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Japans imperiale Ambitionen. Die Zivilisierungsmission des Meiji-Reichs

Title: Japans imperiale Ambitionen. Die Zivilisierungsmission des Meiji-Reichs

Term Paper , 2018 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marcus Kiefer (Author)

World History - Modern History
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Summary Excerpt Details

Ist das Vorgehen, welches wir bei der japanischen Armee und der Meiji-Regierung bei der Kolonisierung des Pazifikraums zwischen 1895 und 1912 zu beobachten war, vergleichbar und vielleicht sogar inspiriert von den kolonialen Praktiken der westlichen Mächte des 18., 19. und 20. Jahrhunderts?

Um die Frage zu beantworten, wird zunächst ein grober Überblick über die Denkmuster, Ausmaße und Vorgehensweisen der westlichen Kolonialmächte gegeben. Danach wird die Geschichte des japanischen Kolonialreichs beschrieben und anschließend mittels konkreter Beispiele die Kolonialisierungsmethodik des Reichs in Augenschein genommen. Der Fokus wird hierbei auf der Gründung und der „klassischen Kolonisierung“ zur Regierungszeit Kaiser Mutsuhitos vom Ende des 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert liegen, da diese etwa in die selbe Zeit mit dem Hochimperialismus fällt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die westliche „Zivilisierungsmission“

2.1. Die Leiter der menschlichen Entwicklung

2.2. Die Lehre von menschlichen „Rassen“

2.3. Offen für neue Ideen: Japan lernt vom Westen

3. Von den Plänen zur Tat

3.1 „Selbstzivilisierung“: Die Meiji-Restauration

3.2 Beginn des Kolonialreichs

3.3 Der Sieg über den Westen; Alleinherrschaft über Korea

4. Die Kolonialherrschaftspraxis

4.1 Beispiel Taiwan

4.2. Beispiel Korea

5. Alte Träume, neue Werkzeuge

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das japanische Vorgehen bei der Kolonisierung des Pazifikraums zwischen 1895 und 1912 durch die kolonialen Praktiken westlicher Mächte inspiriert war. Dabei wird analysiert, wie Japan seine „Zivilisierungsmission“ legitimierte und welche Parallelen sowie Unterschiede in der Verwaltung von Taiwan und Korea im Vergleich zum westlichen Imperialismus erkennbar sind.

  • Analyse der theoretischen Fundamente westlicher Zivilisierungsmissionen.
  • Untersuchung der japanischen Modernisierung nach der Meiji-Restauration.
  • Vergleich der japanischen Kolonialpraxis in Taiwan und Korea mit westlichen Vorbildern.
  • Bewertung des Einflusses von Sozialdarwinismus und Rassenlehre auf das japanische Selbstverständnis.

Auszug aus dem Buch

3.3 Der Sieg über den Westen; Alleinherrschaft über Korea

Bereits 1875 gab es einen Interessenskonflikt zwischen dem Zarenreich und Japan, dieser konnte allerdings durch einen Vertrag über die Ansprüche auf die Kurilen (nun eindeutig zu Japan) und Sachalin (nun eindeutig zu Russland) entspannt werden. Diesmal ging es jedoch um mehr als einige karge Inseln. Russland hatte ein wirtschaftliches Interesse an der Mandschurei, denn durch diese sollte eine profitable Eisenbahnlinie zu den reichen Hafenstädten Chinas führen. Allerdings grenzte die geplante Strecke nun direkt an von Japan beanspruchtes Territorium. Im Falle eines Konflikts wäre sie damit nur ein allzu leichtes Ziel für japanische Truppen. Auf der anderen Seite befürchtete die Meiji-Regierung, dass Russlands Pläne nicht in der Mandschurei endeten und man ihnen stattdessen das gerade erst mühsam unter Kontrolle gebrachte Korea streitig machen wollte.

Wieder streckte Japan die diplomatischen Fühler aus und im Gegensatz zu den Jahrzehnten davor, gab es nun ein eindeutiges außenpolitisches Ziel, ein Schutzbündnis gegen Russland. Hier fand sich mit Großbritannien auch schnell der ideale Partner. Die Briten hatten selbst das letzte Jahrhundert damit verbracht mit den Russen um Zentralasien zu streiten, was als „The Great Game“ bezeichnet wurde. Mit dieser Absicherung und der öffentlichen Meinung auf ihrer Seite, beschloss das Kabinett im Februar 1904 Russland den Krieg zu erklären. Der Konflikt ähnelte in seinen Taktiken und dem eingesetzten Kriegsgerät dem Ersten Weltkrieg und wird daher auch manchmal als der erste moderne Krieg gesehen. Er war zudem ein massiver Erfolg für Japan.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die historischen Ambitionen Japans seit der Sengoku-Periode und setzt den Rahmen für die Frage, ob der japanische Imperialismus westlich inspiriert war.

2. Die westliche „Zivilisierungsmission“: Hier werden die theoretischen Grundlagen des europäischen Kolonialismus, insbesondere die Zivilisierungsmission und die Rassenlehre, sowie der japanische Lernprozess vom Westen analysiert.

3. Von den Plänen zur Tat: Dieses Kapitel beschreibt die innenpolitische Transformation Japans während der Meiji-Restauration und den daraus resultierenden Beginn der imperialen Expansion.

4. Die Kolonialherrschaftspraxis: Anhand der Fallbeispiele Taiwan und Korea wird untersucht, wie Japan seine Vorstellungen von Verwaltung und Zivilisierung in die Praxis umsetzte.

5. Alte Träume, neue Werkzeuge: Im Fazit wird reflektiert, wie Japan westliche Werkzeuge nutzte, um eigene imperiale Ziele zu erreichen, und dabei selbst zum paradoxen Akteur einer Zivilisierungsmission wurde.

Schlüsselwörter

Japan, Meiji-Restauration, Zivilisierungsmission, Kolonialismus, Korea, Taiwan, Imperialismus, Sozialdarwinismus, Modernisierung, Außenpolitik, Rassenlehre, Pazifikraum, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Expansion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die imperialen Bestrebungen des japanischen Kaiserreichs während der Meiji-Zeit und setzt diese in Bezug zum zeitgenössischen westlichen Kolonialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die „Zivilisierungsmission“, der Einfluss westlicher Theorien wie Sozialdarwinismus, die japanische Modernisierung sowie die koloniale Praxis in Taiwan und Korea.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet, ob das japanische Vorgehen bei der Kolonisierung des Pazifikraums zwischen 1895 und 1912 durch westliche Kolonialpraktiken inspiriert oder vergleichbar war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, gestützt auf die Forschung renommierter Historiker wie Marius B. Jansen und Mark R. Peattie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der westlichen Ideologie der Zivilisierung, dem Übergang Japans zum Imperialismus und der spezifischen Verwaltungspraxis in den besetzten Gebieten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Meiji-Restauration, Zivilisierungsmission, japanischer Imperialismus, koloniale Verwaltung und das Verhältnis zu westlichen Mächten.

Warum galt Bildung in Korea unter japanischer Herrschaft als Bedrohung?

Bildung wurde als Mittel zur Förderung nationaler Unabhängigkeitsgedanken gefürchtet, weshalb die japanische Regierung Privatschulen verbot und nur staatlich kontrollierte Lehre zuließ.

Welche Rolle spielte der Sozialdarwinismus für Japan?

Er diente als ideologisches Werkzeug, um die eigene Expansion zu rechtfertigen und Japan in der Hierarchie der „zivilisierten“ Nationen an die Seite des Westens zu rücken.

Wie unterschied sich die koloniale Verwaltung in Taiwan von der in Korea?

Die Verwaltung in Taiwan war ein früher Lernprozess, dessen gewonnenes Modell später unreflektiert und oft unflexibel auf die komplexeren Strukturen in Korea übertragen wurde.

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Details

Title
Japans imperiale Ambitionen. Die Zivilisierungsmission des Meiji-Reichs
College
University of Mannheim  (Historisches Institut)
Course
"Zivilisierungsmission": Menschenbilder und Ordnungsvorstellungen im Britischen Empire
Grade
1,7
Author
Marcus Kiefer (Author)
Publication Year
2018
Pages
28
Catalog Number
V993320
ISBN (eBook)
9783346358431
ISBN (Book)
9783346358448
Language
German
Tags
Imperialzeit Kolonie Taiwan Korea Japan Meiji
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Kiefer (Author), 2018, Japans imperiale Ambitionen. Die Zivilisierungsmission des Meiji-Reichs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993320
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