Gesunden“ am Beispiel des modernen Antisemitismus im Nationalsozialismus

6. Subjektgenese und Projektion bei Melanie Klein

7. Diskussion

8. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den psychoanalytischen Begriff der Projektion hinsichtlich seiner Funktionsweise und seiner fundamentalen Bedeutung für die Subjektgenese. Dabei wird eine vergleichende Analyse der theoretischen Ansätze von Sigmund Freud und Melanie Klein vorgenommen, ergänzt durch einen philosophischen Exkurs zur Kritischen Theorie Theodor W. Adornos, um die erkenntnislogische Relevanz und die Grenzen zwischen Normalität und Pathologie auszuloten.

  • Psychoanalytische Metapsychologie der Projektion
  • Die Rolle der Projektion in der frühkindlichen Subjektentwicklung
  • Differenzierung der Ansätze von Freud und Klein
  • Adornos philosophische Perspektive auf „richtige“ und „falsche“ Projektion
  • Die pathische Projektion im Kontext gesellschaftlicher Phänomene wie Antisemitismus

Auszug aus dem Buch

5.2 Richtige und falsche Projektion

Durch die Begriffe richtig und falsch – im Gegensatz zu Gesund/Krank – macht Adorno deutlich, dass es hier um mehr geht, als um klinische Kategorisierung. Es geht vielmehr um Aufklärung, der Ausrichtung des Denkens und Handelns an der Vernunft. Dabei arbeitet er heraus, wie nahe die Positionen Aufklärung und Mythos, richtige und falsche Projektion beieinander liegen. In Zeiten fortgeschrittenster Naturbeherrschung, dem Zeitalter der Aufklärung, kehrt der Mythos in Form von positivistisch-mythischem Denken wieder. Der Positivismus der die Beobachtung zum höchsten Ideal erhebt, registriert Gegebenes lediglich, die Reflexion darauf, dass eine Beobachtung bereits Urteile und Begriffe enthält, bleibt aus. Kern dieses Problems ist die Aufklärung selbst. Die Trennung von Sache und Begriff ist eine durch Herrschaft gewonnene Abstraktionsfähigkeit: „Die Distanz des Subjekts zum Objekt, Voraussetzung der Abstraktion, gründet in der Distanz zur Sache, die der Herr durch den Beherrschten gewinnt“ (ebd., S. 29f.). In dem Ziel, die Natur beherrschbar zu machen und dem fortschreitenden Gelingen dieser instrumentellen Vernunft, werden die subjektiven Inhalte des Denkens, des Gegenstands bzw. des Objekts verneint.

Darin besteht die falsche Projektion, welche sich das reflektierte Denken selbst versagt. Aufklärung schlägt in Mythos um, sowohl im historischen Prozess, als auch in den individuellen Denkstrukturen der Subjekte. Die richtige Projektion hingegen ist nach der erkenntnistheoretischen Position der Frankfurter Schule die kritische Reflexion des Denkens, die für sie auch das Wesen der Philosophie ausmacht (ebd., S. 214).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den psychoanalytischen Begriff der Projektion als Abwehrmechanismus ein und skizziert die methodische Ausrichtung der Arbeit.

2. Metapsychologische Einordnung des Begriffs: Hier wird die metapsychologische Herleitung der Projektion aus Freuds Traumtheorie und der ersten Topik dargestellt.

3. Subjektgenese und Projektion bei Sigmund Freud: Der Fokus liegt auf der Bedeutung der Projektion für die frühe Ich-Bildung und die Abgrenzung von Innen- und Außenwelt.

4. Anmerkung zur Normativität: Dieses Kapitel reflektiert die Problematik der Unterscheidung von gesund und krank bei der Anwendung des Projektionsbegriffs.

5. Philosophischer Exkurs: Subjekt und Projektion in der Kritischen Theorie T. W. Adornos: Adornos philosophische Sichtweise erweitert den Begriff auf die erkenntnistheoretische Dimension und das gesellschaftliche Denken.

6. Subjektgenese und Projektion bei Melanie Klein: Die Analyse konzentriert sich auf Kleins Verständnis der Subjektwerdung und die Rolle der (unbewussten) Phantasie sowie der paranoid-schizoiden Position.

7. Diskussion: Dieser Teil vergleicht die Ansätze von Freud und Klein hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Objektbeziehungstheorie und Subjektgenese.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die zentrale Stellung des Projektionsbegriffs innerhalb der psychoanalytischen Metatheorie.

Schlüsselwörter

Projektion, Introjektion, Psychoanalyse, Subjektgenese, Sigmund Freud, Melanie Klein, Theodor W. Adorno, Kritische Theorie, Paranoia, Abwehrmechanismus, Pathische Projektion, Narzissmus, Objektbeziehung, Antisemitismus, Erkenntnistheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den psychoanalytischen Projektionsbegriff und dessen fundamentale Funktion bei der Entstehung des Subjekts bei Freud und Klein sowie die philosophische Erweiterung durch Adorno.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind psychoanalytische Abwehrmechanismen, die Differenzierung von Subjekt und Objekt sowie die kritische Reflexion des Denkens im gesellschaftlichen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Funktionsweise der Projektion theoretisch zu durchdringen und aufzuzeigen, wie sie über die Psychopathologie hinaus zur Konstitution des Subjekts beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich psychoanalytischer sowie philosophischer Texte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Theorien von Freud und Klein, einen Exkurs zu Adornos "falscher Projektion" sowie eine Diskussion der Vergleichbarkeit dieser Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Subjektgenese, psychoanalytische Metatheorie, Abwehr, Objektbeziehung und kritische Reflexion beschreiben.

Wie unterscheidet sich Kleins Ansatz von dem Freuds?

Während Freud die Projektion primär als Abwehrfunktion gegen Unlust und zur Bewältigung der Realität sieht, betont Klein die Rolle der Phantasie in einem von Anfang an intersubjektiven Raum.

Was versteht Adorno unter einer „falschen Projektion“?

Adorno bezeichnet damit ein Denken, das die eigene Verstrickung in gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse und die darin enthaltenen Urteile nicht kritisch reflektiert, was in Mythos umschlägt.

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Details

Title
Die Projektion. Der Begriff in den Subjekttheorien von Sigmund Freud und Melanie Klein
College
International Psychoanalytic University
Grade
1,0
Author
Benjamin Dittrich (Author)
Publication Year
2016
Pages
23
Catalog Number
V993213
ISBN (eBook)
9783346358479
ISBN (Book)
9783346358486
Language
German
Tags
Projektion Psychoanalyse Freud Klein Adorno Epistemologie Antisemitismus Subjekttheorie Subjekt Objekt Abwehrmechanismen Pathische Projektion Kritische Theorie Geschichte der Psychologie Melanie Klein Spaltung Entwicklungspsychologie Säuglingsforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Dittrich (Author), 2016, Die Projektion. Der Begriff in den Subjekttheorien von Sigmund Freud und Melanie Klein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993213
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