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Der Wandel der Wahrnehmung des Schwarzafrikaners in der Kolonialdiskussion in Deutschland. Der schwarze Fremde

Titel: Der Wandel der Wahrnehmung des Schwarzafrikaners in der Kolonialdiskussion in Deutschland. Der schwarze Fremde

Hausarbeit , 2018 , 17 Seiten , Note: 1.7

Autor:in: Harun Tas (Autor:in)

Geschichte Europas - Kolonialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit wird den Wandel des Fremdbildes beziehungsweise die Argumentationen der Kolonialdiskussion zwischen den 1870er bis 1930er-Jahren unter Berücksichtigung von historischen Ereignissen analysieren.

In den vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts setzte im Deutschen Reich eine Welle kolonialer Begeisterung ein. Die Aufteilung Afrikas zum Ende des 19. Jahrhunderts gehört zu den spektakulärsten Ereignissen der europäischen Expansionsgeschichte. So forderte Richard Wagner, Komponist und Schriftsteller, in seiner Rede im Dresdener Vaterlandsverein am 15. Juni 1848 die Deutschen auf, sich wie die anderen europäischen Mächte, an der Aufteilung der Welt zu beteiligen beziehungsweise Kolonien in Übersee anzueignen. Ein deutsches Kolonialreich existierte nur kurzzeitig. So plötzlich und unerwartet, wie die deutschen Annexionen von 1884 in Afrika den Grundstein für ein Reich in Übersee legten, so fand dieses sein schnelles Ende im Ersten Weltkrieg. Trotz der kurzen Dauer der deutschen Kolonialgeschichte, war diese Zeit geprägt von ständiger Reproduktion und Konstruktion von der Differenz zwischen Weiß und Schwarz bzw. vom Bild des Schwarzafrikaners.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Ausgangssituation

3. Die Begründung der Möglichkeit der Kulturmission in der Aufklärung

4. Vorkoloniale Diskussionen 1870-1880: Das Bild des Schwarzafrikaners in der Legitimation kolonialer Expansion

5. Die Abschaffung des Sklavenhandels als historische Schnittstelle zu einem neuartigen System der Ausbeutung

6. Kolonialismus ohne Kolonien: Kolonialer Revisionismus im ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik

7. Von der Stereotypisierung zur Wahrnehmung des Anderen: Psychologische Menschenführung und deutsche Kolonialpolitik

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den Wandel des Fremdbildes sowie die Argumentationsmuster der deutschen Kolonialdiskussion im Zeitraum von den 1870er bis zu den 1930er Jahren. Dabei wird untersucht, wie historische Ereignisse und rassistische Konstruktionen genutzt wurden, um koloniale Expansion zu legitimieren.

  • Historische Entwicklung der deutschen Kolonialbewegung und deren Motive
  • Die Konstruktion des Afrikanerbildes als Mittel zur Rechtfertigung der Kulturmission
  • Die Rolle der Antisklavereibewegung bei der kolonialen Agitation
  • Psychologische Aspekte der Fremdwahrnehmung und des Ethnozentrismus
  • Kolonialer Revisionismus während der Weimarer Republik

Auszug aus dem Buch

3. Die Begründung der Möglichkeit der Kulturmission in der Aufklärung

In der Aufklärung war das Interesse an außereuropäischen Kulturen und Geschichten erwacht. War bislang nur die islamische Welt beachtet worden, traten nun weitere Kulturen in das Gesichtsfeld des europäischen Bewusstseins und spielten eine wichtige Rolle als das Mittel, die eigene Tradition kritisch zu beleuchten. Afrika war noch weitgehend unbekannt. Zwar gab es Umrisse von Küstengebieten aber das Innere blieb „dunkel“ und bekam auch nur wenig Beachtung. Hierfür ist auch der transatlantische Sklavenhandel entscheidend verantwortlich, denn die Verdinglichung zur Handelsware erforderte eine Herabwürdigung der Afrikaner in die Nähe von Tieren. Das Schwarzafrikaner teilweise an der Jagd auf zukünftige Sklaven beteiligt waren, war ein weiterer Rechtfertigungsgrund. Dabei setzten sich auch viele Vorurteile in den Köpfen fest.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Afrikabild der Europäer negativ geprägt. Das lange tradierte Bild des wüsten und menschenfeindlichen Kontinents beherrschte die Köpfe. Erst ab den 1840er Jahren reisten viele Forscher, Missionare und Wissenschaftler nach und in Afrika und konnten bei Rückkehr Reiseberichte über ihre Erlebnisse geben. Die Beschreibungen, die meist exotisch und mystisch waren, hatten meistens einen gemeinsamen Standpunkt. Afrika war eine Welt, in der es für Europa Aufgaben und Verpflichtungen gab, eine Welt, die zu ihrem eigenen Wohl zivilisiert werden musste. Der dunkelhäutige Mensch und der „dunkle Kontinent“ flossen zusammen zum Sinnbild des Geheimnisvollen, Irrationalen, Triebhaften und Beängstigenden. Der „Neger“ rangierte von Beginn der Aufklärung an, auf der untersten Stufe einer kulturellen Bewertungsskala, die sogenannte „Seinskette der Menschheit“. Die Einteilung der Menschheit in Entwicklungsstufen, stellte den Schwarzafrikaner sofort als unterentwickelt vor und konstruierte die Grenzen zwischen „Weiß und Schwarz“ und „Kultur und Natur“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die kolonialen Ambitionen des deutschen Reiches und stellt die Forschungsfrage nach dem Wandel des Afrikanerbildes in den Fokus.

2. Historische Ausgangssituation: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe der deutschen Kolonialpolitik, einschließlich der "sozialen Frage" und dem Streben nach Weltmachtgeltung.

3. Die Begründung der Möglichkeit der Kulturmission in der Aufklärung: Hier wird analysiert, wie die Aufklärung durch die Konstruktion einer "Seinskette der Menschheit" die kulturelle Unterlegenheit des Afrikaners wissenschaftlich zu begründen suchte.

4. Vorkoloniale Diskussionen 1870-1880: Das Bild des Schwarzafrikaners in der Legitimation kolonialer Expansion: Dieses Kapitel behandelt die Argumente der Kolonialpublizisten, welche die Erziehung zur Arbeit als zentrales Element der kolonialen Herrschaft propagierten.

5. Die Abschaffung des Sklavenhandels als historische Schnittstelle zu einem neuartigen System der Ausbeutung: Untersucht wird, wie die Antisklavereibewegung instrumentalisiert wurde, um militärische Interventionen und ökonomische Interessen zu kaschieren.

6. Kolonialismus ohne Kolonien: Kolonialer Revisionismus im ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik: Es wird dargestellt, wie nach dem Verlust der Kolonien das Bild des "treuen Eingeborenen" konstruiert wurde, um koloniale Ansprüche zu wahren.

7. Von der Stereotypisierung zur Wahrnehmung des Anderen: Psychologische Menschenführung und deutsche Kolonialpolitik: Dieses Kapitel reflektiert theoretisch über Ethnozentrismus und die Schwierigkeiten des Fremdverstehens durch europäische Wahrnehmungsmuster.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Bild des Schwarzafrikaners disponibel war und stets den aktuellen Herrschaftsinteressen der deutschen Kolonialmacht angepasst wurde.

Schlüsselwörter

Deutscher Kolonialismus, Schwarzafrikaner, Kolonialagitation, Kulturmission, Fremdbild, Rassismus, Sozialdarwinismus, Antisklavereibewegung, Kolonialrevisionismus, Ethnozentrismus, koloniale Expansion, Arbeitserziehung, Herrschaftslegitimation, Stereotypisierung, deutsche Kolonialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Wandlung der deutschen Sichtweise auf Afrika und seine Bewohner im Kontext der kolonialen Ambitionen zwischen 1870 und 1930.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die koloniale Argumentationsrhetorik, die Rolle von Missionierung, die Instrumentalisierung der Antisklavereibewegung und die psychologischen Aspekte der Fremdwahrnehmung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie das Bild des "Schwarzafrikaners" konstruiert und an die jeweiligen politischen Bedürfnisse angepasst wurde, um koloniale Herrschaft zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die vorrangig auf der Auswertung publizistischer Quellen und zeitgenössischer wissenschaftlicher Diskurse sowie auf relevanter Fachliteratur zur deutschen Kolonialgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Etappen: von der aufklärerischen "Kulturmission" über die wirtschaftlich motivierte "Arbeitserziehung" bis hin zum "Kolonialrevisionismus" in der Weimarer Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kolonialismus, Rassismus, Kulturmission, Fremdbild und Kolonialagitation.

Wie wurde die Antisklavereibewegung für koloniale Zwecke genutzt?

Die Bewegung wurde instrumentalisiert, um militärische Expeditionen und die wirtschaftliche Ausbeutung als humanitäre Akte zu tarnen, etwa durch die Bekämpfung arabischer Handelskonkurrenten.

Wie veränderte sich das Bild des Afrikaners nach den Kolonialkriegen?

Das Bild wandelte sich vom "geschundenen Sklaven" oder "armen Heiden" hin zum vermeintlich "mordenden Neger" nach Aufständen wie denen der Herero, was wiederum zur Rechtfertigung härterer Unterdrückung genutzt wurde.

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Details

Titel
Der Wandel der Wahrnehmung des Schwarzafrikaners in der Kolonialdiskussion in Deutschland. Der schwarze Fremde
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1.7
Autor
Harun Tas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V994721
ISBN (eBook)
9783346365774
ISBN (Buch)
9783346365781
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kolonialisierung Wandel Wahrnehmung Schwarzafrikaner Kolonialpolitik Rassismus Fabri Friedrich Fabri Kolonien Wilhelm-Hübbe-Schleiden Hübbe-Schleiden Schwarz Weiß Kolonialdiskussion Deutschland Kolonialismus Kulturmission Kultur Natur Sklavenhandel Expansion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Harun Tas (Autor:in), 2018, Der Wandel der Wahrnehmung des Schwarzafrikaners in der Kolonialdiskussion in Deutschland. Der schwarze Fremde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/994721
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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