Gedanken über die Zukunft und Zukunftsforschung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002
13 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Futurologie und Futuristik

2. Prognostik

3. Szenario-Technik
3.1. Geschichte der Szenario-Technik
3.2. Trend, Alternativen, Kontraste
3.3. Instrumente der Strategische Analyse
3.4. Vorteile der Szenario-Technik
3.5. Nachteile der Szenario-Technik

4. Planung

5. Die Sieben Herausforderungen an unsere Gesellschaft

6. Naturschutz, Bevölkerungsexplosion und Hunger

7. Naturerhaltung und Gesellschaftsordnung

8. Zukunftsorientierte Ethik

9. Natur und Kultur

Schlusswort

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Zukunft ist nicht alles, aber ohne Zukunft ist alles nichts“

„Die Wiedergewinnung der Zukunftsfähigkeit von Mensch und Natur ist die allen Überlegungen vorausgehende Prämisse und Herausforderung für die Politik und damit auch für die politische Bildung“

(Peter Weinbrenner)

Weinbrenner bezieht diese Äußerungen auf die globalen Herausforderungen, die beispielsweise mit dem steigenden Bevölkerungswachstum, Ressourcenverbrauch und der steigenden Umweltbelastung einhergehen.

Tagtäglich begegnen wir Katastrophenmeldungen über Bodenverseuchung, Vergiftung von Nahrungsmitteln, Ozonloch, Treibhauseffekt usw..

Die Krise der Industriegesellschaft ist gekennzeichnet durch eine Marktsättigung, Ressourcenverknappung, Umweltzerstörung und Massenarbeitslosigkeit.

Weinbrenner stellt ebenso die Frage, in welcher Weise Wirtschaft und Technik organisiert werden können, damit auch in Zukunft sichere und lebenswerte Existenzbedingungen für die Menschen geschaffen werden können.

Johannes Keppler: „Die Zukunft richtig vorauszusehen, war und ist seit jeher ein Wunsch der Menschheit. Nicht nur weil wir neugierig sind, sondern um richtige Entscheidungen treffen zu können, denn die Folgen dieser Entscheidungen liegen in der Zukunft.“

Aus diesem Grund unternimmt der Mensch viele Bemühungen, um die Zukunft zu bestimmen. Manche sind weniger ernsthaft, andere zuverlässig. Zu diesen Bemühungen zählen:

- Die Wahrsagerei
- Die Prophetie
- Die Spekulation
- Die Zukunftsforschung als Wissenschaft

Die Ernsthaftigkeit dieser Aussagen wird nicht nur an den Aussagen, sondern vor allem an deren Begründung gemessen.

Im folgenden möchte ich auf den letzten Punkt: „Die Zukunftsforschung als Wissenschaft“ etwas näher eingehen.

1. Futurologie und Futuristik

Gibt es überhaupt eine Zukunft, über die etwas Sicheres ausgesagt werden kann? In unserem wissenschaftlichen Zeitalter ist die Zukunft bereits Gegenstand einer sogenannten Zukunftsforschung geworden. Doch bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte Sir Francis Bacon die Idee eines Forschungsinstituts, das die Probleme der Zukunft lösen würde.

Für August Comte war die von ihn begründete Soziologie auch eine Art von Zukunftsforschung. Er fasste deren Aufgaben in dem berühmt gewordenen Ausspruch zusammen:

„Voir pour prévoir, prévoir pour prévenir“

Wir wollen sehen, um vorauszusehen, und Voraussehen, um [dem Unheil] zuvorzukommen.

Im 19.Jahrhundert erwartete der Nationalökonom Friedrich List von einer Wissenschaft der Zukunft mehr Nützen als von der Wissenschaft der Vergangenheit.

Der Futurologe Ossip K. Flechtheim schreibt in einem seiner Bücher mit dem Titel: „Ist die Zukunft noch zu retten“ (1982) über den Gegenstand der Futurologie und seine Wahrnehmung. „der Gegenstand der Futurologie erscheint uns ..., subjektiv als Erwartung, objektiv als eine Epoche in der Entwicklung der Menschheit, nicht zuletzt aber als eine bloße Dimension der Zeit“.

Grundsätzlich lässt der Begriff Zukunft positives und negatives erwarten. Umgangssprachliche Redewendungen wie: „no future“ oder aber z.B. wenn man sagt, ein junger Mensch „hat Zukunft“ verdeutlichen dies. Immer steht Zukunft für etwas, das vor uns liegt oder auf uns zukommt.

Die meisten Menschen erleben die Gegenwart und die Zukunft als Fortsetzung der Gegenwart, die sie möglichst bewaren möchten. Wer dagegen an den Fortschritt glaubt, sieht die Vergangenheit kritisch.

Um die Probleme der Gegenwart und der Zukunft erfolgreich zu lösen, müssen wir die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft meistern. Das bedeutet, dass die Zukunft eine Herausforderung darstellt, der wir uns heute zu stellen haben.

2. Prognostik

Mit Hilfe der Prognostik will man die zukünftigen Ereignisse und Daten, Tendenzen und Trends, möglichst genau vorhersagen oder sogar vorausberechnen, ohne das man diese Daten beurteilt. Die Zukunft erscheint als eine verlängerte Gegenwart.

Prognostik und Planung werden erst nach der sogenannten Futuristik durchgeführt. Dabei geht es der Futuristik um die Darstellung möglicher und wünschenswerter zukünftiger Ereignisse. Ziel einer kritischen Futurologie ist es, einen Beitrag für eine bessere Zukunft zu leisten.

Jeder Mensch weiß, dass ihm bestimmte Dinge bevorstehen, auf die er keinen Einfluss hat. Niemand zweifelt daran, dass er sterben wird oder dass er Essen, Trinken und Schlafen muss, und nicht nur heute, sondern auch Morgen und Übermorgen. Diese Voraussagen beruhen auf Alltagserfahrungen, weniger auf wissenschaftlichen Theorien.

Mit der Entwicklung der Naturwissenschaften wurde es möglich, bestimmte Naturvorgänge vorauszusagen, die eintreffen, wenn bestimmte Voraussetzungen bestehen. Moderne gesellschaftliche und kulturelle Prozesse sind oft so komplex und dynamisch, dass sie mit gesunden Menschenverstand allein nicht erfassbar sind.

Bei der explorativen Vorausschau spielen Projektionen eine große Rolle. Man nimmt an, dass sich z.B. die Bevölkerung um die selbe Rate vermehren wird, wie in der Vergangenheit. Je weiter man in die Zukunft schaut, desto mehr unvorhergesehenes tritt ein.

Die Spieltheorie versucht eine mathematische Lösung von idealen Konfliktsituation herbeizuführen. Es werden also Situationen simuliert die vorhandenen ähneln und man experimentiert mit Voraussetzungen, die in der Realität nicht ausprobiert werden können, da dies zu teuer moralisch nicht vertretbar wäre. Durch Computersimulationen wird z.B. festgestellt, welche Faktoren zur Luftverschmutzung führen, und es werden Möglichkeiten der Verbesserung ausprobiert. Man könnte sich auch vorstellen, mit Hilfe von Simulationen Situationen zu schaffen, welche beispielsweise die Arbeit so verteilen, dass Arbeitslosigkeit und Armut beseitigt werden.

Wichtig ist ebenso die Intuitive Vorausschau. In ihr vermischen sich Erfahrungen und Sachinformationen mit Phantasie. Dazu gehört auch das sogenannte „Brain stroming“.

Eine Verfeinerung diese Methode ist die von Olaf Helmer entwickelte Delphi- Methode. Bei ihr werden ausgewählte Experten nach ihrer Meinung zu einem Problem gefragt. Diese Experten sehen einander nicht, um möglichst viele subjektive Faktoren auszuschließen. Berühmt wurde die Studie der U.S. rand corporation von 1963/64, in der prominente Zukunftsforscher mit Themen wie Wettervoraussagen, Bevölkerungsentwicklung, Raumfahrt, Automation, Kriegsverhütung usw. konfrontiert worden. Nicht wenige der damaligen Voraussagen waren Fehldiagnosen. So glaubte etwa die Hälfte der Befragten, dass es bis 1975 gelingen würde, das Wetter vorauszubestimmen.

Auch die Szenario-Technik wurde in den Vereinigten Staaten entwickelt. Der Begriff kommt aus der Film und Theater Welt und bezog sich zunächst auf das Filmdrehbuch. Es werden verschiedene Zukünfte durchgespielt, wobei auch versucht wird, die Wege in diese Zukünfte zu erläutern und alternative Möglichkeiten aufzuzeigen. Dabei spielt die kreative Phantasie ein sehr große Rolle. In sofern sind Szenario und Utopie verwandt.

Im folgenden möchte ich mich mit der Szenario-Technik intensiver beschäftigen, da die Szenario-Technik vor allem auch in der Wirtschaft eine häufig angewandte Methode darstellt, um Entwicklungen in der Zukunft quantitativ und qualitativ einschätzen zu können mit dem Ziel, sich frühzeitig auf Veränderungen einstellen zu können.

3. Szenario-Technik

„Über das, was vorbei ist, streitet man nicht mehr. Das was der Vergangenheit angehört, richtet man nicht mehr. Aber das, was das Leben Morgen von uns fördert, das muss bereits heute unsere Aufgabe sein (Konfuzius).“

Der letzte Satz verdeutlicht, dass Entscheidungen, die heute getroffen werden immer zukunftsbezogene Wirkungen haben.

Wie bereits erwähnt stellt die Szenario-Technik ein Verfahren zur Prognose dar. Sie wird eingesetzt, wo quantitative Prognosen nicht mehr ausreichen. Mit der Szenario-Technik werden quantitative Daten und Informationen mit qualitativen Informationen, Einschätzungen und Meinungen verknüpft. Als Ergebnis entstehen detaillierte Beschreibungen einer bzw. mehrere möglicher Zukunftssituationen.

Der Einsatz der Szenario-Technik bietet sich dort an, wo langfristige Prognosen erstellt werden sollen. Diese Prognosen können sich bspw. auf Wirtschafts-, Technologie- und Energieverbrauchsentwicklung oder auch allgemeine kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung beziehen. Die Szenario-Technik ist deshalb wertvoll, weil sie darstellt, welche Faktoren in Wechselwirkung miteinander stehen und in welchem Ausmaß sie die weitere Entwicklungen beeinflussen.

3.1. Geschichte der Szenario-Technik

Die Methode der Szenario-Technik wurde in den 50ger und 60ger Jahren in der USA entwickelt und als Prognose-Technik verbreitet.

Schon in den 70er Jahren wurde die Szenario-Technik als ein Instrument bei der Strategieentwicklung für Unternehmen herangezogen aufgrund der wachsenden Bedeutung globaler Einflussfaktoren. Zu den Pionieren zählte die Shell-Gruppe, die durch die Öl-Krise von Turbolenzen betroffen war. Neben den quantitativen wurden nun auch qualitativen Prognose-Methoden herangezogen.

In der Gegenwart ist die Szenario-Technik vor allem aufgrund der Dynamisierung der Wirtschaft zu einem wichtigen Instrument der Strategieentwicklung für Unternehmen und Staat geworden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung1 : Die drei Grundtypen des Szenarios

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Gedanken über die Zukunft und Zukunftsforschung
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin  (Sozialwissenschaft)
Veranstaltung
Sozialwissenschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
13
Katalognummer
V9935
ISBN (eBook)
9783638165174
ISBN (Buch)
9783668268753
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gedanken, Zukunft, Zukunftsforschung, Sozialwissenschaft
Arbeit zitieren
Nader Hamamreh (Autor), 2002, Gedanken über die Zukunft und Zukunftsforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9935

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