Manuel I. und Bertha von Sulzbach - Deutsch-Byzantinische Bündnispolitik in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000

22 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.2 Zur verwendeten Literatur
1.2.1 Quellen
1.2.2 Sekundärliteratur
1.3 Anmerkungen zu Hochzeiten als staatspolitisches Mittel im Mittelalter

2. Motive und Voraussetzungen der Heirat
2.1 Byzanz vor dem Tod Johannes II. - warum wollte Byzanz das Bündnis?
2.2 Die Situation im Westreich

3. Verhandlungen
3.1 Der Briefwechsel zwischen Johannes II. und Konrad III.
3.1.1 Konrad an Johannes (12. Februar 1142)
3.1.2 Johannes an Konrad (April 1142)
3.2 Johannes` Tod (5. April 1143) und Manuels Thronbesteigung
3.3 Die ersten Jahre der Herrschaft Manuels I. (1143-46)
3.4 Verhandlungen zwischen Manuel I. und Konrad III. und deren Abschluss
3.5 Bertha

4. Änderung der Lage durch die Ehe (Beurteilung und Ausblick)

5. Quellen- und Literaturverzeichnis
5.1 Quellen
5.2 Literatur

1. Einleitung

Anhand der Ehe Kaiser Manuels I. mit Bertha von Sulzbach soll die deutsch-byzantinische Beziehungsgeschichte des 12. Jahrhunderts betrachtet werden. Aus welcher Motivation heraus wurde die Hochzeit vereinbart, und welchen Einfluss auf die Politik der beiden Reiche hatte diese verwandtschaftliche Bindung?

Manuel I. wird in der Literatur als der letzte große byzantinische Kaiser vor der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer 1204 angesehen. Seine Regierungszeit 1143-80 war durch einen ewigen Zweifrontenkrieg im Osten und Westen bestimmt, einen Konflikt, der charakteristisch für fast die gesamte Existenz des Byzantinischen Reiches ist, hier aber durch die akute Bedrohung der Normannen aus Süditalien gekennzeichnet war. Und so war auch der Kampf gegen die Normannen das Leitmotiv der Politik Manuels I., das er durch ein Bündnis mit dem Westreich zu verfolgen suchte. Erst nach einer vernichtenden Niederlage vor Brindisi 1156 und der Weigerung des westlichen Kaisers Friedrich I. Barbarossas (1152-1190), das Bündnis mit Byzanz fortzusetzen, musste Manuel seine Pläne aufgeben. Die von Manuels Vater Johannes II. geplante Verheiratung seines jüngsten Sohnes mit einer Tochter des deutschen Herrschers sollte zu einer Entspannung an der Westfront führen, da die in Italien ansässigen Normannen sowohl mit Konstantinopel als auch mit dem westlichen Kaiser verfeindet waren. Die Verhandlungen über die Hochzeit sind in einem Briefwechsel dokumentiert, der von Otto von Freising in seinen Gesta Frederici überliefert ist.1

Als Johannes II. durch einen Jagdunfall 1143 recht plötzlich ums Leben kam, bestimmte er überraschend seinen jüngsten Sohn Manuel zu seinem Nachfolger. Die Hochzeit, die noch nicht vollzogen war, gewann dadurch an Brisanz und außenpolitischer Wirkung. Erst nach drei Jahren und umfangreichen Nachverhandlungen heirateten Manuel und die in Irene umbenannte Bertha 1146 in Konstantinopel. Die Ehe blieb bis zu Berthas Tod eine politische Zweckehe, auch wenn der Deutschen von ihrem Ehemann Respekt entgegengebracht wurde.

1.2 Zur verwendeten Literatur

1.2.1 Quellen

Auf byzantinischer Seite gibt es drei wichtige Autoren, die die Zeit der Komnenen in erzählenden Werken beschreiben. Anna Komnena setzt sich in ihrer ,,Alexiade" vornehmlich mit der Regierungszeit ihres Vaters, Alexios I., des ersten Komnenenherrschers, auseinander (1081-1118).2 Für diese Arbeit ist ihr Werk deswegen weniger von Bedeutung als die Werke von Niketas Choniates und Johannes Kinnamos, die beide die Herrschaft von Johannes II.

(1118-43) und seinem Sohn Manuel I. (1143-80) beschreiben.3 Niketas Choniates, wie Anna Komnena nach Einschätzung von Charles M. Brand eine ,,außergewöhnliche Persönlichkeit" mit einem Bildungsstand ,,weit über dem Niveau der Zeitgenossen",4 versucht in seiner ,,Historia" die Gründe für die Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer 1204 zu rekonstruieren. Dabei benutzt er offensichtlich auch das Werk von Johannes Kinnamos als Grundlage.5 Brand bezeichnet Niketas Choniates als ,,großen Historiker" und vergleicht ihn mit Thukydides.6 Johannes Kinnamos dagegen wird als der am wenigsten wichtigste der drei Geschichtsschreiber gesehen.7 Als gewöhnlicher byzantinischer Bürokrat teilte er die Verehrung, die ein Großteil der Bevölkerung dem Basileus entgegenbrachte, und verleiht seiner Bewunderung für Manuel, auf dessen Regierungszeit er hauptsächlich eingeht, in immer wiederkehrenden Lobreden Ausdruck.8 Sein Werk bricht 1176 abrupt ab, obwohl es sein Plan war, die gesamte Regierungszeit Manuels bis 1180 zu beschreiben.

Wichtigster Chronist auf westlicher Seite ist Otto von Freising, der in seinen Gesta Friderici zwar hauptsächlich die Regierungszeit Friedrich Barbarossas behandelt, aber auch auf dessen Vorgänger eingeht.9 Gerade die Überlieferung zu Konrad III., dessen Schwägerin Bertha war und der während der Heiratsverhandlungen westlicher Kaiser war, ist für diese Arbeit von Bedeutung. Otto von Freising überliefert den Briefwechsel zwischen Konrad III. und Johannes II. bzw. Manuel I. Eine Einschätzung der politischen Bedeutung der Ehe Manuels I. mit Bertha von Sulzbach und den dahinterstehenden Vereinbarungen zwischen Konrad III. und Manuel ist ohne Otto von Freisings ,,Gesta Frederici" nicht denkbar.

1.2.2 Sekundärliteratur

Die beiden wichtigsten Arbeiten für das Thema dieser Arbeit sind die Artikel von Hanna Vollrath: ,,Konrad III. und Byzanz" und J. Irmscher: ,,Bertha von Sulzbach, Gemahlin Manuels I.".10 Irmscher konzentriert sich weitgehend auf eine Beschreibung der Person Berthas, wobei Vollrath detaillierter auf die Verhandlungen Konrads III. mit Johannes II./Manuel I. eingeht und alte Irrtümer der Wissenschaft ausräumt, z.B. den ,,Vertrag" von Thessalonike, auf denn noch verwiesen wird. Zur Italienfrage war Jan Paul Niederkorns Arbeit ,,Die Mitgift der Kaiserin Irene. Anmerkungen zur byzantinischen Politik König Konrads III." sehr hilfreich.11 Einen großen Unterschied macht die Wissenschaft bei der Beurteilung der politischen Beziehungen im Hinblick auf das u.a. von Werner Ohnsorge formulierte Zweikaiserproblem.12 Ohnsorge analysiert die Korrespondenz zwischen dem westlichen und dem östlichen Kaiser vor allem nach den jeweiligen prestigeträchtigen Titelansprüchen. Vollrath hingegen lässt diese fast vollkommen außer Betracht und betont die pragmatisch-realistische Komponente, die auch von Ralph-Johannes Lilie gestützt wird: Für die Byzantiner war die Titelfrage zwar eine nicht unbedeutende Prestigefrage, wurde jedoch den realen Gegebenheiten - Abwehr der normannischen Gefahr - nötigenfalls untergeordnet.13

1.3 Anmerkungen zu Hochzeiten als staatspolitisches Mittel im Mittelalter

Dynastische Eheschließungen waren im Osten wie im Westen ein Teil der politischen Kultur. Johannes II., der Vater Manuels I., heiratete um 1105 eine Cousine des ungarischen Königs namens Piroschka, die wie später Bertha von Sulzbach in Irene umbenannt wurde. Ziel der Verbindung war die Sicherung eines Abkommens gegen die Normannen, die sich ebenfalls durch Heirat mit Frankreich verbündet hatten (Bohemund, Sohn Robert Guiscards, heiratete eine Tochter Philips I.).14

Auch eine Vermählung zweier Repräsentanten des östlichen und des westlichen Kaiserreichs war keineswegs ein Novum: Im Jahre 972 verheiratete Otto der Große (936-973) seinen Sohn, der ihm als Otto II. nachfolgte (973-983), mit der byzantinischen Prinzessin Teophano, Nichte des oströmischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes (969-976).15 Die Vermählung war Besiegelung einer Vereinbarung, nach der Otto den byzantinischen Besitz in Italien räumte und Byzanz als Gegenleistung seine Kaiserwürde anerkannte.16 Die Hochzeit von Manuel I. und Bertha von Sulzbach war also nichts Ungewöhnliches.

2. Motive und Voraussetzungen der Heirat

2.1 Byzanz vor dem Tod Johannes II.

Das Jahr 1071 markierte für Byzanz einen vorläufigen Tiefpunkt seiner Geschichte.17 Im Osten, bei Mantzikert in Armenien, erlitt das byzantinische Heer eine vernichtende Niederlage gegen die Seldschuken, die sich nun im heutigen Anatolien um die Stadt Ikonion festsetzen konnten und zeitweise ganz Kleinasien beherrschten. Im Westen verlor Konstantinopel mit Bari den letzten Stützpunkt in Italien an das expandierende Volk der Normannen.18 Der normannische Anführer Robert Guiscard errichtete im traditionell griechisch beeinflussten Süditalien eine Herrschaft, die bald auch die byzantinischen Besitzungen in Griechenland und sogar Konstantinopel selber bedrohen sollte. Die Politik der Byzantiner stand fortan unter dem Eindruck der ständigen Bedrohung durch die Normannen.19 Aus der der Niederlage bei Mantzikert folgenden sozialen und politischen Krise ging die Dynastie der Komnenen hervor: Alexios I. (1081-1118), der als Vertreter der Militäraristokratie den schwachen und unbedeutenden Kaiser Nikephoros III. (1078-81) vom Thron stieß, stabilisierte das vollkommen in die Defensive geratene Reich, ordnete die Finanzen und begann wieder eine militärisch offensive Politik, die die Reichsgrenzen sicherte und vorschob. Der in diese Zeit fallende Durchzug des ersten Kreuzzuges (1096-99) beschwor für die Byzantiner eine seit Theoderich im kollektiven Bewusstsein verankerte Furcht vor einem Barbareneinbruch herauf. Anna Komnena beschreibt in apokalyptischem Ton die Kreuzfahrer, unter denen sich auch eine normannische Abteilung unter Bohemund, einem Sohn Robert Guiscards befand.20

Johannes II. (1118-43) setzte das Werk seines Vaters fort. Von Zeitgenossen wurde er als bedeutendster Herrscher seiner Dynastie angesehen.21 Dank seiner effektiven Verwaltungs- und Finanzpolitik war Byzanz wieder die führende Kraft im Mittelmeer, stärker als die anderen Mittelmeeranrainer im einzelnen, jedoch nicht stark genug, einer Koalition der Gegner standhalten zu können.22 Die Bedrohung aus Osten und Westen gleichzeitig ging Johannes auf verschiedene Weisen an. Im Westen sicherte er durch glänzende Siege über Petschenegen und Serben den Balkan. Um die Normannen unter Roger II. (1101-54) in Schach zu halten, nahm er Verbindungen zu den deutschen Königen Lothar III. von Supplinburg (1125-37) und dessen Nachfolger Konrad III. (1137-52) auf, auf die weiter unten noch genauer eingegangen wird.

Im Osten unternahm Johannes militärische Expeditionen gegen das seldschukische Emirat von Ikonion (Rum), auf dessen Zerschlagung er jedoch zugunsten eines Feldzuges gegen die lateinischen Kreuzfahrerstaaten in Syrien verzichtete. Hierbei hatte er insbesondere das reiche Antiochia im Auge. Johannes verfolgte besondere Pläne: Sein jüngster Sohn Manuel sollte die südöstlichen Teile des Byzantinischen Reiches (Cicilia, Antiochia, Attalia, Zypern) und eventuelle Neueroberungen in Palästina im Rahmen einer Sekundogenitur verwalten.23 Dank seiner ausgewiesenen Bewunderung für den Westen und Lateiner-Freundlichkeit24 war Manuel für diese Rolle geradezu prädestiniert. Eine lateinische Prinzessin als Ehefrau Manuels hätte ihn im Ansehen in den Kreuzfahrerstaaten noch weiter steigen lassen und als übergeordneten Herrscher akzeptabel gemacht. Pläne zur Hochzeit Manuels mit der einzigen Tochter des Fürsten von Antiochia, Maria, waren 1136 durch deren rasche Verheiratung mit Raimond von Poitiers zerstört worden - die antiochische Stadtaristokratie wollte die Herrschaft eines Byzantiners verhindern.25 Eine gerade auch für die Stabilisierung der Westgrenze interessante Alternative hierfür bot nun das Bündnis mit dem deutschen Herrscher. Die eheliche Verbindung zwischen dem byzantinischen und dem deutschen Reich wäre gleichzeitig auch eine wirksame Bekräftigung eines Abkommens gegen die Normannen unter Roger in Süditalien. Zur Verwirklichung dieses Planes nahm Johannes II. also Kontakt mit dem deutschen Hof auf.

Ein Bündnis mit den Seldschuken im Osten stand nicht zur Debatte, da derartige Verträge aus dem religiösen Gegensatz resultierend schnell gebrochen werden konnten.26

2.2 Die Situation im Westreich

Nach dem Tod des letzten Saliers Heinrich V. 112527 wählten die Fürsten nach dem Prinzip der freien Wahl Herzog Lothar von Sachsen-Supplinburg zum neuen Herrscher, der sich recht bald über Heirat mit dem Haus der Welfen verbünden sollte. Heinrichs Neffe Konrad, der väterlicherseits Staufer und mütterlicherseits Salier war, hatte sich eigentlich selber Chancen auf den Thron ausgerechnet und ließ sich 1127 zum Gegenkönig ausrufen. Nach anfänglichen Erfolgen in Italien musste er sich jedoch unterwerfen (1135) und hielt fortan loyal zu Lothar. 1130 musste in Rom ein neuer Papst gewählt werden. Es kam zum Schisma;28 zuerst wurde Innozenz II. in unkanonischer Form gewählt, danach von einer ordnungsgemäßen Mehrheit Anaklet II. Beide Rivalen konnten sich auf Hilfe von außerhalb stützen: Anaklet rief den Normannenstaat zu seiner Unterstützung und krönte Roger II. zum König. Innozenz musste nach Frankreich flüchten, konnte jedoch die norditalienischen Städte und mit Hilfe Bernhards von Clairvaux Lothar III. für sich gewinnen, der sich 1133 in Rom von Innozenz zum Kaiser krönen ließ. Aus dem mit dem Ringen um den Vatikan einhergehenden deutsch- normannischen Gegensatz heraus kamen Kontakte Lothars mit Byzanz zustande. Erste Gespräche einer byzantinischen Gesandtschaft 1137 mit Lothar III.29 wurden durch dessen Tod im gleichen Jahr unterbrochen. Zuvor konnte Lothar auf einem Italienzug gemeinsam mit Papst Innozenz II. (Anaklet war inzwischen verstorben) den Normannen Apulien vorübergehend entreißen.

Lothar hatte vor seinem Tod eigentlich seinen Schwiegersohn Heinrich den Stolzen, einen Welfen, durch Übergabe der Reichsinsignien zu seinem Nachfolger designiert. Doch Kurie und Fürsten in Deutschland beeilten sich, Konrad zum neuen König zu wählen, der aufgrund der geistlichen Unterstützung auch ,,Pfaffenkönig" genannt wurde.30 Heinrich übergab Konrad zwar die Reichsinsignien, verweigerte aber die Huldigung, und der staufisch- welfische Gegensatz wurde zum Dauerkonflikt. Wie sein Vorgänger besaß auch Konrad gute Kontakte zur Kurie Papst Innozenz II., die er als Begleiter Lothars auf dessen Italienzügen geknüpft hatte Aus diesem Grund sah er keinen Anlass, an der Bündnispolitik mit Byzanz etwas zu ändern, woraufhin die beiden außen- und innenpolitischen Hauptgegner Konrads - Normannen und Welfen - miteinander Gespräche aufnahmen.31

3. Verhandlungen

3.1 Der Briefwechsel zwischen Johannes II. und Konrad III.

Konrad III. empfing 1139 eine Gesandtschaft von Johannes, die angesichts der Machfülle Rogers II. in Süditalien auf neuerliche Verhandlungen drängte und die Hochzeit Manuels mit einer deutschen Prinzessin königlichen Geblüts anregte.32 Konrad schickte seinerseits eine Legation nach Konstantinopel, die zwischen Mai 1140 und März 1141 in Byzanz gewesen sein muss. Auf die wiederum von Byzanz geschickten Briefe Ende 1141/Anfang 114233 antwortete Konrad am 12. Februar 1142 mit einem von Otto von Freising überlieferten Schreiben.34

3.1.1 Konrad an Johannes (12. Februar 1142)

Aus dem Brief35 Konrads geht hervor, dass die deutsche Seite grundsätzlich an einer

Übereinkunft mit Byzanz gegen Roger II. interessiert sei und zur näheren Verbundenheit auch eine Vermählung der Schwester der Ehefrau Konrads gutheiße. Auf einem Reichstag, dem die Gesandtschaft Johannes` nicht mehr beiwohnte, habe der Kaiser die Unterstützung der Fürsten in dieser Frage gefunden,36 und auch der Papst sei unterrichtet. Die Kernpunkte des Abkommens sind somit klar: Bündnis und Heirat. Weitere Details sollten wohl von Konrads Gesandten, Robert von Capua und Kaplan Albert, ausgehandelt werden. Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch die Art, in der sich Konrad als ,,Kaiser der Römer"37 präsentiert. Er war ja noch nicht einmal zum Kaiser gekrönt (und sollte es auch nie werden)38, nannte jedoch Johannes nur ,,Kaiser von Konstantinopel".39 Sich selber aber sah er in der römischen Kaisertradition, bezeichnete das byzantinische Reich als die Tochter des deutschen Reiches und leitete von diesem ,,Verwandtschaftsverhältnis" auch eine weitere, rhetorisch elegante, Bündnislegitimation ab.

3.1.2 Johannes an Konrad (April 1142)

Johannes' Antwort40 (wohl im April 1142 verfasst)41 wurde von seinen ,,getreuesten und vertrautesten Leuten"42 überbracht, die die Details des Abkommens mit Konrad ausarbeiten und seine künftige Schwiegertochter zur Hochzeit nach Byzanz bringen sollten. Namentlich gab es noch Verhandlungsbedarf über die ,,Angelegenheiten Apuliens und der Lombardei"43 - vermutlich ist hiermit die Mitgift Berthas gemeint,44 ein angesichts päpstlicher Ansprüche nicht ganz unproblematisches Versprechen, von dem weiter unten noch zu sprechen sein wird. Die Tatsache, dass die Gesandten Johannes explizit geschickt wurden, um Bertha als Braut in Empfang zu nehmen, zeigt, dass eine grundsätzliche Übereinkunft zwischen den beiden Herrschern gefunden worden war und kein Zweifel daran bestand, dass die gegebenen Differenzen noch ausgeräumt werden könnten.

Konrads (aus byzantinischer Sicht) Anmaßung des römischen Kaisertitels erwähnt Johannes in seinem sachlich-kurzen Schreiben gar nicht, lässt jedoch keinen Zweifel an seiner herausragenden Würde, indem er sich als im Purpur geborener König, Augustus und Kaiser der Römer bezeichnet.45 Den deutschen Herrscher tituliert er schlicht mit ,,König".46

Als Bertha 1142 nach Konstantinopel kam, konnte die Hochzeit jedoch noch nicht durchgeführt werden, da sich Johannes mit allen seinen Söhnen auf einem Kriegszug gegen Antiochia befand. Und als der Zug gegen Antiochia vorbei war, hatte die Lage so dramatische Veränderungen erfahren, dass an eine schnelle Hochzeit nicht zu denken war: Manuel, jüngster Sohn Johannes II., wurde unerwarteterweise sein Nachfolger.

3.2 Johannes` Tod (5. April 1143) und Manuels Thronbesteigung

Die Expedition gegen Antiochia, das eigentlich Treue geschworen hatte (und dessen Fürstin Maria auch zwischenzeitlich als Ehefrau für Manuel vorgesehen war, s.o.), stand von Anfang an unter bösen Vorzeichen. Johannes` ältester Sohn und designierter Nachfolger Alexios erlag am 2. August 1142 bei Attalia der Malaria, und auch der Zweitgeborene Andronikos starb bald, nachdem er seinen Bruder zur Bestattung nach Konstantinopel gebracht hatte. Isaak, der drittälteste Sohn, befand sich in Konstantinopel,47 als schließlich Johannes II. am 5. April 1143 selber zu Tode kam. Noch auf dem Sterbebett bestimmte er seinen jüngsten Sohn zu seinem Nachfolger.

Die beiden byzantinischen Historiographen Johannes Kinnamos und Niketas Choniates berichten hierzu übereinstimmend, dass Johannes` Tod auf einen Jagdunfall zurückzuführen ist - er stach sich mit den eigenen vergifteten Pfeilen in den Finger, als er einen Eber töten wollte. Danach habe er Manuel zu seinem Nachfolger bestimmt, was von allen Anwesenden anerkannt worden sei, und sei dann verschieden.48

Andere Quellen berichten jedoch von einem weitaus weniger glatten Abgang der Ereignisse. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Johannes` Tod kein Unfall, sondern ein Attentat gewesen sei, möglicherweise im Auftrage Fürst Raymonds von Antiochia.49 Manche gehen sogar so weit, dass sie Manuel der Mittäterschaft oder Mitwisserschaft beschuldigen, was jedoch nicht eindeutig nachgewiesen werden kann und zweifelhaft ist.50 Umstritten bleibt auch die Frage der Nachfolgeregelung. Hier berichten Kinnamos und Choniates widersprechende Quellen von einer Parteinahme Johannes Axuchos` gegen Manuel und einer klaren Parteinahme der lateinischen Söldner für Manuel,51 was beides recht schlüssig erscheint. Die Gegnerschaft Johannes Axuchos, eines ursprünglich wohl einem

Turkvolk angehörenden Jugendfreundes Johannes II., der nun Oberbefehlshaber des Landheeres war (Großdomestikos),52 ist auch von Hanna Vollrath unter Verwendung der Werke des Kinnamos und Choniates nachgewiesen worden. Auf Manuels Lateinerfreundlichkeit wurde oben bereits eingegangen.

3.3 Die ersten Jahre der Herrschaft Manuels I. (1143-46)

Die Thronbesteigung Manuels hatte die Bedeutung einer möglichen ehelichen Verbindung mit dem deutschen Herrscher deutlich erhöht. Da im Mittelalter die Gültigkeit von Vereinbarungen oder Verträgen mit dem Tod eines Verhandlungspartners erlosch,53 waren sowieso Neuverhandlungen mit Konrad erforderlich. Doch Manuel zeigte vorerst keine grundsätzliche Bereitschaft, die Politik seines Vaters ohne weiteres fortzuführen. Bis zu einem vorläufigen Abschluss der Verhandlungen mit Deutschland, besiegelt durch die Hochzeit von Manuel und der in Irene umbenannten Bertha von Sulzbach, sollten nach der Thronbesteigung des Komnenen 1143 noch drei Jahre vergehen, eine vermutlich für Bertha und damit die gesamte deutsche Seite aufgrund ihrer Länge nicht besonders ehrenvolle Wartezeit.

Offensichtlich dachte Manuel zwischenzeitlich auch ernstlich über ein Abkommen mit den Normannen nach. Kinnamos berichtet von einer normannischen Delegation in Byzanz, und Manuels Beauftragter Basilios Xeros handelte sogar einen Vertrag mit dem Normannenkönig Roger II. aus.54 Dem unbedarften Beobachter scheint eine direkte Verständigung mit Roger zwar wesentlich erfolgsversprechender als ein Bündnis mit dem deutschen Reich, von dem selber ja zu diesem Zeitpunkt keine direkte Gefahr ausging (was sich dann einige Jahre später mit dem zweiten Kreuzzug schnell änderte). Auch war Manuel von der für ihn vorgesehenen Braut wohl nicht gerade begeistert - sie war weder schön noch lebenslustig und entsprach auch ganz und gar nicht seinem mediterranen Geschmack.55

Trotz allem gab es jedoch mehr Gründe gegen eine Verständigung mit den Normannen. Deren größter war sicherlich die Hoffnung Manuels, irgendwann die italienischen Gebiete wiederzugewinnen. In der Tat unternahm er ja später mehrere Versuche, sich in die italienischen Verhältnisse einzumischen - mit Gewalt und unter massivem finanziellen Einsatz, der zum Ruin des byzantinischen Staates beitragen sollte und außerdem im Westen Konstantinopels Ruf unendlichen Reichtums förderte. Manuel sah sich in der Tradition großer Vorgänger und hatte zumindest zeitweise die Wiederherstellung der byzantinischen Macht in den Grenzen der Herrschaft Justinians oder sogar Konstantins vor Augen.56 Die Normannen wurden weiterhin als Eindringlinge angesehen. Im gleichen Maße überheblich und unangemessen schien Manuel auch das Verhalten Rogers, der in den Verhandlungen mit Byzanz darauf bestand, auf einer Ebene mit dem Kaiser zu stehen und sogar den Titel ,,Basileus" für sich beanspruchte. Aus byzantinischer Sicht war er ein Emporkömmling, für den nach antiker Tradition einzig der Titel ,,Dux" angemessen gewesen wäre.57 So verwarf Manuel schließlich doch die Pläne einer Verständigung mit Roger58 zugunsten der ,,verlockenden Verbindung"59 nach Deutschland und wandte sich um 1145 wieder dem deutschen Reich zu. Er schickte Boten, um die Gespräche seines Vaters mit Konrad III. wieder aufzunehmen und zu einem eigenen Abschluss zu bringen.

3.4 Verhandlungen zwischen Manuel I. und Konrad III. und deren Abschluss

Von den Neuverhandlungen Manuels mit Konrad überliefert wiederum Otto von Freising ein Schreiben Konrads, der 1145 auf eine Gesandtschaft Manuels unter Führung des Nikephoros antwortet. Das mit Johannes abgesprochene Abkommen wird als ,,ewiges Bündnis dauernder Freundschaft"60 erneuert und soll durch die Hochzeit Manuels mit Bertha, die inzwischen wohl von Konrad adoptiert wurde (im Brief bezeichnet er sie als seine ,,geliebte Tochter"61 ), gleichfalls bekräftigt werden.62 Auffallend im Brief ist jedoch der diesen Vereinbarungen vorausgehende Absatz. Der byzantinische Verhandlungsführer Nikephoros soll Konrad so beleidigt haben, dass es beim deutschen Herrscher auch nicht mehr Zorn erweckt hätte, wenn der Gesandte ,,unseren einzigen Sohn Heinrich vor unseren Augen ermordet" hätte.63 Erst nach drei Tagen und freundlicheren Worten habe sich Konrad besänftigt. Weiterhin verspricht Konrad, Manuel nicht nur mit einer von ihm erbetenen Anzahl von Rittern beizustehen, sondern sogar auch, dass er selber kommen werde, falls Manuel seiner benötige. Konrad entspricht auch dem Wunsch Manuels, ihm vertraute Gesandte zu schicken, u.a. Bischof Embrich von Würzburg.

Mit diesem Schreiben gingen nun also Manuel und Konrad ein förmliches Freundschafts- und Verteidigungsbündnis ein.64 Mit den Rittern, die Konrad zu schicken versprach, war wahrscheinlich eine gemeinsame Expedition gegen Roger II. gemeint. Das Versprechen Konrads, selber an der Spitze seiner Ritter nach Byzanz zu kommen, erfüllte sich mit dem 2. Kreuzzug, wenn auch ganz anders, als Manuel es sich wohl erbeten hätte.

Über die Ursache der Verstimmung, die Nikephoros hervorrief, gibt es keine eindeutigen Angaben. Verschiedene Wissenschaftler sehen hier ein Indiz für das Zweikaiserproblem:

Nikephoros habe Konrads Ansprüche auf den westlichen Kaisertitel und seine Ebenbürtigkeit, wenn nicht sogar Überlegenheit dem byzantinischen Kaiser gegenüber nicht anerkannt und ihn dadurch beleidigt. Hanna Vollrath auf der anderen Seite führt einen anderen möglichen Grund für die Verstimmungen an.65 Er steht auch mit der Verzögerung der Eheschließung Manuels mit Bertha in Zusammenhang. Die Tatsache, dass sich Bertha nun schon seit geraumer Zeit sozusagen in ,,Wartestellung" befand, sie kam ja schon 1142 nach Konstantinopel und wartete nun schon drei Jahre, bedeutete eine Demütigung Berthas und ihres Adoptivvaters Konrad. Die geringere Geburt der Deutschen, die ja keine Verwandte Konrads, sondern lediglich die Schwester seiner Frau Gertrud war, konnte als Grund für die Zurückweisung der Ehe von byzantinischer Seite geltend gemacht werden. Und die Drohung einer Zurückweisung der Braut mit gleichzeitigem Abbruch der Bündnisverhandlungen war wahrscheinlich die Ursache für Konrads Zorn.

Dass Manuel Bertha dann doch als seine Braut akzeptierte, hängt sicher nicht nur mit ihrer formellen Aufwertung durch die Adoption durch Konrad III. zusammen. Auch die Konzessionen, die der deutsche Herrscher scheinbar machte - er versprach Manuel 2000 Ritter zu schicken, falls Byzanz bedroht sei, weiterhin nennen hier mehrere Historiker Italien als Mitgift66 - waren nicht die Ursache für Manuels Sinneswandel, wie Jan Paul Niederkorn überzeugend darlegt.67 Der byzantinische Herrscher hatte, nachdem die Verhandlungen mit den Normannen abgebrochen worden waren, ganz einfach keine Alternative mehr zu einem Bündnis mit Deutschland, auch für seine Politik gegenüber Ungarn.

3.5 Bertha

Bertha von Sulzbach entstammte einer Seitenlinie der Babenberger, die ihren Stammsitz im befestigten Städtchen Sulzbach am Ostfuß des Fränkischen Juras hatte. Ihr Vater war Graf Berengar II. von Sulzbach, ihre Schwester Gertrud heiratete Konrad III.68 Bertha war nicht gerade für ihre Schönheit bekannt. Zu ihrem Tod 1160 schreibt Kinnamos, dass sie ihre Zeitgenossen bei weitem an Klugheit, Anstand und Barmherzigkeit für die Bedürftigen übertraf,69 erwähnt jedoch bezeichnenderweise nichts über die an anderen Stellen höflich bezeugte Schönheit ihrer Person.

Manuel hingegen hatte eine Schwäche für schöne Frauen, wie Choniates ausdrücklich anführt - dass er ein Verhältnis mit seiner Nichte Theodora Komnena hatte, war allgemein bekannt,70 wurde dem jungen Kaiser aber nachgesehen. Trotz der fehlenden sexuellen Hingezogenheit zu Bertha behandelte Manuel seine Frau mit Achtung. Dem Bild eines abendländischen Ritters nacheifernd suchte er sich vor seiner Frau auszuzeichnen, wozu ihm die Rückeroberung Kerkyras von den Normannen 1149 Gelegenheit bot.71 Bertha gebar Manuel zwei Töchter, Maria und Anna. Anna starb im gleichen Jahr wie ihre Mutter, Maria wurde in Ermangelung eines männlichen Thronfolgers 1163 elfjährig mit dem ungarischen Prinzen Bela verlobt, eine Verbindung, die wieder gelöst wurde, als 1168/69 ein Sohn Manuels auf die Welt kam. Maria wurde 1183, kurz nach Manuels Tod, ermordet.72

4. Änderung der Lage durch die Ehe (Beurteilung und Ausblick)

Nur ein knappes Jahr nach dem formellen Abschluss des Bündnisses mit der Hochzeit Manuels und Berthas 1146 begann der 2. Kreuzzug, der von Konrad III. und Ludwig VII. von Frankreich über Byzanz geführt wurde. Konrads Armee wurde jedoch schon auf dem Weg durch Kleinasien durch die Seldschuken weitgehend aufgerieben, so dass sich der deutsche Herrscher erschöpft und krank in byzantinischen Schutz begeben musste.73 Mit byzantinischer Hilfe zog Konrad dann doch noch nach Palästina, errang aber auch dort keinen Erfolg. Auf dem Rückweg trafen die beiden Herrscher wieder zusammen, und ihr Treffen endete 1148 in Thessalonike mit einer Bekräftigung des 1145 vereinbarten Bündnisses, was oftmals fälschlicherweise in der Wissenschaft als ,,Vertrag" bezeichnet wurde.74 Kinnamos berichtet von der Verhandlung, dass Manuel Konrad an die Mitgift Berthas, Unteritalien, erinnert.75 Nach Niederkorn wurde ein gemeinsamer Feldzug gegen die Normannen vereinbart, wobei Byzanz Gebiete in Apulien erhalten sollte,76 sowie die Heirat zwischen Konrads Sohn Heinrich und einer Prinzessin aus dem Komnenenhaus, die Bertha aussuchen sollte.77 Ein Kurswechsel des Papstes, der entgegen früherer Feindschaften 1149 die Normannen wegen innerrömischer Querelen zu Hilfe gerufen hatte, zögerte jedoch den gemeinsamen Krieg hinaus. Konrad musste Rücksicht auf den Papst nehmen, was hieß, dass Manuel weitere Zugeständnisse bezüglich Süditaliens machen sollte. Als in der italienischen Frage schließlich ein Kompromiss gefunden zu sein schien,78 machte Konrads Tod 1152 alle Pläne zunichte.

Die Ehe zwischen Bertha von Sulzbach und Manuel I. sicherte das hauptsächlich gegen die Normannen gerichtete Bündnis der beiden Kaiserreiche, solange beide Vertragspartner noch am Leben waren. Der Nachfolger Konrads III., Friedrich Barbarossa, verfolgte andere Pläne. Gleichzeitig scheiterte auch Manuels Versuch, mit deutscher Hilfe wieder in Italien Fuß zu fassen. Nach dem Tod Rogers II. 1154 sah Manuel seine Chance gekommen und schickte Truppen und Gesandtschaften über die Adria. Dank der Uneinigkeit der Normannen und der Finanzkraft der Byzantiner konnten schnell Erfolge erzielt werden, die jedoch nicht von Dauer waren. 1156 wurde die byzantinische Streitmacht vor Brindisi vernichtet, und sowohl Friedrich Barbarossa als auch der Doge von Venedig wiesen Byzanz' Bündnisangebote zurück. Für Venedig war ein die Küsten der Adria beherrschendes Byzanz existenzgefährdend, da es den venezianischen Handel kontrolliert hätte. Die überaus teure italienische Expedition Manuels hinterließ nicht nur leere Staatskassen, sondern auch ein dem byzantinischen Reich zunehmend feindselig gegenüberstehendes Europa. Zudem hatte die Konzentration auf den Westen eine Vernachlässigung der Ostgrenzen mit sich geführt.79

Abschließend bleibt die Beurteilung der Ehe zwischen Bertha von Sulzbach und Manuel I. zwiespältig. Zwar hielt das Bündnis mit dem westlichen Reich bis zum Tod Konrads III. und gemeinsame Unternehmungen, die hauptsächlich Byzanz genutzt hätten, waren in Planung. Doch kamen sie nie zur Ausführung, und am Ende hatte Byzanz nichts gewonnen, aber viel verloren. Der Italienfeldzug, den Manuel dann doch noch unternahm, war kostspielig und ohne lohnenden Ausgang. Dennoch führt es wohl zu weit, dies als Anfang vom Ende des Byzantinischen Reiches zu nehmen. Noch immer war Manuels Reich stark genug, auf dem Balkan und in Palästina einzugreifen und sogar einen Vorstoß nach Ägypten zu unternehmen. Nur Italien war für immer verloren.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

5.1 Quellen

Choniates, Niketas: Die Krone der Komnenen. Die Regierungszeit der Kaiser Joannes und Manuel Komnenos (1118-1180) aus dem Geschichtswerk des Niketas Choniates, ed. Franz Grabler (Byzantinische Geschichtsschreiber Bd. 7), Graz 1958.

Comnena, Anna: The Alexiad of the Princess Anna comnena. Being the history of the reign of her father, Alexius I, Emperor of the Romans, 1081-1118 A.D. (Übers. Elizabeth A. S. Dawes), New York 1978.

Dölger, Franz: Corpus der griechischen Urkunden des Mittelalters und der neueren Zeit.

Regesten der Kaiserurkunden des Oströmischen Reiches, Abteilung 1, 2. Teil, München 1925. von Freising, Otto: Gesta Frederici I., in: Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, Freiherr von Stein-Gedächtnisausgabe, Band XVII, Darmstadt 1965. Kinnamos, Johannes: Deeds of John and Manuel Comnenus (Übers. Charles M. Brand), New York 1976, S. 133f.

Hörandner, Wolfram: Theodoros Prodromos. Historische Gedichte (Wiener byzantinistische Studien Bd. 11), Wien 1974.

Die Urkunden Konrads III. und seines Sohnes Heinrich, bearb. von Friedrich Hausmann

(MGH D K III, Die Urkunden der Deutschen Könige und Kaiser Bd. 9), Wien 1968, Nr. 39, 69, 126, 224, 229.

Wiboldit tp. 243 in: Monumenta Corbeiensia, hg. Ph. Jaffé (Bd. I der Bibliotheca rerum

Germanicarum), Berlin 1864, S. 363-366.

5.2 Literatur

Angold, Michael: The Byzantine Empire, 1025-1204. A political history, London/New York ²1997.

Angold, Michael: Church and Society in Byzantium under the Comneni, Cambridge 1995. Bernhardi, Wilhelm: Konrad III., Jahrbücher Deutscher Geschichte, Leipzig 1883. Brand, Charles M.: Byzantium confronts the West 1180-1204, Cambridge Mass. 1968. Brand, Charles M.: ,,Bertha of Sulzbach", in: Alexander Kazhdan (Hg.), The Oxford Dictionary of Byzantium Bd. I, New York 1991, S. 284.

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1 von Freising, Otto: Gesta Frederici I., in: Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, Freiherr von Stein-Gedächtnisausgabe, Band XVII, Darmstadt 1965.

2 Comnena, Anna: The Alexiad of the Princess Anna comnena. Being the history of the reign of her father, Alexius I, Emperor of the Romans, 1081-1118 A.D. (Übers. Elizabeth A. S. Dawes), New York 1978.

3 Choniates, Niketas: Die Krone der Komnenen. Die Regierungszeit der Kaiser Joannes und Manuel Komnenos (1118-1180) aus dem Geschichtswerk des Niketas Choniates, ed. Franz Grabler (Byzantinische Geschichtsschreiber Bd. 7), Graz 1958; Kinnamos, Johannes: Deeds of John and Manuel Comnenus (Übers. Charles M. Brand), New York 1976, S. 133f.

4 Kinnamos S. 2.

5 Kinnamos S. 11.

6 Kinnamos S. 1.

7 Kinnamos S. 1.

8 Kap-Herr, Hans von: Die abendländische Politik Kaiser Manuels. Mit besonderer Rücksicht auf Deutschland, Strassburg 1881, S. 120.

9 Vgl. Gesta Frederici.

10 Vollrath, Hanna: ,,Konrad III. und Byzanz", in: Archiv für Kulturgeschichte, Band 59 (1977), S. 321-365; Irmscher, J.: ,,Bertha von Sulzbach, Gemahlin Manuels I.", Byzantinische Forschungen. Internationale Zeitschrift für Byzantinistik 22 (1996), S. 279-290.

11 Niederkorn, Jan Paul: ,,Die Mitgift der Kaiserin Irene. Anmerkungen zur byzantinischen Politik König Konrads III.", in: Römische Historische Mitteilungen 28 (1986), S. 125-139.

12 Ohnsorge, Werner: Das Zweikaiserproblem im Frühen Mittelalter, Hildesheim 1947.

13 Lilie, Ralph-Johannes: ,,Das `Zweikaiserproblem' und sein Einfluss auf die Außenpolitik der Komnenen", in: Byzantinische Forschungen 9 (1985), S. 219-243., hier S. 242f.

14 Treadgold, Warren: A History of the Byzantine State and Society, Stanford, Ca. 1997, S. 626.

15 Interessanterweise hatte Tzimiskes Vorgänger Nikephoros Phokas ein erstes Angebot Ottos brüsk zurückgewiesen, weil er die Kaiserwürde Ottos nicht anerkennen wollte. Vgl. Irmscher, S. 290.

16 Vgl. Ohnsorge, Werner: ,,Die Anerkennung des Kaisertums Otto I. durch Byzanz", in: ders., Konstantinopel und der Okzident. Gesammelte Aufsätze zur Geschichte der byzantinisch-abendländischen Beziehungen und des Kaisertums, Darmstadt 1966, S. 176-207.

17 als Überblickswerke zur byzantinischen Geschichte verwendet: Schreiner, Peter: Byzanz, München ²1994; Maier, Franz Georg (Hg.): Byzanz, Frankfurt am Main 1973; Angold, Michael: The Byzantine Empire, 1025-1204. A political history, London/New York ²1997, Wirth, Peter: Grundzüge der byzantinischen Geschichte, Darmstadt 1989.

18 Überblick zur Geschichte der Normannen mit weiterführenden Literaturangaben bei Koppitz, Ulf: ,,Die Eroberung Süditaliens und Siziliens durch die Normannen", http://www.hausarbeiten.de/archiv/geschichte/gesch-sueditalien.shtml (8.10.2000).

19 Lamma, Paolo: ,,Byzanz kehrt nach Italien zurück", in: Vorträge und Forschungen. Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte, Sonderband 9 (Beiträge zur Geschichte Italiens im 12. Jahrhundert), Sigmaringen 1971, S. 37-51, hier S. 40ff.

20 Bryer, A.: ,,The first encounter with the West - 1050-1204", in: P. Whitting, Byzantium. An introduction, Oxford 1971, S. 83-110, hier S. 100ff.

21 Maier S. 264.

22 Treadgold S. 638.

23 Thomas, R.D.: ,,Anna Comnena's account of the first crusade: history and politics in the reigns of Alexius I and Manuel I Comnenus", in: Byzantine and Modern Greek Studies 15 (1991), S. 269-312, hier S. 297; Lilie, Ralph-Johannes: ,,Manuel I. Komnenos und Friedrich I. Barbarossa. Die deutsche und byzantinische Italienpolitik während der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in der neueren Literatur", in: Jahrbuch der Österreichischen Byzantinistik 42 (1992), S. 157-170, hier S. 160.

24 Manuel eiferte dem westlichen Vorbild nach und veranstaltete sogar Turniere, Irmscher S. 280.

25 Treadgold S. 632f.

26 Treadgold S. 638.

27 Als Überblickswerke zur deutschen Geschichte verwendet: Jakobs, Hermann: Kirchenreform und Hochmittelalter 1046-1215 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd. 7), München 31994; Diwald, Hellmut: Geschichte der Deutschen, Frankfurt am Main 41978; Schimmelpfennig, Bernhard: Könige und Fürsten, Kaiser und Papst nach dem Wormser Konkordat (Enzyklopädie Deutscher Geschichte Bd. 37), München 1996; Bernhardi, Wilhelm: Konrad III., Jahrbücher Deutscher Geschichte, Leipzig 1883.

28 Jakobs S. 37.

29 Lilie, Zweikaiserproblem S. 232. Hanna Vollrath datiert Abmachungen zwischen Lothar und Johannes auf 1135, bleibt jedoch die Quellenangabe schuldig (S. 337).

30 Vgl. Vollrath S. 321ff.

31 Fuhrmann, Horst: Deutsche Geschichte im hohen Mittelalter von der Mitte des 11. bis zum Ende des 12. Jahrhunderts (Deutsche Geschichte Bd. 2), Göttingen 21983, S. 144.

32 Gesta Frederici S. 169.

33 Datierungen nach Vollrath S. 338.

34 Gesta Frederici S. 171ff.

35 Die Urkunden Konrads III. und seines Sohnes Heinrich, bearb. von Friedrich Hausmann (MGH D K III, Die Urkunden der Deutschen Könige und Kaiser Bd. 9), Wien 1968, Nr. 69.

36 offensichtlich wollte sich Konrad vor einer Vereinbarung mit den Byzantinern der Unterstützung seiner Fürsten versichern, so dass er sein Antwortschreiben noch nicht den byzantinischen Gesandten übergeben konnte, sondern erst nach dem Reichstag verfassen konnte.

37 ,,Romanorum imperator augustus", Gesta Friderici S. 170 Z. 5.

38 wobei die Bezeichnung als ,,Kaiser" auch im Selbstverständnis des deutschen Herrschers lag. Hierzu Ohnsorge, ,,'Kaiser' Konrad III.", in: ders., Abendland und Byzanz, Weimar 1958, S. 364-386.

39 ,,Constantinopolitano imperator", Gesta Friderici S. 170 Z. 6.

40 MGH D K III Nr. 136.

41 Dölger, Franz: Corpus der griechischen Urkunden des Mittelalters und der neueren Zeit. Regesten der Kaiserurkunden des Oströmischen Reiches, Abteilung 1, 2. Teil, München 1925, Nr. 1322.

42 ,,diversos fidelissimorum et familarissimorum hominum suorum (...) emisit", Gesta Friderici, S. 174 Z. 28f.

43 ,,de causa Apulie et Longobardie", Gesta Friderici S. 176 Z. 2.

44 Vgl. Vollrath S. 340ff.

45 ,,Iohannes in Christo Deo fidelis rex porphirogenitus, sublimis, fortis, augustus, Cominos et imperator Romanorum", Gesta Friderici S. 174 Z.18f.

46 ,,Nobilissime et dilecte amice imperii mei, rex", Gesta Friderici S. 17 Z. 20f.

47 Thomas S. 297.

48 Choniates S. 73f.

49 ausführlich hierzu Browning, Robert: ,,The Death of John II Comnenus", in: Byzantion 31 (1961), S. 228-235.

50 Treadgold S. 636 und Thomas S. 297.

51 Browning S. 230.

52 Choniates S. 83.

53 folgend der Grundüberzeugung, dass jeder König als nur vorübergehender Sachverwalter des Reiches seinem Nachfolger die volle materielle und juristische Handlungsfreiheit erhalten muss, siehe Faußner, Hans Constantin: ,,Die Verfügungsgewalt des deutschen Königs über weltliches Reichgut im Hochmittelalter", in: Deutsches Archiv 29 (1973), S. 345-449.

54 Vollrath S. 342.

55 Treadgold S. 639.

56 Eine Inschrift in der Hagia Sophia setzt Manuel eindeutig mit Justinian in Beziehung, weiterhin können der Versuch der Rückeroberung Süditaliens sowie die Expedition nach Ägypten 1169 als Versuch der Wiederherstellung des alten Imperiums angesehen werden (Schreiner S. 23). Namhafte Historiker auf der anderen Seite bezweifeln zwar, dass Manuel ernsthaft Justinian nacheiferte (Magdalino, Paul: ,,The Phenomenon of Manuel I Komnenos", in: Byzantinische Forschungen 13 (1988), S. 171-199, hier S. 180f. und Lamma, Paolo: Comneni e Staufer. Ricerche sui rapporti tra Bisanzio e l'Occidente nel secolo XII, 2 voll., Studi storici 14-18, 22-25, Rom 1955-57, hier Bd. 1 S. 204: ,,Il terzo Comneno non vuole essere Giustiniano."), doch die angeführten Parallelen legen einen solchen Verdacht nahe.

57 Lamma, Byzanz S. 44.

58 Lilie, Ralph-Johannes: Handel und Politik zwischen dem byzantinischen Reich und den italienischen Kommunen Venedig, Pisa und Genua in der Epoche der Komnenen und der Angeloi (1081-1204), Amsterdam 1984, S. 393ff.

59 Treadgold S. 639f.

60 ,,...volumus, ut insit eternum fedus perennis amicitie...", Gesta S. 178 Z. 1f.

61 ,,...tu [Manuel] uxorem accipies dilectissimam filiam nostram...", Gesta S. 176 Z. 34f.

62 Vgl. Rassow, Peter: Honor Imperii. Die neue Politik Friedrich Barbarossas 1152-1159, München 1940, S.30f.

63 ,,Si enim idem nuntius tuus Nykyforus unicum filium nostrum Heinricum in presentia nostra morti dedisset, ad maiorem iram maiestatis nostre anumum provocare non poterat.", Gesta S. 176 Z. 25ff.

64 Vollrath S. 336.

65 Vgl. Vollrath S. 333.

66 Lilie, Handel S. 401f.

67 Niederkorn S. 128f.

68 Irmscher S. 280.

69 nach der Übersetzung von Charles M. Brand, S. 154.

70 Irmscher S. 285.

71 Irmscher S. 287.

72 Irmscher S. 288f.

73 Niederkorn S.130ff.

74 Vgl. Vollrath S. 323.

75 Kinnamos

76 Niederkorn S. 135f.

77 Vollrath S. 363.

78 Niederkorn S. 136ff.

79 Treadgold S. 643.

22 von 22 Seiten

Details

Titel
Manuel I. und Bertha von Sulzbach - Deutsch-Byzantinische Bündnispolitik in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Veranstaltung
HS Byzanz und das Abendland. Beziehungsgeschichte und Strukturvergleich im frühen und hohen Mittelalter
Autor
Jahr
2000
Seiten
22
Katalognummer
V99556
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Manuel, Bertha, Sulzbach, Deutsch-Byzantinische, Bündnispolitik, Hälfte, Jahrhunderts, Byzanz, Abendland, Beziehungsgeschichte, Strukturvergleich, Mittelalter
Arbeit zitieren
Malte Göbel (Autor), 2000, Manuel I. und Bertha von Sulzbach - Deutsch-Byzantinische Bündnispolitik in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99556

Kommentare

  • Gast am 5.10.2001

    Kreuzzugspolitik.

    Ich habe eine Hausarbeit: "Bündniskonstellationen im Hinblick auf den geplanten Kreuzzug gegen Byzanz 1150/51" geschrieben und dabei war diese Arbeit sehr aufschlussreich!
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