Investition und Einführung einer modularen Fertigungslinie. Entwicklung einer Entscheidungsgrundlage


Projektarbeit, 2020

50 Seiten, Note: 91%

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Vorstellung des Unternehmens und des Betriebes

2 Ausgangssituation
2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
2.2 Betriebliche Rahmenbedingungen

3 Problembeschreibung

4 Ziel der Projektarbeit

5 Ist-Zustand und Projektdefinition
5.1 Werkskapazitäten
5.2 Prozessplanung
5.3 Auftragsprognosen
5.4 Target Preis
5.5 Mitarbeiter

6 Soll-Zustand
6.1 Werkskapazitäten
6.2 Prozessplanung
6.3 Auftragsprognosen
6.4 Target Preis
6.5 Mitarbeiter

7 Vorstellung der Investitionsalternativen
7.1 Kriterien
7.2 Angebote

8 Auswahl der Investitionsalternativen
8.1 Erfüllung der K.o.-Kriterien
8.2 Nutzwertanalyse
8.2.1 Beschreibung der Nutzwertanalyse
8.2.2 Definition & Erläuterung der Bewertungskriterien
8.2.3 Gewichtung der Kriterien
8.2.4 Nutzwertanalyse

9 Kalkulation & Wirtschaftlichkeitsberechnung
9.1 Kalkulation
9.1.1 Projekt, Kosten, Rahmenbedingungen
9.1.2 Materialkosten aller Varianten
9.1.3 Maschinenstundensatz der Fertigungslinie
9.1.4 Fertigungskosten aller Varianten
9.1.5 Zuschlagkalkulation aller Varianten
9.2 Wirtschaftlichkeit
9.2.1 Grundlagen der EBIT-Berechnung
9.2.2 Anwendung der EBIT-Berechnung
9.2.3 Grundlagen der DCF-Berechnung
9.2.4 Anwendung der DCF-Berechnung

10 Zusammenfassung und Handlungsempfehlung

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Anlagen

Abkürzungsverzeichnis

Abb. Abbildung

bzw. beziehungsweise

bzgl. bezüglich

DCF Discounted-Cash-Flow

EUR Euro

EOP „End of Production“ Ende der Serienfertigung

h Stunde

i.d.R. In der Regel

KPI „Key Performance Indicator“ Leistungskennzahlen

KW Kilowatt

KWh Kilowattstunde

MA Mitarbeiter

Min. Minuten

OEE Gesamtanlageneffektivität

OEM „Original Equipment Manufacturer“ bezeichnet in der Automobilindustrie einen Fahrzeughersteller

p.a. „per annum“ pro Jahr

SOP „Start of Production” Start der Serienfertigung

Sec. Sekunden

Stk. Stück

z.B. zum Beispiel

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zwei Schaliger Lenker

Abbildung 2: Mehrlenker Hinterachse

Abbildung 3: Prognose Auftragsanfragen

Abbildung 4: Angebotsvergleich Maschinenhersteller

Abbildung 5: Paarweisen vergleich

Abbildung 6: Nutzwertanalyse

Abbildung 7: Auftragsvolumen

Abbildung 8: Investment Aufteilung

Abbildung 9: Projektkosten Rahmenbedingungen

Abbildung 10: Materialkosten

Abbildung 11: Maschinenstundensatz Berechnung

Abbildung 12: Fertigungskosten Berechnung

Abbildung 13: Zuschlagskalkulation aller Varianten

Abbildung 14: Formel EBIT-Berechnung

Abbildung 15: Formel EBIT-Marge

Abbildung 16: Berechnung EBIT-Marge

Abbildung 17: Formel DCF-Berechnung

Abbildung 18: DCF-Berechnung

Abbildung 19: Zusammenfassung der Profitabilität

Abbildung 20: Detaillierung der Materialkosten der Pressteile

Abbildung 21: Fertigungskosten der Pressteile

Abbildung 22: Zuschlagskalkulation der Pressteile

Abbildung 23: Gesamtwirtschaftlichkeit des Risiko Scenarios

Anlagenverzeichnis

Anhang 1: Detaillierung der Fertigungskosten der Pressteile aller Varianten

Anhang 2: Wirtschaftlichkeitsauswertung des bewerteten Risikos

1 Einleitung

1.1 Vorstellung des Unternehmens und des Betriebes

Die Jäger GmbH ist ein traditionelles, inhabergeführtes Familienunternehmen, welches seit Gründung im Jahre 1955 durch Herrn Gustav Jäger, nun bereits in dritter Generation durch Johannes Jäger geführt wird.

Das Unternehmen ist einer der größten Anbieter im Bereich Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie. Es verfügt über einen eigenen Entwicklungsbereich, wo, je nach Kundenanforderungen bzw. nach Anforderungen des Fahrzeuges komplette Vorder- und Hinterachsen sowie Lenker-Komponenten entwickelt werden. Zunehmend gibt es aber auch Anfragen von OEMs für bereits fertig entwickelte Komponenten, die inkl. Lastenheft ausgeschrieben werden. Mit insgesamt 15.000 Mitarbeitern weltweit macht die Jäger GmbH einen Gesamtumsatz von 2 Mrd. € pro Jahr. Zum größten Anteil am Umsatz trägt der Produktionsstandort in Gütersloh bei, an dem aktuell 1.500 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Im Gütersloher Produktionswerk werden Komponenten in den verschiedensten Fertigungsstufen produziert, angefangen vom Presswerk mit dem eigenen dazugehörigen Werkzeugbau. Hier wird Stahl unterschiedlicher Güte, der den Rohstoff für 85% aller hergestellten Produkte ausmacht, in Form von aufgewickelten Metallbändern, auch Coils genannt, in Pressen zugeführt, wo mit einer Presskraft von 400 - 3500 Tonnen verschiedenste Pressteile entstehen, aus denen das spätere Endprodukt besteht. Abbildung 1 zwei Schalliger Lenker und Abbildung 2 Mehrlenker Hinterachse stellen Beispiele dieser Endprodukte dar.

Abbildung 1: zwei Schalliger Lenker Abbildung 2: Mehrlenker Hinterachse

Quelle: Fahrwerkhandbuch 5. Auflage 2017 S.555Quelle: Fahrhandwerkbuch 5. Auflage 2017: S713

Anschließend distribuieren Gabelstaplerfahrer die sich in Behältern befindlichen Pressteile „just in time“ vom Lager der Presserei, in den Bereich der Endmontage, der das Hauptaugenmerk dieser vorliegenden Projektarbeit ist. Die Pressteile sowie andere Kleinteile, wie Muttern, Hülsen und Gummilager, die derzeit extern zugekauft werden, werden hier an produktspezifischen Schweißlinien, die individuell für jedes neue Projekt geplant und installiert werden, an halb- bis vollautomatisierten Linien zusammengeschweißt, mechanisch bearbeitet und in der sogenannten „Bush-Pressing Station“ mit Gummilagern versehen.

2 Ausgangssituation

In der Ausgangssituation sollen die internen wie externen Gegebenheiten Aufschluss über die Rahmenbedingungen der Projektarbeit geben.

2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die durch Covid-19 verursachte Wirtschaftskrise ist vor allem in der Automobilindustrie zu spüren. Sämtliche OEMshatten im Zuge der Pandemie sogar zeitweise ihre komplette Fahrzeugproduktion heruntergefahren. Auch wenn diese derzeit wieder aufgenommen wurde, ist eine generelle nachhaltige Markterholung leider noch nicht in Sicht. Jedoch ist die Wirtschaftskrise im Bereich der Automobilindustrie nicht ausschließlich auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen. Die aktuelle Krise wirkt eher wie ein Verstärker, der viele grundsätzliche Herausforderungen verschärft, vor denen die Automobilindustrie bereits seit längerem steht. Führende Institute gehen demnach fest davon aus, dass der Automobilmarkt mittel- bis langfristig deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen im Hinblick auf zu generierende Umsätze bleibt.

2.2 Betriebliche Rahmenbedingungen

Für die Jäger GmbH stellt die aktuelle Situation eine enorme wirtschaftliche sowie personelle Herausforderung dar. Jedoch ist das Unternehmen durch konsequentes Kostenmanagement, eine stabile Kapitalstruktur und eine vorausschauende Wirtschaftspolitik in der Vergangenheit, weit von einer existenzbedrohenden Situation entfernt. Allerdings besteht Sorge seitens der Geschäftsleitung, dass aktuell nicht nur weit weniger Großaufträge ausgeschrieben bzw. von den OEMs in Aussicht gestellt werden, sondern auch einige komplett gestrichen werden. Vielmehr stehen kleinere Aufträge im Raum, die größtenteils für den Bereich der Lenkerfertigung bestimmt sind.

3 Problembeschreibung

Aktuell gibt es eine neue Kundenanfrage für die Produktion dreier verschiedener Lenkervarianten. Normalerweise würden diese an verschiedenen produktspezifischen Fertigungslinien geplant und produziert werden. Jedoch bietet die aktuelle Fertigungshalle nicht die hierfür benötigten Flächen an, um alle drei Varianten zu fertigen. Aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise und der nachlassenden Neuaufträge, ist die Geschäftsführung bestrebt dieses Geschäft zu buchen, möchte aber aus selbigem Grund keine Investition in eine neue Fertigungshalle sowie deren Infrastruktur tätigen. Der Kunde möchte diese drei Lenkerprojekte nicht einzeln, sondern nur zusammen als Gesamtpaket vergeben.

4 Ziel der Projektarbeit

Ziel der Projektarbeit ist es, für die Geschäftsleitung eine Handlungsempfehlung zu erarbeiten. Diese ergibt sich aus den Unterpunkten der unzureichenden Fläche für eine konventionelle Fertigungslinie und der Zuführung eines modular umrüstbaren Fertigungskonzepts sowie aus der Buchung dieses Projektes mit Erreichen von Profitabilität und zur Verbesserung der KPIs. Diese wurden seitens der Geschäftsleitung durch die folgenden Ziele für Neuprojekte dieser Art definiert:

- EBIT-Marge von mindestens 8%
- Positiver Discounted-Cash-Flow „DCF“ mit einer Kapitalrückflusszeit von < 80% der Laufzeit, gemessen vom Zeitpunkt der ersten Investition

Die Darstellung des gewünschten Soll-Zustands ermöglicht einen Einblick in die mögliche Entwicklung durch geplante Maßnahmen und legt gleichzeitig Kriterien fest, welche einen Rahmen für die Entscheidungsfindung bilden.

Die Entscheidungsgrundlage basiert auf klar definierten Kriterien, die durch spezielle Methoden objektiv messbar gemacht werden. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer Zusammenfassung und einer Handlungsempfehlung.

5 Ist-Zustand und Projektdefinition

Die Ist-Analyse orientiert sich am momentanen Zustand. Sie stellt ein detailliertes Bild der aktuellen Situation dar und führt alle damit verbundenen Kritikpunkte auf. Zur besseren Übersicht ist die Darstellung der Ist-Situation in die Punkte Werkskapazitäten, Prozessplanung, Auftragsprognosen, Target Preis und Mitarbeiter aufgeteilt.

5.1 Werkskapazitäten

In diesem Abschnitt soll auf die momentanen Flächenkapazitäten eingegangen werden, da bei einer Überschreitung dieser immense sprungfixe Kosten entstehen (Bau einer entsprechenden neuen Fertigungshalle inklusive deren Infrastruktur) und die Ziel-Führung darin besteht, diese zu vermeiden, indem die gegebenen Perspektiven optimal ausgenutzt werden. Ingrid Göpfert1 antizipieren.“ Dies bezieht sich nicht nur auf den potenziellen Output, sondern auch auf die der verfügbaren Infrastruktur sowie der Nutzflächen. Die Jäger GmbH verfügt über insgesamt 10.000 Quadratmeter Gesamtfläche,hierzu gehören Produktionsbereiche, Lager, Büro - und Sozialräume.

Der SOP der 3 Lenker soll am 01. Januar 2022 in Kraft treten. Laut Lastenheft möchte der Kunde 6 Monate zuvor einen Probelauf unter Serienbedingungen durchführen, um herauszufinden, ob die festgelegten Zykluszeiten der Maschinen eingehalten werden. Des Weiteren wäre gemäß Technik mit 4 Monaten Aufbau und Inbetriebnahme zu rechnen. Hinzu kommt ½ Monat für die Erneuerung der Produktionsflächen. Der Zeitpunkt, in der die Fläche benötigt wird, ist der 15.02.2021 01.01.2022 - (6+4+0,5) = 15.02.2021

Laut Werkslayout würden ab diesem Zeitpunkt etwa 350 m² Fläche zur Verfügung stehen. Weitere 50 m² wären durch eine Konzeptänderung der Flucht- und Rettungswege möglich.2 „Laut Ausschuss für Arbeitsstätten muss diese Lösung mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen“. Die Kosten für solch eine Änderung der Flucht- und Rettungswege wurden seitens der Abteilung „Kalkulation und Arbeitssicherheit“ auf 43.000 € geschätzt.

5.2 Prozessplanung

Die konventionelle Herangehensweise der Prozessplanung ist als kritisch zu bewerten, da die 3 Lenker Projekte nach derzeitigem Standard nicht miteinander modular verkettet werden würden. Aufgrund von Bedenken bzgl. der Prozessstabilität ist dies so nicht vorgesehen. Prozessstabilität bedeutet, dass der Prozess von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, gleichbleibende und vorhersagbare Ergebnisse liefert. Der Nachweis der Prozessstabilität wird durch Führung und Auswertung einerQualitätsregelkarteerbracht, auf der Stichprobendaten des Prozesses dargestellt sind. Doch diese konventionelle Herangehensweise sorgt auch dafür, dass stets ein höheres Anlageninvestment benötigt wird und Synergie-Effekte aus Fläche, Personal und Flexibilität der Anlage nicht genutzt werden können.

5.3 Auftragsprognosen

Der sogenannte „Order Forecast“ ist ein Dokument, das i.d.R. quartalsweise aktualisiert wird und welches die prognostizierten Neu-Aufträge der nächsten Jahre anzeigt.Dieser Report wird aus zwei Datenquellen zusammengetragen.

Einerseits mittels Kundenbefragung, ausgeführt von den Key-Account Managern innerhalb ihrer Business Units und OEMs. Auf der anderen Seite durch die Nutzung von Reports aus Markt Data Analyse-Firmen wie z.B. IHS Market, die über ein enormes Datennetzwerk verfügt - insbesondere im Bereich des Automobilmarktes, wo sich genaue Plan-Volumina aller OEMs einzelner Fahrzeugmodelle über deren komplette Laufzeit analysieren lassen. Diese beiden Datenquellen in Kombination geben i.d.R. eine gute planerische Vorausschau für den Bereich der Neuakquise an. In der folgenden Grafik liegt der Fokus nicht auf der Volumenplanung einzelner Neufahrzeuge, sondern auf der neuen Situation, die sich aufgrund der Marktlage geändert hat, welche im Rahmen eines Updates die aktuelle Planung der Neuakquisition für die Geschäftsbereiche Vorder- und Hinterachsen und die des Bereiches Lenker, zeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Prognose Auftragsanfragen Quelle: eigene Darstellung

Es kann ein deutlicher Abfall der erwarteten Anfragen im Bereich der Vorder- und Hinterachsen verzeichnet werden, was den gegebenen Umständen geschuldet ist. Ungünstig hier dran ist, dass der Bereich Vorder- und Hinterachsen momentan zum größten Teil des Umsatzes beiträgt. Auf der anderen Seite ist allerdings eine deutliche Zunahme an neuen potenziellen Umsatzträgern im Bereich der Lenker zu erkennen, die die Erwartungen seit dem letzten Planstand im Januar bei Weitem übertroffen hat.

5.4 Target Preis

Ein zentraler Bestandteil vieler Projekt Akquisen ist das sogenannte „Target Costing“, dessen Ausgangspunkt der Preis (Target Price) ist, zu dem das Produkt am Markt abgesetzt werden kann . Die Frage „Was wird ein Produkt kosten?“ wird beim „Target Costing“- Ansatz durch die Frage „Was darf ein Produkt kosten?“ ersetzt. Statt der traditionellen Betrachtung, wobei der Produktpreis die Stückkosten sowie den Gewinn decken soll, wird hier eine Obergrenze der Kosten bestimmt, um bei geplantem Umsatz ein festgelegtes Ergebnis zu erreichen . Der Target Price (Zielpreis) ist also der Preis, den der Kunde bereit ist, für das Produkt zu bezahlen und der dem Lieferanten als Obergrenze vorgegeben wird.

So wurde auch im vorliegenden Fall vom Kunden der Target Preis für die drei folgenden Lenker wie folgt festgelegt.

- Lenker 1 (1,8 ton) = 11,65 €/Stk. - Lenker 2 (2,5 ton) = 12,05 €/Stk.
- Lenker 3 (3,5 ton) = 12,40 €/Stk.

5.5 Mitarbeiter

In diesem Abschnitt soll die Betrachtung schwerpunktmäßig auf das direkte und indirekte Personal der Fertigung gelegt werden, nach Personalmaßnahmen wie Kündigung aller Leiharbeitsverträge. Der massive Abbau von Überstunden und die Kurzarbeit in der Zeit, als die Bänder für alle Kunden stillstanden, hat bei der Belegschaft einen hohen Grad an Unsicherheit ausgelöst.

Dazu kommt, dass die monotonen Einlegearbeiten, die in der Vergangenheit größtenteils von Leiharbeitskräften erledigt wurden, in dieser Phase vom Stammpersonal durchgeführt werden, das für diese Art von Arbeit teilweise überqualifiziert ist. Dieses Vorgehen übt eine zunehmende Verschlechterung auf die derzeitige Mitarbeiterzufriedenheit aus.

6 Soll-Zustand

Als Soll-Zustand wird meist die Vorstellung der gewünschten Zielsituation beschrieben. Das Ziel besteht hier aus 2 Komponenten. Zum einen werden die Kritikpunkte aus der Ist-Situation aufgeteilt in: Werkskapazitäten, Prozessplanung, Auftragsprognosen, Target Preis und Mitarbeiter. Die zweite Komponente ist der Target-Preis, der unter den gegebenen Umständen in diesem Projekt erreicht werden soll.

6.1 Werkskapazitäten

Der Status der verfügbaren Flächenkapazitäten ist nur teilweise als kritisch zu bewerten und zwar dahingehend, dass zwar nicht genügend Platz für eine konventionelle Planung vorhanden ist, doch legt dieser auch den Rahmen fest, den es zu erfüllen gilt. Zugleich würden die verfügbaren 350 m² Fläche für eine kompakte, modular umrüstbare Fertigungslinie laut den Angaben und Entwürfen der Abteilung für die Fertigungs-Planung absolut ausreichen. Eine benötigte Flächenerweiterung durch die Änderung der Flucht- und Rettungswege in einem Worst-Case-Szenario und die daraus entstehenden Kosten von 42.000 € sollten kalkulatorisch und wirtschaftlich als mögliches Risiko mitaufgenommen und simuliert werden.

6.2 Prozessplanung

Die sehr konventionelle Herangehensweise der Prozessplanung, ist am Ist-Zustand als kritisch zu bewerten. Die 3 Lenkerprojekte wurden nicht bzw. kaum miteinander modular verkettet, da dies nach dem derzeitigen Standard aufgrund der Bedenken bzgl. der Prozessstabilität nicht vorgesehen ist. Eine Weiterentwicklung würde in entsprechenden Projekten wo die Möglichkeit der Umsetzung besteht, zu einer Reduzierung des benötigten Anlageninvestment führen, des Weiteren werden Synergien im Bereich Fläche, Personal und der Flexibilität der Anlage besser genutzt.

6.3 Auftragsprognosen

Gemäß den aktuellen Prognosen ist es zu empfehlen, einen Wandel im Bereich der Lenker voranzutreiben und das Projekt durch ein neues Konzept zu einem konkurrenzfähigen Preis anzubieten, auch um sichtbar mögliche Umsatzlücken des Vorder- und Hinterachsen-Bereichs zu kompensieren.

6.4 Target Preis

Die festgelegten Zielpreise des Kunden dienen als Grundlage für die weiteren Wirtschaftlichkeitsberechnungen in den nachfolgenden Kapiteln.

6.5 Mitarbeiter

Für den Personalbedarf der benötigten Linie verfügen wir über genügend Ressourcen, um direkt qualifizierte Mitarbeiter einzusetzen. Aufwendungen für eine externe Personalbeschaffung sind somit obsolet. Des Weiteren verfügen die Prozesstechniker über genügend Zeitkapazitäten, um falls erforderlich, die sichere Einführung des neuen Prozesses zu unterstützen. Dies wird durch folgende Gegebenheiten erreicht:

- Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit durch den Einsatz in Bereichen, die der Qualifizierung entsprechen.
- Reduzierung der derzeitigen Unsicherheit durch ein Statement dahingehend, dass in neue Fertigungskonzepte investiert wird.

7 Vorstellung der Investitionsalternativen

7.1 Kriterien

Zur Ermittlung der Anforderungen an die Anlage wurde ein Team von Mitarbeitern aus technischen und betriebswirtschaftlichen Bereichen gebildet, das sämtliche technische Anforderungen und Ausstattungsmerkmale wie unter anderem geforderte Zykluszeit, gewünschtes Rüstkonzept und Layout-Planung etc. festlegte.

Ein maximales Budget von 1.800.000€ für eine Maschinen-Invest wurde nach Abstimmung mit der Kalkulation von der Geschäftsleitung vorgegeben

Als K.o.-Kriterien wurden eine Liefer- und Aufbauzeit von 6 Monaten und die Einhaltung des maximalen Budgets festgelegt.

Sämtliche Punkte wurden den Herstellern in Form eines Lastenheftes übermittelt. Die Hersteller selbst wurden anhand eigener Erfahrungen bzw. vergangener Projekte sowie anhand von Informationen und Kontakten vergangener Messebesuche ausgewählt. Drei renommierte Maschinenhersteller wurden somit in die engere Wahl genommen. Hierunter fallen die Firmen BBS, Ritter und Niles-Simmons. Diesen Firmen wurde das Lastenheft übermittelt und um ein vollständiges Angebot gebeten.

7.2 Angebote

Die Firmen BBS, Ritter und Niles-Simmons haben jeweils ein Angebot zur Maschine erstellt. Die von den Herstellern angebotene Fertigungslinie erfüllt vorab alle festgelegten K.o.-Kriterien und wurde von allen Herstellern zugesichert. Die Angebote wurden hinsichtlich der Kosten ausgewertet und mit Hilfe der nachfolgenden Tabelle vergleichbar gemacht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Angebotsvergleich Maschinenhersteller Quelle: eigene Darstellung

8 Auswahl der Investitionsalternativen

8.1 Erfüllung der K.o.-Kriterien

Alle drei Hersteller sind in der Lage, die vorgegebene Liefer- und Aufbauzeit von sechs Monaten als eines der K.o.-Kriterien zu erfüllen. Auch das Budget als zweites K.o.-Kriterium wurde von keinem der Hersteller überschritten. Um zwischen den Maschinenherstellern eine Auswahl zu treffen, wird eine Nutzwertanalyse als Instrument der Entscheidungsfindung durchgeführt.

[...]


1 Vgl. Göpfert I. 2013: 228

2 Vgl. Ausschuss für Arbeitsstätten ASR A2.3: 1

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Investition und Einführung einer modularen Fertigungslinie. Entwicklung einer Entscheidungsgrundlage
Hochschule
Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld  (IHK)
Veranstaltung
Fortbildungsprüfung zum Geprüften Technischen Betriebswirt IHK
Note
91%
Jahr
2020
Seiten
50
Katalognummer
V995252
ISBN (eBook)
9783346347176
ISBN (Buch)
9783346347183
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Technischer Betriebswirt, Projektarbeit, Betriebswirt, IHK, Staatlich geprüfter Technischer Betriebswirt
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Investition und Einführung einer modularen Fertigungslinie. Entwicklung einer Entscheidungsgrundlage, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995252

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