Inwiefern beschreitet die Alternative für Deutschland als Ergänzung zur Leugnung der menschengemachten globalen Erwärmung eine weiterführende programmatische Umweltpolitik?
Analysiert man die jeweiligen Wahl- und Grundsatzprogramme der Partei Alternative für Deutschland (AfD) wird evident, dass der Themenkomplex Asyl- und Migrationspolitik der zentrale Baustein der eigenen Programmatik ist und zugleich auf fast alle weiteren Politikfelder ausgreift. Die Themen Klima oder Umwelt spielen dabei bei sämtlichen Veröffentlichungen der AfD eine nachrangige Rolle und werden erst bei den letzten Eckpunkten der jeweiligen Programme behandelt. Doch auch wenn in der Öffentlichkeit oftmals ein deutliches Bild der AfD in Sachen Umweltpolitik gezeichnet wird, verstecken sich hinter den politischen Programmansätzen und öffentlichen Aussagen verschiedener AfD-Spitzenpolitiker*innen weit mehr als die reine Leugnung des menschengemachten Klimawandels.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ideengeschichtlicher Hintergrund
2.1 „Umweltschutz ist Heimatschutz“
2.2 Bevölkerungspolitik als Beitrag zum Umweltschutz
3. Analyse
3.1 Klimaskeptizismus und Leugnung des menschengemachten Klimawandels
3.2 Umweltschutz als Heimatschutz
3.3 Bevölkerungspolitik als Beitrag zum Umweltschutz bei der AfD
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Partei Alternative für Deutschland (AfD) als Ergänzung zur Leugnung des menschengemachten Klimawandels eine weiterführende programmatische Umweltpolitik verfolgt, und analysiert dabei Analogien zu historischen rechtsökologischen Konzepten. Zentrale Forschungsfrage ist die Einordnung dieser umweltpolitischen Ansätze im Kontext rechtsextremer Ideologeme.
- Rechtsökologische Ursprünge und deren historische Kontinuität
- Die Ideologie „Umweltschutz ist Heimatschutz“ als rechtspopulistisches Instrument
- Klimaskeptizismus und die Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch die AfD
- Bevölkerungspolitik als vermeintliches Mittel zum Umweltschutz
- Widersprüche zwischen programmatischer Kritik und tatsächlicher Energiepolitik
Auszug aus dem Buch
3.1 Klimaskeptizismus und Leugnung des menschengemachten Klimawandels
Die AfD und Umweltpolitik – zwei Bereiche die auf den ersten Blick und in der öffentlichen Wahrnehmung nicht widersprüchlicher sein könnten. Doch erkennt auch die AfD die Relevanz des Themas Klimapolitik und will nach dem Worten ihres Vorsitzenden Alexander Gauland „Die Kritik an der sogenannten Klimaschutzpolitik […] nach dem Euro und der Zuwanderung“ zum dritten großen Thema für die AfD machen. Gauland sehe hier ein „Alleinstellungsmerkmal“ der AfD im Gegensatz zum „Irrsinn“ der anderen Parteien.
Schon im Grundsatzprogramm ist eine gewisse Skepsis gegenüber den wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich eines anthropogenen Klimawandels zu erkennen: „Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert. Die Klimaschutzpolitik beruht auf hypothetischen Klima-Modellen basierend auf computergestützten Simulationen des IPCC („Weltklimarat“). […] Der IPCC versucht nachzuweisen, dass die von Menschen verursachten CO2-Emissionen zu einer globalen Erwärmung mit schwerwiegenden Folgen für die Menschheit führen. Hierzu beruft man sich auf Computermodelle, deren Aussagen durch Messungen oder Beobachtungen nicht bestätigt werden. Seit die Erde eine Atmosphäre hat, gibt es Kalt- und Warmzeiten. Wir leben heute in einer Warmzeit mit Temperaturen ähnlich der mittelalterlichen und der römischen Warmzeit. Die IPCC-Modelle können diese Klimaänderungen nicht erklären. […] Unter dem Schlagwort „Klimaneutrales Deutschland 2050“ durch „Dekarbonisierung“ missbraucht die deutsche Regierung die steigende CO2-Konzentration zur „Großen Transformation“ der Gesellschaft, mit der Folge, dass die persönliche und wirtschaftliche Freiheit massiv eingeschränkt wird.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Relevanz des Themas Umweltpolitik für die AfD und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich einer eigenständigen, rechtspopulistischen Umweltprogrammatik.
2. Ideengeschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln rechtsökologischer Bewegungen, insbesondere die Verbindung von Naturschutz, völkischer Ideologie und dem Slogan „Umweltschutz ist Heimatschutz“.
3. Analyse: Die Analyse untersucht konkret die Klimaskeptizismus-Strategie der AfD, ihre Nutzung des Heimat-Begriffs zur Mobilisierung und die Verknüpfung von Bevölkerungspolitik mit ökologischen Fragestellungen.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die AfD den Umweltschutz als politisches Betätigungsfeld zur Wählergewinnung nutzt, wobei sie dabei stark auf nationalistische und völkische Konzepte zurückgreift.
5. Literaturverzeichnis: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Primärquellen der AfD sowie die sekundäre wissenschaftliche Fachliteratur auf.
Schlüsselwörter
AfD, Klimaskeptizismus, Umweltschutz, Heimatschutz, Rechtsökologie, Bevölkerungspolitik, Rechtspopulismus, Anthropogener Klimawandel, Völkisches Denken, Migrationspolitik, Identitätspolitik, Energiewende, Nationalismus, Ideologiekritik, Ökofaschismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die umweltpolitischen Ansätze der Partei AfD und setzt diese in Bezug zu historischen rechtsökologischen Ideologien sowie dem rechtsextremen Milieu.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Leugnung des menschengemachten Klimawandels, dem Slogan „Umweltschutz ist Heimatschutz“ sowie der Verknüpfung von Bevölkerungspolitik mit ökologischen Debatten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, inwiefern die AfD eine spezifische programmatische Umweltpolitik verfolgt, die über reine Klimaleugnung hinausgeht und ideologisch anschlussfähig für rechte Milieus ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politische Analyse, die auf der Auswertung von Parteiprogrammen, Reden, Positionspapieren und wissenschaftlicher Literatur zur „Ökologie von rechts“ basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die ideengeschichtlichen Hintergründe, die aktuelle AfD-Klimapolitik im Vergleich zur Programmatik anderer Parteien und die Verbindung von Umwelt- mit Migrationsfragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Rechtsökologie, AfD, Umweltschutz als Heimatschutz, Klimaskeptizismus, Bevölkerungspolitik und Nationalismus sind die zentralen Begriffe.
Warum spielt der Begriff „Heimatschutz“ eine so große Rolle für die AfD?
Der Begriff dient der AfD als Brücke, um ökologische Themen in eine nationalkonservative und völkische Programmatik einzubetten und sich somit von anderen Parteien abzugrenzen.
Wie argumentiert die AfD im Bereich der Bevölkerungspolitik?
Die AfD stellt eine Kausalität zwischen Bevölkerungswachstum (vor allem im globalen Süden) sowie Zuwanderung und Umweltzerstörung her, um migrationsfeindliche Positionen unter ökologischen Vorzeichen zu legitimieren.
- Arbeit zitieren
- Christopher Zehetbauer (Autor:in), 2020, Die Klimapolitik der Alternative für Deutschland. Zwischen Klimaskeptizismus und nationalistischer Heimatschutzideologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995002