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Die Fragmentierung der Heimat

Eine Analyse des Heimatbegriffs im Roman "Heimsuchung" von Jenny Erpenbeck

Title: Die Fragmentierung der Heimat

Term Paper , 2019 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Caroline Töpfer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Verständnis sowie der Verwendung des Heimatbegriffs in Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“. Dafür möchte ich den Begriff zunächst kurz erläutern. Dabei stütze ich mich vor allem auf die Literatur von Michael Neumeyer. Anschließend werde ich analysieren, wie die Autorin den Begriff im Roman verwendet und zergliedert. Abschließend sollen drei Romankapitel exemplarisch analysiert werden.

Heimat ist ein großer, ein kraftvoller Begriff. Es ist ein kurzes Wort, das die stärksten Gefühle hervorrufen und dessen Bedeutung die Menschen zu den schönsten, absurdesten und schrecklichsten Handlungen verleiten kann. In den letzten Jahren hat die Forderung nach einem traditionellen Heimatverständnis gesellschaftlich und politisch wieder an Bedeutung gewonnen. Die Sehnsucht und Suche nach einer klar definierten und räumlich begrenzten Heimat sowie der Wunsch nach einem starken Heimatgefühl scheinen in Zeiten globaler Vernetzung und angestrebtem Weltbürgertum eher größer denn geringer zu werden. Eine klare Vorstellung davon oder einen gesellschaftlichen Konsens was genau Heimat ist, was sie begrifflich beinhaltet und bedeutet und was eben nicht, scheint es jedoch nicht zu geben. Vielmehr scheint nahezu alles mit dem Wort Heimat assoziierbar. Diese Bedeutungsfülle erhöht die Vielschichtigkeit und Unüberschaubarkeit des Begriffs und erschwert dessen Erfassung und Definierung.

In ihrem Roman Heimsuchung geht die Autorin Jenny Erpenbeck dem Phänomen Heimat literarisch auf den Grund. Ihr gelingt im Roman, was der rein sachlichen Definition schwerfällt, die Zergliederung des Heimatbegriffs in einzelne, gleichwertige Facetten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Heimat? – Die Entwirrung eines Begriffs

3. Der Heimatbegriff im Roman

3.1. Heimat als Grundmotiv

3.2. Die verschiedenen Heimatkonzepte der Figuren

3.3. Heimat als semantisches Feld

4. Drei ausgewählte Beispiele

4.1. Der Großbauer und seine vier Töchter

4.2. Der Architekt

4.3. Der Tuchfabrikant

5. Fazit

6. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Jenny Erpenbeck in ihrem Roman "Heimsuchung" den komplexen und vielschichtigen Begriff der Heimat inhaltlich und sprachlich verarbeitet. Das primäre Ziel ist es, die "Zergliederung" des Heimatbegriffs in einzelne Facetten aufzuzeigen, da sich dieser einer pauschalen, rein sachlichen Definition entzieht und stattdessen durch die individuellen Schicksale und Konzepte der Romanfiguren definiert wird.

  • Theoretische Fundierung des Heimatbegriffs unter Rückgriff auf die Literatur von Michael Neumeyer
  • Analyse von Heimat als Grundmotiv, das an eine konstante geografische Verortung gebunden ist
  • Untersuchung differierender Heimatkonzepte (haptisch-besitzorientiert vs. emotional-familiär)
  • Herausarbeitung der sprachlichen Gestaltung als semantisches Feld
  • Exemplarische Fallstudien zu ausgewählten Romankapiteln (Großbauer, Architekt, Tuchfabrikant)

Auszug aus dem Buch

3.1. Heimat als Grundmotiv

Jenny Erpenbeck nähert sich dem Motiv ihres Romans in einer immer enger werdenden Kreisbewegung. Sie führt inhaltlich ausholend an Thema und Handlungsort heran. Den Prolog versetzt sie dafür weit in die Frühgeschichte, in eine Zeit „vor ungefähr vierundzwanzigtausend Jahren“, (H, S.9). Der zukünftige Handlungsort, ein Grundstück am Märkischen Meer, existiert in seiner späteren Form noch nicht. Stattdessen bekommt der Leser einen Eindruck der ursprünglichen Natur und der Naturgewalten, die die spätere Landschaft prägen werden. Gleichwohl wird bereits deutlich, dass die Handlung des Romans nicht in diesen Urzeiten verweilen wird. Der erste Satz verrät, hier wird einmal ein Haus stehen, diese Landschaft wird einmal Heimat sein:

„Bis zum Felsmassiv, das inzwischen nur noch als sanfter Hügel oberhalb des Hauses zu sehen ist, schob sich vor ungefähr vierundzwanzigtausend Jahren das Eis vor“, (H, S.9).

Lässt man den Prolog außer Acht umfasst die Haupthandlung des Romans ca. 100 Jahre. Im Laufe der Erzählung entwickelt sich dabei kapitelübergreifend eine inhaltliche Verbindung zwischen den Begriffen: Natur, Besitz, Erbe, Familie, Kauf, Haus, Heim, Pacht, Verkauf und letztlich immer Verlust. Dabei treten diese Begriffe nicht unbedingt wörtlich im Roman auf. Es handelt sich hierbei um zusammenfassende Begriffe, die letztlich in ihrer Gesamtheit eine stetige Wiederholung des Romangeschehens andeuten oder voraussagen. So entsteht zum einen eine begriffliche Verbindung zwischen den Figuren, da der Leser einer fortlaufenden Geschichte folgt. Zum anderen schließt sich letztlich semantisch und inhaltlich ein Kreis. Die Erzählung thematisiert die ständige Wiederholung von Besitz und Nichtbesitz, von Gewinn und Verlust der Heimat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Heimatdefinition und Vorstellung der Zielsetzung, den Heimatbegriff in Erpenbecks Roman durch Zergliederung in einzelne Facetten zu analysieren.

2. Was ist Heimat? – Die Entwirrung eines Begriffs: Diskussion der theoretischen Grundlagen und der Vielschichtigkeit des Heimatbegriffs unter Einbeziehung verschiedener Forschungspositionen.

3. Der Heimatbegriff im Roman: Darstellung der dreifachen Umsetzungsweise von Heimat im Roman als Grundmotiv, in der Figurenkonzeption und durch sprachliche Gestaltung.

4. Drei ausgewählte Beispiele: Exemplarische Analyse der Heimatkonzepte in den Kapiteln über den Großbauer, den Architekten und den Tuchfabrikanten.

5. Fazit: Zusammenfassende Schlussbetrachtung, die bestätigt, dass Heimat ein subjektiver, im stetigen Wandel begriffener Begriff ist, der sich jeder universellen Festlegung entzieht.

6. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der Internet- und Liedquellen.

Schlüsselwörter

Heimat, Jenny Erpenbeck, Heimsuchung, Heimatbegriff, Identität, Besitz, Verlust, Semantisches Feld, Romananalyse, Individuelles Heimatverständnis, Migration, Exil, Ortsbezogenheit, Familiengeschichte, Fragmentierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Heimatbegriff im Roman "Heimsuchung" von Jenny Erpenbeck und untersucht, wie die Autorin diesen komplexen Begriff literarisch und sprachlich zergliedert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Themen Besitz und Nichtbesitz, die emotionale Bindung an Orte, familiäre Traditionen sowie das Spannungsfeld zwischen Heimat und Fremde.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Heimat kein eindimensionaler Begriff ist, sondern durch die Aufspaltung in einzelne, gleichwertige Facetten in Erpenbecks Roman erst fassbar gemacht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die den theoretischen Heimatbegriff nach Michael Neumeyer mit exemplarischen Textanalysen einzelner Romankapitel verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Heimat als Grundmotiv, die Differenzierung der Heimatkonzepte der Figuren sowie die Analyse der Sprache als semantisches Feld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heimat, Identität, Fragmentierung, Besitz, Verlust und semantische Felder charakterisiert.

Warum ist das "Grundmotiv" für den Roman so wichtig?

Das Grundmotiv verbindet die Erzählung mit einem konstanten geografischen Handlungsort, der durch die Zeit hindurch das "Skelett" für die verschiedenen Lebensgeschichten bildet.

Inwiefern unterscheiden sich die Heimatkonzepte der Figuren im Roman?

Die Figuren definieren Heimat unterschiedlich: Der Architekt über haptischen Besitz und bauliche Aspekte, der Tuchfabrikant hingegen primär über die Verbundenheit und den Fortbestand seiner Familie.

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Details

Title
Die Fragmentierung der Heimat
Subtitle
Eine Analyse des Heimatbegriffs im Roman "Heimsuchung" von Jenny Erpenbeck
College
Humboldt-University of Berlin  (Deutsche Literatur)
Grade
1,0
Author
Caroline Töpfer (Author)
Publication Year
2019
Pages
20
Catalog Number
V993244
ISBN (eBook)
9783346358196
ISBN (Book)
9783346358202
Language
German
Tags
Heimat Heimatbegriff Heimsuchung Jenny Erpenbeck
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Caroline Töpfer (Author), 2019, Die Fragmentierung der Heimat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993244
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