Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszufinden, weshalb es Sinn macht, Prozessmodellierung mit Hilfe des Anwendungstools ARIS in Kombination mit der Notation BPMN durchzuführen. Dies soll im Zuge dieses Essays thematisiert werden. Für ein besseres Verständnis müssen dabei einige Fragen geklärt werden: „Was wird unter Geschäftsprozess und Modellierung verstanden und warum sollten Prozesse modelliert werden?“, „Wie lassen sich diese beschreiben und dokumentieren?“ sowie „Welche Notationen zur Modellierung von Geschäftsprozessen stehen zur Verfügung und über welche Modellierungselemente (Objekte) verfügen diese?“. Um diese Fragen zu beantworten, definiert Kapitel 2 zunächst den Begriff Prozessmodellierung. Anschließend wird eine Methode, die für die Modellierung von Geschäftsprozessen zur Verfügung steht, und ausgewählte Notationen, in diesem Fall BPMN, vorgestellt.
Die technologische Entwicklung und die zunehmende Globalisierung stellen immer mehr Anforderungen an viele Unternehmen. Entwicklungspfade hin zu einer internationalen Unternehmenskultur und ständige Kostenoptimierung zwingen Unternehmen immer mehr zur Verbesserung ihrer Prozesse. Die Geschäftsprozessmodellierung stellt in Bezug auf die Entwicklung betrieblicher Anwendungssysteme sowie als Teil der Prozessorientierung im Rahmen eines allgemeinen Managementansatzes ein wichtiges Thema dar. Dementsprechend sollte Geschäftsprozessmodellierung auch Bestandteil der beruflichen Erstausbildung sein. Um adaptiv mit den Veränderungen im Marktumfeld umgehen zu können, wird eine agile Arbeitsweise in Unternehmen verlangt. Für die Gewährleistung dieser, ist es notwendig die Prozesse zu kennen, aber auch unnötige Schritte in Prozessen auszusortieren um nicht notwendige Ressourcen zu sparen. Auch infolge der ständigen Fluktuation im Unternehmen ist es wichtig, die Prozesse digital zu erfassen, damit neue Mitarbeiter ohne großen Aufwand eingearbeitet werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Begrifflichkeiten zur Prozessmodellierung
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Geschäftsprozess
2.1.2 Modell, Modellierung, Modellierungssprache
2.2 Gründe für die Prozessmodellierung
3 ARIS und BPMN als Verfahren
3.1 ARIS
3.2 BPMN
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Nutzen der Geschäftsprozessmodellierung zur Steigerung der Unternehmenseffizienz und Transparenz, wobei der Fokus auf dem Einsatz des Anwendungstools ARIS in Kombination mit der Standardnotation BPMN liegt.
- Grundlagen und Definitionen der Prozessmodellierung
- Nutzen und Anwendungsbereiche von Prozessmodellen
- Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS) als Werkzeug
- Business Process Model and Notation (BPMN) als Standardnotation
Auszug aus dem Buch
ARIS
Das ARIS (Architektur integrierter Informationssysteme) Toolset oder die die heute genannte ARIS Platform ist ein Software-Werkzeug der Darmstädter Software AG zum Entwerfen, Pflegen und Optimieren von Geschäftsprozessen, das auf dem ARIS-Konzept basiert. Die Entwicklung des ARIS-Konzepts wurde in den 90er Jahren von August Wilhelm Scheer an der Universität Saarbrücken in der Theorie vorangetrieben. Im Jahr 1993 wurde dieses Konzept dann als Softwareprodukt „ARIS Toolset Version 1.0“ des von ihm gegründeten Unternehmen IDS Scheer GmbH vermarktet. Die später gegründete IDS Scheer AG wurde 2010 von der Software AG übernommen und bietet heute die aktuellste Version von ARIS an. ARIS ist zum einen ein Konzept und zum anderen ein Software-Werkzeug. Diese Unterscheidung ist grundlegend für das Verständnis. Die Software und das Konzept können unabhängig voneinander betrachtet werden. Das bedeutet z. B., dass eine konzeptionelle Ausbildung in ARIS im Allgemeinen das Prozessdenken schult.
Dieses Wissen ist dann in jedem Fall im konkreten Problemfällen hilfreich, unabhängig davon, ob ARIS, ein anderes Modellierungswerkzeug oder gar kein Werkzeug zur Lösung des Problems eingesetzt wird. Um eine Architektur im Sinne von ARIS abzuleiten, wird ein Modell für Geschäftsprozesse entwickelt, dass alle wesentlichen Merkmale zur Beschreibung von Kern-, Geschäfts-, Support- und Managementprozessen enthält. Die hohe Komplexität des resultierenden Modells (als Abbild der Geschäftsrealität) mit den Objekttypen: Funktion, Ereignis, Daten, Organisationselement und Leistung wird auf einzelne, zu handhabende Beschreibungsebenen und Beschreibungssichten reduziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die steigende Relevanz der Geschäftsprozessmodellierung in einem agilen Marktumfeld und formuliert die Zielsetzung der Untersuchung von ARIS und BPMN.
2 Grundlagen und Begrifflichkeiten zur Prozessmodellierung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Geschäftsprozess, Modell und Modellierungssprache und beleuchtet die strategischen Gründe für die Einführung einer Prozessmodellierung.
3 ARIS und BPMN als Verfahren: Das Kapitel stellt ARIS als methodisches Konzept und Software-Werkzeug sowie BPMN als standardisierte Modellierungssprache für die Praxis vor.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Kombination von ARIS und BPMN die digitale Prozessdarstellung erfolgreich unterstützt und zur Effizienz sowie Transparenz beiträgt.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozess, Prozessmodellierung, ARIS, BPMN, Software-Werkzeug, Modellierungssprache, Unternehmenskultur, Kostenoptimierung, Transparenz, Qualitätsmanagement, Prozessanalyse, Modellierungsobjekte, Standardnotation, Unternehmensprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Modellierung von Geschäftsprozessen, um Unternehmen in einem globalisierten und agilen Marktumfeld wettbewerbsfähig zu halten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder sind die theoretischen Grundlagen der Prozessmodellierung, deren praktischer Nutzen für Unternehmen sowie die Anwendung des ARIS-Konzepts und der BPMN-Notation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es herauszufinden, warum die Kombination aus dem Anwendungstool ARIS und der Notation BPMN sinnvoll für die Dokumentation und Optimierung von Geschäftsprozessen ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und Definition der Modellierungsgrundlagen, kombiniert mit einer technischen Beschreibung der Verfahren ARIS und BPMN.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition (Prozess, Modell, Sprache), die Begründung für den Einsatz von Modellierung (Transparenz, Zertifizierung, Wissenssicherung) und die technische Vorstellung der Verfahren ARIS und BPMN.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prozessmodellierung, ARIS, BPMN, Geschäftsprozess, Transparenz, Kostenoptimierung und Modellierungssprache.
Warum ist eine Ausbildung in ARIS auch ohne das Tool hilfreich?
Laut Autorin schult die konzeptionelle Ausbildung in ARIS das allgemeine Prozessdenken, was bei der Problemlösung in verschiedenen unternehmerischen Situationen auch ohne das spezifische Werkzeug hilfreich ist.
Inwieweit spielt die Zertifizierung eine Rolle für die Prozessmodellierung?
Prozessmodelle dienen als standardisierte Dokumentationsform und sind eine wesentliche Voraussetzung für Qualitätsmanagement-Zertifizierungen, etwa nach DIN EN ISO 9001:2008.
- Arbeit zitieren
- Blerta Laiq (Autor:in), 2020, Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS) und Business Process Modelling and Notation (BPMN) als Verfahren zur Modellierung von Geschäftsprozessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993450