Die Klimapolitik der Alternative für Deutschland. Zwischen Klimaskeptizismus und nationalistischer Heimatschutzideologie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2020

20 Seiten, Note: 1,30


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ideengeschichtlicher Hintergrund
2.1 „Umweltschutz ist Heimatschutz“
2.2 Bevölkerungspolitik als Beitrag zum Umweltschutz

3. Analyse
3.1 Klimaskeptizismus und Leugnung des menschengemachten Klimawandels
3.2 Umweltschutz als Heimatschutz
3.3 Bevölkerungspolitik als Beitrag zum Umweltschutz bei der AfD

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Analysiert man die jeweiligen Wahl- und Grundsatzprogramme der Partei Alternative für Deutschland ( AfD ) wird evident, dass der Themenkomplex Asyl- und Migrationspolitik der zentrale Baustein der eigenen Programmatik ist und zugleich auf fast alle weiteren Politikfelder ausgreift. Die Themen Klima oder Umwelt spielen dabei bei sämtlichen Veröffentlichungen der AfD eine nachrangige Rolle und werden erst bei den letzten Eckpunkten der jeweiligen Programme behandelt.1 Doch auch wenn in der Öffentlichkeit oftmals ein deutliches Bild der AfD in Sachen Umweltpolitik gezeichnet wird, verstecken sich hinter den politischen Programmansätzen und öffentlichen Aussagen verschiedener AfD-SpitzenpolitikerInnen weit mehr als die reine Leugnung des menschengemachten Klimawandels. Spätestens seit den Wahlerfolgen der Partei Bündnis90/Die Grünen bei der Europawahl 2019 und den stabilen Umfrageergebnissen der Partei in der Folge, erkannte auch die AfD die Relevanz des Themas Umweltpolitik. In Zeiten, in denen das AfD-Kernthema Migration im gesellschaftspolitischen Diskurs immer mehr dem Thema Klimawandel weichen musste, will auch die AfD reagieren und diesem Bereich größere Beachtung beimessen.2 Die vorliegende Arbeit hat daher zum Ziel, die aufgestellte Forschungsfrage, „Inwiefern beschreitet die Alternative für Deutschland als Ergänzung zur Leugnung der menschengemachten globalen Erwärmung eine weiterführende programmatische Umweltpolitik?“, zu beantworten. Sie befasst sich zunächst theoretisch mit den Ursprüngen rechtsökologischer Bewegungen ausgehend vom 19. Jahrhundert und sucht infolgedessen Analogien zwischen den damaligen rechten Ökologiekonzepten und der allgemeinen Umweltpolitik der AfD in der heutigen Zeit. Schwerpunktmäßig wird sich dabei einerseits auf den in der rechtsextremen Szene populären Slogan „Umweltschutz ist Heimatschutz“, sowie auf die Bevölkerungspolitik als Umweltschutzmaßnahme fokussiert. Als theoretische Literaturgrundlage dienen Sammelwerke, welche sich eingehend mit „Ökologie von rechts“ befassen. Hinsichtlich der AfD wurden darüber hinaus politische Analysen verschiedener Stiftungen oder NGOs, sowie deskriptive und zum Teil auch analytische Presseartikel herangezogen. Als Primärliteratur wurden Grundsatz- und Wahlprogramme als auch Positionspapiere und Statements der Partei AfD, Plenarprotokolle des Deutschen Bundestages sowie Interviews und Publikationen verschiedener AfD-PolitikerInnen genutzt.

Eine besondere Forschungsrelevanz liefert hierbei die mangelnde Literatur zum Themenkomplex „Klimapolitik der AfD“. Lediglich in manchen Presseartikeln und wissenschaftlichen Publikationen wird dies diskutiert, häufig allerdings rein deskriptiv oder in einem rechtsökologischen Gesamtkontext. In den zahlreichen Sammelwerken zur AfD steht vor allem die Migrationspolitik oder das demokratische Grundverständnis der Partei im Mittelpunkt, Sozial- Finanz- und Wirtschaftspolitik spielen in diesem Publikationen häufig eine Nebenrolle, die umweltpolitischen Ansätze der AfD werden dagegen selten thematisiert. Aufgrund der steigenden umweltpolitischen Relevanz wird sich zukünftig auch die AfD eindeutiger positionieren müssen womit sich zeigen wird, inwiefern rechtsökologische Einstellungsmuster in der Partei Anklang finden. Diese möglichen Überschneidungen liefern einen weiteren forschungsrelevanten Ansatz, den es frühzeitig aufzudecken und offen zu thematisieren gilt.

2. Ideengeschichtlicher Hintergrund

2.1 „Umweltschutz ist Heimatschutz“

Ausgehend vom Ursprung der Umweltbewegung gegen Ende des 19. Jahrhunderts bildete der Begriff des „Heimatschutzes“ einen zentralen Baustein frühester Umweltbewegungen. Die damals sich rasant entwickelnde Industrialisierung und Urbanisierung förderte hierbei eine reaktionäre Bewegung, welche betont zivilisationskritisch und antimodernistisch auftrat und sich für den Erhalt traditioneller Wirtschafts- und Gesellschaftsverhältnisse sowie der Bewahrung von Natur und Heimat einsetzte.3 Der Begriff der „Heimat“ wurde vor allem infolge des aufkommenden Nationalismus immer weiter gesellschaftspolitisch aufgeladen und diente der völkisch gesinnten Bewegung als Gegenbegriff zur globalisierten und interkulturellen Welt.4 Gleichzeitig kam es zu einer zunehmenden Ästhetisierung von Landschaft und Natur und zur Deutung von „Natur als Kulturlandschaft“.5 Umweltschutz wurde überdies in seiner Frühphase immer im größeren Kontext des „Heimatschutzes“ verstanden, insofern auch Traditionen, Bräuche und Feste gegenüber einer sich rasch wandelnden Gesellschaft zu verteidigen seien.6 Einer der Mitbegründer erster Umweltverbände war Ernst Rudolff, welcher nicht nur Naturschutz mit „Heimatschutz“ verband, sondern auch deutliche Kritik an der kapitalistischen Lebensweise, der fortlaufenden Urbanisierung und der „Entwurzelung des städtischen Proletariats“ übte.7 Oliver Geden ordnete Rudolffs gesellschaftliche Vorstellungen dagegen als „bäuerliche Utopie“8 ein, da dieser die vorindustriellen Agrarstrukturen fernab der Großstädte zu fördern versuchte und ein inniges Naturgefühl zu den „Wurzeln des germanischen Wesens“ zählte.9 Eng verknüpft mit diesen Ansichten waren dabei auch klar antisemitische Stereotype. So leiteten AntisemitInnen aus dem Alten Testament mit Zitaten wie „Macht euch die Erde Untertan“ eine grundsätzlich instrumentelle Sichtweise der jüdischen Bevölkerung auf Umwelt und Natur ab.10 Antagonistische Vorstellungen wie Jüdinnen und Juden als „nomadisches Wüstenvolk“ im Gegensatz zum „germanisch bodenständigen Waldvolk“ verstärkten die Ansicht, die jüdische Religion würde Umweltzerstörung forcieren. Großstädte wie Berlin wurden ebenso als von Jüdinnen und Juden beherrscht angesehen, in welchen das eigene Volk von ihren Wurzeln abgetrennt werde und sich dem „manipulierenden Mommon“ der jüdischen Religion hingegeben werde.11 Die Nationalsozialisten erkannten die Überschneidungen zwischen völkisch gedachter Naturschutzbewegung und der eigenen Blut-und-Boden-Ideologie. 1935 initiierte Hermann Göring beispielsweise erstmals ein sogenanntes Reichsnaturschutzgesetz, welches dafür sorgte, dass viele Naturschützer und Verbände euphorisiert ins nationalsozialistische Lager wechselten.12 Auch Heinrich Himmler beschäftigte sich intensiv mit Naturschutz und ökologischer Landwirtschaft. Unter seiner Führung sollte mittels eines Generalplan Ost die "eingegliederten Ostgebiete" zu „deutschen Landschaften“ mit kleinbäuerlicher Siedlungsstruktur und „gesunder Landwirtschaft“ gemacht werden.13 Die völkisch determinierten, rechtsökologischen Ansichten überdauerten auch das Dritte Reich. Werner Georg Haverbeck, ehemaliges Mitglied von NSDAP, SA und SS, gehörte dabei zu den bekanntesten Mitgliedern dieses Spektrums. Von ihm stammt das Zitat: „Ökologie öffnet uns die Augen dafür, dass Völker nicht nur menschliche Komplexe darstellen, die durch Sprache, Verhaltensweise, Kultur und Geschichte zu einem Ganzen zusammengewachsen sind, sie sind auch in ihrem Werden und ihrer unverwechselbaren Eigenart geprägt durch den Boden, aus dem sie wuchsen, durch den Raum, der sie umfängt, und daraus nicht nur erklärbar in ihrer unverwechselbaren Eigenart, sondern diesem auch verbunden.“14

Diese Denkrichtung, dass „Volk“ und „Raum“ eine organische Einheit bilde, war dabei nicht neu, sondern ebnete schon vor dem zweiten Weltkrieg den Weg für einen rasseideologischen Krieg um den „Lebensraum im Osten“.15 Auch am Heidelberger Manifest von 1981 wirkte Georg Haverbeck mit. Diese Veröffentlichung deutscher HochschulprofessorInnen sollte den völkischen Ansichten und dem eigenen Grundsatz der „ethnisch reinen Völker als Natursache“ eine gewisse wissenschaftliche Seriosität vermitteln: „Völker sind (biologisch und kybernetisch) lebende Systeme höherer Ordnung von voneinander verschiedenen Systemeigenschaften, die genetisch und durch Tradition weitergegeben werden. […] Jedes Volk, auch das deutsche Volk, hat ein Naturrecht auf Erhaltung seiner Identität und Eigenart in seinem Wohngebiet.“16 Hier zeigt sich deutlich die biologistisch-völkische Herangehensweise, welche sich mit ethnopluralistischen Ansichten vereinigt. Im Hinblick auf ökologische Fragen forderten die Autoren des Weiteren: „Die Rückkehr in ihre angestammte Heimat wird für die Bundesrepublik als eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt nicht nur gesellschaftliche, sondern auch ökologische Entlastung bringen.“17 Dietrich Murswiek versuchte 1987 in der Zeitschrift Criticón diese Ansichten mit neurechten Begriffen wie „nationale Identität“ in Einklang zu bringen: „Umweltpolitik als nationale Aufgabe ist […] nicht lediglich Erhaltung der natürlichen Überlebensgrundlagen der Menschheit, sondern darüber hinaus Erhaltung der natürlichen Grundlagen der Identität des Volkes.“ Um eine Kausalitätsbeziehung zum Themenkomplex der „Einwanderung als Umweltproblem“ herzustellen, heißt es im Weiteren: „Wir können immer mehr Ausländer nur bei immer mehr Industrieproduktion und immer mehr Ressourcenverbrauch unterbringen und versorgen. Außerdem haben die Ausländer, die in die Bundesrepublik Deutschland strömen, sicher kein existenzielles Interesse daran, unser Land in einen ökologisch akzeptablen Zustand zu bringen.“18 Stichwörter wie „Lebensschutz“, der „Entfremdung“ des Menschen von Heimat, Volk und nationaler Kultur sowie eine grundlegende Naturalisierung gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge dienten ab den 1960er Jahren nahezu allen rechtsextremen Parteien wie der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) und den Republikanern (REP), um ökologische Themen in ihre Programme zu integrieren. In diesem Rahmen wurde versucht, eine gesellschaftliche Anschlussfähigkeit ihrer Programmatik herzustellen.19 Letztendlich dient der völkisch gedachte Ökologiebegriff als ideologisches „Scharnier“ zwischen dem ethnopluralistischen Denken der Neuen Rechten und der Rasseideologie des Nationalsozialismus. Die Phrase „Ökologie als Heimatschutz“ missbraucht die tatsächlich gegebene Notwendigkeit umweltpolitischer Maßnahmen für nationalistische und ausländerfeindliche Ideologien. Die Zuwanderung führe nach Ansicht rechtsökologischer VordenkerInnen zu Schaden für Mensch und Natur. Das „Volk“ wird in biologistischer Tradition als unveränderliche „anthropologische Konstante“ angesehen,20 seine Konstitution und Zusammensetzung radikal entpolitisiert.21 Ethnopluralismus oder der Erhalt der „nationalen Identität“ werden somit mitunter als notwendig erachtet, um die Umweltzerstörung zu minimieren, denn je weniger „entfremdet“ und „fremdbestimmt“ eine Nation sei, desto weniger neige sie dazu, ihre „Heimat“ und ihre natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören.22 Nach Ansicht der RechtsökologInnen besteht die „ökologische Krise“ auch aufgrund „einer kulturellen Entfremdung“ des „Volkes“ durch ihm „wesensfremde, universalistische und naturwidrige“ Ideologien“.23

2.2 Bevölkerungspolitik als Beitrag zum Umweltschutz

Ein wichtiger Baustein rechtsökologischer Theoriemuster bildet das Thema Bevölkerungspolitik und eine vermeintliche „Überbevölkerung“. Die Ansicht, das Bevölkerungswachstum in der dritten Welt sei ein Hauptgrund für Umweltzerstörungen, findet allerdings nicht nur im rechtsextremen Milieu Anhänger, auch liberale Ökologen argumentieren mitunter durch Zuhilfenahme bevölkerungspolitischer Denkschemata.24 Schon im vielbeachteten Bericht des Club of Rome mit dem Titel Die Grenzen des Wachstums aus dem Jahr 1972 wird das Bevölkerungswachstum als einer von fünf Bausteinen im Hinblick auf Umweltzerstörungen analysiert.25 Die zentrale These des Berichts lautete dabei: „Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.“26 Das Grundproblem für die Autoren ist somit unter anderem das exponentielle Bevölkerungswachstum in einem „begrenzten System“. Auch die rechte Umweltbewegung argumentiert in diese Richtung und verweist auf eine vermeintliche „Überbevölkerung“ des Planeten, womit Hungersnöte, Migrationsbewegungen und ein erhöhter Ressourcenverbrauch einhergehen würden. Vor allem letzteres würde dabei die Umweltzerstörung forcieren.27 Des Weiteren beziehen sich RechtsökologInnen auch häufig auf die sogenannten „Malthusianische Katastrophe“. In seinem Essay on the Principle of Population stellte der britische Ökonom Thomas Robert Malthus 1798 die These auf, die Bevölkerung wachse exponentiell, wohingegen sich die Lebensmittelproduktion lediglich linear entwickle. Um diesem langfristigen Problem zu entgehen, schlug Malthus eine Geburtenkontrolle bei ärmeren Bevölkerungsschichten vor und lehnte eine Sozialpolitik für diese gleichzeitig ab.28 Hier zeigt sich das sozialdarwinistische und eugenische Fundament der malthusianischen Theorie, bei welcher ärmere Gesellschaftsschichten zugunsten der allgemeinen Wohlstandssicherung geopfert werden sollten. Letztendlich verweisen auch RechtsökologInnen in erster Linie auf die Bevölkerungspolitik in Schwellen- und Entwicklungsländern und wollen dabei Entwicklungshilfe für diese an eine geburtenkontrollierende Bevölkerungspolitik koppeln.29 Die „Überbevölkerung“ wird demzufolge als Problem des globalen Südens angesehen, welche eine Gefahr für den Wohlstand westlicher Industrienationen darstelle.30 Einer der bekanntesten zeitgenössischen Vertreter der „Überbevölkerungstheorie“ war Herbert Gruhl, 1980 an der Gründung der Grünen beteiligt und auch durch seinen 1975 erschienenen Bestseller Ein Planet wird geplündert bekannt. Entwicklungshilfe sei seiner Ansicht nach nicht nur eine „ungeheuerliche Lüge“31, auch nutzte er entmenschlichend-naturalisierende Begriffe wie „Menschenflut“ und „Menschenlawine“ um die vermeintliche „Überbevölkerung“ des Planeten darzustellen.32 Nach ihm sei „die Bevölkerungsvermehrung in den armen Ländern […] sicherlich der gefährlichste aller menschlichen Irrwege.“33 Weiterhin kritisierte Gruhl die Einwanderungspolitik Europas als „sagenhafte Dummheit“.34 „Einige europäische Völker“ hätte den Vorteil einer stabilen Bevölkerungszahl dadurch „aus der Hand gegeben“.35 Auch schreibt Gruhl in zivilisationskritischer Absicht: „“Es scheint nach allem, was bekannt ist, ein Naturgesetz zu sein, daß sich eine Art so lange vermehrt, bis sie an die Grenzen der Umwelt stößt und dann durch die Natur rücksichtslos dezimiert wird.“36 Oliver Geden resümiert hierzu: „Ökologie ist hier, wie bei allen anderen rechtsökologischen Konzepten auch, lediglich ein Vehikel, um eine herrschaftsstabilisierende und menschenverachtende Ideologie zu verbreiten.“37

3. Analyse

3.1 Klimaskeptizismus und Leugnung des menschengemachten Klimawandels

Die AfD und Umweltpolitik – zwei Bereiche die auf den ersten Blick und in der öffentlichen Wahrnehmung nicht widersprüchlicher sein könnten. Doch erkennt auch die AfD die Relevanz des Themas Klimapolitik und will nach dem Worten ihres Vorsitzenden Alexander Gauland „Die Kritik an der sogenannten Klimaschutzpolitik […] nach dem Euro und der Zuwanderung“ zum dritten großen Thema für die AfD machen.38 Gauland sehe hier ein „Alleinstellungsmerkmal“ der AfD im Gegensatz zum „Irrsinn“ der anderen Parteien.39 Schon im Grundsatzprogramm ist eine gewisse Skepsis gegenüber den wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich eines anthropogenen Klimawandels zu erkennen: „Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert. Die Klimaschutzpolitik beruht auf hypothetischen Klima-Modellen basierend auf computergestützten Simulationen des IPCC („Weltklimarat“). […] Der IPCC versucht nachzuweisen, dass die von Menschen verursachten CO2-Emissionen zu einer globalen Erwärmung mit schwerwiegenden Folgen für die Menschheit führen. Hierzu beruft man sich auf Computermodelle, deren Aussagen durch Messungen oder Beobachtungen nicht bestätigt werden. Seit die Erde eine Atmosphäre hat, gibt es Kalt- und Warmzeiten. Wir leben heute in einer Warmzeit mit Temperaturen ähnlich der mittelalterlichen und der römischen Warmzeit. Die IPCC-Modelle können diese Klimaänderungen nicht erklären. […] Unter dem Schlagwort „Klimaneutrales Deutschland 2050“ durch „Dekarbonisierung“ missbraucht die deutsche Regierung die steigende CO2-Konzentration zur „Großen Transformation“ der Gesellschaft, mit der Folge, dass die persönliche und wirtschaftliche Freiheit massiv eingeschränkt wird.“40

[...]


1 Vgl. Programme der Alternative für Deutschland: Alternative für Deutschland: Programm für Deutschland. Das Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland. www.afd.de/grundsatzprogramm (10.10.2020) ; Alternative für Deutschland: Programm für Deutschland. Wahlprogramm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum Deutschen Bundestag am 24. September 2017. https://​www.afd.de​/​wahlprogramm/​ (13.10.2020); Alternative für Deutschland: Europawahlprogramm. Programm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum 9. Europäischen Parlament 2019. https://​www.afd.de​/​europawahlprogramm/​ (11.10.2020).

2 Fiedler, Maria: Die Umweltstrategie der AfD: Warum die Rechtspopulisten jetzt öko sein wollen. https://​www.tagesspiegel.de​/​politik/​die-​umweltstrategie-​der-​afd-​warum-​die-​rechtspopulisten-​jetzt-​oeko-​sein-​wollen/​24510410.html (19.10.2020).

3 Geden, Oliver: Rechte Ökologie. Umweltschutz zwischen Emanzipation und Faschismus, Berlin: Elefanten-Press-Verlag, 1996, S.21.

4 Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz: Rechtsextreme Ideologien im Umwelt- und Naturschutz. https://​www.nf-farn.de​/​rechtsextreme-​ideologien-​natur-​umweltschutz (21.07.2020).

5 Röpke, Andrea; Speit, Andreas: Völkische Landnahme. Alte Sippen, jungen Siedler, rechte Ökos, Berlin: Christoph Links Verlag, 2019, S.162.

6 Deutscher Naturschutzring, Dachverband der deutschen Natur- Tier- und Umweltschutzverbände (DNR) e.V.: Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Ökologie. https://​www.dnr.de​/​positionen/​2020/​rechtspopulismus-​rechtsextremismus-​und-​oekologie/​ (27.10.2020).

7 Geden, Rechte Ökologie (wie Anm.3), S.21–22.

8 Ebd., S.22.

9 Bierl, Peter: Grüne Braune. Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts, Münster: Unrast, 2014 (5), S.35.

10 Eine Sichtweise, die eigentlich AntisemitInnen häufig selbst kennzeichnet und somit als Projektion auf Jüdinnen und Juden gesehen werden kann. (vgl. Stögner, Karin: Antisemitismus und Sexismus. Historisch-gesellschaftliche Konstellationen, Baden-Baden: Nomos, 2014, S.23–33).

11 Bierl, Grüne Braune (wie Anm.9), S.26.

12 Franke, Nils: Bäume für Auschwitz. https://​www.zeit.de​/​zeit-​geschichte/​2016/​01/​nationalsozialismus-​oekologie-​drittes-​reich-​naturschutz (28.09.2020).

13 Engels, Jens Ivo: Wie grün waren die Nazis? https://​www.bpb.de​/​politik/​extremismus/​rechtsextremismus/​211921/​wie-​gruen-​waren-​die-​nazis (05.10.2020).

14 Haverbeck, Georg: Ökologie und Ökumene. Lebensschutz ist Menschenschutz und Völkerschutz. In: Mut (1983), hier: S.40–47. zit. nach Wölk, Volker: Natur und Mythos, Duisburg: Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, 1992, S.37-38.

15 Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz, Rechtsextreme Ideologien im Umwelt- und Naturschutz (wie Anm.4), S.5.

16 Dudek, Peter: Entstehung und Entwicklung des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik. Zur Tradition einer besonderen politischen Kultur, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1984 (2), S.302.

17 Ebd.

18 Murswiek, Dietrich: Umweltschutz als nationale Aufgabe. In: Criticón 1987, hier: S.81. zit. nach Jahn, Thomas; Wehling, Peter: Ökologie von Rechts. Nationalismus und Umweltschutz bei der Neuen Rechten und den Republikanern; Frankfurt/Main: Campus-Verlag, 1991, S.119-121.

19 Jahn, Thomas; Wehling, Peter: Ökologie von rechts. Nationalismus und Umweltschutz bei der Neuen Rechten und den "Republikanern", Frankfurt/Main: Campus-Verlag, 1991, S.12–14.

20 Stögner, Karin: Natur Als Ideologie. Zum Verhältnis von Antisemitismus und Sexismus. In: Bodo Kahmann; Marc Grimm (Hg.): Antisemitismus im 21. Jahrhundert. Virulenz einer alten Feindschaft in Zeiten von Islamismus und Terror. Potsdam: De Gruyter Oldenbourg, 2018, S.65–86, hier: S.68.

21 Salzborn, Samuel: Kampf der Ideen. Die Geschichte politischer Theorien im Kontext. 2. Aufl., Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 2017, S.85.

22 Jahn, Wehling, Ökologie von rechts (wie Anm.19), S.48.

23 Ebd., S.49.

24 Bierl, Grüne Braune (wie Anm.9), S.31.

25 Meadows, Dennis L.: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit, Stuttgart: Deutschere Verlags-Anstalt GmbH, 1972, S.77.

26 Ebd., S.17.

27 Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz, Rechtsextreme Ideologien im Umwelt- und Naturschutz (wie Anm.4), S.9.

28 Strobl, Ingrid: Strange fruit. Bevölkerungspolitik: Ideologien, Ziele, Methoden, Widerstand, Berlin: Edition ID-Archiv, 1991, S.67–68.

29 Geden, Rechte Ökologie (wie Anm.3), S.62–67.

30 Ebd., S.72.

31 Gruhl, Herbert: Ein Planet wird geplündert. Die Schreckensbilanz unserer Politik, Frankfurt am Main: Fischer, 1975, S.177.

32 Ebd., S.179.

33 Ebd., S.173.

34 Ebd., S.185.

35 Ebd.

36 Ebd., S.186.

37 Geden, Rechte Ökologie (wie Anm.3), S.74.

38 Kamann, Matthias: Die AfD und die „sogenannte Klimaschutzpolitik“. https://​www.welt.de​/​politik/​deutschland/​article201093000/​CO2-​Emissionen-​Die-​AfD-​und-​die-​sogenannte-​Klimaschutzpolitik.html (12.10.2020).

39 Ebd.

40 Alternative für Deutschland, Programm für Deutschland (wie Anm.1), S.79.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Klimapolitik der Alternative für Deutschland. Zwischen Klimaskeptizismus und nationalistischer Heimatschutzideologie
Hochschule
Universität Passau
Note
1,30
Autor
Jahr
2020
Seiten
20
Katalognummer
V995002
ISBN (eBook)
9783346366061
ISBN (Buch)
9783346366078
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alternative für Deutschland, AfD, Klimapolitik, Heimatschutz, Umweltpolitik, Ökologie
Arbeit zitieren
Christopher Zehetbauer (Autor:in), 2020, Die Klimapolitik der Alternative für Deutschland. Zwischen Klimaskeptizismus und nationalistischer Heimatschutzideologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995002

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