Die Arbeit behandelt das „Abendständchen“, Opus 42, von Johannes Brahms. Begonnen wird mit einer kurzen Darstellung der wichtigsten biografischen Eckdaten Johannes Brahms` und der Frage, welche musikalischen Einflüsse er hatte und wer seine Vorbilder oder Mentoren waren? Wie war sein Verhältnis zur Vokalmusik und vor allem zur Chormusik?
Danach wird sich mit seiner Art des Komponierens und seiner Wahl des Textes auseinandergesetzt. Welche Einflüsse hatte Brahms bezüglich seiner kompositorischen Arbeiten? Wie wählte Brahms seine Texte? Vertonte er einen Text direkt, wenn er ihn entdeckte? Wessen Dichtungen nahm er gerne als Vorlage und wo lagen seine Ansprüche an den Text? Darauf folgt eine Kurzbiografie des Dichters Clemens Brentano und eine Einordnung der Verse in den Kontext, aus welchem sie von Brahms genommen wurden. Warum dies für das Verständnis des ganzen Werkes wichtig ist, wird in Kapitel 3 erläutert. Anschließend wird das Stück musikalisch analysiert und versucht herauszufinden, welche Stilmittel Brahms benutzte, um das Stück zu vertonen. Wie arbeitete er mit der Dynamik und dem Rhythmus? Gibt es eine Melodie die eingängig ist und sich durch das ganze Stück hindurch zieht? Kann man das Werk als klassisches Chorlied bezeichnen oder muss man dort Unterscheidungen machen?
Im finalen Teil der Arbeit wird dann versucht, die vorher gefundenen Erkenntnisse auf das Stück zu beziehen. Wie interpretierte Brahms den Text und wie unterstütze er dessen Wirkung durch seine Komposition? Geht Brahms auf den Hintergrund der Verse ein oder reißt er sie komplett aus dem Kontext und gibt ihnen ein neues Gesicht?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Analyse des Stückes „Abendständchen“ von Johannes Brahms
2.1 Eine Kurzbiographie Johannes Brahms´ und Andeutungen zu seinem Verhältnis zur Vokalmusik
2.2 Brahms` Art und Ausmaß der Komposition von Vokalmusik und seine Wahl des „richtigen“ Textes
2.3 Eine Kurzbiografie Clemens Brentanos und Einordnung des Textes
2.4 Die musikalische Analyse des Liedes
3 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Chorwerk „Abendständchen“ op. 42 von Johannes Brahms, um dessen kompositorische Herangehensweise, die Textwahl und die musikalische Umsetzung zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Brahms durch spezifische musikalische Mittel wie Dynamik, Rhythmik und harmonische Gestaltung die Stimmung und den Inhalt der literarischen Vorlage von Clemens Brentano interpretiert und vertont.
- Biografische Hintergründe zu Johannes Brahms und sein Verhältnis zur Vokalmusik
- Die Philosophie hinter Brahms' Auswahl literarischer Vorlagen für seine Kompositionen
- Biografische Einordnung des Dichters Clemens Brentano und seines Werks
- Detaillierte musikanalytische Untersuchung des Stückes „Abendständchen“
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Textinhalt und musikalischer Klanggestaltung
Auszug aus dem Buch
2.4 Die musikalische Analyse des Liedes
Das Stück steht in G-Dur und hat als Taktart „alla breve“ vorgezeichnet. Es gibt eine Sopranstimme, zwei Altstimmen, eine Tenor- und zwei Bassstimmen. Das auf den Noten eingezeichnete Klavier ist nur zu Übungszwecken und wurde nicht für die Aufführungspraxis vorgesehen. „Aus den sechs Stimmen bildete Brahms in op. 42 immer wieder verschiedene Gruppierungen und Kombinationen, v.a. die Chorteilung zwischen Frauen- und Männerstimmen, die sich blockhaft abwechseln oder wieder zusammentreten, ist ausgesprochen häufig.“ So sehen gleich zu beginn des Stückes. Die Frauenstimmen beginnen mit dem ersten Akkord (überraschenderweise ein g-Moll-Akkord) und die Männerstimmen „antworten“ mit dem gleichen Akkord, nur in einer anderen Oktavlage. Noch auf die zweite „Und-Zählzeit“ im ersten Takt beginnen die Frauenstimmen erneut mit dem ersten Akkord, führen ihn aber weiter und so entsteht eine kurze Phrase bis zum Ende des dritten Taktes. Die Männerstimmen tun es ihnen gleich, nur verkürzen sie die o.g. Phrase ein wenig. Dies ist nötig, um am Ende der Phrase auf einen gemeinsamen Schlussakkord zu kommen. Dieser Akkord, ich bezeichne ihn hier als „leeren Akkord“, ist ein Quint-Oktav-Klang, welchen man deswegen auch keinem wirklichen Geschlecht zuordnen kann. Ein Klang, der den Hörenden etwas allein lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Forschungsrelevanz und stellt die Leitfragen zur musikalischen Analyse des „Abendständchens“ vor.
2 Die Analyse des Stückes „Abendständchen“ von Johannes Brahms: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil, in dem biografische Hintergründe zu Brahms und Brentano sowie Brahms' kompositorische Arbeitsweise erörtert werden.
2.1 Eine Kurzbiographie Johannes Brahms´ und Andeutungen zu seinem Verhältnis zur Vokalmusik: Der Text skizziert den Lebensweg des Komponisten und beleuchtet erste Berührungspunkte und Erfahrungen mit der Vokalmusik.
2.2 Brahms` Art und Ausmaß der Komposition von Vokalmusik und seine Wahl des „richtigen“ Textes: Hier wird diskutiert, welche Kriterien Brahms bei der Auswahl von Dichtungen anlegte und wie er seine Werke in der zeitgenössischen Chorlandschaft positionierte.
2.3 Eine Kurzbiografie Clemens Brentanos und Einordnung des Textes: Dieses Kapitel widmet sich dem Dichter des „Abendständchens“ und erläutert den Kontext, in dem die ursprüngliche Textvorlage entstand.
2.4 Die musikalische Analyse des Liedes: Der Autor führt eine detaillierte musikalische Untersuchung durch, wobei Dynamik, Rhythmik, Harmonik und Stimmführung im Fokus stehen.
3 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und reflektiert über die intendierte Wirkung des Stückes.
Schlüsselwörter
Johannes Brahms, Abendständchen, Clemens Brentano, Vokalmusik, Chorkomposition, Musikanalyse, Musikwissenschaft, G-Dur, Romantik, Chorliteratur, Textvertonung, Musiktheorie, Liedanalyse, 19. Jahrhundert, Chorsatz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Chorwerk „Abendständchen“ op. 42 von Johannes Brahms und untersucht dabei sowohl biografische Kontexte als auch die spezifische musikalische Ausgestaltung des Stücks.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Biografie von Johannes Brahms, die Lyrik von Clemens Brentano sowie die theoretische und praktische Musikanalyse von Vokalwerken im 19. Jahrhundert.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Brahms durch seine Kompositionstechnik bestimmte Stimmungen des Brentano-Textes musikalisch einfängt und interpretiert.
Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?
Es wird eine deskriptiv-analytische Methode angewandt, die biografische Forschung mit einer fundierten musiktheoretischen Analyse der Partitur verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der vertiefenden Analyse des Notentextes, der Taktarten, der harmonischen Wendungen und der Stimmverteilung im „Abendständchen“.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Chorkomposition, Text-Musik-Verhältnis, Interpretation, Brahms-Analyse und Gattungsgeschichte der Chormusik charakterisieren.
Warum wählte Brahms laut Autor oft unbekanntere Dichter?
Laut der Arbeit bevorzugte Brahms Dichter, deren Werke ihm genügend Spielraum für eine eigene kompositorische Interpretation ließen, statt bereits „vollendete“ Texte zu wählen, die kaum musikalische Steigerung zuließen.
Wie interpretiert der Autor den „leeren Akkord“ am Ende der Phrasen?
Der Autor versteht diesen als Quint-Oktav-Klang, der durch seine harmonische Offenheit den Zuhörer in einem Zustand der Ungewissheit zurücklässt.
- Quote paper
- Vincenz von Roda (Author), 2019, Das "Abendständchen" (Opus 42) von Johannes Brahms, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995057