Das Aufwachsen von Kindern in Regenbogenfamilien wird kontrovers diskutiert; Gegenstimmen stützen ihre Argumente darauf, dass gleichgeschlechtliche Eltern einem Kind keine passende Basis für die Entwicklung bieten können. Im Fokus dieser Arbeit steht somit die kindliche Entwicklung und ob gleichgeschlechtliche Eltern Einflüsse darauf haben. Nach terminologischen Klärungen wird auf die Möglichkeiten der Elternschaft eingegangen und rechtliche Grundlagen für Regenbogenfamilien werden dargelegt. Zur Beantwortung der Frage wird auf die Geschlechtsidentität sowie die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes eingegangen und die Eltern-Kind-Bindung wird untersucht. Des Weiteren werden die Auswirkungen der gesellschaftlichen Diskriminierungen gegenüber der Regebogenfamilie in Bezug auf die kindliche Entwicklung behandelt und im Anschluss dessen werden die Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit dargelegt. Zielsetzung der Arbeit ist die kindliche Entwicklung in Regenbogenfamilien zu untersuchen und es ließ sich eruieren, dass die gleichgeschlechtliche Elternschaft keine negativen Einflüsse auf das dort aufwachsende Kind hat und es konnten keine entwicklungshemmenden Faktoren in Regenbogenfamilien festgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Familienformen
2.1 Regenbogenfamilien
2.2 Möglichkeiten zur Elternschaft
3. Rechtliche Grundlagen
4. Aufwachsen in einer Regenbogenfamilie
4.1 Geschlechtsidentität
4.2 Persönlichkeitsentwicklung
4.3 Bindungsverhalten
5. Diskriminierung
6. Herausforderungen an die Soziale Arbeit
7. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit besteht in der Untersuchung der kindlichen Entwicklung in Regenbogenfamilien, um zu prüfen, ob die gleichgeschlechtliche Elternschaft negative Einflüsse auf die Entwicklung oder das Kindeswohl hat. Dabei wird der wissenschaftliche Diskurs kritisch analysiert, um Vorurteile zu hinterfragen und die Rolle der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession zu stärken.
- Kindliche Entwicklung und Geschlechtsidentität
- Möglichkeiten und rechtliche Hürden der Elternschaft
- Psychosoziale Aspekte und Bindungsverhalten
- Diskriminierungserfahrungen in der Gesellschaft
- Handlungsmöglichkeiten und ethische Verpflichtung der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
4.2 Persönlichkeitsentwicklung
Weitere Einwände richten sich auf Entwicklungsprobleme, die durch Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Beeinträchtigungen, wie Depression und Substanzenmissbrauch (Dundas & Kaufmann, 2000) ersichtlich werden sowie z.B. durch den verinnerlichten Männerhass von Lesben, welcher die Ignoranz der Männlichkeit ihrer Söhne und die Sehnsucht der Töchter nach dem Männlichen herbeiführt; das fehlende Einfühlungsvermögen wirkt sich belastend auf die Jungendlichen aus (Amendt, 2002). Die Entwicklung eines Heranwachsenden umfasst die kognitive, körperliche und psychische Reifung, dieser ist ab 11/12 Jahren in der Lage sich komplex über sich selbst und weitreichende Zusammenhänge nachzudenken, dieses Können ist die Voraussetzung für die Identitätsentwicklung und eine wichtige Entwicklungsaufgabe des Jugendalters, welches durch den Beginn der Pubertät markiert wird (Tilmann, 2007). Der Jugendliche muss verschiedene Aufgabe bewältigen, z.B. gesellschaftliche Anforderungen, wie die Orientierung hin zu Gleichaltrigen; Kompetenzen, wie ein sozial angemessenes Verhalten usw. (Tucholski, S.10). Misslingen die Entwicklungsaufgaben durch Einflüsse einer Regenbogenfamilie misslingen? Landen die Jugendlichen aus einer gleichgeschlechtlichen Familie somit in eine Krise der Adoleszenz, die laut Erikson (1992) eine Identitätsdiffusion herbeiführt, welche wiederum für abweichendes Verhalten, wie Drogengebrauch und Straffälligkeiten, verantwortlich ist (zitiert nach Tucholski, 2010, S.54).
Heranwachsende aus Regenbogenfamilien müssen dazu noch das Stigma der gleichgeschlechtlichen Eltern und das Integrieren der familiären Herkunft in das Selbstkonzept bewältigen. Patterson (1981) stellte bei Kindern zwischen vier und neun Jahren fest, dass sie sich im Vergleich zu Altersgenossen heterosexueller Eltern hinsichtlich der Ausbildung ihres Selbstkonzeptes nicht unterscheiden und keine Verhaltensprobleme aufweisen (zitiert nach Tucholski, 2010, S.55). Es kann somit nicht bestätigt werden, dass Heranwachsende aus Regenbogenfamilien häufiger an Verhaltens- und emotionalen Problemen leiden als Heranwachsende aus heterosexuellen Familien (Gartrell, Deck, Rodas, Peyser, 2005). Ebenso gibt es keine signifikanten Abweichungen im psychischen Wohlbefinden; interessant sind die Ergebnisse einer deutschen Studie, an dem Kinder und Jugendliche aus Regenbogenfamilien im Alter von 10-19 Jahren teilnahmen, die keine hohen Werte diesbezüglich nachweisen konnten (Rupp, 2009).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Arbeit und stellt die Forschungsfrage nach den Einflüssen der gleichgeschlechtlichen Elternschaft auf die kindliche Entwicklung im Kontext gesellschaftlicher Diskriminierung dar.
2. Familienformen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Regenbogenfamilie und erörtert verschiedene Formen der Elternschaft sowie die damit verbundenen organisatorischen Herausforderungen.
3. Rechtliche Grundlagen: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen für Regenbogenfamilien in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf Adoption und Insemination vor und nach der „Ehe für Alle“, dargelegt.
4. Aufwachsen in einer Regenbogenfamilie: Das Kernkapitel untersucht wissenschaftliche Erkenntnisse zu Geschlechtsidentität, Persönlichkeitsentwicklung und Bindungsverhalten bei Kindern aus gleichgeschlechtlichen Familien.
5. Diskriminierung: Dieses Kapitel analysiert die gesellschaftlichen Barrieren und Stigmata, mit denen Regenbogenfamilien in Institutionen wie Schulen oder Jugendämtern konfrontiert werden.
6. Herausforderungen an die Soziale Arbeit: Hier werden konkrete Interventionsmöglichkeiten für Fachkräfte der Sozialen Arbeit aufgezeigt, um Regenbogenfamilien zu unterstützen und Diskriminierung abzubauen.
7. Ausblick: Der Ausblick fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Aufklärung sowie einer Reform der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte für einen respektvollen Umgang mit Vielfalt.
Schlüsselwörter
Regenbogenfamilie, kindliche Entwicklung, gleichgeschlechtliche Elternschaft, Geschlechtsidentität, Persönlichkeitsentwicklung, Bindungsverhalten, Diskriminierung, Soziale Arbeit, Menschenrechte, Ehe für Alle, Familienform, Sozialisation, Stigma, Eltern-Kind-Beziehung, Identitätsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kindlichen Entwicklung in Regenbogenfamilien und untersucht, ob gleichgeschlechtliche Elternschaft negative Einflüsse auf Kinder hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Familienformen, rechtliche Grundlagen in Deutschland, kindliche Entwicklung (Identität, Bindung), gesellschaftliche Diskriminierung und die Rolle der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu eruieren, ob Regenbogenfamilien das Kindeswohl gefährden oder ob sie eine gleichwertige Basis für eine gesunde Entwicklung bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene psychologische und soziologische Studien zur Lebenssituation von Kindern in Regenbogenfamilien zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Geschlechtsrollenentwicklung, die psychische Gesundheit der Kinder, die Qualität der Eltern-Kind-Bindung sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Vorurteile detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Regenbogenfamilie, Soziale Arbeit, kindliche Entwicklung, Diskriminierung und Gleichberechtigung.
Können Kinder in Regenbogenfamilien ihre eigene Geschlechtsrolle ausreichend finden?
Ja, die untersuchten Studien zeigen, dass Kinder in Regenbogenfamilien keine abweichende oder gestörte Geschlechtsidentität entwickeln und ihre Rolle ähnlich wie Kinder in heterosexuellen Familien finden.
Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit im Umgang mit Regenbogenfamilien?
Die Soziale Arbeit agiert als Menschenrechtsprofession und sollte durch Beratung, Aufklärung und das Schaffen diskriminierungsfreier Räume die Sichtbarkeit und Akzeptanz dieser Familienformen fördern.
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- Anonym (Author), 2018, Einfluss der Regenbogenfamilien auf die kindliche Entwicklung. Chancen und Schwierigkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/994438