Diese Arbeit untersucht, wie Kunstbeschreibung im Kontext der Leichten Sprache funktionieren und dem Mensch als soziales und kulturelles Wesen dadurch Teilhabe im Museum, einem Ort des Informierens und der Bewahrung, gelingen kann.
Kunstbeschreibung wird hierbei im Kontext von Kunstvermittlung, Wissensproduktion, dem Gebiet der Textlinguistik sowie als funktionale Varietät und fachsprachliche Domäne diskutiert. Auch Leichte Sprache wird in dem Zusammenhang in ihrer Funktionalität und als Varietät thematisiert.
Die Resolution 217 A (III) der Vereinten Nationen vom Jahr 1948 beschreibt in Artikel 27 (1) den Menschen als kulturelles und soziales Wesen. Hieraus resultiert auch das Recht eines jeden Menschen auf Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben. Dieses Recht auf Kultur, und seine Umsetzung in der Praxis bestimmt das Verhältnis zwischen Menschen, Staat und Gesellschaft.
Hierbei kommt auch dem Museum die Aufgabe zu, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kulturelle Teilhabe im Museum
3. Kunstbeschreibung
4. Leichte Sprache
5. Kunstbeschreibung in Leichter Sprache
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Voraussetzungen für die Gestaltung von Kunstbeschreibungen im Kontext der Leichten Sprache, um die kulturelle Teilhabe im Museum für alle Menschen zu fördern. Ziel ist es, Sprachbarrieren abzubauen und das Museum als inklusiven Lernort zu etablieren.
- Kulturelle Teilhabe als gesellschaftliches Recht und Museumsauftrag
- Linguistische Einordnung der Kunstbeschreibung und Leichten Sprache als funktionale Varietäten
- Anwendung von Regelwerken der Leichten Sprache auf museale Textgattungen
- Förderung von Inklusion und individuellen Lernprozessen durch barrierefreie Vermittlung
Auszug aus dem Buch
3. Kunstbeschreibung
Beim Besuch einer Kunstausstellung, auf der Suche nach Erläuterungen, findet der Besucher oft eine Beschreibung, eine Bildunterschrift oder Erklärung, welche Informationen zu den Exponaten liefert. Diese kann in unterschiedlicher Länge, Ausprägung, medialer Anordnung, digital oder auch in einer zusätzlichen Broschüre angelegt sein. Sie beinhaltet Informationen, Erklärungen, Hintergrundwissen und oft auch künstlerisch-relevante Aspekte, wie den Entstehungshintergrund des Werkes, das betrachtet wird, oder eine besondere „Federführung“ des Künstlers, auf die hingewiesen wird:
„Im Vordergrund liegt eine von der Sonne gebräunte Frau mit roten Haaren auf einem schmalen, dunkelgrünen Grasstreifen. Während ihr linkes Bein leicht angewinkelt rechts auf dem Gras liegt, streckt sie das andere über eine niedrige Uferkante des Strandes ins Wasser, ihr Fuß wird von den anlandenden Wellen umspült. Hinter ihr erstreckt sich eine orange-gelbe Dünenlandschaft. Die Dame lehnt sich entspannt nach links., dabei stützt sie ihren Ellenbogen auf einem hellgelben Tuch ab […] Die Farben des Bildes sind stark buntfarbig, die Flächen wenig detailliert wiedergegeben.“
(Maass in Föhl/Erdrich/John/Maaß 2007: 15)
Diese Beschreibungen von Kunst sollen im Zusammenhang mit Leichter Sprache das Thema dieser Arbeit sein. Das Schreiben über ein Werk wird in diesem Sinne als eine Art von Kunstvermittlung verstanden (Sturm 2010: 1). Indem das Geschriebene wahrgenommen wird, wird Wissen produziert (ebd. 1). Die an sich rein sinnlich erlebbare Kunst wird durch die, auch konträr zu der sinnlich interpretierbaren, sprachlichen Ergänzung einer Kunstbeschreibung, im Kontext von Kunstvermittlung, erweitert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Kunstbeschreibung im Kontext der Leichten Sprache zur kulturellen Teilhabe im Museum beitragen kann.
2. Kulturelle Teilhabe im Museum: Dieses Kapitel erläutert das Museum als Ort der Bildung und Bewahrung sowie das Recht auf gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe, insbesondere für Menschen mit Behinderungen.
3. Kunstbeschreibung: Hier wird die Kunstbeschreibung als Textgattung und Werkzeug der Wissensvermittlung definiert sowie ihre fachsprachliche und funktionale Ausprägung analysiert.
4. Leichte Sprache: Das Kapitel definiert Leichte Sprache als funktionale Varietät und erläutert die wesentlichen Regelwerke für eine verständliche Kommunikation.
5. Kunstbeschreibung in Leichter Sprache: Der Abschnitt diskutiert die praktische Umsetzung, indem er die Anforderungen der Leichten Sprache mit den Spezifika der Kunstbeschreibung synthetisiert.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit von Leichter Sprache in Museen als integralen Bestandteil einer inklusiven Vermittlungskultur.
Schlüsselwörter
Leichte Sprache, Kunstbeschreibung, Museum, kulturelle Teilhabe, Barrierefreiheit, Inklusion, funktionale Varietät, Wissensvermittlung, Sprachbarrieren, Textlinguistik, Museumsvermittlung, Behindertengleichstellungsgesetz, Lernort, Kommunikation, Adressatenorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie barrierefreie Kommunikation durch Leichte Sprache dazu beitragen kann, den Zugang zu Kunst in Museen für alle Bevölkerungsgruppen zu erleichtern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der kulturellen Teilhabe, der musealen Vermittlungspraxis und der Anwendung linguistischer Regeln der Leichten Sprache auf kunstbezogene Texte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Empfehlungen und theoretische Grundlagen für eine „leichte“ Kunstbeschreibung zu schaffen, um Museen als inklusive Lernorte zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse auf Basis von fachsprachlichen Definitionen und bestehenden Regelwerken der Leichten Sprache, um die Übertragbarkeit auf Kunsttexte zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Museum als Lernort, die Rolle der Kunstbeschreibung als Informationstext sowie die linguistischen Anforderungen der Leichten Sprache bei der Gestaltung von Bildbeschreibungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Leichte Sprache, Inklusion, barrierefreies Museum, Kunstbeschreibung und funktionale Varietät.
Warum ist die „Brückenfunktion“ bei der Kunstbeschreibung so wichtig?
Die Brückenfunktion beschreibt den Versuch, den Inhalt eines komplexen Kunstwerkes so zu übersetzen, dass eine verständliche Verbindung zwischen dem Objekt und dem Betrachter geschaffen wird.
Welche Herausforderungen entstehen bei der Kombination von Kunstsprache und Leichter Sprache?
Die größte Herausforderung liegt im Umgang mit Fachwörtern und komplexen Bildbeschreibungen, die einerseits präzise sein müssen, aber gleichzeitig das Gebot der Einfachheit der Leichten Sprache einhalten sollen.
- Citation du texte
- Franziska Schmidt (Auteur), 2020, Kunstbeschreibung im Kontext Leichter Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995237