Sophokles - Antigone


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
6 Seiten, Note: 12 Punkte

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Inhalt

1.) Personen

2.) Inhalt

3.) Personencharakterisierung

4.) Aufbau

5.) Interpretationen

6.) Bemerkungen

7.) Textbeispiel

Zu 1.):

Antigone: Verlobte von Haimon Ismene: Schwester Antigone Kreon: König von Theben Haimon: sein Sohn Eurydike: Frau von Kreon Teiresias: ein blinder, weiser Seher, Freund und Ratgeber Kreons Chor: Vermittlerrolle zwischen den Personen, kommentiert Handlung Wächter Bote

Zu 2.):

Antigone, die Tochter des Ödipus, führt ihre Schwester Ismene am Morgen vor den Palast, um sie zur Mithilfe an der Beerdigung ihres toten Bruder Polyneikes zu bewegen, dessen Bestattung Kreon, der neue König von Theben, ausdrücklich verboten hat, während er die Beerdigung des Eteokles anordnete. Beide Brüder fielen im Kampf um Theben, Polyneikes als der Angreifer, Eteokles als der Verteidiger.

Ismene lehnt ab und bittet die Schwester vergeblich, von ihrem Tun, auf dem der Tod steht, abzulassen. Antigone vollzieht die geheiligten Bestattungsbräuche an der Leiche des Polyneikes, wie der Wächter alsbald Kreon zu vermelden weiß. Bei der nun folgenden Auseinandersetzung zwischen Kreon und Antigone vertritt Antigone das göttliche Gebot, dessen Ruf sie im Herzen vernimmt, gegenüber dem irdischen, das Kreon als Staatsoberhaupt verkörpert. Kreon bleibt hart und verurteilt sie zum Tode durch Einmauerung. Vergeblich versucht sein Sohn Haimon, der mit Antigone verlobt ist, ihn umzustimmen. Auch als der blinde Seher Teiresias ihn zur Besonnenheit mahnt, verharrt Kreon zunächst trotzig auf seinen Standpunkt und bezichtigt den Greis, bestochen zu sein. Erst als dieser dem König selbst ein furchtbares Schicksal als Strafe für seine vermessene Tat weissagt, wird Kreon unsicher und folgt der Mahnung des Chores, von seinem Starrsinn abzulassen - jedoch zu spät! Als er seine Befehle rückgängig macht, hat sich Antigone bereits erhängt, Haimon an ihrer Leiche sich erstochen und Eurydike, Kreon Frau, auf diese Schreckenssekunde hin sich selbst das Leben genommen. Mit Kreons schuldbewussten Klagerufen endet das Stück.

Zu 3.):

Antigone:

- handelt nach Gotteswillen, entschlossen, widersetzt sich Kreon,
- nicht vorausschauend, stur, stolz, keine Diplomatie, mit dem Kopf durch die Wand
- beklagt sich nicht, dass sie sterben muss (starke Persönlichkeit, akzeptiert ihr Schicksal, denkt an Familie, Leid begann mit ihrem Vater und Mutter, Trost: Wiedersehen mit geliebten Toten)

Fazit: Antigone glaubt an eine göttliche Weltordnung und das bestimmt ihr Handeln!

Kreon:

- religiöse Pflichten an zweiter Stelle, Staat wichtiger als Religion (handelt nach Staats- und Gesetzeswille)
- starrsinnige Überzeugung im Recht zu sein
- Volk hat Angst vor ihm, Art Tyrann, er hat Angst vor den Weißsagungen
- Gesetz wichtiger als Moralvorstellung, nimmt dafür auch die Zerstörung seines eigenen Lebens in Kauf (Strafe nicht der Tod, sondern ein Leben mit der Last)
- Besonderer Konflikt: Antigone ist eine FRAU (Frau könnte ihm, dem König, ihren

Willen aufzwingen!)

Haimon:

- Mag Vater, hat viel Respekt, dennoch
- Verbissen, versucht Kreon zu überzeugen, Antigone am Leben zu lassen
- Will sie selber befreien, würde alles für Antigone tun
- Um endlich mit ihr zusammen zu sein, ersticht er sich
- Frage: Haimons Selbstmord aus Verzweiflung über den Verlust Antigones oder aus der Verzweiflung über die Unrechtshandlung Kreons? ( Er hat seine Braut verloren durch die Verblendung des Vaters, gegen die er - ihr natürlicher Beschützer - sie nicht hat schützen können, weil der Schuldige sein Vater war. Und er hat seinen Vater verloren, auf einen viel schlimmere Weise als durch den Tod. In diesem Augenblick, wo er vor seiner Braut steht, die von seinem eigenen Vater wegen ihrer herrlichsten Tat gemordet wurde, ist die Situation an der Spitze: da wendet er sich mit dem Schwert gegen seinen Vater, und dann, als ihm zum Bewusstsein kommt, was er tut, wendet er das Schwert gegen sich selbst und tötet sich.

Ismene:

- Passiver als Antigone, vernünftiger, aber trotzdem mutig (sucht Anteil an Antigones Schuld und bekennt sich dazu gegenüber Kreon)
- Auf Seite der irdischen Macht, aber auch auf der Antigones

Teiresias:

- Kein Verständnis für Kreons Handeln und Sturheit, ist über Kreon verärgert, will ihn warnen Chor (=Volk):
- Einerseits auf Antigones Seite, andererseits Ratschläge für Kreon
- Ängstlich, da Kreons ein strenger Herrscher ist
- Steht Kreons Handeln skeptisch gegenüber

Zu 4.):

Prolog: Dialog Antigone - Ismene; Antigones Vorhaben Parados: Einzugslied des Chors; Aufruf zur Siegesfeier

1. Epeisodion: Kreons Rede, bericht des Wächters von der Tat

1. Stasimon: Chorgesang über die Fähigkeiten des Menschen

2. Epeisondion: Bericht des Wächters von der Entdeckung der Täterin, Urteil Kreons über Antigone, Ismenes Bereitschaft, die Schuld der Schwester zu teilen

2. Stasimon: Chorgesang über das Ausgeliefertsein des Menschen an die Macht der Götter

3. Epeisondion: Haimons Abrücken von seinem Vater. Kreons Beharren auf der Urteilsvollstreckung

3. Stasiomon: Chorgesang über die Macht des Eros, der Haimon in einen Zusammenstoß mit dem Vater getrieben hat

4. Epeisondion: Antigones Schicksalsklage gegenüber dem Chor

4. Stasimon: Chorgesang über Präzedenzfälle zu Antigones Geschick

5. Epeisodion: Die Mahnung des blinden Sehers Teiresias, Kreons Verblendung, Ankündigung des Unheils, Kreons zu später Einsicht

5. Stasimon: Chorgesang an Dionysos als hoffnungsvolles Gebet

Exodus: Botenberichte über die Vollendung der Katastrophe, Haimons Tod, Selbstmord der Eurydike Kreons Klage, Auszug des Chores EINHEIT DER ZEIT: ein Tagesablauf, Chor begrüßt ,,Strahl der Sonne", in Exodus spricht Kreon vom ,,endigenden Todestag"

Zu 5.):

Antigone zeichnet der Modellfall eines Streites. Zwei Positionen stehen sich gegenüber.

1. Kreon, der starke autoritäre Führer des Staates vertritt die Interesse des Gemeinwesens. Als der gegen die eigene Vaterstadt kämpfende Bruder Antigones vor den Toren der Stadt fällt, verbietet Kreon bei Todesstrafe seine Bestattung.
2. Antigone als Schwester vertritt die Gegenposition und fühlt sich an das weit ältere Gesetz der Sippe gebunden, das den Familienangehörigen zur Pflicht macht, die eigenen Toten würdig zu bestatten, vor allem dann, wenn es sich um Geschwister handelt.

Sophokles lässt keinen Zweifel daran, dass Kreon im unrecht ist. Zwar lässt er ihn durch den Mund des blinden Seher Teiresias las einen Herrscher bezeichnen, der "den Staat auf gradem Kurs" hielt. Aber der gleiche Seher verkündet dem Tyrann auch, dass er moralisch gefehlt hat, als er verbot den Leichnam zu bestatten.

1. Kreon wird das Opfer der beiden schlimmsten Gefährdungen, die nach Meinung der Griechen den Menschen befallen können: Hybris, die menschliche Anmaßung und Überheblichkeit, und ate, die Verblendung. Diese beiden größten Versuchungen stehen als positive Richtpunkte, die als Göttinnen verehrten sittliche Werte der Metis (Weisheit und guter Rat), Themis (Sitte und Ordnung) und Dike (Ausgleich und Gerechtigkeit), gegenüber, gegen alle drei hat Kreon verstoßen.
2. Antigone ist auch nicht ohne Schuld. Vergebens mahnt Ismene sie zur Besonnenheit. Die trotzige Härte, mit der Antigone das ganze Stück hindurch ihrer Schwester gegenübertritt und mit der sie diese auch dann noch zurückstößt, als Ismene mit ihr den Tod gehen will, ist ihre tragische hamartia, ihr Fehlverhalten, das als moralischer Widerspruch in ihrem Handeln zum Ausdruck kommt. Und doch schleudert sie ihrer Schwester trotziger Anmaßung ihren Hass ins Gesicht. Auch sie verstößt das ethische Gebot der Wohlberatenheit und weisen Mäßigungen.

Die Unfähigkeit, zu weichen und sich unterm Sturm zu ducken, wird vom Chor immer wieder warnend als Gefahr beschrieben. Diese Warnung durch zieht in wechselnden Bildern die ganze Tragödie, meist vom Chor vorgetragen, aber auch von Haimon und Ismene. Sie geht sowohl an Kreon als auch an Antigone. Beide gehen schließlich an ihrer Hybris zu Grunde.

Zu 6.):

Seit Sophokles den Schicksalskonflikt der Ödipus- Tochter zwischen ungeschriebenem Sittengesetz und todesdrohendem Herrschergebot auf dem Dionysostheater spielen ließ, hat der Stoff Interpreten, Nachschöpfer und Neubearbeiter immer wieder in seinen Bann gezogen. Uraufführung ca. 442 v. Chr.

7.) Textbeispiel: Chor - Einzugslied:

- Sonnenaufgang, Freunde über das Ende des Krieges,
- Siegesfeier, der schönste Morgen, den Theben je erlebte
- Schrecken des Krieges sind schon Vergangenheit
- Optimistische Erinnerung an den Kampf aus optimistischer Sicht
- Chor stellt die Schuld des Brudermordes und den Tod der Brüder gleich (,,Vergessen sei vergangener Krieg")
- Stimmung steht im Kontrast zu der düsteren Atmosphäre des Prologs
- Chor ahnt nicht von der ungelösten Problematik die zum Entzweien der beiden Schwestern geführt hat

6 von 6 Seiten

Details

Titel
Sophokles - Antigone
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
2000
Seiten
6
Katalognummer
V99510
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sophokles, Antigone
Arbeit zitieren
Claudia Vollmer (Autor), 2000, Sophokles - Antigone, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99510

Kommentare

  • Gast am 20.9.2001

    !!!.

    Brauchte Inhaltsangabe, diese war mir etwas zu extravagant.Der Satzaufbau hat mir nicht gefallen. Ansonsten ganz korrekt.

  • Gast am 30.9.2001

    !!!!!.

    Lustiger Satzbau!Ich hätte ja noch mehr
    Kommas gesetzt...Aber ansonsten gut!

  • Gast am 4.10.2001

    VIelen Dank.

    Es ist genau das was ich gesucht hatte!!

  • Gast am 23.10.2001

    Antigone.

    Kommt wie gerufen !!!

  • Gast am 23.10.2001

    Du bist Klasse.

    He Claudia echt geiles Referat! Wenn du noch ein paar solche Referate hast, tät ich an deiner Stelle ne eigene Webseite erstellen.!!!!! ;-)

  • Gast am 2.11.2001

    Super!!!!!!!!!!!!!!!!!.

    Danke! Jetzt kapier ich das endlich!!!

  • Gast am 12.11.2001

    4..

    Einfach spitze!!!!!!

  • Gast am 21.11.2001

    HAllo.

    Ich find´s echt klasse, aber wie kann ichs drucken, ohne daß die hälfte am rand fehlt?

  • Gast am 28.11.2001

    kforce.

    siehe Sina Walter - sogar die gleichen Rechtschreibfehler !!!

  • Gast am 13.1.2002

    Daumen rauf.

    genial!
    logisch aufgebaut, vollständig,
    du hast mich gerettet, DANKE!!!

  • Gast am 17.1.2002

    super.

    Echt super.Hat mir viel geholfen!!!!

  • Gast am 25.1.2002

    Danke, du hast mir 2!!! ungenügend erspart!!!!.

    Noch mal vielen Dank...

  • Gast am 26.2.2002

    Boah!!!!.

    Das ist der Oberhammer!!!!
    Wenn du so gut aussiehst, wie deine Deutsch-Hausaufgabe, dann bist du meine Traumfrau!!!!

  • Gast am 11.4.2002

    extra sternchen.

    das ist toll!

  • Gast am 27.5.2002

    Antigone.

    Deine Hausarbeit war mir wirklich ne große Hilfe. Schreib morgen deutsch und hatte das Buch noch nicht gelesen.Danke!!!

  • Gast am 17.8.2002

    Vielen, vielen Dank!!!!!!!!.

    Vielen Dank! Du warst eine große Hilfe! Nun kann der Unterricht mit dem Buch richtig losgehen!!! Echt Spitze

  • Gast am 28.8.2002

    hat mir echt gut geholfen, danke!!.

    schön gegliedert, auch wenn ich nur die inhaltsangabe brauchte hat mir der rest auch gan z viel geholfen.
    Danke, Danke!

  • Gast am 22.9.2002

    *g*.

    Hast dir echt mühe gegeben!

  • Gast am 3.10.2002

    Richtig gut.

    Das war richtig hilfreich! Dank dir sehr dafür!

  • Gast am 29.12.2003

    Ich fande es etwas... naja... kindisch.Besser gesagt sehr unreif für die 12 Klasse!!! Ist so nicht empfehlenswert. Sorry, ist aber so.

  • Gast am 24.10.2008

    lollipop.

    hat uns leider nicht weitergeholfen..Schade...

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