Protektionismus unter US-Präsident Donald Trump. Auswirkungen und Folgen für die amerikanische Außenhandelspolitik


Hausarbeit, 2020

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Schaden oder Nutzen - Protektionismus unter dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump
2.1 Protektionismus
2.2 Protektionismus unter Trump
2.2.1 China
2.2.2 Europäische Union
2.2.3 Sonstige protektionistische Maßnahmen

3. Auswirkungen und Folgen des amerikanischen Protektionismus
3.1 Folgen für amerikanische Wirtschaft
3.1.1 Folgen des Protektionismus gegenüber China
3.1.2 Folgen des Protektionismus gegenüber der EU und anderen Ländern
3.2 Folgen für die restliche Welt

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Als Donald Trump am 19. Dezember 2016 offiziell zum 45. amerikanischen Präsidenten gewählt wurde, hat sich ein, für viele Menschen bis dahin unmöglich geglaubtes Szenario, bewahrheitet.1 Der Multi - Milliardär, der sein enormes Vermögen vor allem durch Geschäfte im Immobiliensektor angehäuft hatte und keinerlei politische Vorerfahrung hatte, wurde damit über Nacht zum mächtigsten Mann der Welt.2 Dabei hat er in seiner Amtszeit mit seinen Äußerungen, Handlungen und Vorgehen die Vereinigten Staaten von Amerika nachhaltig verändert und geprägt. Besonders im Bereich der Außenpolitik hat Trump eine signifikante Wende vollzogen und diesen von einem international ausgerichteten Gebiet zu einem Bereich gewandelt, welcher von Protektionismus und Nationalismus geprägt ist.3 Im Laufe dieser Arbeit soll dieser Aspekt genauer beleuchtet werden, vor allem unter der Fragestellung, welche Auswirkungen und Folgen die handelspolitischen Maßnahmen bewirken und ob der Protektionismus unter der Präsidentschaft Donald Trumps der amerikanischen Volkswirtschaft eher Schaden oder Nutzen bringen wird.

2. Schaden oder Nutzen - Protektionismus unter dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump

2.1 Protektionismus

Grundsätzlich und ganz allgemein versteht man unter Protektionismus „staatliche Eingriffe in grenzüberschreitende Transaktionen und vor allem den Freihandel (Außenhandel) mit dem Ziel, heimische Produzenten vor der Konkurrenz durch ausländische Erzeuger zu schützen."4

Dabei kann es unterschiedliche Gründe dafür geben, warum gewisse protektionistische Maßnahmen eingesetzt beziehungsweise angewendet werden. Dahinter können beispielsweise Überlegungen zum Schutze eigener, inländischer Unternehmen und Branchen stehen, welche vor günstigeren Anbietern aus anderen Ländern geschützt werden sollen oder sich zumindest ungehindert, von externem Druck und Einwirkungen bis zur Wettbewerbs- und Konkurrenzfähigkeit weiterentwickeln können. Letzteres ist vor allem in Ländern, welche sich noch nicht auf denselben Stand wie Industrienationen befinden, eine oft angewandte Methode.5 Weiterhin können hinter Protektionismus auch Struktur- und Branchenpolitische Überlegungen stehen, worunter grundsätzlich der Schutz einer Branche verstanden wird, welche im Vergleich mit anderen Ländern nicht konkurrenzfähig ist beziehungsweise den Anschluss bezüglich Faktoren zur Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr halten kann.6

Grundsätzlich kann man die protektionistischen Maßnahmen dabei in tarifäre und nicht tarifäre Handelshemmnisse unterschieden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Tarifäre und nicht tarifäre Handelsbeschränkungen

Zu ersterem gehören dabei hauptsächlich Zölle.7 Darunter versteht man allgemein einen zusätzlichen Preisaufschlag auf Importe, welche letztendlich von den Verkäufern durch einen höheren Verkaufspreis der Ware an den Abnehmer kompensiert wird. Haupteffekt ist also, dass sich der Endpreis des Produktes erhöht, wodurch ein Kosten- und dadurch Wettbewerbsvorteil, der beispielsweise durch günstigere Produktionsbedingungen im Ausland entstanden ist, ausgeglichen wird. Für Endkunden ist es somit irrelevant, ob er das inländische oder importierte Produkt kauft, was schlussendlich dafür sorgt, dass der Eigenverbrauch in einer Volkswirtschaft gefestigt beziehungsweise beibehalten wird. Weiterhin zählen auch Subventionen zu den tarifären Maßnahmen, wobei darunter eine Reihe staatlicher Förderungen verstanden wird, wie beispielsweise Begünstigungen im steuerlichen Bereich und diverse Finanzhilfen. Diese Unterstützungen wirken sich dabei direkt auf den Preis der Produkte und Güter aus.8 Fortführend zu diesen Maßnahmen gibt es außerdem die sogenannten Nicht-tarifären Handelshemmnisse, welche nur einen indirekten Preiseinfluss ausüben und vor allem dazu bestimmt sind, ausländischen Wettbewerbern den Eintritt auf dem inländischen Markt zu erschweren. Dazu gehören zum einen quantitative Beschränkungen, unter welche Maßnahmen, wie Importquoten und Handelskontingente fallen, durch welche der Staat Mengenbeschränkungen eines Gutes beziehungsweise eines Produktes implementiert.9 Zum anderen finden sich administrative Beschränkungen mit Vorschriften und Standards, wie beispielsweise Umweltvorschriften oder Industrienormen unter den nicht tarifären Handelshemmnissen, welche einen Import in einem bestimmten Staat unterbinden beziehungsweise nicht zulassen.10

2.2 Protektionismus unter Trump

Nachdem im vorangegangenen Teil der Arbeit die Grundlagen und Hintergründe von Protektionismus mit einer Definition, der Zielsetzung und letztendlich der möglichen Handlungsalternativen geklärt wurde, soll nun im Folgenden ausgeführt werden, welche protektionistischen Maßnahmen unter Donald Trump in den Vereinigten Staaten von Amerika umgesetzt wurden und welche primäre Zielsetzung damit verfolgt wurde. Zur besseren Strukturierung werden dabei eingeführte Handelshemmnisse gegen China, der EU und schließlich dem Rest der Welt getrennt voneinander aufgeführt und bewertet.

Letztendlich hat Donald Trump mit seinem Wahlkampf Slogan „America First" bereits früh anklingen lassen, welche Interessen es sein werden, für die der Präsident in seiner Amtszeit primär einstehen wird. Dabei hat er deutlich herausgestellt, dass es einer seiner grundlegenden Zielsetzungen ist, die weltweiten Handelsbeziehungen und -verträge der USA mit anderen Ländern zu verändern, neu zu verhandeln oder sogar komplett aufzukündigen, sollten diese zu Ungunsten von Amerika sein.11 Der US-Handelsminister Wilbur Ross, brachte die Wendung in der amerikanischen Außenpolitik, dabei mit zwei einschneidenden Sätzen auf den Punkt: „Handelskriege werden jeden Tag ausgefochten. Der Unterschied ist, dass jetzt die US-Truppen an den Festungswall kommen."12 Grundsätzlich ist hierbei jedoch kritisch anzumerken, dass handelspolitische Schutzmaßnahmen schon immer ein fester Bestandteil der Handelspolitik in den Vereinigten Staaten von Amerika gewesen ist und „die USA (...) in den vergangenen zwei Jahrzehnten nach Indien der zweitgrößte Initiator handelspolitischer Schutzmaßnahmen weltweit [war]."13 Dabei ist vor allem festzuhalten, dass die Vereinigten Staaten von Amerika im globalen Handel im Gesamten eher unterdurchschnittliche Zölle aufweisen, jedoch ist die Anzahl der nicht tarifären Handelshemmnissen in den letzten Jahren und vor allem unter der Präsidentschaft Trumps immer stärker gestiegen:14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Diskriminierende Maßnahmen der USA

2.2.1 China

Ende des Jahres 2018 kam es schließlich dazu, dass erste protektionistische Maßnahmen in Form von Zöllen gegenüber der Volksrepublik China eingeführt wurden, mit welchen das große Ungleichgewicht hinsichtlich der amerikanischen Handelsbilanz ausgeglichen werden sollte. Denn seit Jahren importiert die USA deutlich mehr Waren und Güter aus der Volksrepublik, als diese wiederum von den Vereinigten Staaten einführten, wodurch ein signifikantes Defizit in Höhe von knapp 420 Milliarden US Dollar im Jahre 2018 entstanden ist, was einen neuen Höchstwert markierte:15

Diese Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen von der Redaktion entfernt.

Abbildung 3 - Handel USA <-> China

Für ein besseres Verständnis ist hierbei jedoch anzumerken, dass „Leistungsbilanzsalden (...) in erster Linie Spar- und Investitionsentscheidungen wieder[spiegeln, d. Verf.] und (...) nicht ohne Analyse ihrer Hintergründe als gut oder schlecht eingeordnet werden [können]. Bilaterale Salden sind überdies mit besonderer Vorsicht zu interpretieren, da sie auch unterschiedliche nationale Produktions- und Nachfragestrukturen reflektieren."16 Das enorme Handelsdefizit zwischen der USA und China darf also nicht pauschal als schlecht oder negativ gewertet werden.

„[Mit] Strafzölle[n] in Höhe von 30 Prozent auf bestimmte Solaranlagen sowie in Höhe von 20 bis 50 Prozent auf Waschmaschinen aus China (...) [und] später (...) generelle Einfuhrzölle in die USA auf Stahl in Höhe von 25 Prozent sowie auf Aluminium in Höhe von 10 Prozent"17 markierten schließlich im ersten Quartal 2018 den Beginn des bis heute anhaltenden Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Volksrepublik China. Im Verlauf dessen haben beide Parteien dabei immer weitere, neue Strafzölle gegeneinander verhängt:18

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 - Strafzölle USA - China

„Während der Schwerpunkt der US- Zölle auf Investitions- und Vorleistungsgütern aus China lag, trafen die chinesischen Zölle vor allem Investitionsgüter sowie Rohstoffe."19

Im April 2020 waren schließlich chinesische Waren mit einem Importwert in Höhe von rund 400 Milliarden US-Dollar von zusätzlichen Strafzöllen betroffen. China wiederrum belegte dabei im Verlauf der letzten Jahre ebenfalls Waren und Güter aus den Vereinigten Staaten mit Strafzöllen, was einem Importwert von rund 110 Milliarden US-Dollar im Jahre 2020 darstellte.20 Weiterhin ist anzumerken, dass die Trump Administration „mehr Antidumping- und Ausgleichsmaßnahmen ergriffen [hat] als ihre Vorgänger."21

Außerdem anzumerken ist dabei ebenfalls, dass es seit Beginn des Handelsstreit immer wieder zu Gesprächen und Verhandlungen zwischen den beiden Parteien gekommen ist, diese jedoch aufgrund stark divergierender Interessen und schwierigen Verhandlungsbedingungen langwierig und problematisch waren.22 Erst Mitte Januar diesen Jahres kam es schließlich zu einer Teileinigung, welche vorsieht, dass beide Länder erstmals keine neuen tarifären Handelshemmnisse in Form von Zöllen implementieren beziehungsweise einführen. Außerdem hat sich China dazu verpflichtet bis 2022 zusätzliche Waren und Güter in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar aus den Vereinigten Staaten zu importieren. Ein Großteil der implementierten Zölle bleibt dabei jedoch weiterhin bestehen. Letztendliches Ziel beider Parteien ist dabei ein vollumfängliches Handelsabkommen. Dabei ist ebenfalls anzumerken, dass auch weitere, von Donald Trump häufig avisierte Kritikpunkte an der chinesischen Volkswirtschaft, in das Abkommen miteinbezogen beziehungsweise Regelungen dazu vorsehen. Dazu gehört beispielsweise auch das Themengebiet rund um geistiges Eigentum, Technologie- und Wissenstransfer, sowie Zugang für ausländische Unternehmen und Investoren zum chinesischen Markt.23 Welche Auswirkungen der Handelsstreit in den vergangenen Jahren für beide Volkswirtschaften hatte und wie das Teilabkommen letztendlich zu bewerten ist beziehungsweise welche Folgen mit sich bringt, soll im weiteren Verlauf der Arbeit unter Punkt 3.1.1 erörtert werden.

2.2.2 Europäische Union

Betrachtet man die Haltung Amerikas zur Europäischen Union hinsichtlich der Außenpolitik und -wirtschaft unter der Präsidentschaft von Donald Trump, so ist dies mit am treffendsten durch eine Aussage dessen aufzuzeigen: „Die Europäische Union ist schlimmer als China, nur kleiner. Die EU behandelt uns schrecklich. Barrieren, Strafzölle, Steuern. Sie sind schlimmer als China, sie behandeln uns sehr schlecht. Darauf werde es „Antworten" geben."24 Mit dieser Aussage Ende des Jahres 2019 hat Donald Trump seinen bis dahin bereits oft geäußerten Unmut gegenüber der EU, erneut mit Nachdruck zum Ausdruck gebracht. Hintergrund ist dabei, dass das Handelsbilanz Defizit der USA im Jahre 2018 einen noch nie da gewesenen Höchststand von knapp 170 Milliarden US-Dollar gegenüber der EU erreicht hatte.25 Betroffen von den ersten protektionistischen Maßnahmen der USA wurde Europa dabei, im Gleichklang wie China, von der Einführung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium Ende 2018. Ein Urteil der Welthandelsorganisation, abgekürzt WTO führte Ende 2019 schließlich auch dazu, dass die USA offiziell dazu berechtigt wurden Strafzölle auf europäische Waren und Güter mit einem Importvolumen in Höhe von 7,5 Milliarden US-Dollar zu verhängen. Mit zusätzlichen Preisaufschlägen auf diverse EU Waren wurde die Regelung schließlich noch im selben Jahr implementiert. Anfang des Jahres 2020 folgten schließlich Strafzölle auf Aluminium- und Stahlderivate:26

Diese Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen von der Redaktion entfernt.

Abbildung 5 - Strafzölle EU

[...]


1 Vgl. DW. (2016).

2 Vgl. Mosthaf, P. (2020).

3 Vgl. Jäger, T. (2020).

4 Wirtschaft und Schule: Protektionismus. (2020).

5 Vgl. Studyflix: Protektionismus: Definition & Vergleich zum Freihandel. (2020).

6 Vgl. Wirtschaft und Schule: Protektionismus. (2020).

7 Vg. Wollenberg, K. (2020).

8 Vgl. Studyflix: Protektionismus. (2020).

9 Vgl. Rechnungswesen verstehen. (2020).

10 Vgl. Studyflix: Protektionismus. (2020).

11 Vgl. Ridha, A. (2018).

12 Richter, S. (2018).

13 Ross, V. (2020).

14 Vgl. Yalcin, E. / Steininger, M. (2018).

15 Vgl. Rottwilm, C. (2020).

16 Deutsche Bundesbank. (2020).

17 Rottwilm, C. (2020).

18 Vgl. Walter, K. (2019).

19 Deutsche Bundesbank. (2020).

20 Vgl. Statista. (2020).

21 Lennart, J. (2020).

22 Vgl. Magerl, M. (2019).

23 Vgl. Tagesschau. (2020).

24 Crolly, H. (2019).

25 Vgl. Rottwilm, C. (2020).

26 Vgl. Schneider, F. (2020).

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Protektionismus unter US-Präsident Donald Trump. Auswirkungen und Folgen für die amerikanische Außenhandelspolitik
Hochschule
Hochschule München
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
22
Katalognummer
V995374
ISBN (eBook)
9783346366146
Sprache
Deutsch
Schlagworte
protektionismus, us-präsident, donald, trump, auswirkungen, folgen, außenhandelspolitik
Arbeit zitieren
Nadine Hemmeter (Autor), 2020, Protektionismus unter US-Präsident Donald Trump. Auswirkungen und Folgen für die amerikanische Außenhandelspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/995374

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