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Die sowjetische Osteuropapolitik. Moskaus Abwehr von der Breschnew-Doktrin

Title: Die sowjetische Osteuropapolitik. Moskaus Abwehr von der Breschnew-Doktrin

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Philip Sell (Author)

Politics - Region: Eastern Europe
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In seiner Antrittsrede nach der Wahl zum Parteichef kündigte Gorbatschow an, den Kurs seiner Vorgänger fortzusetzen, was Kontinuität und Wandel zugleich versprach. Wie genau dieser Kurs aussehen sollte und wodurch sich die Politik Moskaus während der Amtszeit des letzten Generalsekretärs der KPdSU auszeichnete, ist einer der Hauptbestandteile der vorliegenden Abhandlung.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sowjetischen Osteuropa-Politik. Wie genau der Systemwandel in der Sowjetunion in den Jahren von Perestroika und Glasnost ausgesehen hat, wird hierbei anhand der Abkehr der von Leonid Breschnew verkündeten Breschnew-Doktrin skizziert. Dazu wird im zweiten Gliederungspunkt der Arbeit zunächst erläutert, was die besagte Doktrin beinhaltete und welche Auswirkungen diese auf das Verhältnis der Sowjetunion zu den anderen Staaten des Ostblocks hatte. Dazu werden die Ereignisse des Prager Frühlings 1968 näher untersucht. Anschließend werden die entscheidenden Phasen der Osteuropapolitik zwischen 1985 und 1989 bis hin zur Verkündung der Sinatra-Doktrin analysiert. Danach wird anhand des konkreten Beispiels Polen untersucht, welche praktischen Auswirkungen das Ende der Breschnew-Doktrin tatsächlich hatte. Im Schlussteil werden dann zunächst die wesentlichsten Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst. Anschließend geht es darum, die in der Einleitung aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Diese Fragen sind wie folgt formuliert: Welche Haltung hatte Gorbatschow gegenüber der Breschnew-Doktrin und welche Bedeutung hatte das „Neue Denken“ in der Osteuropapolitik in Hinblick auf den späteren Zerfall der Sowjetunion?

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Schicksalsjahr 1968 – Die Breschnew-Doktrin und der Prager Frühling

3 Glasnost und Perestroika: Jahre der Transformation

3.1. Konturen der Osteuropapolitik Gorbatschows

3.1 „I did it my way“ und das Ende der Breschnew-Doktrin

4 Auswirkungen des „Neuen Denkens“ in der Außenpolitik am Beispiel Polen

4.1 Die Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc

4.2 Der „runde Tisch“ in Warschau

5 Gorbatschows Rolle beim Umbruch in Osteuropa – ein Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die sowjetische Osteuropapolitik unter Michail Gorbatschow und analysiert insbesondere, wie der Abschied von der Breschnew-Doktrin und die Einführung des „Neuen Denkens“ den Transformationsprozess in den Ostblockstaaten, exemplarisch dargestellt am Beispiel Polens, beeinflussten und zum späteren Zerfall des Sowjetimperiums beitrugen.

  • Die Entwicklung und Bedeutung der Breschnew-Doktrin seit 1968.
  • Gorbatschows Reformkonzept von Glasnost und Perestroika.
  • Der Wandel der sowjetischen Außenpolitik gegenüber den verbündeten Staaten.
  • Die Rolle der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc im polnischen Systemwechsel.
  • Die Auswirkungen des „runden Tisches“ als Instrument des friedlichen Wandels.

Auszug aus dem Buch

3.1 „I did it my way“ und das Ende der Breschnew-Doktrin

Wie im vorherigen Kapitel bereits erwähnt wurde, wich Gorbatschow zwar rhetorisch von der Breschnew-Doktrin ab, ließ diese jedoch zu keinem Zeitpunkt offiziell fallen. Doch mit Beginn des Jahres 1987 mehrten sich die Auftritte und Treffen, bei denen der Generalsekretär seine neue Haltung gegenüber Osteuropa immer deutlicher machte. Bereits am 10. April 1987 deutete sich erstmals eine Positionsveränderung an. Gorbatschow fuhr an jenem Tag zu einem Staatsbesuch nach Prag und hielt dort eine Rede. In dieser verkündete er unter anderem Abrüstungsmaßnahmen und erzählte von seiner Vision von einem „gemeinsamen Haus Europa“. Darüber hinaus erklärte er die Richtlinien seiner Osteuropapolitik und äußerte sich dazu wie folgt:

"Wir sind weit davon entfernt, von jedem zu erwarten, uns zu kopieren. Jedes sozialistische Land hat seine spezielle Gestalt, und jede Bruderpartei entscheidet vor dem Hintergrund der jeweiligen nationalen Bedingungen selbst über ihre politische Linie. [...] Niemand hat das Recht, einen Sonderstatus in der sozialistischen Welt für sich zu beanspruchen. Die Unabhängigkeit jeder Partei, ihre Verantwortung für ihr Volk, und das Recht, die Probleme der Entwicklung ihres Landes auf souveräne Weise zu lösen - das sind für uns unumstößliche Prinzipien."16

Dieser Auszug unterstreicht einmal mehr die Leitlinien der neuen Osteuropapolitik, die sich bereits in den ersten beiden Jahren seiner Amtszeit abzeichneten. Hinzu kommt, dass die Stadt Prag als Ort für seine Rede längst nicht ohne Bedacht gewählt wurde. Zum einen sollte der dogmatischen und konservativen KPC-Führung in der Tschechoslowakei klar gemacht werden, dass eine Abwendung vom alten Konfrontationskurs bevorsteht. Zum anderen war Prag der Schauplatz des 68er Aufstands, dessen Niederschlagung im Nachhinein mit der Breschnew-Doktrin begründet wurde.17

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse, umreißt den zeitlichen Rahmen der Analyse und begründet die methodische Vorgehensweise anhand exemplarischer Fallbeispiele.

2 Schicksalsjahr 1968 – Die Breschnew-Doktrin und der Prager Frühling: Dieses Kapitel analysiert die Ereignisse des Prager Frühlings als Ausgangspunkt der sowjetischen Interventionspolitik und die darauffolgende Etablierung der Breschnew-Doktrin.

3 Glasnost und Perestroika: Jahre der Transformation: Hier werden die innenpolitischen Reformen Gorbatschows und deren erste Auswirkungen auf die sowjetische Osteuropapolitik sowie der konzeptionelle Wandel hin zum „Neuen Denken“ beleuchtet.

4 Auswirkungen des „Neuen Denkens“ in der Außenpolitik am Beispiel Polen: Dieses Kapitel untersucht am Beispiel der Solidarnosc-Bewegung und der Verhandlungen am „runden Tisch“, wie sich die geänderte sowjetische Haltung konkret in einem Satellitenstaat auswirkte.

5 Gorbatschows Rolle beim Umbruch in Osteuropa – ein Fazit: Das abschließende Kapitel bewertet die Osteuropapolitik Gorbatschows als Gesamtheit und diskutiert deren ursächliche Rolle beim Zerfall der Sowjetunion.

Schlüsselwörter

Gorbatschow, Breschnew-Doktrin, Perestroika, Glasnost, Warschauer Pakt, Solidarnosc, Runder Tisch, Osteuropapolitik, Neues Denken, Sowjetunion, Systemwechsel, Transformation, Ostblock, Politbüro, Zerfall des Imperiums.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die grundlegende Neuorientierung der sowjetischen Außenpolitik unter Michail Gorbatschow gegenüber den Staaten des Warschauer Paktes in den 1980er Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen der Abschied von der Breschnew-Doktrin, die Reformen unter dem Schlagwort „Neues Denken“ sowie die Auswirkungen dieser Politik auf Polen und den Zusammenbruch der kommunistischen Regime.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, welche Haltung Gorbatschow zur Breschnew-Doktrin einnahm und inwiefern seine Osteuropapolitik mitverantwortlich für den späteren Zerfall der Sowjetunion war.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Forschungsliteratur und historischen Quellen, ergänzt durch die Untersuchung exemplarisch ausgewählter politischer Schlüsselereignisse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln der sowjetischen Hegemonie, Gorbatschows Reformansätze und die praktische Anwendung der neuen Politik am Beispiel des polnischen Transformationsprozesses.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Glasnost, Perestroika, die Breschnew-Doktrin, die Sinatra-Doktrin sowie das „Neue Denken“.

Warum spielt die Stadt Prag für Gorbatschows Politik eine symbolische Rolle?

Prag war der Ort, an dem Gorbatschow 1987 Richtlinien für seine Osteuropapolitik verkündete. Die Wahl war symbolträchtig, da Prag 1968 Schauplatz der gewaltsamen Niederschlagung eines Reformversuchs war, die mit der Breschnew-Doktrin legitimiert wurde.

Welche Rolle spielte die Gewerkschaft Solidarnosc in diesem Prozess?

Solidarnosc fungierte als Katalysator des polnischen Systemwechsels, da ihre Stärke und der landesweite Druck die Führung in Moskau und Warschau zu einem Dialog am „runden Tisch“ zwangen, was letztlich das Machtmonopol der Kommunisten beendete.

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Details

Title
Die sowjetische Osteuropapolitik. Moskaus Abwehr von der Breschnew-Doktrin
College
University of Rostock
Grade
2,0
Author
Philip Sell (Author)
Publication Year
2018
Pages
21
Catalog Number
V994747
ISBN (eBook)
9783346361691
ISBN (Book)
9783346361707
Language
German
Tags
osteuropapolitik moskaus abwehr breschnew-doktrin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philip Sell (Author), 2018, Die sowjetische Osteuropapolitik. Moskaus Abwehr von der Breschnew-Doktrin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/994747
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