Diese Abschlussarbeit untersucht, welche Argumente politische Akteur*innen der Bundesrepublik Deutschland innerhalb des Diskurses und Viskurses auf Instagram in Bezug auf die Viruserkrankung SARS-CoV-2 verwenden, um Substantiell starke Rahmen zu konstruieren.
In einer Flut technischer Bilder entsteht in niedrigen Zeitintervallen ein visueller Dialog. Mit Hilfe einer Medien-Inhaltsanalyse und dichten Beschreibungen wurden dabei die Daten über die Beiträge der im Bundestag vertretenen Parteien ausgewertet. Folglich ist dem Netzwerk zu attestieren, dass dieses eine vitale Teilöffentlichkeit kreiert.
Hierbei wurde vermehrt in einem gesundheitspolitischen Rahmen kommuniziert. Jene Argumente, welche einzelne standen stachen weniger hervor, im Gegensatz zu serielle Abfolgen. Letztendlich war eine große Zustimmung zu den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus messbar.
Inhaltsverzeichnis
1. Lebensfreude
1.1 Einleitung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Methoden
2. Medienwerkstoffe
2.1 Teilöffentlichkeit
2.2 Medien-Inhaltsanalyse
2.3 Philosophische Ansätze
2.4 Substantiell starke Rahmen
3. Visueller Öffentlichkeitsprozess
3.1 Diskurs und Viskurs
3.2 Gesundheitskommunikation in sozialen Online-Netzwerken
3.3 Limitationen
3.4 Conclusio
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Argumentationsmuster politischer Akteure in Deutschland auf Instagram im Kontext der COVID-19-Pandemie. Ziel ist es, durch eine Medien-Inhaltsanalyse und eine visuelle Untersuchung aufzudecken, wie politische Parteien in sozialen Online-Netzwerken "Substantiell Starke Rahmen" (SSRs) konstruieren, um Themen wie Gesundheit, Wirtschaft und Soziales zu besetzen und diskursive Prozesse in einer digitalen Teilöffentlichkeit zu beeinflussen.
- Analyse der visuellen und textlichen Kommunikationsstrategien von Bundestagsparteien auf Instagram.
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Diskurs (Text) und Viskurs (Bild) im digitalen Raum.
- Erforschung der Rolle von "Substantiell Starken Rahmen" zur Beeinflussung der öffentlichen Meinungsbildung.
- Vergleichende Betrachtung der Nutzungsintensität und Argumentationsschwerpunkte während der Pandemie.
- Evaluation der Grenzen politischer Kommunikation in sozialen Online-Netzwerken angesichts algorithmischer und struktureller Bedingungen.
Auszug aus dem Buch
Substantiell Starke Rahmen
„Unter Framing bzw. Nachrichtenframing kann ganz allgemein die Art und Weise verstanden werden, wie ein bestimmtes Thema sowie bestimmte Informationen medial dargestellt werden“ (Rossmann & Hastall, 2019, S. 308). Auf bestimmte Thematiken soll das Publikum aufmerksam gemacht und sensibilisiert werden (ebd., S. 311).
Anhand der Quantität der Argumente entsteht eine erste Vorstellung über Rahmen substantieller Stärken, in welchen dementsprechend rege diskutiert wird. Denn die Themengebiete, welche für die Bürger_innen besonders belangvoll sind, werden voraussichtlich am häufigsten aufgegriffen und somit visuell und textlich verbalisiert. In The Origin of Dialogue in News Media beschreibt Hänggli, dass Politiker_innen zunächst einen Rahmen suchen, welcher nach ihrer Überzeugung für die Bürger_innen von besonderer Bedeutung ist (vgl. Hänggli, 2020, S. 68): Eine „Strong Emphasis Choice“ (ebd.). Dies ist eine der Hauptaufgaben vor der Debatte (vgl. Lupia, 2016, zitiert nach ebd.). Denn je komplexer ein zu erörterndes Thema, desto wichtiger ist es, jene Aspekte herauszuarbeiten, welche beim Publikum nicht nur Resonanz, sondern auch Zustimmung auslösen.
Bei der Frage nach der Stärke eines Argumentes geht es daher, insbesondere in diesem Fall, nicht unbedingt um die Zustimmung ad-hoc, sondern viel mehr um die Reaktion des/der politischen Gegner_in: „The strength of the frames in communication is operationalised by the opponents defensive reactions with respect to a given frame, i.e., by the shares of the opponents' counter-arguments, averaged across the frames in the media input and the media frames“ (Hänggli & Kriesi, 2010, zitiert nach Hänggli, 2020, S.192).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lebensfreude: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die methodische Herangehensweise sowie den theoretischen Kontext der Diskurs- und Viskursforschung.
2. Medienwerkstoffe: Dieses Kapitel analysiert die Teilöffentlichkeit, die methodischen Grundlagen der Medien-Inhaltsanalyse und philosophische Ansätze, um abschließend den Begriff der "Substantiell Starken Rahmen" zu definieren.
3. Visueller Öffentlichkeitsprozess: Das Kapitel untersucht die Dynamik von Diskurs und Viskurs auf Instagram, beleuchtet die spezifische Gesundheitskommunikation der Parteien, kritisiert die Limitationen der Studie und zieht in der Conclusio ein Fazit über die Rolle sozialer Medien in der Pandemie-Debatte.
Schlüsselwörter
Instagram, Politische Kommunikation, COVID-19, Framing, Substantiell Starke Rahmen, Diskurs, Viskurs, Medien-Inhaltsanalyse, Soziale Online-Netzwerke, Teilöffentlichkeit, Gesundheitskommunikation, Digitale Infrastruktur, Politische Parteien, Argumentationsmuster, Öffentliche Debatte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie politische Parteien in Deutschland die COVID-19-Pandemie auf Instagram kommunikativ verarbeiten und welche "Substantiell Starken Rahmen" sie nutzen, um ihre Positionen in einer digital fragmentierten Öffentlichkeit durchzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Analyse konzentriert sich auf gesundheits-, wirtschafts-, digital- und sozialpolitische Themen, die von Parteien im Zeitraum von Februar bis September 2020 auf Instagram in Form von Fotos und Videos thematisiert wurden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Welche Argumente verwenden politische Akteure der Bundesrepublik Deutschland innerhalb des Diskurs und Viskurs auf Instagram in Bezug auf die Viruserkrankung SARS-CoV-2, um SSRs zu konstruieren?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autor verwendet eine manuelle Literaturrecherche, ergänzt durch eine qualitative und quantitative Medien-Inhaltsanalyse der Beiträge von Bundestagsparteien sowie eine "thick description" zur Analyse der visuellen Kommunikationsanteile (Viskurs).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Rahmenbedingungen von Öffentlichkeit und Framing, stellt die empirische Datenerhebung zu den Beiträgen der Parteien dar und erläutert anhand von Beispielen die visuelle Inszenierung politischer Argumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Instagram, Politische Kommunikation, Framing, Substantiell Starke Rahmen, Diskurs und Viskurs sowie Gesundheitskommunikation charakterisieren.
Warum ist das "Möbiusband" für die Analyse relevant?
Das Möbiusband dient als theoretische Metapher für die Verschränkung von Diskurs und Viskurs im digitalen Raum, in dem Innen- und Außenseiten oder aktive und passive Rollen der Rezipienten schwer voneinander trennbar sind.
Welche Rolle spielt die "Digitale Infrastruktur" bei der Kommunikation?
Der Autor argumentiert, dass die technische Architektur sozialer Medien (z.B. der Algorithmus auf Instagram) die Art der politischen Kommunikation beeinflusst und oft zu einer "rhetorischen Bildsprache" führt, die sich von klassisch-rationalen Diskursen unterscheidet.
Was ist das zentrale Fazit zur "Dissonanz" in der öffentlichen Debatte?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Fragmentierung der Öffentlichkeit und das Fehlen eines gemeinsamen, journalistisch moderierten Diskursraums eine "Dissonanz" erzeugen, welche durch das Kommunikationsverhalten der Parteien in sozialen Netzwerken weiter befeuert wird.
- Quote paper
- Julien Brühl (Author), 2020, Wie argumentieren Politiker auf Instagram zur Covid-19-Pandemie? Substantiell starke Rahmen im Diskurs und Viskurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993325