Gegenreformation allgemein, in Spanien und Frankreich


Ausarbeitung, 2001

8 Seiten


Gratis online lesen

Gegenreformation in Frankreich und Spanien

- halbes Jahr nach Luthers erstem Auftreten war Protestantismus in Nord-, West- u. Mitteleuropa z. stärksten rel.- polit. Kraft geworden - Reformation stellte nur einen d. beiden Vorgänge dar· rel. Aufbruch 16. Jhd. in Erscheinung trat· andere war innerkathol. Erneuerungsbewegung (kathol. Reform) entstand aus eigenen Wurzeln, aber in Auseinandersetzung mit Protestantismus empfing entscheidende Impulse

- Voraussetzung f. Versuch, das an Prot. verlorene Gebiet zurückzugewinnen (Gegenreformation)

- Gegenreformation Bewegung innerhalb der kathol. Kirche, die im 16. u. 17. Jhd. versuchten, d. Protestantismus entgegenzuwirken· d.h. protestantisch gewordenen Gebiete zu rekatholisieren

- in Südeuropa nicht nur jede protest. Regung gewaltsam unterdrückt, hatte auch kathol. Erneuerungsbewegung ihre Ursprünge

- in Spanien führte Ende 15. Jhd. Reform des Klerus zur gründlichen Erneuerung des innerkirchlichen Lebens

- in Italien Laien u. Kleriker fanden zusammen z. Bruderschaften um kathol. Lebensideal durch vertiefte Frömmigkeit u. tatkräftige Caritas-Arbeit zu verwirklichen (Oratorienbewegung)

- am deutlichsten wurde Selbstreform d. Kirche in Klosterreform, d. heißt zahlreiche Orden strenger Observanz entstanden, d. sich Kleriker-Ausbildung (Theatiner) annahmen u. durch Predigt (Kapuziner), sozi. Fürsorge (Paulaner) u. Unterricht (Ursulinen) in Breite wirkten

- erst als röm. Kurie sich Reform annahm u. die noch ungeordneten Kräfte d. Erneuerung mit Kampf d. Kirche gegen Protestantismus verband, konnte Krise des Katholizismus, die durch Reform. bewusst geworden war, überwunden werden

- unter Papst Paul III. gelangten führende Köpfe ital. Reformbeweg. ins Kardinalskollegium-> durch sie Konzil v. Trient (1545-1563) vorbereitet·gab kathol. Kirche erstmals definierte Form-> Anhänger u. Gegner d. Ref. erhofften v. Konzil Wiederherstellg. d. Glaubenseinheit

- brachte eine konservative Selbstbesinnung röm. Kirche auf ihre überlieferte dogmat. Grundlagen z.B. auf Lehre v. Freiheit d. Willens (Gottes Gnaden anzunehmen), v. Wesen d. Eucharistie (Abendmahl), v. Siebenzahl Sakramente o. Verdienstbarkeit guter Werke

- Konzil suchte kompromisslose Abgrenzung gegenüber Prot.: gegen Volkssprache in Liturgie (öffentl., v. d. Kirche geübter Kultus) u. Heilg. Schrift stellte es das Latein, gegen Aufwertung d. Laien sakramentale Weihe d. Kleriker, gegen Abbau d. Scholastik (Philosophie und Theologie im MA) Rückgriff auf Thomas v. Aquin, gegen Schriftprinzip Lehrautorität Kirche· Konzil wirkte durch einschneidende Disziplinarmaßnahmen (Erneuerung d. Zölibats, Verbot v. Ämterkauf) u. durch Stärkung bischöfl. Gewalt d. Missbräuchen u. Verweltlichg. in Kirche entgegen· regelte Ausbildung d. Geistl. in Priesterseminaren u. veranlasste global verbindl. Buchhilfen-Tridentinischen Katechismus (1566), röm. Brevier(Gebetbuch) (1568) u. neues Missale(Messbuch) (1570) um einheitl. kathol. Orientierung zu ermögl.

- allein dem Papsttum gestand Auslegung s. Beschlüsse zu

- damit bestätigte Tridentinum de facto päpstl. Primat (Vorrangstellung des Papstes in seiner Eigenschaft als Oberhaupt der röm.- kathol. Kirche) gegenüber konziliarist. (kirchl.) Strömungen· dies kam kathol. Erneuerung zugute

- Unterstützung erhielt Reformpapsttum durch neuen Orden, allen voran durch Jesuitenorden, d. sich als kathol. Kampforden militär. Disziplin unterwarf u. bedingungslos d. Kurie unterstellte

- baskische. Adlige Ignatius v. Loyola sagte: ,,Ich glaube, dass das Weiße, das ich sehe, schwarz ist, wenn d. hierarchische (die nach Rangstufen geordnete Herrschaft betreffend)Kirche es so definiert"

- Jesuiten (auch Gesellschaft Jesu, lateinisch Societas Jesu), religiöse Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche, die im Jahr 1534 von Ignatius von Loyola gegründet und von Papst Paul III. 1540 bestätigt wurde.

- das Leitmotiv des Ordens lautet Ad majorem Dei gloriam (zum höheren Ruhme Gottes), und sein Anliegen ist es, durch Predigt den Glauben zu verbreiten und alle Erfordernisse der Kirche zu erfüllen

- von Beginn an sah der Orden sein Hauptaufgabengebiet in der Erziehung, wobei er zum Studium der Theologie als auch der weltlichen Disziplinen beigetragen hat

- VORBEREITUNG ZUR ORDENSZUGEHÖRIGKEIT

- die Vorbereitungszeit für die Aufnahme in den Orden, insbesondere für die Mitgliedschaft als Priester (weniger für die Laienbrüder), ist bei den Jesuiten bedeutend länger als beim Weltpriestertum oder bei anderen religiösen Orden

- nach einem zweijährigen Noviziat (Probezeit vor Aufnahme in einen geistl. Orden), das Abgeschiedenheit und Beten erfordert, muss der Anwärter ein Gelübde zu Armut, Keuschheit und Gehorsam gegenüber der Autorität ablegen

- daraufhin verbringt er zwei Jahre mit dem Studium klassischer Disziplinen und weitere drei Jahre mit dem Studium der Philosophie, Mathematik und der Naturwissenschaften

- es folgen einige Jahre Lehrtätigkeit u. dann ein dreijähriges Theologiestudium, das mit der Priesterweihe endet

- nach einem vierten Studienjahr der Theologie u. einem Jahr des Gebets in Abgeschiedenheit wird dem Anwärter der Abschlussgrad verliehen

- die Ausbildungszeit der Koadjutoren (Amtsgehilfen eines Bischofs oder Pfarrers mit Nachfolgerecht) , die in geistige u. weltliche unterschieden werden, beträgt insgesamt zehn Jahre, während die Ausbildungszeit der Professen, die allein höchste Ämter innehaben dürfen, 17 Jahre beträgt

- die Professen legen zusätzlich fünf einfache Gelübde ab, einschließlich des Verzichts auf ein Kirchenamt außerhalb ihres Ordens, soweit dies nicht vom Orden verlangt wird

- an der Spitze des Ordens steht der General, mit Sitz in Rom, der von der Generalkongregation (Klostergenossenschaft mit einfachen Gelübden oder Vereinigung ohne Gelübde) des Ordens auf Lebenszeit gewählt wird

- die Kongregation setzt sich aus Vertretern der verschiedenen Provinzen zusammen

- es gibt heute weltweit etwa 65 regionale Ordensprovinzen, die sich jeweils unter der Leitung eines eigenen Provinzoberen befinden

- GESCHICHTE

-Ursprünglich war es Loyolas Ziel durch die Gründung einer Ordensgemeinschaft eine Pilgerreise nach Palästina durchzuführen, um die Muslime zu bekehren

- da sich dieses Projekt jedoch aufgrund des Ausbruchs des Krieges mit den Ottomanen als undurchführbar erwies, unterstellte Ignatius den Orden unmittelbar dem Papst

- dieser bestätigte den Orden sowie das Gesuch, Missionsreisen in seinem Auftrag übernehmen zu dürfen·daraufhin wurde Loyola zum ersten General des Ordens gewählt

- der Orden entwickelte sich rasch u. seine Mitglieder übernahmen führende Positionen in der Gegenreformation· sie gründeten Schulen u. Kollegien in ganz Europa, wo sie 150 Jahre lang im Unterrichtswesen führend waren

- im Jahre 1640 besaßen sie europaweit über 500 Kollegien· ein Jahrhundert später war ihre Zahl auf 650 angestiegen

- daneben unterstanden 24 Universitäten dem Orden· es existierten insgesamt 200 Seminare u Ausbildungshäuser für die Jesuiten· die Ausbildung der Jesuiten in der Zeit der Gegenreformation hatte zum Ziel, den Katholizismus gegen die Ausbreitung des Protestantismus zu stärken

- in der Laienausbildung legten die Jesuiten hauptsächlich Wert auf die Unterweisung des Adels und der Reichen, obwohl sie auch Handelsschulen und in Missionsländern auch Armenschulen betrieben

- im Bereich der Mission gewann der Orden ebenfalls an Bedeutung·so gründete Franz Xaver Missionen in Indien und Japan und der Orden breitete sich bis ins Innere Chinas u. an die Küste Afrikas aus

- Briefe der Jesuitenmissionare aus Kanada enthielten Beschreibungen des Lebens der Ureinwohner und waren dadurch eine einzigartige u. äußerst wertvolle Informationsquelle über die einheimischen Stämme des Landes

- die bedeutendste Leistung erbrachten die Jesuitenmissionare in der Neuen Welt durch die Gründung von Ordensprovinzen in Lateinamerika

- sie begründeten geschlossene Siedlungen, in denen missionierte Ureinwohner lebten, die von Priestern betreut wurden

- am erfolgreichsten waren die Jesuiten in Paraguay· dort leiteten sie fast 200 Jahre lang eine Gemeinschaft von Ureinwohnern und gründeten insgesamt 32 Dörfer mit einer Gesamtbevölkerungszahl von etwa 160 000

- sie unterrichteten die Einheimischen in Ackerbau, Handwerk und Handel und stellten ein kleines Heer zur Verteidigung der Siedlungen auf

- im Verlauf seiner Geschichte nahm vor allem in den katholischen Ländern das Misstrauen gegenüber dem Jesuitenorden zu

- ihre Ergebenheit dem Papst gegenüber brachte ihnen die Gegnerschaft nationalistischer Staatsmänner und Herrscher ein

- auf der anderen Seite erregte ihr eifriges Bestreben nach Kirchenreformen den Unmut der Kleriker in der katholischen Kirche

- der Orden wurde in mehreren Fällen aus den europäischen Ländern ausgewiesen, und 1773 sah sich Papst Klemens XIV. auf Drängen der Bourbonen dazu veranlasst, ein Breve (Apostolischer Brief, kurzer päpstl. Erlass) zu erlassen, das den Orden aufhob

- Friedrich II., König von Preußen, und Katharina II., Kaiserin von Russland, beide Bewunderer der jesuitischen Leistungen auf dem Gebiet von Erziehung und Lehre, erkannten das Breve nicht an

- dies führte dazu, dass in Preußen und Russland lokale Organisationen des Ordens bis 1814 weiter bestanden· in diesem Jahr wurde der Jesuitenorden durch eine Bulle des Papstes Pius VII. weltweit wieder hergestellt

- allerdings kam es auch wieder zu politischem und religiösem Widerstand sowie zu Ausweisungen des Ordens, der nur in Dänemark, Schweden, Großbritannien und den Vereinigten Staaten unbehelligt blieb

- Jesuiten wirkten in Volks- u. Heidenmission· ließen sich im Grenzraum zw. Konfessionen u. in konfessionellen Mischgebieten nieder sicherten sich span., portug. u. später in frz. Kolonien monopolartige Stellung· 2. ihr Wirkung lag im höheren Bildungswesen· durch Hilfe kathol. Fürstentums Gründung Universitäten u. Ordenskollegien, an denen der eigene Nachwuchs auch geistl. u. weltl. Elite des kathol. Europas erzogen wurde

- bayer. Herzog Maximilian I. u. Kaiser Ferdinand II (herausragende Gestalten d. Gegenref.) waren Jesuitenschüler

- Seelsorge u. gelehrtes Studium ermöglichten es d. Ordensmitgliedern in geistige u. rel. Führungspositionen vorzudringen u. an kathol. Fürstenhöfen Einfluss auszuüben

- dem Wirken d. Jesuiten ist zuzuschreiben, das sich Katholiz. binnen weniger Jahrzehnte regenerieren (erneuern) u. konsolidieren (sichern) konnte

- röm Kurie erkannte ihre Chance im Zusammenwirken m. kathol. Obrigkeiten· gewährten Monarchen u. Fürsten dieselben Vorteile wie die reformat. Bewegung 1. Errichtung obrigkeitsgelenkten Staatskirchentums u. 2. Stabilisierung fürstl. Herrschaft auf Wege Zwangskonfessionalisierung (Konfession- Glaubensbekenntnis) durch Jesuitenorden

- typ. Kennzeichen d. Gegenreformation im Reich waren Territorialisierung (Abhängigkeit der Kirche von Landeshoheit) d. Kirchenwesens u. antiständische Politik

- in nachreformat. Zeit kämpften christl. Konfessionen mit Hilfe polit. Mächte um ihre Durchsetzung u. bedienten sich Fürsten u. Stände d. rel. Bewegung um Einheit ihres Lande o. polit. Unabhängigkeit zu erzwingen· es überlagerte in Westeuropa Gegensatz zw. Calvinisten u. Katholiken Kämpfe innerhalb d. frz. Hocharistokratie um Einfluss auf die Krone (1562- 1598) wie auch 40jährigen Land -u. Seekrieg zw. aufständischen Niederlande u. span. Monarchie (1567-1609)

- vermischten sich immer d. konfessionelle Moment mit polit. Ambitionen· Glaubenskampf nur Mittel zum Zweck

- als Gegensatz d. Religionsparteien in auswärtige Beziehungen d. europä. Mächte hineinspielte, wurden Bastionen (vorspringendes Bollwerk einer Festung) d. Glaubens zu Bastionen welt. - polit. Hegemonieansprüche (Vorherrschaft)

- Hegemoniale u. gegenreform. Politik Spaniens:

- keine and. Nation identifizierte sich mit Katholizismus wie d. spanische

- Frieden v. Cateau-Cambrésis 1559 beendete Philipp II. verlustreichen Krieg mit Frankreich·verzichtete auf s. Rechte in Italien, s. Westgrenze stillschweigend auf Kosten v. England u. Reiches zu sichern verstand

- d. Frieden machte Spanien z. kathol. Vormacht auf Kontinent· Ausschaltung Italiens als weltpolit. Faktor u. unterwarf es zusammen mit d. Papsttum dem span. Einfluss

- Philipp II. führte selbstherrlich absolutist. Bürokratie, Residenz, Behördensitz usw. ließ im Klosterpalast El Escorial errichten· sie diente Monarchen im Bewusstsein einer großen nationalen u. christl. Aufgabe· bestand in Übereinstimmung mit öffentl. Meinung d. Landes im Kampf gegen Islam, in Erschließung d. Neuen Welt u. im Widerstand gegen Expansion d. Protestantismus

- im Bewusstsein dieser Aufgabe wurde span. Inquisition (Verhör· 1183 gegründete u. bis ins 19. Jhd. bestehende Organisation d. kathol. Kirche zur Ermittlung u. gerichtl. Aburteilung v. Abtrünnigen, sog. Ketzern, die oft mit grausamen Methoden bis zu Massenvernichtungen arbeitete) gegen alle Abweichungen v. kathol. Orthodoxie u. gegen ethn. u. rel. Minderheiten (Morisken, Juden) innerhalb span. Bevölkerung rigoros (rücksichtslos, streng) eingesetzt, osman. Mittelmeerflotte bei Lepanto (1571) vernichtend geschlagen u. Portugal (1580) mit s. Kolonialreich erbrechtl. Ansprüche in Besitz genommen

- Höhepunkt s. Macht ließ Philip II. nichts unversucht um konfess. Auseinandersetzung s. Zeit mit diplom. Druck u. milit. Intervention (Einmischung) zugunsten kathol. Kirche u. zugunsten span. Hegemonie in Europa zu entscheiden

- Scheiterte an hartnäckigen Widerstand, d. die NL s. zentralist. u. gegenreform. Politik entgegensetzten

- Bürgerkriege in Frankreich:

- Theorie d. Widerstandes gegen reformationsfeindl. Obrigkeit diente Selbstbehauptung d. frz. Calvinismus, d. das Bürgertum, d. Landadel u. Bauern ganzer Landschaften (Provence, Mittel- u. Westfrankreich) erfasste u. durch heftige Protestantenverfolgungen Heinrichs II. z. Aufbau eines eigenen Heerwesens getrieben wurde

- erst als minderjährige, kränkl. u. regierungsunfähige Thronfolger d. Autorität d. Krone erschütterten u. konfessionell gespaltene Hochadel um Macht im Staate kämpfte· stürzte Land in 8 gewaltsamen, ausweglosen Bürgerkriegen (Hugenottenkriege)

- 1.Krieg: -Ausbruch nach Blutbad v. Vassay (1.3.1562)· Herzog Francois I.v. Guise unter Hugen. angerichtet hatte· endete m. Edikt v. Amboise; Hugen. gewisse Freiheit d. Religionsausübung garantierte

- kathol. Partei sich um streng romtreuen Fürsten aus Hause Lothringen-Guise (Kardinal Karl v. Lothringen) gruppierte (v. Spanien unterstützt)· konnten Führer frz. Calvinisten (Hugenotten) aus d. Hause Bourbone u. mit ihnen verbündeten Châtillons (Admiral Gaspard de Coligny), auf Hilfe Englands, dt. Calvinisten u. aufständ. NL rechnen

- nach 3. Krieg Hugen. im Edikt v. Saint- Germain (1570) gewährt Sicherheitsplätze, d.h. Orte, wo Kultus frei ausüben konnten

- König Karl IX. d. Versuch machte durch Verheiratung s. Schwester mit prot. Prinzen Heinrich v. Navarre rel. Lage zu entspannen· erreichte Grausamkeit mit der diese Bürgerkriege geführt wurden ihren Höhepunkt

- in Blutnacht v. 23./24. August 1572, d. Bartholomäusnacht sollen mehr als 20 000 Hugenotten, darunter Frauen u. Kinder, fanatisierten Katholiken zum Opfer gefallen sein

- um ihre eigene Machtposition auszubauen, hatte frz. Königinmutter Katharina von Medici von Zeit zu Zeit die vom Haus Guise geführten frz. Katholiken gegen die Hugenotten mit dem Haus Condé und Gaspard de Coligny an ihrer Spitze ausgespielt

- zunehmende Einfluss Colignys auf ihren Sohn, den jungen und schwachen König Karl IX. widersprach Katharinas eigenen Ambitionen, besonders Colignys Plan, Frankreich mit aufständischen NL gegen Spanien zu verbünden; deshalb ließ sie im Einverständnis mit ihrem dritten Sohn, späteren Heinrich III., am 22. August 1572 einen Mordanschlag auf Coligny verüben· Anschlag missglückte

- z. gleichen Zeit anlässlich der Heirat des hugenottischen Königs Heinrich von Navarra, des späteren Heinrichs IV. von Frankreich, mit Katharinas Tochter Margarete hatten sich Tausende Hugenotten mit ihren Führern in Paris versammelt; die Heirat war Aussöhnung der beiden Religionsparteien in Frankreich arrangiert worden

- d. in Paris versammelten Hugenotten forderten Untersuchung des Anschlags auf Coligny und schienen vor Gegenschlag nicht zurückzuschrecken.

- um Aufdeckung des Komplotts zu verhindern, ordnete Katharina, nachdem sie die Zustimmung ihres Sohnes Karl IX. erzwungen hatte Ermordung der Hugenotten an

- in Paris nahezu alle anwesenden Hugenotten einschließlich Coligny ermordet, insgesamt etwa 3.000; in der Provinz fielen nochmals 10.000 Hugenotten dem Blutbad zum Opfer

- Heinrich von Navarra und Henri I. Condé entgingen Massaker, wurden gefangen genommen und mussten ihrem Glauben abschwören.

- nach Bartholomäusnacht brach Bürgerkrieg zw. Hugenotten und Katholiken in Frankreich erneut aus

- beide nächste Kriege brachten keine militär. Entscheidung, aber Bestätigung polit. u. relig. Forderungen d. Hugen.

- nach Aussterben regierenden Valois der Bourbone u. in Reaktion auf ,,Sonderstellung" Hugen. sowie gegen berechtigte Ansprüche d. Hug. Heinrich von Navarre behauptete im Kampf um Thron· frz. Katholiken schlossen sich unter Führung Herzogs Henri von Guise z. Heiligen Liga zusammen u. erwirkten v. König Heinrich III. (Nachfolger Karls IX) d. Rücknahme aller Hugen. zugestandenen Rechte im Edikt v. Nemours (1585)· Krone stand v. schwierigen Entscheidung, jede konsequente Lösung d. Konfessionsproblems hätte Folgen gehabt

- Bevorzugung d. Protestantismus hätte Land erneut mit konf. Bürgerkriegen bedroht, d. Unterdrückung d. Hugenotten aber gegenreform. Partei gestärkt u. Frankr. Zielen Spaniens u. Roms unterworfen

- 8. Krieg: ,,Krieg d. 3. Heinriche" (Heinrich III., Heinr. v. Navarre u. Henri v. Guise) standen sich Hugen. unter Heinrich v. Navarre u. Liga unter Henri de Guise gegenüber

- um beide Gefahren zu umgehen· Heinrich IV. dritten >>polit.<< Weg· trat 1593 z. Katholizismus über, erneuerte im Edikt v. Nantes (1598) d. trad. landeskirchl. u. romunabhängigen Katholizismus d. frz. Monarchie (Gallikanismus) als offizielle Staatsreligion u. gestand Hugenotten Ausübung ihres Kultes sowie soziale u. polit. Gleichberechtigung zu

- Krone garantierte Religionsfrieden u. machte deutl. d. d. Belange d. Politik über den Konfessionen standen o. wie Heinrich IV. d. Vorrang d. polit. Souveränität vor Fragen d. Religion d. Begriff brachte: >> Man darf keinen Unterschied zw. Katholiken u. Hugenotten machen; beide müssen gute Franzosen sein.<<

- durch ihre ausgleichende Toleranz gelang es Krone frz. Staatskrise zu überwinden u. Frankr. in Position zu bringen, d. gegen Ende d. Jhd. erlaubte span. Hegemonialmacht auf Kontinent Paroli zu bieten

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Gegenreformation allgemein, in Spanien und Frankreich
Autor
Jahr
2001
Seiten
8
Katalognummer
V99566
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gegenreformation, Spanien, Frankreich
Arbeit zitieren
Nicole Brüning (Autor), 2001, Gegenreformation allgemein, in Spanien und Frankreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99566

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Gegenreformation allgemein, in Spanien und Frankreich



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden