Juda und Tamar - Eine historisch-kritische Untersuchung zu Gen 38


Examensarbeit, 2002
92 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

GUTACHTEN

über die Hausarbeit im Fach Katholische Religionslehre

Kandidat(in): Gröne, Carla

Thema: Juda und Tamar. Eine historisch-kritische Untersuchung zu Gen 38

Teilgebiet: A 2

zum Thema:

Die Erzählung von Juda und Tamar enthält einige Merkwürdigkeiten, die in der Forschung die Frage nach einer Entstehungsgeschichte von Gen 38 aufgeworfen haben. Darüber hinaus hat die Position der Erzählung zwischen Gen 37 und 39, also im Kontext der Josefsgeschichte, zu unterschiedlichen redaktionsgeschichtlichen Hypothesen Anlass gegeben. Kurzum: Wer mit der Erzählung von Juda und Tamar historisch-kritisch bzw. literaturwissenschaftlich verantwortet umgehen will, hat zu klären, woher diese Erzählung kommt und warum sie ausgerechnet in Gen 38 steht. -

Die Verf.in hat das ihr gestellte Thema klar erfasst und in eine gelungene Planung der Arbeit umgesetzt. Nach einer kurzen Einleitung (S. 5), einer Darbietung des gegliederten Textes (S. 6-10) und einer Zusammenstellung entscheidender Passagen aus dem Dokument der Päpstlichen Bibelkommission zur historisch-kritischen Methode (S. 11-16) geht die Verf.in ab S. 17 zur Analyse des Textes über. Einem Kapitel zur Textkritik (S. 17-24) folgt eine lierarkritische Untersuchung mit dem Ergebnis, dass der Text aus zwei Einheiten zusammen gesetzt sei (S. 25-36). Diese zusammen gesetzte Einheit ist dann auch Gegenstand der Form- (S. 37-53), Gattungs- (S. 54-63) und Traditionskritik (S. 64-71) sowie der anschließenden Verfasser- und Redaktionskritik (S. 72-85). Die Ergebnisse der Arbeit werden in einem Resümee (S. 86-87) zusammen gefasst; eine Überprüfung des erreichten Ziels der historisch-kritischen Untersuchung bietet die Verf.in in einem kurzen Fazit (S. 88). Ein Literaturverzeichnis (S. 89-92) schließt die Arbeit ab.

Grad der selbständigen Leistung:

Die Arbeit stellt eine durchaus selbständige exegetische Untersuchung der Erzählung von Juda und Tamar dar. Der Umgang mit dem Text und mit der divergierenden Fachliteratur zeigt eine kritische Distanz auf einem insgesamt sehr soliden Niveau.

sachlicher Gehalt:

Unter Berücksichtigung einschlägiger (darunter auch neuester) Veröffentlichungen zu Gen 38 (vgl. Literaturverzeichnis/Fußnoten) wird das gestellte Thema umfassend und differenziert behandelt, so dass im Einzelnen wie im Ganzen stets nachvollziehbare Ergebnisse erzielt werden. Korrekturen oder Präzisierungen in der Sache sind nur vereinzelt angebracht (S. 36, 43, 53, 67).

Methodenbeherrschung:

Die historisch-kritische Methode wird reflektiert (vgl. die Einleitung, die Auszüge aus dem Dokument der Bibelkommission S. 11-16, die jeweiligen Vorbemerkungen zu den einzelnen methodischen Schritten und das auf die Einleitung und auf das Dokument der Bibelkommission zurück lenkende Fazit S. 88), den spezifischen Erfordernissen des Kapitels entsprechend detailliert und sicher angewendet, was mitunter über das in der Fachliteratur Nachlesbare hinausführt. (Eine Auseinandersetzung mit textkritischen Anmerkungen, die Kenntnisse des Hebräischen zur Voraussetzung haben, unterliegt nicht der Bewertung.)

Aufbau/Gliederung:

Die Gliederung der Arbeit entspricht der von der Methodenlehre (vgl. W. RICHTER, Exegese als Literaturwissenschaft; G. FOHRER u.a., Exegese des Alten Testaments) vorgegebenen Reihenfolge der Aspekte, deren Sachlogik durchgehend richtig erfasst ist.

Gedankenführung:

Gemäß dem reflektierten Aufbau der Arbeit zeichnet sich die Gedankenführung durch eine deutlich erkennbare Zielstrebigkeit aus.

sprachliche Form:

Die Arbeit ist weitgehend in einer sachlich gehaltenen Sprache abgefasst und lässt erkennen, dass die Verf.in auch die exegetische Fachsprache sicher beherrscht. Die Ausführungen enthalten einige formale Mängel (K/Gr/R/A/Z), die aber in keinem Fall den Sinn des Gemeinten verunklären.

zusammenfassende Beurteilung:

Die gekonnt durchgeführte historisch-kritische Analyse der Erzählung von Juda und Tamar Gen 38 zeugt von einem umfangreichen und soliden Grundwissen sowie von einer methodischen wie fachsprachlichen Kompetenz im Bereich A. Sie enthält fast ausschließlich Mängel rein formaler Art und stellt insgesamt eine Leistung dar, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt.

Leistungsnote: g u t (2,0)

Dortmund, 30.12.2002

(Prof. Dr. H. Mölle)

[...]

Ende der Leseprobe aus 92 Seiten

Details

Titel
Juda und Tamar - Eine historisch-kritische Untersuchung zu Gen 38
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Theologie)
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
92
Katalognummer
V9936
ISBN (eBook)
9783638165181
ISBN (Buch)
9783640256020
Dateigröße
1370 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Beurteilung der Betreuer: Die gekonnt durchgeführte historisch-kritische Analyse der Erzählung von Juda und Tamar Gen 38 zeugt von einem umfangreichen und soliden Grundwissen sowie von einer methodischen wie fachsprachlichen Kompetenz im Bereich A. Sie enthält fast ausschließlich Mängel rein formaler Art und stellt insgesamt eine Leistung dar, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt.
Schlagworte
Exegese, Juda, Tamar, Genesis, historisch kritisch
Arbeit zitieren
Carla Gröne (Autor), 2002, Juda und Tamar - Eine historisch-kritische Untersuchung zu Gen 38, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9936

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