Telearbeit und virtuelles Büro


Hausarbeit, 2000

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Telearbeit und virutelles Büro

1. Was ist Telearbeit?

1.1 Definition

Unter Telearbeit versteht man Arbeit, die zumindest zeitweise nicht in der Betirebsstätte des Arbeitgebers, sondern in den Wohnungen oder in der Nähe der Wohnorte der Arbeitskräfte unter Verwendung der modernen Informations- und Kommunikationstechniken durchgeführt wird. Hierbei ist es wichtig, dass es sich um eine regelmäßig ausgeführte Tätigkeit handelt.1

1.2 Geschichte der Telearbeit

Die Telearbeit als solche hat ihre Anfänge in Amerika, wo sie unter dem Begriff ,,Telecommuting" (= ,,Telependeln") bekannt ist.

Das ,,Telecommuting" gewann nach dem Ölschock von 1973 an Bedeutung. Es war auf die Bewältigung der Umweltprobleme ausgerichtet. In seinem Vordergrund standen Einsparpotentiale, welche überwiegend durch den Wegfall des Pendelverkehrs zur Arbeit verwirklicht werden sollten.

In Deutschland wurden in den 80igern die ersten Telearbeitsprojekte umgesetzt. 1983 wurde die Telearbeit von der Firma Siemens unter dem Namen ,,Autarke Texterfassung unter Zuhilfenahme von Teletext" erstmals eingeführt. Den Teletypistinnen wurden Texte handschriftlich oder auf Diktiercassetten zugestellt, welche dann in Heimarbeit geschrieben und per Teletext elektronisch an das Unternehmen weitergeleitet wurden. So hatte die Firma Siemens die Chance, von jedem Telefon der Welt Texte für die Erfassung aufzugeben.2

Ebenfalls in den 80er Jahren wurden bei der Landesregierung in Baden-Württemberg 50 Arbeitsplätze, bei deren Aufgabenfeld es sich hauptsächlich um Schreibarbeiten und einfache Sachbearbeitung handelte, ausgelagert.3

Mit Blick auf die Chancen und Risiken, insbesondere jedoch auf die möglichen negativen Folgen der Telearbeit, entwickelten vor allem die Gewerkschaften große Bedenken. Auf dem IG Metall Gewerkschaftstag 1983 kam dann auch es zu der Forderung, Telearbeit in Deutschland zu verbieten.4

Seit 1989 wurden bei IBM Deutschland verschiedene Modellversuche durchgeführt, wobei eindeutig positive Erfahrungen gemacht wurden. Aufgrund dessen ist es den Mitarbeitern seit 1991 möglich, ihre Arbeit ganz oder teilweise zu Hause zu verrichten, sofern sich das Aufgabenfeld dazu eignet und der Vorgesetzte zustimmt.5

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Zahl der Telearbeitsplätze seit Einführung der Telearbeit 1983 stark zugenommen hat und auch in Zukunft weiter zunehmen wird.6

Um Telearbeit erfolgreich durchführen zu können, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein. Hierauf wird nun näher eingegangen.

2. Anforderungen an Telearbeit

2.1 Aufgabengebiete

Die Aufgabengebiete der Telearbeit müssen eine minimale Anforderung an die technische Ausstattung, sowie klar definierte Arbeitsschritte vorweisen. Zusätzlich sollte ein geringer Kommunikationsbedarf bestehen, und die Möglichkeit der freien Zeiteinteilung gegeben sein.7

2.2 Geeignete Tätigkeiten

Für Telearbeit sind hauptsächlich solche Tätigkeiten geeignet, die nur ein geringes Maß an spontaner und persönlicher Kommunikation erfordern. Außerdem darf die betreffende Tätigkeit keine Anwesenheit im Unternehmen selbst erfordern. Der Telearbeiter muss seine Aufgaben problemlos ohne Rückgriff auf die im Unternehmensstandort verwahrten Informationen erfüllen können. Auch müssen die Arbeitsergebnisse leicht zu kontrollieren sein.8

Konkrete Beispiele für geeignete Tätigkeiten 9

- Datenerfassung
- Datenbankaktualisierung · Textverarbeitung
- Programmierung
- Verwaltung
- Rechnergestützte Vorgangsbearbeitung (z.B. Banken und Versicherungen) · Rechnungswesen
- Marketing und Vertrieb · Forschungstätigkeiten · Gutachtentätigkeiten · Übersetzung
- Beratungstätigkeiten (z.B. Online-Dienstleistungen)
- Steuerung und Wartung von technischen Einrichtungen (z.B. Rechenzentrum)

2.3 Anforderungen an den Arbeitnehmer

Die ArbeitnehmerInnen müssen vor allem die Bereitschaft zur Telearbeit vorweisen, und diese auch freiwillig durchführen wollen. Dabei sollten sie möglichst von ihren Familien unterstützt werden. Sie müssen neben guten fachlichen Qualitäten, zum Beispiel gute Kommunikationseigenschaften, auch über eine gewisse Berufserfahrung verfügen und sollten vertrauenswürdig sein. Letzteres drückt sich häufig in Form längerer erfolgreicher Betriebszugehörigkeit aus. Ebenso sollte der Telearbeiter die Fähigkeit zum autonomen und selbständigen Arbeiten vorweisen. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist die starke Identifikation mit dem Unternehmen sowie auch hohe Selbstdisziplin und ein gutes Zeitmanagement. Vor allem aber sollte der Telearbeiter keinerlei Abneigung gegenüber der neuen Technik haben. Viel eher sollte er daran interessiert sein und technisches Verständnis besitzen.10

Sind alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Telearbeit erfüllt, ergeben sich verschiedene Alternativen für die Umsetzung. Diese sollen nun näher erläutert werden.

3. Arten von Telearbeit

3.1 Isolierte Telearbeit

Bei der isolierten Telearbeit wird permanent und ausschließlich in der Wohnung des Arbeitnehmers oder an einem anderen dezentralen Ort gearbeitet, es besteht kein Arbeitsplatz im Betrieb.

Da ebenfalls kein ständiger Kontakt mit der zentralen Betriebsstätte besteht, müssen die Aufgaben klar definiert und ohne Rückgriff auf zentrale Ressourcen zu erledigen sein. Dies ist vor allem bei Textverarbeitung und Datenerfassung der Fall.11

3.2 Alternierende Telearbeit

Hierbei handelt es sich um die häufigste Form der Telearbeit, die meist auf Wunsch der Mitarbeiter durchgeführt wird.12

Der Telearbeiter wechselt zwischen seinem Arbeitsplatz im Büro und zu Hause.13 Der Arbeitsplatz im Firmenbüro bleibt unterdessen bestehen, und wird eventuell mit einer weiteren Telearbeitskraft geteilt.14

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen eine starre Vereinbarung, bei der zu jeweils festgesetzten Zeiten zu Hause und Büro gearbeitet wird. Zum anderen eine Vereinbarung, bei der die ArbeitnehmerInnen selbst entscheiden, wann sie an welchem Ort arbeiten.15 Auf diese Weise können einerseits komplexe Probleme im Kollegenkreis gelöst werden, während der Arbeitnehmer andererseits zu Hause die ungestörte Arbeitsatmosphäre zu seinem Vorteil nutzen kann.16

3.3 Telearbeitszentren

3.3.1 Satellitenbüro

Ein Satellitenbüro ist ein dezentrales Arbeitszentrum eines Unternehmens. Es befindet sich an kostengünstigeren Standorten nahe den Wohnorten der Mitarbeiter.17 In einem solchen Büro können entweder Kopien der Firmenunterlagen, oder aber ganze Funktionsbereiche ausgelagert sein.

In jedem Fall aber ist dieses Büro in das Unternehmen involviert und hält mit Hilfe der Telekommunikation Kontakt mit der Firmenzentrale.18

3.3.2 Nachbarschaftsbüro

Diese Büros liegen in Wohngebieten oder am Stadtrand19. Sie werden entweder von mehreren Unternehmen genutzt, um dort ihre eigenen MitarbeiterInnen zu beschäftigen, oder sie dienen selbständigen Telearbeitern als Arbeitsort.20

3.3.3 Telehaus/Teleservicezentrum

In ländlichen strukturschwachen Gegenden werden von öffentlichen Stellen Büroarbeitsplätze organisiert und geführt, oder mit öffentlichen Geldern unterstützt, um den dort lebenden Personen die Telearbeit für weiter entfernte Unternehmen und Auftraggeber zu ermöglichen.

Die Büroräume werden den Telearbeitern in der Regel gegen Gebühr zur Verfügung gestellt.21

3.4 Mobile Arbeitsstätten

3.4.1 Temporärer Arbeitsplatz

Bei dieser Alternative arbeiten die Beschäftigten an einem nicht festgelegten unabhängigen dritten Ort. Also weder zu Hause noch im Büro, sondern beispielsweise beim Kunden, auf Reisen oder in Hotels.22

Diese Form eignet sich folglich besonders gut für Außendienstmitarbeiter, Mitarbeiter der Versicherungswirtschaft und Serviceunternehmen sowie für Vertriebsmitarbeiter.23

3.4.2 Beweglicher Arbeitsplatz

Diese Form der Telearbeit ist gegeben, wenn der Beschäftigte seine Arbeit beispielsweise in der Bahn oder in einem Flugzeug verrichtet.24

3.5 Dezentrale Standorte

Hierunter versteht man die Arbeit, die zwar entfernt vom Unternehmenssitz, jedoch immer am gleichen Standort durchgeführt wird.25

3.6 Offshore-Telearbeit

Die Tätigkeiten werden aus Kostengründen via Datenleitung in ,,Billiglohn-Länder" transferiert, wo sie bearbeitet und anschließend auf dem gleichen Wege wieder zurückgeschickt werden.26

3.7 Virtuelles Unternehmen

Es wird ohne den klassischen Firmensitz oder ein Unternehmensgebäude zusammengearbeitet.27

Hier handelt es sich um einen Zusammenschluss von rechtlich unabhängigen und räumlich getrennt telearbeitenden Einzelpersonen oder (Kleinst-) Unternehmen, innerhalb eines Netzwerkes. Sie agieren auf dem Markt unter gemeinsamen Firmennamen als eine Einheit.28

3.8 Virtuelles Büro

Virtuelle Büros treten besonders häufig im Außendienst auf und setzen sich zusammen aus einem Notebook, einem tragbaren Drucker, einem Faxmodem, einem Modem und einem Mobiltelefon.29

Alle genannten Arten der Telearbeit bergen Chancen und Riskien. Auf diese möchte ich im Folgenden näher eingehen.

4. Nutzen der Telearbeit

4.1 Vorteile für den Arbeitnehmer

Dank der größeren Zeitsouveränität können die ArbeitnehmerInnen sich ihre Zeit selbst einteilen und so ausschließlich dann arbeiten, wenn es ihnen am leichtesten fällt. Dadurch kann der Telearbeiter Beruf und Familie besser vereinbaren und aufgrund der Verringerung oder Vermeidung von Fahr- bzw. Stauzeiten durch den Wegfall des Pendelns zum Arbeitsplatz haben sie nicht nur mehr Freizeit, sondern erzielen auch hohe Kostenersparnisse.30

Befindet sich der Arbeitsplatz nicht im Unternehmen selbst, fallen verschiedene Ablenkungsfaktoren weg. Die ArbeitnehmerInnen müssen nicht auf plötzliche Einfälle des Vorgesetzten eingehen, werden nicht durch Gespräche auf dem Flur oder ,,unwesentliche" Kleinigkeiten von der Arbeit abgehalten.31

Alle diese Effekte verschaffen dem Telearbeiter eine höhere Lebensqualität, was wiederum, in Kombination mit der Arbeit in ,,ungestörterer" und angenehmer Atmosphäre und der stärkeren Eigenverantwortung zu höherer Motivation und Kreativität führt.

Desweiteren ist der Telearbeiter nicht mehr an den Standort des Unternehmens gebunden und hat so bessere Alternativen bei der Wohnortswahl.32

4.2 Vorteile für den Arbeitgeber

Die Möglichkeit, den Hauptsitz des Unternehmens in ländlichen Gegenden ansiedeln zu können, führt zu einer Senkung der Kosten für Büroräume, da in den ländlichen Regionen die Aufwendungen für Miete und Gewerbesteuer geringer sind als in den Ballungszentren.

Die Senkung der Kosten für Arbeitsplätze wird dadurch ermöglicht, dass heute ohnehin jeder Büroplatz mit einem PC ausgestattet ist, und dass zum Beispiel ein Drucker von mehreren Mitarbeitern gleichzeitig genutzt werden kann. Zusätzlich können sich bei der alternierenden Telearbeit zwei Mitarbeiter einen Arbeitsplatz teilen.

Da ein Wohnortswechsel für den potentiellen Telearbeiter nicht mehr zwingend ist, wird dem Unternehmen die Personalsuche erleichtert. Er kann auf Arbeitskraftressourcen in aller Welt zurückgreifen, wodurch Erhalt und Zugang von qualifizierten Mitarbeitern wesentlich erleichtert wird. Da die Mitarbeiter unter Umständen in ganz Deutschland bzw. sogar international tätig sein können, wäre das Unternehmen in so einem Fall flächendeckend präsent und könnte eine Verbesserung der Kundenkontakte erzielen.33

4.3 Volkswirtschaftlicher Nutzen

Durch die Abnahme des Berufsverkehrs kommt es zu einer Verringerung der Verkehrs- und Umweltbelastung. Ferner ist eine Entzerrung und Denzentralisierung der Ballungsräume und des Wohnmarktes zu verzeichnen, da weder Arbeitnehmer noch Unternehmer fortan gezwungen sind, ihren Firmen- oder Wohnsitz in den Ballungsgebieten einzurichten.

Aufgrund der Verlagerung der Firmenstandorte in ländliche - weil günstigere - Gegenden werden, unter anderem mit der gezahlten Gewerbesteuer, die strukturschwachen Regionen gestärkt.34

4.4 Soziologischer Nutzen

Die Arbeit in der eigenen Wohnung ermöglicht die Eingliederung Behinderter in den Arbeitsprozess, da diese aufgrund ihrer mangelnden Mobilität nicht mehr benachteiligt werden.

Ebenfalls bietet Telearbeit Beschäftigungsmöglichkeiten für spezielle Zielgruppen, die aus persönlichen Gründen an ihre Wohnung gebunden sind, zum Beispiel Frauen mit kleinen Kindern, Alleinerziehende, usw.

Auch wird die Teilzeitbeschäftigung unproblematischer, weil die Möglichkeit der freien Zeiteinteilung vorhanden ist Außerdem stellt Telearbeit eine Resozialisierungsmöglichkeit für Strafgefangene dar. Diese können bereits während der Haft die Arbeit aufnehmen und so Berufserfahrung sammeln, was ihnen nach der Haftentlassung eine erneute Arbeitsuche erleichtert.35

5. Problemfelder der Telearbeit

5.1 Nachteile für den Arbeitnehmer

Der häusliche Arbeitsplatz hat eine negative Auswirkung auf die konkrete Arbeit und das Privatleben des Telearbeiters. Die erforderliche Selbstdisziplin wird zum Problem, und der Telearbeiter läuft Gefahr, zum ,,Workaholic" zu werden. Durch die permanente Arbeit in der eigenen Wohnung, ohne den Kontakt mit Kollegen und Vorgesetzten, besteht die Gefahr der sozialen Isolation. Ferner können Ängste auftreten, dass sich der Informationsaustausch mit dem Vorgesetzten und den Kollegen im Büro verschlechtert, wenn der Telearbeiter nicht im Büro arbeitet.36

5.2 Nachteile für den Arbeitgeber

Der Arbeitgeber hat nur eine mangelnde Kontrolle über den Telearbeiter und dessen Arbeitsergebnisse.

Außerdem treten zusätzlich zum erhöhten Koordinationsbedarf auch ungelöste juristische Probleme auf.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die mangelnde Datensicherung und der verringerte bzw. mangelhafte Datenschutz.37

5.3 Soziale Probleme

Für Menschen, die Beruf und Privatleben klar trennen können wollen, ist es nicht angenehm, zu Hause zu arbeiten. Zumal es auch zu menschlicher Isolation kommen kann, wenn der ständige Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten nicht vorhanden ist. Alle möglichen sozialen Probleme sind jedoch stark vom Wesen der jeweiligen Person abhängig zu machen.38

5.4 Technische Probleme

Die Standards und Offenheit der Systeme sind noch zu unterschiedlich. Die notwendigen multimedialen Telearbeitssysteme werdem von verschiedenen Herstellern angeboten und sind daher noch nicht vollkommen standardisiert.

Durch das Wachsen der Komplexität des o.g. Systems steigen Fehleranfälligkeit und Abhängigkeit von der Technik. Aufgetretene Fehler sind nicht mehr durch menschliche Kommunikation zu beheben, wenn jeder Telearbeiter an einem anderen Ort arbeitet. Aufgrund all dieser Mängel können Sicherheit und Zuverlässigkeit nicht garantiert werden.

Weiterhin stellen die ,,Mensch-Maschinen-Schnittstellen" ein Problem dar. Viele Nutzer sind nicht speziell geschult, viele Interessierte sind nicht hinreichend über ihre Möglichkeiten informiert, und oftmals gibt es bei den Interessenten noch Berührungsängste im Umgang mit Computern.

Auch an die Intelligenz der jeweiligen Systeme werden hohe Ansprüche gestellt. Die Technik muss stark auf den Nutzer eingehen, sie muss fehlertolerant sein, diverse Eingabemedien akzeptieren, sie sollte lern- und anpassungsfähig sein, Benutzerprofile erkennen und unterstützen und kurz gesagt dafür sorgen, dass der Benutzer gut zurechtkommt.

Da die Daten teilweise über öffentliche Netzte transportiert werden, müssen Datenschutz und Datensicherheit garantiert werden können.39

5.5 Ökologische Probleme

Dank der starken Einschränkung des Pendelverkehrs wird zwar das Ausmaß des Verkehrsmülls erheblich vermindert, jedoch ist hier zu bedenken, dass die Entsorgung von Computern und Computerzubehör ebenfalls sehr viel Abfall verursacht.40 Da dies allerdings auch an jedem anderen Arbeitsplatz der Fall ist, gibt es bei der Telearbeit kaum bzw. gar keine zusätzliche ökologische Probleme.

5.6 Organisatorische und betriebswirtschaftliche Probleme

Viele Unternehmensspitzen tun sich schwer damit, althergebrachte Arbeitstraditionen zu brechen und zu Gunsten der Telearbeit zu verändern.41

Diese Skepsis lässt sich darauf zurückzuführen, dass die betreffenden Führungspersonen nicht hinreichend über die Möglichkeiten der Telearbeit informiert sind und/oder oftmals davon ausgehen, dass lediglich einfache Arbeiten wie beispielsweise die Texterfassung oder -verarbeitung für Telearbeit geeignet sind.42 Viele Arbeitgeber scheuen auch den erhöhten Organisationsaufwand und die recht hohen Kosten, die mit der Ein- und Durchführung von Telearbeit verbunden sind.43

5.7 Juristische Probleme

Hauptsächlich treten Probleme im Bereich des Arbeitsrechts auf, besonders in den Bereichen der Mitbestimmung, der allgemeinen gewerkschaftlichen Vertretung, bei Leistungskontrollen, Arbeitsschutz, Arbeitszeit und Verischerungsschutz. Die meisten dieser Probleme sind in den bisherigen Regelungen jedoch bereits erfasst, so dass hier nur wenige neue Regelungen oder Anpassungen notwendig sind. In den sonstigen Rechtsgebieten besteht kein Handlungsbedarf, da sich selbst im Bereich des Datenschutzes mit den bestehenden Regelungen die Besonderheiten der Telearbeit regeln lassen.44

Auf weitere rechtliche Rahmenbedingungen werde ich an dieser Stelle nicht näher eingehen, weil es sich hierbei um ein zu umfangreiches Thema handelt.45

6. Investitionen

6.1 Auflistung der Investitionsgegenstände

a) Planungskosten

- 3-Mann-Monate

b) Schulungskosten

- 1,5 Tage für Telearbeiter

- 1,5 Tage für Manager

6.2 Laufende Kosten

Zu den laufenden Kosten gehört eine an den Telearbeiter gezahlte Kostenpauschale für die Bereitstellung von Wohnung, Heizung und Strom, sowie für die Instandhaltung und Reinigung der Wohnung.

Hinzu kommen Transportkosten für Briefe, Akten und andere Unterlagen. Bei einer für sämtliche Mitarbeiter eingerichtete, fallen auch die Aufwendungen hierfür unter die laufenden Kosten.46

6.3 Beispiel für die laufenden Kosten eines alternierenden Telearbeitsplatzes

- Kostenpauschale
- Transportkosten
- Hotline/Support/Netzwerkmanagement
- Haftpflichtversicherung
- Kommunikationskosten
- Grundgebühren

7. Phasenansatz zur Einführung der Telearbeit in Deutschland

a) Zielformulierung

- Abbau von Personalnebenkosten47 und Lohnkosten
-Reise- und Transportkostenersparnisse
-Ausbau der Kundennähe und 48 regionale Präsenz
-Beschleunigung von Prozessen

b) Analyse der Rahmenbedingungen

-Fach- vs. Managementaufgaben
-Ergebnisbezug der Aufgabenstellung
-Strukturiertheit der Aufgaben
-Zeitempfindlichkeit
- Datenschutz

c) Auswahl der Organisationsform

- Einzelplatz oder Gruppenarbeitsplatz
- Fernarbeitsplätze
- Permanente oder alternierende Telearbeit
- Mobilität
- Make-or-Buy

d) Auswahl der technischen Ausstattung

- PC/Workstation
- E-Mail
- Voice-Mail
- Videokonferenz
- Document Sharing
- Telewriting

e) Kosten-/Nutzen-Analyse

- Marktleistung
- Kosten der Arbeitsplatzbereitstellung
- Betriebskosten
- Lohnkosten und Personalnebenkosten
- Koordinations- und Kontrollkosten

8. Literaturverzeichnis

Carmona-Schneider, Juan-J.,,,Telearbeit und berufliche Konsequenzen"; Autoren Mark Döing, Ute Schwetje; ISA-Schriftenreihe; ISA-Consult, Bochum; 1998

Johanning, Detlef: ,,Telearbeit: Einführung und Leitfaden für Unternehmer und Mitarbeiter"; Carlsen Hander Verlag; München Wien; 1997

Kendziorra, Gabriele;,,Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung" (Diplomarbeit); Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, 2000

Polomski, Andrea,,Analyse der Hemmungsfaktoren einer Diffusion von Telearbeit in Deutschland" (Diplomarbeit); Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg; 1996

Seimert, Winfried,,Telearbeit: Was Chefs und Mitarbeiter wissen müssen"; Gabler; Wiesbaden; 1997

[...]


1 Carmona-Schneider: Telearbeit und berufliche Konsequenzen, 1998, S. 19

2 ebd., S. 8/9

3 Kendziorra; Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung; 2000; S: 8

4 Kendziorra; Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung; 2000; S. 6

5 Kendziorra; a.a.O., S. 6

6 vgl. Carmona-Schneider, Telearbeit und berufliche Konsequenzen, 1998; S. 12

7 Carmona-Schneider, Telearbeit und berufliche Konsequenzen, 1998, S. 32

8 ebd. S. 33

9 vgl. Kendziorra; Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung; 2000; S. 13; Abb. 3: Einsatzbereiche von Telearbeit

10 Polomski; Analyse der Hemmungsfaktoren einer Diffusion von Telearbeit in Deutschland; 1996; S. 35

11 Carmona-Schneider, Telearbeit und berufliche Konsequenzen, 1998, S. 20/21

12 Kendziorra; Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung; 2000; S. 8

13 Carmona-Schneider, Telearbeit und berufliche Konsequenzen, 1998; S. 21

14 Polomski, Analyse der Hemmungsfaktoren einer Diffusion von Telearbeit in Deutschland, 1996, S. 11

15 Kendziorra; Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung; 2000; S. 8

16 Polomski; Analyse der Hemmungsfaktoren einer Diffusion von Telearbeit in Deutschland; 1996, S. 11

17 Carmona-Schneider, Telearbeit und berufliche Konsequenzen; 1998; S. 21

18 Polomski, Analyse der Hemmungsfaktoren einer Diffusion von Telearbeit in Deutschland, 1996, S. 12/13

19 Kendziorra; Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung; 2000; S. 9

20 Johanning; Telearbeit: Einführung und Leitfaden für Unternehmer und Mitarbeiter; 1997; S. 102

21 Polomski, Analyse der Hemmungsfaktoren eine Diffusion von Telearbeit in Deutschland, 1996, S. 12/13

22 Carmona-Schneider; Telearbeit und berufliche Konsequenzen, 1998; S. 22

23 Kendziorra; Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung; 2000; S. 9

24 Carmona-Schneider, Telearbeit und berufliche Konsequenzen; 1998; S. 22

25 Polomski, Analyse der Hemmungsfaktoren eine Diffusion von Telearbeit in Deutschland, 1996, S. 12

26 Kendziorra; Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung; 2000; S. 10

27 Polomski; Analyse der Hemmungsfaktoren einer Diffusioin von Telearbeit in Deutschland; 1996; S. 35

28 Carmona-Schneider, Telearbeit und berufliche Konsequenzen, 1998, S. 22/23

29 Seimert, Telearbeit: Was Chefs und Mitarbeiter wissen müssen, 1997, S. 13

30 ebd.; S.. 16

31 Kendziorra; Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung; 2000; S. 16

32 Seimert, a.a.O.; S. 16

33 Seimert, Telearbeit: Was Chefs und Mitarbeiter wissen müssen, 1997, S. 16

34 Seimert, Telearbeit: Was Chefs und Mitarbeiter wissen müssen, 1997; S. 20

35 Seimert, a.a.O, S. 20

36 Seimert; Telearbeit: Was Chefs und Mitarbeiter wissen müsen; 1997; S. 21

37 Seimert; Telearbeit: a.a.O.; S 21.

38 ebd.; S. 22

39 Seimert; Telearbeit: Was Chefs und Mitarbeiter wissen müssen,; 1997; S.23/24

40 ebd. S. 25

41 ebd. S. 24

42 Kendziorra; Flexiblere Arbeitszeit durch Einführung der Telearbeit in der niedersächsischen Landesverwaltung; 2000; S. 22

43 Seimert; Telearbeit: Was Chefs und Mitarbeiter wissen müssen. 1997; S. 24

44 Seimert; Telearbeit: Was Chefs und Mitarbeiter wissen müssen; 1997; S. 25/26

45 vgl. Polomski, Analyse der Hemmungsfaktoren einer Diffusion von Telearbeit in Deutschland, 1996., S. 64

46 ebd., S. 15

47 Polomski; Analyse der Hemmungsfaktoren einer Diffusion von Telearbeit in Deutschland; 1996; S. 64

48 Carmona-Schneider, Telearbeit und berufliche Konsequenzen, 1998, S. 55

15 von 16 Seiten

Details

Titel
Telearbeit und virtuelles Büro
Autor
Jahr
2000
Seiten
16
Katalognummer
V99424
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Telearbeit, Büro
Arbeit zitieren
Claudia Winterboer (Autor), 2000, Telearbeit und virtuelles Büro, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99424

Kommentare

  • Gast am 3.10.2001

    Es freut mich!.

    Es freut mich, dass mein Buch "Telearbeit und berufliche Konsequenzen" so hilfreich für die Erstellung der Hausarbeit war.

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