In dieser Arbeit soll Picassos Aufbruch in Richtung Moderne mit dem Gemälde "Les Demoiselles d’Avignon" untersucht werden. Neben dem Werk wird auch auf die entsprechenden Einflüsse, die in seiner Entstehung auf es selbst und Picasso wirkten, eingegangen, aber auch auf die Wirkungen, die es in der Folge seiner Präsentation auf andere ausübte. Zudem soll seine Rolle in der expliziten Entstehung des Kubismus betrachtet werden und in wie weit das Gemälde als Vorstoß Picassos in eine neue Stilrichtung und die Moderne gesehen werden kann.
Der 1881 geborene Picasso gilt in seinem Kunstschaffen als Maler, Graphiker und Bildhauer als einer der bedeutendsten Künstler des 20 Jahrhunderts. Mit seinen Werken soll er die Moderne mitgeformt oder gar heraufbeschworen haben. Als grundlegender Einfluss steht im Mittelpunkt dieser Debatte Picassos 1907 gemaltes Bild "Les Demoiselles d’Avignon". Als schockierendes und rätselhaftes Bildnis scheint es die Traditionen der Kunstgeschichte in Frage zu stellen. Zunächst von der Öffentlichkeit verborgen gilt es heute neben Guernica als eines von zwei Schlüsselwerken Picassos. Markiert es zum einen den endgültigen Ausbruch Picassos aus dem naturalistischen Darstellen und wird es vielfach auch als Startpunkt des Kubismus genannt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Les Demoiselles d’Avignon
2.2 Hintergründe des Werkes
2.3 Interpretationsversuche
2.4 Zerstörung alter Bildsprache
3. Picasso und die Avantgarde
3.1 Picassos Veränderung
3.2 Kubismus
3.2.1 Les Demoiselles d’Avignon und der Kubismus
3.2.2 Picasso und der Kubismus
3.3 Primitive Einflüsse
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Pablo Picassos Gemälde „Les Demoiselles d’Avignon“ als radikaler Wendepunkt in der Kunstgeschichte und als Wegbereiter der Moderne und des Kubismus. Dabei wird analysiert, wie das Werk durch den bewussten Bruch mit naturalistischen Traditionen und die Integration exotischer Einflüsse neue künstlerische Ausdrucksformen etablierte.
- Analyse von Entstehung und Formensprache des Werkes
- Untersuchung des Bruchs mit traditionellen Bildkonventionen
- Bedeutung von „Les Demoiselles d’Avignon“ für die Entstehung des Kubismus
- Einfluss afrikanischer und iberischer Kunst auf Picassos Schaffen
- Die veränderte Beziehung zwischen Werk und Betrachter
Auszug aus dem Buch
2.1 Les Demoiselles d’Avignon
Picassos Gemälde der „Demoiselles d’Avignon“ ist in Öl auf Leinwand gemalt und entstand im Jahr 1907. Heute befindet sich das 243,9 auf 233,7 Centimeter messende Werk in New York im Museum of Modern Art. Das großformatige und annähern quadratisch wirkende Bild, zeigt fünf Frauen. Nackt oder wenige Köperstellen mit Stoffen bedeckend füllen diese den Bildraum. Von links eröffnet eine Frau die Szene. Sie wendet sich vom Betrachter aus nach rechts und steht dabei seitlich. Ihren rechten Fuß setzt sie nach vorne, mit ihrer linken Hand scheint sie einen roten Vorhang zu heben. Ihr rechter Arm und Schulter, sowie ihre gesamte rechte Flanke bis zur Hüfte sind von einem rosanen Stoff bedeckt, der bis auf den Boden fällt. Das Gesicht zeigt sie im Profil nach rechts blickend, das sichtbare Auge ist mandelförmig und starr. Dunkle schwarze Haare fallen nach hinten auf ihre Schulter, dabei sind die Haare eine deckende Fläche.
Die Farbe ihres Gesichts ist in einem gräulichen rosa Ton dunkler als der Rest ihres Körpers, der in verschiedenen rosa und rot Tönen gehalten ist. Mit markanten, eckigen und groben Formen gestaltet sich ihr Körper nicht naturalistisch. Ihre Körperhaltung ist steif, die Proportionen passen nicht zueinander. Der rechte Arm scheint zu breit, ihre Hände und Füße zu groß. Die Brust ist rechteckig und bildet so einen der kantigen Teile des zusammengewürfelt anmutenden Körpers. Im mittleren Teil des Bildes folgen zwei Frauen die in ihrer Gestaltung der ersten sehr ähneln. Sie sind frontal zu sehen und zeigen so ihre Gesichter von vorne. Dadurch werden beide starr blickenden Mandelaugen hier sichtbar, auch in ihrer groben dreieckigen Nase ähneln sie der ersten Frau.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung Picassos als Schlüsselfigur der Moderne ein und stellt „Les Demoiselles d’Avignon“ als zentrales, kunsthistorisches Schlüsselwerk vor.
2. Hauptteil: Dieser Teil widmet sich detailliert der formalen Beschreibung, den Hintergründen, verschiedenen Interpretationsansätzen und der revolutionären Zerstörung der klassischen Bildsprache durch das Gemälde.
3. Picasso und die Avantgarde: Hier wird Picassos Weg in die Avantgarde, seine persönliche künstlerische Veränderung, das Verhältnis zum Kubismus und der Einfluss primitiver Kunstformen analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt den Status des Werkes als bedeutendes Bindeglied zwischen Tradition und Moderne.
Schlüsselwörter
Pablo Picasso, Les Demoiselles d’Avignon, Moderne, Kubismus, Avantgarde, Kunstgeschichte, Naturalismus, Exotismus, Masken, Bildsprache, Entsemantisierung, 1907, Form, Farbe, Tradition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Gemälde „Les Demoiselles d’Avignon“ von Pablo Picasso und dessen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der modernen Kunst und den Kubismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der bewusste Bruch mit der naturalistischen Bildsprache, die Bedeutung des Schaffensprozesses, der Einfluss fremder Kulturen und die Neudefinition der Betrachter-Werk-Beziehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Rolle des Werkes als radikalen Vorstoß in die Moderne und seine Funktion als Wegbereiter für den Kubismus wissenschaftlich zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kunsthistorische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Monographien und dem Vergleich mit anderen Werken Picassos basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Bildbeschreibung, die Hintergründe der Entstehung, Interpretationsversuche und die philosophische bzw. künstlerische Zerstörung klassischer Konventionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Picasso, Kubismus, Avantgarde, Moderne, Bildsprache und der exorzistischen Funktion der Kunst beschreiben.
Warum wird das Werk als „exorzistisch“ bezeichnet?
Picasso selbst beschrieb das Bild in einem Rückbezug als „exorzistisch“, da es ihm diente, sich von den „bösen Geistern“ der traditionellen Kunstkonventionen zu befreien.
Spielt die afrikanische Kunst eine Rolle für das Verständnis des Bildes?
Ja, besonders die rechten Figuren im Gemälde weisen starke Bezüge zu afrikanischen Masken auf, die Picasso als Mittel zur Abstraktion und Unabhängigkeit von den europäischen Kunsttraditionen nutzte.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Picasso und der Aufbruch in die Moderne. Analyse des Gemäldes "Les Demoiselles d’Avignon", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/993994