Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem fiktiven Unternehmen, welches Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie entwickelt. Ziel ist es, für die Geschäftsleitung eine Handlungsempfehlung bezüglich der Investition und Einführung einer modularen Fertigungslinie zu erarbeiten. Diese ergibt sich aus den Unterpunkten der unzureichenden Fläche für eine konventionelle Fertigungslinie sowie der Zuführung eines modular umrüstbaren Fertigungskonzepts.
Des Weiteren sollen durch die Buchung dieses Projektes Profitabilität erreicht werden und die KPIs verbessert werden. Diese wurden seitens der Geschäftsleitung durch die folgenden Ziele für Neuprojekte dieser Art definiert: Es soll eine EBIT-Marge von mindestens 8 Prozent erreicht werden. Zudem soll ein positiver Discounted-Cash-Flow mit einer Kapitalrückflusszeit von unter 80 Prozent der Laufzeit – gemessen von dem Zeitpunkt der ersten Investition – umgesetzt werden.
Die durch Covid-19 verursachte Wirtschaftskrise ist vor allem in der Automobilindustrie zu spüren. Sämtliche OEMs hatten im Zuge der Pandemie sogar zeitweise ihre komplette Fahrzeugproduktion heruntergefahren. Auch wenn diese derzeit wieder aufgenommen wurde, ist eine generelle nachhaltige Markterholung leider noch nicht in Sicht. Jedoch ist die Wirtschaftskrise im Bereich der Automobilindustrie nicht ausschließlich auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen. Die aktuelle Krise wirkt eher wie ein Verstärker, der viele grundsätzliche Herausforderungen verschärft, vor denen die Automobilindustrie bereits seit längerem steht. Führende Institute gehen demnach fest davon aus, dass der Automobilmarkt mittel- bis langfristig deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen im Hinblick auf zu generierende Umsätze bleibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorstellung des Unternehmens und des Betriebes
2 Ausgangssituation
2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
2.2 Betriebliche Rahmenbedingungen
3 Problembeschreibung
4 Ziel der Projektarbeit
5 Ist-Zustand und Projektdefinition
5.1 Werkskapazitäten
5.2 Prozessplanung
5.3 Auftragsprognosen
5.4 Target Preis
5.5 Mitarbeiter
6 Soll-Zustand
6.1 Werkskapazitäten
6.2 Prozessplanung
6.3 Auftragsprognosen
6.4 Target Preis
6.5 Mitarbeiter
7 Vorstellung der Investitionsalternativen
7.1 Kriterien
7.2 Angebote
8 Auswahl der Investitionsalternativen
8.1 Erfüllung der K.o.-Kriterien
8.2 Nutzwertanalyse
8.2.1 Beschreibung der Nutzwertanalyse
8.2.2 Definition & Erläuterung der Bewertungskriterien
8.2.3 Gewichtung der Kriterien
8.2.4 Nutzwertanalyse
9 Kalkulation & Wirtschaftlichkeitsberechnung
9.1 Kalkulation
9.1.1 Projekt, Kosten, Rahmenbedingungen
9.1.2 Materialkosten aller Varianten
9.1.3 Maschinenstundensatz der Fertigungslinie
9.1.4 Fertigungskosten aller Varianten
9.1.5 Zuschlagkalkulation aller Varianten
9.2 Wirtschaftlichkeit
9.2.1 Grundlagen der EBIT-Berechnung
9.2.2 Anwendung der EBIT-Berechnung
9.2.3 Grundlagen der DCF-Berechnung
9.2.4 Anwendung der DCF-Berechnung
10 Zusammenfassung und Handlungsempfehlung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Projektarbeit ist die Erstellung einer fundierten Entscheidungsgrundlage für die Investition in eine modulare Fertigungslinie zur Produktion dreier verschiedener Lenkervarianten. Die Arbeit analysiert dabei, wie trotz begrenzter Flächenkapazitäten und wirtschaftlicher Herausforderungen in der Automobilindustrie eine profitable Umsetzung erreicht und durch gezielte Prozessoptimierungen die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden kann.
- Analyse von Investitionsalternativen mittels Nutzwertanalyse
- Ermittlung und Optimierung von Fertigungskosten und Materialkosten
- Durchführung von Rentabilitätsberechnungen (EBIT und DCF)
- Bewertung von Risikoszenarien bei Flächenerweiterungen
- Definition von Kriterien zur Auswahl von Maschinenherstellern
Auszug aus dem Buch
8.2.2 Definition & Erläuterung der Bewertungskriterien
Für die Bestimmung der Bewertungskriterien wurde auf die Expertise der Fachabteilung zurückgegriffen. Mit Erfahrungswerten und „Lessons Learned“ Auswertungen aus vergangenen Projekten sowie den zu Beginn geäußerten Bedenken bzgl. der Prozessfähigkeit bei einer modularen Fertigungs-Linie wurden insgesamt sechs Bewertungskriterien, die als Entscheidungsgrundlage zur Ermittlung des Nutzwertes dienen, definiert.
Anschaffungskosten: Die Anschaffungskosten beinhalten den Grundpreis der Anlage, die Zusatzkosten für die Inbetriebnahme, den Transport und die Verpackung, falls nicht schon mit inbegriffen, sowie die Schulung von Personal. Die Anschaffungskosten bilden durch die hieraus resultierende Amortisationshöhe einen wesentlichen Faktor bei den Herstellungskosten, wodurch bei einer möglichen Erreichung des späteren Zielpreises die Bildung von Gewinnen erleichtert wird.
Zahlungsbedingungen: Eine möglichst späte Zahlung der Investitionen an die Anlagenhersteller kann das wirtschaftliche Ergebnis des diskutierten Cash-Flows mitunter sehr beeinflussen. In diese Analyse fließen die Anschaffungskosten sowie die Zahlungsbedingungen als einzige monetäre Kriterien ein.
Technologie-Erfahrung: Hierbei wird die vergangene Zusammenarbeit mit den Maschinenherstellern nicht berücksichtigt, sondern nur beurteilt, ob der Anlagenhersteller bereits Erfahrungen mit dem Bau einer solchen oder ähnlichen Anlage hat und ob er hierzu Referenzen vorweisen kann. Dies würde stark in den Faktor einer höheren Prozessstabilität hereinspielen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Unternehmens Jäger GmbH sowie der aktuellen Herausforderungen im Bereich der Fahrwerkskomponenten-Fertigung.
2 Ausgangssituation: Erläuterung der wirtschaftlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen, insbesondere unter dem Einfluss der Automobilkrise.
3 Problembeschreibung: Detaillierung der Herausforderung, drei neue Lenkervarianten ohne zusätzliche Hallenkapazitäten zu fertigen.
4 Ziel der Projektarbeit: Festlegung der KPIs für das Neuprojekt, insbesondere in Bezug auf EBIT-Marge und Discounted-Cash-Flow.
5 Ist-Zustand und Projektdefinition: Analyse der aktuellen Kapazitäten, Prozessplanung und Auftragslage.
6 Soll-Zustand: Beschreibung der geplanten modularen Fertigungsstrategie zur Optimierung von Fläche und Prozessen.
7 Vorstellung der Investitionsalternativen: Darstellung des Anforderungsprofils und Vergleich der Angebote von drei Maschinenherstellern.
8 Auswahl der Investitionsalternativen: Bewertung der Angebote anhand von K.o.-Kriterien und einer detaillierten Nutzwertanalyse.
9 Kalkulation & Wirtschaftlichkeitsberechnung: Detaillierte statische und dynamische Investitionsrechnung sowie Kostenkalkulation.
10 Zusammenfassung und Handlungsempfehlung: Abschließendes Fazit und Empfehlung zur Vergabe an den Maschinenhersteller BBS.
Schlüsselwörter
Investition, Fertigungslinie, Nutzwertanalyse, Automobilindustrie, EBIT, Discounted-Cash-Flow, Target Costing, Prozessplanung, Kostenkalkulation, Rentabilität, Lenkerfertigung, Flächenkapazität, Wirtschaftlichkeitsberechnung, Projektmanagement, Amortisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung und wirtschaftlichen Bewertung einer neuen, modularen Fertigungslinie für Lenkerkomponenten in der Automobilindustrie.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Investitionsplanung, das Target Costing, die Prozessoptimierung und die Prüfung der Wirtschaftlichkeit durch verschiedene betriebswirtschaftliche Verfahren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist eine Handlungsempfehlung für die Geschäftsleitung abzugeben, ob das neue Projekt rentabel ist und welcher Maschinenlieferant für die Fertigungslinie ausgewählt werden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Auswahl des Herstellers verwendet?
Es wird eine Nutzwertanalyse durchgeführt, bei der wirtschaftliche Kriterien wie Anschaffungskosten, Zahlungsbedingungen und Technologie-Erfahrung gewichtet und bewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Ist-Analyse, die Definition des Soll-Zustands, den Angebotsvergleich der Hersteller sowie die detaillierte Kalkulation der Herstellkosten und der Wirtschaftlichkeitskennzahlen (EBIT/DCF).
Welche Kennzahlen sind für die Projektbewertung ausschlaggebend?
Die Geschäftsleitung hat eine EBIT-Marge von mindestens 8 % und einen positiven Discounted-Cash-Flow mit einer Kapitalrückflusszeit von unter 80 % der Gesamtlaufzeit definiert.
Warum wurde die Firma BBS für das Projekt empfohlen?
Die Firma BBS erzielte im Rahmen der Nutzwertanalyse den besten Gesamt-Nutzwert aufgrund ihrer Referenzen, der Kostenstruktur und der Einhaltung der technischen Erfordernisse.
Wie geht die Arbeit mit dem Risiko möglicher Flächenengpässe um?
Das Risiko einer notwendigen Flächenerweiterung durch Änderung der Fluchtwege wurde als Worst-Case-Szenario in die Wirtschaftlichkeitsberechnung integriert und simuliert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Investition und Einführung einer modularen Fertigungslinie. Entwicklung einer Entscheidungsgrundlage, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995252