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Lebensorientierung nach der Tradition spätantiker Philosophieschulen. Ist sie, angelehnt an Foucaults Spätwerk, in der Moderne möglich?

Titel: Lebensorientierung nach der Tradition spätantiker Philosophieschulen. Ist sie, angelehnt an Foucaults Spätwerk, in der Moderne möglich?

Seminararbeit , 2020 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Friedrich Meyer-Stach (Autor:in)

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, inwieweit heute in der Moderne eine rationale Lebenspraxis möglich ist, die auf den Traditionen der Spätantike fußt, welchen Einfluss Foucaults Spätwerk darauf hat und welche Relevanz diesem in der Gegenwart zukommt.

Die Frage nach der Selbstsorge und dem guten Leben ist im antiken Griechenland seit Platon bis in die römische Kaiserzeit Marc Aurels Gegenstand der philosophischen Debatte. Gefordert wird die Übereinstimmung der Lebenspraxis mit der Theorie. Die philosophischen Lehren sollen auch gelebt werden. Sokrates verkörpert diese Einheit. "Sein Leben war sein Lehren, seine Praxis war seine Philosophie". Für Aristoteles besteht die beste Lebensform in einem Leben, das Politik und Ethik miteinander verbindet. Beides sind Elemente der Praxis. Diese Auffassung von Philosophie ist danach für eine lange Zeit verloren gegangen und hat erst in der Renaissance durch Montaigne und in der heutigen Zeit wieder an Bedeutung gewonnen. Foucault hat die Schriften zur antiken Lebenspraxis in der Spätphase seines Wirkens aufgegriffen, um deren Einfluss auf die Lebensführung in der Gegenwart zu betrachten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Individuelle existentielle Lebenspraktiken der Antike und Spätantike

2.1 Überblick der antiken Praktiken der Selbstsorge

2.2 Individuelle Praktiken der Selbstsorge

3. Michel Foucaults Leben - Eine biografische Skizze

4. Relevanz der antiken Praktiken für die Gegenwart

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit eine rationale Lebensorientierung nach der Tradition antiker Philosophieschulen in der Moderne möglich ist. Dabei steht im Zentrum, wie Michel Foucaults Spätwerk die antike "Sorge um sich" sowie das Konzept des Wahrsprechens (Parrhesia) als zeitgemäße Lebenspraxis rezipiert und welche Relevanz diese Ansätze für die ethische Lebensführung in der heutigen Gesellschaft haben.

  • Wiederbelebung der Einheit von Theorie und Praxis nach antikem Vorbild
  • Foucaults Analyse der "Technologien des Selbst" und der Selbstsorge
  • Bedeutung der Parrhesia als kritisches, politisches Instrument
  • Rolle der Muße und geistiger Übungen als Antwort auf moderne Beschleunigung
  • Relevanz antiker Lebensformen zur Überwindung des überzogenen Individualismus

Auszug aus dem Buch

2.1 Überblick der antiken Praktiken der Selbstsorge

Foucault postuliert, dass der Einzelne sich über sein Verhältnis zu sich selbst, wie er sich sieht, definiert. Die Bewältigung der Aufgabe erfordert nach Foucault die persönliche Schulung anhand der antiken Forderungen „Erkenne dich selbst“ und des „Um sich selbst Sorgens“. Die Selbstsorge bedarf bestimmter Techniken, geistiger Übungen, wie Vorausbedenken, Zuhören und Lesen. Dazu zählt auch das Aussprechen der Wahrheit. Foucault subsumiert diese unter dem Begriff der „Technologien des Selbst“.

Gepflegt wurden diese schon in den Philosophieschulen Athens. Für Sokrates und Platon steht die individuelle Lebensführung im Zentrum ihrer Studien. Diese sollen Wege aufzeigen, die den Menschen zu einem Leben nach ethischen Maßstäben befähigen. Als Wesen, die über ihr Denken und Handeln zu reflektieren in der Lage sind, müssen sie sich über die Natur ihres Wesens bewusstwerden. Das Orakel in Delphi drückt dies aus durch die Formulierung „Erkenne dich selbst“. Von diesem Gebot nicht zu trennen, ist die Aufforderung der „Sorge um sich selbst“. Platon untersucht diese Sorge im Dialog „Alkibiades“. Darin empfiehlt Sokrates in der Jugend damit zu beginnen und nicht aufzuhören. Denn die Sorge um sich muss als grundlegende Lebensform betrachtet werden. Gegenstand ist nicht allein die Konzentration auf das eigene Leben, auf Fehlervermeidung und Selbsterkenntnis. Darüber hinaus benennt er die Erziehung und das Verhältnis zur Politik als zu betrachtende Bereiche.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung der Selbstsorge von der Antike bis zur Gegenwart und Skizzierung des Forschungsinteresses an Foucaults Spätwerk.

2. Individuelle existentielle Lebenspraktiken der Antike und Spätantike: Darlegung der antiken Techniken zur Lebensführung, insbesondere unter Berücksichtigung von Platon, Aristoteles, Epikur und der Stoa.

2.1 Überblick der antiken Praktiken der Selbstsorge: Analyse der antiken Forderungen zur Selbsterkenntnis und Sorge um sich als grundlegende technologische Praktiken des Subjekts.

2.2 Individuelle Praktiken der Selbstsorge: Untersuchung spezifischer geistiger Übungen und Exerzitien, wie Meditieren, Schreiben und das Konzept des Wahrsprechens.

3. Michel Foucaults Leben - Eine biografische Skizze: Einblick in Foucaults Denken und politisches Handeln vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts.

4. Relevanz der antiken Praktiken für die Gegenwart: Erörterung der Übertragbarkeit antiker Lebenspraktiken auf die Moderne, insbesondere als Mittel gegen den modernen Individualismus.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Aktualität antiker Philosophien und deren beratende Funktion für die Bewältigung gegenwärtiger gesellschaftlicher Krisen.

Schlüsselwörter

Selbstsorge, Foucault, Antike, Philosophie als Lebenspraxis, Parrhesia, Ethik, Subjektivität, Askese, Wahrsprechen, Lebensführung, Stoa, Moderne, Reflexion, Selbstvervollkommnung, Politische Dimension.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz antiker Lebenspraktiken und Philosophieschulen für die moderne Lebensführung, unter besonderer Berücksichtigung von Michel Foucaults Spätwerk.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die "Technologien des Selbst", die Einheit von Theorie und Praxis, das Konzept des Wahrsprechens (Parrhesia) sowie die philosophische Reflexion als Lebensform.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob eine rationale Lebenspraxis, die auf antiken Traditionen fußt, in der heutigen modernen Gesellschaft möglich und sinnvoll ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interpretative und deskriptive Methode, bei der Foucaults Spätwerk ("Hermeneutik des Subjekts", "Der Mut zur Wahrheit") als textliche Grundlage zur Analyse antiker Praktiken dient.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die antiken Praktiken der Selbstsorge (z.B. der Stoiker und Kyniker), Foucaults biografischer Hintergrund und die Anwendung dieser Konzepte auf heutige gesellschaftliche Fragestellungen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Selbstsorge, Parrhesia, Foucault, Lebensführung und Philosophie als Lebenspraxis charakterisiert.

Warum ist laut Autor die "Sorge um sich" keine Form von Egoismus?

Der Autor betont, dass die antike Selbstsorge immer eine ethische Komponente enthält, die das Individuum befähigen soll, verantwortungsvoll in der Gemeinschaft und der Politik zu agieren.

Welche Rolle spielt die Parrhesia für moderne demokratische Gesellschaften?

Die Parrhesia fungiert als notwendiges Instrument des freimütigen Wahrsprechens, das kritisches, öffentliches Handeln gegen Missstände legitimiert, vergleichbar mit der Rolle moderner Whistleblower.

Wie kann Philosophie heute laut dem Fazit beratend wirken?

Philosophie sollte sich nicht mehr im Sinne Platons aktiv in die Machtpolitik einmischen, sondern als beratende Instanz dienen, um dem Individuum bei der Neujustierung seines Lebens und der Abkehr von rein materiellen Bedürfnissen zu helfen.

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Details

Titel
Lebensorientierung nach der Tradition spätantiker Philosophieschulen. Ist sie, angelehnt an Foucaults Spätwerk, in der Moderne möglich?
Hochschule
Hochschule für Philosophie München
Note
1,3
Autor
Friedrich Meyer-Stach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
12
Katalognummer
V993580
ISBN (eBook)
9783346361776
ISBN (Buch)
9783346361783
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lebenskunst der Antike Foucaults Spätwerk
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Friedrich Meyer-Stach (Autor:in), 2020, Lebensorientierung nach der Tradition spätantiker Philosophieschulen. Ist sie, angelehnt an Foucaults Spätwerk, in der Moderne möglich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993580
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Leseprobe aus  12  Seiten
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